Corona und der ESC 2021: Alle Acts müssen zur Sicherheit ein Live-Video einreichen

Werden die Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2021 im kommenden Mai wirklich auf dieser beeindruckenden Bühne in der Ahoy Arena von Rotterdam stehen? Das hängt im Wesentlichen vom Geschehen der Corona-Pandemie in den kommenden Monaten ab. So oder so: Der ESC soll in jedem Fall stattfinden und die European Broadcasting Union (EBU) sowie die verantwortlichen niederländischen Rundfunkanstalten NPO, NOS und AVROTROS haben unterschiedliche Szenarien erarbeitet, wie das unter welchen Bedingungen gehen kann.

Zwei der vier Szenarien sehen vor, dass die Auftritte der Acts teilweise (z.B. weil in einigen Ländern Reisebeschränkungen gelten) oder alle (wenn es z.B. das Infektionsgeschehen in den Niederlanden nicht zulässt) vom Band kommen und nicht live in der Halle stattfinden. Heute hat die EBU Details dazu veröffentlicht, wie das konkret aussehen soll.

Das Wichtigste: Alle Länder müssen bis zum 26. März ein entsprechendes Video einreichen – unabhängig davon, wie der ESC dann tatsächlich stattfinden wird. So können sich die nationalen Sender nun schon darauf einstellen und die niederländischen Organisatoren haben die entsprechenden Auftritte, falls man den Contest kurzfristig restriktiver durchführen muss als geplant.

Dieses Video muss „live-on-tape“ aufgenommen werden, so wie wir das ja bereits von der deutschen Präsentationsshow „Unser Lied für Rotterdam“ aus diesem Jahr kennen. Soll heißen: Der Auftritt wird aufgenommen und darf im Nachgang nicht bearbeitet werden – weder was die Optik angeht, noch was die Musik angeht. Der künstlerischen Freiheit und Kreativität sollen dabei nur wenige Grenzen gesetzt werden („OpenUp to variety“), so dass die Auftritte durchaus recht unterschiedlich ausfallen dürften. Die Sender dürfen die technischen Möglichkeiten nutzen, die es auch auf der Bühne in Rotterdam geben würde, das Setting darf aber auch reduzierter sein.

Gleichzeitig gibt es dann doch ein paar Vorgaben, an die sich alle halten müssen. So muss der Auftritt zum Beispiel ohne Publikum stattfinden, außerdem dürfen unter anderem keine Overlays, keine Green Screens, kein Wasser und keine Drohnen verwendet werden. Alle Länder müssen ihren Aufnahmeplan, das Studio-Setting und den Kameraplan mit einem Koordinator der niederländischen Verantwortlichen abstimmen. Außerdem sind nur drei Takes erlaubt, die innerhalb von einer Stunde im Kasten sein müssen. Aus diesen wählt der Head of Delegation dann den Take aus, der letztendlich verwendet werden soll. Um all das zu gewährleisten, wird die Aufnahmesession per Liveübertragung von Executive Supervisor Martin Österdahl sowie einem unabhängigen Voting-Beobachter von Ernst & Young überwacht.

Vorentscheidungsauftritte dürfen übrigens nicht eingereicht werden, wiewohl dasselbe Set genutzt werden kann.


48 Kommentare

  1. Eine gute Nachricht das der ESC so oder so stattfindet👍🏻😁
    Ich finde es prima das daran schon so arg gearbeitet wird und man Videos vorab drehen lassen will um für alles Vorbereitet zu sein. Ob jetzt die Auflagen alle vernünftig sind oder ob es zu viele oder zu wenige gibt, darüber lässt sich streiten. Da das alles Neuland ist muss man denke ich einfach abwarten was daraus entsteht.

  2. Ich finde, das klingt, den Umständen entsprechend, gut. Zeigt es doch, dass es auf jeden Fall einen ESC2021 geben soll.
    Natürlich wäre ein ESC mit Live-Auftritten auf der tollen Bühne wünschenswert. Aber in diesen Zeiten muss man leider mit allem rechnen.

  3. Hui… das wird eine richtig spannende Angelegenheit, der ESC 2021 in/aus/um Rotterdam.

    Da wird noch einiges zu erwarten sein.

    Ich vertraue den niederländischen Verantwortlichen, die echt ein Kraftakt bewältigen müssen. Respekt!

