Ausgedehntes ESC-Programm der ARD: Eigener Contest mit Halbfinale und Wiederholung von Lenas ESC-Sieg 2010

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Sehr gute Nachrichten für alle deutschen und deutschsprachigen ESC-Fans: Deutschland bekommt als Ersatz für den wegen der Corona-Pandemie abgesagten Eurovision Song Contest 2020 seinen eigenen ESC. Und dieser besteht gleich aus zwei Shows zur besten Sendezeit. Außerdem werden wir zum 10-jährigen Jubiläum auch Lenas ESC-Sieg mit „Satellite“ 2010 noch einmal im deutschen Fernsehen zu sehen bekommen.

Die erste Sendung, das Halbfinale läuft am Samstag, dem 9. Mai, um 20:15 Uhr auf ONE, funk.tv, eurovision.de und in der ARD-Mediathek. Moderiert wird es von den YouTube- und funk-Stars Dennis und Benni Wolter, wird deshalb auch auf deren YouTube-Kanal ausgestrahlt und trägt den Titel ihrer Show im Namen: „World Wide Wohnzimmer – das ESC Halbfinale 2020“. Unterstützt werden die beiden vom deutschen ESC-Kommentator Peter Urban. In dieser Sendung werden alle 41 Beiträge des Eurovision Song Contest 2020 als Video gezeigt und die Zuschauer können online und per Televoting für ihren Favoriten abstimmen. Zusätzlich wird aber auch die Eurovisions-Jury Punkte vergeben, die an der Auswahl des diesjährigen deutschen ESC-Beitrags „Violent Thing“ beteiligt war. Ben Dolics Lied wird zwar zu hören sein, abstimmen kann man für den deutschen Beitrag aber nicht. Außerdem ist angekündigt, dass die einzelnen Künstler in kurzen Postkarten vorgestellt werden sollen.

Die 10 bestbewerteten Acts aus diesem Halbfinale schaffen es in die Sendung „Eurovision Song Contest 2020 – das deutsche Finale live aus der Elbphilharmonie“, die am Samstag, den 16. Mai, um 20:15 Uhr live im Ersten sowie auf eurovision.de ausgestrahlt wird. Einige der Finalisten sollen sogar live in der Elbphilharmonie auftreten. Dazu kommen Aufnahmen der schönsten, der berührendsten und der schrecklichsten Auftritte dieser Länder aus den vergangenen 64 Jahren ESC-Geschichte. Besonders gespannt sind wir außerdem auf den bereits vorher angekündigten Auftritt von Ben Dolic mit „Violent Thing“ (vermutlich in der Stage Version), der „so nah wie möglich an der Inszenierung, wie sie im ESC-Finale in Rotterdam hätte aussehen sollen“ sein soll. Der Höhepunkt der Sendung wird dann wiederum das Voting sein, in dem der „deutsche Sieger der Herzen beim ESC 2020“ gewählt wird. Moderiert wird die Sendung von Barbara Schöneberger, kommentieren werden Peter Urban und Michael Schulte. Letzterer wird in der Votingpause auch auf der Bühne zu sehen sein.

Das deutsche Finale läuft am 16. Mai bis 22 Uhr und direkt im Anschluss wird eine Stunde zeitversetzt die EBU-Sendung „Eurovision: Europe Shine A Light“ ausgestrahlt. Die Sendung läuft ebenfalls im Ersten und auf eurovision.de. Was von dem offiziellen Alternativprogramm zum wegen der Corona-Pandemie abgesagten ESC zu erwarten ist, haben wir an dieser Stelle schon häufiger berichtet (unter anderem hier und hier). Angekündigt ist unter anderem, dass die Beiträge des aktuellen Jahrgangs gewürdigt werden, die für dieses Jahr ausgewählten ESC-Stars gemeinsam „Love Shine A Light“ performen sowie dass es ein Wiedersehen mit ehemaligen ESC-Teilnehmern geben wird. Durch die Show führen die ESC-2020-Moderatoren Chantal Janzen, Edsilia Rombley und Jan Smit sowie YouTube-Sensation Nikkie Tutorials. Angekündigt waren außerdem Schalten zu besonderen Orten auf dem ganzen Kontinent, was in der heutigen Pressemitteilung des NDR als „Europe Shine A Landmark“ konkretisiert wird. Dabei soll auch eine Sehenswürdigkeit aus Deutschland beleuchtet werden. Welche das wohl sein könnte, wenn die Sendung um 20:15 Uhr aus der Elbphilharmonie in Hamburg kommt?

