Belarus sucht seinen Act für den ESC 2021: Wer folgt auf VAL?

Mehr als drei Monate sind vergangenen, seit wir das letzte Mal über Belarus (formerly known as Weißrussland) berichtet haben, doch die politischen Machtverhältnisse in dem Land haben sich bislang nicht verändert. Das bedeutet, dass Diktator Alexander Lukaschenko weiterhin Präsident ist und das Duo VAL (Aufmacherfoto) nach wie vor nicht erneut für Belarus beim ESC antreten darf, weil es sich für die Demokratiebewegung stark gemacht und sich mit dem staatlichen Haus-und-Hof-Sender BTRC angelegt hat. Deshalb beginnt nun die Suche nach einem neuen belarusischen Act für den Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam.

Der Sender BTRC hat eine entsprechende Ausschreibung auf seiner Webseite veröffentlicht. Darin heißt es, dass sich sowohl belarusische als auch internationale Künstler für eine Teilnahme bewerben können. Auch welche Sprache die Acts für ihren potenziellen Wettbewerbsbeitrag verwenden wollen, bleibt voll und ganz ihnen überlassen. Anything goes. Nur die offiziellen Regeln der EBU gelten selbstverständlich auch für den belarusischen Act für Rotterdam: Die Künstler dürfen nicht jünger als 16 Jahre alt, der Song darf bisher nicht veröffentlicht und maximal drei Minuten lang sein.

Neu ist in diesem Jahr, dass die Lieder als Live-Video-Version bei BTRC eingereicht werden müssen. So kann der Prozess gestrafft werden, denn die in Belarus sonst obligatorischen (wie wiwibloggs schreibt: „legendary“) Live-Auditions als erster Schritt des Auswahlprozesses entfallen damit (unseren Live-Chat zu den belarusischen Auditions 2020 könnt Ihr hier nachlesen). Darüber hinaus ist bislang vollkommen unklar, wie der Auswahlprozess nach dem Bewerbungsschluss am 31. Januar 2021 weitergehen wird. Das hängt laut BTRC von der pandemischen Lage ab. Ob wir also – wie im vergangenen Jahr – auch 2021 ein belarusisches Vorentscheidungs-Finale mit 12 Beiträgen zu sehen bekommen, steht noch in den Sternen. Sobald es dazu etwas Neues gibt, werden wir natürlich an dieser Stelle darüber berichten.


16 Kommentare

  1. Wäre es nicht ein Zeichen für die Demokratiebewegung in Weißrussland wenn die EU darüber nachdenkt, das Land vom ESC auszuschließen? Oh ich vergaß, die Quote ist ja wichtiger.

    • Das fände ich nicht richtig. Denn dann würde man die Menschen in dem Land noch mehr isolieren.
      Im Falle eines Sieges würde ich aber, in der gegenwärtigen Situation, dort keinen ESC veranstalten.
      Ich finde, man hat ja auch eine Verantwortung gegenüber der Künstler, Fans und Delegationen anderer Länder.

    • Dazu müsste die EU erstmal irgendeinen Einfluss auf die EBU haben. Hat sie aber nicht. Das sind zwei komplett verschiedene Institutionen und darauf legt die EBU massiv Wert drauf. Ist ja nicht so, als hätte die EU schon versucht die EBU in sich einzuführen…
      Also wenn da jemand nachdenken sollte, dann die EBU.

  2. Ob in Belarus oder in Aserbaidschan die Demokratiebewegung ist in beiden Ländern stark. Nur bei einen medial laut, bei den anderen eher still. Ich erinnere hier gern an das politische Statement von Anke Engelke 2012.
    Laut EBU will sie sich aus der Politik heraushalten. Naja……..

  3. Wenn man sich überlegt, dass der belarussische beitrag eigentlich nur von lukaschenko’s gnaden abhängt, dürften da nicht allzuviele symphatiepunkte zusammenkommen.

  4. Es ist natürlich sehr bedauerlich und hat irgendwie auch ein „Geschmäckle“, denn es sieht natürlich so aus, als wenn ein „linientreuer“ Act gesucht wird, oder zumindest einer, der nicht auftrumpft.😕
    Sehr schade um VAL, denn ihr Song 2020, hat mir immer besser gefallen.

    • Kurze Anmerkung noch: Ich würde mich dennoch über eine VE freuen, denn letztes Jahr hatte sie einige Perlen zu bieten, neben VAL vor allem auch Chakras.😊

    • Also auch kein Porsteinn’scher Livechat mehr 😒😉
      Und ohne Operacion Triunfo kann ich auch keinen Final-Livechat mehr eröffnen ^^
      Früher war alles besser!!1elf

      • Passt aber zu meiner Vorentscheid-Diät. Ich möchte diese Saison ohnehin alles erst hören, wenn der jeweilige Beitrag feststeht.

  5. Lukaschenko wird dereinst und hoffentlich bald an den Ort übersiedeln, an den er gehört: ein Einzelzimmer mit 24-Concierge in Den Haag, mit begrenzten Ausgangszeiten zum Innenhof

      • Im Vorweg: Ich entschuldige mich dafür, dass meine folgenden Worte vielleicht etwas hart klingen mögen, aber nicht dafür, falls sich einige Kommentatoren eventuell beleidigt fühlen werden.

        Was macht ihr Demokratiebeschützer denn aktiv, um die Demokratie bei uns voran zu bringen und zu schützen? Der Großteil von uns Deutschen nimmt die Demokratie als längst erreichten und unveränderbaren Zustand hin, ohne sich tatsächlich mit ihrem Erhalt auseinander zu setzen. Das lässt viel Freiraum für unsere Demokratie sich langsam aber sicher in einen post-demokratischen Zustand zu entwickeln.

        Stattdessen wird mit erhobenem Zeigefinger auf andere Länder gezeigt und hohle Phrasen strömen aus noch hohleren Köpfen. Bitte kehrt erstmal vor eurer eigenen Haustür und sorgt dafür, dass Proteste von Demokraten endlich wieder den Protesten von rechten Spinnern den Raum (und die Berichterstattung) nehmen.

      • @Lin
        Nichts für ungut, hier geht es in erster Linie um Musik, es ist logisch, dass man auch schon einmal auf die politischen Verhältnisse in anderen Ländern eingegangen wird. Dass der ESC völlig unpolitisch ist, das ist wohl wünschenswert, aber auch völlig illusorisch. Aber die Situation in Belarus mit der in Deutschland zu vergleichen, finde ich arg weit hergeholt. Auch wenn es, zugegebenermaßen, momentan Einschränkungen gibt, die auch wieder vorbei gehen werden, wenn sich die Lage wieder entspannt hat.
        Es tut außerdem nichts zur Sache und ich denke auch nicht, dass dieses Forum ein angemessener Ort ist, dies zu diskutieren.
        Außerdem wundere mich ein wenig über diesen Ton, ich gehe mal davon aus, dass Du uns nicht persönlich kennst, dann finde ich solche Aussagen, wie „noch hohlere Köpfe“, sorry, eine Unverschämtheit.😕😡😡

  6. Auch internationale Künstler sind eingeladen – eine neue Chance für Aly Ryan!

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