ESC-Barometer (5): Hauen und Stechen der Neueinsteiger an der Spitze

Seit dem letzten ESC-Barometer hatten wir nicht weniger als 16 Neuzugänge. Diese haben das ESC-Barometer noch einmal anständig aufgemischt – und dabei auch Langzeitfavoriten von ihren Plätzen verdrängen können. Ganze sechs Neueinsteiger finden sich in der Top 10, sowohl nach dem Durchschnittswert als auch nach dem EKI, dem ESC-kompakt-Index.

Erwartungsgemäß schiebt sich der Niederländer Duncan Laurence an die Spitze, allerdings jeweils nur mit minimalem Vorsprung vor dem Schweizer Luca Hänni. Letzterem gelingt dann auch das Kunststück beim EKI vor Duncan zu liegen. Machen die beiden das Rennen in Tel Aviv unter sich aus?

Aufgrund der Neueinsteiger aus Aserbaidschan, Zypern, Griechenland und Schweden findet sich der Italiener Mahmood auf Platz 8 wieder – nach Platz 2 in der Vorwoche. Waren die neuen Zugänge wirklich so viel besser oder waren die Befragungsteilnehmer am Ende der Vorentscheidsaison einfach nur mürbe/wohlwollender?

Leonora rutscht aus der Top 10 nach Durchschnittsbewertung. Nord-Mazedonien, Armenien und Russland platzieren sich im Mittelfeld. Serhat, der für San Marino singen wird, kommt auf einen respektablen 22. Platz.

Das hintere Drittel ab Platz 30 beginnt mit den S!sters aus Deutschland, die sich hinter Spanien und vor Lettland halten. Ganz am Ende gibt es wenig Neuigkeiten.

Auch bei der Betrachtung der Top-Bewertung „ganz ausgezeichnet“ liegt Duncan Laurence ganz knapp vor Luca Hänni. MARUV aus der Ukraine, die wir nun doch noch im Spiel gelassen haben, wird von beiden mit deutlichem Abstand auf den 3. Platz verwiesen. Zypern, Schweden und Aserbaidschan können auch hier reüssieren.

Das Mittelfeld wird von Griechenland und Dänemark angeführt. Paenda aus Österreich landet auf einem respektablem Rang 17 – noch vor Sergey Lazarev.

Viele Beiträge des bisherigen hinteren Mittelfeldes sind durch die ganzen Neuzugängen nunmehr deutlich auf die billigen Plätze verdrängt worden. Das dürfte schwer für viele von ihnen werden, mit ihren Lieder Begeisterung zu erzeugen.

Auch beim Polarimeter geben sich Luca Hänni und Duncan Laurence ein Kopf-an-Kopf-Rennen – in diesem Fall aber nur auf den Plätzen 3 und 4. Hatari aus Island der Conan Osíris aus Portugal sind diesbezüglich eine Liga für sich.

Tulia aus Polen polarisieren doch erheblich – allerdings für viele nicht positiv. Der Franzose Bilal, am Anfang der Saison ein Fanliebling, ist bei dieser Polarisierungs-Betrachtung weiter nach hinten gerutscht. Der deutsche Beitrag liegt mit Rang 22 fast genau in der Mitte.

Das geringste Polarisierungspotential hat weiter der Finne Darude. Aber auch die Neulinge aus Irland, Armenien und Weißrussland teilen die Fans nicht besonders stark in Befürworter und Ablehner.

Zum Schluss wie immer die Gesamtbetrachtung im EKI, dem ESC-kompakt-Index. Wie erwähnt, kann sich hier der Schweizer knapp vor dem Niederländer platzieren. Norwegen hält sich wacker auf Rang 3, Tamta aus Cypern zeigt sich stark auf Rang 5. MARUV aus der Ukraine ist aus dieser Betrachtung entfernt.

 

Die Super-Polarisierer aus Island müssen anständig Federn lassen und rutschen vom 4. auf den 10. Platz. Dort liegen sie hinter der Dänin und vor der Malteserin. Die S!sters aus Deutschland finden sich mit dem Abfrageergebnis, das 24 Stunden nach der Show online gestellt wurde, auf Platz 26 – und damit auf Augenhöhe mit Lake Malawi aus Tschechien.

Auf den hinteren Plätzen liegen auch ein paar Neuzugänge: Polen (28.), Irland (30.), Gastgeber Israel (35.) und Weißrussland (36.). Das Trio am Ende bilden Rumänien, Montenegro und Moldau.

