ABBA Voyage reaktiviert ABBA The Museum – Ein Reisetipp für Stockholm

Wir hatten es schon anhand der aktuellen ABBA-Chartserfolge skizziert: Die beiden neu veröffentlichten ABBA Songs „Don’t Shut Me Down“ und „I Still Have Faith In You“ sorgen auch weit über die Singleverkäufe/-downloads/-streams hinaus für eine gesteigerte ABBA-Nachfrage – von Albumverkäufen aus dem ABBA-Katalog bis hin zu einem neuen Hype um die beiden „Mamma Mia“-Hollywood-Verfilmungen. Bei TikTok, wo ABBA seit drei Wochen mit ihrem eigenen Kanal ihre Position als die beliebteste Band massiv gefestigt haben, wird schon leidenschaftlich über Teil 3 von „Mamma Mia“ spekuliert.

In der ABBA-Beliebtheits-Hochburg UK ist „ABBA Gold“ aktuell ein weiteres Mal in die Top 10 eingestiegen, nachdem ABBA erst jüngst damit Schlagzeilen machten, dass „ABBA Gold“ das allererste Album ist, dass bereits 1.000 Wochen in den offiziellen UK-Album-Charts notiert ist. Inzwischen sind es 1.012 Wochen und die ABBA-Hit-Compilation rangiert auf einem beeindruckenden Platz 7!

Der neue ABBA-Boom sorgt auch für ein neu entflammtes Interesse am ABBA-Museum in Stockholm. Ich hatte auf dem PRINZ-Blog das Museum bereits portraitiert wie auch den ABBA-City-Walk, der von findigen Anbietern in Stockholm als Stadtrundgang sehr erfolgreich angeboten wird. Weil jetzt das Reisen absehbar wieder einfacher werden wird und der Besuch von „ABBA – The Museum“ unbedingt lohnenswert ist, lohnt sich ein weiterer Blick hinter die Kulissen der Fan-Attraktion unweit von Gröna Lund in Djurgården/Stockholm.

In „normalen“ Jahren verzeichnet „ABBA – The Museum“ etwa 1 Mio. Besucher pro Jahr. Das dürften jedoch aus bekannten Gründen seit 2020 weitaus weniger geworden sein. Pandemiebedingt gibt es im Museum immer noch einige Hygiene-Restriktionen zu beachten, die Öffungszeiten sind eingeschränkt (10:00 Uhr bis 17:00 Uhr), der Zugang ist limitiert und Tickets müssen online vorbestellt werden.

Für ABBA-, Schlagerpop-, Mello- und ESC-Fans lohnt sich der Besuch UNBEDINGT – trotz dieser vorübergehenden Einschränkungen. Die Vielfalt dessen, was gezeigt wird, ist für jemanden, der tiefer in die ABBA-Welt eintauchen möchte, atemberaubend.

Mich persönlich haben vor allem die Memorabilia-Elemente der Ausstellung geflasht – die Kostüme, die Platin-/Gold-Auszeichnungen (sogar der BRAVO Otto, der ABBA verliehen wurde, ist zu sehen), die Veröffentlichungen auf fünf Kontinenten bis hin zu den kleinen Dingen – Fanbriefe, Postkarten, sehr persönliche Erinnerungen.

Auch die legendäre Waterloo-Zackengitarre aus Brighton ist ausgestellt, witzigerweise als Leihgabe, denn Björn hatte sie einem Freund (mit Widmung) geschenkt, der sie jetzt für das Museum zur Verfügung gestellt hat. 1974 war ein ABBA-Museum noch sehr weit weg.

„ABBA – The Museum“ ist aber auch maximal interaktiv. Man kann Erinnerungsfotos im ABBA-Hubschrauber vom „Arrival“-Cover machen (Hej ChiChu), mit ABBA-Avataren zusammen auf der Bühne stehen und in einer Ecke steht ein rotes Telefon mit dem Versprechen, dass hier ab und zu einer der vier ABBAs anruft. Well, ein Lotto-Sechser dürfte ähnlich wahrscheinlich sein.