  4. Eine gut gewählte Sicherheitsvorkehrung, wo doch alles passen soll, damit etwas so Unvorhergesehenes wie in diesem Jahr nicht wieder passiert. Ich hoffe allerdings, dass das Konzept vom diesjährigen JESC gut funktioniert und auf die Show in Rotterdam übertragen werden kann, also dass die Moderation wenigstens auf der Bühne stattfindet. Natürlich wäre eine Show mit einer einheitlichen Bühne besser, aber wenn es eben nicht anders geht…

    Als kleinen Überblick über die aktuelle Lage in der niederländischen Provinz Zuid-Holland in der Rotterdam liegt:
    Der I-Wert lag heute bei 266 (!), die Zahlen insgesamt innerhalb der letzten Woche bei 9883 Neuinfektionen.
    Und an alle JESC-Fans das gleiche für Polen insgesamt:
    I-Wert: 415
    Fälle binnen letzten sieben Tagen: 159348

  5. Komisch, daß das mit dem Impfstoff nicht erwähnt wird! Diesen Monat soll der erste zugelassen werden und dann könnte der ESC auch mit Publikum stattfinden!

    • Zugegeben, die Nachrichten über die Impfstoff(e) klingen schon echt positiv. Dennoch glaube ich nicht wirklich daran, dass wir nächstes Jahr einen ESC erleben würden, wie wir ihn gewohnt sind.
      Wenn die Impfstoffe die Zulassung bekommen haben, müssen sie ja auch in ausreichender Menge verfügbar sein.
      Bis genügend Menschen geimpft sind, könnte es noch bis Herbst 2021, oder sogar bis Jahresende dauern (vorausgesetzt, es lassen sich ausreichend Menschen impfen, soll ja freiwillig sein, soviel ich weiss). Habe ich gelesen, aber mitunter widersprechen sich die Virologen auch, manche sagen sogar, dass wir erst 2022 wieder ein „normales“ Leben führen können. Jo, abwarten, ich finde es jeden Falls gut, dass die Verantwortlichen an einem Plan B arbeiten.

      • Also ich habe schon das rechte Hosenbein hochgekrempelt und das linke ebenso, zur Not mache ich auch noch den Popo frei, ich will 4 Portionen von jedem Impfstoff und freu mich auf Rotterdam.

    • Gebe da Gaby völlig recht.

      Selbst wenn morgen es mit dem Verimpfen losginge, wäre die Geschwindigkeit in den verschiedenen Teilnehmerstaaten eine völlig unterschiedliche. Will man dann nur Publikum aus NL und den wohlhabenderen Staaten, die mit dem Impfen schon so weit sind, da haben und übrige aufwändig testen lassen? Ich halte das für eine zu riskante und, sorry, fast schon naive Vorstellung.
      Ich hoffe nicht, dass EBU und die Niederländer auf Teufel-komm-raus ein Exempel statuieren wollen… und glaube es auch nicht.

      Ich hatte mal ja den ESC als Open Air ins Spiel gebracht. Hätte eine gänzlich andere Logik, aber wäre vielleicht sogar bei anderer Zeitplanung gegangen und noch größere Möglichkeitsräume für ein Veranstalten mit Publikum eröffnet, aber so… nee, die hier in Aussicht gestellte Planung klingt für mich schlüssig.

  6. Ich will jetzt nicht großartig rumschleimen, aber man muss es der EBU, einschließlich Martin Österdahl (dem ich seit der Sache mit dem aufgezeichneten Begleitgesang kritisch gegenüberstehe), einfach lassen, wie sie das momentan planen. Ich hatte nach der Ankündigung der vier Szenarien schon noch eine Rest-Angst, dass die Szenarien unflexibel seien könnten und man sich nach einem ausgewählten Szenario im Notfall nicht mehr umentscheiden könnte, wodurch der Contest dann doch wieder etwas in Gefahr geraten würde.
    Das hat man jetzt mit den Notfall-Aufzeichnungen clever gelöst. Wird von der technischen Seite ein sehr interessanter und denkwürdiger Jahrgang. Und hoffentlich nur einmalig.

  7. Toll, dass der ESC 2021 stattfinden soll egal wie. Ich hatte da noch so meine Restzweifel, aber dadurch dass die Länder zur Sicherheit die Livevideos schon mal drehen sollen sind meine Zweifel so gut wie beseitigt.