Damit ist der ESC-Abend aber noch nicht zu Ende. Ebenfalls im Ersten und auf eurovision.de folgt um 0:00 Uhr dann die Wiederholung des großen ESC-Finales von 2010 in Oslo. Passend zum 10-jährigen Jubiläum von Lenas ESC-Sieg mit „Satellite“ werden wir diesen besonderen Moment also noch einmal durchleben können. Share the Moment!

Foto: Eurovision.tv

Viele deutsche ESC-Fans haben in den vergangenen Wochen etwas neidisch auf die Nachbarn in Österreich und ihre Sendung „Mr. Song Contest proudly presents – Der ‚kleine‘ Song Contest“ geschaut. Nun ist es dem NDR aber auch gelungen, ein ansehnliches Alternativprogramm für die ARD zu zimmern. Zusammen mit den Songchecks von eurovision.de, die wegen der neuen Programmplanung schon am 5., 6., 7. und 8. Mai gezeigt werden, ist das eine runde Sache und wir Fans können voller Vorfreude in den Mai starten.

Was in dieser Hinsicht – vor allem auch am 16. Mai – im österreichischen und im Schweizer Fernsehen geplant ist, haben wir an anderer Stelle schon berichtet.

Wie gefällt Euch das Alternativprogramm der ARD zum abgesagten ESC 2020?


107 Kommentare

  1. Hallo Herr Schreiber,

    wäre es dann nicht auch an der Zeit und fair, Ben Dolic als deutschen Act für 2020 fest zu setzen? Worauf warten Sie noch?

    Oder gibt es in 2021 wieder ein neues Knaller-Konzept?

    🙂

  2. @Frederik
    tut mir leid, da muß ich Dir widersprechen. Ich bin jetzt zwar nicht der allergrößte Fan von „Violent Thing“, glaube aber schon, dass Ben in Rotterdam ein respektables Ergebnis erreicht hätte. Die Vergangenheit hat leider oft gezeigt, daß in der VE häufig zielsicher der „seichteste“ Song ausgewählt wird. Einer, der am wenigsten aneckt. Mit bekannten Ergebnissen.
    Was natürlich nicht heißen soll, dass ich mir nicht wieder eine VE wünschen würde, Ausnahmen bestätigen ja auch schonmal die Regel😉.

  3. Ich glaube, dass sich, ausnahmsweise mal, ein gewisser Stefan, welcher ein Angebot zu einem Ersatz-ESC von einem gewissen Thomas erhalten hat, aber dann doch lieber sein eigenes Ding alleine durchziehen wollte, ein wenig verzockt hat! Mittlerweile tendiere nämlich auch ich eher dazu meinen Abend am 16. Mai mit der ARD zu verbringen, nachdem ich vorher mehr zu ProSieben tendiert habe!

    Kurz zum Halbfinale des „ARD-ESC“: Ich bin kein Freund davon, dass dies in Zusammenarbeit mit einem funk-Format entsteht! Ich hätte es besser gefunden wenn das Halbfinale standalone, also unabhänging von irgendeinem anderen ARD-Format, produziert werden würde!
    Vielleicht liegt meine Ablehnung auch einfach daran, da ich dem funk-Portal an sich kritisch gegenüber stehe! Ich finde einfach das Konzept „große“ YouTuber, welche schon bekannt sind, „einzukaufen“, ist mehr was für die privaten und nichts für einen öfftenlich-rechtlichen Rundfunk! ich bin eher ein Freund davon, dass gerade der öffentlich-rechtliche Rundfunk sich mehr mit Talententdeckung auseinander setzen soll und, um bei der ARD zu bleiben, für funk eigene Konzepte entwickeln soll, welche dann mit eigens dafür gecasteten Moderatoren/Talenten bestückt werden sollen!
    Obwohl ich großer ESC-Fan bin und sogar auch die kleineren EBU-Wettbewerbe aufmerksam verfolge (Choir of the Year, Young Musicans, Young Dancers und dem, nicht mehr so kleinen, JuniorESC), bin ich mir nicht sicher, ob ich das Halbfinale am 09. Mai auch schauen werde! Ich werde zwar höchstwahrscheinlich die ARD schauen, aber eher „Das Erste“, wo an diesem Tag „Verstehen Sie Spaß..?“ laufen wird!

