Airplay-Check nach dem ESC: Strohfeuer für Jendrik und Måneskin, Nachtprogramm für Gjon’s Tears

Bild: EBU / Thomas Hanses

Der Eurovision Song Contest hat im deutschen Radio in diesem Jahr (wieder einmal) kein langes Leben. Bereits nach der Veröffentlichung von „I Don’t Feel Hate“ zeichnete sich ab, dass die Radiosender den Song nicht dauerhaft pushen würden. Im zeitlichen Umfeld des ESC in Rotterdam wurde Jendriks Beitrag zwar noch einmal ins Programm genommen. Dieses Aufbäumen fand aber noch schneller ein Ende, als das Strohfeuer der ESC-Sieger von Måneskin. Die können sich außerdem zu Gute halten, dass sie nicht wie der Schweizer Beitrag im späten Abendprogramm versendet werden.

Bereits der Radio-Start für den deutschen Beitrag verlief holprig. Zwar konnte „I Don’t Feel Hate“ in der Woche nach der Veröffentlichung mehr Airplays generieren als 2019 die S!sters mit ihrem fast gleichnamigen ESC-Titel. Dennoch war es das zweitschlechteste Ergebnis für einen deutschen ESC-Beitrag seit 2014.

In der KW 20, also zwei Wochen vor dem ESC lief Jendriks Lied elf Mal bei deutschen Radiostationen, davon erstaunliche fünf Mal auf WDR 4. In der ESC-Woche bis einschließlich dem Donnerstag des zweiten Halbfinales war er dann 60 Mal zu hören, davon 8 Mal auf der SR 3 Saarlandwelle, 7 Mal bei WDR 4 und 4 Mal bei MDR Jump.

In der Woche mit dem ESC-Finale und den Tagen danach (die Wochen gehen hier immer von Freitag bis Donnerstag) gab es sogar noch einmal 110 Einsätze für den deutschen Beitrag. Diesmal hatte NDR 90,3 (der Radiosender für Hamburg) mit 9 Airplays die Nase vorn, gefolgt von NDR 1 Radio MV und der SR 3 Saarlandwelle mit je 7. WDR 4 legte noch mal 6 Einsätze oben drauf.

Genauso schnell war es dann aber mit der Freude wieder vorbei: in der KW 21 gab es nur noch ganze vier Einsätze für „I Don’t Feel Hate“: zwei auf N-Joy vom NDR und je einen auf rbb 88.8 (Berlin) und rbb Antenne Brandenburg. Damit dürfte sich dann das Radioleben des Songs auch weitgehend erschöpft haben.

Bild: EBU / Andres Putting

Noch schneller geht es bei der Beschreibung der Airplays des ESC-Jurysiegers „Tout l’univers“ des Schweizers Gjon’s Tears. Hier gab es bis heute ganze drei Einsätze bei deutschen Radiosendern. Nein, nicht pro Sender oder Woche, sondern seit Veröffentlichung. NDR 2 hatte den Titel bereits vor dem ESC einmal im Programm. Radio X (Frankfurt) und WDR 4 spielten ihn je einmal in der Woche mit/nach dem ESC-Finale. Bei allein drei Sendern erfolgte der Einsatz zwischen 19 und 24 Uhr – also in den reichweitenschwachen Hörerstunden.

Bild: EBU / Andres Putting

Etwas erfolgreicher sieht es da noch für die ESC-Sieger Måneskin aus Italien aus. Ihr Song „Zitti E Buoni“ war bisher 126 Mal bei deutschen Radiostationen zu hören. Vor dem ESC gab es immerhin 18 Einsätze; erstaunliche 9 davon auf WDR COSMO, 4 auf Radio X, 3 bei NDR 2 und 2 beim Rocksender Radio BOB!

Am ESC-Finalwochenende und in den Tagen danach kamen dann immerhin 64 Einsätze hinzu. An der Spitze lag dabei SWR 3 mit 7 Airplays, gefolgt von WDR 2 und NDR 2 mit je 4. Außerdem trauten sich mehrere Sender zumindest dreimal das Lied zu spielen: Bremen Vier, NDR 1 Welle Nord, Radio SAW, Radio X (offenbar der neue ESC-Sender), Rock Antenne und Rockland Sachsen-Anhalt.

Die Rocksender sind nicht ganz überraschend auch die Stationen, die den Italienern auch weiterhin zur Seite stehen. Bei der Rock Antenne läuft „Zitti E Buoni“ derzeit 9 Mal pro Woche, bei Rockland Sachsen-Anhalt 4 Mal. Drüber hinaus gibt es nur vereinzelte Einsätze. Hervorzuheben ist hierbei, dass im Gegensatz zum Schweizer Beitrag das Lied der Italiener auch oft tagsüber zu hören war bzw. ist.

Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt nicht die anderen potenziellen Radiohits auf ihre Airplays geprüft. Wenn Ihr einen der diesjährigen ESC-Songs im Radio gehört habt, lasst es uns wissen. Dann gehen wir dem gern nach. Da die Jurys u.a. auf Hitfähigkeit hin werten sollen, könnte das – der Wertung der deutschen Jury zu Folge – am ehesten bei Frankreich, Malta, Zypern, der Ukraine, Schweden, Island, Russland und Litauen der Fall sein. 

