Charts-Überblick: „Think About Things“ von Daði og Gagnamagnið erreicht die Top 40 in Großbritannien

Zwei Wochen nach „Eurovision: Europe Shine a Light“ ist es an der Zeit, einen Blick auf die Charts Europas zu werfen. Welche Beiträge konnten sich platzieren? Gibt es in diesem Jahr einen ESC-Hit oder hat die Corona-Absage auch hier einen Strich durch die Rechnung gemacht?

Die großen Gewinner: Daði og Gagnamagnið (Island) und Little Big (Russland)

Es war schon fast zu erwarten: Daði og Gagnamagnið haben mit „Think About Things“ den europaweit größten Erfolg eingefahren. Dies war bereits lange vor dem 16. Mai der Fall, denn bereits Ende Januar ging der Song erstmals viral. Am Freitag erreichte der Song in seiner zweiten Chartwoche in Großbritannien mit Platz 34 die Top 40 der UK-Charts – wohlgemerkt der einzige ESC-Song, dem dieser Erfolg 2020 gelang. Neben der isländischen Heimat, wo der Titel wochenlang auf Platz 1 stand, erreichte der Song Platz 3 in Irland sowie der Bubbling Under-Charts in Belgien (Flandern). In Belgien platzierte „Think About Things“ sich ebenfalls bereits auf Platz 36 der Airplay-Charts. Auch in Schottland reichte es für Platz 10, zudem zogen Daði og Gagnamagnið auf Platz 33 der schwedischen Single-Charts ein.

Ebenfalls sehr erfolgreich unterwegs ist die russische Gruppe Little Big. Erst vor einigen Tagen überschritt das Musikvideo zum ESC-Beitrag „Uno“ die Grenze von 100 Millionen Aufrufen auf YouTube – und ist damit erst der zweite ESC-Beitrag, dem dies jemals gelang. In Russland, der Ukraine, Estland, Ungarn und Litauen ist der Song bereits zum Hit geworden, zudem reichte es für Platz 97 in den schottischen Charts.

National erfolgreich: Diodato, The Roop und The Mamas

Viele der diesjährigen Beiträge schafften keinen internationalen Erfolg, landeten dafür allerdings nationale Erfolge in ihren Heimatländern. Diodato erreichte mit „Fai rumore“ nach dem Sanremo-Festival Platz 1 der italienischen Charts, sein Album „Che vita meravigliosa“ Platz 4. Mittlerweile ist der Song in Italien mit Platin-Status ausgezeichnet worden.

Auch The Roop sind in ihrer Heimat Litauen sehr erfolgreich unterwegs und stehen dort an der Spitze der Charts. Nach dem Erfolg beim deutschen ESC-Finale aus der Elbphilharmonie am 16. Mai platzierte sich „On Fire“ außerdem in den Top 5 der deutschen iTunes-Charts und war auch in den Top 500 der Apple Music-Charts vertreten. Letztendlich reichte es aber nicht für eine Platzierung in den Single-Charts.

Ebenfalls mit Platin-Status ausgezeichnet wurden The Mamas für ihren ESC-Titel „Move“. Dieser erreichte nach dem Sieg beim Melodifestivalen Platz 1 der schwedischen Charts.

Breite Leere: Kein ESC-Song in den deutschen Charts

In diesem Jahr erreichte leider keiner der ESC-Beiträge die Top 100 der deutschen Charts. Duncan Laurence schaffte es im vergangenen Jahr mit „Arcade“ immerhin noch auf Platz 25. In den Download-Charts sind jedoch einige der ESC-Songs vertreten gewesen, darunter vor allem The Roop aus Litauen (Platz 18), The Mamas aus Schweden (Platz 50) sowie Little Big aus Russland auf Platz 71.

Insgesamt schnitten die Songs des Free European Song Contest auf Pro Sieben in den Charts deutlich besser ab: Gewinner Nico Santos stand mit „Like I Love You“ auf Platz 24, für Sarah Lombardi sprang mit „Te Amo Mi Amor“ sogar Platz 11 heraus, was wiederum ihr größter Charterfolg in Deutschland seit 2011 ist.

Nach der dritten Folge von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ stieg „Calm After The Storm“ von The Common Linnets wieder auf Platz 21 der Download-Charts ein, die Cover-Version von Max Giesinger zudem auf Platz 35.

