Festival in Benidorm mit zwei Halbfinalen und einem Finale wird spanische Vorentscheidung

Wie bereits erwartet, wird der spanische Badeort Benidorm Gastgeber eines großen musikalischen Events, bei dem Spaniens Vertreter für die Eurovision 2022 gewählt wird. RTVE, die Generalitat Valenciana und das Rathaus von Benidorm haben sich darauf geeinigt, die spanische Vorauswahl in der Stadt in der Nähe von Alicante abzuhalten und sie zu einem jährlichen Treffpunkt zur Förderung der spanischen Musik zu machen.

Bei einer Pressekonferenz am Strand wurde angekündigt, dass es ein großes musikalisches Ereignis sein soll, das Anfang 2022 stattfinden wird und aus drei Galas (zwei Halbfinale und ein Finale) besteht, die RTVE live auf La 1 und RTVE Play übertragen wird. Amalia Martínez de Velasco, die Direktorin für Inhalte bei RTVE, hat versichert, dass geplant ist, „dass es ein Festival mit etablierten Künstlern und vielversprechenden jungen Künstlern wird“. Außerdem wurde angekündigt, dass es eine gemischte Abstimmung aus Jury und Publikum geben soll, und dass internationale Experten nicht ausgeschlossen sind“.

Das entsprechende Protokoll über die Zusammenarbeit zwischen den drei Institutionen wurde am Donnerstag, den 22. Juli, in Benidorm unterzeichnet und vorgestellt. Dabei hob der Präsident von RTVE, José Manuel Pérez Tornero, das Engagement von RTVE für die Eurovision hervor und wies darauf hin, „dass Benidorm eine großartige Startrampe für eine Botschaft sei: Spanische Musik in Richtung Europa durch die Eurovision“. „Wir wollen, dass es ein echter und alle einschließender Wettbewerb wird, offen für alle Arten von Musik. Vor allem junge Musik“, verkündete er. Tornero weiß, dass die Eurovision ein großes Schaufenster ist, weshalb diese Vereinbarung für ihn eine „Startrampe für den Sieg in Italien“ ist. Es werden Anstrengungen unternommen, um die beste Kandidatur zu ermöglichen“.

Außerdem erklärte Amalia Martínez de Velasco gegenüber den Medien, dass man die Veranstaltung „sehr ernst“ nehmen werde und kündigte die Bildung einer „RTVE-Arbeitsgruppe mit Fachleuten an, die das Festival kennen“. Das Ziel ist es, ein großes „Fernsehspektakel“ zu schaffen; dabei wolle man sich bei der künstlerischen Leitung auf externe Meinungen verlassen.

Die Vereinbarung wurde vom Präsidenten von RTVE, José Manuel Pérez Tornero, dem Präsidenten der Generalitat Valenciana, Ximo Puig, und dem Bürgermeister von Benidorm, Toni Pérez, unterzeichnet. Bei der Präsentation war auch Ruth Lorenzo (Foto unten mit Fransenhut) anwesend, Spaniens Vertreterin bei der Eurovision 2014 mit „Dancing in the rain“. Der Name des Wettbewerbs wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben.

Die Vereinbarung ist mit dem Ziel der Dauerhaftigkeit entstanden und strebt die Erneuerung und Modernisierung eines Festivals an, das 1959 in Anlehnung an das erfolgreiche und legendäre italienische Sanremo geboren wurde. Die Wiedergeburt dieser Veranstaltung geschieht mit der Absicht, ihr einen neuen Anstrich mit einer Zukunftsperspektive zu geben und eine bekannte Marke zu nutzen, die RTVE entsprechend der aktuellen Musikszene weiterentwickeln möchte.

„Wir wollen, dass Benidorm ein Treffpunkt ist für das, was wir jetzt am meisten brauchen: Musik, Europa und Vielfalt. Mit dem Benidorm Festival wollen wir eine emotionale und touristische Reaktivierung der valencianischen Gemeinschaft erreichen“, erklärte der valencianische Präsident.

Also kleinen Service hat das spanische Fernsehen rtve einen Zusammenschnitt aller spanischen ESC-Beiträge erstellt (Video unten).


33 Kommentare

    • Der NDR macht sich schon Gedanken. Nur ich finde die sollten die Verantwortung mal an einen anderen Sender abgeben, der auch junge Menschen anzieht z.B. RTL. Der NDR ist halt in der Zeit stehen geblieben und zieht eher das ältere Publikum an. Vielleicht braucht Deutschland auch einfach mal Abstand zum ESC.