Der EKI (ESC-kompakt-Index) ist die durchschnittliche Platzierung eines Beitrags nach fünf Kriterien, die jeweils für sich gerankt werden: Einzelbetrachtung „ist ganz ausgezeichnet“, Top2-Betrachtung „ist ganz ausgezeichnet“ und „gefällt mir gut“ zusammen, Durchschnittsbewertung, Polarimeter-Index und umgedrehter Couldn’t-Care-Less-Index (Rangreihung von der niedrigsten „so la la“-Wertung (Platz 1) bis zur höchsten (letzter Platz).

Vorherige ESC-Barometer

ESC-Barometer 2019 (1): Wackelkandidat Mahmood setzt sich an die Spitze
ESC-Barometer 2019 (2): Das slowenische Duo polarisiert sich in die Top 3
ESC-Barometer 2019 (3): Der neue EKI-Spitzenreiter ist schon wieder aus dem Rennen
ESC-Barometer 2019 (4): Neuer Spitzenreiter, neuer EKI-Letzter und neuer Top-Langweiler



161 Kommentare

  1. Wird mal Zeit dem Holland-Hype entgegen zu wirken. Im Grunde ein ziemlich klebriges Stück, das nur durch den Elektro-Bombast erträglich wird. Mutig dagegen ist Österreich, das dem süßlichen Refrain Strophen entgegen setzt, die einen wieder auf den Boden holen. Und natürlich Slowenien, wo eine Überzuckerung gar nicht aufkommen kann, weil die Stimmung durchgehend so schlecht ist, dass man gar nicht die liebliche Melodie fühlen will. Also schauen wir mal, ob der Zuschauer zu hause auf den Urinstinkt, süß=gut setzt oder doch eher Angst vor Diabetes hat.

    • Bei Niederlande muss ich immer an den 4k-Fernseher eines japanischen Elektrogeräte-Herstellers denken:

      https://youtu.be/h3HAy1hnFGo

      Diese aseptische Nummer ist halt auch super als Jingle für Stock Footage-gefütterte Werbespots geeignet.

      Österreich gefällt mir da schon besser, aber ohne aussagekräftigen visuellen Reiz auf der Bühne wird der Titel leider an allem vorbeirauschen. Vielleicht sollte sie ihren nackten Hintern zeigen.

    • Du solltest dir mal die Definition eines Plagiates anschauen. Beide Songs bedienen das Genre der „sanften und leisen Männerballaden“. Deshalb ist beim Genre auch eine gewisse Ähnlichkeit zu erkennen. Ein Plagiat ist es keinesfalls. Das zu behaupten ist genau so undurchdacht wie die Behaupten, dass She got me oder Replay Plagiate von Fuego sind. Sie bedienen einfach nur das selbe Genre

      • Ja aber 5 Sekunden aus einem anderen Lied klingen ein bisschen wie dieses andere Lied – und es wird die gleiche Gesangstechnik benutzt! Das ist doch sofort ein Plagiat! Das würde bei Orginalen niemals passieren, Zufälle existieren nicht! Jeder weiß doch, dass es unmöglich ist bei den ganzen Billionen Noten die wir haben jemals eine leicht ähnliche Notenfolge zu haben! *Ironie off*

        Ich warte noch auf Vorwürfe, dass Hatari das Schreien nicht erfunden hat.

      • hm, es ist schon klar, dass der ESC mit seine „original songs“ also was ihn ausmacht, schon öfters Probleme hatte. Hier ist wohl auch nur eine Teil eben die Strophe einem anderen Lied nachempfungen, das aber sehr deutlich: Melodie, Kopfstimme und backings. .und ich muss sagen, das Original ist wirklich der Hammer, gerade weil es aus der Stimmung der Strophe viel mehr macht.

    • Matty, wie kann man so konstant wie du keine Ahnung von irgendwas haben? Ich warte ja noch darauf, dass du wieder irgendwen des Betrugs beschuldigst, wie beim SCC…

    • @Matty , ich lese alle Kommentare. DEINE NICHT MEHR. Ja, ja ich weiss, Du bist der Kommentar Koenig hier. Geh zwischen durch mal an die Luft, sonst erstickst Du noch in der ESC Blase. Das war es von meiner Seite.

