Deutsche Vorentscheidung 2020: Wer hat noch nicht, wer will nochmal?

Bild: Hendrik Nix

Bisher hat sich der NDR noch nicht dazu durchgerungen, sich für oder gegen das Songfindungskonzept zu entscheiden, das 2018 eine echte Perle und 2019 eine letztlich herbe Enttäuschung hervorbrachte. Möglicherweise ist das auch gar nicht so einfach. Auf der einen Seite wäre es vielleicht logisch, das Ganze zu kippen und wieder eine neue Idee zu verfolgen. Auf der anderen Seite kann 2019 nicht alles schlecht gewesen sein, was 2018 noch funktioniert hat. Oder anders ausgedrückt: Nur weil die deutschen Fußball-Nationalspieler beim letzten großen Turnier schmachvoll früh raus mussten, heißt das nicht, dass die alle das Kicken verlernt haben. Natürlich wagte dann auch Nationaltrainer Jogi Löw einen Neuanfang, aber das, was ihn einst stark und zum Weltmeister machte, behielt er bei, also zum Beispiel eine offensive Spielausrichtung.

Will sagen: Wenn sich der NDR darauf besinnt, was 2018 wirklich zum Erfolg geführt hat, muss man nicht zwingend alles ändern. Der Erfolg von Michael Schulte lag doch vor allem an Michael Schulte und daran, dass dieser von Anfang an klar gemacht hat, was er wollte, und der NDR ihm vertraut hat und ihn machen ließ. Und auch selbst an das Projekt glaubte.

All das kann 2020 erneut gelingen. Und kann es wirklich so wahnsinnig schwer sein, einen Act zu finden, der eigenverantwortlich einen passenden Musikbeitrag findet? Der sagt, wie er sich einen Vorentscheidungs- und einen möglichen ESC-Auftritt vorstellt? Einen, der sich nicht verbiegen lässt? Ich glaube, dass da draußen zig Acts auf genau diese Chance warten. Vielleicht noch weitgehend unentdeckte Künstlerinnen und Künstler, wie zum Beispiel lilly among clouds, aber vielleicht auch arrivierte Alt-Internationale, die eben richtig Bock auf ESC haben? Weil sie den ESC als Chance sehen?

Also, warum sollte der NDR nicht über solche Acts nachdenken, die sich schon mal bewiesen haben bei einem Vorentscheid?

Wie wäre es mit Carolin Fortenbacher (Aufmacherfoto), die sich 2008 denkbar knapp den No Angels geschlagen geben musste? Sie kennt die große Bühne durch Musicals und viele eigene Programme. Und da trägt sie mühelos auch englische Songs vor. Allerdings: Warum nicht auch mal wieder einen deutschen Song probieren, der so einen wunderbar lyrischen Text hat wie „Hinterm Ozean“ (von Pe Werner geschrieben) und den Carolin Fortenbacher so kraftvoll vortragen könnte? Auch wenn der große Durchbruch ihr leider nach dem Vorentscheid 2008 verwehrt blieb, ein Publikumsliebling war sie damals im Hamburger Schauspielhaus dennoch.

Oder wie wäre es mit Jeanette Biedermann, die das VOX-Format „Sing meinen Song“ nutzen konnte, um ihre neue Musik zu pushen? Warum sollte sie nicht auch einen ESC-Vorentscheid als Chance sehen, wieder ein breiteres Publikum anzusprechen? Auch Laith Al-Deen könnte das so sehen, wenn man ihn überzeugen würde. Er war schon beim Vorentscheid 2004 sehr gut im Geschäft und geschadet hat ihm sein Auftritt sicher nicht.

Was ist mit Ben Ivory, der im März seine neue Single „Blowback“ veröffentlicht hat? Oder Madeline Juno, die mittlerweile auch deutsch singt. Auch MarieMarie, die 2018 ein neues Album („O“) rausgebracht hat, müsste man nicht erzählen, wie der VE-Hase läuft.

All das könnten interessante und vielleicht auch interessierte Damen und Herren sein, wenn der NDR wieder den Weg beschreiten möchte, Künstler zu verpflichten, die eine eigene Idee haben. Und letztlich wäre es auch für die Quote und sonstige mediale Aufmerksamkeit nicht so schlecht, für den VE den einen oder anderen zumindest semi-bekannten Namen zu verpflichten und mit diesen nicht immer nur den „Außer Konkurrenz“-Part zu füllen.

