Emotionale Erinnerungen sowie eine lange Partynacht: Das war die Eurovision Weekend Tribute Night 2020

In den letzten Jahren hatte sich das Eurovision Weekend im Juli zur Oase für für ESC-Fans im Sommerloch entwickelt. Leider fiel es in diesem Jahr – wie so viele andere Events auch – Corona zum Opfer. Doch weder die Gründereltern der Veranstaltung, noch die Organisatoren in Stuttgart, wo die Veranstaltung in diesem Jahr stattgefunden hätte, ließen sich lumpen. Und so ging es zum einen virtuell und für einige in Stuttgart auch real hoch her – ganz im eurovisionären Sinne.

Aber der Reihe nach: Wie wir berichteten, musste das diesjährige Eurovision Weekend Corona-bedingt abgesagt werden. Es hätte zum ersten Mal in Stuttgart stattfinden sollen. Denn nachdem Mirko Buljan im letzten Jahr den Gesangswettbewerb Fan Vision im Rahmen des Eurovision Weekend auf Malta gewonnen hatte, sollte das Event in Deutschland stattfinden. Hier setzten sich die Organisatoren aus Stuttgart gegen Berlin durch und hatten auch schon ein spannendes Programm auf die Beine stellt.

Nachdem bereits Mitte Mai die endgültige Absage kam, folgte im Juni die Ankündigung einer virtuellen Tribute Night als Ersatz. Vier Monate nach dem Beginn des Lockdowns sind solche Ersatzveranstaltungen natürlich nichts wirklich Neues mehr. Das kennen wir von The Wiwi Jam at Home ebenso wie von der offiziellen ESC-Ersatzveranstaltung der EBU. Letztlich werden verschiedene Video-Inhalte zusammengetragen, bearbeitet und neu zusammengefügt. Idealerweise trifft das dann die Stimmung und sorgt bei den Zuschauern für Begeisterung.

Und das war bei der Eurovision Weekend Tribute Night definitiv der Fall. Denn sie blieb dem Charme treu, den das Event in den letzten Jahren zu seinem Aushängeschild gemacht hat: viel Herzblut, herrliche ESC-Nerdereien, Improvisation und Kreativität. Nach einem gemeinsamen Auftakt durch die beiden deutschen OGAE-Club-Präsidenten und weiterer Vertreter von OGAE-Fanclubs, mit denen das Event in der Vergangenheit kooperiert hatte, wurde ein großer Bogen über acht Jahre Eurovision Weekend gespannt.

Das Video von der Eurovision Weekend Tribute Night 2020

Moderiert wurde die Sendung von Alice, wobei zwei der Köpfe hinter dem ursprünglichen Eurovision Weekend, Frank Lochthove und Salman Tanzeem (Foto unten), in Gesprächen die Überleitungen zwischen den einzelnen Jahren gestalteten – und das war eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle und Erinnerungen. In den zwei Stunden wurde auch deutlich, wie viele ESC-Stars die Organisatoren nach Berlin und im letzten Jahr nach Malta geholt hatten. Einige von ihnen hatten eigene Videogrüße aufgenommen, die ebenfalls zu sehen waren.

Ein wesentliches Element des Eurovision Weekend ist auch immer der Lieder-/Gesangswettbewerb, bei dem Fans Eurovision-Titel bisweilen mit eigenen Texten oder anderen Instrumentierungen vortragen. Ein solcher Wettbewerb war für dieses Jahr auch geplant, konnte aber natürlich nicht realisiert werden. Aber dennoch ließen sich die Organisatoren auch dafür etwas einfallen – und griffen dabei auf die Idee aus dem Intervall-Act in Tel Aviv zurück: Balagan – mix and switch. So sangen ehemalige Sieger des Fan-Wettbewerbs die Titel von anderen Siegern.

Das Berliner Team der Eurovision Weekend Tribute Night (v.l.n.r.): Matthias, Florian, Daniel, Frank, Sibylle, Jan (aka DJ Jay-T), Salman und Simon

Natürlich kann es kein Eurovision Weekend ohne eine ESC-Disco geben. Auch das ist ja in Corona-Zeiten keine unüberbrückbare Herausforderung mehr. Während die Organisatoren in der Berliner Original-Location Pfefferberg feierten, konnten sich überall auf der Welt die Fans über ZOOM bzw. Youtube dazu schalten. Das taten dann auch etliche – und vor allem die Stuttgarter Organisatoren, die immer wieder im Bild zu sehen waren.

Eurovision Weekend Resident DJ Jay-T an den Turntables

Denn trotz des abgesagten Vor-Ort-Events gab es sehr wohl einige Aktivitäten des Stuttgarter Teams. Bereits am Freitagabend starteten sie im bzw. vor dem Restaurant Kachelofen am Hans-im-Glück-Brunnen. Am Samstag erkundeten sie gemeinsam die Gastgeberstadt Stuttgart. Und natürlich waren sie auch bestens präpariert, als die Tribute Night gefeiert wurde.

Nicht nur bei diesen Bildern freut man sich schon jetzt auf das Event 2021, das dann vom 9. bis 11. Juli in Stuttgart stattfinden wird. Die für dieses Jahr vorgesehenen Stargäste – Emmelie de Forest, Daniel Schuhmacher und Justs – haben bereits ihre Teilnahme bestätigt. Diejenigen, die Tickets für dieses Jahr hatten, können diese nächstes Jahr benutzen. Wer noch ein paar Bilder von der Location als Argument braucht, um sich auf den Weg nach Stuttgart zu begeben, kann sich diese im Video oben ab 1:54:15 von Manuel und Michael zeigen lassen.

