Abstimmung für den JESC 2020: Fans aus Spanien und Polen im Wahlkampf

Quelle: RTVE/TVP

Wo der ESC ist, ist auch das Drama meist nicht fern – beim JESC ist das wohl nicht anders. Bereits vor dem Startschuss für das Online-Voting rührten polnische und spanische JESC-Fans kräftig die Werbetrommel. Man weiß spätestens seit dem letztjährigen Wettbewerb, dass diese zwei Länder wohl im Rennen um den Sieg im Online-Voting ganz vorne liegen werden. Gründe dafür gibt es einige, aber zunächst, ein Blick in die Geschichte.

Wir schreiben das Jahr 2018. Unter dem Motto #LightUp steigt in Minsk der 16. Junior Eurovision Song Contest. Im Jahr zuvor wurde ein neues Abstimmungssystem implementiert, dass zu 50 Prozent aus Jury-Stimmen und zu 50 Prozent aus einem Online-Voting besteht. Kurios war, dass man bei der Online-Abstimmung zum ersten Mal auch für das eigene Land abstimmen konnte. Russland gewann damals den JESC – ohne besondere Vorkommnisse. Ein Jahr später in Minsk, sollte das dann etwas anders sein.

Überraschender Sieger

Die Rollen waren klar verteilt: Im Vorfeld galten Kasachstan, Frankreich und Armenien als klare Favoriten auf den Sieg. Die Jury war etwas anderer Meinung, für sie waren Australien, Malta und Georgien die Top 3. Dann kam das Online-Voting und die Favoriten bekamen Höchstwertungen – Frankreich auf Platz zwei, Kasachstan, auf Platz drei und Armenien auf Platz fünf. Bemerkenswert war dann, dass ausgerechnet Polen, dass bereits bei der Jury mit Platz sieben eine eher untergeordnete Rolle gespielt hat, das Online-Voting mit großem Vorsprung gewann und dies letztendlich auch für den Sieg reichte. Roksana Węgiel holte mit dem unaufgeregten Song „Anyone I Want to Be“ den ersten Sieg für Polen beim JESC.

Nicht nur die Fans fragten sich nun, wie das passieren konnte. Polen dümpelte in den Favoriten-Rankings im Vorfeld meist im Mittelfeld herum. Kurz vor dem Contest schien es jedoch fast so, als ob sich die Stimmung plötzlich zugunsten von Roksanas Beitrag verändert hatte. Polen war in Online-Umfragen häufiger vorne anzutreffen. Nach dem Contest in Minsk rümpften einige zwar die Nase, allerdings ging deshalb niemand auf die Barrikaden – es blieb ja der JESC… bis das Jahr 2019 kam und ausgerechnet Spanien wieder zum JESC zurückkehrte.

Spanische Rückkehr

Spanien war bis 2006 das erfolgreichste Land beim JESC. Bei vier Teilnahmen hatte man einmal gewonnen, zweimal Silber geholt und einen vierten Platz ergattert. Das Land zog sich ohne wirklich ersichtlichen Grund vom Wettbewerb zurück, sehr zum Unmut der spanischen ESC-Fans, die anders als beim Erwachsenen-Contest beim „Junior“ etwas zu sagen hatten. Als Spanien dann 14 Jahre später wieder mit von der Partie war, konnten sich die sogenannten „Eurofans“ vor Freude nicht mehr halten. Der spanische Beitrag „Marte“, gesungen von Melani aus Valencia, war gemeinsam mit Kasachstan, Frankreich und Polen Anwärter auf den Sieg beim JESC 2019.

Die Jury und das Online-Voting waren sich im vergangenen Jahr, was die Besetzung Top 3 anging, ziemlich einig. Während Kasachstan jedoch das Jury-Voting gewann, holte sich Polen das zweite Jahr in Folge die meisten Online-Stimmen und den Gesamtsieg. Schon wieder. Allen voran waren spanische JESC-Fans außer sich, obwohl Melani einen dritten Platz ergattert hatte. Doch auch in der gesamten JESC-Bubble wurden Stimmen laut, die das Online-Voting-System immer lauter kritisierten.