Es gibt natürlich auch einige Acts, die noch nicht beim ESC-Vorentscheid waren, aber quasi „Michael Schulte-Kriterien“ erfüllen können. Zum Beispiel Pauline Moser, die mit „Zufall“ im Frühling interessantes Material veröffentlicht hat. Um im deutschsprachigen Popbereich zu bleiben, wären Lina Maly oder Alexander Knappe Namen, die zwar nicht mehr nur Eingeweihten ein Begriff sind, aber auf der großen TV-Bühne noch nicht vorgekommen sind.

Der junge francis aus Hamburg ist ohne Frage eine vielversprechende Neuentdeckung, der mit modernem R’n’B-Pop wie „Strange Love“ auf sich aufmerksam macht. Oder Donskoy, den einige sicher als Schauspieler kennen, der aber auch als Musiker eine gute Figur macht.

Im Grunde hat der NDR ja schon mit lilly among clouds oder Aly Ryan vieles richtig gemacht. Das waren schon vor dem Vorentscheid eigenständige Künstlerinnen. In diesen Gewässern muss der NDR weiterfischen. Alternativen gibt es da genug. Man muss sie nur finden wollen.

Welche Ideen habt ihr? Welche interessanten Neuentdeckungen oder neuen Projekte von Altbekannten könnt ihr für den ESC empfehlen?

Bislang erschienen:

Deutsche Vorentscheidung 2020: Jetzt keine Panik!
Deutsche Vorentscheidung 2020: Das denken die ESC-kompakt-Leser (1)
Deutsche Vorentscheidung 2020: Das denken die ESC-kompakt-Leser (2)



73 Kommentare

  1. Ich könnte mir MarieMarie durchaus wieder als Vorentscheidteilnehmerin vorstellen und auch Francis klingt vielversprechend. Wenn es um deutschsprachige Interpreten geht, fällt mir noch die Band Kuult ein:

    https://www.youtube.com/watch?v=RNW-gAFyUps

    Außerdem könnte ich mir als mögliche Vorentscheidteilnehmer auch Laura Lato, Diane Weigmann, Ivy Flindt und Love, The Twains:

    https://www.youtube.com/watch?v=GWo0pA4i_50

    Am besten wäre Lilly among Clouds noch einmal antreten zu lassen.

    • Halten wir einmal fest: 1. Es gibt in Deutschland genug gute Sänger 2. der Auswahlprozess ist gut
      Dass Deutschland trotzdem immer wieder auf den letzten Plätzen landet liegt am Missmanagement des NDR und nicht am schlechten Geschmack des deutschen Publikums. Die Sisters hatten ja auch in Deutschland keine Fangemeinschaft, denn Ihnen fehlte alles, was erfolgreiche Künstler ausmacht. Das Konzept des NDR, für einen Song, der eine vermeintliche Botschaft hat, Sängerinnen zu suchen die damit null Identifikation haben kann man nur als katastrophale Fehlentscheidung ansehen.

      Ob Aly Ryan oder Lili Amongclouds ist Geschmacksfrage. Beide sind Sängerinnen mit Charakter – und damit polarisieren sie. Beide haben Fangemeinden – aber auch Leute, die sie nicht mögen. Das bedingt sich, das ist so bei echter Musik.

      Beim NDR müssen endlich Leute ran, die 1. echte Künstler aushalten – die sind natürlich schwieriger als zwei nette Mädels die man dich ausgesucht hat und 2. muss das Verfahren transparent und offen sein – die ungebührliche Manipulation die wir bei ULFI erlebt haben, muss beendet werden.

  2. MarieMarie wäre eine sehr gute Wahl, die hat schon damals beim VE super abgeliefert und kam extrem locker, entspannt und sympathisch auf der Bühne rüber. Denke auch, dass das ein kantiges Paket im interessanten Sinne wäre.

  3. Meine Güte, welche inhaltluchen News sollte dieser Beitrag bieten, ausser einer Auflistung von Sanngeskünstlern ohne klar erkennbaren Sinn und Verstand?
    Da kann ich auch Florian Silbereisen, Vicky Leandros, oder Ina Müller ins Spiel bringen. Oder warum nicht gleich einen Künstler, der nicht aus Deutschland stammt?
    Und was dieser Fussballvergleich sollte, bleibt auch unklar. Die Auswahlverfahren 2018 und 2019 waren eben nicht gleich – das wurde bislang hinlänglich diskutiert, scheint aber beim Verfasser immer noch nicht angekommen zu sein.

