BANG! Die Ukraine veröffentlicht Details zur Vorentscheidung Vidbir 2020 und macht politische Vorgaben

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Während die Ukraine in den ersten ESC-Jahren besonders musikalisch für Aufmerksamkeit sorgte, rückte gerade in den letzten Jahren immer mehr die politische Situation in den Vordergrund.

2015, als das Land aus politischer und finanzieller Situation heraus pausierte, wurde das Konzept der ukrainische Vorentscheidung überarbeitet. Mit Erfolg: Jamala beeindruckte nicht nur mit ihrer Stimme, sondern begeisterte viele mit ihrem emotionalem Lied „1944“. Doch schon im ukrainischen Vorentscheid Vidbir, war sie unangenehmen und langwierigen politischen Fragen ausgesetzt.

Der Rest ist Geschichte – Jamala löste schon im Vorfeld einen Medienrummel und heftige Diskussionen aus, ob „1944“ ein politisches Lied ist, gewann aber für viele überraschend den ESC 2016 vor Australien und „dem Feind“ Russland. Seitdem sitzt Jamala in der Jury der Vidbir-Shows und löste nun einige Male selbst politisch motivierte Diskussionen in der Sendung aus.

Bis heute löst Jamalas Siegertitel „1944“ heftige politisch motivierte Diskussionen aus.

Unvergessen dann natürlich der Streit 2017 um Russlands Nicht-Teilnahme am ESC in Kiew, der auch noch 2018 nachhallte.

In diesem Jahr hoffe man dann die größten Querelen hinter sich zu haben – doch weit gefehlt: Die schnell zum Fanliebling avancierte Maruv gewann trotz politisch motivierter Fragen von Jamala den Vorentscheid. Besonders in der Kritik standen dabei die Auftritte von Maruv in Russland.

Anschließend konnte sich der Sender jedoch vertraglich nicht mit ihr einigen und Maruv zog sich vom Wettbewerb zurück.

Auch die Zweit- und Drittplatzierten wollten die Lücke nun nicht mehr füllen und die Ukraine zog sich vom Eurovision Song Contest 2019 komplett zurück. Besonders die Frage von Auftritten in Russland und der künstlerischen Freiheit der Musiker für den Auftritt in Tel Aviv waren der Auslöser des ganzen Schlamassels.

Das wäre ihr Preis gewesen:  Für Fans gibt es keine Frage, dass Maruv den ESC mit „Siren Song“ hätte gewinnen können. 

Dementsprechend gespannt sind die Fans nun, wie es in der Ukraine weitergeht. Erst recht nachdem der ukrainische Sender UA:PBC offiziell bekanntgab, schon 2020 zum Wettbewerb zurückkehren zu wollen (die teilnehmenden Länder haben wir hier schon kurz besprochen).

Nun schob der Sender erste Informationen für die Auswahl des ukrainischen Vertreters nach: Auch im kommenden Jahr wird es das Vorentscheidformat Vidbir wieder geben. Zwei Halbfinale (8. und 15. Februar 2020) und ein Finale am 22. Februar 2020 werden live im Fernsehen übertragen.

Das Bewerbungsverfahren für die Teilnahme ist ab heute geöffnet – doch aufgepasst: Denn nach der diesjährigen Kontroverse wurden die Regeln und Vorschriften für Vidbir 2020 gemäß den Angaben von UA:PBC aktualisiert.

Teilnehmen dürfen nur noch Künstler (und Bands), die seit 2014 kein Konzert auf dem Territorium der Russischen Föderation mehr gegeben haben und dies während des Wettbewerbs und des Eurovision-Finales auch nicht planen. Selbstredend dürfen die Teilnehmer ebenfalls auch seit ihrer Annexion durch Russland nicht das Territorium der Krim betreten (haben).

