Belgier mit internationalem Format: Blanche veröffentlicht „Empire“, Loïc Nottet „Sillygomania“

Loïc Nottet Blanche Empire Sillygomania Album Cover CD Kritik Belgien ESC Eurovision

Zwischen 2015 und 2017 hatte Belgien beim Eurovision Song Contest einen richtigen Lauf und konnte sich dreimal in Folge nicht nur für das Finale qualifizieren, sondern sogar in allen drei Jahren die Top 10 im großen Finale erreichen. Loïc Nottet, Laura Tesoro und Blanche (in chronologischer Reihenfolge) waren die Acts, die für diesen Erfolg verantwortlich waren, und zwei davon, nämlich die beiden ESC-Viertplatzierten Loïc Nottet und Blanche, haben nun neue Alben veröffentlicht, die es sich lohnt, genauer anzuschauen und natürlich auch genauer anzuhören.

Loïc Nottet – Sillygomania

Loïc Nottet Sillygomania Album Cover ESC 2015 Eurovision Belgien

Loïc Nottet veröffentlicht nach dem Debüt „Selfocracy“ mit „Sillygomania“ bereits sein zweites Album und wie der erneut außergewöhnliche Titel vermuten lässt, bleibt der mittlerweile 24-jährige Sänger seinem Stil weiterhin treu. Auf seinem zweiten Werk wechseln sich künstlerisch anspruchsvolle oder textlastige Stücke mit Mainstream-Ohrwürmern ab. Einer dieser publikumswirksamen Songs ist die Vorab-Single „Heartbreaker“, die ohne Probleme in jedem Formatradio in Dauerschleife laufen könnte.

Dagegen beginnt das Album mit dem zweieinhalb-minütigen Monolog „Sillygomania“, dessen musikalische Untermalung sich wie ein guter Filmsoundtrack anhört. Hier muss man sich als Zuhörer richtig auf das Album einlassen, um die gesamte Tiefe von Loïcs Schaffen und seiner Texte zu erfassen. Um es nur nebenbei zu hören, ist das Album zu schade. Das zeigt sich beispielsweise auch bei dem über sechs-minütigen Opus „Mr/Mme“, das das Album abrundet und Loïcs erstes komplett auf französisch gesungenes Lied darstellt.

Zwischendurch gibt es aber auch viel leichtere Kost, die sich direkt im Ohr festsetzt und mit der Loïc sich ohne Zweifel an Weltstars wie Michael Jackson und Justin Timberlake orientiert – ohne dabei aber seinen eigenen Stil aufzugeben. Ohnehin verleiht die Stimme des belgischen Sängers jedem seiner Songs eine ganz eigene Note, die sicherlich auch nicht jedermanns Sache ist. Als Gesamtfazit bleibt aber trotzdem eine unbedingte Hörempfehlung.

Das Album „Sillygomania“ von Loïc Nottet ist jetzt unter anderem bei Amazonbei iTunes und auf Spotify verfügbar.

Blanche – Empire

Blanche Empire Album Cover CD ESC 2017 Eurovision Belgien

Endlich hat es Blanche geschafft, ihrem ESC-2017-Erfolg „City Lights“ und weiteren einzelnen Singles ein ganzes Album folgen zu lassen. „Empire“ heißt es und wo Loïc Nottets „Sillygomania“ mit Effekten und Stilen spielt, ist Blanches Werk eher gleichförmig und aus einem Guss – und zwar im besten Sinne. Wer die bisherigen Songs der Sängerin kennt, wird auf „Empire“ nicht überrascht, aber auch nicht gelangweilt. Genauso wie Blanche beim ESC – teilweise zum Leidwesen der Fans – nicht aus ihrer Haut konnte und einfach ihr Ding durchgezogen hat, tut sie das auch auf diesem Album.

„Empire“ schlängelt sich wie ein ruhiger Fluss aus Elektro-Dream-Pop in den Gehörgang der Zuhörer und eignet sich ganz hervorragend für einen entspannten Nachmittag zu Hause. Manchen dürfte das Album vielleicht zu eintönig sein, aber wer auf Blanches Stil steht, kommt voll und ganz auf seine Kosten. Das lange Warten hat sich jedenfalls gelohnt und wir dürfen gespannt sein, wie sich Blanches Karriere nun entwickelt.