    • Ich gebe Thomas Jürgens recht! Das Auswahlverfahren wurde verändert, indem man nicht nur nach Acts suchte, die später ihren Song, wie im Vorjahr, im Camp basteln. Diesmal gab es den Complete Act – einen Act, der für einen schon ausgewählten Song gesucht wurde, und der letztendlich ziemlich incomplete war. Dies ist die Richtung, die man all die Jahre zuvor gegangen ist – erst Song, dann Act – und immer mangelte es den Künstlern an Authentizität.
      Man hat dem neuen Auswahlverfahren damit die Chance genommen sich zu etablieren, denn es wurde nach nur einem Erfolgsjahr modifiziert und „verschlimmberssert“. Hätte man das Verfahren nicht verändert und hätte man den Jurys vertraut, dann wäre es vermutlich anders und vielleicht sogar besser gelaufen. Und viel bedauerlicher als der vorletzte Platz ist, dass man beim NDR nicht dazu steht.

      • Sorry, falsche Begrifflichkeit. „Complete Acts“ gab es dieses Jahr nicht, das wäre die Schiene gewesen, wenn ein (etablierter) Künstler mit fertigem Song (und passender Inszenierung) in den Prozess eingestiegen wäre. Das war bei „Sister“ ja gerade nicht der Fall, sondern die beiden Sängerinnen wurden speziell für den Song gesucht. Diese Schiene nennt sich „Concept Song“.

      • Dann hab ich mich wohl vertan und danke für die Korrektur. Allerdings verändert auch ein „Concept Song“ das vorherige Auswahlverfahren, was meiner Meinung nach unter den Teppich gekehrt wurde. Ich würde mich sehr freuen, wenn darüber auch mal ausführlich berichtet werden würde.

    • @Thomas Jürgens:
      Danke für deine so sachliche und konstruktive Kritik.
      Was bei mir angekommen ist, ist die Tatsache, dass es 2019 eher suboptimal lief. Daher argumentierte ich ja, dass man sich wieder auf die Stärken aus dem 2018-Jahrgang besinnen sollte, als man einen Künstler mit eigenen Ideen einfach mal machen ließ und nicht groß reinquatschte.

    • Ich finde, man sollte wieder durch ein Castingverfahren wie 2010 über mehrere Wochen einen Repräsentanten finden, bei dem sich jeder bewerben kann. Dadurch bauen die Zuschauer eine Verbindung zu dem Künstler auf und die Rückendeckung vor dem Grande Final ist dann groß.

  4. Ich würde auch Daniel Schumacher mal ne echte Chance geben. Hat gute Stimme, sieht top aus hat eigenes Song Material und ist heiss auf den Esc. Leider wurde er immer zu früh rausgekickt.

    • Puh… sollte Daniel Schuhmacher nicht mal mit einem wirklich guten Song überraschen, bei dem er sich nicht in ein Harness zwingen muss um aufzufallen, gern. Stimmliche Qualität ist ja definitiv vorhanden.
      Ich habe nur bei ihm, bei den Songs die ich von ihm gehört habe, immer das Gefühl, dass er händeringend seinen eigenen Stil sucht und dabei pseudomodern und cool klingen möchte… Und es leider nicht erreicht.

      Aber mit den richtigen Produzenten könnte da vielleicht sogar was draus werden – aber woher sollen die Verantwortlichen des NDR die auf einmal zaubern?

  5. Wir nominieren einfach den Gewinner von The Masked Singer. Schlimmer als mit The-Voice-Siegern kann es auch nicht werden und durchdachte Bühnenshows sind garantiert!

      • Warum denn nicht? Zumindest bei Gil sollte alleine die Optik schon für mehr als 0 Televoting-Punkte gut sein. Und warum nicht mal wieder jemand mit dem Namen Ofarim auf der ESC-Bühne? Das letzte Mal war immerhin schon 1963.

