Ein Jahr Pause: Der #FreeESC kehrt erst 2023 wieder zurück

Bild: Willi Weber, ProSieben

Während die Post-Eurovision-Depression weiterhin grassiert, wäre das doch wirklich eine willkommene Abwechslung gewesen. Der Free European Song Contest fällt 2022 jedoch ins Wasser! Auch wenn man sich vorgenommen hatte, den von Stefan Raab und Brainpool entwickelten Wettbewerb jährlich zu organisieren, wird es dieses Jahr nichts mehr mit der Show.

ProSieben hat nun offiziell bestätigt, dass die dritte Ausgabe des FreeESC erst im kommenden Jahr über die Bühne gehen wird. Warum genau man ein Jahr lang aussetzt, wurde von Senderchef Daniel Rosemann zwar nicht erläutert; man könne 2023 allerdings einen „noch internationaleren“ Wettbewerb erwarten. Das lässt darauf schließen, dass noch mehr Teilnehmerländer als in den ersten beiden Ausgaben der Show vertreten sein werden.

Sowohl in Zeiten des von Raab kreierten Bundesvision Song Contest (kurz: BuViSoCo) als auch jetzt – im „FreeESC-Zeitalter“ sozusagen – schlagen Fans und Medien immer wieder vor, die Show als deutschen Vorentscheid zu nutzen. Der NDR hat nach kritischen Stimmen zum ambitionslosen NDR-Fazit 2022 bestätigt, man wolle künftig neue Wege gehen bei der Vorentscheidung. Eine Kooperation mit ProSieben gilt dennoch als höchst unwahrscheinlich, wenngleich genau das in der Vergangenheit erfolgreich verlief und jedes Mal in Top-10-Ergebnissen mündete.

In seiner aktuellen Form können beim FreeESC Künstler:innen aus unterschiedlichsten Ländern teilnehmen, die dem deutschen Publikum meistens bereits bekannt sind. Zudem stimmen hauptsächlich Juries über das Ergebnis ab. In der Vergangenheit konnten Nico Santos für Spanien und Rea Garvey für sein Heimatland Irland (beide übrigens von Startposition 11 aus) den Wettbewerb gewinnen. Seinerzeit haben auch beim BuViSoCo vorrangig bereits etablierte Acts den Sieg geholt.

Anders als beim ESC können an der Show auf ProSieben auch Länder teilnehmen, die nicht offiziell eigenständig sind, wie in der Vergangenheit beispielsweise Schottland. Zudem ist die Türkei beim FreeESC bisher immer vertreten gewesen. Das liegt jedoch schlichtweg daran, dass keine Rundfunkanstalten am Wettbewerb teilnehmen, sondern von den Acts selbst bestimmt wird, unter welcher Flagge sie starten wollen.

Moderiert wurde die Show bisher beide Male von ESC-2014-Siegerin Conchita Wurst und ProSieben-Moderator Steven Gätjen. Bislang zeigte sich Stefan Raab selbst nie in der Show, was voraussichtlich auch so bleibt. Der FreeESC soll auch in der dritten Ausgabe wieder in Österreich, der Schweiz, Liechtenstein und Deutschland ausgestrahlt werden. Wann genau der Wettbewerb stattfinden wird, ist bislang nicht bekannt.

Mit Max Mutzke, Ex-Monrose-Sängerin Mandy Capristo, Ben Dolic und Ilse DeLange (The Common Linnets, 2014) haben bereits einige Acts mit ESC-Bezug am Wettbewerb teilgenommen. Ursprünglich ist der FreeESC aufgrund der ESC-Absage 2020 ins Leben gerufen worden. ProSieben bestätigte allerdings schnell, dass man am Format langfristig festhalten möchte.


27 Kommentare

  1. Juries stimmten ab? Dachte, es sind nur Einzelpersonen, die abgestimmt haben, die einen Bezug zum Kandidaten des jeweiligen Teilnehmer(landes) hatten, also Freunde, Familienmitglieder usw. der jeweiligen Teilnehmer. Dass da ganze Juries abgestimmt haben, ist mir neu.

