Deutsche Vorentscheidung 2020: Das denken die ESC-kompakt-Leser (1)

Schon kurz nach dem vorletzten Platz für Deutschland beim ESC 2019 haben wir von Euch viele Kommentare und E-Mails bekommen, was sich 2020 an der deutschen Vorentscheidung ändern muss, damit es im kommenden Jahr wieder bergauf geht. Einige dieser Ideen wollen wir in der nächsten Zeit hier auf dem Blog präsentieren.

Den Anfang macht heute ESC-kompakt-Leser Lucius.

Die Schuld für die fehlende Songvielfalt bei der deutschen Vorentscheidung gebe ich denen, die doch eigentlich als Heilsbringer gefeiert werden: Der Fachjury und dem Eurovision-Panel (+Vorauswahl durch den NDR). Denn durch das doppelte Jurysystem wird eben alles ausgesiebt, was nicht mainstreamig genug ist. Es spricht doch Bände, dass in zwei Jahren die kantigsten Acts lilly among clouds und VoXXclub waren, die ja auch nur einen Tippelschritt von „normaler“ Popmusik entfernt sind.

Deshalb gibt es nun hier mein (natürlich völlig unfehlbares) Vorentscheidungssystem:

Die Kandidaten für den Vorentscheid werden von einer Gruppe von etwa 30 Leuten bestimmt. Diese sollte aus Mitarbeitern des NDR, die der Contest interessiert, Fans/Fanjournalisten und Vertretern der deutschen Musikszene (sowohl singend als auch produzierend) bestehen. Diese wählen aus allen Bewerbungen die besten und außergewöhnlichsten aus. Danach werden von derselben Gruppe die noch unbedienten Genres aufgefüllt. Die Vorschläge dafür könnten zum Beispiel durch eine Seite im Internet gesammelt werden, auf der man Leute vorschlagen darf. Diese Entscheidungen sollten aber nicht per simplem Mehrheitsentscheid getroffen werden, sondern in Diskussionen, an deren Ende lediglich ein möglichst hoher Konsens steht. Geht man nämlich vor, wie im jetzigen System, ziehen wahrscheinlicher polarisierende Nummern den Kürzeren gegen Nummern, die zwar allen „ganz gut“ gefallen, aber von wenigen als Favorit genannt werden.

Die ausgewählten haben dann mindestens einen Monat Zeit, um eine unbestimmte Anzahl von Songs einzureichen (ich fände drei bis zehn erstrebenswert). Diese sollten auf den verschiedensten Wegen entstehen, zum einen natürlich selbstgeschrieben, zum anderen sollte der NDR Kontakte zu lokalen, aber auch ausländischen Songwritern vermitteln, die diesem Künstler dann einen Song auf den Leib schneidern (Das Song Writing Camp wäre in diesem Umfang wahrscheinlich einfach nicht realisierbar). Als dritte Songquelle stelle ich mich mir eine Art Songdatenbank vor, in die alle Lieder eingespeist werden, die der NDR zusammengesammelt hat oder die eingeschickt wurden. Die Interpreten dürfen sich daraus frei bedienen, sollen aber zu nichts gezwungen werden.

Über alle Lieder, die die Interpreten auf den verschiedenen Wegen zusammengesammelt haben, dürfen nun die Fachjury und die Fans entscheiden. Dabei wird einfach von jedem Interpreten das Lied ermittelt, dass am besten ankommt. Die Entscheidung ist für den Interpreten aber nicht bindend und nur als Empfehlung gedacht. Diesen Teil finde ich als TV-Show eher unpassend, weshalb ich die Fans über das Internet abstimmen lassen würde und die Ergebnisse werden im Livestream auf eurovision.de verkündet, wo dann der Interpret auch gleich festlegen muss, mit welchem Song er antreten möchte (Moderieren dürfen natürlich Alina & Stefan).

Der eigentliche Vorentscheid im Fernsehen darf dann gerne so ablaufen, wie die letzten beiden Jahre.

Natürlich ist mir bewusst, dass auch diese Vorauswahl Schwächen hat und durchaus aufwendig ist (Es soll ja noch Geld übrig bleiben, damit noch genug für die Ausarbeitung der Performance bleibt).