Unfaires System?

Klar, ein Siegerlied sollte Menschen in ganz Europa überzeugen können. Aber theoretisch hat in einem Online-Voting, bei dem man noch dazu für den eigenen Beitrag stimmen kann, ein Song aus Malta geringere Chancen als etwa ein Beitrag aus Russland, Frankreich oder Polen – Länder mit einer großen Bevölkerungszahl und mit weitaus mehr Mitteln, um auf sich aufmerksam zu machen oder Fans zu mobilisieren. Das ist auch das, was in Polen gerade passiert. Der ESC und der JESC sind dort seit einigen Jahren sehr beliebt und sorgen für hohe Einschaltquoten, genauso wie der Vorentscheid „Szansa na sukces“.

Polen startet damit in jeden Junior Contest mit einem großen Plus und nutzt das gültige Reglement aus – komplett legitim. Aus diesem Grund haben sich spanische Fans in diesem Jahr das Ziel gesetzt, den eigenen Beitrag zu pushen. Die spanische Rundfunkanstalt RTVE lieferte eine dürftige Promo für die Teilnehmerin Soleá ab, weswegen die Fans es sich erst recht zur Aufgabe gemacht haben, das Online-Voting zu ihrem Gunsten zu entscheiden. Anders als im vergangenen Jahr stehen weitaus mehr Spanier hinter dem eigenen Beitrag, „Palante“ gehört zur äußerst beliebten Musikrichtung „Flamenco-Fusión“ an.

Die Online-Schlammschlacht

Im Netz geht es – nicht erst aber vor allem – seit ein paar Tagen richtig rund. Polnische und spanische Fans geraten auf Online-Plattformen aneinander und rühren kräftig die Werbetrommel. Der ein oder andere kann es jedoch nicht lassen, die jeweils andere Seite in einem schlechten Licht darzustellen. So rufen die spanischen Fans dazu auf, auf gar keinen Fall Polen zu unterstützen. Auffällig ist auch, das Online-Umfragen meist von den beiden Ländern dominiert werden. Wie es etwa auch in unserer eigenen Umfrage auf ESC kompakt der Fall war.

Die neuste Kontroverse im Netz ist eine mögliche Manipulation der Auftritt-Schnipsel von Seiten der EBU. Spanische Fans sind sich sicher, dass bei den Clips aus Frankreich und Belarus der Playback-Track eingespielt wurde und nicht der Ton des eigentlichen Auftritts. Auf Grundlage dieser Ausschnitte kann aktuell abgestimmt werden. Zugegebenermaßen klingen die Auftritte der beiden Länder der Studio-Version ziemlich ähnlich, wie der Zusammenschnitt eines Twitter-Users zeigt:

Kommentar:

Es ist unglaublich, dass selbst der Junior Contest solche Kontroversen auslösen kann. Spanische ESC-Fans sind bekannt für das jährliche „Eurodrama“. Sie sind leidenschaftlich und merken nicht, dass sie mit ihrer Art ihrer eigenen Sache häufig sogar schaden. Jedoch sollten auf keinen Fall alle spanischen Fans in einen Topf geworfen werden. Zudem sind, wie es auch in diesem Jahr wieder bestätigt wurde, manche Fans aus anderen Ländern auch keine Heiligen. Auch Soleá bekommt auf Twitter, YouTube und in anderen Sozialen Netzwerken viel Gegenwind – häufig auch in Form von Beschimpfungen, die weder ein neunjähriges Mädchen, noch sonst jemand verdient hat. Es ist und bleibt doch ein Kinder-Wettbewerb und das Verhalten einzelner Fans, egal aus welchem Land, sollten den jeweiligen Beitrag nicht in ein schlechtes Licht rücken. Gerade Kids sind aufgeregt genug und sollten nicht zusätzlich diesen Streitereien zwischen Fans ausgesetzt werden. 