Frühere Airplay-Checks der deutschen ESC-Beiträge

Airplay-Check: „I Don’t Feel Hate“ von Jendrik (2021) vor dem ESC
Airplay-Check: „Violent Thing“ von Ben Dolic (2020)
Airplay-Check: „Sister“ von S!sters (2019) nach dem ESC
Airplay-Check: „Sister“ von S!sters (2019) vor dem ESC


90 Kommentare

  1. Ist jetzt auch keine große Überraschung. Ist alles Drei jetzt nicht gerade typisches Radiomaterial außerhalb der Spartensender.

  2. Na ja, dass der Schweizer Beitrag nicht groß im Radio gespielt wird, damit habe ich gerechnet. Der Song ist kein typisches Radiofutter, ebenso wenig wie „Voilà“. Was irgendwie nicht wirklich für die deutsche Radiolandschaft spricht, meiner Meinung nach. Sie sind halt in der Musikauswahl ziemlich unflexibel, meiner Meinung nach. Schade.

  3. Danke für den Artikel! Ich interessiere mich sehr für Airplays im Allgemeinen, aber die Seite auf der die Statistiken veröffentlicht werden liegt hinter einer (mir unmöglich jemals zu bezahlenden) Bezahlschranke. DP, weißt du ob dafür nur kommerzielle Sender oder auch nicht-kommerzielle Sender erfasst werden? Ich arbeite für einen nicht-kommerziellen UKW-Sender und habe da The Wrong Place in die Rotation geschleust. Das würde mich sehr interessieren, ob das in der Statistik auftaucht 🤔

    • Schau mal: „MusicTrace ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz Partner des jeweiligen Landesverbandes der IFPI und erstellen in deren Auftrag die offiziellen Airplay Charts in diesen Ländern. Die Auswahl der hierfür zu berücksichtigenden Radiosender trifft dabei jeweils der Auftraggeber.
      Neben den offiziellen Chartsendern erfassen wir aber noch viele weitere Sender, wobei wir uns unter anderem an der Relevanz, also der Reichweite, der einzelnen Radiostationen orientieren. Natürlich überprüfen wir auch die Aufnahme eines Radiosenders, wenn ein Kunde uns darauf anspricht. Für die von uns selbst definierten Airplay Charts stellen unsere Experten die zu wertenden Radiosender zusammen.“
      https://www.radioszene.de/107843/musictrace.html

  4. Für das deutsche Formatradio sind Maneskin natürlich nichts, ich bin gespannt wie sich „I wanna be your slave“ und vor allem „for your love“ als englisch-sprachige Songs so schlagen werden.
    Übrigens in Österreich sind in den daily spotify streams heute 3 Maneskin Songs unter den besten 4

  5. Jurys bewerten also Hitfähigkeit. Und ihr hattet euch gewundert warum Moldawien so gut abgeschnitten hat! 😂😄🤣

  6. Ich komme ja musikalisch hauptsächlich aus der Poprichtung und dem „Mainstream“ und freue mich immer, wenn ein international verfolgter und großer Musikwettbewerb auch Hits hervorbringt, die charten und in der Breite beliebt werden. Auch. Nicht ausschließlich. Celebrate diversity ^^

    Das gerne gebrachte Argument, dass ich solche Musik doch schon jeden Tag höre, verstehe ich, drehe ich aber auch gerne um und sage: gerade durch diese Popularität und Alltagsrelevanz ist es ein Stück der musikalischen Wirklichkeit und die sollte schon abgebildet sein. Es kann ja nicht sein, dass sich z.B. Rap verkauft wie blöd, aber beim ESC kaum stattfindet. Nicht dass ich Riesen-Rapfan bin, ich mochte ja „Soldi“ nicht besonders, aber ein bisschen mehr 2021 und Wirklichkeit hätte ich schon gerne abgebildet. Oder mal Dua Lipa für GB mit einer Nummer, die dann europaweit Nummer 1 wird. Das sind Utopien 😍😂

    • Das ist schon deswegen Utopie, weil der ESC qua Ausrichtung nicht modern sein kann, wenn da 40 Länder Songs hinschicken. Der ESC hinkte doch schon immer dem Mainstream hinterher. Und das wird auch immer so sein. Jedenfalls zu einem großen Teil. Kann man gut oder schlecht finden, aber ändern wird sich das nie. Auch nicht durch Dua Lipa für UK. Ein paar moderne Stücke gibt es ja immer mal wieder, aber andere Länder schicken dann halt so was wie Ana Soklic und das ganze moderne Denken ist am Arsch. 🙂

      • Wenn man im übrigen verlangen würd, dass doch Deutschland jetzt mal etwas schickt, das in den deutschen Charts oben steht, warum schaut man dann nur auf die Single-Charts?
        Wenn man konsequent das weiterdenken würde, müsste man doch auch auf die Album-Charts gucken und da standen in diesem Jahr schon die Amigos, Daniela Alfinito, Ben Zucker, Giovanni Zarrella und Maite Kelly ganz oben. Und ich bin mir doch ziemlich sicher, dass niemand auf die Idee kommen würde, die Amigos als „modern“ zu bezeichnen. Und zum ESC will die vermutlich auch keiner von hier schicken. Aber: es ist seit Jahren hierzulande populäre Musik. Wenn man also fordert, dass populäre Musik beim ESC präsentiert werden soll, gehört eben das auch dazu. 🙂

    • Der Grand Prix soll doch bitteschön ein eigenes Universum sein/bleiben, in dem man der Wirklichkeit entfliehen kann 😉 Viele Zuschauer, die NICHT Teil der Blase sind, schalten ja gerade deswegen ein, weil sie dort auch Sachen sehen und hören, die sie sonst nicht zu sehen und hören bekommen.