Ich freue mich auf Euer Feedback zu meinem Vorschlag.

Bislang erschienen:

Deutsche Vorentscheidung 2020: Jetzt keine Panik!



50 Kommentare

  1. Am besten wäre es mitlerweile glaube ich einen Mann (oder eine Frau) mit Erfahrung ins Rennen zu schicken. Klar, der Künstler muss auch erstmal einen starken Song haben aber die kennen sich einfach besser aus und wissen genau was die Leute haben wollen. Lasst am besten auch etablierten eine Chance und lasst dann einfach das Deutsche und von mir aus auch internstionale Publikum abstimmen. Eine Jury wählt in den häufigsten Fällen das mainstreamigste Lied, doch das Publikum weiß was international ankommt

  2. Innerhalb einer Woche schon der nächste Thread zu diesem Thema. Meine Meinung dazu dürfte mittlerweile bekannt sein, ich habe sicherlich auch schon einige User damit genervt, ich wurde aber nach der Sisters-Pleite erneut darin gestärkt. Es muß neues Denken her ! Bei Schreiber & Co. habe ich meine Bedenken, ob das so angekommen ist.

    • Der Meinung bin ich auch, dass neues Denken her muss. Ein Verantwortlicher des ESC, der in diesem Wettbewerb mit der Zeit geht. Schreiber scheint mir auch ESC-müde geworden zu sein.

      • Herr Schreiber ist leider niemand, der mit der Zeit geht. Er wird sicher auch in Jahren noch auf seinem Sitz kleben 🙂

  3. Der ESC in Deutschland ist mittlerweile in der Sackgasse angekommen, – etwa ergleichbar mit Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger, nur mit entgegengesetzten Vorausetzungen.

    • Ist dem Autor bewusst das ein Großteil seiner Ideen bereits genau so umgesetzt wird ?

      Ich habe das Gefühl es würde sich nicht richtig informiert vor dem Schreiben dieses Posts !

  4. Man sollte vor allem nicht ständig das System ändern. In den letzten Jahren waren die Länder am erfolgreichsten, die entweder schon seit Jahr und Tag dasselbe System verwenden (Beispiele Schweden, Italien) oder intern auswählen (Niederlande dieses Jahr). Man könnte einfach mal ein paar Jahre bei einem System bleiben.

    • Die Frage, wie genau denn die VE aussehen wird, ist für mich tragikomischerweise inzwischen meist fast schon interessanter als der VE selber.

  5. Der Logikfehler ist nur der: Die Jurys sollen nicht das Kantigste heraussieben, sondern das, was international am besten ankommen wird. Da haben sowohl die Zuschauer als auch die internationale Jury dieses Mal versagt. Nicht das Panel.
    Kantigkeit ist eine gute Voraussetzung, war aber weder bei den Siegern von 2011, 2013, 2015 oder 2019 der Fall.

  6. Ist schon wieder Sommerloch, oder was soll mir dieser „Artikel“ sagen?
    Klasse Ideen, die z. T. So hanebüchen sind, dass ich dachte, ich wäre auf einer Comedy-Seite.
    „Diese sollte aus Mitarbeitern des NDR, die der Contest interessiert,…“.. ab hier war ich spätestens raus, denn wie bestimmt man das Interesse? Schon mal was von „Loyalität“ zum Arbeitgeber gehört?
    „Diese Entscheidungen sollten aber nicht per simplem Mehrheitsentscheid getroffen werden, sondern in Diskussionen, an deren Ende lediglich ein möglichst hoher Konsens steht.“
    Tantrisches Teetrinken mit Erwartung eines göttlichen Segens, oder was?
    „Als dritte Songquelle stelle ich mich mir eine Art Songdatenbank vor, in die alle Lieder eingespeist werden, die der NDR zusammengesammelt hat oder die eingeschickt wurden. Die Interpreten dürfen sich daraus frei bedienen, sollen aber zu nichts gezwungen werden.“
    Schon mal was von Urheberrechten im Musikbusiness gehört??

