Auf dem Weg in die Niederlande: Der ESC 2020 findet nicht in Amsterdam statt

Paukenschlag und große Überraschung bei der Suche nach einer Gastgeberstadt für den Eurovision Song Contest 2020 in den Niederlanden: Die Hauptstadt Amsterdam (Aufmacherfoto) ist aus dem Rennen. Wie niederländische Medien heute berichten, konnte die Stadt keinen passenden Austragungsort finden. Alle potenziellen Hallen waren entweder für den fraglichen Zeitraum nicht mehr verfügbar oder schlicht zu klein. Mögliche Alternativen mit Zelten oder ähnlichem wurden als zu risikohaft verworfen.

Dementprechend wird Amsterdam keine offizielle Bewerbung für die Austragung des ESC 2020 abgeben. Eine solche war ohnehin kritisch gesehen worden, da die Stadt auch ohne ein Großevent wie den ESC permanent von Touristen überflutet wird. Außerdem sprachen diverse bereits geplante Großveranstaltungen gegen die Hauptstadt.

Damit gilt Rotterdam jetzt wohl mehr den je als große Favoritin auf den Titel „ESC-Gastgeberstadt 2020“. Daneben werden sich voraussichtlich noch Arnheim, Den Bosch, Maastricht und Utrecht um eine Austragung des Contest bewerben. Damit sind nach anfänglich neun nun nur noch fünf Städte im Rennen. Diese haben noch bis kommenden Mittwoch, den 10. Juli Zeit, ihre offizielle Bewerbung, das so genannte „bid book“, abzugeben.

Da dieser Termin nun näher rückt, gab es von einigen dieser Städte in den vergangenen Tagen Neuigkeiten in Sachen Bewerbung. So wird sich Den Bosch definitiv bewerben. Das hat der Gemeinderat entschieden und außerdem eine erhebliche (nicht näher bezifferte) Geldsumme für die Bewerbung zur Verfügung gestellt.

Arnheim dagegen sucht aktuell noch nach einer alternativen Spielstätte für den Fußballverein Vitesse Arnheim. Ähnlich wie in Düsseldorf 2011 müsste der Club seine Heimspiele örtlich verlegen, da die Aufbauten für den ESC im GelreDome bereits beginnen würden, wenn die Liga-Saison noch läuft. Dazu wird nun überlegt, das Spielfeld vor die Halle zu schieben und eine temporäre Tribüne aufzubauen. Wenig überraschend ist Vitesse Arnehim darüber weniger erfreut, so dass bislang noch unklar ist, ob die Halle in Arnheim überhaupt zur Verfügung steht.

Gute Nachrichten gibt es dagegen für den Favoriten Rotterdam. Sollte die Stadt den Zuschlag erhalten, würde die Provinz Südholland eine Million Euro zuschießen. Diese Zusage kommt wenig überraschend, denn immerhin erhofft sich die gesamte Region einen touristischen und wirtschaftlichen Schub durch die Austragung des ESC 2020.

Ob es wirklich so kommt, wissen wir spätestens Mitte August, denn dann soll bekannt gegeben werden, wo der Eurovision Song Contest im kommenden Jahr stattfindet.



20 Kommentare

  1. Du bist schnell 😉 Gute Arbeit.

    Rotterdam garantiert zwar den ESC, will versuchen das Geld über Umwegen wieder zurück zu holen. Kurtax, Firmen und Betrieben in der Stadt, Crowdfunding, Sponsoren sollen am Ende die benötigte 15-20 Mio. Euro aufbringen.

  2. Oh wie schade !!! Meine ganz Eigene Hoffnung war es, bei meiner Schwester in Amsterdam, den ESC ganz nah mit zu erleben. Jetzt fahre ich halt Bahn und immer hin und her. Mannomann…
    Klar, Ziggo Dome 13 000 eher noch weniger , wegen Bauten etc. und die Johan-Cruyff-Arena , soviele Nummern zu Groß. Es bleibt spannend.

  3. Wenn ich das schon lese: die Stadt konnte keinen geeigneten Austragungsort finden! Amsterdam Arena und Ziggo Dome wären die passenden Locations dafür gewesen, dann wäre der ESC nach 50 Jahren Pause wieder in der niederländischen Hauptstadt ausgetragen worden! Ich bin stinksauer und es ist ein Armutszeugnis für diese Stadt!

