Ein Blick in die Zukunft? „The Voice of Germany“ ab heute Abend auf Pro7

Erovision-TheVoice-2019-Aufmacher

Die Kritik vieler Fans ist groß, wenn Ex-Casting-Teilnehmer am deutschen Vorentscheid teilnehmen. Und das obwohl einige der erfolgreichsten deutschen ESC-Teilnehmer durch ein Casting gefunden wurden: Max Mutzke (8. Platz 2004) bewarb sich ebenso wie Lena (1. Platz 2010, 10. Platz 2011) und Roman Lob (8. Platz 2012) an Castings, die von Pro7 (und natürlich von Stefan Raab) eigens für die Teilnahme am Eurovision Song Contest ins Leben gerufen wurden. Ohne die Mitarbeit von Stefan Raab suchte der seit 1996 federführende NDR lange Zeit selbstständig nach den deutschen Teilnehmern für den ESC – oft wurde dabei mit Plattenfirmen zusammengearbeitet, die jedoch meist aus eigenem Interesse Musiker „schickten“, die durch die Sendung lediglich einem breiterem Publikum bekannt gemacht werden sollten.

Erovision-TheVoice-2019-AliceMerton-MarkForster-Sido-ReaGarvey

Seit Ende 2011 wird die im Original aus den Niederlanden stammende Castingshow „The Voice of Germany“ (VoG) auf Pro7 und SAT.1 ausgestrahlt. Das Konzept der Sendung verspricht einen Augenmerk auf die Stimme der Teilnehmer zu legen. Nur wenn sie durch ihre Stimme überzeugen, bleiben sie in der Sendung und werden gecoacht. In der ab heute auf Sendung gehenden 9. Staffel sitzen neben Mark Forster und Rea Garvey nun auch Alice Merton („No roots“) und Sido (deutsches Jurymitglied 2014) in der Jury. Auch Nico Santos, der gerade mit Lena die Single „Better“ veröffentlicht hat, wird eine Art „Backup-Coach“, der ausgeschiedenen Talenten eine 2. Chance gibt.

Auf dem Papier scheint dieses Konzept eigentlich perfekt für den ESC zu sein, schließlich werden auch hier Teilnehmer gesucht, die stimmlich auffallen und einen möglichst guten Song singen (und performen) können. Nationaler Erfolg zählt beim ESC wenig, wie wir oftmals feststellen konnten. Trotzdem „verirrte“ sich erst 2015 der erste ehemalige The Voice-Teilnehmer in den deutschen Vorentscheid – und sorgte gleich für einen Eklat:

2015: Andreas Kümmert („Heart of Stone“, Platz 1 im Vorentscheid, zog seine ESC-Teilnahme zurück)

Ein Aufschrei ging nicht nur durch das in Hannover anwesende Publikum, als Andreas Kümmert, Sieger der 3. Staffel von VoG, erklärte, sich nicht in der Lage zu fühlen, nach Wien zum ESC zu fahren. Gerade durch das Publikumvoting mit 78,8 Prozent der Stimmen zum Sieger gekürt, überrumpelte er Barbara Schöneberger, die daraufhin kurzerhand die Zweitplatzierte Ann Sophie zur Siegerin kürte. Das Publikum in der Halle quittierte die Situation mit Pfiffen und Buh-Rufen, der Vorfall beherrschte anschließend wochenlang die Medien.

In einem späteren Statement bestätigte Andreas Kümmert, dass er sich aus freien Stücken für den Vorentscheid angemeldet hatte und wirklich nach Wien wollte. Kritik und Beschimpfungen im Netz konnte er aber nicht einfach wegstecken. In den folgenden Monaten hatte er unter einer Angststörungen, Depressionen, Panikattacken und Schlaflosigkeit gelitten, bis er sich schließlich in therapeutische Behandlung begab. 2016 veröffentlichte er sein Album „Recovery Case“, 2018 das Album „Lost and Found“ mit der Single „Keep my heart beating“.

