Auf dem Weg in die Niederlande: Das ist Maastricht!

Bild: Euku; GNU-Lizenz für freie Dokumentation

Findet der Eurovision Song Contest 2020 in Maastricht statt? Das entscheidet sich nach dem 9. August, denn bis dahin hat Maastricht ebenso wie der einzig verbliebene Konkurrenz Rotterdam Zeit, Nachbesserungen an der offiziellen Bewerbung vorzunehmen und Fragen der Organisatoren zu beantworten, die im Rahmen der Vor-Ort-Besuche aufgekommen sind. Wir nutzen die Zeit bis zur Entscheidung der niederländischen Rundfunkanstalten AVROTROS, NOS und NPO sowie der EBU und schauen uns die beiden potenziellen ESC-Gastgeberstädte 2020 nochmal etwas genauer an. Den Anfang macht heute Maastricht.

Zahlen, Daten, Fakten

Maastricht liegt links und rechts der Maas am äußersten südlichen Zipfel der Niederlande, nur 30 Kilometer von Aachen in Deutschland und 30 Kilometer von Lüttich in Belgien entfernt. Nicht nur durch diese Lage, sondern vor allem auch durch den hier unterzeichneten Vertrag von Maastricht kommt der Stadt eine besondere Bedeutung für Europa und die Europäische Union zu.

Maastricht hat rund 120.000 Einwohner, ist damit auf Platz 22 der größten Städte der Niederlande und liegt etwa in einer Größenordnung mit Göttingen. Die Stadt liegt in der Provinz Limburg und ist auch deren Hauptstadt. Besonders bekannt ist Maastricht auch international für seine Universität.

Maastricht hat – gemeinsam mit Aachen – auch einen eigenen Flughafen, der dürfte für die meisten Fans allerdings ohne Relevanz sein, da hier hauptsächlich Flüge zu und von Urlaubszielen abgewickelt werden. Interessanter ist da schon der Flughafen Eindhoven, der knapp 80 Kilometer von Maastricht entfernt ist und die Niederlande mit etlichen europäischen Metropolen verbindet. Ansonsten dürften etliche Fans auch auf eine Anreise über die jeweils knapp 100 Kilometer entfernten Flughäfen Brüssel und Köln-Bonn zurückgreifen.

Was gibt es zu sehen?

Obwohl Maastricht keine große Metropole ist, hat die Stadt einiges zu bieten – oder gerade deswegen. Sowohl kulturell als auch historisch gibt es einiges zu entdecken. Besonders bekannt sind das Bonnefantenmuseum,

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It took a long time for Rossi to find a suitable tower for ‘his’ museum in Maastricht. He finally opted for a tower with a cupola, although he initially wanted to make it out of transparent glass. Visitors could then have stood beside the model of eighteenth-century Maastricht – which Rossi wanted to put on display in this glass cupola room – and gazed out over the present-day city on the other side of the glass. The present cupola with its zinc roofing material is said to be vaguely inspired by Filippo Brunelleschi’s Renaissance cupola for the Santa Maria del Fiore cathedral in Florence. Not only are both cupolas octagonal, they are built in a similar way: an outer structure of steel ribs supporting the zinc roofing material, and suspended from this, a stucco-clad wooden inner structure. Yet it is hard to imagine that Rossi drew his inspiration for the tower from just one source. It is more of a mix in which numerous influences combined to produce an almost archetypal cupola tower whose pure architectural form, as Rossi himself commented, provides a ‘link’ with a long tradition of domed structures reaching back to Antiquity. #bonnefanten #bonnefantenmuseum #maastricht #rossi #aldorossi #cupola #tower #visitmaastricht Photo: Bonnefantenmuseum

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die Grotten unter dem Sint-Pietersberg

und der Vrifthof, um den herum es viel Historisches zu sehen gibt und auf dem aber auch das gesellschaftliche Leben stattfindet.

Auf dem Vrijthof tritt übrigens auch ab und zu der berühmteste Sohn der Stadt auf – André Rieu.

