Deutschland: Jendrik veröffentlicht neue Versionen seines ESC-Beitrags „I Don’t Feel Hate“

Bild: EBU / Thomas Hanses

Einen Tag nach seiner ersten Probe hat Jendrik, der deutsche Vertreter beim Eurovison Song Contest 2021 in Rotterdam, zwei neue Versionen seines Beitrags „I Don’t Feel Hate“ veröffentlicht. Während eine der beiden Fassung nur als YouTube-Video verfügbar ist, gibt es die andere auch als offiziellen Single-Release.

Diese offizielle Veröffentlichung ist die neue Laid-Back-Version, die auf Spotify allerdings als „Layed Back Version“ zu finden ist. Diese Schreibweise ist zwar veraltet, kann aber noch genutzt werden, um ein Gefühl der Vergangenheit zu erzeugen.

Jendrik selbst verknüpfte die Veröffentlichung der langsamen Fassung am heutigen Tage mit der Erinnerung an die Zerstörung der Innenstadt Rotterdams durch Nazideutschland vor 81 Jahren. Damals, am 14. Mai 1940 flogen deutsche Bomber Angriffe auf Rotterdam, um die Niederlande zur Kapitulation zu zwingen. Die Bombardierung begann um 13:27 Uhr. Nur 13 Minuten später waren zwischen 800 und 900 Einwohner*innen der Stadt tot, 80.000 obdachlos und die Innenstadt weitgehend ausgelöscht.

Heute wurde der Bombardierung Rotterdams auch um 13:27 Uhr mit einer Schweigeminute in der Ahoy Arena und im Pressezentrum gedacht. In der Innenstadt selbst waren zu dieser Zeit die Kirchenglocken zu hören. Ein trauriger und bewegender Moment, gerade auch für uns Deutsche. Dabei ging es uns ähnlich vor vor ein paar Tagen, als wir Blumen an Denkmälern zur Erinnerung an die Gefallenen des Zweiten Weltkrieges gesehen hatten.

Neben der Layed Back Version von „I Don’t Feel Hate“ wurde heute von Jendrik auch noch eine Country-Fassung seines Songs veröffentlicht. In dem YouTube-Video spielt er auf seiner Ukulele und singt mit breitem Südstaatenakzent den Song. Wie wir es von ihm mittlerweile kennen, improvisiert er dabei und muss manchmal auch ein bisschen über sich selbst lachen.

Gestern fand in Rotterdam die erste Probe seines Auftritts statt. Anschließend stand Jendrik in einem Meet & Greet der Presse Rede und Antwort. Die Reaktionen der internationalen Presse waren wohlwollend, wie die Statements der Journatlist*innen zeigen.

Den ersten Probetag fasste Jendrik selbst auf seinem Instagram-Account zusammen (siehe unten). Am Samstagvormittag folgt seine zweite Probe in der Ahoy Arena. Wir sind für Euch vor Ort und berichten live von den Veränderungen zu Donnerstag.


17 Kommentare

  1. Mir gefallt die langsamere Version eigentlich noch besser als die Original. Aber was soll man machen. Es ist schon fast tradition, dass Deutschland immer letzter wird beim ESC. Das liegt aber nicht an Jendrik. Jeder weiß doch, dass sich die oststaaten die Punkte zu schieben. Aber ich würde mir für jendrik wünschen, dass er es unter die Top 10 schaffen würde. Er ist so eine tolle Persönlichkeit.

    • „dass sich die oststaaten die Punkte zu schieben“

      Hast Du Dir mal die Punktevergabe für Salvador Sobral angeschaut? Hier scheint das fleischgewordene Vorurteil gegen Osteuropa zu sprechen. Außerdem ist es ja immer schön bequem, wenn die anderen Schuld sind, weil man dann nicht vor der eigenen Haustüre kehren muss.

      • Ich kann dieses dummen Behauptungen auch nicht mehr hören und lesen. Das kommt anscheinend von Leuten, die in letzten Jahren keinen einzigen Wettbewerb mehr gesehen haben, klingt fast nach der Springer-Krawallpresse. Sobral hat Du ja schon erwähnt, dann gab es bekanntlich noch Sieger aus Österreich und den Niederlanden. So bunt gemischt wie im vergangenen Jahrzehnt war es schon lange nicht mehr.