      • Meinte das ergebnisoffen. Wer Namen nennt, muss auch beantworten, womit der Act antreten soll. Was fällt dir denn von Gils eigenem Material ein? (Seine Torten im Schwesterprogramm von Pro7 waren immerhin klasse. 😉 ) Der beste Fanta-Song ist für mich Krieger, schon etwas älter und eher mit Thomas D verknüpft.

  6. MarieMarie, Laing, Blitzkids mvt., Lilly among Clouds finde ich auch alle nochmals sehens- und hörenswert. Allein -und das kann man dem NDR nun einfach mal nicht zuschreiben- haben die deutschen Zuschauer in ihrem Voting oft genug versagt und dann doch den gewöhnlichsten Beitrag gewählt. Es liegt aus meiner Sicht daher auch stark am Publikumsvoting, bei den Acts kann man dem NDR also nicht vorwerfen, nur Mist vorzustellen, aber auch das Thema hatten wir ja nun auch öfter. Das Einzige,w as der NDR tun kann ist, wirklich nur mal solche Acts zur Auswahl zu stellen, die nicht dem klassischen Mainstream entsprechen und auf seichte Beiträge zu verzichten – aber fehlt dann wieder die Vielfalt? Ist dann der Zuschauer verstört? Es bleibt bei dem Mitklatsch-Volk Deutschland halt schwierig.

  7. Caroline Fortenbacher fände ich auch super, während ich auf Laith Al Deen oder Jeanette Biedermann sehr gut verzichten könnte.
    Aber auch MarieMarie, Blitzkids, Lilly Among Cloud oder Aly Ryan können es von mir aus gerne noch einmal versuchen. Oder auch Fahrenhaidt, die fand ich damals auch toll. Es gibt genug tolle Künstler, jenseits des Mainstreams, sie brauchen einfach nur auch mal eine Chance, sich international zu beweisen. Ach, wenn der deutsche Fernsehzuschauer nur ein bisschen Mut zeigen würde…

  8. „das 2018 eine echte Perle und 2019 eine letztlich herbe Enttäuschung hervorbrachte“

    „Herbe Enttäuschung“ ist aber nicht das Gegenteil von „Perle“ … Wie heißt das noch gleich??? 😉

    An den ober aufgeführten Beispielen sieht man mal wieder, wie viele fürchterliche und falsche Entscheidungen die deutsche VE-Geschichte pflastern. Ich mag z. B. überhaupt keine Musicals, aber La Fortenbacher war 2018 ein Ereignis. Außerdem ist der Liedtext von „Hinterm Ozean“, da stimme ich dem Autor zu, Weltklasse. Und dann hatten wir 2013 all die starken Kandidaten (Ben Ivory, Blitzkids, Saint Lu), 2014 MarieMarie, 2015 Alexa Fesers großartiges „Das Gold von morgen“, das im Gegensatz zum international-beliebigen „Black Smoke“ zur Abwechslung auch mal die deutsche Musikszene repräsentiert hätte. 2017 hatten wir mit Keøma eine interessante Option … und, na ja, 2018 hat mal wohl alles richtig gemacht, auch wenn ich „You Let Me Walk Alone“ noch immer für ein sentimentales Brechmittel halte. Zu diesem Jahrgang wurde in den vergangenen Monaten bereits alles gesagt. Ich mochte (und mag) Lilly Among Clouds sehr. Der Rest war zum Einschlafen oder für die Tonne. 🙁

    • Bei den grandiosen deutschen fehlentscheidungen kommt mir immer nur eines in den sinn…..herzensschöner.
      Mir wird heute noch schlecht, wenn ich gildo horn sehe

      • Hier haben wir eine unserer seltenen Übereinstimmungen. Ich fand Herrn Horn schlichtweg unerträglich.

      • Ich habe diesen Dialog erst jetzt entdeckt und muss unbedingt meine Zustimmung los werden!
        Herzensschöner war viel, viel besser!

  9. Für mich bleibt der Hauptkritikpunkt immer noch der Fakt und die Möglichkeit, dass das Fernsehpublikum mit über den Act (Künstler und Song) entscheiden kann. Die Jahre haben gezeigt, dass der Vorentscheid tatsächlich mit einigen sehr guten und interessanten Künstler*innen daher kam, sich jedoch das Publikum immer falsch entschieden hat. Daher hat man die letzten zwei Jahre mit der Fanjury (und ggf. bedingt auch die internationale Jury) alles richtig gemacht, da diese wirklich repräsentativ agiert hat.
    2018 konnte die Wahl meiner Meinung nach nur auf Schulte oder Ryk fallen, dieses Jahr wären die besten Optionen Aly und Lily gewesen.
    Ich bin zuversichtlich für den nächsten Vorentscheid!

