ESC-Songcheck kompakt (30) – Litauen: „Run With The Lions“ von Jurij Veklenko

Jurijus Veklenko Litauen Run With The Lions ESC 2019 Eurovision

Jurij Veklenko ist beim ESC kein Unbekannter, schon zweimal stand er als Backgroundsänger für den litauischen Act auf der Bühne – das erste Mal 2013 mit Andrius Pojavis und das zweite Mal 2015 mit Monika Linkyte und Vaidas Baumila. In seiner Heimat hat Jurij bereits an verschiedenen Musiksendungen teilgenommen, bislang allerdings mit überschaubarem Erfolg. Im wahren Leben arbeitet er für eine IT-Firma.

In der litauischen Vorentscheidung „Eurovizijos Atranka“ galt nach vier Vorrunden und zwei Halbfinals eigentlich Monika Marija als Favoritin für das Finale. Am Ende konnte Jurij, der in der Vorentscheidung noch unter dem Namen Jurijus antrat, aber sowohl die Jury als auch das Publikum von sich überzeugen und setzte sich klar mit 24 von 24 möglichen Punkten durch.

Der Song 

„Run With The Lions“ wurde von Eric Lumiere, Ash Hicklin sowie Pele Loriano geschrieben und mittlerweile einem Revamp unterzogen, zu dem es aber kein offizielles Video gibt. Jurij singt in dem Song von der befreienden Macht der Liebe und davon, ohne Angst das zu tun, was man möchte.

Besonders charakteristisch für den Song ist die hohe Tonlage, in der Jurij fast durchgängig singt. „Run With The Lions“ ist ein Popsong, der allerdings durch seine reduzierte, marschartige Instrumentierung sehr eigenständig wirkt.

Der Check

Song: 3,5/5 Punkte
Stimme: 2,5/5 Punkte
Instant-Appeal: 2/5 Punkte
Optik: 4/5 Punkte

Benny: Der Song hat durch den Revamp extrem gewonnen, allerdings muss Jurij das jetzt auch stimmlich auf die Bühne bringen und daran zweifel ich nach dem Vorentscheidungsauftritt doch etwas. „Run With The Lions“ ist anders als viele Songs im Wettbewerb und das könnte ein Vorteil sein. Außerdem: Als Löwe haben Songs, die mit einem Löwenbild arbeiten, immer meine Sympathie. 6 Punkte

Douze Points: Gegen Jurijus ist ja erstmal grundsätzlich überhaupt nichts zu sagen, auch nicht optisch. Aber ich habe da dieses Ding mit der männlichen Kopfstimme. Dass sich das Midtempo-Stück dann auch noch in Pseudodramatik verliert, macht die Sache nicht wirklich besser. Trotz der guten Kameraarbeit beim Vorentscheid und des Revamps zu unauffällig. 4 Punkte

Peter: „Run with the lions“ hat eine deutlich bessere Papierform als das Ergebnis auf der Bühne. Ich mag, dass mit Jurijus mal ein nearly Thirtysomething Interpret auf der Bühne steht und der Text liest sich überzeugender als er auf der Bühne klingt. Und das obwohl Jurij sehr sympathisch rüberkommt, aber der Vortrag ist maximal Hausmannskost und der Song hat keinen Spannungsbogen, die erste Minute klingt wie die dritte, und das ist für einen ESC-Titel fatal. Mit optisch getriebenem Sympathiebonus gebe ich 5 Punkte.

Gesamtpunktzahl: 15/36 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index landet „Run With The Lions“ auf Platz 32 von 41.

Wie schneidet der litauische Beitrag "Run with the Lions" von Jurijus Veklenko?