    • Zum Glück liegt Holland bekanntlich so weit östlich von Deutschland – Das wär 2019 sonst vermutlich nix geworden…

  2. Bei den Versionen, die es davon gibt, könnte man doch spontan ein Album oder ein Extended Play machen. Morgen findet ja die zweite Probe statt und da soll es am Auftritt noch Änderungen geben. Ich stelle mir das so vor, daß die ganze Inszenierung noch einmal über den Haufen geworfen und die Künstler auf der Bühne anders als bei der ersten Probe gekleidet sind. Sowas gab es vor zwei Jahren bei den S!isters auch schon und das Resultat ist bekannt.

  3. Alles kann ganz anders ausgehen denkt an Moldau 2017. Platz 3 im Finale. Die 1 Probe war doch gut, bunt und farbenfroh. Seine Damen sind Klasse. Warten wir auf die nächste Probe dann sehen wir weiter. Auf die letzten Plätze im Finale sehe ich andere Länder.

  4. Wie kann ich denn die im ESC kompakt LIVE erwähnten ‚Storys‘ schauen? Wäre es möglich, die wie oben das Video von Jendrik, in einem Beitrag zu verlinken? Ich würde mich sehr darüber freuen.

    Ich hatte dies schon mal an anderer Stelle gefragt und versuche es jetzt einfach noch mal erneut.

  5. Da klickt man nichtsahnend und dem Blog vertrauend (ok douze pointes hätte schon ein Warnung sein sollen) und man findet sich auf dem Kanal „ICH FIND SCHLAGER TOLL“ wieder.

    • Für die volle Dröhnung gibt es auch noch „Schlager für Alle“ (von Warner Music) und, für die ganz Harten, „Mein Herz schlägt Schlager“ (von Sony Music) 😀

      • Da muss ich dich korrigieren! „Schlager für alle“ ist von Telamo. Das ist aktuell zwar das größte Label für den Schlagerbereich, aber dennoch ein Independent-Label. Die arbeiten seit 2015 mit Warner „nur“ für den Vetrieb zusammen. Davor war, seit der Gründung von Telamo im Jahre 2012, Sony für den Vertrieb zuständig.

        „Ich find Schlager toll“ ist übrigens, wie man es sich schon denken könnte, von Universal Music. Interessant, dass die Country-Version auf dem ESC-YouTube-Channel und die langsame bei „Ich find Schlager toll“ veröffentlicht wurde.
        Universal Music ist zwar auch für das offizielle ESC-Album verantwortlich, aber ich glaube das hat damit nichts zu tun. Ich glaube, dass man bzw. Jendrik durch den Auftritt in der Silbereisen-Show in Kontakt mit den Verantwortlichen von „Ich find Schlager toll“ bzw. Universal Music gekommen ist.

      • Ach stimmt, Danke 🙂
        Das mit TELAMO habe ich auch mal gewusst, aber wohl irgendwie verdrängt 😀
        Für den Eurovisions-Sampler hat die EBU tatsächlich seit 2004 einen Exclusiv-Vertrag mit Universal und Jendrik wird wahrscheinlich allein schon aus einer gewissen Tradition heraus zu Universal vermittelt worden sein, schließlich hatte ja außer Cascada (Universal- und Sony-Vertriebsdeal) und Jaime-Lee (auch Universal über „The Voiice“) niemand von den deutschen Vertretern einen Major-Vertrag; da ist der Draht inzwischen wohl kurz, gerde nachdem man sich bei Levina mit Sony so verhoben hat (Stichwort: verweigerter Revamp).

  6. Bei der Laid Back Version hatte ich echt Gänsehaut, Wahnsinn, vor allem die Steigerung in der Mitte.
    Die Country-Version hingegen finde ich schrecklich.

  7. Die langsame Version ist absolut super,auch toll wie hier die Sängerinnen mit in den Vordergrund gestellt werden.Also Jendrik ist schon ein Entertainer,egal wie es beim ESC ausgeht,ich werde weiter verfolgen,was er so macht.
    Über die Country version kann man nur schmunzeln,die ist nicht ernst zu nehmen.

    • Jendrik ist ein echter Künstler. Ich tippe auf eine Karriere als Schauspieler/Entertainer. Mal sehen. Übrigens, schöne bluesy Version. Wenn man nur diese Brücke als Strophe für den offiziellen Song genommen hätte….

      Aber auch egal: die Performance von Jendrik wirkt als solche und nicht als Lied.
      Das ist eher ein kleines Gesamtkunstwerk, egal wie man es beurteilt, genauso wie der Beitrag von Manizha.

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