Das 2013 eröffnete Museum nimmt aber auch die Avatar-Idee von „ABBA Voyage – The Concert“ vorweg. Es gibt eine große Bühne, auf der man zusammen mit den vier ABBA Mitgliedern als digitale Bühnenpartner ein Video aufnehmen kann.

Nicht alle interaktiven Angebote dürften pandemie-induziert zur Verfügung stehen, am besten ist, Ihr informiert Euch vor einem Besuch hier, was gerade geht und was nicht.

Lohnenswert und uneingeschränkt zu besichtigen sind auf jeden Fall zwei weitere feste Bausteine im Angebot von „ABBA – The Museum“. Zum einen ist das ein Abstecher in die „Swedish Music Hall of Fame„, die im Untergeschoss im gleichen Gebäude untergebracht ist und wo logischerweise viele ESC-Künstler vorgestellt werden. Zum anderen gibt es „Temporary Exhibitions“, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten mit ABBA-Bezug auseinandersetzen. 2016, als der ESC (dank Monz) in Stockholm stattfand, war das z.B. die Ausstellung „Good Evening Europe“ anlässlich des 60. Geburtstags des Eurovision Song Contest.

Noch bis Jahresende zu besichtigen ist ein eigener Museumsraum, der sich den beiden „Mamma Mia“-Movie-Blockbustern widmet, die bekanntlich die Grundlage gelegt haben für ABBAs Siegeszugs auf TikTok. Mehr dazu könnt Ihr hier nachlesen.

Mir ist im Rahmen einer solchen „Temporary Exhibition“ dieses Bild des „Mamma Mia“-Musical-Ensembles (bzw. einem Teil davon) aus Portugal aufgefallen.

Merkantiler Teil des Ausstellungskonzepts ist auch der ABBA-Shop, den man automatisch betritt, wenn man den Museumsrundgang beendet hat. Neben einigem Trash (schon gefragt: Braucht man ein ABBA-Monopoly?) findet man im Shop aber auch eine exzellente Vinyl-Auswahl und hochwertige Merchandise-Angebote, die das ABBA-Nerd-Herz schneller schlagen lassen. Und abrunden kann man dann die Einkäufe mit einem Drink in der Bar im „Pop House“, einem Entertainment-Center mit Hotel, Restaurant und Bar, zu dem das ABBA Museum gehört (Djurgårdsvägen 68).

PS: Auch die Kollegen von „ESC Update“ vom NDR haben sich in ihrer September-Edition mit dem ABBA Comeback befasst – und dazu auch den Autor dieser Zeilen befragt. Das Spontan-Interview, dass Marcel Stober mit mir geführt hat, könnt Ihr hier hören.

Wie geht es weiter mit dem Album „ABBA Voyage“, welches am 5. November 2021 erscheint? Was sind Eure Erwartungen? Alle News zu ABBA findet Ihr zuerst auf ESC kompakt. Und die ABBA-Lieblingssongs des ESC-kompakt-Teams gibt es hier.


3 Kommentare

  1. Ich bin einfach nur positiv geflasht vom ABBA-Hype. Das bevorstehende Album habe ich vorbestellt und die Uhren gehen seitdem rückwärts bis ich es in den Händen halte.
    Mein größter Wunsch wäre, dass die bisher bekannten Rare-Songs, die man nur so Schnipsel kennt, komplett veröffentlicht werden 🙏🏼

  2. Danke für den Bericht und die Bilder vom ABBAseum (oder so)

    Eine Frage zum „Mamma Mia“-Musical-Ensemble – wenn es das portugisische ist – warum ist auf dem Bild die Flagge von Mexiko zu sehen?

  3. Ich kann Peter nur zustimmen: Das ABBA-Museum allein schon lohnt einen Ausflug nach Stockholm. Und den ABBA-City-Walk darf man nicht vergessen – daneben kann man dann die einmalige Atmosphäre in Schwedens Hauptstadt genießen. Immer wieder großartig. Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, dass ich nicht einmal 500 m von Benny’s aktuellem Studio entfernt geschlafen habe.

    Vom Album erwarte ich alles – also nur #1 Platzierungen auf der ganzen Welt 😀

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