Die neue NDR-ESC-Führung: Alexandra Wolfslast und Christian Blenker im Interview

Bild: Hendrik Lüders/NDR

Seit heute nun ist es offiziell: Der deutsche ESC liegt in der Hand eines NDR-Trios. Neben Thomas Schreiber als ARD-Unterhaltungskoordinator sind nunmehr auch Christian Blenker als ARD-Teamchef für den ESC und Alexandra Wolfslast als Head of Delegation an Board. Neben den offiziellen Stellungnahmen, die per Pressemeldung veröffentlicht wurden, stellten sich die beiden auch in einem ersten Interview den Fragen von Alina Stiegler.

Natürlich stellen sich die beiden neuen Führungspersönlichkeiten sympathisch und selbstbewusst vor und erläutern ihre Beziehung zum ESC. Alexandra Wolfslast etwa hat die Veranstaltung schon mit ihren Eltern zusammen gesehen – Käseigel inklusive. Später hatte sie als Künstler-Bookerin für den Radiosender NDR 2 viel mit den ESC-Stars zu tun. Blenker, der selbst Musik macht, wurde vom Auftritt von Salvador Sobral umgehauen. Ansonsten ist er auch eher ein Anhänger der ruhigen Töne, wie denen von Conchita Wurst und Michael Schulte.

Interessant ist gleich die erste Frage an Christian Blenker: wie er sich die Aufteilung des Jobs mit Thomas Schreiber vorstelle. Hier bleibt er ziemlich vage. Er und Schreiber würden in Zukunft gemeinsam „die Strippen in der Hand“ halten. Konkret wollen sie sich um die interne und externe Kommunikation kümmern (wo es durch aus Luft nach oben gibt, Anm. d. Red.), die ARD-Radio- und Fernsehsender koordinieren und gemeinsam das ganze große NDR-Team leiten.

Natürlich erklären Blenker und Wolfslast auch noch einmal das Vorgehen bei der Bestimmung des diesjährigen Vertreters Deutschlands beim Eurovision Song Contest in Rotterdam. Für ESC-Kompakt-Leser ist das natürlich nichts Neues. Blenker erklärt auch, weshalb es keinen Vorentscheid geben wird: zum einen, weil man mehr Zeit habe, den Act zu finden und zu entwickeln. Zum andern hätten sich über diese anonyme Auswahl mehr Künstler interessiert gezeigt, als das bei einer öffentlichen Vorentscheidung der Fall gewesen wäre, bei der man durchaus als Verlierer vom Platz gehen kann und dann „verbrannt“ wäre.

Nach Aussage von Blenker waren den S!sters im letzten Jahr tatsächlich Profis bei der Inszenierung an die Seite gestellt worden. Dieses Mal sollen die Profis für die Inszenierung aber mehr Zeit haben. Man habe mit den besten Choreografen der Welt gesprochen und diese würden jetzt das Lied und seine Geschichte kennen. Damit wolle man in Rotterdam eine „Wahnsinns-Inszenierung“ hinlegen. (Anmerkung: Laut Interview mit Thomas Schreiber hat man sich bereits auf eine Inszenierung verständigt.)

Wolfslast kündigt für den 27. Februar an, dass dort „das gesamte Paket auf die Bühne gestellt“ werden soll. Der Act wird präsentiert und das Video gezeigt werden. Es soll erklärt werden, wie das Video entstanden ist und wie der Act gefunden wurde. Sie hofft, dass nach diesem Event keine Fragen mehr offen sind. Anschließend soll der Act auf den Pre-Parties in London, Amsterdam und Madrid vorgestellt werden. Dazu kommt eine Promo-Tour bei Radio- und Fernsehstationen.

Ob die interne Auswahl in diesem Jahr ein Testballon ist oder jetzt dauerhafter Standard, wird sich noch zeigen. Blenker bittet an dieser Stelle um einen Vertrauensvorschuss, dass sie das Beste geben würden.


95 Kommentare

  1. Ichvhabe da meine Zweifel, ob das die richtigen Personen für diese Aufgaben sind. Ich hätte mir als Delegationsleiter lieber einen Mann gewünscht und daß Thomas Schreiber außen vor bleibt.

