ESC-Songcheck kompakt (29) – Kroatien: „The Dream“ von Roko

In diesem Jahr wurde in Kroatien das (früher) sehr beliebte Vorentscheidformat Dora wiederbelebt. Die 16 Teilnehmer wurden am 17. Januar bekanntgegeben. Am 13. Februar konnten dann auch Snippets gehört werden. Die Dora selbst fand wie früher in Opatija statt. Über den Sieger entschieden Zuschauer und Jury mit je 50% der Stimmen. Roko erhielt für seinen Beitrag „The Dream“ von beiden Gruppen die Höchstwertung.

Der 19-jährige Roko Blažević stammt aus Split und tritt unter seinem Vornamen Roko auf. 2011 wurde er bei Croatia’s Got Talent Zweiter. Sein Mentor war dabei Jacques Houdek, der 2017 das Land beim ESC vertrat. Roko spielt auch in einer Band. 2017 gewann Roko die serbische Gesangsshow Pinkove Zvezdice, 2018 wurde er in der kroatischen Show Zvijezde Zweiter.

Der Song 

Es ist eigentlich unvorstellbar, dass „The Dream“ nach dem Vorentscheid in den heimischen Charts den ersten Platz erreichte. Aber das ist wohl kein – Achtung: Wortspiel – schlechter Traum, sondern wahr. Der Song ist eine durch und durch klassische Ballade, mit wenig Text und langen kräftigen Tönen am Ende. Ein Teil wurde beim Vorentscheid auf Kroatisch gesungen.

Die Melodie stammt von Jacques Houdek. Zusammen mit Charlie Mason und Andrea Čubrić verantwortet er auch den Text. Dabei geht es in um die ganz großen Dinge – Menschlichkeit und Liebe. Und wer die nicht leben kann, ist kein Mensch.

Der Check

Song: 2/5 Punkte
Stimme: 5/5 Punkte
Instant-Appeal: 3/5 Punkte
Optik: 2/5 Punkte

Benny: Nein, nein, nein, wie furchtbar. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Kroatien, warum?! 2 Punkte

Douze Points: „The Dream“ ist ein tiefer Griff in die verstaubte ESC-Klischeekiste. Da ist so viel, was im Jahr 2019 eigentlich nicht mehr geht. Die dramatisch-gestrige Melodie, das Outfit (Gott im Himmel!!) und der Text. „I dream of love. You dream of love. Angels of God. We all dream of love”, das hat etwas von Poesiebuch einer Fünftklässlerin, die gerade das erste Jahr Englisch in der Schule absolviert hat. Und doch, der Gesang und die Hingabe sind mir 5 Punkte wert.

Peter: Hoffentlich nimmt Roko die kitschig-pompösen weißen Engelsflügel mit nach Tel Aviv, der Song braucht dringend solche „camp as camp can“ Inszenierungs-Elemente, denn er ist grottig-langweilig und etwas altbacken. Auf die englischen Versatzstücke beim Vortrag sollte Roko verzichten, vollständig in Landessprache wirkt der Songs geschlossener und (etwas) überzeugender, weil man die Schlichtheit des Textes besser ignorieren kann. Für Stimme und Pathos gebe ich zwei Punkte extra und komme damit auf insgesamt 5 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 12/36 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „The Dream“ auf Platz 31 von 41.

Wie schneidet der kroatische Beitrag "The Dream" von Roko Blažević ab?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis
(1) Finnland: „Look Away“ von Darude feat. Sebastian Rejman
(2) Montenegro: „Heaven“ von D Mol
(3) Polen:„Pali Się (Fire Of Love)“ von Tulia
(4) Serbien: „Kruna“ von Nevena Božović
(5) Slowenien: „Sebi“ von Zala Kralj & Gašper Šantl
(6) Tschechien: „Friend Of A Friend“ von Lake Malawi
(7) Ungarn: „Az én apám“ von Joci Pápai
(8) Weißrussland: „Like It“ von Zena
(9) Zypern: „Replay“ von Tamta

Zweite Hälfte des ersten Semis
(10) Australien: „Zero Gravity“ von Kate Miller-Heidke
(11) Belgien: „Wake Up“ von Eliot
(12) Estland: „Storm“ von Victor Crone
(13) Georgien: „Sul tsin iare“ von Oto Nemsadze
(14) Griechenland: „Better Love“ von Katerine Duska
(15) Island: „Hatrið mun sigra“ von Hatari
(16) Portugal: „Telemóveis“ von Conan Osíris
(17) San Marino: „Say Na Na Na“ von Serhat

Erste Hälfte des zweiten Semis
(18) Armenien: „Walking Out“ von Srbuk
(19) Dänemark: „Love Is Forever“ von Leonora
(20) Irland: „22“ von Sarah McTernan
(21) Lettland: „That Night“ von Carousel
(22) Moldau: „Stay“ von Anna Odobescu
(23) Österreich: „Limits“ von Paenda
(24) Rumänien: „On A Sunday“ von Ester Peony
(25) Schweden: „Too Late For Love“ von John Lundvik
(26) Schweiz: „She Got Me“ von Luca Hänni

Zweite Hälfte des zweiten Semis
(27) Albanien: „Ktheju tokës“ von Jonida Maliqi
(28) Aserbaidschan: „Truth“ von Chingiz



86 Kommentare

  1. Kein Platz in meiner Komplett-Top 10. Finalwahrscheinlichkeit 35 %
    So schlecht ist der Beitrag nicht, wenn auch alles andere als modern oder innovativ. Das mit den Engelsflügel ist natürlich total blödsinnig und kitschig. Der ganze Auftritt sollte grundlegend geändert werden. Stimmlich singt Roko fehlerfrei und ausgezeichnet. Und das obwohl die Nummer ganz schwierig zu singen ist und keinen falschen Ton verzeiht. Bonuspunkt für die Landessprache. In der Summe denke ich wird es wahrscheinlich im Halbfinale kleben bleiben.