      Aber natürlich darf auch gern das ein oder andere Moderne dabei sein, ich bin ja tolerant 🙂

      • @Andi: Die Amigos würde ich nur zum ESC schicken, um in ganz Europa für einen Lachkrampf zu sorgen. Vielleicht gibts ja trotzdem Punkte.

    • „Soldi“ hat auch vielen nicht so Rap-affinen Leuten gefallen, wäre sonst wohl kaum auf Platz zwei gelandet (es war mein Favorit 2019). Ich persönlich bin für (fast) alle Musikrichtungen offen, wenn es gut gemacht ist. Beim ESC zudem für alles dankbar, was ich so in dieser Art vorher noch nie oder kaum gehört habe und mittlerweile geht wieder der Trend ein wenig dorthin…..

      Natürlich habe ich nichts gegen gute Musik, die sich auch in den Charts platziert. Ist aber auch nix, was ich gebetsmühlenartig vor mir hertragen würde. Jedenfalls muß man auch klar erkennen, daß sämtliche sich an irgendwelchen Vorbildern orientierten Sachen dieses Jahr gescheitert sind und man originellere Kost bevorzugt hat (bestes Beispiel Zypern……..) . Ich persönlich kenne beispielsweise außer „Shallow“ keinen einzigen Song von Lady Gaga – sie ist mir schlichtweg gleichgültig.

  7. Das ist doch der Beweis, dass Radiostationen nicht mehr dem Gechmack der Jüngeren bzw. Mittelalten entsprechen: Måneskin sind auf Spotify mit mind. 2 Songs in den Charts und in der Viral-Playlist haben sich teilweise 12 Titel der Band für mehrere Tage befunden – sowohl global als auch Deutschlandweit.
    Vor allem bei der Jugend sind Måneskin und weitere ESC-Acts voll im Trend (oder warum gibt es dann dieses Jahr gefühlt 1 Millionen ESC-Memes und TikToks, teilweise auch von Accounts mit mehr als 1 Mio Follower…) und die Radiostationen spielen das, was sie schon immer gespielt haben: Durchschnittspop, der den US-Amerikanern fast schon zu eintönig wird…
    Und dann wundert man sich, dass die U30 im Auto Spotify und kein Radio mehr hört… *Kopfschütteln*

    • Trends sind aber schnelllebig, manche „Hits“ haben ne Halbwertszeit von zwei Wochen und vieles was meine Generation in Masse gern hört hat nur noch entfernt mit Musik zu tun, von guter Musik ist es so weit entfernt wie ich von einer Fußballkarriere…
      Da spielen Radiosender natürlich Zielgruppengerecht und auf jungen Wellen läuft doch so ein Mist rauf und runter und den großen ESC-Trend sehe ich noch nicht.
      Ich hör auch kaum noch Radio und wenn dann WDR 4, aber das hat andere Gründe als bei den meisten Altersgenossen/-innen

  8. Was in Deutschland immer noch gern gespielt wird sind Elaiza mit ca 140 einsätzen im Monat.
    Fun Fact: Levina hatte in Australien diesen Monat 3 einsätze

    • Ich komme gerade aus dem Kaufland. Dort habe ich „Birth of a New Age“ gehört und war sehr überrascht.

      • In Kaufhäusern läuft ‚Nocturne‘ (Norwegen 1995) sehr oft. Was das angeht ist der ESC-Siegertitel Weltspitze 😉

      • Bei uns im Globus läuft regelmässig seit Jahren „Only Teardrops“ und nach meinem subjektiven Eindruck werden kurz vor dem ESC-Finale noch der eine oder andere ehemalige ESC-Betrag gespielt.

      • Das wäre doch mal ein interessanter Ansatz für einen Neuanfang: Ein Vorentscheid basierend auf Titeln sponsored by Edeke, Rewe, Aldi und Co.

      • Ich komme gerade aus dem Kaufland. Dort habe ich „Birth of a New Age“ gehört und war sehr überrascht.

        🤔 ich glaube…. ich weiss warum….. ich sage nur: Gemueseabteilung… 🙂

  9. Ich denke, dass die Hörgewohnheiten und musikalischen Empfindungen bei der hier viel gescholtenen Jugend andere sind, als bei den „reiferen“ Jahrgängen. Nach meiner Beobachtung wird Musik oft nebenbei gehört und nicht mehr ausschließlich. Ähnlich einer Hintergrundbeschallung. Demnach sollte sie Ohr und Hirn nicht allzusehr beschäftigen. Diejenigen, die sich heutzutage intensiver mit Musik beschäftigen, haben hier den Fokus eher auf dem Text und die Haltung des Interpreten, als auf die Melodie. Das dürfte auch einer der Hauptgründe für den Formatradioeinheitsbrei sein. Musiklabels wollen heute auch nur noch das produzieren, was in dieses Schema passt, damit es sich verkauft. In der Popmusik ist der Drumcomputer nahezu zwingend vorgeschrieben und die Stücke sollen möglichst kurz sein, damit die Aufmerksamkeitsspanne des Zielpublikums nicht überstrapaziert wird und das Formatradio die Stücke nicht von vorneherein aus der Rotation ausschließt. Daher haben viele Songs beispielsweise auch kein Intro und keinen vernünftigen Schluß. Wie sagte Werner Veigel in seiner Funktion als Kommentator beim ESC 1978 bei der Anmoderation des schwedischen Beitrags doch so passend: ein Beitrag für Menschen, die Musik mit beiden Ohren hören.