 

2016: Jamie-Lee Kriewitz („Ghost“, Platz 1 im Vorentscheid, Platz 26 beim ESC)

Die damals amtierende The Voice-Siegerin Jamie-Lee Kriewitz reiste als Favoritin zum deutschen Vorentscheid 2016, den sie schließlich auch mit 44,5 Prozent im Superfinale gewann. Stimmlich markant, durch eine in den Höhen kräftige Stimme, die aber auch manchmal etwas unkrontolliert in die Tiefen sprang, optisch dem überzogenem Decora-Kei-Stil zugetan, konnte sie zwar schnell Fans gewinnen, andererseits stieß sie aber auch bei vielen auf Unverständnis.

Während sie bei The Voice noch zaghaft ihrem Manga-Stil einsetzte, konnte sie sich beim ESC voll ausleben, was wohl zur Folge hatte, dass Europa sich mehr mit ihrem Kleidungsstil beschäftigte, als mit ihrem Midtempo-Lied „Ghost“. Die Folge waren lediglich 11 Punkte und ein klarer letzter Platz. Ihr kurz vor dem Song Contest veröffentlichtes Album schaffte es mit einigen wirklich guten Songs bis auf Platz 18 der Charts, die folgenden Singles „Berlin“ und „Wild one“ floppten jedoch.

Seitdem ist es ruhig geworden um Jamie-Lee, die in unregelmäßigen Abständen eigens gedrehte Videos auf ihrem YouTube-Kanal veröffentlicht. Neben einer kleinen Tour 2017, dem Lied „Wild und frei“ zur Kinderserie Spirit, sowie dem Weihnachtslied „Coming home for Christmas“ versucht die erst 21-jährige Jamie-Lee seitdem sich selbst und ihren eigenen Stil zu finden. Vor fünf Tagen gab sie bekannt, dass zeitnah mit ihrer deutschsprachige Single „Flying“ nun endlich neue, eigene Musik erscheinen wird.

 

2018: Natia Todua („My own way“, Platz 6 im Vorentscheid)

Nachdem der NDR 2017 versuchte eigens eine Art Castingshow auf die Beine zu stellen, was allerdings ebenfalls mit dem vorletzten Platz beim ESC nicht von Erfolg gekrönt war, wurde 2018 das Konzept für den Vorentscheid komplett umgekrempelt. Gesucht werden – kurz zusammengefasst – seitdem Musiker, die in einem Workshop mit verschiedenen Songwritern an eigenen Songs arbeiten. Schlussendlich kann beim Vorentscheid aber auch ein eigenes Lied aufgeführt werden.

Davon machte die 2018 aktuelle The Voice-Siegerin Natia Todua aus Georgien Gebrauch und startete mit ihrer radiokompatiblen und bisher einzigen Single „My own way“. Die internationalen Jurys und die Zuschauer setzten sie damit nur auf Platz 5, dass Fanpanel sogar nur auf den 6. Platz. Am Ende musste sich die heute 23-jährige georgische Sängerin mit der ungewöhnlichen Stimme mit dem letzten Platz begnügen.

In Georgien scheint ihr Sieg bei der deutschen Version von The Voice aber Eindruck gemacht zu haben und so saß sie dort in der Jury der Castingshow Georgian Idol, deren Gewinner Otto Namsadze in diesem Jahr für Georgien beim ESC startete.

 

2018: Ivy Quainoo („House on fire“, Platz 4 beim Vorentscheid)

Als bekannt wurde, dass Ivy Quainoo, die erste deutsche The Voice-Siegerin, am Vorentscheid teilnimmt, schürte allein die Information große Hoffnungen bei den Fans. Ihr Song „Do you like what I see“ und ihr Debütalbum „Ivy“ wurden 2012 mit Gold ausgezeichnet – und auch wenn Sie mittlerweile in Amerika lebt, schlägt ihr noch immer große Sympathie entgegen.

Umso enttäuschter waren viele Fans bei der Veröffentlichung ihres Beitrages „House On Fire“, das ebenfalls nicht im angebotenen Workshop entstand, sondern von ihrer Plattenfirma in den Wettbewerb eingebracht wurde. Mit diesem soliden Titel war nichts zu holen – Platz 4 bei der Jury und beim Panel, nur Platz 3 bei den Zuschauern. Insgesamt erreichte Ivy Quainoo mit „House On Fire“ nur Platz 4 und schaffte es auch nicht, in die deutschen Charts einzusteigen. Seitdem ist es musikalisch leider wieder ruhig um Ivy geworden.