  2. Mein Platz 30: Kroatien
    „Warum gibt man einem so gutaussehenden Sänger mit sehr schöner Stimme so einen kitschigen Song? – und warum zieht man ihm Engelsflügel an?
    5/10“

  3. Ja, und hier geht es dann auch wieder bergab nach den letzten zwei Tagen. Ich weiß wirklich nicht was ich sagen soll… Roko ist ohne Zweifel ein toller Sänger, nur leider wussten das die Verantwortlichen (*hust* Jaques Houdek *hust*) und haben ihm eine alberne Schreiballade gegeben. Und das ist jetzt wirklich nur noch schreien, zumindest tut der Refrain ziemlich weh… Der geht ja wirklich „da da da DAAAAAAA da da da DAAAAAA“ und immer so weiter. Nervig, unangenehm, peinlich. Der Text ist kompletter Unsinn. Die Engelsflügel sind bescheuert. Mir tut Roko so Leid…

    1.Schweiz 9/10
    2.Aserbaidschan 9/10
    3.Albanien 9/10
    4.Armenien 8.5/10
    5.Irland 8/10
    6.Dänemark 6.5/10
    7.Rumänien 6.5/10
    8.Lettland 6/10
    9.Schweden 5.5/10
    10.Österreich 4/10
    11.Kroatien 2.5/10
    12.Moldawien 2/10

  4. Ja dieser Beitrag ist wirklich grandios 🙂 Mir fehlten wirklcih die Worte, als ich das zum ersten Mal sah, weil ich nicht wusste, ob es ironisch gemeint war. Allein diese Engelsflügel. Dann dieser wirklich dümmlich naive Text. Na ja gut. Ers singt wirklich gut und wirkt unfrreiwillig komisch. Dafür sollte es einen Punkt geben.

    01. Schweden 8,5/10
    02. Irland 8,5/10
    03. Albanien 8/10
    04. Aserbaidschan 8/10
    05. Armenien 7/10
    06. Lettland 6,5/10
    07. Dänemark 6/10
    08. Rumänien 4,5/10
    09. Schweiz 4/10
    10. Österreich 3/10
    11. Kroatien 1/10
    12. Moldau 0,5/10

  5. Komposition: Nachkriegsballade, etwa 1996
    Sänger: ja, ich habe ihn live – nicht auf irgendeinen Schirm – gehört. Roko kann fast alles singen. Warum macht er es hier nicht?
    Text: Wer hat hier die Hausaufgaben der Kinder, die Einkaufsliste und richtige Songnotizen verwechselt?
    Finale: Gott bewahre uns

    Sohnemann: ‚Nur die Leute von WiwiBloggs sind schlimmer‘ 😉

  6. Ein Engel auf Erden, wie allerliebst. Sein göttlicher Auftrag ist es das Unrecht dieser Welt wiedergutzumachen. Am besten gleich anfangen bei dem Lied.

  7. Dass sich der Bub so vom unsäglichen Houdek verheizen lässt. Da muss er durch. Schrecklicher Song. Immerhin soll er vollständig in Kroatisch bleiben. Dennoch, mein Platz 39.

  8. Als ich diesen Song das erste mal hörte, dachte ich beim Auftakt, das wird ne Pop oder Dancenummer. Dann kommt der Übergang und man merkt, dass eine 90er Schreiballade im allerschlimmsten Stil wird, die beinahe den Grand Prix getötet haben. Weil Roko singen kann, gibt’s einen Punkt von mir, aber das ist ja grauenvoll…

  9. Die schlimme weiße Leder-Jacke aus dem Video hat Houdek ihm bestimmt persönlich ausgesucht. Die Nummer wäre nur in doppelter Geschwindigkeit und mit einem schönen Disco-Beat zu ertragen.

  10. Kroatien sendet dieses Jahr das geflügelte Grauen. Die Melodie mag ja noch ganz nett sein, aber die Instrumentierung klingt schlampig und blechern, was einen seltsamen Kontrast bewirkt. Auf der einen Seite die Leere des Instrumentaltracks und auf der anderen Seite Rokos Presslufthammergesang. Passt nicht. Ich finde auch die Gesangstechnik nicht perfekt, weil Roko die langen Noten nicht aussingt, sondern am Ende immerzu ausgleitet, was klingt, als ob der Presslufthammer Stromversorgungsprobleme hätte. Klingt alles in allem wie ein Huhn mit Zahnschmerzen. Wäre als Frikassee besser geeignet, auch wenn ich kein Geflügel esse.
    Ich befürchte, dass es knapp fürs Finale reichen könnte. Dort dann dank Nachbar- und Tante Gertrud-Stimmen irgendwo zwischen Platz 16 und 20. Viel Glück!

  11. Ich seh schon, ich steh wieder allein da. Er darf gerne ein bisschen weniger schreien d.h ein bisschen mehr gefühl in die stimme bringen und seine flügel kann er auch zuhause lassen,. Dann alles auf kroatisch und schwupp…für mich top-5. …….wenn da nicht die unheilvolle koalition mit j. houdek wäre, ich hab da immer unschöne gedanken mit suggardaddy.

  12. aAuf jeder Ebene entsetzlich – Kroatien ist noch so ein Land, dass es quasi nie (einzige Ausnahme; Maria Magdalena) schafft, dass ich den Beitrag auch nur annähernd erträglich finde. Dabei sehr häufig Geschrei, also etwa so vielseitig wie die kroatische Küche.