  2. Den S!sters wurden Profis für die Inszenierung zur Verfügung gestellt? Na diese Profis würde ich gerne mal sehen. Für welche Wahnsinn-Shows waren die noch verantwortlich? Schützenkönigehrung von Großdingharting oder doch für die Wehnachtsmarkteröffnung von Eiterbach? Das sind Events die ich mir ähnlich spannend vorstelle wie den deutschen ESC Auftritt 2019

  3. Kein Vertrauen. Wer nur dumme Ausreden und Phrasen drischt und die Zuschauer für zu blöde hält um einen Song auszusuchen, der hat kein Vertrauen verdient. Da macht sich halt eine Beamtenmentalität beim NDR breit. Nicht mehr als nötig tun. Der NDR hat den ESC in Deutschland abgewirtschaftet.

    • Die Zuschauer haben den S!sters 12 Punkte gegeben, wenn man auch Lily Among Clouds oder Aly Ryan im Teilnehmerfeld hatte. Also ja, der deutsche Zuschauer ist zu blöd einen guten Song auszuwählen.

      • Es sei dir zugestanden, das du Aly Ryan und Lily besser fandest, aber trotzdem sind die anderen Zuschauer nicht blöd, denen die Sisters besser gefallen haben. Sie haben halt einen anderen Geschmack als du. Auch wenn das Ergebnis einem nicht passt, muss man demokratisch zustande gekommende Ergebnisse einfach auch mal akzeptieren.

  4. Durch die Äußerungen von Herrn Blenker habe ich ein bisschen Sorge, dass wir da mit ihm wieder jemanden vom Schlag „Alles ganz reduziert, der Künstler soll sich frei entfalten und durch den Song seine Seele sprechen lassen“ haben. Aber da der NDR mit der Findung des Acts nichts am Hut hat, wie ich mir das schon gedacht habe, muss das nichts heißen.
    Ich hoffe jetzt nur, die internationalen Profis heißen nicht Fokas Evangelinos oder Marvin Dietmann; und dass man die „Profis“ vom letzten Jahr direkt aus dem Telefonbuch gelöscht hat.

      • Wäre jetzt nicht die schlechteste Wahl, wobei man einige ihrer Markenzeichen (Neon-Beleuchtung, Kopf dramatisch zur Seite und wieder nach vorne drehen, Hand am Gesicht entlang streifen, Haar-Flip von links nach rechts oder vorne nach hinten, vier Tänzer*innen mit mindestens einer synchronen Drehung usw.) in letzter Zeit etwas sehr häufig gesehen hat.
        Aber wenn ich für 28 Mello-Songs plus noch einige weitere kreativen Input leisten müsste, würde mir auch irgendwann nichts Neues mehr einfallen 😉

  5. Von wegen keine Zeit: Den ESC gibt es jetzt seit über 50 Jahren und findet seit ich denken kann, fast immer im Mai statt. Also hatte man seit Mai 2019 Zeit, ein Konzept für den Vorentscheid zu erstellen. Was hat man in der Zeit gemacht. In der Nase gebohrt? Wieso haben andere Länder diese Zeit genutzt und können in der Zeit einen Vorentscheid auf die Beine stellen? Wenn ihr vom NDR kein Bock mehr darauf habt, dann gibt die Verantwortung ab. Es ist einfach nur noch lächerlich.

  6. Wieso machen die Hamburger Goldkehlchen Anspielungen darauf, dass sie uns vertreten? Das ist niemanden aufgefallen?
    Wenn ihr mich fragt sind die Hinweise auf Instagram mehr als deutlich.

  7. Ich mag über ungelegte Eier nicht mehr debattieren. Ich warte ab, was da präsentiert wird.
    Danach will ich gerne meinen Senf dazugeben. Ehrlich, mich irritiert so eine Art der Kommunikation. Vertrauensvorschuss gebe ich nicht.

  8. Vielleicht war ja auch einfach kein Geld für einen Vorentscheid mehr da, weil der Büroleiter des Intendanten mit einer neugeschaffenen Stelle versorgt werden musste. Oder gab es diese „ESC-Teamleiter“-Position schon in den Vorjahren?

