#FreeESC: „Erfunden vom ESC-Retter Stefan Raab“ – So wirbt ProSieben für seine Show

Wer hat’s erfunden? Die Schweizer waren’s. Und wer hat den ESC gerettet? Wenn es nach ProSieben geht, dann Stefan Raab. Denn mit genau diesem Claim wirbt der Münchner Privatsender für seine ESC-Ersatzshow am Samstag, den 16. Mai in Trailern, die seit ein paar Tagen zu sehen sind.

 

Aus dem Clip geht auch hervor, dass es also bei den 15 Ländern bleibt, die bereits angekündigt worden waren:

  • Bulgarien
  • Dänemark
  • Deutschland
  • Großbritannien
  • Kasachstan
  • Kroatien
  • Irland
  • Israel
  • Italien
  • Niederlande
  • Österreich
  • Polen
  • Schweiz
  • Spanien
  • Türkei

In einem anderen Video erläutert Steven Gätjen, neben Conchita (Wurst) Moderator der Show, was genau die Zuschauer am Samstag erwartet.

Hier seine Erläuterung zum Mitlesen:

„Da es in diesem Jahr keinen europäischen Musikwettbewerb geben wird, hat Stefan Raab den FREE EUROPEAN SONG CONTEST ins Leben gerufen. Am 16. Mai werden Musiker in einem Studio in Köln live auftreten. Und die Teilnehmerliste ist zwar noch geheim, aber so viel kann ich euch schon mal verraten: Es handelt sich dabei um bekannt und berühmt Persönlichkeiten, die für ihr Herkunftsland singen werden. Für die Punktevergabe schaltet ProSieben live quer durch Europa zu lokalen FreeESC-Sympathisanten, die den kompletten Contest natürlich verfolgt haben und ihre Punkte nach dem ESC-Prinzip verteilen. Gewonnen hat das Teilnehmerland, das die meisten Punkte bekommen hat. Übrigens darf man nicht für sein eigenes Land abstimmen. Also markiert euch jetzt schon den 16. Mai in eurem Kalender und seid beim ersten FREE EUROPEAN SONG CONTEST dabei!“

Soweit, so wenig Neues. Die Visualisierung ist sympathisch-international und erinnert mit den Mündern ein bisschen an das Logo des ESC 2000 in Stockholm. 2000 in Stockholm? Da war doch was! Richtig, Stefan Raab stand da selbst als Künstler auf der Bühne.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich Raab im Rahmen der Sendungspromotion als „Retter des ESC“ feiern lässt. Diese Aussage lässt sich (mindestens) auf zwei Arten interpretieren:

  • Mit dem FreeESC rettet Raab das ESC-Gefühl 2020 durch eine internationale Musiksendung mit Voting in ESC-12-Punkte-Logik
  • Mit seinem Engagement als Alf Igel riss Raab den ESC in Deutschland mithilfe von Guildo Horn aus dem Dornröschenschlaf und bescherte ihm Traumeinschaltquoten.

Zu welcher Interpretation neigt Ihr? Und haben wir womöglich eine Interpretation vergessen?

Übertragen wird die Sendung am 16. Mai live ab 20:15 Uhr auf ProSieben sowie dem Online-Streamingdienst Joyn. Alle Informationen dazu findet Ihr hier und hier. Am selben Tag strahlt das Erste ab 20:15 Uhr „Eurovision Song Contest 2020 – das deutsche Finale live aus der Elbphilharmonie“ und ab 22 Uhr die offizielle, von der European Broadcasting Union veranstaltete Ersatzshow für den ESC unter dem Titel „Eurovision: Europe Shine A Light“ aus.


78 Kommentare

  1. Puh, also sympathischer macht sie diese Werbung jedenfalls nicht. Ich bin mir auch nicht sicher, ob Stefan Raab 100% glücklich mit diesem Ansatz ist. Und ja, er hat in Deutschland sicher viel für den ESC geleistet (ich würde als dritte Interpretation noch seine Verantwortung für Lenas Sieg 2010 dazu nehmen), aber ihn gleich als „Retter“ der ganzen Veranstaltung zu titulieren… das halte ich für ziemlich übertrieben. Aber solange wir die Kandidaten nicht kennen, will ich die Veranstaltung als Ganzes noch nicht bewerten.

