Drei Monate nach „Eurovision: Europe Shine a Light“ – Welche Beiträge des ESC-Jahrgangs 2020 waren erfolgreich?

Es sind nun schon fast drei Monate vergangen seit der aus Hilversum ausgestrahlten ESC-Ersatz-Show „Eurovision: Europe Shine a Light“. Natürlich hat die Corona-Pandemie auch die Promotion-Pläne vieler Künstler und ihrer Plattenfirmen beeinträchtigt. Dennoch hat sich in den vergangenen Monaten einiges getan und somit schauen wir in diesem Beitrag, wie die Beiträge des diesjährigen ESC-Jahrgangs (darunter natürlich auch Ben Dolic) kommerziell abgeschnitten haben.

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Großer Gewinner in diesem Jahr ist die russische Gruppe Little Big. Mit ihrem Video zu „Uno“ konnte sie im Juli bereits Platz 1 der meistgesehenen ESC-Musikvideos erreichen und damit Netta und ihr „Toy“ auf den zweiten Platz verweisen. Aktuell steht das Video bei 141 Millionen Aufrufen und verzeichnet auch weiterhin konstant hohe Abrufzahlen. An zweiter Stelle des aktuellen Jahrgangs befindet sich auf dem Eurovision-Kanal der Liveauftritt von The Roop und „On Fire“ mit etwa 8,5 Millionen Aufrufen. An insgesamt zweiter Stelle steht jedoch Italiens Diodato mit 41 Millionen Aufrufen für das offizielle Musikvideo zu „Fai rumore“. Ben Dolic kommt mit den beiden verfügbaren Musikvideos (auf dem eigenen sowie dem ESC-Kanal) auf etwa 3,7 Millionen Aufrufe.

Streaming: Spotify und Apple Music

Klarer Streaminggewinner ist Islands Daði Freyr, der mit Gagnamagnið tatsächlich so etwas wie einen Hit geschaffen hat. „Think About Things“ konnte bis heute etwas über 40 Millionen Streams verzeichnen. Besonders in Großbritannien fand der Song viele Hörer, was nicht zuletzt durch geschickte Platzierungen in den wichtigsten Playlisten Großbritanniens erzielt werden konnte. Natürlich ist der Song in Island zum Mega-Hit avanciert und dürfte im Jahresranking wohl sehr weit oben landen. Als einziger ESC-Beitrag 2020 ist „Think About Things“ übrigens auch auf der deutschen Spotify Sommerhits-Playlist gelandet.

Zum Vergleich: Diodato steht bei knapp 28 Millionen Streams, The Mamas aus Schweden mit „Move“ bei 12 Millionen und Ulrikke aus Norwegen mit „Attention“ bei 6,7 Millionen Streams. Doch auch Ben Dolic muss sich in dieser Kategorie nicht verstecken – aber mehr dazu später.

Nationale Charts

Auch hier heißt der Gewinner Daði Freyr. Neben Platz 1 in Island reichte es für „Think About Things“ zu Platz 3 in Irland, Platz 10 in Schottland, Platz 33 in Schweden, Platz 34 in Großbritannien (dort der einzige vertretene ESC-Titel des Jahrgangs) und Platz 53 in Belgien (Flandern).

Doch auch andere ESC-Songs waren in ihren Heimatländern erfolgreich: The Mamas erreichten Platz 1 und Platin in Schweden, The Roop die Spitze in Litauen, „Uno“ gleich Platz 1 in Russland und der Ukraine, „Divlji vjetre“ von Kroatiens Damir Kedžo ebenso Platz 1, Ulrikke Platz 3 in Norwegen und Eden Alene ebenfalls Platz 3 in Israel.

So schlägt sich Ben Dolic mit „Violent Thing“ drei Monate nach dem ESC

Um es vorwegzunehmen – nein, „Violent Thing“ wurde nicht zum großen ESC-Hit wie „You Let Me Walk Alone“ von Michael Schulte. Das war aber auch gar nicht zu erwarten, da der mediale Hype um den ESC in Deutschland durch die coronabedingte Absage kaum ausbrach. Doch in den Airplay-Charts konnte „Violent Thing“ sich bis in die Mitte der 30er-Platzierungen hocharbeiten und blieb auch nach der ESC-Woche noch einige Zeit in den Top 100.