Eurovision-2020-Ukraine-Zurab-Alasania

Zurab Alasania von UA: PBC sagt dazu:
Eurovision ist ein besonderer Songwettbewerb, denn es geht nicht nur um Musik, sondern darum, sein Land in der Welt zu vertreten. Deshalb ist es für uns als öffentlich-rechtlichem Sender der Ukraine wichtig, die Auswahl zusammen mit STB so zu organisieren, dass der Vertreter der Ukraine nicht nur ein talentierter und brillanter Künstler ist, sondern auch einer, der diese Verantwortung voll und ganz versteht, die Position und die Werte der ukrainischen Gesellschaft teilt und bereit ist, den Regeln zu folgen. Einer, der unser Land auf der internationalen Bühne am besten vertreten kann.

Lyudmila Semchuk (STB-Geschäftsführerin) gibt zusätzlich an:
Nach dem Finale im letzten Jahr haben wir uns ernsthaft überlegt, welche Änderungen erforderlich sind, damit unser Land jedes Jahr bei Eurovision präsent ist. Zusammen mit unseren Kollegen vom Sozialministerium haben wir eine Reihe von Sitzungen abgehalten, um alle notwendigen Änderungen der Geschäftsordnung zu erarbeiten, und in diesem Jahr planen wir, der Auswahl des Vertreters der Ukraine besondere Aufmerksamkeit zu widmen.

Mit dieser Regelerneuerung darf davon ausgegangen werden, dass die Kritik an der Ukraine erstmal nicht abklingen wird. Ebenso ist noch unklar, in wie weit die Verantwortlichen in die künstlerische Freiheiten der Musiker eingreifen können, man kann aber anhand der Aussage von Zurab Alasania davon ausgehen, dass sich dieses Recht ebenfalls vorbehalten wird. Wie und ob wieder eine Jury in Vidbir 2020 integriert wird und wer in dieser möglichen Jury sitzen wird, ist zudem noch unklar.

Nun wissen die interessierten Musiker aber immerhin von Anfang an, worauf sie sich einlassen.



29 Kommentare

  1. Hier sollte die EBU ein Machtwort sprechen und diese Regelungen für unwirksam erklären! Wenn sich das Land weigert, sollte es vom ESC 2020 ausgeschlossen werden!

  2. Maruv hätte gute Chancen gehabt und gewiss auch Punkte aus Russland bekommen (zumindest beim Televote) – und war nicht auch mal „Building Bridges“ das Motto…??
    Jamala, die mir von Anfang an (mit Verlaub) auf den Sack gegangen ist, hat sich hier im letzten Jahr zur Ober-Inquisitorin aufgeschwungen.
    Eine derartig politisierte Herangehensweise an diesen Contest ist ziemlich unerträglich.
    Und jetzt das Ganze auch noch als offizielle Doktrin – eine unseelige Entwicklung.
    Schade drum.
    Es gibt allerdings auch noch andere Länder, die ihre Beiträge noch Linientreue nominieren oder austauschen.
    Ebenso traurig und schade.

  3. Es wird immer schlimmer.

    Und ich hoffe, das war jetzt erst einmal für mindestens ein halbes Jahr der letzte Artikel mit MARUV-Bezug hier. Sonst werde ich wegen meines immer wieder hochkommenden eurovisionären Traumas doch noch in die Klapsmühle eingeliefert…^^

  4. Ukraine macht schon wieder auf Mimimimi. Zuerst wollen die Julia nicht ins Land lassen wegen dieser abstrusen Krim-Regel, dann fangen die letztes Jahr mit sich selbst einen Russland-Konflikt an, obwohl Russland gar nichts gemacht hat, und jetzt machen die ihre heimliche Regel, welche letztes Jahr von Maruv nicht akzeptiert wurde und vorher scheinbar nicht kommuniziert wurde, einfach öffentlich, damit bestimmte Künstler gar nicht mehr am Vorentscheid teilnehmen dürfen. Und zu allem Überfluss ist da noch Jamala, welche bei mir echt im Keller gelandet ist, als sie zu diesem Tschechen abgetanzt hat.
    In den letzten Jahren haben mir deren Lieder eh nie gefallen, daher ist es nicht sonderlich schlimm, wenn das Land oder der Sender auch noch mega unsympatisch ist.
    Wird eigentlich immer noch diesem Human Centipede hinterhergetrauert? Musikalisch fand ich das wirklich langweilig und wenn ich mir solche Bewegungen ansehen will, habe ich andere Seiten zur Verfügung. Habe ich beim Contest echt nicht vermisst.