    Mann mann, so langsam erinnert diese Seite vom Informationsgehalt eher an Pipi Langstrumpf“ I h mach mir die Welt, wie sie mir gefällt! „

  7. „Die Schuld für die fehlende Songvielfalt bei der deutschen Vorentscheidung gebe ich denen, die doch eigentlich als Heilsbringer gefeiert werden: Der Fachjury und dem Eurovision-Panel (+Vorauswahl durch den NDR). Denn durch das doppelte Jurysystem wird eben alles ausgesiebt, was nicht mainstreamig genug ist. “

    Wobei gerade der diesjährige ESC gezeigt hat, dass man für internationalen Erfolg am doppelten System festhalten sollte (sofern Jury und Panel tatsächlich dem internationalen Geschmack entsprechen). Auf den ersten 5 (!) Plätzen landeten Konsensbeiträge. Danach folgten erst Televoting- und Jury-Sieger.

    Ohne das deutsche Televoting hätte übrigens Makeda unseren Vorentscheid gewonnen.

    • Ich verstehe deinen Punkt, aber ich möchte noch drei Punkte anbringen:
      1. Das drei Instanzen-System möchte ich im Vorentscheid Ja Beibehalten, nur für die Vorauswahl wären beide ausgeschlossen.
      2. Uns würde es ja schon mal helfen, Würde wir nur von einer Votinginstanz sehr gut bepunktet werden
      3. Unser System hat diesmal auch einen klaren Jury-Song ausgespuckt. Ich sag nur: Sorry, Germany

    • Wobei „Kantigkeit“ auf den exzellenten italienischen Beitrag durchaus zutrifft. Man sieht also. es kann funktionieren. „Konsens“ muß nicht immer gleich „Mainstream“ heißen.

  8. Danke, dass Du den letzten Punkt noch mal erwähnst – viele scheinen völlig verdrängt zu haben, dass nicht die viel gehypte Aly oder die auch von mir geschätzte Lilly Nr. 2 waren, sondern die unfassbar langweilige Whitney-Gedächtnisnummer. Mit sowas ähnlichem ist ja Polen schon vor knapp 10 Jahren gescheitert, meine ich.

  9. Ich würde den VE deutlich verkleinern. Vllt auf 5 Künstlerinnen verschiedener Genres und dann darauf achten, dass die Künstlerinnen auch selber Musik machen und nicht dieses dämliche Songwriting Camp.
    Beispiel:
    Alexa Feser
    Oonagh
    Kim Petras
    CLAIRE
    Wirtz
    einladen und ihnen dann aber auch die Freiheit lassen, selber zu komponieren und ein Lied mitzubringen, dass auch wirklich zu den Künstlerinnen passt.
    Und endlich mal iwas an Staging machen. So wie Aly Ryan. Deutschland hat neben dem UK immer die lahmste Show des Jahres.

    • Also, mir fehlen hier die PC-mässigen Genderhäckchen, -sternchen oder Binnen-Is bei den sog. Künstlerinnen: Wirtz scheint männlich zu sein und Kim Petras war mal männlich, Claire ist eine gemischtgeschlechtliche Gruppe und bei den beiden anderen Namen scheint es sich um Frauen zu handeln. Also, wenn Du schon genderst, mach‘s richtig. PS: Die Ironie im ersten Halbsatz schenke ich Dir.

    • Bei Oonagh bin ich mir nicht sicher, ob sie ihre Songs auch selbst schreibt. Genremäßig wäre sie aber nicht uninteressant.

  10. Đelo Jusić ist tot . Im jugoslawischen Beitrag 1968 wurde er, der eigentliche Kopf von Dubrovački Trubaduri, wegen des damals noch herrschenden Tanzkapellenverbots beim ESC in den Hintergrundchor verbannt. Das ist übrigens trotz großer Konkurrenz mein Lieblingsbeitrag des Jahrgangs

    R.i.P.

  11. Letztendlich kann man den Wunsch vieler darauf verkürzen: Wir wollen etwas mit Ecken und Kanten, aber erfolgreich soll’s sein.
    Dieser Schuss kann treffen, aber genauso gut nach hinten losgehen.

    • Ha ha, glaubst Du allen Ernstes, dass den NDR interessiert, was die Fans für gute Ideen haben? Oder habe ich das Memo nicht bekommen, in dem steht: Liebe ESC-Fans, wir wollen Eure Ideen und mit Euch zusammen an Verbesserungen arbeiten?