  2. Da man also wohl tatsächlich im Vorfeld keine Kandidaten verrät, erwarte ich leider gar nichts. 😕
    Ich finde, dass diese ganze Sendung eigentlich nur das übersteigerte Ego von Raab zeigt, der selbst in so einer Situation noch eine unnötige Konkurrenzsituation schafft, die Menschen spaltet anstatt versöhnt. Ich werde mir die Chose dann Sonntagmittag anschauen – ohne Werbung und mit keinen Erwartungen. Warum man das Ding nicht einfach am Freitag gemacht hat, ist mir echt ein Rätsel… Ebenso verstehe ich nicht, warum Conchita da mitmacht. Außer eine sehr gute Gage fällt mir leider kein Grund ein.

    • Raab wollte trotz Corona einen ESC schaffen (ihn meinetwegen auch dadurch „retten“): Erst mit Herrn Schreiber und der EBU, dann halt selbst am naheliegendsten aller Termine: dem Termin des ersatzlos abgesagten ESC. Die Raab-ProSieben-Planung stand vor der Ersatz-Planung von EBU und ARD, die nachgeschoben wurde. Eine böswillige Konkurrenz kann ich da nicht erkennen und auch nicht, warum ProSieben auf einmal umplanen sollte, weil dann ARD und EBU doch noch aus’m Quark kommen.

      Dass man die Kandidaten bisher noch nicht verraten hat, scheint auch ein gewisses Spielchen a la Masked Singer zu sein, das man noch ein bisschen kultivieren möchte (siehe https://www.prosieben.de/tv/free-european-song-contest/app ). Beim ESC weiß man als normaler Zuschauer ja auch nicht, wer antritt (warum auch?) und schaltet ein.

      Conchita ist spätestens seit diesem Drag-Queen-Format ein ProSieben-Gesicht, und ja, die Kasse wird sicherlich auch stimmen.

  3. Trotz der Katastrofe von diesem Samstag, werde ich mir lieber die ARD ansehen, als die Werbeclipparade bei Pro Sieben. Hochwertige Musikkünstler gibts bei diesem Fake-ESC sowieso nicht.

    • Und beim ESC schon?

      Musikwettbewerbe sind Musikwettbewerbe… Musikperlen kann man theoretisch erstmal überall finden

  4. Ich habe mein programm am 16.mai gemacht. Erst den deutschen esc, dann europe shine a light anschliessend den lena-esc uns irgendwann am sonntag den free esc

  5. Ich fürchte, da hat sich Stefan Raab etwas verkalkuliert. Damit dass die ARD noch ein ESC-ähnliches Ersatzprogramm bietet, hat er wohl nicht gerechnet. Andererseits ist seine Show wohl ohnedies nicht für die Hardcore-ESC-Fans gedacht, wird schon sein Publikum finden. Dass keine Namen bekannt gegeben werden, lässt aber eher auf ein nicht allzu prominentes Teilnehmerfeld schließen. Ich bin gespannt, wer für die DACH Länder dabei sein wird. Ich schätze, es könnten ehemalige ESC-Teilnehmer sein. Etwa Luca Hänni oder Max Mutzke, für Österreich tippe ich auf Cesar Sampson.

  6. Das ärgert mich auch am meisten, dass Pro 7 diese Show als Konkurrenz zum ESC sendet. Schließlich war immer klar, es wird eine EBU Show geben. Statt zu einen wird gespaltet.

    • Die Raab-ProSieben-Planung war doch eher. Der ESC wurde zunächst ersatzlos (! auch noch durch „Europe Shine A Light“ oder Ähnliches ersetzt) abgesagt.

  7. „Retter des ESC“, was für eine unglaubliche Anmaßung! Ich wüsste nicht, wovor Raab den ESC gerettet haben sollte, dem wäre es auch ohne ihn recht gut gegangen. Ok, vielleicht wären die Einschaltquoten in bestimmten Jahren in Deutschland ein bisschen weniger hoch gewesen, so what? Auf jeden Fall trägt Raabs aktuelle Sendung nun dazu bei, potenziell ESC-Interessierte von außerhalb der Bubble von der EBU-Sendung abzuziehen, womit die 41 verhinderten Teilnehmer ein kleineres Publikum haben werden.