Diese Liste ist natürlich bei weitem nicht vollständig, von der Buchhandlung in der Dominikanerkirche über das Centre Céramique, das über den in Maastricht nach wie vor wichtigen Wirtschaftszweig der Keramikindustrie informiert bis hin zur Wassermühle Bisschopsmolen gibt es noch viel mehr zu entdecken. Langweilig wird es in Maastricht also sicherlich nicht.

Arena und Pläne für den ESC

Mit der Idylle, die Maastricht ausstrahlt, versuchen die Verantwortlichen die ESC-Organisatoren von ihrer Bewerbung zu überzeugen. Alles soll gemütlich und schön nah beisammen sein – entsprechend lautet der offizielle Bewerbungsslogan der Stadt auch „Come Closer“.

An seinem Konzept für die Austragung des ESC hat das Maastrichter Team bereits seit der Teilnahme der Common Linnets gearbeitet und zwar in einem engen Schulterschluss zwischen der Stadt und dem möglichen Austragungsort MECC. Um den ESC austragen zu können, müssen dort zwei Messehallen verbunden werden, die dann zusammen zwischen 11.000 und 12.000 Zuschauer fassen können.

Um diese in der Stadt unterzubringen, soll Maastricht 3.000 Hotelzimmer geblockt haben, die nach Bekanntgabe der Gastgeberstadt wieder freigegeben werden. Dabei soll es Absprachen zwischen der Stadt und den Hoteliers geben, die Preise für Übernachtungen nicht anzuheben. Auch eine geeigenete Location für den Euroclub scheint schon gefunden: Dieser soll im Gashouder stattfinden.

Klingt doch alles soweit schon mal ganz gut, oder? Wäre da nicht der Konkurrent Rotterdam, der sicherlich nicht zu unterschätzen ist und den wir hier ebenfalls in Kürze vorstellen werden. Stay tuned!

Was meint ihr? Ist Maastricht ein guter Ort, um den ESC 2020 auszutragen?



22 Kommentare

  1. „Liegt etwa in einer Größenordnung mit Göttingen“ – das sagt ziemlich viel über Maastricht aus. Dazu die schlechte (Flug-)Verkehrsanbindung und die zu niedrige Halle… nein danke.

    • Habe ich mir auch erst gedacht … 😉
      Das Bonnefantenmuseum ist laut Wikipedia eine Kunstmuseum, dessen Name sich von seinem früheren Standort ableitet. 1951 – 1978 war es in einem ehemaligen Kloster untergebracht, dessen Name „Couvent des bons enfants“ („Kloster der guten Kinder“) zu Bonnefanten verkürzt wurde … 😉

  2. Vrifthof = Vrijthof, zentraler Platz. André Rieu hat dort 150.000 Zuschauer für seine Konzerte hin bekommen (in diesem Jahr).

    Vor einige Wochen schon gesagt: Lieber Maastricht als Rotterdam.

  3. Gab es nicht eine(n) Leser(in), der/die Fotos in Maastricht und Rotterdam gemacht hatte? Schade, dass die hier nicht gezeigt werden, sondern nur aus dem Web geschnappte Bilder.

  4. Also, mir ist Maastrichts Bewerbung sehr sympathisch. Fänd die Wahl gerade wegen Maastrichts symbolischen Bedeutung für Europa, seiner Lage im Dreiländereck, wegen seiner größeren Beschaulichkeit und des kulturellen Wertes gut. Aber darum wird es bei der Entscheidung nicht gehen, sondern mehr um finanzielle und infrastrukturelle Faktoren. Da wird Rotterdam wohl bessere Karten haben. Wär dann halt so und natürlich auch okay. So oder so werden die Niederländer da was Tolles draus machen. Da bin ich mir sicher.

  5. Was wäre das bitte für ein starkes Bild, den ESC – der nach dem Zweiten Weltkrieg auch deshalb etabliert wurde, um den neuen Frieden zwischen den Staaten Europas zu stärken – in der Stadt der „EU-Gründung“ (Vertrag v. M.) auszutragen. Für mich persönlich ein Traum und das sage ich als junger Mann, der 1992 noch gar nicht auf der Welt war! Und da kann ich ein einziges Mal, wirklich das erste Mal, die ältere Generation verstehen, die meinen, alle Jungen wollen nur Party machen und scheren sich nicht um die Geschichte.
    Und um meine Generation mal wieder ein wenig zu beruhigen (vorab vllt schon, ich rieche Maastricht ehrlich gesagt kommen und schrieb schon bei Wiwi, ich bereite mich auf den Shitstorm vor und genieße das Spektakel – die haben gar nicht kapiert, dass meine Floskel pro Maastricht war, ich hab nämlich als einziger keine Downvotes, wie alle M-Befürworter 🤷‍♂️) – die Location für den Euroclub sieht endgeil aus 😊