      • Habe ich nicht behauptet! Das Lob galt dem Team von ESC-kompakt! Und über neue Ideen diskutieren darf man ja wohl noch, unabhängig davon ob es dem NDR gefällt!

        Vielleicht wirst Du eines Tages Mitarbeiter beim NDR sein. Wer weiß?

  12. Erstmals dank an Lucius.

    Irgendwie schließt ein öffentliches Vorentscheid kantige Musik von vorne herein aus. So bald Gruppen sich entscheiden sollen, heißt der Gewinner immer Konsens. Dein Weg heißt erst den Interpret finden, danach einen passenden Song dazu.
    Seitengasse: Songdatenbank und Urheberrechten schließen einander nicht aus. Auf den ESC werden neue Songs gebracht. Da sehe ich ein anderes Risiko. Die Kandidaten bedienen sich an der Theke mit Restmaterial, das zu gut für die Tonne aber zu schlecht für anderen war.
    Jury(s) und Publikum geben eine unverbindliche Vorliebe ab, der Künstler darf selbst entscheiden was er singen möchte? Warum soll jemanden sich die Mühe machen mit mehr als einen Song anzutreten? Wer singt, ein Instrument spielt, weiß meistens selbst am besten was passt und was nicht.
    Mein Fazit: je aufwendiger die Vorauswahl, je mehr nur gebügelte Song und Sänger eine Chance haben den Vorentscheid zu gewinnen.

    Ich bin neugierig auf den anderen Vorschlägen.

  13. Das ist nur eine von vielen unnötigen Ideen. Nur weil man einen Prozess möglichst kompliziert gestaltet, muss noch lange nichts gutes dabei herausschauen. Eine Person mit gutem Riecher und besten Kontakten finden, die die Songsuche übernimmt, und ein kleines Team auswählen lassen. Das reicht vollkommen.

  14. Ja, wir haben wieder Sommerloch !!! Jetzt geht die Leier mit dem Pausenclown Vorentscheids Ensemble schon wieder los.

  15. Danke für den Artikel! 🙂 Meine Gedanken zum Konzept:
    1. Ich teile die Auffassung, dass Panel und Jury gemeinsam eher die außergewöhnlichen Beiträge aussieben, weswegen es Mechanismen bei der Auswahl geben muss, die dem entgegenwirken.
    2. Die Auswahl des einen Songs pro Künstler durch eine Vorabstimmung klingt erstmal gut (Songs werden „getestet“), allerdings mache ich mir dann Sorge, dass die Fans sich bereits auf einen Song insgesamt einschießen (so wie Aly) und wir haben wieder einen Hype. Ich würde das also nicht als große Internetabstimmung machen, sondern den Kreis der Entscheider klein halten, damit die Fans nicht sofort wieder einen Wank präsentiert kriegen, der dann in der Probenwoche gehypet wird, um am Ende bitter lemon zu spielen.

  16. Das Konzept war OK ! Mein einziger Vorschlag ist: sucht schnell nach den Teilnehmern und lasst Ihnen Zeit, Ihren Song zu entwickeln.

  17. Ganz gleich wie wir den nächsten deutschen Beitrag finden, wünsche ich mir eine Künstlerin oder einen Künstler, die/der an der Komposition ihres/seines (man ist das kompliziert, wenn man pc sein will …) Liedbeitrags beteiligt ist. Ich habe genug von dieser internationalen Stangenware, die in etwa so interessant ist wie Tütensuppe. Mit Michael Schulte war man auf dem richtigen Weg, auch wenn ich mit seinem Beitrag nur wenig anfangen konnte, ist dieses Jahr aber von selbigem wieder abgekommen. Ich hätte auch nichts gegen eine starke Tanznummer. Wann hatten wir denn letztmals Spaß beim ESC? Mit Lena 2010.

  18. Ich finde es schön, zu lesen, dass sich so einige von uns Gedanken machen, wie es zukünftig mit dem ESC in Deutschland weitergeht.

    Daher erst einmal herzlichen Dank @Lucius, denn das ist ja nicht selbstverständlich.

