ESC-Songcheck kompakt (8) – Weißrussland: „Like It“ von Zena

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Die Weißrussin Zena ist erst 16 Jahre alt, hat in ihrer Heimat aber schon diverse Musikpreise gewonnen. Außerdem hat sie zweimal versucht, für ihr Land zum Junior Eurovision Song Contest zu fahren, was erfolglos blieb. Dafür durfte sie den JESC 2018 in Minsk co-moderieren. Nun darf sie also auch musikalisch ran und 2019 Weißrussland beim Eurovision Song Contest der Erwachsenen vertreten.

Zenas Weg nach Tel Aviv führte über die weißrussische Vorentscheidung „Eurofest 2019“, bei der sich Zena zunächst wie neun weitere Künstler in den Auditions gegen teilweise prominente Mitbewerber wie Daz Sampson (Großbritannien 2006) und Mihai Traistariu (Rumänien 2006, zog sich allerdings wegen Krankheit von den Auditions zurück) durchsetzen musste. In einem Finale mit höchst mysteriösem Voting, bei dem alle Jurymitglied allen Kandidaten zwischen 7 und 10 Punkten gaben, obwohl sie 1 bis 10 Punkte vergeben durften, siegte Zena mit einem Vier-Punkte-Vorsprung und darf nun nach Israel fahren.

Der Song 

Zenas Song für Tel Aviv heißt „Like It“ und wurde von Yulia Kireeva (bzw. je nach Schreibweise Yuliya Kireyeva) und Victor Drobysh (Wiktor Drobytsch oder Viktor Drobisch) geschrieben. Letzterer hat uns beim ESC auch schon mit „Party For Everybody“ (Russland 2012) und „Help You Fly“ (Weißrussland 2016) beglückt.

Textlich besteht „Like It“ aus der Aneinanderreihung inhaltsfreier Phrasen, in der Zena mal das Karma, mal eine (männliche?) Person besingt und die Zuschauer auffordert, ihre Bewegungen nachzumachen. Um es mit dem Song selbst zu sagen: „Ok, I don’t like these empty words“. „Like It“ ist ein Uptempo-Pop-Song, mit leicht karibischem Einschlag in den Strophen, wie es aktuell häufig zu hören ist (Hallo Lena; hallo Margaret).

Der Check

Song: 2/5 Punkte
Stimme: 2/5 Punkte
Instant-Appeal: 2/5 Punkte
Optik: 2/5 Punkte

Benny: Ich finde den Song billig und den Text grausam. Natürlich ist auch so ein Liedchen mal okay, aber über die mangelnde Substanz müsste dann die Interpretin hinwegtäuschen, die aber leider auch keine Ausnahmeerscheinung ist. Das dürfte im Semi hängen bleiben. 3 Punkte

Douze Points: Auf Weißrussland ist Verlass: abgehoben kulturellen Anspruch haben deren Beiträge eigentlich nie. Und das ist mir ganz recht. Leider punkten sie in Sachen Professionalität auch nie wirklich. Das letzte Quäntchen, um international mithalten zu können, fehlt auch bei Zena. Dennoch: guter Versuch. 7 Punkte

Peter: Abgesehen vom schlechten Englisch von Zena ist nicht heraushörbar, warum dieser Song ausgerechnet aus Belarus kommt. Der könnte fast von überall her sein – von Belgien bis Rumänien. Der Groove ist ganz ok und die Dancefloor-Tauglichkeit ist auch ein Plus, aber sonst? Wohlwollend 6 Punkte

Gesamtpunktzahl: 16/36 Punkte

Beim ESC-kompakt-Index kommt „Like It“ auf Platz 36 von 41.

Wie schneidet der weißrussische Beitrag "Like It" von Zena?

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Bisher erschienene Songchecks:

(1) Finnland: „Look Away“ von Darude feat. Sebastian Rejman
(2) Montenegro: „Heaven“ von D Mol
(3) Polen:„Pali Się (Fire Of Love)“ von Tulia
(4) Serbien: „Kruna“ von Nevena Božović
(5) Slowenien: „Sebi“ von Zala Kralj & Gašper Šantl
(6) Tschechien: „Friend Of A Friend“ von Lake Malawi
(7) Ungarn: „Az én apám“ von Joci Pápai



39 Kommentare

  1. Die eine Hälfte des Songs ist noch halbwegs erträgich, aber dann wird es nervig. Für mich die falsche Entscheidung Weißrußlands. Mit der landessprachlichen Ballade wäre das Land besser gefahren und womöglich wäre das Finale drin gewesen.