    • Ohaaa ^^ Ich gebe ja zu, bei Montenegro wollte ich einmal gegen den Strom schwimmen und habe aus Prinzip für Top 5 gestimmt, aber mit Kroatien habe ich wirklich nichts zu tun! 😀 Das sind bestimmt diejenigen Kroatien-Fans, die auch auf wiwibloggs in jeder Umfrage so abgehen 😃

  13. Mein guilty pleasure des Jahres. Natürlich ist das fern von gut, aber wenn es auf kroatisch wechselt, fällt ja zumindest der grausige Text nicht mehr auf; und Roko ist einfach ein süßes Kerlchen mit Hasmmerstimme, Es wäre ihm echt zu wünschen, dass er sich ein neues Mangement sucht… Er ist ja noch klein, mit richtigem Mentor könnte das was werden, und er darf gern in ein paar Jahren wiederkommen.

    Außerdem glaube ich, dass das der Schock-Qualifier des Semis wird. Im Finale dann mit Mühe Top 20.

  14. Da wurde eigentlich schon alles gesagt. Altbacken und verstaubt. Die Flügel wurden im Kunstprojekt der Waldorf-Schule 1980 hergestellt und finden endlich mal wieder Verwendung. Ob sie allerdings den Transport nach Israel unbeschadet überstehen? Hoffentlich nicht. Selbst mit einer topmodernen Performance, aber bitte nicht in diesem Edelweiß, wüsste ich nicht, wie man diesem grottigen Gesamtwerk noch etwas abgewinnen könnte. Ja, schade um Rokos gute Gesangeskünste…

  15. Jawohl, altbacken, verstaubt, kitschig….aber….schäm…..ich mag’s! Keine Ahnung, warum. Allein diese Flügel sind der Hit! Was habe ich mich schon gekringelt vor Lachen. Herrlicher Trash! Wird natürlich im Halbfinale scheitern.

  16. Die langen Töne sind wirklich mal eine Wohltat in dem sonstigen Gehechel des Teilnehmerfeldes.
    Ich finde, ohne den aufgesetzten Kitsch mit den Engelsflügeln würde die Nummer nur halb wirken. Finale ist drin, denn das offensichtlich Gekünstelte kommt erstaunlicherweise immer wieder bei vielen Leuten als Emotion gut an. Eine vordere Platzierung halte ich aber für eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlich so wie der Ziehvater und Komponist bei seinem ESC-Auftritt.

  17. „Altbacken“, „verstaubt“, „Nachkriegsballade, etwa 1996“, „alles andere als modern oder innovativ“, „dramatisch gestrige Melodie“, „so viel, was im Jahr 2019 eigentlich nicht mehr geht“, …

    Was sind denn das für opportunistisch-konformistische Zeitgeistargumente? Wenn ein Lied 1996 gut gewesen wäre, warum soll es dann 2019 auf einmal schlecht sein bzw. „nicht mehr gehen“? Wie kann eine Melodie „gestrig“ sein?

    Andere argumentieren damit, dass es ein Schrei-Song sei, während andererseits das Hatari-Gebrüll hier bei vielen bestens ankommt. Und warum wird hier auf einmal so viel Wert auf den Text gelegt? Aber gut, das sind immerhin Argumente, die ich diskutabel finde, wie auch die Kritik an zu viel Kitsch. Die Kritik am Engelskostüm teile ich sogar.

    Dennoch: Kroatien ist in diesem Jahr meine Nummer 1 (knapp vor Slowenien). Es ist einfach eine wunderschöne Eurovisionsballade mit einer tollen Melodie. Mir gefällt sowohl der Instrumentalteil, als auch die Strophe, als auch der dramatische Refrain.

    Wie kann es kommen, dass hier so viele Leute, von denen ich hier schon so viel Kompetentes gelesen habe, so allergisch auf diesen Beitrag reagieren? Woher kommt diese Abscheu gegenüber einem Titel, der nach früherem „Grand Prix Eurovision de la chanson“ klingt? Hängt es damit zusammen, dass man krampfhaft bei der Welt außerhalb der Bubble als „zeitgemäß“, „modern“ und „cool“ anerkannt werden will?

    Ich freue mich durchaus auch über neue Musikstile beim ESC, aber ich will keine Veranstaltung, die lediglich das abbildet, was sowieso gerade überall zu hören ist. Ich liebe den ESC, weil er gerade das NICHT ist. Und eben wegen solcher Beiträge wie dem kroatischen, die eh schon viel zu selten sind.

    P.S. Da ich mich mit diesem Kommentar hier wahrscheinlich nicht sehr beliebt mache, sollte ich fairerweise erwähnen, dass ich nicht identisch mit „Thomas M“ (also ohne Punkt nach dem M) bin, der schon vor mir hier im Blog kommentiert hat. Ich selbst habe früher mal als Thomas M. ab und zu im OGAE-Forum geschrieben, als es das noch gab.