 

2018: Michael Schulte („You let me walk alone“, Platz 1 im Vorentscheid, Platz 4 beim ESC)

Aber dann war da ja noch er: Michael Schulte, der ebenfalls schon in der ersten Staffel von The Voice teilnahm und dort schon einen 3. Platz belegte. Er wusste genau, auf was er sich beim ESC einlassen würde und hatte sich selbst beim NDR für den deutschen Vorentscheid beworben. Auch die Veranwortlichen des NDR, die sich selbstständig auf die Suche nach Musikern machte, hatten ihn auf der Liste. So ist es nicht überraschend, dass er es in die Endrunde schaffte.

Seit seinem 3. Platz bei The Voice versuchte Michael musikalisch Fuß zu fassen, veröffentlichte hartnäckig seine Songs und Coverversionen auf seinem YouTube-Kanal und konnte sich so weltweit Fans erspielen. Schon sein 2012 veröffentlichtes Lied „You Said You’d Grow Old with Me“ thematisierte den Tod seines Vaters. Im Workshop traf er auf Thomas Stengaard, Nisse Ingwersen und Katharina Müller mit denen er zusammen seinen emotionalen Beitrag „You let me walk alone“ schrieb. Der Rest ist Geschichte – Michael gewann mit den höchstmöglichen Punkten den deutschen Vorentscheid, sein Auftritt wurde für den ESC noch weiter perfektioniert und erreichte dort im Finale einen tollen Platz 4.

Privates Glück paart sich seitdem mit musikalischem Erfolg, seine Konzerte sind begehrt und oft ausverkauft, sein Titel „Back to the Start“ hielt sich wochenlang in den deutschen Charts. Seine neue Single „All I need“ ist der Vorbote für sein am 25. Oktober erscheinendem neuen Album „High & Lows„.

 

2019: Gregor Hägele („Let me go“, Platz 6 im Vorentscheid)

Auch 2019 waren fast die Hälfte der Teilnehmer des deutschen Vorentscheids ehemalige The Voice-Teilnehmer. Der Balladenspezialist Gregor Hägele, der in der 7. Staffel von The Voice teilnahm und es immerhin in die 1. Liveshow schaffte, eröffnete den Vorentscheid mit seiner etwas beliebig-zaghaften, aber doch eingängigen Ballade „Let me go„.

Ob es die Aufregung war? Jedenfalls gelangten nicht alle Töne dorthin, wo sie hingehörten und so erreichte Gregor am Ende, trotz des letzten Platzes bei der internationalen Jury, den 6. Platz.

Derzeit arbeitet Gregor an neuen Songs und man kann nur hoffen, dass er seinen Auftritt beim Vorentscheid gut verkraftet hat und allen Kritikern mit guter Musik entgegentritt.

 

2019: BB Thomaz („Demons“, Platz 7 im Vorentscheid)

Man sollte etwas wagen, um beim ESC zu punkten – ein Wagnis kann aber auch gehörig schiefgehen. BB Thomaz, die mit „Demons“ den wohl sperrigsten Titel im Vorentscheid vortrug, nahm wie Gregor ebenfalls an der 7. Staffel von The Voice teil, erreichte dort aber im Finale den 4. Platz.

BB Thomaz, Mutter, Fitnesstrainerin, Schauspielerin und Model, die ihren Titel „Demons“ im Workshop zusammen mit Andrew Tyler, Ricardo Bettiol und Tim Shou schrieb, musste sich beim diesjährigen Vorentscheid mit dem letzten Platz begnügen. „Demons“ war ohne Zweifel kraftvoll und gut gesungen, wirkte aber leider – auch in Verbindung mit ihrem Auftritt auf einer überdimensionalen Treppe – zu sperrig und konfus. Am Ende reichten 13 Punkte knapp nur für den 7. und letzten Platz.

Die energiegeladene BB, die nach The Voice mit ihrem Fitnesskonzerten „FLOW by BB“ Aufmerksamkeit erlangte, gibt aber nicht auf und veröffentlicht auch nach dem Vorentscheid weiter fleißig und fast in monatlichen Abständen (!), ihre Songs auf ihrem YouTube-Kanal.