Für Ben Dolic reichte es somit weder für einen Einzug in die deutschen Single-Charts, die Download-Charts oder die Top 200 auf Spotify. Allerdings kletterte „Violent Thing“ am 16. Mai wieder in die Top 100 der iTunes-Charts sowie in die Top 300 auf Apple Music. Mittlerweile ist „Violent Thing“ allerdings nicht mehr in den deutschen iTunes-Charts vertreten. In den Airplay-Charts hielt der Song sich zuletzt noch in den Top 65.

Habt Ihr damit gerechnet, dass Daði og Gagnamagnið den größten kommerziellen Erfolg landen werden? Und wie beurteilt Ihr das Abschneiden von Ben Dolic? 


3 Kommentare

  1. Nach wie vor finde ich es gut, dass Ben Dolic von den Radios mit Wohlgefallen aufgenommen wurde und es somit auch in die Airplay-Charts schaffte. Er war sogar mal zwischen den Plätzen 30 und 40 unterwegs, aber in die Hot Rotation schaffte er es leider nie so richtig.

    Richtig schade für Ben ist natürlich, dass er es zu keiner Zeit in die richtigen Single Charts geschafft hat. Dabei hätte der Song durchaus das Potential dazu. Aber dafür sollte man sich auch erstmal in den Streamingplattformen hochkämpfen, was ihm ebenfalls nicht gelang.

    Bevor Dadi Freyer beim deutschen ESC-Finale den Vogel komplett abgeschossen hat, war der Song auch verdient im Hype. Der kommerzielle Erfolg war vorprogrammiert und die hohen Chartsplatzierungen kamen dementsprechend. An sich kann man es dem isländischen Wahlberliner auch nur vom Original-Song her gönnen, denn er ist einfach einer, der von seiner Machart auf der Bühne und der Musik heraussticht.

    Russland ebenso. Die Musik ist einfach gefragt. Rave-Pop, ein bisschen sinnbefreit, aber dafür immerhin mit starker Performance, die bewusst über 100 Millionen YouTube-Klicks verdient hat.

    Von The Roop und den Mamas habe ich international mehr erwartet. „Move“ macht einfach gute Laune und ist ebenso ein guter radiotauglicher Song auf internationaler Ebene. „On Fire“ liegt in den internationalen Umfragen voll im Trend. Warum dabei außerhalb Litauens und bei uns in Deutschland keine Single-Charts-Platzierung herausgekommen ist, kann ich mir nicht erklären. Aber immerhin sind die Downloads und Streams ok.

    Zu „Like I Love You“ vom FreeESC: Der Song war halt auch schon vor dem Contest kommerziell erfolgreich, sowohl in den Single-Charts, als auch in den Airplay-Charts. Eigentlich war das der FreeESC-Sieg schon vorprogrammiert, und dadurch auch der weitere kommerzielle Erfolg. Der Song ist nun in den Top 5 der Airplay-Charts und radiotechnisch auf Hot Rotation. Aber ist ja auch ein guter Song, Nico Santos ein sympatischer Typ, der Song modern mit elektronischer Topic-Anmutung und das Gesamtpaket stimmt.

  2. Dadis Erfolg war zu erwarten, obwohl er bei mir eigentlich nur bei der isländischen VE zündete. Aber okay, ist halt nur meine Meinung. Ich gönne ihm natürlich vom Herzen den Erfolg🙂 Rein akustisch finde ich „Uno“ und „On Fire“ um Klassen besser.
    Na ja, und dass „Violent Thing“ nicht besonders einschlägt, ist auch keine Überraschung. Möglich, dass er in die Charts eingestiegen wäre, wenn ein regulärer ESC stattgefunden hätte, je nach Platzierung natürlich.
    Michael Schulte hatte, soweit ich mich erinnern kann, erst nach seinem Auftritt in Lissabon, nennenswerten Erfolg.🙂

  3. Schon irgendwo tragisch, dass es kein ESC-Song in die Charts geschafft hat! Vielleicht würde das etwas bringen, wenn die Öffis mehr die Song sspielen würden. Zum Beispiel hatte der hessische Rundfunk bei hr1 am Freitag interessanterweise während der Bundesliga-Berichterstattung kurz über den ESC gesprochen (auch wegen 10 Jahre Lena-Sieg), im Anschluss liefen Satellite, Waterloo und aus Gründen tatsächlich My last breath! Einziges Manko war nur, dass die Moderatoren nicht up-to-date waren bzgl. der Regelung für die Beiträge nächstes Jahr. Aber trotzdem eine schöne, kleine Würdigung, gerne wieder!

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