      • Hi…
        RTL ist ein privater, kommerzieller Fernsehsender und damit nicht Mitglied der EBU.
        Nur öffentlich-rechtliche Radio- und Fernsehsender wie die ARD-Sender und das ZDF dürfen Mitglied bei der EBU sein und sind damit teilnahmeberechtigt beim ESC.

        Aber der NDR darf in Kooperation mit einem Privatsender wie in den Jahren 2010-12 ProSieben eingehen

      • Hm… dass Deutschland einfach mal pausieren sollte, um sich in Ruhe ein Konzept zu überlegen, habe ich mir auch schon gedacht. Andererseits: Es würde schon ein wenig nach „beleidigter Leberwurst“ wirken. Die Platzierung wäre mir gar nicht mal so wichtig, wenn man merkt, dass man sich Mühe gibt und vor allem auch die Zuschauer (und auch die Radiosender mitnimmt.
        Um wieder auf Spanien zu kommen: Ich finde klasse, dass sie dieses Festival beleben wollen, man weiss ja auch nicht, was letztendlich dabei herauskommt. Aber sie machen sich Gedanken, also ich bin gespannt und freue mich.😊

      • +RTL ist ein privater, kommerzieller Fernsehsender und damit nicht Mitglied der EBU.+

        Witzigerweise ist der RTL Vollmitglied bei der EBU, da er einer von zwei offiziellen Sender in Luxemburg ist. Die wenigsten wissen heute noch was RTL heißt und woher der Sender ursprünglich kommt.
        Aber natürlich kann er nicht Deutschland vertreten, aber er könnte locker mal für Luxemburg starten.

    • Dachte der NDR hat bereits ESC Panel Mitglieder ausgesucht? Läuft die Vorauswahl nicht immer im Sommer ab? Zumindest wurde nach Mitgliedern vor dem ESC gesucht. Man musste das ESC Ergebnis am besten vorhersagen.

      • Scheint noch garnichts klar zu sein weder ob es die ESC Jury wieder geben wird noch die Nachfolge von Schreiber.

  1. Ich freue mich schon auf das Festival und es ist auch eine Bereicherung für das Lesergame SCC, das nächstes Jahr auch wieder stattfindet und vielleicht finde ich da auch meinen passenden Patensong!

  2. Hack doch nicht so auf dem gebeutelten NDR rum.
    Dort macht man sich bestimmt noch viel, viel mehr und noch intensiver Gedanken als die so schnell vorpreschenden Leute von RTVE 😉 Denn wie heißt es doch doch so schön: Gut NDR Ding will Weile haben. Oder so ähnlich.
    Ironie Modus OFF

    Ich freue mich schon auf das Benidorm Festival. Was auch immer dort präsentiert wird, wird hoffentlich vielseitig und vielfältig.

  3. „…internationale Experten nicht ausgeschlossen“.
    William von Wiwibloggs wird sich heute wohl schon hysterisch vorfreuen… es sei ihm gegönnt…

  4. Find ich super. Ein richtiges festival wie sich das gehört. Was mich ein bisschen stört ist die aussage “ vor allem junge musik“….was ist das? Rock? Rap? Sex sells?

    • Hoffentlich die Versicherung, dass etwas gewinnt, was die aktuelle Musikszene widerspiegelt und damit im besten Falle nicht gänzlich weltfremd, sondern mobilisierungsfähig ist, damit keine Nummer wie… naja… „Sister“ ausgewählt wird und man sich das Festival hätte sparen können… 😀 (ja, @Thomas, gern geschehen <3 )

  5. Wow, das freut mich sehr für die Spanier.😊
    Man weiss ja noch nicht, was dabei herauskommt, ob wirklich ein konkurrenzfähiger Song gewählt wird. Aber es ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.
    So etwas würde ich mir auch mal vom NDR wünschen, aber ich glaube leider nicht dran, habe gehört, dass sie gerade im Unterhaltungssektor viel einsparen wollen. Von daher habe ich sehr wenig Hoffnung, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändert.
    Bleibt natürlich die Frage, warum sie denn die Verantwortung für den ESC nicht abgeben, aber dafür scheinen sie doch zu stolz zu sein. Lieber verheizt man weiterhin junge Talente und fährt auch weiterhin letzte und vorletzte Plätze ein. Es ist ein Trauerspiel.😕
    Aber mal ehrlich: Ein anderer Sender scheint sich auch nicht gerade darum zu reißen. Sie haben das Potenzial dieser großartigen Show wohl immer noch nicht erkannt (wenn man sich ein bißchen Mühe gibt, und wirklich Bock drauf hat.😉)