    • Bezüglich des kroatischen Beitrags dieses Jahr singen wir zwar nicht vom selben Blatt, ansonsten aber volle Zustimmung. Ich habe auch noch nie verstanden, warum sich so viele Fans wünschen, dass alle ESC-Beiträge wie Musik aus den Charts klingen. Wenn ich beim ESC eben jene Musik höre, die auch den ganzen Tag im Radio dudelt, brauche ich den ESC nicht mehr. Außerdem gibt es mMn nur gute und schlechte Musik, und ein Zeitstempel ist kein Qualitätsindikator. Natürlich sind gute Kompositionen immer an einen spezifischen historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Kontext gebunden, aber wenn sie wirklich gut sind, transzendieren sie jenen und werden zeitlose Klassiker. Mit einer stärkeren Produktion, einem schlichteren Auftritt und einem stärkeren Text (und ja, der Text war mir schon immer wichtig, weil ich Literaturwissenschaftler bin), könnte ich sogar Rokos Liedbeitrag mögen.
      Ich schäme mich auch nicht, ab und zu mal eine grandiose typische ESC-Ballade zu lieben, ‚Rak bishvilo‘ oder ‚Is It True‘ z. B. Gleichzeitig liebe ich aber auch viele ausgefallene oder abseitige Beiträge wie z. B. ‚Siren‘ oder ‚Midnight Gold‘. Das schließt sich für mich überhaupt nicht aus, sondern macht den ESC erst aus. 🙂

      • Ich bin echt neidisch auf diesen Beruf und er ist wohl auch der Grund, warum wir oft den gleichen Geschmack haben – in jeglicher Hinsicht. Ich würde mich nämlich als sehr „kulturaffin“ bezeichnen und der ESC ist da natürlich eine riesige Herausforderung (dieses Jahr kommen wir diesbezüglich immerhin bei einigen Beiträgen auf unsere Kosten)

      • Da ich zu leider etwas zu alt und unmodern bin, um den „Gefällt mir“-Button kompetent zu bedienen 😉 (bzw. skeptisch gegenüber „Create a new account“) hier noch mal ein paar Worte, wobei „paar“ etwas untertrieben ist.

        Vielen herzlichen Dank an alle, die sich die Mühe gemacht haben, auf meinen Kommentar zu antworten, ich habe mich sehr gefreut darüber!

        @togravus ceterum: „Natürlich sind gute Kompositionen immer an einen spezifischen historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Kontext gebunden, aber wenn sie wirklich gut sind, transzendieren sie jenen und werden zeitlose Klassiker“. Da stimme ich voll zu, und akzeptiere, dass es eben geschmacksbedingt ist, was man als „wirklich gut“ bezeichnet und Roko’s „Dream“ wohl nur ein persönlicher zeitloser Klassiker für eine kleine Minderheit werden wird. Ergänzen will ich noch, dass es auch „wirklich gute“ Titel gibt, die trotz allem vergessen werden (manche werden, wenn sie Glück haben, irgendwann einmal wiederentdeckt).

        Ich wollte übrigens nicht zum Ausdruck bringen, dass ich Texte generell für unwichtig halte, ich denke nur, dass beim ESC eigentlich kein Mangel an simplen Texten herrscht, daher hatte ich mich gewundert, warum das HIER so besonders hervorgehoben wird. Einige hier haben darauf hingewiesen, dass dieser Text ganz extrem simpel sei. Nun ja, mich fasziniert ja auch eher die Melodie, und damit komme ich zu …

        @ GEF: Ich kann Deine Argumentation nachvollziehen. Allerdings haben wir einen Dissens bei der Melodie, die ich eben alles andere als belanglos finde. Ich habe durchaus Einiges für Selbstironie übrig, aber das muss nicht immer sein, und an diesem Lied gefällt mir gerade auch, dass es so inbrünstig gesungen wird und vielleicht tatsächlich ernst gemeint ist. Von einer „echten“ Balkan-Ballade würden wohl auch nur wenige Leute Selbstironie verlangen. Das hier ist in der Tat keine „echte“ Balkan-Ballade, aber eben trotzdem eine Ballade, die meiner Meinung nach durchaus Emotionen versprüht, und sie hat ebenso ein Recht auf Selbstironie-Freiheit.

        Den Begriff „Authentizität“ sehe ich generell kritisch, und dann ganz besonders noch bei einem Song Contest, bei dem Inszenierung so eine große Rolle spielt. Von daher habe ich nichts gegen „Künstlichkeit“ beim ESC. Ganz abgesehen davon würde ein „ernst gemeinter“ Song doch wohl näher an der Kategorie „authentisch“ liegen als ein 23mal ironisch gebrochener?

        @Eccehomo42: Ich bin in der Tat etwas älter, mein erster Grand Prix war 1984. Die tollen Grand Prixs der 60er, 70er und frühen 80er Jahre habe ich erst beim Nachhören kennengelernt. Ich war auch alles andere als entzückt von der irischen Dominanz der 90er Jahre, die meist zweitplatzierten britischen Beiträge gefielen mir oft noch weniger. Aber es gab auch in den 90ern viele schöne Titel, und es war nicht alles so eintönig, wie manche denken. Es war in den 80ern und 90ern auf jeden Fall eine Außenseiter-Position, für den Grand Prix Eurovision zu sein, und es hat meine Identifikation mit dem ESC nur gestärkt, wenn ich von irgendwelchen Hetero-Mucho-Rockern für meine Begeisterung für diese „Weichei-Schwuchtel“-Musik ausgelacht wurde. Von daher tut es mir jetzt ganz besonders weh, wenn ich immer wieder von ESC-Fans lesen muss, dass man Musik, die an diese Zeit erinnert, heute auf gar keinen Fall dabei haben will; dagegen scheinen Hard-Rock und Industrial-Fans als neue Zielgruppe populärer zu sein, vielleicht auch bald noch die Gangsta-Rapper?

        Ich habe gerade entdeckt, dass inzwischen noch ein paar neue Kommentare hinzugekommen sind, auch Euch vielen Dank, aber ich glaube, jetzt gebe ich mal Ruhe für heute 🙂

      • Zwölftonmusik hatte in den 20er Jahren auch nicht viele Anhänger, ist aber trotzdem die beste Repräsentation der modernen Befindlichkeit zwischen den Kriegen.