  2. @ Mariposa

    Slowenien steht bei mir auch oben auf der Liste, zusammen mit San Marino und Spanien. Wen ich mir noch vorstellen könnte ist Weißrussland, aber dann müsste schon sehr viel passieren und bei denn großen Favoriten einiges schief laufen.

  3. Joar, ich habe es ja schon öfter hie und da erwähnt, aber ich finde das Jahr wirklich schwach. Vielen Songs werde ich danach wohl kaum mehr Beachtung schenken, und das gab es in den letzten Jahren nicht so verstärkt. Ich habe ja nicht mal einen richtigen Hassbeitrag, und auch das finde ich irgendwie schade.
    Was mir allerdings gelungen ist, ist eine angemessene Top 10 zu erstellen:

    1. Schweiz (Hopp Schwiiz!)
    2. Slowenien (großartig!)
    3. Rumänien (muss auch einfach sein)
    4. Lettland (Dark Horse)
    5. Italien
    6. Albanien (Diese Sparte wird dieses Jahr nur von Albanien bedient…faleminderit!)
    7. Belgien
    8. Belarus (Trash pur, und gerade das erwarte ich von Belarus. Das habe ich noch gebraucht.)
    9. Niederlande
    10. Zypern (zu nahe an Fuego; aber einer der wenigen Songs, die auch im Gedächtnis bleiben)

  4. Heyhey, nach melanie rené(neuerdings, wahrscheinlich um ihre esc-vergangenheit zu vertuschen, als melyz unterwegs) bereits dein zweiter schweizer favorit…..soweit ich mich erinnern kann

  5. Ich muss Jeg zustimmen: Ein gutes Jahr! Ich habe (wenn man die Ukraine mitrechnet) die Hälfte der Songs im überdurchschnittlichen Bereich in meiner Einsortierung. Die Länder sind in zufälliger Reihenfolge. Ein genaues Ranking werde ich wahrscheinlich am Wochenende mit dem Favorite Sorter erstellen.

    Die Basis ist übrigens reines Audio. Das hat leider ein paar Ländern geschadet, die ohne das Live-Charisma der Interpreten bei mir deutlich verloren haben.

    Zieleinlauf: SLO, ITA, ALB, SWI, NET, RUS, ICE, POR, (UKR)
    Überholspur: ESP, DEN, SM, CRO, GRE, AUT, AZE, ARM, ROM, GEO, SER, NOR
    Mitten auf der Straße: BEL, UK, LIT, FIN, CYP, IRE, MAC, MON, MAL, MOL
    Standstreifen: GER, AUS, LAT, EST, FRA, CZE, HUN, BLR, SWE
    Autofriedhof: POL, ISR

      • Kämpft sogar momentan mit um die Spitze. Von daher bin ich selbst schon gespannt auf mein Ranking am Wochenende. MIt dramatischer Musik bekommt man mich halt immer. 😉

  6. @JeG

    An Deiner Stelle würde ich doch mal die beiden Links anklicken und dann wirst Du erkennen, daß ich Recht und auch Ahnung davon habe! Als Schweden 2016 mit „If I were sorry“ antrat, wußte jeder an den TV-Geräten, daß es sich um eine Kopie des Songs „Catch & Release“ handelt und wenn ich SVT gewesen wäre, dann hätte ich den Titel gar nicht in die Auswahl der 28 Wettbewerbsbeiträge aufgenommen, dann wäre nämlich am Ende Oscar Zia beim Heim-ESC angetreten.

    • Mit dir kann man eh nicht diskutieren, deswegen naja… Informier dich mal was ein Plagiat ist und hör auf so nen Mist von dir zu geben, nur weil du dich wieder mal auf einen Hassbeitrag festgebohrt hast und du es nicht aushältst, dass dieser Liebe abbekommt.

  7. Dann doch lieber San Marino dieses Jahr. Da kommt man nicht mal im entferntesten darauf, dass es eine Kopie von irgendeinem Song sein könnte. 🙂

  8. Ach du kriegst die Motten, dann ist San Marino eine moderne Version davon…!!! An diesen Song habe ich schon gar nicht mehr gedacht!