    • Er hat zumindest es geschafft das Ansehen des ESC in Deutschland zu retten. 1998 mit Gildo und dann 2010 mit Lena. Ohne sein Konzept mit Unser Star für Oslo wäre Lena nie gefunden worden, als auch kein Sieg. Er hat viel für das Ansehen des ESC in Deutschland getan. So wie der Siegel zu seinen besten Zeiten. Leider hat Siegel im Gegensatz zu Raab, den Absprung verpasst. Diesen sogenannten Free-ESC sehe ich allerdings auch sehr, sehr kritisch. Der ist absolut verzichtbar.

  8. Nee, der Abend gehört der ARD. Aus Neugier werde ich mir den FreeESC mal aufnehmen, kann man wenigstens die Werbung überspringen😉.
    Den Steven Gätjen mag ich eh nicht besonders leiden.

  9. Ich finds ja grad geil, dass P7 die Teilnehmer vorher nicht verrät. Das erinnert mich daran, dass es früher beim „richtigen“ ESC eben auch so war, dass man nicht wusste, was einem am großen Abend erwartet. Man sah und hörte alles zum ersten Mal. Und das war super. Es hatte etwas Magisches, also etwas, was dem ESC etwas abhanden gekommen ist. Aber nein, ich will damit nicht sagen, dass früher alles besser war. Aber es ist auch heute nicht alles automatisch besser. 🙂
    Für den FreeESC hätte ich mir 18-20 Teilnehmer erhofft, aber wahrscheinlich war in der Kürze der Zeit mehr nicht möglich.

    Und, ja, ich finde „Retter des ESC“ recht passend. Sorry, aber 1997 lag der ESC am Boden in Deutschland. Da kam Guildo Horn gerade recht. Der hat dem ESC hierzulande einfach Aufmerksamkeit (und Quote) gebracht. Und das hat auch dem gesamten ESC ganz gut getan, dass man dann eben 1998 den Wettbewerb einmal durchgepustet hat, was ja auch noch an Dana International lag.
    Aber rein national betracht war Raab definitiv das Beste, was dem ESC passieren konnte.

    • Aber mit Retter des ESC meint er doch nicht sich selbst im Allgmeinen, sondern ist nur auf den Ausfall dieses Jahr bezogen.

    • obwohl, Stefan Raab ist es wohl doch zuzutrauen, dass er sich ganz allgmein als Retter des ESC sieht. Ich sehe zuerst immer das Gute im Menschen. 😉

      • @Andi: Das Nichtverraten der Teilnehmer ist nun in der Tat auch mal was Positives an diesem seltsamen Wettbewerb. Beim ESC ist’s ja leider so, dass (nicht nur) durch die Buchmacher das Ergebnis im Großen und Ganzen grob erwartbar ist, was natürlich vereinzelte Überraschungen (wie im letzten Jahr Nordmazedonien) nicht ausschließt.

        Zum großartigen Retter: National gesehen war das Interesse 1997 wirklich nicht allzu hoch, allerdings war mir das persönlich sympathischer als manches, was sich so die nächsten Jahre ereignete (z.B. der ganze Trubel um Zlatko). Wäre Guildo Horn 1998 nicht angetreten, hätten Rosenstolz sich mit einem hochwertigen Beitrag für Birmingham qualifiziert, was dem ESC durchaus auch mehr Aufmerksamkeit gebracht hätte (wenn auch nicht so explosiv) und auch mehr Anerkennung. Im Übrigen wäre uns womöglich „Wadde hadde du de da“, für mich einer der schlimmsten ESC-Beiträge ever, erspart geblieben.

        International glaube ich nicht, dass Guildo Horns Start allzu große Auswirkungen hatte. Dana Internationals Sieg schon eher, dazu die ganzen Änderungen im Reglement zu dieser Zeit, nicht alle unbedingt zum Besseren, und das Hinzukommen vieler osteuropäischer Länder, denen wir sicher einige überinszenierte, aber auch viele der besten Beiträge der letzten 25 Jahre verdanken.

      • @Thomas M.:
        Rosenstolz wäre ohne Guildo Horn nie bei der VE angetreten. Das haben sie ja auch schon einige Male erzählt. Für sie waren Guildo und Nena als Moderatorin ausschlaggebend, weil sie so die Hoffnung hatten, dass der Wettbewerb erstens entstaubt und zweitens Aufmerksamkeit erhält.