  6. Freut mich für Spanien, dass sie da jetzt so ein Event als Vorentscheidung haben, nachdem ihr bisheriges Vorentscheidskonzept in den letzten Jahren dann beim ESC selbst nicht gefruchtet ist.
    Und im Gegensatz zu den meisten, welche bisher hier in den Kommentaren geschrieben haben, glaube ich schon, dass man sich beim NDR bereits jetzt Gedanken bezüglich des Vorentscheidskonzepts von 2022 macht. Man muss allerdings nicht alles gleich als Pressemitteilung heraus geben so lange nichts stich- und nadelfest ist. Kann sein, dass die gerade verschieden Szenarien durchgehen.
    Ich würde ja folgendes favorisieren:
    Der NDR wählt intern eine Künstlerin bzw. einen Künstler aus, welche sich bewerben konnten. Ein Profi wie z.B. Mark Forster oder Max Giesinger soll dann mit seinem Team einen passenden Song beisteuern, allerdings unter Mitwirkung von dem ausgewählten Künstler bzw. der ausgewählten Künstlerin, so dass der Song letztendlich dann auch zu dem deutschen Vertereter beim ESC passt und dieser keinen Song „aufgedrückt“ bekommt.

  7. Das klingt doch nach einem spannenden Plan. Jetzt drücken wir mal die Daumen das es auch spannende, einfallsreiche und kantige Beiträge gibt die Spanien mal wieder weiter nach vorne bringen.

  8. Wenigstens haben sie darüber nachgedacht und schritten geplant, ein besseres Platz zu bekommen. Für Deutschland wünsche ich mir nicht etwas ähnliches, für den NDR wäre es vielleicht besser zu denken, wie sie sich wieder bei den jüngeren Zuschauern/Publikum engagieren können.

  9. Ich freue mich auf das Festival. Hoffentlich hat Spanien Erfolg damit.
    Ich glaube nächstes Jahr werden es viele Vorentscheidungen geben. Vllt können wir beim SCC dann 300 – 400 Songs erwarten

    Vom NDR erwarte ich gar nichts mehr dann kann ich nur überrascht aber nicht mehr enttäuscht werden

  10. Für alle die das neue Vorentscheidkonzept von RTVE jetzt so loben und vom NDR mal wieder nichts erwarten mal die Frage: Würdet ihr euch über sein Konzept auch in Deutschland freuen?
    Es wurde von RTVE laut Eurovoix bereits bekannt gegeben, dass die Wettbewerbsbeiträge im November veröffentlicht werden sollen. Dies liest sich jetzt für mich so, als wie wenn RTVE nicht den Weg der offenen Bewerbung gehen wird, sondern dass dies alles intern abläuft. Somit wäre -zumindest was die „Bewerbung“ angeht- dies ein wenig ähnlich wie das deutsche Konzept in den letzten Jahren, wo sich ja auch nur bestimmte angefragte oder aufgefallene (Stichwort: Jendrik) Leute bewerben durften.
    https://eurovoix.com/2021/07/22/spain-benidorm-national-selection/

    • Na ja, aber immerhin ist es ein öffentliches Festival. Das erregt schonmal zumindest Aufmerksamkeit. Also ich würde mich freuen…

  11. Mal sehen ob dieses Konzept für Spanien mehr Erfolg generiert. Wenigstens tut der spanische Sender war und es gibt ein öffentlicher Vorentscheid oder Festival. Vom NDR kommt ja gar nix. Die sind halt jetzt alle im unverdienten Sommerurlaub.

  12. Ich bin gespannt wie es wird. Ich frage mich gerade, ob sie es schon vorher gesplannt hatten, also vor dem „Desaster“ oder ob sie es erst nach Italiens Sieg geplant haben. Und wenn Ja. Versuchen dann viele Länder große Festivals wie das Sanremo heraus zu kramen. So wie 2007 viele Rocksongs gab, nachdem im Vorjahr eine Rockband gewonnen hat?

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