  9. Wisst ihr was ich besonders ärgert…..der Vorentscheid wurde wegen schlechter Quoten abgesetzt! Aber wir alle werden für dumm verkauft und man versucht uns nun Sand in die Augen zu streuen. Von wegen jetzt bewerben sich mehr namhafte Leute und man hat mehr Zeit für Choreographien….
    Sie sollen es sagen wie es ist. Und fertig.

    • Sie haben genauso viel Zeit für Choreographien, wie in den Jahren zuvor auch. Das ist alles nur dummes und blödes Zeug was die da labern. Sie haben einfach keine Lust. Dann sollen sie es sein lassen, anstatt die deutsche Musiklandschaft erneut zu blamieren.

    • Woher weisst du, das der ve. wegen schlechten quoten abgesetzt wurde. Ich hab das nirgends gelesen. Und von wegen namhafte leute. Dat babsi singt doch spezifisch von neuen talenten.
      Und mehr zeit für die choreo haben sie definitiv. 2monate

  10. Das Interview hört sich nach massig Erkenntnis an . Und: tatsächlich: keine Amateure bei den Sisters am Werk? Wir sind überrascht.

    Was hat whatshisname eigentlich vorher beim NDR gemacht? Welche Qualifikation hat er für den wichtigsten Job im Deutschen Fernsehen nach Karin Tietze-Ludwig? Käseigel und Hausgebrauchsmusik?

  11. Naja, ich denke es kann doch nur besser werden. Ich hätte es den S!sters gegönnt, aber der Auftritt war einfach nicht gut… und das Lied eigentlich auch nur so lala…aber diese ganze Vorentscheidprozedur war auch irgendwie für den Fuß. Viel Lärm um Nichts.
    Nur was das jetzt genau für Experten sind, die da für 2020 mitentschieden haben, würd ich zu gern wissen. Am Auftritt, Bühnenbild ect. kann man sicher viel machen, um bessere Punkte zu holen. Nur letztendlich kann es genauso Banane sein, wie die letzen Jahre mit Levina, Ann Sophie und Jamie-Lee (ich musste es googlen). Ich hoffe, dass die Mühe, die sich die Verantwortlichen anscheinend machen, belohnt wird und der deutsche Act einen vorderen Platz belegt.

  12. Also @ Jörgi (escfan05), alles was recht ist – aber wer, wie Du in einer unfassbaren Kindergartenmanier noch bevor überhaupt klar ist, wie der deutsche Beitrag sich gestaltet zum Boykott desselben aufruft, der hat sich für jede weitere Diskussion disqualifiziert.

    Die Erklärung, warum man nun für den ESC-Act mehr Zeit hat ist doch völlig plausibel. Es ist bereits seit Mitte Dezember 2019 entschieden, welcher Künstler mit welchem Song ausgewählt wurde; der NDR kann sich also seit diesem Zeitpunkt bereits um alles weitere, was wichtig ist für einen gelungenen ESC Auftritt kümmern (inklusive der gesamten Promo-Aktivitäten im Vorfeld).

    All dies wäre mit einem klassischen VE nicht möglich gewesen, da ja nun bekanntlich niemand vorher weiss, wer diesen dann am Ende gewinnt.

    Es wurden auch noch weitere (durchaus plausible) Gründe genannt, warum man sich diesmal gegen einen öffentlichen VE entschieden hat. Es hat ja durchaus einen VE gegeben – aber halt nicht öffentlich und ohne Beteiligung der TV-Zuschauer. Hat in der Schweiz letztes Jahr mit Hannis tollem 4 Platz in Tel Aviv super geklappt.

    Es ist im Übrigen müsig, jetzt noch gross darüber zu hadern dass es keinen öffentlichen VE gibt. Geben wir dem Ganzen einfach mal eine Chance.