Für das Eurovision Weekend generell gibt es auf Facebook und Instagram je eine Info-Seite. Das Stuttgarter Event hat eine weitere Instagram-Seite. Wer sich den Stuttgarter Fans auch sonst anschließen will, findet weitere Informationen auf der Homepage des EC Germany unter “DerClub/Fantrefffen”


10 Kommentare

  1. Wenn ich die fröhlichen Bilder sehe, frage ich mich wieso überhaupt abgesagt wurde. Zusammen in Gruppen feiern ohne Maske. Hat doch gut geklappt. Wären bestimmt noch mehr Menschen gekommen die ebenfalls auf Abstand und Maske pfeiffen.

  2. Das habe ich mich auch gerade gefragt. Kein Abstandeinhaltung. Keine Mundschutz. Kein Nichts.
    Vielleicht gelten für Randgruppen andere Regeln?!

  3. Hallo zusammen,
    In Baden-Württemberg gibt es seit dem 01.07. eine neue Corona-Verordnung. Bei den Erläuterungen zur Corona-Verordnung ist ersichtlich, dass bei privaten Veranstaltungen bis 20 Personen die Paragraphen 2 bis 4 und 6 bis 8 keine Anwendung finden, d.h. diese Treffen sind ohne Anstandsbeschränkungen und Hygienekonzept erlaubt, nachzulesen unter

    https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/faq-corona-verordnung/#c111641

    Dann zur Frage „Warum dürfen dann weiterhin nur 20 Personen zusammenkommen?“ gehen.

    Es war alles Corona-konform, daher denke ich, dass sich die Diskussion hier erledigt hat.
    Ist natürlich klar, dass die Verordnungen nicht jeder von jedem Bundesland kennt, daher sind wir in Stuttgart gerne behilflich.
    Viele Grüße
    Michael

    • Aktuell ist Deutschland bei den Corona-Regelungen ein regelrechter Flickenteppich.

      Wir Berliner hatten uns mit dem Pfefferberg genau abgesprochen was erlaubt ist.

      Gut, dass Michael hier klargestellt hat, dass auch in Stuttgart bei der Feier zur Eurovision Weekend Tribute Night alles regelkonform abgelaufen ist.

      • Alles was regelkonform ist muss nicht heißen, daß es sinnvoll ist. Egel welches Bundesland was beschließt. Fakt ist, daß jeder sagt es wäre wünschenswert/hilfreich Abstand und Maske zu tragen (auch bei gemischten Veranstaltungen bis 20 Personen-privat war das ja sowieso nicht) Wenn der eigene Spaß mehr wert ist als Andere zu schützen ist es in meinen Augen milde gesagt nur egoistisch. Aber Aluhutträger und Masken- und Abstandsverweigerer gibt es überall – auch unter ESC Fans. Partys haben Vorrang. Demos haben Vorrang und wie auch hier zu sehen war von Abstand und Maske keine Spur. Schade. Und Teilnehmer vermutlich aus ganz D, die schön wieder mögliche Gefahren in ihr zu Hause bringen. So hat Ischgl, Karneval usw. auch funktioniert. Nur ein „unwissentlicher Spreader“ und schon ist es zu spät. Mehr Verantwortungsgefühl unter uns Allen wäre nicht schlecht.

      • Auch hier können wir beruhigen…wir haben darauf geachtet, dass alle die Corona-Warnapp angeschaltet hatten. Verantwortung ist außerdem, die anderen zu schützen, indem man bei solchen Treffen mit Symptomen nicht erscheint. Letztlich entscheidet jedoch jeder selbst unter Berücksichtigung des Erlaubten, was er will und was nicht. Die Diskussion darüber finde ich gut und wichtig – denke aber es ging hier um den Vorwurf, dass wir uns nicht regelkonform verhalten hatten – und das konnte ich ausräumen.

      • Die Corona-App schützt aber auch nicht davor, dass sich Leute vor Ort infiziert haben und das dann in ihrer Heimat und bei sich auf der Arbeitsstelle weitergeben.
        Ich verstehe, dass man sich trotzdem treffen will und es ist ja auch vollkommen okay, dass man vor Ort offenbar schon auf die Corona-Regeln geachtet hat. Ich persönlich finde es trotzdem für mich fahrlässig und klemme mir mit meinem Partner alle solche Sachen seit März, weil wir einfach kein Risiko eingehen wollen. Wir haben beide Eltern bzw. Großeltern in der Hochrisikogruppe. Wir hatten zig Corona-Fälle im Bekanntenkreis. Da wirkt es auf mich immer etwas befremdlich, wenn man solche Bilder sieht. Aber wie gesagt: ich verstehe auch die Sehnsucht nach solchen Partys.

      • Tja, was soll man dazu sagen? Ja, es ist unvernünftig und in der jetzigen Zeit ist wohl eher Zurückhaltung angebracht.
        Aber ich kann jede/n absolut verstehen, der/die sich nach Normalität sehnt, also zumindest annähernd.
        Ich habe letztens noch gelesen, wie wichtig für die Menschen Körperkontakt ist, dass das ein Grundbedürfnis ist. Darauf zu verzichten, ist für die meisten Menschen sehr schwer auszuhalten, gerade für Menschen, die allein in einem Haushalt leben. Also kann ich eigentlich auch niemanden verurteilen, der sich wieder nach ein Leben wie vor Corona sehnt.
        Trotzdem ist natürlich Vorsicht geboten, das ist klar. Ach, scheiss Virus☹️.
        In diesem Sinne: Bleibt gesund.

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