Das Online-System ist nicht in Stein gemeißelt und könnte, falls es genug Gegenwind von den Delegationen gibt, auch wieder gekippt werden. Gerade beim JESC hat man traditionell viele Voting-Varianten ausprobiert. Auf dem Rücken der Teilnehmer sollte man diese Debatte jedoch auf keinen Fall ausgetragen. Am besten stimmt man eben für die Beiträge, die man meisten mag, und am Ende sollte der beste Song gewinnen. Ja, das klingt sehr nach Schönheitswettbewerb-Antwort, aber gerade bei einem Kinder-Contest ist es die beste Botschaft, die man weitergeben kann und an die sich möglichst alle in den nächsten Tagen auch halten sollten.


36 Kommentare

  1. Sehr gut zusammengefasst.
    Ich denke aber auch, dass es dieses Jahr viele Voter gibt, die extra nicht für Polen und Spanien stimmen.
    Kasachstan kristallisiert sich in den internationalen Kommentaren ganz klar als Sieger des Online-Voting heraus.
    Auch Deutschland wird überraschenderweise ziemlich oft genannt.

  2. Max, du sprichst mir mit deinem Kommentar aus der Seele!
    Trotzdem hofft man als Fan der Eurovisions-Wettbewerbe, dass der JESC nicht nach Bevölkerungsanteil der daran teilnehmenden Nationen, sondern nach dem Song sowie die Performance, entschieden wird. Was wiederum dazu führt, dass man das Online-Voting, vor allem nach 2018, schon ein wenig verteufeln möchte. Aber, wie Max bereits geschrieben hat, braucht es dafür wohl Gegenwind von den Delegationen. Ich hoffe, dass dieser kommt, falls das Online-Voting in diesem Jahr wieder so ausfällt, dass Polen mit den Punkten davon zieht. Allerdings, wie ich schon mehrfach erwähnt habe, ist die diesjährige Voting-Homepage schon sehr anders aufgebaut und meiner Meinung auch „sicherer“, als die in den letzten Jahren! Vielleicht bringt dieser Schritt schon mal etwas ein sogenanntes „Power-Voting“ (besser als zuvor) zu unterbinden.

    Zum Wahlkampf/Streit zwischen den spanischen und polnischen JESC-Fans habe ich bereits in einem anderen Kommentar etwas geschrieben, aber hier jetzt vielleicht auch noch mal:
    Ich finde auch das Verhalten von RTVE nicht gerade förderlich zur Beilegung von diesem „Wahlkampf/Streit“.
    Die haben darauf hingewiesen, dass sie bei einem Sieg Spaniens bereit wären den JESC im nächsten Jahr auszutragen! Das gleiche hat RTVE auch im letzten Jahr, zum exakt selben Zeitpunkt (also kurz vor dem JESC-Finale), gesagt Das ist natürlich nichts schlimmes, aber auch nicht sonderlich „bescheiden“ schon im Vorfeld über einen Sieg Spaniens in so einer Art nachzudenken, da dies, meiner Meinung nach, die andere Seite, in diesem Fall Polen, noch mehr anstachelt bzw. anstacheln könnte.

  3. Ich denke, die spanischen Fans sind im moment viel sturer und agressiver wie die polnischen.In Pl vouten jetzt viele für Belarus, Frankreich od. sogar für Spanien (Respekt nach dem ganzen Mist was die Spanier vor 1 Jahr gemacht haben) Ich hoffe in diesm Jahr gewinnt Belarus, Kazakhstan od. Frankreich.