    • Danke für diesen Kommentar, genauso diese Empfindung stelle ich mit Erschaudern auch fest und es blutet mir das Herz dabei. Ich lasse jede musikalische Grausamkeit durchgehen, wenn jemand mir sagen kann, warum er oder sie etwas gerne hört und es nicht nur als Hintergrundbeschallung an hat. Musik ist emotional und bedarf Aufmerksamkeit, egal ob die Opernarie, die Jazzimprovisation oder eine stinknormale Popnummer.

      • Es ist schon Jahre her, da fuhr ich mit Freunden auf eine Revival-Klassenfahrt. Alle hübsch angetüddert im Zug, einer hatte seine Musikanlage mit und find nach einer halben Stunde an, alle Songs nur noch kurz anzuspielen, so für 20-30 Sekunden. Da wurd es ihm zu langweilig. Mich machte das rasend. Einfach auch mal was durchlaufen lassen omg.

        Ich hasse Musik, die nebenbei gehört wird. Beim Hausputz oder ähnlichem lasse ich zwar Radio oder Fernseher laufen, wenn ich allein bin.
        Aber ich hab nie Musik laufen, wenn ich arbeite oder so. Kann ich nicht. Ich muss mich auf die Musik konzentrieren können. Ich will auch die Texte bewusst wahrnehmen. Musik im Supermarkt oder im Fahrstuhl find ich ganz grässlich.

    • „ein Beitrag für Menschen, die Musik mit beiden Ohren hören“

      Das Zitat muss ich mir merken. Danke! Es beschreibt den Unterschied zwischen der musikalischen Vielfalt beim ESC und dem Radioeinheitsbrei im 21. Jahrhundert perfekt. Ich habe bereits vor vielen, vielen Jahren aufgehört Radio zu hören: Belanglose Musik und Unsinn plappernde Menschen sind einfach nicht so mein Ding. Die Ausnahme von meiner Radioregel ist allerdings das Klassikradio.

    • @Micha HH

      Guter Kommentar, dankeschön.😊

      Um ehrlich zu sein, ich höre auch Radio bei der Hausarbeit, dann allerdings einen Sender, der zum größten Teil Hits der 70er, 80er, 90er Jahre spielt. Ich bilde mir ein, dass dort wenigstens ein bißchen mehr Abwechslung vorhanden ist (SWR1 RP). Obwohl, beim genaueren Hinhören… na ja.😉 Den typischen Chartsendern habe ich schon vor Jahren abgeschworen.

      Allein, wenn ich schon morgens das hyperaktive, pseudofröhliche Gequatsche der meisten Moderatoren höre sinkt meine Laune.

      • @ Gaby

        Ich muss zugeben, dass ich mit Mitte der Fünfziger definitiv ein Kind der 70er und 80er bin, was meine Hörgewohnheiten betrifft. Gefühlt war man damals auch wesentlich experimentierfreudiger als heute. Leider haben sich die neueren Titel, die für sich in Anspruch nehmen, den Sound der 80er zu bedienen, eher das zum Vorbild genommen, was man aus dieser Zeit nicht mehr unbedingt braucht…

  10. Ich denke es war zu erwarten, dass die meisten Songs nicht gerade Radiodauerbrenner werden, besonders in der Top 10 sind viele Songs vertreten, die überhaupt nicht „typisch“ fürs Radio sind. Trotzdem schade, dass da nicht öfter was gespielt wird, auch wenn ich persönlich eigentlich fast gar kein Radio höre. Viele in meinem Alter hören meistens im Auto nur noch Playlists auf Spotify.
    Deswegen sind Spotify & Co viel relevanter gerade für Måneskin und da läuft es echt gut. Ich habe mal nachgeschaut und in den Viral 50 Deutschland sind 10(!) Songs von ihnen vertreten (Viral 50 Global 6 Songs), in den Top 50 Deutschland 3 Stück. Ich denke sie werden extrem davon profitieren, dass sie auch schon Alben und einige Songs veröffentlicht haben und so Fans nachhaltiger begeistern und „an sich binden“ können, weil es einfach mehr als nur den Esc-Song gibt.

  11. Die Beiträge von Maneskin, Gijon und Barbara sind heutzutage ziemlich radiountauglich. Sie bewegen sich aber auf anderen Ebenen (Fangemeinden, Konzerte usw.)
    Die Frage ist eher, warum Songs wie Je me casse, Adrenalina, Logo Loco usw. (noch) keine Radiohits geworden sind. Vielleicht im Sommer? Mmmm…

    • Gerade mal stichprobenartig in die Spotify-Charts geschaut. Da sehe ich wirklich wenig in Richtung Adrenalina, Loco Loco oder Je Me Casse.
      Wenn ESC- oder JESC-Beitrag, dann eher in Richtung Palante von Solea

    • Radiosender spielen ja in erster LInie das, was sich gut verkauft oder was viele Klicks bei Spotify, iTunes oder Shazam hat. Und das spielen Radiosender dann immer wieder.
      (Wobei wir von größeren Sendern sprechen, nicht irgendwelche kleineren Privatsender oder Genre-Sender.)

      Ich würde aber auch vermuten, dass es für Songs dieser Art einfach grad keine nachhaltige und konstante Nachfrage gibt. Das ist halt grad nicht besonders angesagt. Aber wie weiter oben eccehomo schrieb: Trends sind ja schnelllebig.

  12. Also ich persönlich höre ja Musik sowohl nebenbei (als Hintergrundbegleitung sozusagen) als auch ganz bewusst. Und wenn bewusst, dann nicht Radio, sondern (und hier bin ich altmodisch und hab einfach auch gerne was in der Hand) als CD.