    Ich für meinen Teil habe die Hoffnung an nachhaltigen Erfolg aufgegeben.
    Denn das Problem ist nicht in erster Linie das Auswahlsystem, sondern die Auswahl der Kompositionen als Grundlage für den Wettbewerb. Im gegenwärtigen Konzept spielt die/der Sänger/in die Hauptrolle. Tragikomischerweise gab es bei den S!sters den Song zuerst und danach wurde verzweifelt nach zwei Mädels gesucht. Das Ergebnis ist bekannt, Song und Sängerinnen passten nicht zu der ohnehin schon langweiligen, mittelmäßigen Komposition. Das Staging in der VE verführte Televoter und Jury zu der ersten Wahl. Einzig das Eurovisionspanel, das sich schon etwas länger mit den Songs beschäftigte, hat „Sister“ auch zurecht weiter hinten eingeordnet. Von den miserablen Liveleistungen und den grauseligen Auftritten des VE aller Beteiligten, inklusive dem Fernsehteam, will ich gar nicht sprechen. Das ist Geschichte.

    Es kann in Zukunft nur nach vorne gehen, wenn fertige Songs mit passenden Künstlern und ihrer Liveleistung den geschätzten Televotern und den Jurys nicht erst am Tag der Entscheidung bekannt gemacht werden. Diese elende Geheimniskrämerei ist die Basis der Fehlentscheidungen.
    Nun kann man in der Gegendarstellung das Melodifestivalen ins Feld führen. Da sind die Songs auch erst in den jeweiligen Deltävlings bekannt. Ja, das stimmt. Aber die teilnehmenden Künstler werden bereits im Dezember des Vorjahres bekanntgegeben und es sind 28 Acts der unterschiedlichsten Genres. Es sind außerdem 6 Entscheidungstage. Jeder kennt am Finaltag jeden Song. Das Risiko einer Fehlentscheidung ist dadurch minimiert. Aber selbst da kann man auch ins Klo greifen.
    Nun ja, Deutschland muss seinen eigenen Weg finden. Ich hoffe nur, dieses Stückwerk (basteln wir uns den Künstler und einen Song) hat ein Ende. Aber ohne andere Verantwortlichkeiten und entsprechenden Stellenwert bei der ARD und dem NDR ist das hier von Fanseite vergebliche Liebesmüh, sozusagen „a losing game“.

  19. Der Schönheitsfehler, der allen individuellen Beiträgen in diesen Kommentaren hier zugrunde liegt, ist leider der, dass weder der NDR nach unserer Meinung gefragt hat, noch dass ESC-Kompakt in irgendeiner Weise legitimiert ist, ein irgendwie geartetes Feedback an den NDR zu übermitteln oder dazu aufgefordert worden zu sein. Vergebene Liebesmüh nannte das meine meine Oma immer.

    • Dann können wir ja auch gleich den Blog einstellen. Auch die Organisatoren in Tel Aviv haben nicht nach unserer Meinung gefragt, genauso wenig wie die Künstler nach unserer Meinung zu den Songs. Und so weiter, und so fort…

  20. Vielleicht missverständlich ausgedrückt, aber eigentlich dann wieder nicht. Niemand beim NDR interessiert sich dafür, was die ESC-Fans an Veränderungen oder Verbesserungen vorschlagen. Dennoch suggeriert dieser Ansatz hier, dass Feedback gewünscht wird. Was es nicht ist.

    Was mich und vielleicht auch andere viel mehr interessiert ist, ob ESC-Kompakt irgendwie eine Verbindung zum NDR hat, um die guten Vorschläge dann auch zu platzieren, oder ob ihr irgendwie in den Entscheidungsprozess eingebunden seid.
    Falls ja, gut.
    Falls nein, dann verstehe ich nicht, was ihr mit dieser Reihe bezwecken wollt.

  21. Gut, verstehst du es eben nicht. Egal.
    Diese Reihe hättest du erwarten können, nachdem über mehrere Monate nur gemeckert wurde. Aber sich beschweren ist eins, die Sache positiv angehen und sich laut Gedanken machen was denn für Deutschland funktionieren kann, das ist zwei. Letzteres macht mehr Spaß und bringt auch mehr. Nicht nur im Bezug auf das Thema ‚Vorentscheid‘, auch die generelle Erwartungen sagen viel mehr aus als Anforderungen.
    Und keine Sorge, NDR hat auch die Augen offen und bestimmt wird man dort mitlesen. Es gibt wenig Seiten in der deutschen Sprache, die versuchen sich konstruktiv mit dem Thema auseinander zu setzen.