    • Doch die Ukraine hat gelernt, wie man Landesverräter wie die Maruv. die sich um das eigene Volk einen Dreck schert, Hauptsache ihre Kohle stimmt, von vornherein vom Vorentscheid ausschließt.

      • Pegida-Vokabular wie „Landesverräter“ will ich hier nun wirklich nicht lesen. Es gibt in Russland übrigens viele Menschen mit ukrainischen Wurzeln die sich, ebenso wie Russen ohne ukrainische Wurzeln, über ein Maruv-Konzert freuen.

  5. Das Problem dieses Jahr war, dass es diese Regel nicht gab und es dadurch post facto/Vote zum Eklat kam. Der nationale Sender macht die Regeln und da ist es verständlich, dass man keine Künstler will, die in dem Land auftreten, dass die Ukraine attackiert hat, in der Ost-Ukraine täglich weiter Menschen ermordet und das Land zerschlagen will. Ich nehme an, die Leute die damit ein Problem haben, finden es auch toll, wenn türkische Fußball-Nationalspieler mit einem Salut für die Soldaten provozieren, die gerade in Syrien ethnic cleansing veranstalten.

    • Ach 4porcelli, es ist ja schön für Dich, dass Du so eine eindeutige Sichtweise hast, das macht die Dinge so viel einfacher. Hier die gute, demokratische, westliche Ukraine, dort Russland, das Reich des Bösen, das die Ukraine einfach so attackiert und zerschlagen will. Tut mir leid, wenn das nun Folgende ein bisschen länger wird und ich, um Deiner Sichtweise etwas entgegenzusetzen, dabei eine „Russland-Versteh-Perspektive“ einnehme.

      Im Jahr 2014 war ein demokratisch gewählter ukrainischer Präsident (der auch nicht so viel korrupter war als sein Vorgänger aus dem im Westen beliebteren „orangenen“ Lager) auf nicht gerade demokratische Weise abgesetzt worden und die neue, NICHT demokratisch gewählte Regierung (Wahlen gab‘s erst später) verkündete gleich zu Beginn ihre Überlegungen, russisch als Amtssprache abzuschaffen. Dass der Großteil der Bevölkerung auf der mehrheitlich russischsprachigen Krim und in der mehrheitlich russischsprachigen Ostukraine davon nicht begeistert war, ist verständlich. Es waren zuerst mal Ostukrainer selbst, welche die Abspaltung betrieben, genauer ostukrainische Separatisten (die bestimmt nicht für alle Ostukrainer sprachen, aber genausowenig hatten die Majdan-Demonstranten für alle Ukrainer gesprochen). Die materielle und logistische Unterstützung durch Russland für diese Separatisten gab und gibt es leider in der Tat, aber ursprünglich war das keine „Attacke“ Russlands auf die Ukraine. Was auf der Krim passierte, war völkerrechtlich alles andere als in Ordnung (wobei es auch problematisch gewesen war, dass der Staatschef der UdSSR, Nikita Chruschtschow, in den 50ern die bis dahin zur sowjetischen Teilrepublik Russland gehörende Krim einfach so der sowjetischen Teilrepublik Ukraine „schenkte“), aber es ist auch nicht so, dass die Mehrheit der Bevölkerung der Krim mit dem jetzigen Status unglücklich wäre.