        Und das mit Zlatko war mir natürlich auch zu viel. Da wurde, wie bei allen Erneuerungen, das Rad überdreht. Und dann setzte ja wieder eine Phase ein, wo zwar die Zlatkos dieser Welt dem ESC fernblieben, aber der Wettbewerb auch sehr beliebig wieder wurde und niemand drüber berichtet hat. Und dann kam Lena. Weil es jemanden wie Raab gab, der den Wettbewerb liebt. Das wirst du ihm ja sicher auch nicht absprechen.

      • @Andi: Das mit Rosenstolz wusste ich nicht, schade, dass sie das damals so sahen. Aber danke für die Information!

        Die Phaseneinteilung, die Du vornimmst, finde ich sehr interessant; nur dass ich mich in den Phasen, in denen es solch einen Hype in Deutschland gab, ESC-atmosphärisch überhaupt nicht wohl fühlte. Wahrscheinlich hängt das damit zusammen, dass meine ESC-Identität in den 80ern und 90ern geformt wurde, ich sozusagen mit dem Außenseiterstatus und dem Nischendasein „aufgewachsen“ bin und mich eigentlich ganz wohl darin gefühlt habe. Ich fand’s dann überhaupt nicht schön, als mich Leute, die zuvor über den Grand Prix gelacht hatten, auf einmal fragten: „Na, was glaubst Du, landen ‚wir‘ mit Guildo vorne?“ Diese Vereinnahmung durch bisherige Grand-Prix-Verächter hat bei mir keine Glücksgefühle ausgelöst.

        Ob Stefan Raab den ESC liebt, weiß ich nicht. Vielleicht insofern, als er ihm Erfolg brachte und eine Bühne zur Selbstdarstellung bot.

      • @Thomas – ich bin immer wieder verdutzt, wie sehr Du mir aus der Seele sprichst; mir gings 1998 sogar so, dass ich von dem masslos übersteigerten Hype um diesen Herrn Horn regelrecht angewidert war. Diese aufgesetzte plötzliche ESC-Begeisterung – dieses fanatische auf einen deutschen Sieg geschiele, das war damals geradezu erschreckend. Obwohl ich sie nicht besonders mag, bin ich Dana International heute noch dankbar, dass sie der damaligen deutschen Peinlichkeit komplett die Show gestohlen hatte. Der Spuk mit Horn war dann ja gottlob auch ganz schnell wieder vorbei – er wird zwar alle Jahre mal wieder gelüftet – aber musikalisch hat er schon nach dem ESC 1998 keine grosse Rolle mehr gespielt (von ein paar kleineren Konzerten mal abgesehen). Warum wohl? 😉

      • @Thomas M.:
        Naja, klar hat der ESC Raab auch eine große Bühne geboten, die er gerne genutzt hat. So wird es ja wohl allen Sängern, Moderatoren etc. gehen. Natürlich wollen die alle immer eine möglichst große Bühne.
        Aber nun ist Raab ja schon ein paar Jahre nicht mehr zu sehen gewesen und nur noch hinter den Kulissen aktiv. Und er hat ja trotzdem mit Thomas Schreiber zusammen ein Konzept für eine ESC-Ersatzshow entwickelt. Obwohl er nicht plante, als Moderator oder sonstwie in Erscheinung zu treten. Es kann also nicht nur die Befriedigung seines Egos gewesen sein. Ich glaube, man darf so freundlich sein, ihm zu unterstellen, dass er den ESC wirklich mag.
        Ich weiß schon, dass du ihn nicht magst, ich will dich auch nicht bekehren. Ich schätze diese sachlichen Diskussion mit dir überhaupt sehr. Das können hier ja nicht viele. 🙂