  4. Danke für diesen sehr guten Beitrag. Hier wird alles, was ich momentan am Votingsystem auszusetzen habe perfekt zusammengefasst. Ich hoffe, dass es bald eine Änderung gibt. An der Stelle muss auch erwähnt werden, dass es ja inzwischen einen neuen EBU Supervisor gibt. Vielleicht trägt das ja zu einer Änderung bei.
    Ansonsten ist das Problem beim Online-Voting nicht nur, dass Länder wie Polen und Spanien immer weit vorne liegen und kleine Länder wie Malta oder Georgien keine Chance haben. Übrigens war Malta mit Gianluca 2018 noch vorne mit dabei während die Georgischen Beiträge trotz gutem Ergebnis bei den Jurys brutal abgestraft wurden. Das andere Problem ist ein mathematisches:
    Im Online Voting ist es theoretisch möglich, mehr Punkte zu holen als im Jury Voting, wo dieses Jahr die Höchstpunktzahl 132 beträgt. Holt man im Onlinevoting 20% (bei 12 Ländern nicht unwahrscheinlich) bekommt man dafür 136 Punkte. Hat ein Land im Jury-Voting 0 Punkte und ein anderes 132, ist beim großen ESC klar, dass hier auch rechnerisch kein Sieg mehr möglich ist. Beim JESC wäre das zumindest theoretisch machbar

  5. Ich bin für die Abschaffung des Online- und das Comeback des Televotings, bei dem nicht für das eigene Land votiert werden darf. Dadurch wird das Ganze wieder ausgewogener und die üblichen Verdächtigen Spanien und Polen schneiden nicht mehr so gut ab.

  6. Sehr guter Kommentar, vielen Dank dafür.
    Genau aus diesem Grunde sehe ich eine Leistungsbewertung von Kindern eher kritisch. Noch dazu, wenn sie um die Welt geht. Für Erwachsene ist so ein Shitstorm schon schwer zu ertragen, wie mag das erst für Kinder sein?
    Ja, ich weiss, sie nehmen freiwillig teil und haben Spaß, aber das sind halt im Zeitalter des Internets die unangehmen Begleiterscheinungen, die sich ja nicht nur auf die Show erstreckt.

  7. Übrigens, es gibt eine Änderung bei der Bekanntgabe der Jurypunkte! Dieses Jahr muß die Höchstwertung (12 Punkte) zuerst genannt werden und erst dann werden die anderen Wertungen (1 – 8 und 10 Punkte) eingeblendet:

    https://eurovoix.com/2020/11/28/junior-eurovision20-12-points-to-be-announced-first-in-voting/

    Bisher sind Zwei Drittel aller Punktesprecher (acht von zwölf) bekannt, aber bei vier Nationen (Malta, Polen, Frankreich und Deutschland) noch nicht.

    Bei zwölf Teilnehmerländern hätte man besser die Punkte von eins bis sieben zuerst eingeblendet und die Punktesprecher hätten ihre Top Drei (acht, zehn und zwölf Punkte) verkündet. Durch die jetzige Änderung sinkt die Spannung gen Nullpunkt!

    Als das aktuelle Punktesystem beim ESC 1975 in Stockholm eingeführt wurde, verkündeten die Sprecher die Punkte nach der Startreihenfolge und wurde erst später dann in aufsteigende Reihenfolge (1978 oder 1979 ?) geändert.

    • Ich finde, dass die Spannung dadurch höher ist.
      Bei vielen Voting-Simulationen auf YouTube, ist es anhand der zwei verbliebenen Länder gleich klar, wer die 12 Punkte bekommt.
      Ich hoffe auf mehr Teilnehmer im letzten Jahr.

    • Ich glaube dieses Punkteverfahren wird nur heuer, aufgrund der geringen Teilnehmerzahl, eingeführt, da so mehr Spannung entsteht, wer die 12 Punkte bekommt. Auch ich finde, dass dies spannender ist als das „normale“ aktuelle Konzept und muss dir in diesem Punkt widersprechen Marty. Zustimmen muss ich dir aber bei deinem Vorschlag, dass man zuerst die Punkte eins bis sieben einblendet und dann die top drei verkündet.