    Was die Radiotauglichkeit der ESC-Songs angeht bin ich zwiegespalten. Den einzelnen Künstlern gönne ich es natürlich, wenn sie mit ihrem Song auch einen Radiohit landen würden und dem ESC würde es auch gut tun, wenn so viele seiner Songs wie möglich im Radio gespielt würden, allerdings neigt das Radio dazu Songs „kaputt zu spielen“ , weswegen ich ganz froh bin, dass meine Lieblings-ESC-Songs im Radio keinen Erfolg haben – seufz 😔

  13. Die Radiosender senden doch nur immer das Selbe, aber jeder hat angeblich die tollste Abwechslung usw. Aber im Grund genommen spielen sie alle die gleiche Musik. Da passen ESC-Lieder halt nicht rein. Was aber eher negatives über die Radiosender aussagt, als über die ESC-Lieder.

    • Bei uns in Hessen hat HR1 angefangen das Schema zu durchbrechen. Das ist ganz erfrischend. Da läuft Samstags immer eine Sendung wo ein geladener Gast die Musik komplett selbst bestimmen kann und dann Geschichten dazu erzählt. Oder manchmal laufen auch Konzerte. Ich schalte da nicht so oft ein, aber das ist auf jeden Fall wirklich ein „Programm“ was sie zusammen stellen und nicht nur immer der gleiche Kram. ESC hab ich da allerdings noch nicht gehört. Dafür hab ich mir die Lieder von Island und Litauen gekauft, die machen mir einfach immer noch Spaß.

  14. Ich muss mal in die Runde fragen: wir entstehen die deutschen offiziellen Top 100 Single- Charts? Früher war es einfach glaube ich. Wer die meisten Schallplatten verkauft hat war vorne. Aber wie ist das nun aktuell?

    • 😂 vor den CDs gab es Schallplatten. So schwarze große und kleine Vinylscheiben. Ja er meint die Verkaufszahlen von Schallplatten, Kassetten und CDs, die bestimmten die Charts

      • Sorry Thilo, aber meine Frage hat sich nicht auf Andy bezogen, sondern auf Biene. Als ich sie eingetippt hab, war bei mir Andys Kommentar noch nicht zu lesen und meiner als Antwort auf sie gedacht – keine Ahnung, warum es nicht wie sonst direkt darunter erschienen ist, sondern als scheinbar unabhängiger Kommentar, der einfach unter dem letztveröffentlichten erscheint. Ich wollte einfach wissen, ob sie die Lieder von Island und Litauen als CD (z.B. in Form eines Albums oder Singel) gekauft hat oder sie sich kostenpflichtig runter geladen hat.

  15. Oh ja ich bin schon so alt. Das bemerke ich gerade. Habe einfach die CDs übersprungen. Gibt es überhaupt noch Maxi- CDs?

    • Ich weiß nicht ob mein Würgegefühl gerade von dem einen Bier zu viel kommt oder von der nach wie vor penetranten Selbstgefälligkeit des Herrn S. aus HH.

      • „…denn bei Alexandra und ihrem Team weiß ich den ESC in guten Händen. Und Menschen, die glauben, etwas besser zu wissen und ihren Senf von der Seitenlinie abgeben, ohne Verantwortung zu tragen, habe ich noch nie gemocht – daher werde ich das auch nicht machen.“

        Gaby, er hat das glaube ich auf sich selbst bezogen. Da er für den ESC selbst keine Verantwortung mehr hat, will er Frau Wolfslast einfach machen lassen und nicht seinen Senf von der Seitenlinie abgeben.

      • @Thomas M.:
        Das würde ich zwar auch so interpretieren, aber arrogant isses leider trotzdem. Auf einer anderen Ebene. Weil er für sich in Anspruch nimmt, dass er alles richtig gemacht hat und er impliziert, dass künftig Frau Wolfslast alles richtig machen wird. Und er bzw. sie daher keine Tipps von anderen brauchte. Er betrachtet es ja nichtmal als Tipps, die helfen könnten, sondern qualifiziert es als Senf ab. Und er qualifiziert Leute ab, die grad keine Verantwortung haben. Aber auch diese Menschen können dir helfen, deinen Blickwinkel, deinen Horizont zu erweitern. Und wenn Herr Schreiber meint, der NDR habe das in Sachen ESC nicht nötig, dann kann ich nur sagen: toi toi toi, auf das es 2022 nicht wieder 0 Punkte im Televoting gibt.

      • Wenn man das mal konsequent weiterdenkt, kritisiert er damit auch Journalisten. Denn die kritisieren ja auch mal vom Seitenrand und tragen keine Verantwortung.

        Gut, dass er weg ist. Und ich hoffe, er hält sich dann selbst auch daran, dass er beim NDR nicht mehr mitquatscht, wenn es um den ESC geht. Die Liste seiner Verfehlungen ist ellenlang.

      • Da er es aber explizit auf sich selbst bezieht, darf er ruhig auch Begriffe wie „Senf von der Seitenlinie“ benutzen. Er sagt nur „Ich will mich nicht einmischen“. Er sagt übrigens nirgends, dass Frau Wolfslast ALLES richtig machen wird (auch jemand, bei dem eine Sache in guten Händen ist, macht ab und zu mal Fehler).

        Den Bezug auf Fans und Journalisten kann man reininterpretieren oder nicht. Was das Gekeife von gar nicht so wenigen Fans betrifft, die glauben, dass sie alles besser wissen, um dann in einer Fanjury einen Beitrag auszusuchen, der 0 Punkte im Televoting bekommt (wofür dann der NDR den nächsten Shitstorm abkriegt), hätte er damit aber sogar ein bisschen recht.