  10. Um mal ein paar Alternativen zu nennen:
    Wie wäre es mal mit Max Raabe? (Wenn der für Deutschland in die Niederlande gehen würde, würde ich sogar extra einen Anzug auf meiner ESC-Party vorm Fernseher tragen,)
    Oder wie wäre es mit Casper? Gerne auch mit einer guten Sängerin zusammen. Aber ohne Materia.

  11. Fandiskussion, die Achtausendvierhundertfünfundzwanzigste:
    Namedropping + (VE) vergangenheitsbezogen = reine Fandiskussion
    Hatten wir ja noch nie?! Naja, wer’s braucht … ^^

    Btw … 783, 1162, 1294, 3431, 2933 … sind die Anzahl der YT-Views der letzten 5 Songs (in !sic! 3-4 Monaten), wohlgemerkt NACH einem bundesweiten TV-Auftritt einer nicht näher genannten Künstlerin. Das klingt eben nicht nach eigenständig, sondern alleinstehend.

    Inzwischen bin ich auch gegen Laing, weil da nur negatives Überraschungspotenzial bestehen kann. Also wenn hier schon Namedropping durchgenudelt wird, bitte mal ausschliesslich mit bisher ESC-fremden Acts, aber mit Aussenweltbezug und nicht in dem üblichen (Song)Erwartungsschema . Nur meine Meinung …

    • Ich wäre dafür, dass Dankbarkeit gegenüber sisters, Jenny-Lee, Lavinia und Anne-Sophie gezeigt wird (ev. auch noch den No Angels, Oscar Loya und Kümmert) und ein VE nur mit ihnen produziert wird. Das Panel wählt dann eine Kombo aus.

      • Da spricht die fürsorgliche, treue Seele aus dir, ich bin mir aber unsicher, ob das beim Panel von Stammkunden aus Alys Stripclub und dem Makeda-Musicalfankreis durchgeht. Einfach weiter reichlich Namen posten, idealerweise noch mit rührseligen Erinnerungen belegte, dabei im ESC-Kontinuum bleiben und die 12P Landessprache nicht vergessen, dann gibt’s auch positiven Feedback. Vielleicht hast du noch einen 90er Jahre Musical-Fanwank im Ärmel oder wirst bei Kiewel/Nebel fündig? 😉

      • 90er Jahre Musical wurde ja dieses Jahr schon probiert. Ist aber nicht so gut angekommen wie die russische Variante.

  12. Ich dachte auf den ersten Blick tatsächlich, auf dem Titelbild sei Wencke Myhre zu sehen 😀
    Sind alles sehr spannende Vorschläge, die ich mir auch gut vorstellen kann. Ich würde in der Aufzählung am Ende allerdings noch BB Thomaz ergänzen, die in der Nachbetrachtung immer ein bisschen hinten runterfällt, aber auch eine gefestige Künstlerin ist, die weiß, was sie will und die dazu noch eine musikalische Sparte bespielt, die in Deutschland sonst eher nicht stattfindet.
    Es nützen aber noch so talentierte Künstler nichts, wenn sie nur unspektakuläre B-Ware singen (Laith Al-Deen), den Auftritt stimmlich vergeigen (Ben Ivory) oder das Staging den Song nicht unterstützt (Keøma), von daher ist „völlig freie Hand lassen“ immer so eine Sache, den NDR-Kompromiss (Juries und Sender-Verantwortliche stehen beratend zur Seite, die endgültige Entscheidung liegt beim Künstler) finde ich schon ganz gut, nur sollte man jetzt noch ein paar Choreographen und „Staging-Designer“ ins Team holen, die auch beraten und den Künstler bei eigener Ideenlosigkeit an die Hand nehmen können.
    Ich würde Y’akoto gerne noch mit in den Ring werfen, der der ganz große Durchbruch leider auch noch nicht vergönnt war:

    • Joris fällt mir gerade noch ein, aber der war wahrscheinlich schon unter den Top 20 und hat abgesagt, er passt nämlich ziemlich genau in das Schema, wonach das Panel so votet. Bei ihm hört man recht gut, dass er, wie er mal in einem Interview gesagt hat, an seiner Akademie auch schwedische Dozenten hatte, weil er in seinen Songs ein für Deutschpop-Verhältnisse ungewöhnlich großes Augenmerk auf eingängige Melodien legt:

      • Hast du gerade gesagt, Joris hätte abgesagt??? Wir hätten DEN Joris haben können? Den von „Herz über Kopf“? Ahhhhh, das wäre es gewesen 😭😭

      • Keine Sorge, ich mutmaße nur 🙂
        Wir wissen ja, dass letztes Jahr fünf der TOP 20 abgesagt haben, und weil Sängerinnen und Sänger mit besonderer Stimmfarbe (z. B. Daniel Schuhmacher, Nina Kutschera oder Sebastian Schub) beim Panel immer gut ankommen und er als jemand, der auch noch Deutsch singt, bestimmt bei vielen einen Stein im Brett hätte, wäre er, wenn er denn unter den 198 war, bestimmt weit vorne mit dabei gewesen.

  13. Da muss ich absolut zustimmen. Eigenständige Künstler, die sich bereits ein musikalisches Profil aufgebaut haben sind absolut notwendig für den Vorendscheid

  14. Ich bin ja ein großer Fan von A-capella Musik, als A-capella Gruppen, die auch eigene Songs machen, Sind vor Allem zu nennen:
    Maybebop
    Alte Bekannte (Die Nachfolger der Wise Guys, die sich leider getrennt haben….)
    Füenf

    Ich weiß aber auch, dass A-capella nicht gerade gutes ESC-Material abgibt, ich trauere auch jetzt noch um Witloof Bay aus Belgien 🙁

      • Ich wäre absolut dafür, dass man wieder Lena schicken müsste. Sie ist die einzige die es neben Nicole geschafft hat. Ihr „Misserfolg“ 2011 war wahrscheinlich der Tatsache zu verdanken, dass sie gleich im Folgejahr noch einmal versucht hat, da ist es unwahrscheinlicher, dass sie gleich den zweiten Sieg hintereinander holt. Jetzt wo etwas Zeit vergangen ist und sie sich zu einer erwachsenen Frau und erfolgreiche Künstlerin entwickelt hat mit ihrem eigenen Musikstil, der mit der Zeit auch anders und tiefer geworden ist, könnte man sicher auf sie zählen. Beispiel Thank you wäre auch vom Inhalt her eine gute Nummer oder eben eine ganz neue Nummer, die man zur Not auch für sie schreiben könnte. Mit etwas Überzeugung klappt es ja vielleicht… Ansonsten Alice Merton, Namika oder – warum nicht? Lina Larissa Strahl

  15. #AliceMerton2020
    Wobei… sie wird jetzt Coach bei The Voice, das müsste zwar dieses Jahr vorbei sein, aber wer weiß, ob sie dann im Sommer auch noch den ESC machen möchte…
    Ansonsten gerne Alexa Feser nochmal, „Glück“ & „Gold von morgen“ sind Masterpieces – bei ihr unterstütze sogar ich mal einen deutschen Song…

  16. Michael Schulte hatte eine Message, eine Story in 3 Minuten verpackt, die Menschen berührt, sehr.

    Die S!sters schreien sich gegenseitig „SISTER“ ins Gesicht obwohl, dass nicht der eigentliche Punkt des Textes war.

    Das einzige was stört ist, dass der deutsche Vorentscheid, eine „internationale Jury“ hat, sprich aus ganz vielen verschiedenen Ländern (die ja garnicht gegen unser Land spielen, hust hust hust)… und klar nehmen die dann den schlechtesten Beitrag (Makeda war auch schlecht.) Und auch garnicht erst einen Song noch „ganz spontan“ mit reinnehmen, dass ist auch nicht Sinn der Sache.

    Ich wäre für eine interne Selektion. (Siehe Duncan Laurence…)

    • Dann darf ich beim Melodifestivalen also davon ausgehen, dass die von internationalen Juroren gewählten Beiträge die schlechtesten sind?