  2. Kein Platz in meiner Komplett-Top 10. Finalwahrscheinlichkeit 50 %
    Für weißrussische Verhältnisse doch eine ganz ordentliche Nummer (zum Vergleich: käme beim Mello nur mit Müh und Not in die AC). Die Sängerin ist optisch schon bereit für die große ESC-Bühne. Allerdings war die Darbietung doch wenig besonders. Da muss mehr kommen. Insgesamt für mich ein Borderline Kandidat…also entweder knapp drin oder knapp draußen.

  3. Mein Platz 35: Weißrussland
    „Solider Uptempo-Song, der mir etwas zu technisiert rüberkommt.
    4.5/10“
    Im Nachhinein finde ich meine Bewertung selbst etwas arg niedrig, aber das liegt an der Staffelung: 8 bis 10 bekommt nur meine Top 10, 7 bis 7.5 heißt gut (meine Plätze 11 bis 18) und deshalb muss 19 bis 41 halt irgendwie auf 3 bis 6.5 gestaffelt werden. 0-2 gebe ich grundsätzlich nicht, denn ich respektiere jeden effort für einen Song…
    Und immerhin mal was Modernes, Jugendliches, Frisches aus Belarus 😀

  4. Kinder-Pop! Das hat bei uns kein Zielpublikum. Kind ist mit 17 auch zu alt für dies, kann also mit den Kindersachen preisgünstig abgeholt werden….

  5. Mein Platz 35!! 4,/10
    Ein Song der sich in keinster Weise von anderen uptempo Songs abhebt, Text ist unterirdisch schlecht. Nur die Performance schafft es, dass ich noch 4 Punkte gebe!

  6. Mochte ich von anfang an nicht … nun aber doch, weil es einfach eine (bei mir) wundervoll funktionale Bridge hat. Ein Song der nicht viel Wert haben mag, darum aber keinerlei Hehl macht. Und auch wenn es vermutlich nicht viel retten wird, wäre es schön, wenn man in BLR aus dem letztjährigen Fiasko gelernt hat und die Schose heuer angenehm unprätentiös auf die Bühne bringt – vorzugsweise à la France Gall ’65.

  7. Mein größter Anwärter auf den letzten Platz im Semi. Ich mag das Lied ganz gerne, aber es ist einfach verdammt billig und wird weder den Zuschauern noch den Juries gefallen.

    Meine Top 8 bisher:

    8. Finnland (0/10)
    7. Slowenien (2/10)
    6. Montenegro (2/10)
    5. Serbien (4/10)
    4. Polen (4/10)
    3. Weißrussland (6/10)
    2. Tschechien (7/10)
    1. Ungarn (9/10)

  8. No, I don´t like it – ganz billiger Girlietrash made in Belarus. Kann ich gut darauf verzichten.

    Scheitert wohl im Semifinale.

    1 von 10 Punkten

    Slowenien 9/10
    Ungarn 8/10
    Serbien 6/10
    Polen 3/10
    Finnland 2/10
    Tschechien 2/10
    Weißrussland 1/10
    Montenegro 0/10

  9. Ein recht einfallsloser Song mit einen schwachen Refrain. Ich wollte zuerst schreiben: „Ein dreiminütiges Nichts“, muss aber gestehen, dass ich inzwischen mit der zum letzten Refrain hinführenden Passage (von 2:08 bis 2:28) einen ganz netten Abschnitt entdeckt habe.

  10. 01. Ungarn 10/10
    02. Slowenien 9/10
    03. Tschechien 8,5/10
    04. Finnland 6/10
    05. Serbien 4,5/10
    06. Polen 4/10
    07. Montenegro 1/10
    08. Weißrussland 0,5/10

  11. Kommt mindestens 10 Jahre zu spät, um beim ESC noch großartig etwas zu reißen. Bei mir reicht es auch nur für Platz 26. Oder immerhin. Lasst sich so nebenbei ganz gut hören und stört auch nicht.