 

2019: Linus Bruhn („Our City“, Platz 5 im Vorentscheid)

Für den jungen Linus Bruhn war 2015 in der 5. The Voice Staffel schon in den Knockouts Schluss, doch trotzdem gab er nicht auf und veröffentlichte immer wieder Coversongs und eigene Lieder auf seinem YouTube-Kanal. Bei Instagram folgen ihm über 200.000 Fans und schnell galt er für viele als neuer Mike Singer.

Sein moderner Beitrag „Our City“ schaffte zwar bei Jury und Zuschauer den 3. Platz, am Ende musste er sich allerdings trotzdem mit Platz 5 und 23 Punkten zufrieden geben. Gesanglich ausreichend, tanzte er etwas verloren auf der großen Bühne herum, die im Vorfeld angekündigten Parkour-Tänzern fehlten.

Im April veröffentlichte er die Coverversion „As you need“, vor einer Woche den Song „More Than Friends“ mit Selina Mour.

 

Fazit:
Rückblickend haben ehemalige The Voice-Teilnehmer bisher wenig Erfolg im Rahmen der deutschen Vorentscheidung oder beim Eurovision Song Contest selbst gehabt. Lediglich Michael Schulte, der sich selbst aber auch schon als eigenständiger Musiker aufgebaut hatte, konnte beim ESC Erfolge feiern und aus dem ESC einen kräftigen Karriereschub mitnehmen.

Allerdings sollte man wohl auch nicht daraus ableiten, dass Castingshow gleich Misserfolg bedeutet und die Teilnehmer generell keine Chance im Musikbusiness haben. Ein Blick zu The Voice kann (teils ungewöhnliche) Talente aufzeigen. Die meisten The Voice-Teilnehmer scheitern anschließend eher daran den Castingshow-Stempel wieder loswerden zu können, als an eigenem Talent. Denn man darf nicht vergessen: The Voice will einzig eine quotenbringende TV-Show sein, nachträglicher Erfolg ist nebensächlich.

Was glaubt ihr, wird sich der NDR am diesjährigen The Voice-Angebot für den Vorentscheid genau so reichhaltig bedienen, wie in den letzten beiden Jahren? Gibt es gar ehemalige Teilnehmer, bei denen ihr euch vorstellen könnt, dass sie auch international erfolgreich sein können?



31 Kommentare

  1. Die Verlogenheit des Konzeptes von The Voice wird auch in Zukunft niemanden mit Ecken, Kanten oder Interessantes hervorbringen, da es nach der ersten Runde nicht mehr nur um die Stimme geht.

    Dann greifen wieder die üblichen Casting-Show Mechanismen wie Aussehen, Geschmeidigkeit, Massenkompatibilität und Einzelschicksalssensationspotenzial.

    Und das war‘s dann mit „nur die Stimme zählt“. Wie gesagt, verlogen.

    Hoffen wir, dass uns die Talents beim ESC in 2020 und darüber hinaus erspart bleiben.

  2. Ergänzend dazu gehen drei (vor-)letzte Plätze auch auf das Konto von Casting-Shows:
    2005: Gracia (Deutschland sucht den Superstar)
    2008: No Angels (Popstars)
    2019: Carlotta Trueman (The Voice Kids)
    —-
    Wenn 2018 und 2019 jeweils die Hälfte TVOG-Kandidaten waren, bin ich mir sicher, dass auch nächstes Jahr mindestens einer von TVOG kommen wird.
    Ich halte allgemein nicht viel von TVOG und co, weil ich weiterhin davon überzeugt bin, dass es beim ESC zu 90% um das Lied selbst geht. Man kann die schönste Stimme dahin schicken, aber hat man einen schlechten Song bei einem SONG Contest, dann nützt das alles nichts.
    Gäbe es eine Sendung mit dem Namen „The Song of Germany“, dann könnte es was werden.

  3. Also ich wünsche mir ja nach wie vor, dass der nächstjährige The Voice Bezug aus der Jury kommt und Alice Merton heißt. ( Ich glaube @ESCFan2009 ist bei mir 🙂 )

  4. Ich glaube in den letzten Jahren wurden für die Finalisten keine eigenen Lieder komponiert. Das ist dann doch sehr witzlos. Die Sieger der letzten Staffeln sind dann auch sofort in der Versenkung verschwunden. Trotzdem sind The Voice und DSDS viel erfolgreicher als Unser Lied für…! Dem NDR gelingt es überhaupt nicht mehr, viele Zuseher für den Vorentscheid zu mobilisieren.