    Ich hoffe, daß der ESC nicht in Rotterdam statfindet, sondern eine andere Stadt – Arnheim – den Zuschlag bekommt.

    • Hallo@Matty ,

      der Ziggo Dome ist tatsächlich ausgebucht. Es gibt nur kleinere Hallen wie hier schon beschrieben.

  4. Wenn ich im bewerbungsbrief nicht etwas von „madonna“ und „ambassadeur“gelesen hätte und ich fast angst habe, das die alte noch einen esc verunstaltet, wäre ich dann auch für rotterdam. Wenn ich die wäre, würde ich ein paar kreuzfahrtschiffe einfahren lassen.

  5. In Rotterdam passen an den Anleger für die Kreuzfahrtschiffe nur 2 mittlere bzw. 1 großes Kreuzfahrtschiff. Wird wohl also eher nix werden.

    Waren solche schwimmenden Hotels nicht auch für Tel Aviv groß angekündigt worden? Wie immer viel Lärm um nichts

    • Yes. Amsterdam ist raus. Die Stadt ist so schon überfüllt mit Touristen, da muss man nicht noch den ESC dort abhalten.
      .
      Ich persönlich wäre definitiv für Maastricht oder Utrecht. Rotterdam ist einfach nicht mein Fall, wird aber sehr wahrscheinlich den Zuschlag bekommen.

  6. Ich finde das ehrlich gesagt, nicht schlimm. Amsterdam hat ähnliche Probleme wie Barcelona oder Venedig. Da muss dann nicht auf Kosten der Anwohner noch zusätzlich die Stadt belastet werden.

  7. Kurzfassung. Nachteil: Lokalpolitik muss entscheiden, aber der ESC ist eine Nummer zu groß um alles zu übersehen.

    Rotterdam. Gemeinderat hat gestern abend lange debattiert und noch kein Kompromis erreicht. Man will den ESC, empfindet es zugleich sehr teuer.

    Utrecht. Da erwarte ich eine Rückzieher. Provinz zahlt nicht mit und im Hasuhalt der Stadt gibt es bereits zwei andere offene Pfosten. Vuelta startet in Utrecht (Radrennen) und in der Innenstadt sollen jahrhunderte alte Mauer saniert werden. Falls doch, wird der ESC Discounterqualität bekommen.

    Arnhem. Wichtigste Vorteil ist die Zahl der Zuschauer. Fußballverein Vitesse (für Komplottheoriker in russischen Händen) möchte nicht das Spielplan ändern. Falls Arnhem den Zuschlag bekommt, wird das doch passieren. Es ist einfacher die Heimspiele nach vorne zu verlegen als eine Nottibune zu bauen. Problem ist und bleibt die Zahl der Hotelbetten.

    ’s-Hertogenbosch. Wird sich bewerben, auch hier zu wenig Hotels innerhalb von 10 km rundum die Stadt.

    Maastricht. Offiziell keine Mitteilungen, aber Provinz und Stadt wollen es sich leisten und ziehen dafür den Geldbeutel.

    Amsterdam ist auch raus, weil die Polizei überlastet ist in 2020. Es gibt zuviele Events in kurze Zeit. Und der ’nationaal coördinator terrorismebestrijding‘ (Sicherheit auf nationale Ebene, wird von Polizei und Geheimdienst informiert) hat Bedenken bei Rotterdam und Arnhem, weil dort zu viele radikalisierte und gewaltbereite Leute leben. Nicht nur IS-Anhänger, auch extremrechte Leute.

    In NL sehen die Meinungsmacher Rotterdam als Favoritin. Auch weil man sich in Limburg bedeckt halt und für vielen Südlimburg bereits ein anderes Kontinent ist, zumindest in den Köpfen.

  8. Wer hadert und zögert, ist eben raus aus der Verlosung. Vielleicht sind Dauergäste und Einwohner jetzt erleichtert, aber für Normalotouristen wäre Amstderdam eben doch das interessanteste Paket gewesen. Mit Maastricht will ich mich erstmal nicht anfreunden und wenn ich sehe, wie die Hotelsituation in Rotterdam ist – kaum Privatalternativen, tendenziell mehr Business-Hotels – bin ich skeptisch. Hat jemand ne Idee, wieviele Betten von Sendern und ESC-Dienstleistern geblockt werden?

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