    • Grundsätzlich geht es doch darum, dass ein Lied heraussticht und nicht belanglos klingt. Man kann zwar auch Lieder machen, die aus der Zeit gefallen wirken, aber dann müssen die entweder melodisch oder textlich hochwertig sein oder aber die Künstler müssen mit einem Schuss Ironie antreten und zumindest eine gute Show bieten (wie bei Doredos, Sustroke-Projekt).
      Das Problem ist hier leider sehr vielfältiger Natur. 1. Das Lied hat einen wirklich ganz schwachen Text, der dann aber auch noch z.T. auf Englisch gesungen wird und anscheinend ernst gemeint ist. 2. Für eine Balkanballade ist die Melodie einfach nicht außergewöhnlich genug. Es gab so viele tolle Balkanballaden, die auch heute immer noch funktionieren würden; diese versprüht aber gerade 0,0 Emotionen, auch weil die Melodieführung langweilig ist. 3. Der Song ist leider nur unfreiwillig komisch. Anders als z.B. Moldau, die in den letzten beiden Jahren mit lustigen Songs und einer tollen Show die Herzen der Zuschauer erobert haben, wirkt hier alles sehr ernst und unlustig. 4. Der Song ist in wirklich keinerlei Hinsicht kreativ und überraschend. 5. Dem Song fehlt jegliche Natürlichkeit und Authenzität (s. Ungarn als Gegenbeispiel).

      Seine gute Stimme ist m.E. wirklich der einzige Pluspunkt.

    • Ich würde mal schätzen, dass du eher etwas älter bist. Für mich ist es zum Beispiel unvorstellbar, wie Irland in den Neunzigern viermal den ESC gewinnen konnte. Ich finde die Nummern größtenteils furchtbar, genauso wie das frühere ESC Starterfeld, weswegen ich glaube, dass der ESC so nicht die 2000er überlebt hätte. Deswegen verstehe ich nicht, wie man diesen Song senden kann. Der Song beginnt ja gar nicht mal so altbacken, wird dann aber richtig schlimm. Ich finde die Melodie auch nicht schön, zumindest ab den ersten Refrain.
      Ich würde mich zu denen zählen, die eine Relevanz des ESCs auch an den Charterfolg der (Sieger)Titel koppeln, wobei man da aktuell vorsichtig sein muss. Was ich sagen will, der Song muss eine Qualität haben und die sehe ich in dem hier nicht und das sage ich nicht, weil ich alte Musik nicht mag, im Gegenteil ich höre meistens Musik von vor meiner Geburt. Ich hoffe, dass beantwortet für dich meine Abneigung gegen dieses Musikstück.

    • Sorry, mir hätte das Liedchen schon 1996 nicht gefallen und es klingt für mich leider auch nicht nach dem klassischen „Grand Prix“.

    • Ich für meinen Teil versuche aufrichtig, positiv zu kommentieren, aber dieses Lied … man will alles zugleich, damit zuviel, nimmt sich zu ernst und scheitert hoffnungslos.

      Für eine richtige Balkanballade braucht man mehr. Die Melodie soll einen fesseln, der Text berühren.

      Hier ist die Musik zu kalt produziert und der Text vermutlich in sechs Minuten lieblos aus der Zettelwirtschaft zusammengestellt. Man konnte da einiges noch retten, idem man einen Orchester alles neu einspielen lässt, aber selbst dann … bleibt dieses Armutzeugnis vom Text, dass Roko doch ziemlich überzeugend versucht zu bringen. Nur … es reicht nicht. Nach einer Minute geht der Lautstärke auf Null, da die viele Wiederholungen am Ende nur nerven. Und wenn es mal als Spaß gedacht war, aber Fehlanzeige.

      Für alle, die aktuelle krotische Musik hören wollen: Youtube, Suchbegriff ‚kroatische Musik‘ und lass die Playlisten mal laufen. Sowohl modernes als traditionelles Zeug kommt vorbei. Najrodni Radio sendet nur kroatische Musik, damit startet man gutgelaunt in den Tag. (Und dieses Lied wird dort kaum gespielt.)

      Meinetwegen darf Roko gerne noch einmal teilnehmen, aber bitte mit seinem Band und nur etwas, dass er und seine Freunde selbst komponiert und produziert haben.

    • Oh je, meine lange Antwort auf die erfreulich vielen Antworten auf meinen Kommentar hätte eigentlich nach Marko (17.54 Uhr) auftauchen müssen, stattdessen steht sie jetzt irgendwo in der Mitte. Tut mir leid, dass ich alles durcheinander gebracht habe!

    • Das Lied wäre schon 1996 schlecht gewesen, ja sogar schon 1956 hätte das nicht den Qualtätsansprüchen genügt.

      Triefender, amateurhafter Kitsch.

      Gibt Punktabzug (hinter dem M) und ein Kesseltreiben vor Deiner Haustür, mindestens so wie in den Kriegsschnipseln im Video 😉

      • @NektarundAmbrosiaBernd:

        Ich habe soeben die Massen vor der Haustür, die mich mitten in der Nacht aus dem Bett geklingelt haben, davon überzeugen können, mir den Punkt zu lassen. Außerdem habe ich ihnen die landessprachliche Version des kroatischen Beitrags auf meinem alten Kassettenrekorder vorgespielt, und sie waren alle so tief ergriffen, dass jedeR Einzelne versprochen hat, im Mai 20mal, gegebenenfalls sogar 40mal für Kroatien anzurufen!