  22. Ich sehe als Fan eigentlich nicht mehr ein, groß jetzt Vorschläge dem NDR machen zu müssen. Denn das passiert jedesmal nach dem man beim ESC abgekackt ist. Die Fans machen sich Gedanken, wie es weitergeht und die ARD macht weiter wie bisher. Es wird nix grundsätzliches verändert. Dabei gab es doch Konzepte die gut funktioniert haben. Warum hat man denn das Konzept mit mehrteiligen Sendungen nach Beendigung der Zusammenarbeit mit Pro Sieben nicht weitergeführt? Immerhin sprang ein Sieg und zwei Top Ten-Plätze dabei raus. Die Einschaltquote ist ja für die ARD bei weitem nicht so wichtig wie bei Pro Sieben. Ich verstehe nicht warum man dieses Konzept nicht weitergeführt hat. Und dann sollte man auch mal einem Konzept festhalten auch wenn das Endergebnis mal nicht gut war. Die Schweden z. Bsp hatten in den Jahren 2007 bis 2010 auch keine Top-Ergebnisse und haben an ihrem Melodifestivalen auch grundsätzlich festgehalten. Haben es vielleicht in Einzelheiten optimiert, aber grundsätzlich daran festgehalten. Und genauso sollte es der NDR auch machen, das Konzept optimieren und nicht nur alles an einem Abend durchziehen.

    • Danke! Wir denken ähnlich. Da scheinen wir aber hier fast die Einzigen zu sein, die ergebnisorientiert UND realistisch an die Sache rangehen.

      Wenn der NDR meinen/unseren Rat will, soll er sich melden. Ansonsten soll er so weiterwurschteln wie bisher.

  23. Ich bin bei dem Punkt ausgestiegen, wo man meint die Vorauswahl nur durch den NDR zu gestalten, ohne int. Jury und ohne ESC Panel

    Ohne int. Jury würde ich absolut verstehen, aber vor allem ESC Panel zeigt was beim ESC ankommen würde und was nicht, aus diesem Grund sollte man meiner Meinung nach die int. Jury komplett streichen, und das Voting aus ESC Panel und Televoting erstellen.

    Ansonsten ist es meiner Meinung doof, die Songauswahl dem NDR zu überlassen, denn was bringt es, wenn am Ende Panel und int. Jury im VE voten dürfte, aber eben ein schlechtes Angebot herrscht. Zum Beispiel 2017 hätten die beiden Parteien auch nur aus Pest und Sche.ße entscheiden können.

    Und ein klarer Jury Song war „Sister“ ebenfalls nicht, oder habe ich etwa ein sehr gutes abschneiden bei den Jurys verpasst?

    24 Punkte sind meiner Meinung nach keine Rechtfertigung „Sister“ als Jurysong zu bezeichnen. Das wäre dann wohl „Proud“ zum Beispiel gewesen.

    Mal noch eine ganz andere Frage, hat einer von euch schon eine Rückmeldung von dem ESC Panel Auswahlverfahren erhalten? Da sollte man bis Ende Mai eine Rückmeldung erhalten. Meiner Meinung nach, riecht das ganze wie vermutet nach einer Veränderung des Konzepts und das halte ich definitiv nicht für positiv.

    Wie soll ein Konzept sich bewähren wenn man es nach einem oder spätestens zwei Jahren wieder einstampft? Man muss es verbessern, aber in die richtige Richtung, nicht durch irgendwelche doofe „Wildcards“ erweitern. Wäre das System 1zu1 aus dem letzten Jahr übernommen worden, also ohne die Beteilung von Sisters, dann hätten wir deutlich besser abgeschnitten beim ESC, da bin ich mir mehr als sicher.

    Dass der NDR wieder alles in Frage stellt ist einfach lächerlich, vor allem da Schreiber ja immer noch davon überzeugt ist, das Konzept 1zu1 übernommen zu haben, aus dem letzten Jahr, aber dem ist eindeutig nicht so. Ich frage mich manchmal echt, ob die eine komplett andere Wahrnehmung als wir haben….

