Advent der liebsten ESC-Family-Weihnachtslieder (9): Deutsche Tradition mit griechischem Flair

Ein wahrhafter multinationaler ESC-Star präsentiert uns heute nicht nur den Weihnachtsbraten, sondern auch unser musikalisches Adventskalendertürchen: Vicky Leandros. Die 73-jährige Griechin holte für Luxemburg den ESC-Sieg 1972, hatte aber in Deutschland viele Hits. Als Hausherrin von Gut Basthorst hatte sie außerdem wesentlichen Anteil am Erfolg des dortigen jährlichen Weihnachtsmarkts.

Vicky Leandros – Süßer die Glocken nie klingen

Als Sechsjährige kam Vicky nach Deutschland, erhielt u.a. eine Gesangs- und Ballettausbildung und startete mit Hilfe ihres Vaters ihre Karriere sowohl in Deutschland als auch in Griechenland. Bereits ein Jahr nach ihrem Debütalbum durfte sie 1967 zum ersten Mal für Luxemburg beim Grand Prix an den Start gehen: Mit „L’amour est blue“ holte sie den vierten Platz. In Edinburgh gewann sie dann 1972 mit „Après toi“ den Wettbewerb.

Neben den Erfolgen in den unterschiedlichsten Ländern hatte Vicky Leandros in Deutschland vor allem als Schlagersängerin Erfolg: „Theo, wir fahr’n nach Lodz“ und „Ich liebe das Leben“ können heute noch Jung und Alt mitsingen. Diese dauerhafte Popularität half ihr allerdings 2006 nicht, als sie sich bei der deutschen Vorentscheidung für den ESC in Athen versuchte: Mit „Don’t Break My Heart“ kam sie einfach nicht an Texas Lightning vorbei.

Für das nächste Jahr hat Vicky Leandros nun ihre Abschiedstournee angekündigt und tut es damit Mary Roos gleich, die auch ihre Karriere beendet hat. Möglicherweise liegt eine Karte für die Tournee ja bei dem einen oder der anderen unter dem Weihnachtsbaum.

Neben neuen Chansons hatte Vicky Leandros nie Berührungsängste in Bezug auf traditionelle Volkslieder, weder griechische noch deutsche. Regelmäßig sang sie die beliebtesten Melodien in TV-Sendungen. Einige veröffentlichte sie sogar separat, wie 1979 das Album „Vicky Leandros singt die schönsten deutschen Volkslieder“ oder 1977 „Süßer die Glocken nie klingen“.

Die Ursprünge dieses deutschen Weihnachtslieds liegen im 19. Jahrhundert. Die Melodie ist von einem thüringisch-schlesischen Volkslied abgeleitet; der Text stammt vom Theologen und Pädagogen Friedrich Wilhelm Kritzinger. Das Lied schafft laut Wikipedia eine „hoffnungsvolle und heilsame Stimmung. Der Glockenklang steht als Symbol für Friede, Freude und Weihnachtswonne.“

Bisher im Advent der liebsten ESC-Family-Weihnachtslieder erschienen:

(1) Ohne diesen Klassiker geht es nicht!
(2) Jul-Duett der ESC-Sieger
(3) Feierliche Klänge aus Deutschland – mit ukrainischem Ursprung
(4) Weihnachtsparty für die ganze Familie
(5) Weihnachten ohne Geschenke
(6) Festliche Töne eines Wahl-Berliners
(7) Weihnachtliche Partytime deluxe
(8) Gebrochenes Herz unter dem Weihnachtsbaum


5 Kommentare

  1. Was haben Vicky Leandros, Mary Roos und Ireen Sheer außer dem ESC noch gemeinsam? Sie nehmen alle Abschied von der Showbühne und beenden damit ihre künstlerische Laufbahn!

  2. Schön!

    Fun fact zu ihrem Après toi (ESC Sieg 1972):

    Der Text des Liedes handelt im französischen von dem tieftraurigen Ende einer Liebe
    Ihre deutsche Version hingegen von dem überglücklichen Start einer neuen Liebe

  3. Ich finde es schade das sie ihre Karriere nächstes Jahr beendet. Kann das aber auch nachvollziehen, man will ja nicht wie qdamals Zarah Leander auf die Bühne getragen werden. Es wäre aber schön wenn sie nächstes Jahr noch einmal ins Studio geht und ein Album mit neuen Songs rausbringen würde.

    Ich möchte auch noch an eine Schlagerikone erinnern die auch einige Christmassongs aufgenommen hat.
    https://www.youtube.com/watch?v=jMVjZ6DlrjQ

    Auch ’ne schöne Version dieses Klassikers.

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