    So genug vom Thema abgewichen, kommen wir zum eigentlichen Höhepunkt, den 16. Mai zurück:
    Mein Tipp für alle, die bis zum 16. Mai um 20:15 Uhr immer noch nicht wissen was sie jetzt anschauen sollen! „Das Erste“ oder „ProSieben“? Dieser Tipp ist nur für diejenigen gedacht, welche kein Problem damit haben, die ersten paar Minuten nicht richtig mitzubekommen! Das Konzept beider Sendungen dürfte ja bis zum 16. Mai klar sein, somit dürfte es kein Problem sein die ersten Minuten der Sendung nicht richtig mitzubekommen!
    Zappt einfach während den ersten paar Minuten zwischen ProSIeben und dem Ersten ein wenig hin und her und verbleibt dann bei der Sendung, welche euch am meisten zusagt!
    So mache ich es immer, wenn zwei Live-Sendungen gleichzeitig kommen und ich nicht weiß, was ich anschauen soll! Bei mir tritt der nächste Fall von diesem Szenario gleich wieder kommenden Samstag ein! Da kommt „Denn sie wissen nicht was passiert“ und „Schlag den Star“ gleichzeitig! Ich werde wohl danach gehen, welche Gäste RTL zu DSWNWP einlädt. Dies ist ja geheim, während man die Kandidaten, wleche bei „Schlag den Star“ gegeneinander antreten werden schon kennt (Jorge González gegen Thomas Hayo)!

    Also ich hoffe ihr könnt mit meinen Beispiel bzw. Tipp ein wenig was anfangen!

  4. Komisch, dass vom eigentlichen Highlight noch nicht die Rede war: Ab 17:30 zeigt die ARD den Zweiteiler „Europe – where have all the points gone?“, ein kluges, psychologisches Drama über die Nachwirkungen der Absage des ESC 2020. In der Hauptrolle: Veronica Ferres als uncomfortable question. Bambiwürdig.

    Wie auch immer: Es ist schön, dass alle 41 Songs eine Plattform im TV – wenn auch nur ONE – bekommen. Hab da aber wie Andi so meine Bedenken mit diesem (Alibi-)Voting. Da sind bestimmt Künstler als Backup reserviert worden und bei einigen ist wohl klar, wer im Finale steht: „Hey Dadi, halt dir den 16. Mai frei *zwinker* *zwinker*“

  5. Dadi ist eine sichere Bank fürs Weiterkommen. Nicht umsonst hat er zb haushoch das Televoting in Österreich gewonnen. Ich glaube er hat auch sehr gute Chancen auf den Gesamtsieg in Deutschland.

  6. Na also – geht doch! Ich glaub wir sind alle hier einfach nur zu ungeduldig (vielleicht auch zu misstrauisch) – Herr Schreiber hatte ja schon länger angekündigt, dass am 16. Mai Alternativen zum abgesagten ESC im Hauptprogramm laufen werden – versprochen – gehalten! Chapeau!!

    Und nun kann sich Herr Raab mit seinem blöden Werbefernsehen, das lediglich zum Schein mit etwas Unterhaltungsprogramm bestückt wird (hoffentlich) warm anziehen! Recht so!

  7. Na also – geht doch. Vielleicht sind wir Fans einfach nur zu ungeduldig (zum grossen Teil wohl auch zu misstrauisch)…Herr Schreiber hatte ja schon länger angekündigt, dass der TV-Abend des 16.5. ganz im Zeichen des ESC stehen wird. Versprochen – gehalten! Chapeau!!!

    Und nun kann sich Herr Raab mit seinem blöden Werbefernsehsender – Unterhaltung ist dort ja nur Rahmenprogramm- (hoffentlich) warm anziehen!

  8. Vielleicht bin ich einfach zu naiv, aber das Erste hätte ja wenigstens die S!stars anfragen können, kurzes Interview & evtl. noch mal ihren Song performen bzw. überhaupt einladen können, auch wenn die Platzierung am Ende (auch wegen der nicht vorhandenen Performance-Idee auf der Bühne) schlecht war. Andere Länder gehen doch auch respektvoll mit ihren Verlierern um.

    • Stimmt, gebe ich Dir recht. Für das Desaster in Tel Aviv war, meiner Meinung nach, hauptsächlich der NDR verantwortlich. (Sorry, wollte nicht wieder nachtreten, aber mit einem gescheiten Staging hätte man vielleicht noch was retten können). Aber egal, ist ein anderes Thema. Man könnte auch den gescheiterten Acts mehr Respekt zollen.

      • Ich habe mit dem Wort „Desaster“ so meine Schwierigkeiten (und ich weiß, Du hast’s nicht böse gemeint, Du wolltest, wenn ich Dich richtig verstehe, ja eigentlich auch die beiden S!sters verteidigen). Generell finde ich eine hintere Platzierung beim ESC kein „Desaster“, und ich bin sicher, dass die meisten Fernsehzuschauer den Song keineswegs desaströs fanden, über die Inszenierung kann man sicher streiten (ich fand sie ok und einige Juries ja wohl auch), und gesungen haben sie toll. Für die meisten war der Song halt nicht so weit vorne, dass sie dafür angerufen hätten.