  5. Wenn die Songs gut sind, ist es mir schnuppe, ob sie von ehemaligen Castingstars vorgetragen werden.
    Ich verfolge diese Shows eigentlich nicht, aber die VE-Teilnehmer/-innen aus den Castingshows konnten alle singen und hatten gute Stimmen. Allerdings fehlt es den meisten doch an ausreichend Erfahrung, auf so einer grossen Bühne zu stehen. Deshalb wäre es ja total wichtig, dass man die Künstler im Falle einer ESC-Teilnahme adäquat betreut, auch marketingtechnisch. Wie es damals Stefan Raab gemacht hat. Meiner Meinung nach geht auch beim ESC heutzutage ohne (positive) Publicity gar nichts mehr. Ist zwar irgendwie schade, da die Show doch ziemlich vorhersehbar geworden ist. Allein schon wegen dieser doofen Wetterei. Anderes Thema, sorry.

  6. Vielen Dank, Manu, für diesen interessanten Überblick. Für mich als Casting-Show-Verweigerer war viel Neues dabei.

    Ich mag dieses Format überhaupt nicht, denn die Fragestellung ist doch mehr oder weniger fast immer „Wen hauen wir diesmal raus?“ und ich zitiere hier, wie schon an anderer Stelle, nochmal als Extrembeispiel Trumps „You’re fired“. Auch tun mir die Kandidat/innen leid, wenn sie dieses Jurygequatsche ehrerbietig über sich ergehen lassen müssen.

    Zugegebenermaßen stammen meine Eindrücke hauptsächlich von Teilen der ersten DSDS-Staffel, seitdem habe ich mir das nicht mehr angetan, und ich weiß, es gibt Unterschiede zwischen diesen Shows, „The Voice“ soll ja humaner mit den Leuten umgehen. Und ich will nicht abstreiten, dass es durchaus ein spannendes Format ist, damals bei DSDS wollte ich auch unbedingt wissen, wer zum Schluss gewinnt (ich war in dieser ersten Staffel für die Zweitplatzierte – ?Juliette?, schade, dass ich von ihr nie wieder was gehört habe).

    Übrigens freu‘ ich mich, dass ich mal mit Ruhrpottler einer Meinung bin: Der Song ist beim ESC noch wichtiger als die Stimme.

    • Danke dir!

      Und ich empfinde das ähnlich – der Song ist das wichtigste. Dieser muss dann aber auch gut rübergebracht werden (Auftritt und Ausstrahlung des Musikers). Es gibt ja auch genug Beispiele, in denen gute Songs durch den Auftritt an Wirkung verloren haben.

  7. Übrigens: Sido war 2014 in der deutschen Jury und hat vor allem mit seiner Homophobie das katastrophale Abstimmungsergebnis Deutschlands für Conchita zu verantworten.

      • Also ich erinnere mich nur an einen Gewinner des Abends und das war Conchita Wurst 😛
        Und nur, weil man uns danach mit Calm After The Storm über Monate im Radio genervt hat, wurde das Ergebnis meines Wissens nicht verändert.
        Mir ging es aber mehr darum, dass oben steht, Sido war 2016 in der Jury. Er war es aber eben 2014!

    • Danke für den Hinweis, da hast Du vollkommen recht – ich habe es geändert.

      Ich meinte natürlich auch 2014, als Sido – nicht ganz unbelastet durch seine Juryfunktion bei „Die große Chance“, in der Conchita teilnahm – in der deutschen ESC-Jury saß. In dieser Funktion hatte er Conchita nur auf Platz 13 gesetzt und sie so im Schnitt zu den anderen abgewertet.

      Allerdings würde ich dabei nicht gleich von homophobie sprechen. Anscheinend mochte er Conchita, ihr Lied und ihren Auftritt einfach nur nicht so gern wie andere Beiträge. So begründete er ja auch später seine Wertung auf Facebook: https://www.facebook.com/sidomusik/posts/10152509704975466

      Bei mir persönlich landete Conchita ja auch nicht auf den 1. Platz und homophob bin ich nur wirklich nicht… 😉

      • Mit deinem letzten Satz hast du natürlich Recht… 😉

        Aber ich erinnere mich an manch anderen Sido-Kommentar aus 2014. Und wenn man den Facebook -Eintrag liest, erkennt man deutlich, dass es nicht nur um Song, Komposition und Auftritt von „Herrn Wurst“ ging bei seiner Beurteilung…. Aber okay, es ist Jahre her.