    • Nein. Wer die Zuschauer für zu blöd hält, einen Beitrag auszusuchen, der hat keine Chance verdient. Der NDR hat genügend Chancen gehabt, alle haben sie verspielt. Der NDR hat bei mir, was dieses Jahr angeht, total verschissen. Die ganzen Ausreden und Phrasen die gedrescht werden, lasse ich nicht gelten. Ich habe in all den Jahren, die Künstler und ihre Beiträge vor zu harscher Kritik immer verteidigt, aber das hat dieses Jahr ein Ende. Keine Chance, keine Unterstützung. Die Zuschauer wurden ja nicht gefragt, deshalb hat der NDR jegliche Kritik die mit Sicherheit kommen wird, auch verdient. Mir tut nur der arme Tropf leid, der sich darauf eingelassen hat. Aber hey, Shit happens.

  13. Ja Christian. Die neuen Verantwortlichen haben auch angekündigt, unseren Beitrag besser zu promoten. Also für ein mediales Interesse zu sorgen. Deshalb platzieren sie die Show Unser Lied für Rotterdam auf ONE um 21.30. 😉

    • Ich sehe diese angekündigte Sendung auf One mehr als „Zuckerl“ für uns Hardcore-Fans und denke so ist das auch von den NDR-Verantwortlichen gedacht. Der NDR hätte auch einfach nur im Rahmen einer PK oder Pressemitteilung bekannt geben können wer und was der deutsche ESC-Beitrag ist – evtl. noch mit nem Videoclip auf der Website und gut iss. Viel wichtiger ist doch die Promo im Anschluss; bin da mal echt gespannt wo und wie oft wir den Beitrag dann in den div. Medien präsentiert bekommen. Ein Spannungsaufbau bis zum ESC, das ist das was wichtig ist.

      Ich bin und bleib erstmal optimistisch und sehs wie unsere Blogger – das Glas ist halbvoll und nicht halbleer :-).

      • ääh was für ’ne Promo im Anschluss‘ soll dass denn wohl sein? Jeden Tag ne neue Jubelgeschichte auf eurovision.de und hier? Die Promo ‚im Anschluss‘ kann ja eh eigentlich gar nicht geplant werden, da auch möglich ist, dass der ausgewählte Song verrissen wird und durchfällt. Mehr Promo als ARD Prime Time geht nicht.
        Hoffe mal dass der 27. nen konkurrenzarmer Veröffentlichungstermin sein wird und das Video zum NDR Song in die Trends reinkommt. Wenn da auch ein paar Rapper und US Stars was rausbringen könnte das mit den Trends scheitern. Wäre natürlich ungünstig wenn es in die Trends käme, weil so schlecht bewertet wird, auch das könnte passieren…Spotify wird eh schwer. Und Radio? Die Entscheider der Schwestersender werden die Performance des Songs sicher beobachten. Selbst Schulte wurde in der Promozeit nichtmal im NDR Radio fast gar nicht gespielt, erst nach dem ESC…

  14. es ist ja echt unfassbar was die beiden vom Stapel lassen. Kann man nur noch den Kopf schütteln. Allein die dem eigenen Programm eine vernichtende Note ausstellende ‚eine Teilnahme würde einen nicht als Sieger vom Platz gehenden verbrennen‘ ist sachlich sogar falsch. Es ist einfach nunmal so, dass ’schlechte‘ Songs nunmal einfach keine Chance beim Publikum haben.
    Mit den beiden ‚Fachleuten‘ wirds beim NDR was den ESC betrifft ganz sicher nicht besser werden.
    Zumindest haben sie schon seit Dezember Zeit gehabt für ein gutes Abschneiden zu beten. Wenigstens etwas…

    • ich habe nur zitiert und sachlich passend bewertet. Ist keine Miesmacherei sondern einfach die Wahrheit. Leider eine erschütternde Wahrheit! Deine doch etwas zu kritiklose Schönfärberei bringt auch nichts. Halte dir das aber nicht vor.. Hätten doch den Vorentscheid auch im Dezember senden können, wer hätte es ihnen verbieten wollen? Die Kürze der Zeit ist doch nichts was als Begründung herhalten kann für die Ausbootung der TV Zuschauer. und wenn dieses unsägliche Schöneberger Video der Auftakt des Promo-Bombardements ist, dann bin ich sachlich begründbar mehr als beunruhigt.