        Ich bin übrigens auch damit groß geworden, dass Deutschland beim mit Chris Kempers & Daniel Kovac dilettierte und Atlantis 2000 und wie die Knallchargen alle hießen. Als Musikfann will ich Vielfalt beim ESC, also dass auch aktuelle Popmusik vorkommt, viele unterschiedliche Genre. Und ich will, dass das möglichst viele Leute mitbekommen. Mit Guildo Horn haben es viele Leute mitbekommen und das war gut so. Sonst würden wir immer noch Leute wie Bianca Shomburg schicken (deren „Zeit“ ich übrigens hübsch fand) und keinen Hering vom Teller ziehen. Aber Guildo Horn generierte Aufmerksamkeit und die sorgte dafür, dass der ESC auch für angesagte und erfolgreiche Künstler attraktiv wurde. Ich glaube, dieses Erweckungserlebnis hat es gebraucht. Es war ja auch eh nur einen Phase, ich deutete das schon an. Man kann das ja auch an anderen Ländern sehen, wo es Phasen gibt, wo sie echt tolles Zeug schicken bzw. eine Entwicklung durchmachen, weil da grad eine Stimmung ist, dass man Bock auf den ESC hat. Und dann halt auch mal wieder nicht. Um es mal grob zu skizzieren.

        Und manchmal braucht es dann eben auch Leute wie Guildo Horn oder später dann, sozusagen alleinverantwortlich, Stefan Raab. Dieses tolle Erlebnis ESC 2011 im eigenen Land haben wir vor allem ihm zu verdanken. Da kann man zu ihm stehen wie man will.

        Bevor übrigens hier jemand ankommt und sagt, Guildo Horn sei erfolglos gewesen nach dem ESC (aber wer sollte das sein, so oberflächlich und dumm sind die Leute hier ja nicht), möchte ich kurz sagen: ich glaub, der ist ganz glücklich mit dem was er macht. Der engagiert sich sozial sehr, unterstützt seit Jahrzehnten mittlerweile eine Behinderteneinrichtung meiner Heimatstadt, kommt immer wieder dorthin und musiziert mit den Bewohnern dort. Es gibt Künstler, die eben irgendwann merken, dass sie nicht im großen Erfolg und zujubelnden Massen ihre Bestimmung sehen oder halt auch schlau genug sind zu merken, dass sie mit dem, was sie machen, eine Zeit lang ganz gut eine Nische bedienen konnten und dann wieder zurückkehren sozusagen. Vielleicht gehört Guildo Horn einfach dazu. Und das sollte man auch so respektieren und sicht nicht darüber lustig machen, dass er nur noch auf kleineren Bühnen spielt.

      • @Thomas, ich teile auch vollends die Meinung, dass der ESC auch ohne den Hype von 1998 als Format etabliert geblieben wäre. Der Guildo-Hype war ohnehin nur von sehr kurzer Dauer und ESC-mässig nicht so bedeutend, wie viele das immer wieder glauben machen wollen. Der Sieg von Dana International und die ab 1998 eingeführten Änderungen haben den ESC moderner gemacht (leider leider musste das Live-Orchester geopfert werden), es ist alles nen Zacken grösser geworden – auch die deutschen VE-Shows. Ich bin fest davon überzeugt, dass es dafür weder Horn noch Raab gebraucht hat – das wär auch ohne sie geschehen. 2004 würde ich sogar sagen, dass Raab der Akzeptanz des ESC hierzulande mit seinen Verschwörungsthesen sehr geschadet hat – und das alles nur, weil er nicht bekommen hat (was er auch nicht verdient hatte). Einzig 2010 muss man Herrn Raab tatsächlich Lob und Dank zollen – nach der sehr langen Durststrecke und den vielen Enttäuschungen, trotz mancher toller Beiträge (2003, 2006) wars schon enorm wichtig das Ruder herum zu reissen und alles dafür zu tun ein gutes Ergebnis einzufahren. Mit Lena hat er natürlich unfassbares Glück gehabt – ohne sie wär das auch mit dem Sieg 2010 nix geworden (man höre sich nur mal Satellite von Jennifer Braun an…das spricht Bände). Aber gut Glück gehört eben auch dazu und Raab hat diesem Glücksfall damals auf die Sprünge geholfen. Auch wenn es mir schwer fällt – aber für 2010 muss ich Stefan Raab zumindest das Prädikat „Retter der ESC-Akzeptanz in Deutschland“ zugestehen; ob er den ESC als solches gerettet hat lass ich mal dahingestellt sein – die EBU hätte es meiner Meinung nach niemals zulassen können, dass Deutschland, als wichtigster Musikmarkt in Europa, tasächlich aussteigt.

      • Wow, was man alles verpasst, wenn man sich früh schlafen legt! Vielen Dank für Eure spannenden Beiträge, Christian und Andi!