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Bisher erschienene Songchecks:

Erste Hälfte des ersten Semis
(1) Finnland: „Look Away“ von Darude feat. Sebastian Rejman
(2) Montenegro: „Heaven“ von D Mol
(3) Polen:„Pali Się (Fire Of Love)“ von Tulia
(4) Serbien: „Kruna“ von Nevena Božović
(5) Slowenien: „Sebi“ von Zala Kralj & Gašper Šantl
(6) Tschechien: „Friend Of A Friend“ von Lake Malawi
(7) Ungarn: „Az én apám“ von Joci Pápai
(8) Weißrussland: „Like It“ von Zena
(9) Zypern: „Replay“ von Tamta

Zweite Hälfte des ersten Semis
(10) Australien: „Zero Gravity“ von Kate Miller-Heidke
(11) Belgien: „Wake Up“ von Eliot
(12) Estland: „Storm“ von Victor Crone
(13) Georgien: „Sul tsin iare“ von Oto Nemsadze
(14) Griechenland: „Better Love“ von Katerine Duska
(15) Island: „Hatrið mun sigra“ von Hatari
(16) Portugal: „Telemóveis“ von Conan Osíris
(17) San Marino: „Say Na Na Na“ von Serhat

Erste Hälfte des zweiten Semis
(18) Armenien: „Walking Out“ von Srbuk
(19) Dänemark: „Love Is Forever“ von Leonora
(20) Irland: „22“ von Sarah McTernan
(21) Lettland: „That Night“ von Carousel
(22) Moldau: „Stay“ von Anna Odobescu
(23) Österreich: „Limits“ von Paenda
(24) Rumänien: „On A Sunday“ von Ester Peony
(25) Schweden: „Too Late For Love“ von John Lundvik
(26) Schweiz: „She Got Me“ von Luca Hänni

Zweite Hälfte des zweiten Semis
(27) Albanien: „Ktheju tokës“ von Jonida Maliqi
(28) Aserbaidschan: „Truth“ von Chingiz
(29) Kroatien: „The Dream“ von Roko



31 Kommentare

  1. Kein Platz in meiner Komplett-Top 10. Finalwahrscheinlichkeit 60 %
    Litauen bekommt heuer die Krone des besten Beitrages aus dem Baltikum. Finale ist doch recht wahrscheinlich. Gefällt mir gut.
    Stimmlich annehmbar, optisch ansprechend, der Wechsel in die Kopfstimme stört mich etwas. Höre ich mir gerne an. Bei mir im oberen Mittelfeld und kratzt an meine persönliche Top 10.

    • Ich wüsste leider nicht, wie dieses Lied in diesem Semifinale das Finale schaffen soll.. Wer soll dann sonst über die Klippe springen? Dänemark? Geniesst zu viele Sympathien. Albanien? Überzeugte in Amsterdam und hat eine starke Diaspora. Nord Mazedonien? Sehe ich persönlich auf jeden Fall auch vor Litauen.

  2. Heißer Typ, lauwarmes Liedchen. Ich mag Jurijs Kopfstimme sehr gerne, und die ersten zwei Minuten des Liedes finde ich richtig gut. Leider passiert danach nichts mehr. Trotzdem würde ich Litauen sehr gerne im Finale sehen, bin aber skeptisch. Viel Glück!

  3. Der NDR hätte aus „Run with the Lions“ einfach „Rettet die Serengeti“ gemacht. Gewusst wie .. 😉

    Top or Bottom? Jurij ist offensichtlich versatile: Kompromisssongs schaffen es selten bei mir nach vorne. Der Rhythmus stottert im Hintergrund ohne fetten Beat und ohne Statement, der Prechorus mit der Gedenksekunde bleibt ohne Spannungsmoment oder Tiefe und hier wurde weder in fette Drums noch in einen kräftigen Chorus investiert. Sorry, ich weiss einfach nicht was er will – kein Date, Jurij! Aber sein Profilfoto gefällt mir.

  4. Mein diesjähriges LWKGAM (= Lied was keinem gefällt außer mir). Ich mag das Lied und finde, er singt das sehr gut und überzeugend; es fehlt allerdings ein Höhepunkt in dem Lied, das stimmt leider. Aber dafür sorgt schon sein sanfter Schlafzimmerblick.

      • Ach ja, stimmt, sorry. Wegen des Textes ist ja Luca deine diesjährige Nummer 1, Chico solo.