        Das mit den Fans war gerade natürlich etwas vereinfacht, „die“ Fans gibt es eh nicht, und genauso gibt es alle möglichen, sich teilweise widersprechenden Ratschläge. Ich verfolge das erst seit 2019 etwas, aber ist Herr Schreiber nicht auch hier schon explizit dafür gelobt worden, dass er hier mitgelesen und -geschrieben hat und dass es durchaus Bemühungen gab, die Fans mit einzubeziehen (z.B. eben durch dieses Fanpanel)?

      • Was soll das denn heißen?😉

        Es waren sicher einige Kritiken darunter, die wenig sachlich und auch verletzend waren, aber das kann man ja nicht verallgemeinern. Oft waren es auch konstruktive Vorschläge, wo es sich lohnt, dass man sie sich zumindest einmal durch den Kopf gehen läßt. Herr Schreiber hat bei so etwas doch oft eher empfindlich reagiert. Hier erhoffe ich mir von Frau Wolfslast etwas mehr Sachlichkeit.
        Und natürlich tragen die meisten von diesen Kritikern keine Verantwortung, deshalb sind diese Vorschläge doch nicht weniger wert.

        Thomas, ja, Herr Schreiber hat oft mitgelesen und auch schon mal kommentiert, und das schätze ich auch. Dann müßte ihm aber auch aufgefallen sein, dass die meisten Vorschläge sachlich und wohlmeinend waren. Dass man wirklich an einer Verbesserung der Situation interessiert ist, und nicht einfach nur meckern will.😉

      • Die Lektüre fand ich sehr interessant und aufschlussreich. Ich bin zum Beispiel in meiner Überzeugung verstärkt worden, daß eine VE mit Televoting (und Jury) notwendig ist.

      • Noch eine kurze Anmerkung zu meinem o. g. Kommentar von 07:21 Uhr:
        Mein Ärger bezieht sich auf Herrn Schreibers letzten Satz, da ich allergisch reagiere, wenn jemand sich so erhebt, nach dem Motto: „Ihr seid sowieso alle blöd“. Ich fand und finde es aber auch total unfair, wenn dafür die KünstlerInnen so angegangen werden. Ich finde, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, ob man jemandem bewußt beleidigt, oder ob man konstruktive Vorschläge macht. Sollte man nicht in einem Topf werfen.

        Aber vielleicht habe ich auch etwas überinterpretiert, kann natürlich auch sein, sorry.

      • @Gaby: Ich glaube bestimmt nicht, dass er mit den Leuten, die ihren „Senf von der Seitenlinie abgeben“, ALLE Fans gemeint hat, vor allem nicht die, die ihre Kritik sachlich und wohlmeinend vortragen, wie Du es formuliert hast.

        Genauso wenig habe ich oben mit den „keifenden Fans“ alle Fans hier gemeint (und Dich am allerwenigsten), aber es gibt schon so einzelne hier, die haben bei ihrer Kritik am NDR einen Ton drauf, dass es nicht mehr feierlich ist, als „wohlmeinend“ würde ich das nicht bezeichnen. Da scheint folgendes ESC-Weltbild zu bestehen: „Fans sind gut und wollen für den ESC nur das Beste, der NDR ist der Teufel, der den ESC kaputt machen will.“ Wenn man dann mal irgendetwas Nicht-Negatives über den NDR schreibt, kann es sein, dass einem „NDR-Hörigkeit“ vorgeworfen wird, wie erst kürzlich hier geschehen.

      • @Thomas M

        Ich habe mich auch gar nicht direkt angesprochen gefühlt.🙂

        Du hast ja auch recht, manche Kommentare sind schon unsachlich und werden auch persönlich. Aber zum Glück ist es nicht die Mehrheit.
        Möglicherweise hat Herr Schreiber den letzten Satz auf sich bezogen. Nur die Vergangenheit hat ja auch gezeigt, dass der Tenor oft war, dass auch konstruktive Kritik als „Gemotze“ abgetan wurde.😉

        Aber egal, Jorge hat recht, es hat ja ein Personalwechsel stattgefunden, und nachtreten ist nicht sehr zielführend.

    • Das Interview ist aus dem Februar, also in üblicher verpeilter (Pre-ESC-)Siegesgewissheit 😉 , darf aber gerne nüchtern im Kontext der medialen Einführung von Wolfslast gesehen werden und es fällte einem auch kein Zacken aus der Krone, seinen Satz mal NICHT zu überinterpretieren.

      • Findest du es überinterpretiert, wenn man da rausliest, dass der NDR keine Tipps von außen braucht? Hm. Ich nicht.

      • WIr sind ja in Punkten einer Meinung. Du selbst hast den Gedanken aber noch weiter gesponnen. Gewisse Dünnhäutigkeit? joa! Arroganz? Liegt im Auge des Betrachters. Die konkrete Absicht Kritik nicht annehmen zu wollen (& Journalistenblaming)? Ist mir zu weit hergeholt..

        Ausserdem: Er ist bereits weg. Kalter Kaffee

    • Zitat: „Nun soll es erst mal Jendrik reißen. Was spricht für ihn und seinen Song?