        Da es mir gerade ein bisschen pressiert, will ich nur auf ein paar vereinzelte Punkte eingehen:

        -Leider viel zu schnell vergessen wurde Leon, der ja auch schon ein Vorbote einer gewissen Modernisierung des ESC in Deutschland gewesen war

        -Der Sieg Dana Internationals war für mich in der Tat eines der schönsten Grand-Prix-Erlebnisse (auch wenn ich zugebe, dass ihr Live-Gesang nicht der allerallerbeste war)

        -Guildo Horn nehme ich es zumindest ab, dass ihm der Grand Prix persönlich wichtig war; dass er danach nicht auf großen Bühnen auftrat, finde ich nicht so schlimm, ausbleibender Charts- oder sonstiger Erfolg nach einem Grand-Prix-Jahr ist für mich kein negatives Kriterium, das ist ja ein Los, was sehr viele ESC-Künstler teilen

        -Trotzdem werde ich nie ein Fan seines Auftritts 1998 und seines damaligen Liedes werden (auch wenn ich rein vom Text her die Titelzeile nicht unsympathisch finde)

        – Ich habe in diesem Hype 1998 eine Häme gegenüber dem „alten, verstaubten“ Grand Prix herausgehört, auch gegenüber Ralph Siegel, die ich einfach nur widerlich fand (und die mich vielleicht erst so richtig zum Siegel-Fan gemacht hat, in den 80ern mochte ich seine Dominanz nämlich tatsächlich nicht)

        -In den Jahren nach 1998, als viele Promis meinten, sie könnten von der neuen ESC-Popularität profitieren, habe ich mir ehrlich gesagt die VEs der 80er mit unbekannten Gruppen/Interpreten wie Mister Fisto, Rouge, Momo, Silvia, Karo Pukke, Mara etc. und all ihren tollen Liedern zurückgewünscht. Auch das große Interesse der unsäglichen Bild-Zeitung in den Jahren nach 1998 war meiner Identifikation mit dem ESC nicht gerade förderlich (Pluspunkt für Stefan Raab: Er hat sich irgendwann mal mit der Bild-Zeitung angelegt, auch wenn ich nicht mehr weiß, warum)

        -Wie schön waren dann 2002 und 2003 für mich, als Ralph Siegel wieder gewann, und das 2003 noch mit Lou, die vorher ja nicht so bekannt gewesen war (die Reaktionen auf ihren VE-Sieg waren meist zum Kotzen, Dinge wie „zu alt“, „zu provinziell“ waren dann zu lesen, zum Glück schnitt sie besser ab als die meisten voraussagten)

        – Noch kurz zu Lena, in der Tat eine Künstlerin mit großer Ausstrahlung, die einen schönen Auftritt hatte. Trotzdem gab’s 2010 einige bessere Songs, denen ich, im Unterschied zu „Satellite“, die Daumen drückte. Stefan Raabs Reaktion, sofort Lenas „Titelverteidigung“ 2011 anzukündigen, fand ich äußerst anmaßend. Von Respekt bzw. Liebe zum ESC zeugte das nicht gerade.

        Dafür, dass ich nur schnell was einwerfen wollte, ist das hier mal wieder viel zu lange geworden 🙂

    • Früher war auch vorher bekannt, wer am ESC teilnimmt. Lediglich die Songs sollten international unter Verschluss bleiben.
      Keine Radioeinsätze, kein vorheriger Plattenverkauf. Das war einfach eine andere Zeit.

      • @ESCFrank:
        Na, bekannt war es natürlich schon. Aber an die Informationen kam man doch ohne Internet kaum ran. Und wenn du doch gelesen hast, wer für Finnland oder Portugal (in Landessprache!) an den Start geht, haste die trotzdem nicht gekannt.

      • Spätestens seit den 80er-Jahren wurden die Songs vorab im Fernsehen vorgestellt. Ausgestattet mit Video-Recorder konnte man sich also schon an die Songs gewöhnen. Aber natürlich war das zu-tode-diskutieren von heute nicht möglich. Wettquoten fanden aber auch damals schon Beachtung, lagen aber oft daneben, weil die Jurys nicht so gut einzuschätzen waren.