      Dank Eurowizja, welche heute einen Liveblog zur Generalprobe gemacht haben, kann man schon mal einen kleinen Blick auf die diesjährige Punktegrafik werfen, welche mich ein wenig an die Punktegrafik von 2018 erinnert mit diesem Sternenhimmel im Hintergrund und der orangefarbenden Schrift.
      Dies ist der Link zu ihren Liveblog von der Generalprobe, um die Punktegrafik (das zweite Foto von oben) zu sehen müsst ihr ein wenig herunter scrollen:
      https://eurowizja.org/eurowizja-junior-2020-live-proba-generalna-na-zywo/

  8. Ich finde das eine Frechheit und finde das Polen und Spanien aber auch alle Länder die daran teilnehmen disqualifiziert werden sollten.

    • Am besten wenn mann alle 12 Länder disqualifiziert und JESC abschafft. Noch was…bei normalrem ESC gibts auch viel Hetze, vielleicht sollte man das auch abschaffen?

      aber im Ernst, Spanier haben bis jetzt die grösste Hasskampagne gemacht und dafür sollten die disqualifiziert werden.
      Die hetzen im Moment nicht nur wegen Polen, aber auch gegen Frankreich. Lies mal die spanische Kommentare auf youtube, einfach Grauenvoll

      • Spanien sollte disqualifiziert werden weil manche Fans im Netz durchdrehen? Was kann den Soleá und die Delegation dafür? Und wie im Artikel erwähnt, es ist ja nicht so, als wären Fans aus anderen Ländern Unschuldslämmer, da hätte ich auch genug YouTube-Kommentare, wenn es darum geht…

      • Ich glaube auch dass es nicht nur Spanische Fans sind, die blödes Zeug schreiben. Teilweise kann man überhaupt nicht feststellen woher die Kommentare kommen. Es sind ja auch nicht nur die Favoriten oder vermeintliche „Playback-Betrüger“, die beschimpft werden. Heute auf der Pressekonferenz wurde heftig über Sandra aus Georgien gelästert, weil sie ziemlich nervös war und sich wahnsinnig schwer getan hat eine Frage auf Englisch zu beantworten. Die Polnische Moderatorin, die dann noch Sätze raushaut, wie „Wir warten auf deine Antwort“ hat ihr die Sache nicht gerade leichter gemacht.

      • @DavidZ: ich finde es ebenfalls schade, dass die Georgierin offenbar so angefeindet wurde für ihren Blackout.

        Aber mal ehrlich: sie hat ja nicht mal auf Georgisch einen vollen Satz sagen können, geschweige denn in irgendeiner anderen Sprache (Russisch, Englisch, was auch immer). Auch wenn sie erst 10 Jahre alt ist, das fand ich dann doch etwas krass, sie hat doch einfach auf die Frage antworten sollen.

  9. Was mich noch viel mehr schockt: Der NDR bzw. KIKA machen so viel mehr Werbung als sie für den normalen ESC machen, warum? Da wird sogar die Familie von Susan gezeigt, ihre Freunde, wie sie wohnt, dann macht man ein Quiz und Witze mit ihr, dann die ganzen Countdown-Shows, die kurzen Werbeclips auf KIKA usw…. warum kann man so viel Werbung nicht auch für den normalen ESC erwarten?

    • Bei einem normalen ESC gibt es nicht so viel Werbung? Also erstens fanden die Vorentscheidungsshows immer abends zur besten Sendezeit im Ersten statt! Zweitens wurden viele ESC-Teilnehmer, vor dem ESC versteht sich, auch in Samstagabendshows oft eingeladen z.B. war Michael Schulte bei Florian Silbereisen zu Gast. Egal ob man ein Fan von den Silbereisen-Shows ist oder nicht, aber sie haben halt viele Zuschauer. Daneben geben die ESC-Teilnehmer auch einige Radiointerviews bei den öffentlich-rechtlichen Stationen und werden zu Talkshows eingeladen.