    • du verwechselst miesmacherei mit konstruktiver kritik – gerade einige sachverhalte,die trevoristos hier einbringt,entbehren nicht der grundlage.

      ich bin ja sehr sparsam mit kommentaren in fäden zum deutschen vorentscheid und zwar,weil wir (stand jetzt) nichts wirklich wissen außer,daß seit dem 12.12.2019 die kuh bereits vom eis ist und wir bis zur öffentlichen verkündung halt zu warten haben.
      ich freue mich jetzt schon auf den shitstorm wenn durch die geheimniskrämerei hervorgerufenen enormen erwartungen,insbesondere an die musikalische qualität,nicht erfüllt werden.

  15. Also diese Aussage mit dem „verbrennen“ ist auch wirklich unglücklich gewesen. Aber ansonsten machen sie erstmal einen ganz guten Eindruck auf mich. Erstmal warten, was wir denn da jetzt am 27. serviert bekommen und dann können wir u. U. auch noch Kritik äußern. Aber ohne irgendwas zu wissen, die neuen im Team jetzt schlecht zu reden ist einfach fehl am platz

  16. Wenn das hier mein Blog wäre, würde ich @ESCfan05 blockieren. Seine Kommentare sind alles andere als konstruktiv und nerven einfach total. Unfassbar.

      • auch gegen „little big“? 😀
        das wäre mal ein fest – es gibt ja eine shortlist und gerüchte aber ich kann mir das derzeit nicht wirklich vorstellen.

    • abwarten,das jahr ist noch lang – ich fände das nicht schlecht wenn die irgendwann mal für russland antreten würden – die holländer leihen sich dann mal „die antwoord“ aus und wir schicken rammstein.
      ich glaube,um die einschaltquote müßte sich der ESC dann keine gedanken machen.
      selbstverständlich lassen sich dann die briten nicht lumpen und schicken muse oder sowas.

  17. Ich wäre SOFORT dabei, wenn Little Big für Russland antreten würde. 🙂
    die antwoord für die Niederlande wäre schon arg schräg. Lieber extra für die antwoord einmal Südafrika zulassen.

    • Little Big wäre wohl ganz cool. Wobei ich von denen noch nie was ‚Live‘ gehört hab. Die werden es aber eh nicht werden. Nicht konform genug für die Nomenklatura.

  18. Apropos…schützen..jeder der seinen Lebensunterhalt im musikalischen Entertainmentbereich sucht, ist, übrigens genauso wie im sonstigen Berufsleben, Konkurrenz, Häme und ggfs auch Mobbing ausgesetzt. Es muss niemand geschützt werden (ausser vor strafrechtlich relevanten Sachen natürlich). Es weiss eh jeder im Musikbiz vorher worauf er sich einlässt. Es müsste auch an sich jedem klar sein, dass eine ESC VE Teilnahme nicht ‚das große Los‘ ist, mit dessen Hilfe Erfolg quasi automatisch garantiert wäre. Klar ist aber halt auch, dass Manager von Plattenfirmen nur allzugerne schnell den Stab zu brechen geneigt sind und dazu VE Ergebnisse mitunter als Vertragskündigungsgrund heranziehen. Theoretisch kann es aber sein, dass auch ein bei einem VE nicht als Sieger vom Platz gehender einen kommerziellen Erfolg haben kann. Das geht aber, wie ich schon oft geschrieben habe, natürlich nur dann, wenn man was im Angebot hat was ausreichend viele Leute wiederholt anhören wollen.

  19. Jetzt werden natürlich bei der interessierten Bevölkerung die Erwartungen nach oben geschraubt. Umso größer wird dann die Enttäuschung sein, wenn unser Kandidat eine unbekannte Person oder B- Promi ist.

    • Das traurige dabei wäre, dass ein womöglich wirklich guter Song dabei dann total im Schatten der großen Enttäuschung stehen würde. Natürlich rein spekulativ, aber ein starker Song von einem eher mäßig bekannten Interpreten hätte mit einem deutschen Vorentscheid m.E. eine viel bessere Chance, das Wohlwollen der Bevölkerung zu gewinnen.

