ESC 2021 in den Niederlanden: Die erste Postkarte ist im Kasten

Bild: AVROTROS

Nicht nur die internationale Vorentscheidungssaison nimmt in dieser Woche so richtig Fahrt auf, auch im Gastgeberland Niederlande beginnt die heiße Phase der Vorbereitungen für den Eurovision Song Contest 2021 in Rotterdam. Gestern gab der mitveranstaltende Sender AVROTROS über seinen Eurovision-Twitter-Kanal bekannt, dass die erste Postkarte abgedreht sei, und twitterte gleich ein entsprechendes Foto mit, so dass wir nun auch einen ersten optischen Eindruck von dem diesjährigen Konzept bekommen.

„Postkarte“ nennt man die kleinen Filmchen, die beim ESC traditionell zwischen den verschiedenen Beiträgen gezeigt werden. Diese vermitteln in der Regel einen Eindruck vom Gastgeberland  und stellen seit einigen Jahren zusätzlich auch den im Anschluss zu sehenden Act vor. Aufgrund der Corona-Pandemie und der Tatsache, dass die teilnehmenden Künstler die diesjährigen Postkarten nicht vor Ort in den Niederlanden drehen können, wurde das für den ESC 2020 vorgesehene Konzept nicht in die aktuelle Saison übernommen. Dieses sah vor, dass die ESC-Stars niederländische Vereine besuchen und an deren Aktivitäten teilnehmen.

Stattdessen werden die ESC-Teilnehmer 2021 ihre Postkarten nun in den jeweiligen Heimatländern drehen. Diese Bilder sollen dann auf den Rahmen eines Tiny Houses projiziert werden, das zu diesem Zweck an den unterschiedlichsten Orten in den Niederlanden aufgebaut wird, die zu den jeweiligen Künstlern passen sollen. Vermutlich ist bislang also nur der erste Teil der ersten Postkarte gedreht, nämlich der, der im Gastgeberland gedreht wird und in den später dann noch das Vorstellungsvideo eines der teilnehmenden Künstler eingefügt wird.

Bereits Anfang Dezember ist das neue Logo für den ESC 2021 vorgestellt worden. Die nächste große bzw. wahrscheinlich die größte organisatorische Entscheidung steht in den nächsten vier Wochen an. Dann nämlich entscheidet die EBU gemeinsam mit den niederländischen Rundfunkanstalten NOS, NPO und AVROTROS, in welcher Form der ESC unter den aktuellen Pandemiebedingungen stattfinden kann. Dafür gibt es aktuell noch vier unterschiedliche Szenarien. Die gute Nachricht aber ist: Der Eurovision Song Contest 2021 soll und wird auf jeden Fall stattfinden. Open up!


20 Kommentare

  1. Jetzt, bzw. in vier Wochen schon zu entscheiden wie der ESC stattfindet find ich ein bisschen früh. Ich bin davon ausgegangen, das wird mit der Einreichungsfrist der Songs, also beim HoD Meeting entschieden.

  2. Ich glaube nicht an eine „normale“ ESC- Veranstaltung. Die Frage wird sein, wird man wirklich die Veranstaltung in der großen Halle machen oder doch auf ein Fernsehstudio ausweichen. Den finanziellen Aspekt darf man nicht unterschätzen.

    • Dass es kein „normaler“ ESC wird ist doch sonnenklar, wer hatte denn überhaupt daran geglaubt? Und wieso muss eigentlich immer alles so sein wie vor der Krise?

      • natürlich wird es ein Studio ESC – die möglich finanziellen Verluste wären zu hoch – das Risiko würde niemand eingehen

      • Mein letzter Stand ist, dass das nicht zur Debatte steht https://esc-kompakt.de/offiziell-der-esc-2021-findet-in-rotterdam-statt/ Das war doch genau der Punkt, dass da eben die Ausfallversicherung nicht einspringt, wenn der ESC in anderer Form stattfinden würde und man Halle usw. trotzdem zahlen müsste, auch wenn der ESC anders stattfindet. Die Bühne gibt’s ja auch schon. Außerdem gäbe es in einem Studio sicher zu wenig Platz, alle Delegationen usw unterzubringen – wenn der ESC hybrid stattfindet (also ohne Publikum aber mit möglichst vielen Künstlern vor Ort), wovon ich aktuell ausgehe.

      • Tiny Houses sind der letzte Schrei und sehen in meinen Augen wie aufgepimpte Wohnmobile aus. Hauptsache ist aber, daß keine Wohnwägen und das potthäßliche Schrotterdam nicht in den Einspielfilmchen gezeigt werden!