      Um die „russische Psyche“ im Jahr 2014 besser zu verstehen, sollte man auch noch erwähnen, dass damals bereits in vielen Nachbarländern Russlands NATO-Truppen stationiert waren, entgegen den Versprechungen, mit denen Gorbatschow 1990 eine Zustimmung zur deutschen Einheit entlockt worden war, und dass der Verlauf der Verhandlungen zwischen der EU und der Ukraine über einen Wirtschaftsvertrag auf Russland wie ein Versuch wirken musste, die traditionell engen Verbindungen zwischen der Ukraine und Russland zu kappen und Russland weiter zu isolieren; kurz zuvor hatte Obama Russland auch noch mit dem Begriff „Regionalmacht“ gedemütigt. All das soll die russische Politik seit 2014 (mit verstärkten außenpolitischen Ambitionen) nicht rechtfertigen, aber es waren eben nicht alles aus heiterem Himmel erfolgende Aktionen einer grundsätzlich „bösen“ Macht.

      Wie gesagt, dass war etwas einseitig, zum Beispiel habe ich weggelassen, dass (nicht nur) die Krimtataren nicht ganz so von den Veränderungen 2014 begeistert waren. Aber mit zu vielen Zwischentönen würde ich mich wohl wieder dem von Dir vor kurzem erhobenen Vorwurf einer „alle haben recht und sind toll“-Attitüde aussetzen.

      • Mit „demokratisch gewählter Präsident der Ukraine 2014“ soll also dieser vormalige Giftmischer gemeint sein? Der mit den für sich zusammengerafften Millionen aus dem Staatshaushalt? Wie schnell man vergisst !

      • Giftmischer??? Janukowitschs Vorgänger Juschtschenko wurde in der Tat in den frühen 2000ern vergiftet, aber dass Janukowitsch dafür verantwortlich sein soll, habe ich noch nie gehört. Als regelmäßiger Zeitungsleser hätte ich das schon mitgekriegt, denn darüber hätten die Medien bestimmt berichtet. Auch eine „Startpage“-Eingabe „Janukowitsch“ zusammen mit „Gift“ führte höchstens zu Artikeln über Juschtschenko (oder zu Janukowitsch-Artikeln ohne Gift). Mal ganz abgesehen davon habe ich nirgends behauptet, dass Janukowitsch ein angenehmer Zeitgenosse sei, aber er gewann halt bei den Präsidentschaftswahlen 2010 die Mehrheit (vor allem mit Stimmen aus der Ostukraine und der Krim, aber er bekam auch genügend Stimmen aus anderen Regionen), während der Amtsvorgänger Juschtschenko nur Platz 5 mit knapp über 5 % erreichte.

    • Dein Vergleich mit der türkischen Nationalmannschaft ist aber sehr schief. Ich sehe das genau andersrum. Wenn man verlangt, dass jemand das, das und das (politisch) nicht getan haben darf, bevor er an der Vorentscheidung teilnehmen darf, ist das ja nur noch einen Schritt davon entfernt, dass man auch von ihm verlangt, etwas aktiv zu tun – und wenn es nur ein Bekenntnis ist, so wie wir das ja in der ukrainischen Vorentscheidung letztes Jahr gesehen haben. Das ist meiner Meinung nach mit einem Militärgruß auf dem Fußballplatz vergleichbar und nicht das Gegenteil.

      • Sorry, ich war hier rückblickend nicht klar genug und hatte mich verzettelt: Der Punkt, den ich machen wollte, war, dass Leute, die die eine kriegstreibende Diktatur verteidigen, oft auch die andere kriegstreibende Diktatur verteidigen (wobei die Türkei, siehe Istanbul-Wahl, stärkere demokratische Elemente hat – aber hier war mein Ausgangspunkt, dass beide einen Angriffskrieg führen).

  6. Natürlich sind das äußerst restriktive Regeln, die als isolierte Maßnahmen nicht akzeptabel wären, aber man muss doch den Zusammenhang sehen. Das ukrainisch-russische Verhältnis ist definitiv nicht mehr normal, und angesichts der Aggressivität, mit der Russland die staatliche Souveränität der Ukraine verletzt, ist deren Ablehnung für mich sehr gut nachzuvollziehen.