      Das Problem ist die Aussicht, dass eine erfolgreiche „Expertenwahl“ relativ sicher auch einen dt. VE’21 verhindern wird. Ich befürchte sogar, dass tatsächlich nur ein totales Debakel daran noch etwas ändern kann, weshalb ich in dieser Sache die Meinung von escfan05 sogar mehr oder weniger teile.

    • Es stimmt schon – der NDR geht jetzt ein echtes Wagnis ein, denn das Ganze MUSS nun von Erfolg gekrönt sein am Ende. Ich bleib aber dabei – ich finde den Versuch es in diesem Jahr mal mit einer Direkt-Nominierung zu probieren verdient es – zumindest mal von uns Fans – eine faire Chance zu bekommen.
      Wenn man nicht komplett mit deutschen Scheuklappen durch die Welt rennt (Gruss an @escfan05) gibt’s ja genügend Möglichkeiten sich an den diversen VE`s überall in Europa zu erfreuen – also immer schön locker durch die Hose atmen (und hier geht mein besonderer Gruss an @Andi mit Bild) :-).

      • Wenn du doch so begeistert bist von den vielen anderen VEs in anderen Ländern, warum erfreut es dich, das man als Zuschauer und Gebührenzahler in Deutschland nicht gefragt wird, welchen Sänger und welchen Beitrag man will? Du bist doch derjenige gewesen, der 2018 gegen Michael Schulte ständig gemeckert hat, also bitte, wer im Glashaus sitzt…. Jedenfalls ist die Art und Weise wie der NDR mit dem Publikum umgesprungen ist, nur als absolut fies und arrogant zu bezeichnen. Und diese beiden Witzfiguren, die jetzt ja angeblich für den ESC verantwortlich sind, machen den gleichen arroganten und inkompetenten Eindruck wie der Schreiber. Selbst wenn der Beitrag in diesem Jahr besser abschneiden sollte, gleicht das auf keinen Fall aus, das der NDR die Zuschauer ausgebotet hat. Und schon gar nicht, was man sich hier in diesem Jahr abgehalten hat. Das Ergebnis dieses Beitrags hat für mich keinerlei Wert, egal wo der Schrott, der ausgesucht wurde, am Ende landen wird.

      • @Christian Harbich:
        Ich werde definitiv dem Versuch eine Chance geben. Ich finde nur dass der ewige Vorwurf Deutschland wäre mutlos sich entgültig erledigt hat.
        Ansonsten warten wir einfach ab, was wir am 27.02. vorgesetzt bekommen und dann kann man ja entscheiden, ob man es mag oder nicht. 🙂

    • @Jörgi, warum? z.B. weil man in Deutschland stark dazu neigt, ständig die falschen Acts zu schicken! Das Problem ist nicht von der Hand zu weisen, dass bei einer „Volksabstimmung“ das Augenmerk zu wenig darauf gerichtet wird, was am ESC-kompatibelsten ist. Jaja, schon klar – jetzt kommt wieder die alte Leier mit dem Schulte….wenn der für eins gut war, dann zumindest für den Beweis, dass man auch aus der ödesten Nummer mit nem tollen Staging noch einiges an Punkten rausholen kann – das hab ich auch direkt nach Lissabon ohne weiteres eingeräumt. Ohne das tolle Staging wär Schulte mit seinem Gewinsel aber garantiert nicht unter die Top Ten gekommen.

      Wenn das diesjährige Konzept des NDR nicht aufgeht wird es sowieso schwierig – nicht zuletzt auch für Herrn Schreiber. Aber schon im Vorfeld alles madig zu machen (wo weder Song noch Interpret und erst recht nicht Perfo und Staging bekannt sind) ist aus meiner Sicht kein gutes Verhalten – und Dein kindischer Boykottaufruf erst recht nicht.