  2. Also ich könnte der ProSieben-Redaktion jetzt zurufen: Macht doch bitte den „Bundesvision Song Contest“ wieder anstatt den „FreeESC“!

    Ich verstehe nicht, weshalb man am „FreeESC“ festhält, kann mir aber denken weshalb sie diesen erst im nächsten Jahr abhalten. Ist zwar nur eine Vermutung von mir, aber ich glaube, dass der „FreeESC“ im nächsten Jahr aus einer Arena mit großem Publikum (wahrscheinlich „Lanxess Arena“ in Köln) kommen wird und man dort vielleicht einfach mehr Vorplanung braucht!
    Im letzten Jahr fand der „FreeESC“ zwar ebenfalls bereits in der „Lanxess Arena“ statt, aber die Zuschauer vor dem Fernseher haben davon nichts mitbekommen, da aufgrund von Corona letztendlich doch kein Publikum in die Arena durfte und es somit -zumindest für die Zuschauer für dem Fernseher- keinen Unterschied machte ob man jetzt aus einer Arena oder einem Studio gesendet hat.

    Andererseits:
    Vielleicht ist meine Vermutung komplett falsch und der NDR hat sich doch mit ProSieben zusammen gesetzt und der „FreeESC“ wird als deutscher Vorentscheid benutzt?

    • Ich wage zu bezweifeln das der NDR sich wieder mit ProSieben zusammen tut sie haben ja quasi durch die Blume bekannt gegeben das sie nix ändern wollen.

  3. 2022 findet der FreeESC nicht statt ???
    Jetzt weiß ich wieder,was ich nicht vermisst habe.

    Dementsrechend würde ich es mir auch nicht wünschen,wenn der FESC als Vorentscheid genutzt würde.

  4. Als Raab-Fan und ständig bei TV total im Publikum Sitzende freue ich mich sehr darauf, wenn der Free ESC wiederkommt, obwohl ich noch ein größerer BuViSoCo-Fan war (dort war ich fast jedes Jahr vor Ort). Ich habe ihn dieses Jahr sehr vermisst…

  5. Jetzt mal ne ehrliche Frage: Wer hat den FreeESC überhaupt vermisst? Nach dem Mist vom letzten Jahr wohl keiner.

  6. Wirklich witzig fände ich eine alternative VE (oder wie man es auch immer nennen mag), bei der man 10-20 Songs präsentiert, die es nicht ins Finale der NDR-Auswahljury geschafft haben 🙂 Bei angeblich ja 900 eingereichten Songs 2022 hätte man nach einem entsprechenden Aufruf da sicher eine unterhaltsame Show zusammenstellen können 🙂

  7. Der letzte FESC war halt Grütze. Prosieben ist Meister darin, gute Konzepte totzusenden! Letztlich war es ja auch beim BuViSoCo so.

  8. Nix gegen FreeESC als Show, aber ich kann einen „Wettbewerb“ nicht ernst nehmen, bei dem die polnische „Jury“ (in Person von Prinz Poldi) 12 Punkte für die Türkei vergibt – weil er halt gerade da in Urlaub ist,

  9. Es muss ja nicht so sein, dass der FreeESC 1:1 als dt. ESC-VE genutzt wird. Und, ja, am wahrscheinlichsten ist es, dass man ihm eine Pause gönnt, weil die Quoten zuletzt nicht so gut waren und man bei Raab TV mehr mit der Vorbereitung anderer Projekte (WOK-WM-Comeback usw.) beschäftigt sein wird.

    Aber wer weiß: Vielleicht arbeiten die musikredakrionellen Leute bei Raab TV inkl. Stefan selbst in der Zeit doch irgendwie mit dem NDR zusammen und nehmen ihr Konkurrenzprodukt deshalb für den good will erstmal aus der Schusslinie?