      • You go so low, Bro! Ich schätze bei Lindt-Hasi die orientalischen Elemente in der Instrumentierung. Ich schätze ja Orientalische(s).

  5. Hmm… Da kann ich jetzt nicht viel „argumentieren“, es ist einfach nicht wirklich mein Ding. Ob Litauen damit ins Finale kommt, kann ich nicht sagen. Es ist fast 50/50, aber ich tendiere klar zu nein.

    1.Schweiz 9/10
    2.Aserbaidschan 9/10
    3.Albanien 9/10
    4.Armenien 8.5/10
    5.Irland 8/10
    6.Rumänien 6.5/10
    7.Dänemark 6.5/10
    8.Lettland 6/10
    9.Schweden 5.5/10
    10.Litauen 4.5/10
    11.Österreich 4/10
    12.Kroatien 2.5/10
    13.Moldawien 2/10

  6. Sieht gut aus, aber das ist es auch schon – ist überhaupt nicht bei mir hängengeblieben. Ganz schwaches Jahr für die baltischen Staaten.

  7. Genau, ein schwaches Jahr fürs Baltikum. Run with the Lions ist bei mir auf dem 2. Platz der baltischen ESC-Meisterschaften, was aber dieses Jahr nicht fürs Finale langt. Die Kopfstimme mag ich gar nicht. Allgemein dünnes Stimmchen, was die Töne nicht genau trifft. Nee, nix was ich mehr als einmal hören möchte.

  8. Für mich ist der Song in der überarbeiteten Version ein möglicher Finalist, besser als Estland. Könnte aber trotzdem nicht einfach werden und deshalb bin ich auf die Inszenierung gespannt.

    • Komposition: nach der Überarbeitung ausgewogen
      Gesang: ich bin eher gespannt wie seine normale Stimme klingen würde. Allerdings ist er gut zu verstehen und hat keinen starken Akzent
      Text: die Liebe, aber eher verdeckt.
      Auftritt: da hoffe ich auf ruhige Kameraführung und keine schwarze Kleidung. Was gesehen werden will, soll man ja auch sehen können.
      Finale: Wackelkandidat. Tatsächlich wegen der starke Konkurrenz.
      Gewinner: Nein.

      Ich kann mich irren, aber ich glaube dass nur dieser Song in der zweiten Version dazu gewonnen hat – alle andere ‚Revamps‘ haben eher gelitten unter die Fangzähne der Tontechniker und wirken schwächer als bevor.

  9. Ich mag’s eigentlich ganz gern und es ist für mich ein ziemlicher Ohrwurm. Kopfstimme ist eigentlich normalerweise nicht meins, aber hier stört sie mich erstaunlich wenig. Es wird aber für Litauen dieses Jahr wohl ziemlich schwer, ins Finale zu kommen – allein schon weil Russland vermutlich die ganz schweren Geschütze auffahren wird und der gute Jurij(us) sehr schnell vergessen sein wird. Keine Ahnung, ob die Diaspora dann ausreicht, um die Löwen zu retten – ganz ausschließen würde ich es nicht, aber wie gesagt, es wird nicht einfach.

  10. Da kann ich persönlich (bisher) gar nichts mit anfangen und in meiner Wahrnehmung kämpft es darum nicht letzter im Halbfinale zu werden. Irgendwie fehlt hier alles was irgendwie mein Interesse wecken könnte.
    Sorry Jurij…

  11. Die Strophen mag ich ganz gerne und den Pre-Chorus finde ich Weltklasse. Leider fällt der Refrain dann ziemlich ab, da passiert wenig besonderes. So gesehen passt Jurijus als durchschnittlicher Interpret ganz gut zu seinem Song. Mittlerweile gefällt Litauen mir zwar besser als am Anfang, aber im Finale brauch ich sie trotzdem nicht.

  12. Zeigt im Vergleich zu Belgien wie man ein Lied kaputtproduziert.

    ansonsten hat er diese schreckliche Spinnenfrau verhindert, die eine weitere Hassikone im Teilnehmerfeld gewesen wäre. Danke !!!