  6. Wie bereits weiter oben erwähnt, die Halle ist meiner Ansicht nach nicht ESC-tauglich (zumindest nicht wenn man nicht wieder eine solch kleine Halle wie Tel Aviv haben will) und erfüllt auch nur die Anforderung durch die Deckenerhöhung im Zuge der Renovierungsmaßnahmen.
    Auch die Verkehrsanbindung in Form von internationalen Flughäfen ist dürftig, die meisten müssten wohl CGN oder BRU nutzen und somit eine zusätzliche mind 1,5 stündige Bahnfahrt in Kauf nehmen

    Rotterdam hat die deutlich bessere Halle, eine deutlich bessere Verkehrsanbindung und ist somit wie ich finde zu bevorzugen, auch wenn Maastricht wohl ein paar Millionen mehr auf den Tusch legen will…

  7. Was mich wundert – warum wird bei den Flughäfen Köln-Bonn genannt, aber nicht Düsseldorf – beide sind etwa gleich weit entfernt, Düsseldorf bietet aber mehr Flugverbindungen …

  8. Da ich mich sowieso mit technischen und organisatorischen Großveranstaltungen nicht auskenne, ist mir nur die geografische Lage relevant. Also bitte MAASTRICHT. Ich habe trotz Großstadtkonkurrent Rotterdam trotzdem große Hoffnungen. Ich könnte echt mal eben 3x für je SF1, SF2 und GF mal eben hin ohne teuren Hotelkosten.

  9. Ich drücke kräftig die Daumen für Maastricht, denn mein Patenkind wohnt nur 20 Min. Fußweg von der Halle entfernt! So preiswert wäre ich noch nie zum ESC gereist!
    Die Stadt ist wunderschön, es gibt nette Restaurants und durch die Uni ist eh internationales Flair vorhanden. So dörflich, wie das hier teilweise dargestellt ist, ist Maastricht ganz sicher nicht. Und das sage ich als Großstädterin!
    Marko beschreibt das ja schon seit Wochen sehr schön, Danke dafür! 👍

      • Wobei sogar Millstreet mit seinen knapp 1600 Einwohnern als „town“ und nicht als „village“ gilt. Andere Orte, die den ESC schon mal ausgetragen und weniger Einwohner als Maastricht haben, sind: Luxemburg (fast gleich groß), Hilversum, Cannes, Harrogate und Lugano; Luxemburg und Cannes haben den Grand Prix mehrfach ausgetragen. Lausanne, der bisher größte Austragungsort der Schweiz, ist mit 140 000 Einwohnern auch nicht wesentlich größer als Maastricht.

    • Für den Fall eines Maastricht-Zuschlages:
      a) Wie groß ist seine Bude?
      b) Gibt es eine Nachrückerliste für die Bettenbelegung?
      c) Ist er irgendwie bestechlich, hat er besondere Laster?
      MfG

  10. Mit ist es eigentlich egal ob es Maastricht oder Rotterdam wird. Beide Städte haben ihren Reiz. Schön bei Maastricht wäre natürlich, das man von Düsseldorf aus mal eben „nebenbei“ dort hinfahren könnte, wobei Rotterdam mit 200 KM auch nicht wirklich weit wäre. Ein wenig schade finde ich es immer noch, das es nicht Amsterdam geworden ist. In der großen Arena, dem Stadion, das wäre super geworden. Dort hätte man sich auch keine Gedanken um Eintrittskarten für das Finale machen müssen. In Maastricht oder Rotterdam, da dürfte es sicher wesentlich schwieriger werden an Karten zu kommen. So wie in Tel Aviv, wo man letztlich noch kurz vorher an Karten hätte kommen können, wird es dort sicher nicht werden. Die Karten werden ruckzuck vergeben sein.

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