        Im Übrigen habe ich mich sehr gefreut, als ich Deinen „richtigen“ Namen hier zum ersten Mal gelesen habe, denn da wusste ich, dass ich nicht der einzige Dinosaurier bin, der schon im OGAE-Forum geschrieben hat 🙂

  18. Ich habe gerade keine Lust, über dieses Gesäusel groß abzulästern.

    Für mich auch objektiv unvorstellbar, daß es einen Überraschungsfinalisten Kroatien geben wird.

    Bei mir allerdings „nur“ noch auf Platz 40, einen Beitrag finde ich noch scheußlicher.
    Aber die 0/10 werte ich trotzdem.

  19. Aserbaidschan 8/10
    Albanien 8/10
    Dänemark 7/10
    Irland 6/10
    Schweden 6/10
    Schweiz 6/10
    Lettland 4/10
    Österreich 4/10
    Rumänien 3/10
    Armenien 2/10
    Moldau 1/10
    Kroatien 0/10

  20. Es ist ja tatsächlich vollkommen egal für den eigenen Geschmack, ob ein Song modern ist und irgendeinen Zeitgeist trifft oder nicht. Entweder es gefällt einem oder halt eben nicht.
    Und, ja, beim ESC darf und soll alles irgendwie seinen Platz haben. Wenn alle Beiträge gleich klingen, isses ja auch langweilig.
    Und trotzdem ist es mMn für die Weiterentwicklung des ESC fatal, wenn solche 90er-Hymnen von Roko und Houdek und wie sie alle heißen mögen zum Wettbewerb geschickt werden. Denn mal ernsthaft: wer außerhalb der ESC-Fangemeinde sollte sich so eine Nummer anhören? Mit solchen Songs verschreckt man doch nur die, die Interesse an Musik haben, aber nicht jedes Jahr zwangsläufig den ESC schauen.

    Diese Nummer ist tatsächlich fast komplett unerträglich. Hofft man nach der ersten Strophe dass sich vor allem dank der klaren Stimme noch sowas wie ein mitreißender Song entwickeln könnte, weiß man nach dem ersten Ton des Refrains, dass das nix mehr wird.

    Ich hoffe, dass das im Semi hängenbleibt. Hab ich bei Houdek allerdings auch gehofft.

    • Es gab in der Tat schon einige Jahrgänge, in denen klang fast alles gleich beim ESC (dank Globalisierung ???) und da war mein Interesse fast bei Null. Zum Glück ist es seit letztem Jahr diesbezüglich wieder besser geworden.

  21. Der Song wirkt altbacken,obwohl er von einem ehemaligen ESC-Teilnehmer verfaßt wurde. Für mich ist Kroatien kein Finalist und das trotz des Revivals des Vorentscheides Dora.

  22. Ich bin erstaunt wieviele Möchtegern Musik Kenner hier schreiben 😂 keiner von euch bzw nur sehr wenige können objektiv bewerten. Da sind mir die wiwiblogger noch angenehm. Zumindest machen sie ein Lied nicht nieder nur weil der Komponist ein angeblicher homohasser ist. Ich hab mich sehr amüsiert als houdek 2017 achter im televote war!! So viel zu euren Prognosen. Lächerlich!!! Hoffentlich bekommen wir hier in Deutschland auch ne neue Seite in der sachlich über Songs diskutiert wird und in der man mehr Musik Kenner hat im moderationsbereich.

    • Sorry, ich finde gerade diesen Blog sehr sachlich und objektiv und es gibt ein breites Spektrum an Meinungen. Immerhin schneidet hier Kroatien besser ab als gedacht….

      Wenn es Dir hier nicht gefällt: Du kannst ja gerne zur Fanseite des NDR, dort ist beispielsweise Kritik am deutschen Beitrag und an Schreiber nicht erwünscht. Das ist doch auch toll (Ironiemodus an….)

    • Mir ist es wirklich total egal, was jemand, der beim ESC antritt, privat denkt; ob er konservativ ist oder liberal. Auch das Land ist mir total egal. Letztlich geht es um die Musik. Ich glaube nicht, dass Roko hier liest, aber als Künstler muss man eben auch mit schlechten Kritiken umgehen können; zumal sich die Krittik ja nicht an ihm auslässt – er ist ja ein guter Sänger -, sondern am schrecklichen Song. Und ein anderes Adjektiv fällt mir leider nicht ein. Ich höre mir die Songs wirklich sehr wohlwollend an und akzeptiere auch alle Stilrichtungen. Man findet meist immer etwas positives im Song. Hier ist es leider schwierig. Aber so what? Jeder darf dieses Lied mögen und in der Show unterstützen. Man muss es aber nicht mögen. Und Jacques Houdeks Song war ja wohl um Längen besser. Das war für mich tatsächlich ein Borderline-Qualifyer. Er war durch diese „Doppelrolle“ zumindest kreativ und seine Gesangeskünste stachen natürlich heraus. Solche Elemente fehlen aber leider by „the dream“.