      Außerdem haben die Teams vom NDR, ZDF und KiKA in Bezug auf den JESC ja keine Tomaten vor den Augen, was das Online-Voting angeht, wo man halt eben für sein eigenes Land voten darf! Da die anderen Broadcaster, allen voran natürlich TVP, hier ebenfalls sehr viel Werbung für den JESC, aber vor allem für das Online-Voting macht, muss man da halt eben mithalten!

    • Naja der KiKa begleitet halt „seine“ Kandidaten recht intensiv, ist ja bei Dein Song nicht anders. Man muss aber natürlich auch anmerken, dass der KiKa eine deutlich geringere Reichweite hat als wenn eine ESC-Werbung kurz vor der Tagesschau (wo sie in den letzten Jahren oft einige Tage vor dem ESC platziert wurde) läuft.

      Ich persönlich bin sogar eher enttäuscht, dass man Susan nicht stärker pusht. Außerhalb des KiKa findet der JESC ja quasi nicht statt, also ew gibt weder Werbung im ZDF noch in der ARD noch im NDR. Auch berichtet keine größere Zeitung über die Show und Susan ist auch in keinem ARD/ NDR/ ZDF- Format aufgetreten. Zumindest im Morgenmagazin oder so hätte man sie mal vorstellen können.

      Gerade für uns wäre es ziemlich leicht, bei diesem Abstimmungssystem ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen. Da ist es eher kontraproduktiv den JESC ausschließlich im KiKa laufen zu lassen. In Polen läuft er ja im Hauptprogramm mit Millionen von Zuschauern.

    • Wir sind also alle für dich infantil.. 😛
      ich denke, du bist ein sehr frustrierter Mensch. Niemand zwingt dich JESC zu gucken.
      Ich freue mich riesig auf Sonntag und diese Veranstaltung.

  10. Habe von nichts was mitbekommen, und bei mir steht Spanien auf Platz 1. Hätte ich was mitbekommen, hätte ich mich wahrscheinlich anders entschieden. Darüber sollten die Streithähne mal nachdenken. Interessant auch, dass der bisherige Stand meinem Voting entspricht. Habe auf Platz 3 allerdings Deutschland gesetzt, nun ja, bisschen Patriotismus muss ja sein.

  11. Es wäre technisch wirklich nicht schwierig im Online-Voting für die Bestätigung der Stimmabgabe eine Handynummer zu verlangen, an welche dann eine SMS mit einem Bestätigungslink verschickt wird. So kann man das VPN-Voting unterbinden und auch wieder einführen, dass man nicht für sein eigenes Land abstimmen darf. Oder eine spezielle Voting-App mit Verknüpfung zur Handynummer.
    Also wenn man will, würde man das Problem schon in den Griff bekommen. Allerdings glaube ich, dass die EBU daran nicht interessiert ist, weil der Contest so attraktiv für Länder mit vielen Zuschauern ist und das ist eben was unterm Strich zählt für die EBU.

    • Du wirst lachen, aber dies war auch schon desöfteren meine Meinung hier in den Kommentaren! Vielleicht sollten wir das wirklich mal der EBU vorschlagen! 🙂

  12. WTF!?
    Weißrussland ist bei diesem Link von Matty auf Platz 1? Bei mir ist das auf Platz 12/12. Grässlich nerviger Song!
    Naja egal, Polen und Spanien haben jeweils schwächelnde Songs und ich hoffe, dass die Jury das richten wird. Sonst in Polen zum dritten Mal der Sieger und daher kann ich die Spanier ein bisschen verstehen.
    Ich drücke unserer Susan ganz feste die Daumen und hoffe auf die linke Tabellenhälfte (Plätze 1 bis 6).