Auf Spotify scheint Ben sich eine Hörerschaft erarbeitet zu haben. Mit Stand des 11. August verzeichnet Ben 331.000 monatliche Hörer, die also mindestens ein Mal „Violent Thing“ gehört haben – das sind mehr als in den Woche vor dem ESC. „Violent Thing“ steht bei insgesamt (mit der Stage Version zusammengerechnet) 5,8 Millionen Streams – auch das ist im insgesamten Vergleich des Jahrgangs ein guter Wert. Vor allem durch gute Platzierungen in der Playlist „Stimmungsmacher“ (Platz 2, 1,1 Millionen Follower) und Girls‘ Night (Platz 3, 2,1 Millionen Follower) kann Ben weiterhin gute Abrufzahlen verbuchen.

Was sagt Ihr zu dem Abschneiden der diesjährigen Beiträge? Gibt es Überraschungen für Euch oder kam alles so wie erwartet? Und welche Beiträge hört Ihr noch immer gerne?


13 Kommentare

  1. Ich mag Violent Thing noch immer sehr sehr sehr,❤❤❤ das der Song es nicht in die offiziellen Charts geschafft hat, ist kein Wunder, wenn man sich dort die Songs und den Geschmack so anhört.

    • Karin, da muss ich Dir Recht geben. Wenn man sich die deutschen Single Charts anschaut, fragt man sich echt manchmal ob es Ernst ist oder eine Verarsche. Dieser ganze möchte gern Deutsch Rap und Assigesang. Kann man nur mit dem Kopf schütteln und ich bezweifle, dass es dort noch mit rechten Dingen zu geht. Ein normaler Popsong hat es doch sehr schwer heutzutage in die Charts zu kommen. Und wenn, dann sind es immer dieselben Interpreten. Daher hat es mich nicht gewundert, dass Ben nicht die Charts erreicht hat. Dies wäre vor einpaar wenigen Jahren noch anders gewesen. Aber egal, es ist ein sehr guter Song und ich freue mich nach wie vor, wenn ich ihn im Radio höre.

  2. Meiner Meinung nach musikalisch ein sehr guter Jahrgang.😊
    Mittlerweile mag ich sogar (fast) jeden Song aus 2020. Ist mir noch nie passiert.

    • Ich mag zum ersten mal den Beitrag aus Portugal den einzigen anderen portugiesischen Song den ich mag ist das JESC-Entry des Landes 2006: „Deixa me Sentir“ von Pedro Madeira

    • Eigentlich kann ich nur mit „Voda“ nach wie vor nicht allzu viel anfangen, leider. Denn das liegt nicht an der Sängerin, sondern eher am drögen Song.

  3. Wichtiger ist doch erstmal, wie die interpreten im eigenen land wahrgenommen werden und bei ben dolic kann man glaub schon sagen……eigentlich gar nicht. Ich habe jedenfalls ausser auf esc-kompakt nichts mehr von ihm gehört.
    Kurz zu gjon muharremaj. War er vor seiner nomination in der schweiz fast unbekannt, hatte er seither doch svhon einige auftritte im tv. Er war zbsp. in der nationalfeiertags-sendung, bei glanz&gloria, donnschtigjass, und macht grad eine promi-kochshow im welschen. Auch im tessiner-tv durfte er schon zweimal „répondez-moi“zum besten geben.

  4. Alcohol you. 😍😍😍
    Ist für mich der beste Song, zumindest vor dem Revamp.
    Deswegen höre ich auch weiterhin nur die alte Version. ☺

  5. Leider kann ich bei dem Deutschen Beitrag nicht drankommen, es ist erschreckend Niveaus los und man hat es Sekunden nach dem Hören schon wieder vergessen.
    Meine Stimmen hätten eh Daði Freyr mit Think About Things. und The Roop mit On Fire. und Little Big mit Uno sowieso bekommen.

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