      Roko wird seinen Weg schon gehen, nur eben hoffentlich nicht ins Finale 🙂

    • Ich gehöre zu den regelmäßigen Kommentatoren bei wiwibloggs und jetzt mal ganz ehrlich: Das Niveau der Community ist absolut unterirdisch. Absolut nicht mit esc-kompakt zu vergleichen… Ein Haufen respektloser Assis, jeder wird für seine Meinung fertig macht, statt familärer/freundschaftlicher Atmosphäre wie hier, zicken sich dort alle an. Keiner ist objektiv. Es ist wirklich schlimm… Wenn du allen Ernstes denkst, bei uns wäre es nicht „sachlich genug“ und im gleichen Atemzug wiwibloggs als positives Beispiel nennst, dann nur zu… Dich zwingt keiner hier zu sein. Hab Spaß bei wiwibloggs. Ich persönlich finde, dass hier die meisten (mit wenigen Ausmaßen…) sehr respektvoll und objektiv sind und ich fühle mich sehr wohl. 99% der Leute finden „The Dream“ nur schlecht, weil es halt ’n schlimmes Lied ist. Das hat wenig mit Houdek zu tun… Oder willst du mir ernsthaft sagen, das wäre ganz toll, das Lied? Gut, dann ist das deine Meinung, aber nur weil sie anders als unsere ist, musst du uns nicht fehlende Objektivität und höhere Motive vorwerfen. DAS ist nämlich wirklich nicht sehr sachlich.

  23. @ Musti

    Ich finde den Song unabhängig von Houdek absolut schrecklich. Es gehört aber fast schon Mut dazu, so etwas zum ESC schicken……

    Was ihn aber betrifft: Er kann gerne kurz mit Netta knutschen (er war ja ihr Hilfssheriff gegen ach soooo bösen Salvador……) und dann hinterher den Moralapostel rauslassen, wenn der Heimflug nach dem Semi besiegelt ist.

  24. Haben wirklich 30 Scherzbolde für Top 5 gevotet? Na ja, das waren wahrscheinlich dieselben Leute, durch die auch bei wiwibloggs Kroatien die Umfragen anführt. Repräsentativ ist das zum Glück nicht 😀

  25. Ich kenne allerdings jemanden (der in diesem Forum nicht aktiv ist), der Kroatien auf Platz 1 hat und Portugal dafür ganz hinten. Bei mir ist es genau andersherum.

  26. Houdeks Beitrag von 2017 fand ich schon mehr als schrecklich, und dieses Machwerk unterbietet das nochmal. Damals hat Kroatien ja wenigstens polarisiert, aber bei Roko besteht nun wirklich gar keine Chance auf ein Weiterkommen im Halbfinale, und das völlig zu Recht. Außerdem wurde hier wieder mal das Talent eines tollen jungen Sängers an einem völlig verstaubten Song verschwendet – einfach schade sowas.

    Platz 39 von 41

  27. Ja ja hier werden andere Meinungen toleriert/akzeptiert. Im gleichen Atemzug wird darüber gewitzelt welche scherzkekse ihn in die top 5 gewertet haben.hey es gibt wirklich Menschen die den Song richtig gut finden, ich gehöre auch dazu. Cheers

  28. Mein Guilty Pleasure dieses Jahr. Als hätte der Houdek den Siegel verschluckt. Mein Platz 15. Zumindest, wenn ich die überflüssigen Flügel dabei nicht sehen muss.Und ja, komplett auf kroatisch wäre es noch mal besser.

  29. Ich würde nicht drauf wetten das Kroatien im Halbfinale ausscheidet…weil 50% der ESC Fans haben einen schlechten Geschmack…und den brauchst du bei dem Song.

  30. Ehrlich gesagt wusste ich bis eben nichtmal, dass Houdek angeblich ein Homohasser ist. Ich find seine Musik einfach nur so nicht so schön.

    • Er ist nicht wirklich einen ‚Homohasser‘. Wie erklärt man das am Besten? Als Houdek zur Schule ging, bekam er nur die Fortpflanzung technisch erklärt. Alles andere existierte nicht.

      Seine Meinung kann man stellvertretend für ein großteil der Bevölkerung in allen ehem. kommunistisch-gepägten Länder sehen – Homosexualität ist eher unbekanntes Terrän als ‚das gibt es auch noch‘. Es macht Angst, wird deswegen scharf abgelehnt aber wovon diese Typen nun reden, wissen sie selbst auch nicht so richtig.

      • Okay, das kann ich als Erklärung tatsächlich sogar nachvollziehen.

        Mir gings aber in erster Linie auch darum, musti zu widersprechen, der meinte, wir wären hier nur gegen den Song, weil Houdek angeblich was gegen Schwule hat und wir ihn deswegen nicht mögen. Und das ist ja halt einfach mal dummes Zeug.

    • Also wenn Houdek nicht selber verzaubert ist, dann existiert gar keine Magie. auch wenn wir hier einen Gaydar von der Größe eines Radioteleskops brauchen.

  31. Ich weiß nicht, was Roko im Vorentscheid bei 1:54 min macht, aber es sieht weird aus. Und dazu noch mit seinen oberpeinlichen Engelsflügeln…

    Roko hat eine starke Stimme. Wird aber wohl dieses Jahr auch nichts für Kroatien. Schade.

  32. Es ist ja nicht so, dass Roko nur „Opfer“ seines Mentors Houdek ist, vielmehr treten die ja auch gemeinsam zu Houdeks Musik auf. Und das hat einen ganz merkwürdigen Charakter. Ich glaube nicht, dass sie an den Flügeln festhalten werden (ich habe da immer CSD-Engelchen vor meinem geistigen Auge).

    Und wenn die Kommentare zum Beitrag eines beweisen, dann dass (Homo-)ESC-Fans keineswegs primär nach Eye-Candy-Optik voten würden. Wenn Songs derart im Klischee baden, bettelt man eben um spöttische Kommentare.

    Rein massetechnisch haben wir 1/2 Houdek, aber da der doppelt beim ESC war = 1/4. Wenn Roko nur dementsprechend viele Votes erhält, wird es knapp mit dem Finale, aber nicht unmöglich. Natürlich schneidet sowas immer viel besser ab, als ich es mir wünschen würde. Aber davon ab schätze ich, Australien könnte im Finale mehr Fairy-Fame Votes aufsaugen.