    • Ich hab noch nichts gehört, allerdings hört man auch nichts, wenn man nicht weiter kommt. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass gerade diskutiert wird, wie man weiter vorgeht und außerdem brauchen wir einen neuen HoD. Der muss ja auch mitreden dürfen. Bin sowieso gespannt wann der bekannt gegeben wird.

  24. Der NDR sollte einfach nach spannenden, interessanten, kantigen, innovativen Titeln suchen die bestenfalls von den Künstlern selbst geschrieben sind und so mit entsprechender Überzeugung dargeboten werden. Kein Mainstream, kein IchMussAllenGefallenTitel.
    Es bedarf auch keinem aufwendigen und teuren Auswahlverfahren mit Pannel, SongCamps, Agenturen etc.
    Hier werden einfach gute Song Scouts gebraucht die den richtigen Riecher für Talente haben.
    Dieses Jahr waren Lily und Aly gute Ansätze , letztes Jahr Schulte, Darcy und Ryk.
    Es reichen auch drei bis fünf Titel wenn Sie gut sind. Und dann Televoting. Fertig. Aber bitte ohne weichgespülten Mainstream.

  25. Komisch, aber hier schimpfen die meisten nur über den Song der S!Stars. Schaut euch mal die Vorentscheid-Performance zum Vergleich an. Warum sagen die, man performt beim Vorentscheid so ähnlich wie auch später beim ESC? Der Song war nicht sehr stark, aber auch schlechte Songs können mit der richtigen Performance glänzen. NDR hat Schwächen bei der Performance. Kann man da nicht mit kompetenten Leuten zusammenarbeiten? Mit einer nicht so langweiligen Performance hätte es besser ausgehen können.

  26. Hat es der NDR nicht dieses Jahr (wieder) selber versaubeutelt, indem er das Songwriting-Talent-Konzept mit dem zusätzlichen Einwerfen der S!sters-Castingware sein Konzept selbst kaputt gemacht hat?
    Außerdem führen öffentliche Abstimmungen über mehrere Songs in der Regel immer nur zum kleinesten gemeinsamen Nenner, der die Fans der unterlegenen Songs gerne reflexartig zum Abwerten des Siegersongs hinreißt. So war es bei Casacada, Anne-Sophie (oder wie hieß sie), Jamie-Lee(?) und eben S!sters. Es sei denn es gibt einen Knaller-Hit, der mit großer, absoluter Mehrheit gewinnt (Lena, Michael Schulte), die dann auch beim ESC erfolgreich sind. Ich finde man darf ruhig wieder über eine interne Auswahl nachdenken, um mal wieder Ruhe in die ganze Sache zu bekommen (ja, ich weiß: 2009 war auch nicht doll). Das Argument, dass intern ausgewählte Lieder keine öffentliche Akzeptanz und Wahrnehmung finden gilt nicht, denn das aktuelle, „demokratische“ System führ genauso zum Kaputtreden des mit relativer Mehrheit gewählten Songs. Man muss halt die richtige Form der Promotion finden.

  27. Leider wurde der Cascada-Schrott im Vorfeld ziemlich hochgejubelt, bei den anderen Genannten hielt sich die Begeisterung eh in Grenzen. Wobei „Ghost“ als Song noch recht gut ist, nur eben nichts für die ESC-Bühne.
    Alles andere waren verschenkte Chancen für Deutschland.

  28. Im Zuge des SCC habe ich mir die deutschen Songs alle noch einmal angehört. Ich bleibe bei meiner Meinung: „Sister“ war der schwächste der zur Wahl stehenden Beiträge (schwach im Sinne von ESC-Eignung). Alle anderen Songs haben mir sehr zugesagt und man spürte, dass die Künstler auch einen Teil von sich selbst preisgaben anstatt eine „Auftragskomposition“ wegzusingen.

    Ich würde am generellen Modus des Vorentscheids also nichts ändern und nur die „Verwässerung“ des Konzepts durch die „Wildcard“ bzw. den „Concept Song“ wieder entfernen. Also quasi back to the roots, back to 2018.

  29. Am 31. August 2019 findet in der portugiesischen Stadt Setubal das Eurovision Live Concert statt und ich bin mal gespannt, ob die Sisters dort ebenfalls auftreten werden.

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