  8. Glaube inzwischen, dass es für nächstes Jahr keine allgemeine Bewerbung geben wird, sondern vielmehr ähnlich wie in der Schweiz gewählt werden könnte, also ohne Live-Show, oder man es nochmal mit einem Naidoo-Ansatz versucht (wobei man hierzu einen unumstrittenen Künstler bräuchte, der das mitmacht).
    Es ist schon auffällig still um den VE nächstes Jahr und die Zeit rinnt davon, wenn man wirklich wieder das Konzept der vergangen Jahre fortführen will (was ich inzwischen stark bezweifle).

    Nicht mal ob es überhaupt einen VE geben wird, will man bestätigen… alles sehr komisch

    • Andererseits haben wir ja auch erst Mitte September, ich bin mir nicht so ganz sicher – aber meines Wissens gab es da in den letzten Jahren zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht mehr Informationen zum Vorentscheid (abgesehen mal vom letzten Jahr, da wurde ja schnell bestätigt, dass am Auswahlverfahren nichts geändert wird). Ich verorte erste Informationen darüber im November (oft nutze Thomas Schreiber dafür die Bühne des ECG-Fantreffen in Köln)…

  9. @ Karin

    Ich glaube auch, dass die Messlatte nicht mehr von Schweden gelegt wird, sondern von eben Holland und
    auch von Italien. In den letzten Jahren haben gerade diese Nationen den ESC belebt. Wenn es Deutsch-
    land schafft 2020 vor diesen beiden Nationen zu landen, wird es ein gutes Ergebnis geben.

  10. Na ja, da bin ich nach wie vor anderer Meinung. Die großen ESC-Nationen sind von den Erfolgen her gesehen Italien und Schweden. Die Niederlande hatte mit den Common Linnets, Douwe Bob und Duncan Laurence großes Glück bei der Auswahl der Songs und der Erfolg kann auch ganz schnell vorbei sein.

    • Wenn Du ausschließlich die Platzierungen in Betracht ziehst, hast Du sicher Recht. Von der Nachhaltigkeit ist Schweden aber nichts abzugewinnen. Einmal davon abgesehen, dass es in
      letzter Zeit überwiegend die Jury gewesen ist, die Schweden nach vorne gebracht hat.

      Nebenbei:
      Bei Frankreich hoffe ich auf eine Teilnahme von der Band M 83!!! Wenn eine Band gewinnen kann,
      dann Diese!

      • „M83“ wären wirklich mal eine Bereicherung beim ESC, tolle Band!

        Aber Frankreich hat eh sehr viele großartige Musiker und gehen meiner Meinung nach mit ihrem Format „Destination Eurovision“ einen guten Weg, um diese guten Musiker, die sich eine ESC-Teilnahme erstmal nicht vorstellen können, doch irgendwann zu erreichen.

      • Toller amosphärischer Titel, mag so was sehr, und das fulminante Ende Gänsehaut wie wahnsinnig
        Ist wahrscheinlich aber schwer auf die ESC-Bühne zu bringen wie dieses Jahr bei Slowenien und Belgien

  11. Ich bin eigentlich ein großer Fan von TVOG, auch weil sie dem ewigen (Bohlen-verschuldeten) Castingshow-Bashing in Deutschland etwas entgegensetzen, aber in den letzen Jahren verkommt das Format leider immer mehr zur Selbstinszenierungsbühne der Coaches (besonders Mark Forster nervt mich kolossal). Was die Kandidaten angeht, sind die, die weit kommen eigentlich alle sehr fähig. Mangelnder Erfolg im ESC-Umfeld ist immer den Songs zuzuschreiben und auf gar keinen Fall der Tatsache, dass die Interpreten an Castingshows teilgenommen haben.

  12. @AgnethaFrida nicht jeder war von Calm after the Storm genervt, war immerhin 41 Wochen in den deutschen Charts, Conchita nicht.
    Für mich unter den Top 10 der letztjährigen ESC-Titeln.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.