  8. Die interessanteste Info für mich ist eindeutig „kein Wasser“ 😀 Was soll das denn? Jedward und Samir & Viktor rufen bestimmt gerade bei der EBU an… ^^

  9. Find ich gut… der ESC braucht das „Live-Gen“ (und es sei es in dieser Situation halt „on tape“),,,

    Ich hoffe noch, das ist der Macher zweitbeste Lösung. Die Liveschalten-Logik halte ich weiterhin für die beste, da sie den „3-Minuten-und-nur-eine-Chance“-Charakter des ESC aufrecht erhält (als Fallback kann man ja besagten Live-on-tape-Video nehmen). Klar ist das technisch aufwändiger und riskanter, aber der ESC ist per ursprünglichem Gründungsgrund eine große technische Liveschalte der Rundfunkanstalten, bei der das höchste der Gefühle in Sachen Technik zum Einsatz kommen soll. Wenn es eine Sendung gibt, die das stemmen kann, dann muss es der ESC sein.

    Und das mit dem Wasser finde ich auch lustig und bezeichnend… Deutet das auf eine größere Rolle der Einbindung von Wasser im Open Up-Konzept Rotterdams hin, den – um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden – bewusst niemand anderes aufnehmen soll? Passen würde es…

  10. Das ist die gute Nachricht. Es findet statt. Es ist eine weitere gute Nachricht. Es wird Live Auftritte geben. Die Organisatoren sind vorbereitet. Die Realität ist. Auch wenn bald die Impfungen starten ist es eine Illusion das bis Mai schon so viel geimpft wurde das solche Großevents laufen. Es wird schon Monate dauern bis Gesundheitswesen, Risikopatienten sowie Ü60 geimpft sind.

    • Wobei die Ü60 sicher nicht die Kernzielgruppe für den ESC ist… allgemein bin ich (als home office worker) der Ansicht, dass man nach den MA des Gesundheitswesens die ganzen anderen Gruppen, die das ganze durch ihre Arbeit am Laufen halten, zuerst impfen sollte, also die Kollegen in den Geschäften, Logistik, ÖPNV, etc. Oma und Opa können zuhause bleiben (auch wenn sie’s nicht wollen); die Leute, die bei Aldi oder Rewe die Regale befüllen und die Busfahrer hingegen nicht..

  11. Ich gehe davon aus, dass entweder nur die Live-Auftritte oder ausschließlich die Live-Videos beim ESC 2021 gezeigt werden.
    Eine Mischung aus beiden Gruppen wäre wohl gegen die Gleichheitschancen.

  12. Nee Ü60 ist nicht ESC Zielgruppe…wobei es schon viele ESC Fans gibt die Älter sind..gibt die Show ja schon ein paar Tage….aber noch zum Impfen. Da das Hauptziel ist die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen und die Anzahl der tödlichen Verläufe zu minimieren …bei jüngeren Menschen sind die Verläufe ja zu 80% weniger kritisch.

    • Wobei ich viele KassierInnen/BusfahrerInnen nicht als „jung“ sehe, und die sind nunmal durch ihre Arbeit einem wesentlich höheren Risiko ausgesetzt.

  13. Ich hoffe auch auf eine einheitliche Entscheidung, denn der Mix aus Live-Auftritten und Aufzeichnungen beim „Deutschen Finale“ wirkte unstimmig. Für die damaligen Umstände war es völlig okay, aber für den richtigen ESC wäre es ein großer Fehler. Wir werden sehen, wie sich die Situation entwickelt, aber momentan bevorzuge ich Szenario D, auch wenn es am weitesten entfernt ist von dem ESC, den wir kennen und lieben; und ein ESC ohne Live-Publikum sicher auch (finanzielle) Konsequenzen bedeutet. Die Vorstellung, dass nur die Vertreter einige Länder nach Rotterdam reisen dürfen, während andere Länder ausgegrenzt werden, entspricht meines Erachtens nach nicht dem Leitgedanken des ESC.

  14. Bei aller Freude das wir einen ESC in 2021 erleben finde ich es auch schwierig das möglicherweise ein paar Länder die offizielle Bühne nutzen können aber andere eine Aufzeichnung machen müssen. Ich denke da wird es auch je nach finanziellen Mittel und unterschiedlicher Motivation große Unterschiede geben.
    @4porcelli …ja klar gibt es viele Menschen die unseren Alltag stützen die Risikopatienten sind. Die werden hoffentlich auch bevorzugt gefragt. Ich wollte auch damit nur sagen das es für die ESC Fans die gerne den ESC live erleben garnicht die Möglichkeit gibt sich bis dahin impfen zu lassen, je nach Konzept der Impfung. Wie es läuft wird sicher erst Anfang 2021 klarer…

  15. Super, das sind echt Good News und ich freue mich richtig, dass die EBU entschlossen ist, den Contest trotz Corona -wie auch immer dann die Lage sein mag- ausrichten will. Big Applause to the EBU.