    So oder so: Auch 2023 ist der FreeESC gerne auf meinem TV-Plan.

  10. Ich bin sehr glücklich über die Absage und hoffe, das das das letzte Wort war. Ich will keine billigen Kopien des ESC haben. Hoffe auch, dass der ASC und CSC ein Flop und eingestellt werden.

  11. Och,lch finde es schade,dass der Free ESC dieses Jahr ausfällt.Wäre doch eine schöne Abwechslung, wenn wir alle so auf die ersten Vorentscheidungen warten.

  12. Wundert mich überhaupt nicht. Ich wage sogar zu bezweifeln, dass wir die Show jemals wieder sehen werden.
    Letztes Jahr hatte sie schlechte Quoten und wurde von Zuschauern und Kritik zerissen, die „Juries“ sind ein absoluter Witz und der Faktor „Hier könnt ihr trotz Corona auftreten!“ spielt jetzt keine Rolle mehr.
    Da wäre es mir tausend Mal lieber, der BSC würde neu aufgelegt, dann aber bitte auch als ernstzunehmender Song-Wettbewerb ohne den inzwischen arg angestaubten Raab-Humor, umgesetzt von einem jungen Team, dass wirklich an die Sendung glaubt und mit einem musikalisch starken und ausgewogenen Feld (nicht ein Superstar gegen 15 mehr oder weniger Nobodys wie bei den meisten Ausgaben bisher).
    Das letzte klitzekleine Fünkchen Hoffnung, dass der NDR sowas als VE hinbekommt ist bei mir dieses Jahr leider endgültig erloschen.

  13. Ich habe mich letztes Jahr mal durch dem Free ESC gequält. Ich brauch den nicht nochmal gucken und das sag ich als jemand der sich sehr gerne jede Musiksendung und Show anguckt. Ich liebe zum Beispiel Sing meinen Song – Das Tauschkonzert. Die Jungs von SDP würde ich mir gerne be8m ESC wünschen. Und ja den BuViSoCo würde ich mir auch viel lieber zurückwünschen

    • Lustig – Sing meinen Song mag ich zum Beispiel überhaupt nicht. Einen ganzen Abend lang müsste ich mich durch Songs von nur einem einzigen Künstler quälen (klar, es singen unterschiedliche Leute mit unterschiedlichen Stilen, trotzdem sind die Songs ursprünglich von einem einzigen Künstler) und ich kann mich an keine Folge erinnern, in der ein Musiker, den ich regelmäßig höre, dort vertreten war. Zwei Folgen habe ich mir mal angetan, dann war es genug. Aber sollten doch mal Giant Rooks (oder eben Fred Rabe, wenn die ganze Band zu viele Leute sind) dabei sein, würde ich mir tatsächlich auch mal eine ganze Staffel ansehen. 😉

  14. Würde mich wahnsinnig über einen neuen Bundesvision Songcontest freuen, das hat wirklich Spass gemacht, auch die nicht so ernst gemeinte Version. Free ESC war bis jetzt nicht so dölle, freu mich aber über jedwede Musiksendung.
    .
    @Thilo, Sing meinen Song guck ich nach wie vor gerne, hat mir so manchen mir nicht so bekannten Künstler näher gebracht, wie jetzt auch die Jungs von SDP.

  15. @Schorschiborsch
    Die Idee, von den Aussortierten einen Fan-Contest zu machen, fände ich gut. Aber das werden die Aussortierten wohl nicht mitmachen (dürfen). Aber so eine Alternativshow würde vielleicht sogar von den Medien aufgegriffen werden. Wenn sich dann aber tatsächlich nur so Unter-Durchschnittsware meldet, können wir einpacken.
    Auf jeden Fall sollte man sich solche hohlen Äußerungen nicht mehr bieten lassen: „Der NDR hat nach kritischen Stimmen zum ambitionslosen NDR-Fazit 2022 bestätigt, man wolle künftig neue Wege gehen bei der Vorentscheidung.“

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