  12. Jetzt fällt mir nach den ganzen Analysen auf, wie tatsächlich schwach der erste Semi ist. Besonders die erste Hälfte des Semis. Ich hoffe, es geht noch up up up up u-up.

    Zum Song:
    Der Song ist schwach und unoroginell. Da hilft der „I am sixteen and I’m cute“-Bonus auch nicht mehr. Wo ist Alekseev?

  13. Sie ist jung, hat ’ne Startnummer und darf einmal durch den Ring laufen – also quasi ein Nummerngirl! Ich find’s aber nicht schlimm. Man wollte wohl vornehmlich ein junges, frisches Gesicht haben. Und ist doch nett von Belarus, dem großen Bruder den potenziellen Sieg nicht mit einem Konkurrenzbeitrag versauen zu wollen.

  14. Sie wird es mit Hilfe der Handy-Kiddies knapp ins Finale schaffen. Das war es dann aber auch, denn für die Finalshow ist der Beitrag dann doch einfach zu beliebig.

  15. Ich staune ja wie schlecht der Song hier wegkommt. Nicht dass der mir gefallen würde, außer der Naviband mochte ich eigentlich noch keinen einzigen weißrussischen Beitrag (außer dem Debütsong in der Demoversion, aber dann wurde der ja auch nur kontinuierlich verschlimmbessert). Songs, die „Like it“ heißen, find ich außerdem grundsätzlich mal blöd. Grade deswegen hatte ich ja befürchtet bzw. fürchte immer noch, dass diese Nummer dann doch recht gut abschneiden wird und auf jeden Fall ins Finale kommt – nur um mich zu ärgern!

  16. Da wird hier aber ein strenges Urteil gefällt. Klar das Lied ist schon ein wenig cheap. Dem Auftritt mangelt es an Professionalität und das Stimmchen ist dünn. Mir macht das aber trotzdem Spaß und vom Song her, hätte das auch im schwedischen Vorentscheid dabei sein können. Mit etwas Glück, viel Übung, gutem Auftritt und sicherem Gesang kann durchaus ein unbedeutender Finalplatz herauskommen.

  17. Für mich ist „Like It“ so eine Art guilty pleasure geworden. Klar ist das kompositorisch oder sonstwie keine Glanzleistung und wird wohl auch viel Glück brauchen, um ins Finale einzuziehen, aber mir macht der Song durchaus Spaß beim Hören – da gibt’s dieses Jahr viel drögere Nummern, die ich deutlich weniger gern höre. Und dabei ist das noch nicht mal mein Genre … 😀

  18. Es ist eigentlich genau das, was ich aus Belarus erwarte: Trash in Reinform. Und genau das ist es, was ich möchte! 😀 Ich finde es großartig! (Fairerweise sollte man dazusagen, dass mein absoluter Lieblingsbeitrag aus Belarus wohl noch für eine lange Zeit „Mum“ auf 2006 ist – das ist so furchtbar, dass ich es liebe!)
    Kann meinetwegen ins Finale; dieses Jahr zählt das wirklich zu den frischeren Beiträgen. Love it!

    Semi 3/17
    Qualifikation 16/17 (30%) (leider!!)
    Gesamt 8/41

  19. Immerhin das erste Lied beim ESC, in dem ein Hashtag vorkommt, es wird wieder Zeitgeschichte geschrieben. Natürlich hätte ich es bevorzugt, wenn dieses Jahr Ungarn diese novelty geliefert hätte.

    Auch wenn’s kein großer Wurf ist: Ich mag es in seiner frischen Unaufdringlichkeit irgendwie, schon weil es nicht so eine monströse Konstruiertheit hat wie die Schweiz oder dieses Air von gestohlenem umlackierten Luxusauto wie zypern

    4/8

  20. Es wundert mich doch immer wieder, wie billig die weißrussischen Beiträge im Gegensatz zu z.B. Russland und zur Ukraine fast jedes Jahr daherkommen. Am Geld allein kann’s doch nicht liegen. Selbst Moldawien hatte doch schon das eine oder andere Mal ganz gute Songs…ich versteh’s nicht…

  21. Komposition: langweilig – Sängerin: besser in der Landessprache singen als auf englisch – Text: welcher Text? – Auftritt: Standard. Erinnert eher an dem Vorprogramm eines großes Bands.

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