      • @roxy:
        Wo wurden die denn im TV vorgestellt?
        Die wurden am Samstag nachmittag im Radio bei WDR4 gespielt. Von mehr weiß ich nicht.

  10. Ich finde die Idee einen neuen europäischen Wettbewerb ins Leben zu rufen, gar nicht schlecht. Ich denke mir, dass die Künstler ihr Lied in den Vordergrund stellen, statt irgendwelche Showeffekte (Strichmännchen, Tür rein-Tür raus etc.), sprich Effekthascherei. Dass das auch erfolgreich ist, haben Salvator und Duncun bewiesen.

    Ja, das Logo ist vom ESC 2000. Während der Show wurden die Lippen in den Ländesfarben einmarmoriert dargestellt. Für mich eines der schönes ESC-Logos.

    Da ich eh mit einem gewissen „Grauen“ die EBU-Shine a Light-Show entgegen sehe, werde ich mir den FreeESC live anschauen.

    Stefan Raab hat sich immer mal skurrile Namen bzw. Beinamen gegeben. Ob er der Retter ist, bleibt abzuwarten.

    Noch eine kleine Bemerkung zu Guildo Horn und Stefan Raab 1998:

    Guildo wollte unbedingt einmal zum Grand Prix Eurovision (heute ESC). Es war seine Idee und sprach St. Raab an, ob er ihn unterstützen würde. Gleichzeitig sprach Guildo mit Schlagersänger und Musikproduzent Michael Holm. Dieser riet erst ab, ließ sich aber dann doch überreden. Von der Teilnahme an leckte St. Raab richtig Blut und den Rest der Geschichte kennen wir.

    • Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen – ich kenne die Show ja auch nicht – aber dass es im Privatfernsehen, mehr noch als sonst wo, um Effekthascherei geht, ist ja nichts Neues. Ich halte es also für nicht unwahrscheinlich, dass da viel Bohei gemacht und wenig gesungen wird.
      Ich frage mich sowieso: Haben da 15 Künstler*innen in der Kürze der Zeit ein neues Lied aus dem Boden gestampft oder bringen die alle ihre letzte Single auf die Bühne und werben nebenher für ihr aktuelles Album?

  11. Ich werde mich für oder gegen den FreeEsc entscheiden, wenn ich die teilnehmenden Künstler*innen kenne. Wenn die üblichen Verdächtigen wie bspw. Zarella und Lucy da antreten, dann bin ich da auf jeden Fall raus.

    • Genau das hab ich auch gedacht. Wenn man die Wahl hat zwischen Lucy und Zarella auf der einen und Johnny Logan und Maria Serifovic auf der anderen Seite, fällt einem doch wirklich nicht schwer, was man gucken will. Ich möchte eine Sendung mit richtigem Bezug zum ESC allgemein und zum Jahrgang 2020 im Besonderen – und keine Sängerin mit bulgarischen Wurzeln, die irgendwas Neues singt, unter dem Pseudo Deckmantel ESC.

  12. Österreich kann jubeln. Man hat es bei den Schweden ins Finale geschafft 😀. Sarah Dawn Finer wird am Donnerstag um 21.00 die Show moderieren. Hier die Startreihenfolge:

    1. Azerbajdzjan: Efendi – Cleopatra

    2. Storbritannien: James Newman – My last breath (Direktkvalificerad)

    3. Danmark: Ben & Tan – Yes

    4. Estland: Uku Suviste – What love is

    5. Australien: Montaigne – Don’t break me

    6. Litauen: The Roop – On fire

    7. Nederländerna: Jeangu Macrooy – Grow (Direktkvalificerad)

    8. Spanien: Blas Canto – Universo (Direktkvalificerad)

    9. Polen: Alicja Szemplinska – Empires

    10. Tyskland: Ben Dolic – Violent thing (Direktkvalificerad)

    11. Belgien: Hooverphonic – Release me

    12. Island: Daði Freyr & Gagnamagnið – Think about things

    13. Norge: Ulrikke – Attention

    14. Irland: Lesley Roy – Story of my life

    15. Frankrike: Tom Leeb – The best in me (Direktkvalificerad)

    16. Malta: Destiny Chukunyere – Al of my life

    17. Finland: Aksel Kankaaranta – Looking back

    18. Bulgarien: Victoria – Tears getting sober

    19: Georgien: Tomike Kipiani – Take me as I am

    20. Grekland: Stefania – Supergirl

    21 Schweiz: Gjon’s tears – Répondez-moi

    22. Österrike: Vincent Bueno – Alive

    23. Israel: Eden Alene – Feker libi

    24. Italien: Diadato – Fal Rumore (Direktkvalificerad)

    25. Ryssland: Little big – Uno

    Auf diese Show freue ich mich auch sehr.