  33. Ich kann mich einfach nicht auf das Lied konzentrieren, weil ich immer an das Verhältnis zwischen Komponisten und Interpreten denken muss, da steigen mir schröckliche Bilder zu Kopfe.

    Wahrscheinlich braucht der kleine Kolibri-Rocco-Granata, die Flügel, um richtig an die Staubbeutel ran zu kommen. Schwirr, schwirr 😉

  34. Grauenvoll, schauderhaft, schrecklich!!! Ich will das nicht im Finale haben – aber das erste Machwerk des Komponisten hat’s ja leider auch geschafft, das hatte ja aber immerhin unfreiwilligen Unterhaltungswert – hier nötigen einem ja allenfalls die Engesflügelchen ein müdes Augenrollen ab. Wäääh!

  35. aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhh!
    Und wenn man jetzt noch dazu sagt, dass Brutalero und Tower of Babylon (!!) im Vorentscheid waren…ich weine.

    Semi 18/18
    Qualifikation 14/18 (30%) (ich habe aber echt Angst, dass er sich qualifizieren könnte…)
    Gesamt 41/41

    Noch mein Letzter, aber von Tag zu Tag wird der Drang größer, Griechenland auf die #41 zu setzen. Ich glaube, ich entscheide mich am Ende, wenn die ersten Proben da sind…

    • „Tower of Babylon“ wäre auch in meinen Top 10 gelandet.

      Übrigens finde ich, daß Roko mit dieser Frisur absolut schrecklich aussieht, fast wie zwanzig Jahre älter. Paßt aber leider hervorragend zum Gesamteindruck

      • Als wäre „Tower of Babylon“ nicht weniger kitschig. Nur eben auf die dramatische Art. Beides absoluter Oldschool-ESC.

        Aber um „Brutalero“ ist es tatsächlich schade. Die ESC-Beiträge, die sich selbst nicht ganz ernst nehmen, scheinen irgendwie vollkommen verschwunden zu sein. Obwohl, wie ernst nehmen sich eigentlich Hatari?

      • @porsteinn: Neben Hatari & Roko? Serhat? KMH? (Die nach der Performance zu kürenden unfreiwillig komischen oder Conan lass ich mal aussen vor). Ich finde den Abgesang etwas verfrüht.

      • Serhat ist für mich Grauzone. Und ich befürchte mit Roko und „My dream“ meint es Houdek durchaus ernst. KMH fällt für mich spätestens durch die Performance unter unfreiwillig komisch.^^

      • @porsteinn
        Nenne mir bitte einen Beitrag aus dem kroatischen Vorentscheid, der wirklich so modern ist, dass er tatsächlich aus diesem Jahrzehnt stammen könnte. ^^

    • Na gut, das war das generelle Problem. Aber man hätte sich ja auch das etwas zeitlosere Genre Rock entscheiden können. Oder eine Ballade ohne Engelsflügel,

  36. Last but not least.. Ich weiss nicht viel über Houdek als Person. Interessiert mich eigentlich auch wenig. Ich weiss nur dass mir persönlich weder ‚My Friend‘ 2017 noch das diesjährige Lied in irgendeiner Form gefallen. Es gibt wunderschöne Balkanballaden die mich berührt haben wie ‚Lane moje‘ oder ‚Lejla‘ und die assoziiere ich mit Zeljko Joksimovic. Houdeks Kreationen gehören nicht dazu. MEINE Meinung. Ist doch aber okay wenn es andere Leute anspricht. Er kann aber auch anders. Ich habe kürzlich ein Video von ihm auf YT gesehen, das Lied heisst ‚Nov covjek‘ (Neuer Mensch) und das fand ich richtig gut. Pathos runtergeschraubt (für seine Verhältnisse) und Video minimalistisch in schwarz-weiss gehalten. Wieso schickt er nicht mal sowas zum ESC?

  37. Wer schickt was zum ESC? Die HRT ist der Auftraggeber und wer entscheidet …

    Ich schaue gerade auf der Liste der Dora-Opatija-Festival-Teilnehmer. Die 1. Jury hat versucht ein breites Spektrum aufzustellen, zugleich waren alle bekannte Musikproduzenten des Landes in irgendeine Weise involviert. (Als Musiker, Komponist, Produzent oder halt Tontechniker)

    Das ganze Auswahlverfahren sagt mir vor allem eins: die HRT hat versucht sehr unabhängig zu agieren, die Struktur ließ keine Einfluss von Politiker oder Musiker zu. Das war auch mal anders.
    Beispiel: Thomson ist einen umstrittenen Sänger in Kroatien. (In Deutschland wären einige seiner Lieder auch verboten) Als in vergangenen Sommer das Füßballteam in Zagreb heimkam, hat er aufgetreten. Nichts von Thompson wurde gesendet in den Medien, trotz stundenlange live-Sendung.

    Fazit: Roko/The Dream ist wirklich eine Auswahl nach dem EBU-Lehrbuch.

    https://www.youtube.com/watch?v=j2uX_1Hu4Gk => So etwas würde auf einem ESC sich klar abheben von anderen Songs.

    • @Marko
      Sorry, hatte mich falsch ausgedrückt. Wollte einfach darauf hinweisen, dass er auch anders kann als den theatralischen Kitsch. Ich war weder von der Dora noch von der Beovizija beeindruckt trotz vorhandenem Talent und legitimem Ablauf (Nepotismus ist auf dem Balkan weit verbreitet, da hast du recht). Mein Herz schlägt diesmal für Duncan’s Arcade. Pozdrav

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