„EMPIRE“ von Blanche ist jetzt unter anderem bei Amazonbei iTunes und auf Spotify verfügbar.


8 Kommentare

  1. Bin von beiden eigentlich Fan und muss nun bei beiden Alben widersprechen.

    Zunächst Blanche, das ist einfacher: das ist einfach immer und immer und immer wieder das Gleiche. Gefühlt spielte das Album 4 Stunden und es änderte sich… nichts. Teilweise merkt man nichtmal, wo das eine Lied aufhört und das andere schon anfängt. Hab ja die Vorab-Singles immer nur so für sich gehört und fand das immer ganz ordentlich. Nun find ich es leider nur unsagbar langweilig und nichtssagend.

    Jetzt Loic, den ich verehre. Es gibt mMn keine besseren Sänger als Michael Schulte und Loic Nottet. Punkt. Florian Silbereisen ist sehr nah dran, aber nein. (Und ja, das war Ironie.)
    Und auch von Loic kannte ich natürlich alle Vorab-Singles und war und bin begeistert von dieser Vielseitigkeit. „Mr/Mme“ ist einfach großartig zum Beispiel, „Candy“ und „Doctor“ mag ich in all ihrer musikalischen Spleenigkeit. Aber wo es auf einem ganzen Album dann bei Blanche zu wenig Abwechslung war, ist es nun bei Loic zuviel davon. Es ist einfach nicht rund, ich kann es nicht greifen. Und ich kann auch nicht sagen, für welche Art Musik Loic steht. Das konnte ich zwar vorher auch nicht, aber ich hatte mir vom Album eine deutlichere Botschaft gewünscht. So wirkt es nun, als hätte er sich noch nicht gefunden, so rein künstlerisch. Und vielleicht muss man das auch gar nicht. Er ist ja auch noch jung und so weiter. Aber eine eigene Handschrift erkenne ich nicht.

    Von Loic werde ich Fan bleiben. Allein für „Mr/Mme“ verdient er halt bedingungslose Liebe forever und so. Bei Blanche bin ich raus. Komplett.

  2. „Heartbreaker“ klingt mir zu austauschbar, Loic Nottet hatte schon viel bessere Songs, vor allem sein ESC-Song 2015.
    „Empire“ gefällt mir ganz gut, kommt aber an „City Lights“ nicht ganz heran. Aber ich liebe Blanches Stimme.
    🙂

  3. Von den beiden Liedern im Artikel gefällt mir das atmosphärische „Empire“ deutlich besser als „Heartbreaker“, das ich fürchterlich beliebig finde. Da ich allerdings viele andere Lieder von Loïc Nottet mag, werde ich totzdem in sein Album reinhören. Ich bin mir sicher, dass sich dort die eine oder andere Perle findet.

  4. „Burning an empireeee happens so easy“, ach Entschuldigung, der falsche Ohrwurm 😇😂
    Blanche mag ich sehr gerne!

  5. Loïc Nottet war damals beim ESC mein absoluter Favorit. Dennoch habe ich mich auf die Platzierung gefreut.

    Es gibt Körperhaltungen und Bewegungen, die sind immer während einer Performance beim ESC nachteilig. Loïc Nottet lag während seines Auftritts für knappe 20 sec. auf der Bühne, das geht gar nicht. Das hat ihn Punkte gekostet. Vielleicht klappt es beim nächsten Mal besser 😉

  6. Beide Alben hätten einen extra Artikel verdient!! (Und ich sage das, ohne mir Sillygomania ganz angehört zu haben, aber es KANN nur gut sein)

    Von Blanche bin ich seit 2017 ein riesen Fan, und zwischendurch war ich mir auch mal unsicher ob sich das lange Warten lohnen würde. Jetzt, wo ihr Album da ist, kann ich sagen – JA, es hat sich gelohnt. Sie hat eine bemerkenswerte künstlerische Entwicklung hingelegt. Und ich bin stolz darauf, wie ehrlich und persönlich ihre Songs erscheinen, nicht irgendein mainstream Pop. Grüße von einem weiterhin großen Blanche – Fan 🙂

  7. Das neue Album von Blanche gefällt mir sehr gut. Ein Titel daraus, „How does that sound“ wurde heute in der Deutschlandfunk-Sendung Corso vorgestellt (mit Verweis auf ihre erfolgreiche ESC-Teilnahme).

Schreibe eine Antwort zu ESCFan2009 Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.