  16. Video- Aufzeichnung bis zum 26. März klingt verdammt knapp.
    Klar, manche Länder tun sich leichter, können einfach den Vorentscheidauftritt übernehmen.
    Aber andere haben zu dieser Zeit gerade mal Künstler und Song vorgestellt und überhaupt kein Konzept für die Bühne ausgearbeitet.
    Die müssen nun ihre Planungen etwas vorziehen- bedeutet hoffentlich auch, dass die Veröffentlichung der Songs früher stattfindet.

    Oder man verlässt sich darauf, dass eine Anreise nach Rotterdam möglich sein wird.
    Ich sehe die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass das auch so ist, schließlich laufen z.B die Sportveranstaltungen mit Hilfe der Testkonzepte recht gut.

    • …sorry, zu früh gedrückt: Die Sportveranstaltungen lassen sich relativ gut managen, weil man halt i.A. 2 Teams gut und nicht 41 Länder hat was das Risiko ziemlich verstärkt. Ich gehe mal davon aus, dass das EM-Konzept mit ich meine 12 Gastgebern runtergefahren wird; sinnvoll wäre es da sicher, das Event wie die Champions und Europa League playoffs auf einen Ort oder eine Region mit mehreren guten Stadien zu konzentrieren (London oder NRW?), um das weitere Rumreisen der Teams zu minimieren.

    • Die Organisatoren waren wohl von der Dynamic des Corona-Virus überrascht worden. Dann war es wohl zu kurzfristig für einen Plan B. Wie ich verstanden habe, wird den einzelnen Ländern zwar künstlerische Freiheit weitgehend gewährt, jeder Auftritt soll aber live gesungen werden, damit alle einigermaßen gleichwertige Bedingungen haben. Muss also extra für den ESC produziert werden, also kein „normales“ Musikvideo.

      Aber ich verstehe Deine Enttäuschung. Die Schweiz hätte dieses Jahr echt gute Chancen auf einen vorderen Platz gehabt.

      • Glaube das eher nicht.Er mag zwar die Töne ziemlich gut treffen.Aber er hat auch die Ausstrahlung einer leeren Streichholzschachtel.Sehe die Schweiz 2021 noch lange nicht Finale.

      • 😀😀“leere Streichholzschachtel“😀😀

        Anfangs hat er mich auch nicht so begeistert, kam erst mit der Zeit, mittlerweile finde ich den Song richtig schön (und das, obwohl ich es normalerweise nicht so „verpienst“ mag. Hat mich irgendwie berührt.🙂

  17. Klingt sehr gut. Nachdem ja im Prinzip alles für den ESC schon vorbereitet ist, kann man sich auf die Corona-Szenarien konzentrieren. Ich frage mich, wann nun wirklich die Deadline ist, an der man sich endgültig für ein Szenario entscheiden muss. Stelle ich mir schwierig vor diesen Punkt zu finden.

  18. „Gleichzeitig gibt es dann doch ein paar Vorgaben, an die sich alle halten müssen. So muss der Auftritt zum Beispiel ohne Publikum stattfinden, außerdem dürfen unter anderem keine Overlays, keine Green Screens, kein Wasser und keine Drohnen verwendet werden.“

    Als ich zum ersten Mal den Text überflogen habe, hatte ich erst gelesen „…außerdem dürfen utner anderem keine Overlays, keine GreenScreens, kein Wasser und keine Drogen verwendet werden.“

    By the way: was sind Overlays? Ich kenne nur Overknees!

  19. Der für den ESC federführende Sender France 2 hat verkündet, daß der nationale Vorentscheid „Eurovision France, c’est vous qui décidez“ im Januar 2021 stattfinden wird:

    https://eurovoix.com/2020/11/21/france-eurovision-france-cest-vous-qui-decidez-to-take-place-in-january/

    Es werden 12 Interpreten teilnehmen und die Show wird nach Angaben der Delegationsleiterin, Alexandra Redde-Amiel NICHT in der Hauptstadt Paris ausgetragen.

    Am 17. Dezember werden die 20 Teilnehmer bekanntgegeben, die im kommenden Jahr am Sanremo Campioni Festival 2021 antreten werden:

    https://eurovoix.com/2020/11/21/italy-sanremo-2021-campioni-participants-to-be-revealed-on-december-17/

    Das Ganze wird auf RAI live übertragen und ich bin mal gespannt, ob wir einige wiedersehen werden, die schon in diesem Jahr (z. B. Achille Lauro, Elettra Lamborghini und Rancore) oder davor schon teilnahmen (z. B. Irama, Ultimo, Nina Zilli, Alession Bernabei und Stadio).

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.