ESC 2022: Marcel Bezençon Awards für Sam Ryder, Konstrakta und Cornelia Jakobs

Foto: EBU/Andres Putting

Kurz vor dem gestrigen Finale des Eurovision Song Contest 2022 wurden wie gewohnt auch die Marcel Bezençon Awards verliehen. Das hat eurovision.tv in einer Meldung bekanntgegeben. Mit diesem jährlich verliehenen Preis werden in drei Kategorien Teilnehmerinnen und Teilnehmer des aktuellen ESC-Jahrgangs geehrt. Benannt ist der Award nach dem Erfinder des Eurovision Song Contest, Marcel Bezençon.

Der Presse-Preis 2022, den die akkreditierten Journalist*innen vergeben, ging in diesem Jahr an den Briten Sam Ryder und sein „SPACE MAN“, das später in der Nacht dann ja auch im Finale auf Platz 2 des ESC landete. Es ist das erste Mal, dass dieser 2002 gegründete Preis an einen Künstler aus Großbritannien geht.

Der Künstler-Preis, über den die Kommentator*innen entscheiden und mit dem die beste künstlerische Leistung belohnt werden soll, ging an Konstrakta aus Serbien. Diese Entscheidung kommt nicht überraschend, denn egal ob man „In corpore sano“ nun mag oder nicht, kunstvoll ist es auf alle Fälle.

Der Komponisten-Preis, mit dem die am ESC teilnehmenden Komponist*innen ihren Favoriten auszeichnen, ging in diesem Jahr nach Schweden. Cornelia Jakobs wurde gemeinsam mit ihren Co-Songwritern David Zandén und Isa Molin für ihr Werk „Hold Me Closer“ geehrt.

Die Preise wurden übrigens – wie auch im vergangenen Jahr – vom ehemaligen schwedischen Head of Delegation, ehemaligen ESC-Teilnehmer und jetzigen Executive Producer des American Song Contest Christer Björkman überreicht. Dieser war einer der Mitbegründer des Preises im Jahr 2002.

Seid Ihr mit der Auswahl der Preisträger*innen zufrieden? In welcher Kategorie hättet Ihr anders entschieden? Lasst es uns gerne in den Kommentaren wissen.

Die Preisträger des ESC 2021 findet Ihr hier

Die Preisträger des ESC 2019 findet Ihr hier


17 Kommentare

  1. Ich haette Konstrakta alle drei Preise gegeben, aber… 🙄😉
    …okay, ich kann damit leben 😀

    PS: ich war so froh, gestern Abend, als ich in The Guardian gelesen habe:
    This is like having Laurie Anderson doing Eurovision

  2. Michelangelo, Mahmood und Blanco hätten den Komponistenpreis verdient. Man kann glühender Anhänger von „brividi“ sein oder den Song absolut nicht geil finden. Aber ich finde schon, dass es sich bei „brividi“ um einen Song handelt, der sehr schwer zu singen ist, von seiner Melodiestruktur sehr gut im Aufbau ist und in „brividi“ sich sehr viele Musik-Genres wie Hip-Hop, R ’n B, und ballade-esque Element widerspiegeln.

    Alternativ wäre es auch sehr verdient gewesen den Komponistenpreis auch an die Producer des Songs von Moldau zu verliehen. Mit den finanziellen Mittel und den technischen Möglichkeiten, die wahrscheinlich nicht auf aller höchstem Niveau sind zu arbeiten und einen Unterschied zwischen Juryvoting und Publikumsvoting herzustellen, dass sich alle Jurys mal die Frage stellen müssen warum haben wir eigentlich den Song aus Moldau nicht wenigstens ein bisschen besser bewertet wenn die Zuschauer (m/w/d) den Song mit einer Punktzahl von über 200 Punkten bewertet, wäre dieser Komponistenpreis mehr als verdient gewesen. Aber da müsste man ja mal zumindest indirekt zugeben, dass die Länderjurys sehr oft vom Geschmack des Publikums abweichen. Und zwar sehr extrem abweichen.

    • Tja, Moldau ist auch so ein Fall, der nie so ganz klar sein wird. Wie viele der Punkte sind der Balladendurststrecke im Finale geschuldet? Wie viele haben auch hier aus Gründen der Solidarität als von Putin bedrohtes Land zum Hörer gegriffen? Wie viele halten es tatsächlich für den besten Song?

      • Wobei ja Finnland und das Baltikum genau so bedroht wären und da keine Punkte in der Richtung bekamen. Ich denke, die Balladendurststrecke hat da schon was dafür getan.

      • Das mag sein. Obwohl ich nach der Berichterstattung, die ich mitbekommen habe, Moldau durchaus als stärker bedroht empfinde.

      • Der Song hat einfach Spaß gemacht. Ich hab mit Freunden zusammen geguckt, die vielleicht mal das Finale gucken, aber den ganzen Rest von Vorentscheiden und Semis und Presseberichten außen vor lassen. Und als Moldawien dann kam ging die Party wirklich richtig los. Eine Freundin hat die auf ihre persönliche Nummer 1 gepackt. Und ich glaube der Song hat einfach vielen anderen Menschen auch Spaß gemacht

      • Das mag für Deutschland und viele westliche Länder gelten. Aber ich denke gerade in Osteuropa sieht man auch die politische Dimension des Beitrags, weil man selbst ebenfalls viel stärker betroffen ist: Anschluss Moldawiens an Rumänien (Chisinau to Bukarest) und der NATO im Zuge von Putins Bedrohung.

  3. Ich finde alle Preise gerechtfertigt. Sam Ryder und Konstrakta sowieso. Aber auch „Hold Me Closer“ ist aus kompositorischer Sicht wirklich ausgezeichnet. Es hat eine eingängige Melodie, ein harmonisch interessantes Arrangement (vor allem die Streicher)und eine Instrumentierung, die sich von vorne bis hinten aufbaut, so dass z.B. jeder Refrain anders klingt. Auch der Höhepunkt vor dem letzten Refrain ist genau richtig platziert. Ob man es mag oder nicht, die Produktion ist einfach hochwertig.

  4. Freut mich, dass sie wenigstens Marcel Bezencon Awards bekommen, haben sie sich verdient. Gerade Konstrakta war eine große Bereicherung.

  5. Herzlichen Glückwunsch den drei PreisträgerInnen, auch Sam Ryder, bin ja schon froh, dass er den ESC nicht gewonnen hat, wäre für mich sonst der scheußlichste ESC-Sieger-Song aller Zeiten – ja, ja, ich bin ja schon still.😀 So konnte ich mir das letzte „Frustglas“ ersparen.😉
    Besonders freue ich mich für Cornelia und Konstrakta, super.😊

    • Ich bin froher, dass nicht Spanien mit einem mittelmäßigen Lied (aber genialer Choreo) gewonnen hat. Auch wenn es Spaß gemacht hatte, das anzuschauen, wünsche ich mir lieber geniale Lieder mit mittelmäßiger Choreo. Das macht mehr Spaß und ist nachhaltiger.

  6. Für den Barbara Dex Award würde ich persönlich zwischen Chanels blanken Arschbacken und Amanda Tenfjords streng geschnittenes Kleid aus feinster Plastikfolie schwanken.

    Gibt’s weitere Vorschläge?

    • Ich habe Amandas Kleid geliebt.
      Das war passend. Am Ende hatte ich so eine Titanic-Stimmung (Stuehle die zur Haelfte untertauchen – auch abgesehen von der Stuehlen-Symbolik – im blauen Meer, Wasser, alles blau) und das Kleid passte perfekt zur Epoche.

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