      Schreiber: Wer den Song einmal gehört hat, hat ihn sofort im Ohr. Das erklärt wahrscheinlich auch, warum Jendrik von maximal zwölf Punkten, die bei den beiden Jurys möglich waren, im Schnitt 11,82 Punkte in der Addition bekommen hat. Gleichzeitig spricht sein Titel unterschiedliche Dinge an: Kinder, die gemobbt werden, können sich genauso angesprochen fühlen wie Menschen, die in sozialen Netzwerken Beleidigungen erfahren. Man kann den Song aber auch auf Politikerinnen und Politiker münzen, die Hass säen. Das ist eine versöhnliche Botschaft, aber fröhlich verpackt und im besten Sinne wahrhaftig.“

      • Zitat: „Wolfslast: Bis dahin war es ein ziemlich anstrengender Weg, der durch Corona zusätzlich erschwert wurde. Wir haben unter anderem fünf Songwriting-Camps und drei Jury-Runden mit zwei Jurys veranstaltet, die sowohl die Künstlerinnen und Künstler als auch die Songs sowie beide zusammen beurteilt haben. Insgesamt standen im Laufe der Zeit 153 Künstlerinnen und Künstler mit 323 verschiedenen Songs zur Auswahl.“

        Zitat: „Wie werden Sie den Song auf die Bühne bringen?

        Wolfslast: Für die Inszenierung arbeiten wir mit den litauischen Kollegen von Creative Industries zusammen, die wir im Frühjahr 2020 während unserer Planungen für die ESC-Ersatzshow kennen- und schätzen gelernt haben. Der Auftritt wird für Gesprächsstoff sorgen, sich vom gewohnten Bild deutlich unterscheiden und doch international verständlich sein. Schon jetzt gibt es eine Diskussion um den Mittelfinger, den Jendrik in seinen Videos zum Thema gemacht hat. Und generell gibt es so viele verschiedene Elemente, von seiner Radioansage über den Stepp-Part bis hin zur Ukulele – das macht einfach gute Laune und ist wahrscheinlich genau das, was wir in den letzten Monaten so sehr vermisst haben.“

  16. Hier (noch) ein Song, der im deutschen Auswahlverfahren dabei gewesen sein könnte. Zumindest würde der Song von der Zeit her passen. Nur Spekulation von mir. Es gibt keine Quelle.

  17. Ich habe den litauischen Beitrag Am Freitag in der ESC Woche gehört. Ich glaube es war NDR1, bin mir aber nicht mehr sicher. Er lief mittags im Zusammenhang mit einem Beitrag über die Konkurrenten vom deutschen Beitrag

  18. Ich stelle gerade mit Erschrecken fest, dass Maneskin die ersten ESC-Sieger sind, die meine Kinder sein könnten… So langsam wird man doch alt…

  19. Danke @DP für den Mediencheck.

    Da diese Airplay-Nachlesen immer die selben Murmeltier-Kommentare liefern, ist mein Extra-Service für euch eine spannende Originalzitatesammlung der letzten Jahre zum zukünftigen Autovervollständigen:

    „… die meisten anderen ESC-Beiträge dieses Jahr eignen sich außerordentlich wenig für das Radio.“

    „Ist vielleicht besser, wenn sie nicht so sehr im Radio gespielt werden, denn gute Lieder höre ich im Radio kaum.“

    „Da ich kein Radio höre (..), weil mich Jingles, Werbung und die Moderatoren nerven, ist mir das eigentlich egal.“

    „Klassikradio höre ich natürlich, weil ich ohnehin zu 90% klassische Musik höre.“ (2019)

    „Ich habe das Lied noch nie im Radio gehört, was aber daran liegen mag, dass ich ausschließlich Klassikradio höre.“ (2020)

    „… sollte die rosarote Hörerbrille mal abnehmen. Die ganzen Formatradiowellen des ÖR zeichnen sich fast alle durch musikalische Eintönigkeit aus.“

    „Neulich im Tchibo lief „Ghost“, bei Rewe „Sound of Silence“. Wenigstens im Supermarktradio werden bisweilen also ESC-Titel gespielt.“ (2016)

    „Ist halt das selbe Zeug das hier in den Radios rauf und runter gespielt wird. Das die deutschen Charts scheiße sind, da stimme ich zu.“ (2016)

    „Ich höre immer seltener Radio und wenn das Oldieradio. .. die deutschen Charts eh nicht mehr ernst zu nehmen sind mit ihrer Asirapverseuchung.“

    „Warum wundert mich das jetzt nicht? Deutscher Dudelfunk eben. Schön mainstreamig glattgebügelt. … Höre sowieso öfters „ESCRadio“, ..“

    Auf ein Neues in 2022. 🙂

    • Und was soll uns das jetzt sagen? Dass Du Dich niemals wiederholst? Dass Du in Deinen Kommentarinhalten nicht vorhersehbar bist? Dass Du die meisten Leute hier für Auslaufmodelle und alte Hüte hältst?

      • Das einzig konfrontative daran war, dass es Zitate waren. Trocken, aber ohne persönliche Angriffe oder Maulerei. Du fühlst dich gekränkt? Dann lass ich den Kommentar entfernen .. Btw.: Dein letzter Satz ist ein No-Go. Ich schreibe für mich selber – wem ich was anhefte, ist meine Entscheidung.

        Alles weitere klären wir vielleicht mit etwas Abstand in einem anderen Klima.

      • Ich fühle mich nicht gekränkt. LOL Ich finde nur diese Blockwartmentalität nicht angenehm. Aber da werden wir wohl nicht mehr einer Meinung werden und lassen das Thema besser ruhen.

      • Erklärt deine Reaktion nicht. Und gleich von dir noch eine Spitze drauf gesetzt? Man dankt …

      • Gibt es noch eine extra Abstimmung oder kann ich hier meine Blockwart-Stimme für Jorge abgeben.