  13. Dieser Kampf zwischen Spanien und Polen ist nervig und unnötig. Meine Meinung ist einfach, dass Spaniens Lied richtig cool ist und einen Sieg verdient. Polen hat erstens die letzten beiden Male gewonnen, jetzt ist definitiv ein anderes Land dran, und außerdem haben sie mit diesem Lied ihren für mich schlechtesten Beitrag überhaupt geliefert. Null einfallsreich, sehr gewöhnlich und platt, und die Produktion klingt außerdem recht billig, mit diesem Rumsbums-Schlagzeug und dem Kinderkeyboard-Bass…

    • Das ist deine Meinung. Ich mag spanisches Song überhaupt nicht. Ausser 100 mal wiederholten „palante palante palante palante“ und Tanz ist hier nix interesanres.Ausserdem von allen Teilnehmern hat Solea die schwächste Stimme. Das hat sie gerade Live gezeigt.
      Polnisches Song ist gerade nicht das beste (Belarus gefällt mir besser) aber Ala hat schöne starke Stimme und kann live sehr gut singen.

  14. Guten Morgen, nach einem halben Jahr mal wieder ein Kommentar von mir. Das heißt aber nicht, dass ich nicht immer gerne alle Berichte und Kommentare lese.
    Habe nie etwas vom JESC gehalten, schaue nun aber seit Tagen mit meiner Tochter Kika und auch die kleinen Schnipsel der Auftritte und wir haben auch schon abgestimmt. Für Deutschland, Weißrussland und auch Spanien. (Ich dann noch einmal heimlich für Deutschland, Ukraine und Kasachstan:)) Frankreich ist für mich und meine Tochter einfach zu viel. Alles zu bunt und zu süß. Obwohl wir das Lied die ganze Zeit summen….
    Die Kommentare der spanischen und polnischen Fans gehen mir auch auf die Nerven. Was mich aber richtig wütend gemacht hat, war die gestrige Pressekonferenz. Das sind Kinder und warum stellt man dann ähnliche Fragen wie beim normalen ESC? Und dann erwartet man von 9-14 jährigen, dass sie auch noch in verständlichem Englisch antworten. Die 10 jährige Kasachen wurde gestern bloß gestellt. Sie konnte die Frage nicht verstehen, die ‚Übersetzerin‘ hatte einen Black-Out und so saß sie stumm da und es war im ganzen unerträglich, das anzusehen. Und dann gab es viele hämische Kommentare auf youtube – ironischerweise machten sich viele in ganz schlechtem Englisch darüber lustig, wie schlecht ihr Englisch sei.
    Meine 7jährige interessiert sich nicht dafür, welche Stelle im Lied die Interpreten am schönsten finden, welches der emotionalste Moment bisher war. Warum kann man nicht kindlichere Fragen stellen? Was sind deine Hobbies? Was sind deine Lieblings-Interpreten? Irgendwas in diese Richtung?
    Ich drücke heute Nachmittag allen die Daumen. Finde alle Beträge gut, nur mit Holland und Frankreich habe ich so meine Probleme. Die Mädels sind alle nett und natürlich drücke ich auch ihnen die Daumen. Aber ganz subjektiv und als Mutter nervt mich bei Holland, dass vier superdünne Mädchen gewählt wurden und diese dann auch noch in kurzen Mini-Röcken den Auftritt machen müssen. Obwohl ich mir dann auch widersprechen muss, da sie ja schon 13/14 sind und dann ist es vielleicht ok. Und Frankreich ist mir, wie schon erwähnt, zu süß. Bei Malta mag ich das Lied nicht, aber ein Lob für die maltesische Delegation. Da steht wirklich eine 9jährige auf der Bühne.
    So, ich kann nicht anders. Entweder schreibe ich gar nichts oder eine lange Abhandlung.
    Wünsche allen einen schönen Sonntag. Bleibt gesund!
    Rike

    • ich fand das bloßstellen der georgischen Teilnehmerin traurige mit anzusehen. Minuten des schweigens, waren schon beim zusehen eine Qual. Schrecklich wie die Übersetzerin ständig versucht hat sie zu einem Satz zu drängen

    • Ein schöner und aufschlussreicher Kommentar, vielen Dank dafür.🙂
      Es tut mir leid, aber ich werde immer mehr in meiner Skepsis bestätigt. Mich erschrecken solche Vorkommnisse einfach.☹️

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