      • @ Christian Harbich

        Zustimmung, es wurde in der Vergangenheit weniger nach Erfolgsaussichten beim ESC abgestimmt, wobei das natürlich schwierig ist, vorauszusagen. Aber man hatte schon ein wenig den Eindruck, dass weniger der Song für viele Zuschauer interessant war, sondern die Geschichten drumherum, schliesslich wurden ja ellenlange Filmchen über die Künstler vor dem jeweiligen Auftritt gezeigt. Oder, wie bei Jamie Lee, die schon durch „The Voice of Germany“ bekannt war. Nur leider interessiert das international niemanden. Deshalb finde ich den (vorübergehenden) Weg der Direktnominierung gar nicht so verkehrt. Zumindes verdient er eine faire Chance. Für die kommenden Jahre erhoffe ich mir doch eine gewisse Zuschauerbeteiligung. Die Idee, dass der Künstler intern bestimmt wird, und der Song vom Publikum gewählt wird, fände ich gut. So wird der Fokus wieder mehr auf den Song gelegt, meiner Meinung nach.

        Ich war jetzt auch nicht der große Fan, von Michael Schultes „You let me walk allone“. Einfach, weil mir der Gesangsstil nicht gefällt. Aber von dem Auftritt war ich auch angetan, ausserdem kam Michael wirklich extrem sympathisch und „geerdet“ rüber. Man hat ihm seine Geschichte wirklich abgenommen. Darauf kommt es halt an, finde ich.

  20. …mag sein, dass ich am 27.2. ebenfalls enttäuscht bin und mit dem ausgewählten Beitrag nichts anfangen kann – das werden wir dann ja sehen. Bis dahin erhoffe ich mir durch die direkte Nominierung dass 1. ein starker Song, 2. ein attraktiver Interpret/Interpretin und 3. auch schon eine tolle Idee für Performance und Staging gefunden wurden…klingt wie die Quadratur des Kreises, ich weiss – aber die Hoffnung stirbt eben zuletzt.

  21. Die Gerüchte um Marie Reim verdichten sich…..

    Ich bin ja sehr für Deutsch, aber muß es unbedingt Schlager sein ? Mal sehen….

    • Die Gerüchte um Daniel Schuhmacher auch, von den Goldkehlchen nicht zu reden … 😉
      Ich halte das alles eher für eine Art Win-Win-Verwirrungstaktik.

      • Eben. Marie Reim lebt sehr gut damit, dass irgendein drittklassiger Schlager-Blog sie in den Kreis der Hopefuls aufgenommen hat. Die bedient das jetzt ganz gut.

  22. Könnte Ben Ivory jemand sein, der der Bubble, aber nicht der breiten Öffentlichkeit bekannt ist und der dieses Jahr den männlichen Schubladensong aus dem letzten Jahr singen darf, wofür der NDR nur keinen geeigneten Interpreten hatte?

    • Ich kann mich nur an seine Liveperformance bei der damaligen VE erinnern und gesanglich war das gar nix. Wenn sich sein Gesang seit dem nicht deutlich verbessert hat, dann bitte nicht. Aber möglich ist alles.

  23. Ich glaub jede/r Künstler*in hat es jetzt schwer sich Deutschland zu beweisen. Egal ob bekannt oder unbekannt. Also, auch egal, ob es einen VE gibt. So richtig zufrieden ist man ja eh nie. Dadurch, dass man noch bis zur Bekanntgabe warten muss, malt man sich schon alle Schreckensszenarien aus, die eventuell passieren könnten. Vielleicht sollte man den ESC einfach nicht zu ernst nehmen. 😀 Oder Stefan Raab wieder mit ins Boot holen 😉

  24. Heute gabs eine Presseeinladung zur Aufzeichnung der Show am 27. Februar.
    Sie findet ab 15 Uhr in Hamburg statt, Michael Schulte wird in der Show zu Gast sein.

    • Weil die Presse-Einladung unglücklich formuliert ist. Da steht es in etwa so drin: Interviews und Fotos können gemacht werden mit der Künstlerin/dem Künstler, der Komponistin/dem Komponisten, Michael Schulte, Peter Urban und Thomas Schreiber.

      Das könnte man schon auch lesen wie „Man kann ein Interview machen mit dem Komponisten, Michael Schulte.“ Oder man liest es halt als Aufzählung, die es wohl auch sein soll. Man hätte auch einfach die Namen Urban und Schulte tauschen können bspw., weil jeder dann sicher gewesen wäre, dass Urban wohl eher nicht auf seine alten Tage noch als Songwriter in Erscheinung treten möchte. 🙂

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