  9. 1 Netherlands
    2 Albania
    3 Italy
    4 Spain
    5 Belgium
    6 Switzerland
    7 Poland
    8 United Kingdom
    9Azerbaijan
    10 Germany

    11 Ireland
    12 Malta
    13France
    14Greece
    15 Russia
    16 Estonia
    17 Austria
    18 Armenia
    19 Croatia
    20 srael

    21 Cyprus
    22 Sweden
    23 Denmark
    24 Czech Republic
    25 Hungary
    26 North Macedonia
    27 Australia
    28 Belarus
    29 Moldova
    30 Finland

    31 Lithuania
    32 Romania
    33 Norway
    34 Latvia
    35 Serbia
    36 San Marino
    37 Iceland
    38 Slovenia
    39 Montenegro
    40 Georgia
    41 Portugal

  10. Ist echt doch recht schwer für mich, dieses Jahr eine Top10 aufzustellen. Es gibt kaum einen Song, den ich richtig herausragend gut finde, aber viele, die ich nach mehrmaligen hören gut bis richtig gut finde.

    Meine Top15 wären:

    01. Ungarn (noch besser als 2017)
    02. Slowenien (dark horse)
    03. Aserbaidschan (hier muss man aber die Live Version abwarten)
    04. Tschechien (vor allem Live top, Sänger sehr charismatisch, könnte ein dark horse werden)
    05. Irland (total unterschätzt, könnte wie letztes Jahr eine Überraschung werden)
    06. Schweden (besser als in den letzten Jahren, ich mag die Gospel-Backgroundsinger)
    07. Italien (die sind immer in meinen Top10, sehr origineller Song)
    08. Belgien (hält sich erstaunlich gut, vor allem die Strophen, sehr nah an Blanche)
    09. Island (cooeler New-Wave-Sound; und die Show ist genial, so etwas muss ins Finale)
    10. Albanien (der Revamp ist OK, aber ich fand es vorher etwas besser)
    11. Griechenland (tolle Stimme, toller Refrain)
    12. Niederlande (sehr gut, aber ich mag Belgien etwas mehr)
    13. Russland (das könnte auf der ESC-Bühne eine tolle Musical-Show werden)
    14. Finnland (my guilty pleasure; ziemlich zusammengestückelter Trash, aber sehr eingängig)
    15. Portugal (ein Grower, vor allem die Show überzeugt mich, der Song selbst ist mir aber immer noch zu abstrakt)

    Meine Botton 10:

    41: Kroatien (das ist wirklich so etwas von 2003 Eurovisonbalkangedöns, dass es schon fast wieder lustig ist)
    40. Georgeien (für mich ist das einfach nur wirres Herumgeschreie)
    39. Weißrussland (das ist so extrem billig und repititv, ziemlicher Trash)
    38. Moldau (die letzten beiden Jahre fand ich die wirklcih witzig, jetzt wieder so ein langweiliger Song)
    37. Montenegro (der Song ist wirklich „beyond cheese“, aber sie haben wenigsten gute Stimmen)
    36. Australien ( billige Kopie von Estland 2018)
    35. Mazedonien (die Emotionen sind mir zu gewollt; erreicht mich nicht)
    34. Schweiz (gut gemacht, aber dieses Latinomäßige ist einfach nicht mein Fall)
    33. Norwegen (ich mag die Strophe, danach klingt das wie ein billiger Rednex-Aufguss)
    32. Österreich (kann noch wachsen, ist mir derzeit aber noch zu unspektakulär)

  11. @Matty: Was Wettquoten zu diesem Zeitpunkt wert sind, hat man ja an Michael Schulte gesehen. Er war auch sehr lange unter ferner liefen und als die Proben angefangen hatten, ist er in den Wettquoten gestiegen.

  12. Wird es dieses Jahr hier – wie früher im PrinzBlog – eine Einzelbewertung aller Songs durch die Autoren geben? Würde ich mir wünschen 🙂

  13. Off topic

    Morgen Abend startet auf RTL die nächste Staffel der Unterhaltungsshow „Let’s Dance!“ und unter den Kandidaten ist eine Frau dabei, die vor drei Jahren am deutschen ESC-Vorentscheid teilnahm: Ella Endlich. Mal schauen, wie weit sie kommt.

  14. Ich mache mit beim Off-Topic.

    Mia Diekow, die 2013 am deutschen Vorentscheid teilgenommen hat, spricht eine Rolle in dem am 01.03.2019 erschienenen Hörspielkrimi „Mimi Rutherfurt, Folge 43, Mörderische Vorahnung“, zu dem ich das Skript geschrieben habe. Allerdings war ich bei den Aufnahmen dazu leider nicht dabei, sonst hätte ich ein Kurzinterview führen können.

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