        Ich liebe es, wenn man in der Geschichte wühlt, ist meist unterhaltsamer als aktuelle Diskussionen. Vielleicht ein paar 0-Punkte Prognosen für den deutschen Titel aus den letzte zehn Jahren, so du das Prinzen-archiv noch hast…

    • Prust… Na, da hat sich aber mal jemand die Mühe gemacht, das alles zusammenzutragen. Da erkenne ich mich in dem einen oder anderen Satz wieder.😃😉

      • Gaby: Alles gut, der letzte war es glaube ich. 🙂 Aber es sollte ein Gesamtbild wiedergeben. Ich hab mir mal die alten Airplays (teils aus dem Prinzblog) angesehen. Das Thema wird ja nie alt.

  20. Wer Radioabspielungen als Maßstab für Trends oder Relevanz nimmt ist entweder richtig „lost“ oder schon ein alter Greiz. Zumal das Konzept aus Charts zur Messung eines Erfolges veraltet ist. Ist heute mehr alles ein Communityding anstelle von einem „Mainstream‘.

  21. Im Westen nichts Neues oder besser gesagt: Im Radio nichts Neues

    Ich dachte, dass wenigstens der Siegertitel bei einigen Radiostationen zum Einsatz kommt, aufgrund der guten Performance in den Streaming Charts. War wohl nix!
    Das IDFH keinen Einsatz fand, findet und findet ist keine Überraschung.

    Also bleiben die meisten Radiosender ihrer musikalischen Patentformel treu:
    – Typ mit Kapuzenpulli kriegt entweder keine Luft, muss noch kurz die Welt retten oder bereist 194 Länder nachdem es bei ihm Kogong, Kogong gemacht hat
    – Ed Sheeran jault
    – DJ XYZ feat. Künstler*in die man nie zuvor gehört hat und von der man nie wieder was hören wird
    – Irgendwas aus den 80ern/90ern/00ern
    – Ed Sheeran jault wieder was

  22. Es gibt übrigens Neuigkeiten von Frankreichs ESC-Teilnehmerin Barbara Pravi. Heute gab sie in ihrem aktuellen Posting auf ihrem Instagramaccount die ersten Tourdaten bekannt, Am 28. März 2022 ist sie in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam zu Gast, und zwar Im Melkweg, das als Austragungsort des Pre-ESC-Events „Eurovision in Concert“ bei den meisten ESC-Fans bekannt ist:

    https://eurovoix.com/2021/06/09/barbara-pravi-european-tour/

    Geplant sind auch Auftritte in Deutschland, Spanien und ihrem Heimatland.

  23. Es gibt nur wenige Sender bzw Senderketten, die tatsächlich Marktmacht haben. Hinzu kommt, dass Radioabspielungen sehr beträchtliche Tantiemeneinnahmen für die Songurheber zur Folge haben. Gestaffelt sind diese Einnahmen aber nach Einstufung eines Senders seitens der Gema wie kulturell ‚wertvoll‘ ein Sender ist. Eine Abspielung in einem öffentlich rechtlichen Sender ist generell etwa doppelt so hoch vergütet, wie im Durchschnitt eine Abspielung in einem privaten Kommerzradio. Es wird bei vielen Titeln per Radio sehr deutlich mehr Geld an Tantiemen erzielt, als Tantiemen durch das Audio-Streaming reinkommen. Radio ist daher kommerziell gesehen weiterhin ein sehr bedeutendes Medium, so lang es sich um einen Radiohit handelt. Die Einnahmen dort gehen auch nur gering zurück, da der Großteil der Radio-Tantiemen durch öffentlich-rechtliche Sender überwiesen wird und aus den Rundfunkgebühren stabil gleichbleibend bis leicht steigend finanziert ist. Die Tantiemen, die durch private Sender anfallen sinken jedoch, da diese Tantiemen generell aus einem ca. 10%igen Anteil an den Werbeeinnahmen errechnet werden. Die Werbeeinnahmen der Privatsender gehen aber kontinuierlich zurück.

    Logisch ist, dass ein italienischsprachiger Rocktitel, der ja ziemlich rockig ist, Schwierigkeiten haben müsste bei deutschen Radio-Redakteuren nach ganz vorne gesetzt zu werden. An sich ist das kein sound für die Drive-Time. Theoretisch könnten die das zwar machen, machen sie aber nicht.
    Klar ist auch, dass der deutsche Beitrag von den Radioredakteueren links liegen gelassen wird. Vorletzter ist halt alles andere als nen Anspieltipp, sondern leicht nachvollziehbarer Grund nen Song zu streichen (bzw den nie auf die Liste zu setzen, der war ja da nie drauf).
    Schweiz? Wüsste überhaupt keinen Grund warum dieser Song im deutschen Radio laufen sollte. Wer will denn so eine Jammerballade hören? Das wollen ja nichtmal die Leute, die für diesen Song Televotes rausgehauen haben. Komisch, dass die alle schlagartig ‚verschwunden‘ sind…

    • Dein letzter Abschnitt bezüglich Schweiz ist ziemlich arrogant formuliert. Woher weißt Du das denn ?
      Nur weil Du den Song nicht magst, kannst Du nicht auf andere schließen. Warum soll man denn für einen Song anrufen, wenn man ihn nicht hören mag ? Da gibt es eben genug andere Möglichkeiten als Standardradio.

Schreibe eine Antwort zu Thilo mit Bobby Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.