ESC-Comeback 2027 für Ungarn? Premier Péter Magyar: „Kein Grund, nicht teilzunehmen“

Péter Magyar – Foto: Instagram @magyar_peter_official_the_man

Nach dem Regierungswechsel in Ungarn könnte – wie schon erwartet – Bewegung in die ESC-Landkarte Europas kommen. Der neue ungarische Ministerpräsident Péter Magyar hat sich jetzt in einem ORF-Interview sehr offen für eine mögliche Rückkehr seines Landes zum Eurovision Song Contest gezeigt. Damit verdichten sich die Hinweise, dass ein ungarisches Comeback nach Jahren der Pause realistischer wird – möglicherweise bereits im nächsten Jahr in Bulgarien.

Seit 2020 fehlt Ungarn beim ESC. Im Jahr vorher war Joci Pápai der bislang letzte Act des Landes auf der Eurovision-Bühne. Offiziell hatte sich der zuständige Sender MTVA nie grundsätzlich gegen eine Teilnahme ausgesprochen. Inoffiziell wurden allerdings immer wieder politische Gründe für den Rückzug genannt. Insbesondere die Nähe des ESC zur queeren Community passte nicht zum kulturpolitischen Kurs der Regierung unter Viktor Orbán.

Mit Péter Magyar steht nun erstmals seit Jahren ein Regierungschef an der Spitze Ungarns, der zumindest teilweise für einen anderen politischen Ton und eine stärkere europäische Orientierung wahrgenommen wird. Genau deshalb gab es Hoffnungen, dass diese Ausrichtung auch Ungarn zurück zum ESC führt. Diese Spekulation hat der Premier nun in einem Interview selbst befeuert:

„Um ehrlich zu sein, liegt das nicht in der Verantwortung des ungarischen Premierministers. Es ist nicht meine Entscheidung, ob Ungarn wieder an diesem Wettbewerb teilnehmen wird. Aber ich habe viele Briefe und Bitten aus der jüngeren Generation erhalten, Ungarn erneut für diesen Wettbewerb zu nominieren. Deshalb werde ich den Minister oder Staatssekretär für Kultur anweisen, unsere Möglichkeiten zu prüfen beziehungsweise genauer zu untersuchen. Anschließend werde ich Ihnen und auch der jüngeren Generation eine Antwort dazu geben. Ich hoffe jedenfalls, dass es aus meiner Sicht keine Einwände gibt beziehungsweise keinen Grund, nicht an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen.“

Bemerkenswert ist dabei auch, dass Magyar explizit die jüngere Generation erwähnt. Gerade bei jungen Zuschauer*innen erzielt der ESC inzwischen in vielen Ländern enorme Reichweiten – auch in Deutschland. Und genau diese jungen, Europa zugewandten Wähler*innen dürften ihm letztlich den Wahlsieg gebracht haben.

Zeitlich wäre eine Rückkehr Ungarns bereits 2027 problemlos möglich. Der Sender MTVA ist Mitglied der EBU und die Länder müssen sich traditionell erst im Herbst offiziell anmelden. Ungarn hätte also ausreichend Zeit, die Frage zu diskutieren und zu überlegen, wie man einen Beitrag auswählen würde. Den langjährigen Vorentscheid A Dal gibt es weiterhin. Möglich wäre aber auch eine interne Auswahl.

Auch wenn das alles sehr verlockend klingt, ist auch Vorsicht angebracht. Denn der ESC liegt weiterhin in der Verantwortung des Senders MTVA. Dessen Strukturen gelten nach wie vor als eng mit dem bisherigen politischen Lager verbunden. Die Frage ist, wie stark hier die Verbundenheit gegenüber Orbán weiter ist und damit die Bereitschaft den ESC-Weg wirklich zu beschreiten.

Trotzdem ist ein ungarisches ESC-Comeback wahrscheinlicher als seit langer Zeit. Dass nun mit Bulgarien auch ein Land gewonnen hat, das sich im Südosten Europas befindet und noch nie den Wettbewerb ausgetragen hat, könnte ein zusätzlicher Anreiz für Ungarn sein, nächstes Jahr dort anzutreten. So wie das gestern bereits Nordmazedonien angekündigt hat.

Freust Du Dich über die mögliche ESC-Rückkehr von Ungarn? Sollte das Land lieber mit A Dal zurückkommen oder besser einen Beitrag intern nominieren? Und glaubst Du, dass der ESC unter Péter Magyar in Ungarn wieder eine größere gesellschaftliche Bedeutung bekommen könnte? Lass uns Deine Meinung in den Kommentaren da.

Am Dienstag, den 26. Mai werfen wir um 21 Uhr einen Blick zurück auf den ESC in Wien – und einen voraus auf den kommenden Wettbewerb in Bulgarien.



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199 Comments
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lasse braun 🏴‍☠️🪓
lasse braun 🏴‍☠️🪓
10 Stunden zuvor

mal sehen,ob die ungarn sich dann wieder etwas trauen?

Matty
Matty
5 Stunden zuvor

Slowenien könnte nächstes Jahr zum ESC zurückkehren. Die politische Landschaft hat sich geändert, und zwar hat jetzt Janez Janša das Sagen:

https://eurovisionfun.com/en/2026/05/slovenia-change-of-government-could-bring-the-country-back-to-eurovision/

Das bedeutet auch, daß bei RTVSLO ein Personalwechsel anstehen könnte und Natalija Gorščak, die derzeit Präsidentin des Vorstandes ist, gefeuert wird.

Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
Schlippschlapp71 (Ex-Mariposa)
3 Stunden zuvor
Reply to  Matty

Jansa mag ich trotzdem nicht.

ESC1994
ESC1994
3 Stunden zuvor

Ist quasi ne slowenische Version von Orban.

Anmey
Anmey
3 Stunden zuvor

Ob der den ESC so toll findet, ist auch sehr fraglich.