  13. Und wieder schickt Litauen einen Song mit dem gewissen Nichts. Sorry, aber der Song plätschert einfach nur vor sich hin, Bearbeitung hin oder her. Kann mir einfach nicht vorstellen, dass Litauen damit ins Finale kommt.

  14. Wie oft dachte ich bei Litauen schon vor dem Semi: „Wie langweilig, das scheidet sicher aus.“ Und wie oft dachte ich nach dem Semi: „Wie langweilig, und das ist trotzdem weiter?“ Aber ich finde es diesmal noch am stärksten von den drei baltischen Staaten – und darum darf’s von mir aus ruhig weiterkommen 🙂

  15. Nach dem tollen Titel von gestern hat’s natürlich jeder Beitrag schwer 😉

    Die ersten Töne sind wirklich gut, sie machen Hoffnung auf einen schönen Synthie-Pop-Songl. Leider kommt dann aber nichts Besonderes mehr. Und dann singt er auch noch mit Kopfstimme, wie leider so viele in diesem Jahr.

  16. Leider nicht wirklich mein Fall. Das Lied ist nicht mal schlecht, aber so extrem bealnglos. Da können nur Löwen-Hologramme oder ein sonst wie gwählten „Lionkings“-Setting nicht mehr retten. Gut sie haben die Diaspora in Irland und England, wo sie ziemlich sicher 12 Televoter-Punkte bekommen.Dann ist Lettland noch mit dabei. Auch aus Deutschlnad und Norwegen werden es Punkte geben. Am Ende muss aber die Jury einiges beisteuern, damit er es ins Finale schafft.

  17. Dieses Lied rauscht seitdem es als litauischer Vertreter feststeht, komplett an mir vorbei. Jedesmal, wenn ich es höre. Ich habe keine Meinung dazu, finde es weder gut noch schlecht noch sonstwas, es ist für mich ein komplett neutrales Stück Musik. Keine Ahnung, ob man damit ins Finale kommen kann. Jurij ist immerhin ganz niedlich, aber ob das reicht, um irgendjemanden zum Anrufen zu bewegen?! Hm.

  18. „Borderliner“ – bleibt wohl hängen, könnte aber zumindest beim Televoting wegen GB, Irland, Norwegen und Lettland gut abschneiden.

    Läuft so nebenher, annehmbarer Synthiesound. Wäre vielleicht live sogar besser als so mancher gehypte Favorit, drängt sich aber derzeit noch nicht so auf.

    Ich werte mit 5 von 10 Punkten.

  19. Aserbaidschan 8/10
    Albanien 8/10
    Dänemark 7/10
    Irland 6/10
    Schweden 6/10
    Schweiz 6/10
    Litauen 5/10
    Lettland 4/10
    Österreich 4/10
    Rumänien 3/10
    Armenien 2/10
    Moldau 1/10
    Kroatien 0/10

  20. Beeindruckt mich wenig. In der Ursprungsversion nur mein Platz 34. Der Revamp mag vielleicht den ein oder anderen Platz rausreißen, aber sehr viel besser wird es dadurch auch noch. Läuft so nebenbei durch und erreicht mich nicht. Könnte sich ins Finale schleichen. Oder auch nicht. Keine Ahnung. Ist mir irgendwie auch egal. Aber lieber Litauen kommt ins Finale als Estland.

  21. @usain1
    Doch, mir gefällt das auch – total sogar! Ich finde das ungemein schade, dass dieses schöne Lied auf allen Rankings in den Bottom Ten herumdümpelt – ich würde das so gerne im Finale sehen … we got a love that can’t be caged – wie schön 🙂

  22. Och, mittlerweile mag ich es auch ganz gerne. Eigentlich ein ganz netter Song, stört nicht, bleibt allerdings auch nicht wirklich hängen. Dafür sehe ich es aber ziemlich sicher drin, ich weiß nicht. Das könnte beim Televoting echt abräumen…

    Semi 8/18
    Qualifikation 6/18 (70%)
    Gesamt 18/41

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