        0 Punkte beim Televoting gab’s im Finale ja keineswegs zum ersten Mal, nur dieses Mal fiel es eben durch die neue, fiese Punktverkündungsmethode besonders auf – in den Jahren zuvor wäre ein 0-Punkte-Beitrag gleich als Erstes genannt worden, es wäre kein Abfall im Vergleich zu den Vorgenannten feststellbar gewesen, und der von vielen Schadenfrohen so genüsslich zitierte Spruch wäre nie gesagt worden.

        Und ja, ich würde mich über ein Wiedersehen mit den S!sters sehr freuen.

      • P.S. Immerhin haben sie bei ihrem Auftritt vor einem knappen Jahr, vom Schluss mal abgesehen, schon recht vorausschauend die „social distancing“-Regeln beachtet 🙂

    • Ach Gott wieder das Gejammere, dass s!stärZ, Lavinia, Mangagirlie, etc. nicht ausreichend gewürdigt werden… wer will, kann ja deren oeuvre (auch wenn das wie letztes Jahr mangels Nachfrage nur aus 1 Song besteht) anhören/-gucken. Abgesehen von ca. 40 Leuten auf diesem Blog interessiert das wirklich niemanden. Nun freut Euch mal, dass es doch noch ein anscheinend gut durchdachtes ESC-Programm gibt. Immer dieses typisch deutsche Gejaule.

      • Als „typisch deutsch“ könnte man auch bedingungslose Erfolgsorientheit betrachten und ebenso Empathiefreiheit, wenn sich kein Erfolg einstellt. Alles, was nicht dazu beiträgt, dass Deutschland vorne mit dabei ist, wird mit Spott bestraft (z.B. durch Wortspiele mit dem Namen), „Misserfolge“ werden nicht geduldet. Immerhin nett, dass Ben Dolic bisher noch in dieser Liste (trotz des angekreideten mangelnden Chartserfolgs) fehlt. Im Übrigen hat sich, wenn ich mich richtig erinnere, keiner der drei Kommentator/innen hier an dem Anti-NDR-„Gejaule“ in den Wochen/Monaten vor Veröffentlichung von „Violent thing“ groß beteiligt.

      • P.S. Ich weiß es durchaus zu schätzen, dass auch Du dem eben beschrieben Anti-NDR-Chor in den ersten Monaten dieses Jahres nicht beigetreten bist und sogar immer mal wieder einen (oft humorvollen) Gegenbeitrag geschrieben hast..

  9. Das ist nun wirklich der Knaller, dass der NDR/ Herr Schreiber es schafft, doch noch eine Lösung für den ESC zu finden -zusätzlich zu Europe shine a light- die den Wettbewerbsgedanken mit rein bringt. Da geht mir jetzt wirklich das Herz auf. Viiiiieeelen Dank. Es gibt nur EINEN ESC – keine Sendung dieser Welt (nein auch kein Herr Raab mit Conchita) kann dem ESC je das Wasser reichen, um es mit Texas Lightning zu sagen:
    NO NO NEVER

  10. Coole Sache. Mit den ESCs in Österreich, Schweden, Deutschland,….. haben wir heuer eigentlich viel mehr zu gucken als sonst.

  11. Ein schönes Konzept, es freut mich sehr, dass nun doch sehr viele hier ARD schauen werden. Nachdem ich über Raab und Pro7 geschimpft hatte, dass sie für ihren Free-ESC als Konkurrenz zur EBU-Sendung am 16.05. als Termin festhalten, sollte ich fairerweise wenigstens mein Bedauern über die Zeitversetzung um eine Stunde zum Ausdruck bringen. Aber ich sehe ein, dass eine Live-Ausstrahlung des EBU-Programms mit dem hier vorgestellten Konzept nicht vereinbar ist, und außerdem hat die Zeitversetzung ja auch Tradition: Hat nicht zu Zeiten ausschließlicher Jury-Wertung Italien ab und zu den Grand Prix erst ab Mitternacht MEZ ausgestrahlt?

  12. was soll dieser ‚Quark mit Sauce‘? Ich kann es nicht verstehen. Der ESC 2020 ist abgesagt. Period. Rafft das endlich mal. Es gibt dafür keinen Ersatz. Es gibt nur verzweifelte Sendeplatzfüllungsversuche und das auch noch mit ‚Infektionsrisiko‘ für alle daran Beteiligten. Das ist kein Konzept, sondern sogar potentiell gefährlich.

    Die Wiederholung des 2010er ESC Finales? Wer will dat denn sehen? Gzuz. Ich werd nich mehr

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