      • @Matty
        Ehrlich, Du mußt die Stadt ja nicht schön finden, ist ja Geschmackssache. Aber sie heißt ROTTERDAM.😉

  3. Ich schließe mich da Trakol an: Wenn in vier Wochen schon entschieden wird, welches Konzept zum Einsatz kommt, na dann Prost-Mahlzeit!
    Ich gehe jetzt etwas naiv vor und übertrage das Infektionsgeschehen des letzten Jahres auf dieses Jahr. Somit würden die Neuinfektionszahlen Ende des Frühjahrs, also Mitte bis Ende April, wieder sinken (wovon ich auch wieder ausgehe). Wenn man im Januar / Februar über ein Veranstaltung im Mai entscheidet, wird das Konzept – egal welches gewählt wird – nicht dem Infektionsgeschehen entsprechen.
    Auch, wenn das logistisch ein Problem ist, dürfte man die Entscheidung frühestens im April fällen.
    Sonst haben wir eine ähnliche Situation, wie letztes Jahr: Bei „Europe shine a light“ wird über die Corona-Situation berichtet und wie stark man auf Abstand achten muss und am nächsten Tag heißt es „Weniger als 500 Neuinfektionen in Deutschland“, ich schlendere durch den voll besetzten Englischen Garten und im Radio wird gemeldet, dass Italiens Strände wieder voll sind…
    Da hat für mich was nicht zusammen gepasst und ich hoffe, dass man diesen Fehler nicht wieder macht, sondern kurzfristiger entscheidet.
    Versteht mich nicht falsch: Es ist klar, dass es keine Zuschauer – und wenn, dann nur einige wenige – geben wird, aber bevor man entscheidet, ob die Delegationen nach Rotterdam fahren können oder die Videos ausgestrahlt werden, sollte man etwas warten….

  4. Nicht mehr lange und dann bekommen wir hoffentlich wieder die urlustigen Kommentare wie „Ende Januar“ oder „Huch, schon Februar? lololololol“.

  5. Natürlich wird der ESC in der großen Halle stattfinden. Die Frage wird sein, wie man mit den verkauften Tickets umgehen wird. Acts und Zuschauer in der Halle werden im Mai sicherlich möglich sein, aber wie viele und können die auch von weiter Ferne anreisen? Ob man das in ein paar Wochen schon geklärt haben kann, ich weiß nicht…..

  6. Auf dem Foto ist eigentlich nichts spannendes zu sehen. Aber schön, dass die Niederländer in eine weitere Produktionsphase gehen.
    Mich würde interessieren, ob bereits letztes Jahr die „Postkarten“ produziert wurden oder ob diese nur vervollständigt werden. Vielleicht werden die Teilnehmer in die Postkarten hinein projeziert. Wer weiß?!

    • Die Niederländer sind die Erfinder der ESC-Postkarten, die 1970 zum ersten Mal zum Einsatz kamen.
      Offiziell wurden die visuellen Karten eingeführt, damit die Bühnenarbeiter genügend Zeit hatten, das Bühnenbild für den jeweiligen Künstlet umzubauen. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Aufgrund des Teilnehmerboykotts Schweden, Finnland, Norwegen, Österreich und Portugal kamen zum ESC nur 12 Teilnehmerländer zustande, um den Abend zu füllen, dachten sich die niederl. Organisatoren die Postkarten aus. Diese haben bis heute einen festen Bestandteil der ESC-Events.

      • Jetzt habe ich einmal eine etwas dumme (oder naive) Frage. Was sieht man eigentlich live in der Halle, während wir daheim die Postkarten sehen? Wird es dann dunkel, oder kommt eine Leinwand, auf der die Postkarten gezeigt werden? Oder sieht man, wie die Bühnenarbeiter die Bühne umbauen?
        Ich war noch nie live beim ESC dabei, und das hat mich schon immer mal interessiert. Denn eigentlich wird ja der ESC auch fürs Fernsehen produziert.

      • Auf der Bühne sieht man dann den Umbau. Es gibt aber in der Regel Leinwände rechts und links von der Bühne, auf denen man die Auftritte sehen kann, wenn man z.B. weit hinten in der Halle sitzt/steht, und auf denen in den Umbaupausen eben auch die Postkarten gezeigt werden.

      • Lieber Andi,

        beim ESC 1977 gab es keine Postkarten, weil die Techniker (Ton, Schnitt, Kamera) der BBC wegen Lohnerhöhungen streiten. Darum fand das ESC-Finale auch erst mit 5-wöchiger Verspätung statt.
        1983 verzichtete die ARD bewusst auf die Postkarten und überließ die Zwischenzeit (statt das Vorführen der Postkarten) der Moderatorin Marlene Charell.

  7. Wenn die Erste Postkarte die von Jenagu Macrooy ist kann es sein dass beide Teile gedreht wurden vielleicht sogar im selben Tiny House

  8. @ Nilsilaus.

    Vielen Dank für die Aufklärung. Immerhin haben die „alternativen“ Postkarten von 1977 auch ihren Reiz- man kann das Publikum bestaunen. Welche Abendkleider waren 1977 modern. 1983 war dann doch unfreiwillig sehr lustig. Und hat durchaus Kultstatus!
    Ich finde die Veranstalter können mit den Postkarten zeigen, wie kreativ sie sind. 1979, 1986, 1994 und 2015 finde ich sehr gelungen.

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