    Das schließt jetzt eine ganze Reihe toller Künstler von der VE-Teilnahme aus, aber für den Sender ist die Kritik weit im Voraus immer noch besser, als hinterher zwei Monate vor dem ESC mit leeren Händen dazustehen wie dieses Jahr.

    So wie ich das verstanden habe, war Maruvs Hauptkritikpunkt aber doch weniger die Russland-Geschichte, sondern v. A. der von ihr so genannte „Kneberlvertrag“. Über den haben die Verantwortlichen allerdings gar nichts gesagt.

  7. Also ich kann die teilweise dummen Kommentare gar nicht nachvollziehen. Russland hat die Krim überfallen und führt Krieg gegen die Ukraine im Osten. Ist doch klar das die Ukraine sicherstellen will, das Künstler die für die Ukraine beim ESC antreten wollen, nicht vorher beim Feind Konzerte gegeben haben oder gar mit dem Feind kollaborieren. Der Krieg ist ja nicht weg, nur weil gerade ESC ist. Ich finde es richtig was die Ukraine macht.

    • Wenn du Russland meinst, dann bin ich bei dir. Ukraine nein. Denn wir wisse ja, Russland ist der Täter, der Aggressor, das Mörderland, die Ukraine ist das Opfer und dieses Land muss in einer schwierigen Lage damit umgehen. Hier im ruhigen Deutschland kann man ja gerne groß schwadronieren und aus seinem sicheren Elfenbeinpalast die Ukraine dafür kritisieren. Ich finde es schlimm wieviel Unterstützer das Putinregime hier in Deutschland noch hat. Es ist erschreckend, wieviele Anhänger dieses Land immer noch hat.

      • Bitte sprich nicht von „wir“, wenn Du hier Dein eindimensionales Weltbild beschreibst.

        Wieso ist man „Anhänger eines Landes“, wenn man sich um eine differenzierte Sichtweise bemüht? Als ob ukrainische Soldaten in der Ostukraine nicht auch für Tote verantwortlich wären, und nochmal, die Separatisten in der Ostukraine sind auch Ukrainer, wenn auch mit durchaus verurteilenswerter russischer Unterstützung.

        Diese Freund-Feind-Denke k… mich an. Genauso, wenn Staatsangehörige eines Landes, das vor knapp 80 Jahren für Millionen Tote in der Sowjetunion verantwortlich war, deren Nachfolgestaat nun „Mörderland“ nennen.

      • Erschreckend vor allem auch wie viele Anhänger oder zumindest „wohlwollend Neutrale“ der putinsche Schurkenstaat immer noch in ESC-Foren hat.

      • Immerhin habe ich mich seit unserem letzten Plausch über dieses Thema im Mai von einer kranken Figur, die von ihrem Auftraggeber in Moskau bezahlt wird, (ok, das „krank“ kam von ESCFan05) zu einem wohlwollend neutralen Teilnehmer eines ESC-Forums gemausert, das ist doch schon mal was. Trotzdem darf’s jetzt gern wieder ein paar Monate Pause bis zum nächsten Mal geben.

  8. Ich kann die haltung der Ukraine zwar nachvollziehen, sehe aber auch den deutlichen Konflikt mit dem völkerverbindenden der Eurovision. Erinnert natürlich nicht wenig an den vergleichsweise unkomplizierten ARM-AZE-Konflikt und man fragt sich, was wohl abginge, wenn etwaige Israel-Gegner irgendwann doch mal in den Wettbewerb dringen sollten …

    • Ich meine natürlich den „völkerverbindenden GEDANKEN der Eurovision“ und weiss auch, dass es damit bei den Russen auch nicht allzu löblich bestellt ist.