  17. Klasse, dann dürfen wir mal wieder unsere Lieblingsvorschläge unterbreiten!
    Balbina, weil absolut außergewöhnlich
    Elif, weil live ein echtes Ereignis
    Larissa Kerner, feat. Nena, weil Larissa modern ist und Nena ihren Gesang unterstützen kann und jeder sie kennt
    Alle singen eigene deutsche Texte.

  18. Heute Abend gibt es im ZDF eine neue Ausgabe der Unterhaltungsshow „Willkommen bei Carmen Nebel“ und auch da gibt es ESC-Bezug! Zu Gast sind die Italopopgruppe Ricchi e Poveri, die ihr Land 1978 mit dem Titel „Questo amore“ vertraten und den 12. Platz belegten:

    https://www.youtube.com/watch?v=dwGdbclFXvo

    Sie waren die Mitbewerber von Ireen Sheer, die mit „Feuer“ auf dem sechsten Platz landete und die heute Abend auch auftritt.

    Auch Michael Holm, der mit „Mendocino“ und „Tränen lügen nicht“ oft in der Hitparade zu sehen war, ist zu sehen und nahm auch am deutschen Vorentscheid teil, und zwar 1973 mit „Glaub daran“ und „Das Beste an dir“:

    https://www.youtube.com/watch?v=uUCybg15uvM

    https://www.youtube.com/watch?v=gDdSWqf6P7o

    Wünsche allen eine Gute Unterhaltung!

  19. Ich würde mich tierisch über Casper freuen, der eine ganz eigene Stimmfarbe zum ESC bringen würde. So würde man mit dem richtigen Song auffallen.
    Daneben fällt mir die noch relativ unbekannte aber mega talentierte Band Razz ein. Auch hier eine sehr markante Stimme, die ganz sicher hängen bleiben würde.

  20. Mal ne Frage singt die Fortenbacher überhaupt noch? Außerdem bin ich mir sicher, das sie 2008 auch nicht viel besser als die No Angels abgeschnitten hätte.

    • Ich wollte vorhin schon schreiben, dass ich mir schon lange mal eine deutsch-türkische Ethno-Ballade wünsche und Elif eigentlich die ideale Kandidatin dafür wäre, hatte dann aber Skrupel, dass ich dann im Hinblick auf meine eigenen Vorschläge gestern als Balladen-Freund aus der Tante-Gertrud-Fraktion abgestempelt werde 😉

      • Elif mag ich auch ganz gern. Hatte erst überlegt, die auch zu erwähnen, entschied mich dann aber doch dagegen. 🙂

      • Ich habe Elif Anfang des Jahres auf ihrer Unplugged-Tour mit traditionellen orientalischen Instrumenten erlebt. Das könnte gut klappen!

      • Larissa ist Nenas Tochter. Ähnlich verstrahlt, aber irgendwie sehr cool. Perlen ist ein toller Song. Die Stimmfarbe erinnert stark an Nena. Deshalb könnte sie ganz uneigennützig als Background für Larissa antreten.

    • Balbina gehört für mich in die Ryk-Lilly-Schiene mit Laing-Einfluss ^^ Bei ihr kommt es aber sehr auf Song und Bühnenbild an: Entweder das Künstlerische wirkt auf der Bühne oder es ist für Europa stinkenlangweilig..

      • Stimmt! Sie ist sehr eigenständig und speziell. Wäre aber zumindest mutiger als ein weiterer Miptempo-Popsong. Und Balbina hat eigene Vorstellungen, wie eine Inszenierung sein soll. Vermutlich würde sie einen Vorentscheid aber ohnehin nicht gewinnen können.

  21. Wird die Rubrik der Ideen für eine Vorentscheidung 2020 eigentlich hier auf ESC Kompakt weitergeführt? Also, dass man Ideen hier vorstellen kann? Weiß das vielleicht jemand?

  22. Ich weiß zwar nicht, ob das noch jemand liest, aber ich kann zur Lukas-Rieger-Diskussion beitragen, dass ich aus Neugierde am Sonntag Morgen sein Album „Code“ durchgehört habe und ich muss sagen, es kommt ganz auf den Song an: manche klangen recht unauffällig oder etwas „nuschelig“ gesungen, ABER sowas wie „Slowmo“ könnte ich mir tatsächlich gut vorstellen. Dürft mich gerne für verrückt halten, aber es wäre nicht das Uncoolste für Deutschland 😜😂

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