Erste Probe Malta: Michela – Chameleon

Erste Probe Malta Michela Chameleon ESC 2019 3
Foto: Thomas Hanses

Der erste maltesische Durchlauf war ein richtiges Feuerwerk der Sinne, ich versuche das mal nach und nach aufzudröseln: Zu Beginn sieht es so aus, als würde Michela durch ein Fenster in ihrem Zimmer gefilmt. Sie öffnet eine Tür und daraufhin wird das Zimmer mit Wasser geflutet. Erst ganz am Ende sehen wir, wie all diese Effekte möglich sind, weil die Kamera zum letzten Refrain das erste Mal die komplette Bühne zeigt: Die maltesische Delegation hat zwei eigene LED-Wände mitgebracht, die im rechten Winkel zueinander aufgebaut werden. Der Rest der Bühne wird, wie gesagt, die meiste Zeit gar nicht gefilmt und so wirkt die Performance eher wie ein Video und weniger wie ein Liveauftritt.

Erste Probe Malta Michela Chameleon ESC 2019
Foto: Thomas Hanses

Was allerdings überhaupt nicht wie im Musikvideo war, war der Gesang. Da saß wirklich kein Ton. Hoffen wir, dass es nicht an Michela, sondern an der Technik lag.

Sie hat außerdem zwei Tänzerinnen und zwei Tänzer mitgebracht. Alle tragen sehr sportliche Klamotten, ich würde fast sagen, das ist ein Jogging-Outfit.

Erste Probe Malta Michela Chameleon ESC 2019 2
Foto: Thomas Hanses

Die Bilder sind kunterbunt: Michela in ihrem Zimmer, Michela in einer Unterwasserwelt, Michela im Dschungel, Michela in der Großstadt – und der Refrain spielt sich vor einfarbigen, neonfarbenen Hintergründen ab.

Wie aber auch schon im letzten Jahr bei Benjamin Ingrosso finde ich die stärkste Stelle, wenn die Video-Optik plötzlich aufgebrochen wird und auch der komplette Bühnenhintergrund in die Performance eingebaut wird.

Erste Probe Malta Michela Chameleon ESC 2019 4
Foto: Thomas Hanses

Im dritten Durchlauf ist der Gesang nun schon viel besser, allerdings gibt es weiterhin einige Probleme mit dieser aufwändigen Performance. Michela muss an einigen Stellen mit dem Backdrop interagieren, zum Beispiel die Tür öffnen, durch die das Zimmer dann geflutet wird. Problem: Sie findet einfach die Klinke nicht, so dass sie einfach irgendwo hin greift und die Tür dann wie durch Zauberhand aufgeht. Das sieht nicht gut aus. Michela singt den Song außerdem sehr emotionslos, vor allem was ihre Mimik angeht. Vielleicht ist diese große Bühne für sie doch noch etwas einschüchternd, hoffen wir, dass sie das noch ablegen kann.

Alles in allem war das eine okaye Probe. Ich bin nicht besonders enttäuscht, allerdings ist es auch nicht der große Wurf, auf den ich gehofft habe, weil ich „Chameleon“ wirklich sehr mag. Malta wird auch in diesem Jahr wieder zittern müssen.

Erste Probe Malta Michela Chameleon ESC 2019 5 Destiny
Foto: Andres Putting

PS: Auf dem Foto oben ist übrigens Michelas Backgroundsängerin zu sehen: Keine geringere als Junior-Eurovision-Song-Contest-Gewinnerin Destiny, die alle in einem der nächsten Jahre auch beim richtigen ESC erwarten.


15 Kommentare

  1. Ich liebe Chameleon! Das muss weiter kommen! Klingt aber doch relativ cool mit den LED-Wänden, jetzt muss sie nur noch die Rampensau rausholen ^^ Energie, Michela ❤

  2. Zuviel Video-Estetik kann natürlich den bekannten Ingrossoing-Effekt hervorrufen. Ich hoffe, dass zumindest ein paar mal die Farbe des Hintergrundes an die Kleidungsfarbe der Tänzer angepasst wird, damit die dann wirklich das Chamäleon machen,

  3. Dieses Aufbrechen der Ästhethik war für mich bisher nicht bei Ingrosso, sondern bei Zelmerlöw am effektivsten. Bin mal gespannt, wie es Malta glücken wird.

  4. Hm, irgendwie bin ich auch nicht so ganz begeistert. Sehe ich im Moment Richtung Semi-Aus. Allerdings ist das zu diesem Zeitpunkt eine vage Vermutung.

  5. Ich bin mittlerweile fest davon überzeugt, dass Malta in die Top 10 kommt, und zwar sowohl im Semi als auch im Finale. Und das völlig zu recht.

  6. Das Lied ist ja super. Aber die Bilder gefallen mir leider gar nicht. Wäre schade, wenn Malta sich durch dieses Staging ins Aus schiessen würde.

  7. Ich finde, das hat was. Natürlich kein sicherer Qualifikant, aber so nah dran war Malta schon länger nicht mehr.

  8. Irre viel Ausstrahlung hat sie persönlich nicht – eher so von einem Lichtdouble. Wie der Auftritt angelegt ist, gefällt mir aber. Ich hoffe auf ein gutes Abschneiden von Aserbaidschan No.2.

  9. Sorry, der Kindergarten macht einen Ausflug in den Dschungel. Entwickelt sich bei mir immer mehr zur Haßnummer….. Genauso unsäglich wie die Frau am Spieß im ersten Semi.

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