      Bei der Gelegenheit noch der (hoffentlich müßige) Hinweis, das ich mit „Israel-Gegner“ nicht leute wie Hatari meine. 😉

  9. @thomas m. : Manche haben halt eine moralischen Kompass und wissen zu unterscheiden was gut und was böse ist. Und manche wissen das nicht. Du kannst sicher sein, bei allem was schlecht ist auf der Welt hat Russland seine Hände mit im Spiel. Egal ob Syrien, Ukraine oder Doping im Sport, Russland ist bei allem schlechten mit dabei. Wenn hier ein Land vom ESC ausgeschlossen gehört, dann wohl Russland und nicht die Ukraine, die sich ja nur gegen dieses verbrecherische Regime Putin verteidigen. Wer dieses Regime auch noch verteidigt, der salutiert auch gerne bei Erdogan und hat auch in der Vergangenheit nix gegen Diktaturen gehabt und würde noch den Polenüberfall von 1939 noch verteidigen.

    • Du weißt also, was gut und was böse ist. Bei allem Bösen hat Russland seine Finger im Spiel und alle, die das anders sehen, salutieren Erdogan und verteidigen den deutschen Überfall auf Polen 1939 (immerhin kannst Du den nicht auch noch Putin anlasten).

      Was soll man dazu noch sagen? Vielleicht bietet Dir die Identifizierung von Russland mit allem Bösen ja Entlastung von der Tatsache, dass die größten Gräueltaten der letzten hundert Jahre von Deutschland ausgingen?

      • @Thomas M.

        Gib lieber auf!! Mit escfan05 zu diskutieren ist so ergiebig wie mit einer Wand zu reden. Für ihn gibt es nur schwarz und weiß auf der Welt, wahrscheinlich ist Russland auch daran schuld wenn ihm in der Frühe das Spiegelei in der Pfanne anbrennt!!

      • Na Russland (Stalin) und Deutschland(durch Hitler) haben sich da nicht großartig unterschieden. Die russische Geschichte hat auch viele Greueltaten gesehen. Der Stalin war mindestens genauso ein Verbrecher wie Hitler. Russland hatte auch gute Anführer, Gorbatschow zum Beispiel. Putin geht mehr in Richtung Stalin.

    • Heute, am 9.November, erscheint in der „Südwest Presse“ unter der Rubrik „30 Jahre Wende“ ein interessantes Interview mit Michail Gorbatschow, dem Du immerhin zugesteht, ein „guter Anführer“ gewesen zu sein. Auf Wladimir Putin angesprochen, der Deiner Meinung nach eher in Richtung Stalin geht (und Stalin ist ja für Dich „mindestens genauso ein Verbrecher wie Hitler“), sagt Gorbatschow Folgendes:

      „Als Wladimir Putin die Macht übernahm, herrschte Chaos im Land, ob in Politik, Wirtschaft, Armee oder der Sozialsphäre. Ich kann mir nicht vorstellen, wie er unter diesen Umständen ausschließlich nach einem Lehrbuch der Demokratie hätte handeln können. Und er musste handeln, ohne Verzögerung. Einige Entscheidungen riefen Kritik hervor, aber es gelang, die Lage zu stabilisieren. Die Menschen bekamen das Gefühl, dann die Gewissheit, dass sich ihr Leben zum Besseren verändert.“

      Diese Besserung beschreibt vermutlich vor allem die Nullerjahre (die Zeit des Chaos meinte die 90er, v.a. deren zweite Hälfte, unter Jelzin), aber sie erklärt, wieso wohl, zumindest bis vor kurzem, tatsächlich eine große Mehrheit in Russland hinter Putin stand.

      Des Weiteren sagt Gorbatschow, dass er „mit einzelnen seiner [Putins] Maßnahmen nicht einverstanden“ sei und dass es notwendig wäre, „Bedingungen für das Entstehen einer starken modernen Demokratie“ zu schaffen, aber es gelte, dabei „Destabilisierung und Chaos“ zu verhindern. Er gesteht Putin zu, gesagt zu haben, dass Russland „konkurrierende Programme und eine Opposition, die fähig ist, bei Wahlen als reale politische Kraft mit starken Kandidaten anzutreten“ bräuchte. Er wäre sogar bereit, den Präsidenten in dieser Hinsicht zu unterstützen, wenn er es ernst meine.

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