    • Da sind auch einige Überraschungen dabei, mit denen man nie im Finale gerechnet hat: Finnland, lrland und Estland. Erstaunlich ist aber, daß Rumänien sich nicht qualifizierte sowie die Ukraine und Tschechien.

  13. Wenn man sich die ESCs 1992, 1993, 1994, 1995, 1996 und 1997 anschaut, wird man schnell verstehen, warum die Jahre des ESC u.a. in Deutschland dahintümpelte. Vom dritten Platz des deutschen Damentrio Mekado 1994 wurde in Deutschland kaum Notiz genommen.

    • Man hätte für Deutschland in den 90ern einfach richtig bekannte Stars hinschicken sollen. Weniger altbackener Schlager, dafür mehr zeitgemäße Musik. DIe internen Nominierungen waren für das Image nicht hilfreich. Auch der wachsende Erfolg der Privatsender war Grund für den Misserfolg des ESC in Deutschland in den 1990er Jahren. Die Konkurrenz am Samstag Abend war einfach größer geworden.

      • @Branko:
        Die bekannten Stars wollten aber doch in dieser Zeit gar nicht zum ESC! Der ESC war einfach nicht interessant genug. Bestenfalls.
        Ehrlich gesagt hat sich aber auch kaum jemand getraut, den Herren Siegel/Meinunger etwas entgegenzusetzen. Als Hanne Haller sich dann traute, ging’s in die Hose.
        Und dann kam halt Guilo Horn mit Alf Igel im Schlepptau. Wobei das ja auch keine bekannten Stars waren.

      • Na ja, die Münchner Freiheit war schon ziemlich bekannt🙂. Aber wenn das Lied Grütze ist, nutzt auch der bekannte Name nichts mehr.
        Und ich wage mal zu behaupten, dass zeitgemässe Musik bei den Juries damals nicht so angesagt war, wenn ich mir die Sieger bis 1997 so anschaue. Also, nicht falsch verstehen, es war weiss Gott nicht alles schlecht, „Nocturne“ z. B. and ich ganz wunderbar, höre ich heute noch gerne. Aber mit der damals angesagten Dancefloor- bzw. Tecnomusik hätte man dort keinen Erfolg gehabt, da es ja bis 1997 noch kein Televoting gab. Leon hatte ja eine recht zeitgemässe Nummer und wurde schon in der Vorauswahl ausgesiebt☹️.
        Lange Rede, kurzer Sinn, Guildo Horn bzw. Stefan Raab haben schon neuen Schwung reingebracht, wobei ich „Retter des ESC“ etwas übertrieben finde.

        P.S. Rosenstolz hatten meiner Meinung nach den besseren Song als Guildo Horn, hätten wahrscheinlich auch sehr ordentlich abgeschnitten.

      • Re: Hanne Haller (RIP)
        Mit Wind hat es doch aber ganz gut geklappt? Dass die anschliessend versiegelt wurden (vgl. Corinna May), dafür konnte Hanne Haller genauso wenig wie für das Aussortieren von „Planet of Blue“ (letzteres könnte auch mit dem letzten Platz ’95 zu tun haben).

      • @Frédéric:
        Ja, das war Hanne Haller in den 80ern mit „Für alle“. Da hat sie Siegel und Meinunger mit deren eigenen Waffen geschlagen.
        Aber wir sprachen ja über die 90er und da sah es für Leon leider nicht so gut aus. Gaby hat das ja schon angesprochen.

        Münchener Freiheit waren ein recht bekannter Name, zugegeben. Aber die großen Erfolge der Band lagen da auch schon eine Zeit lang zurück und kamen danach auch nie wieder.

      • @Branko
        Welche großen, auf Deutsch singenden Stars abseits des Schlagers hätte man denn Anfang der 90er überhaupt schicken können? Da gab es doch nichts.

      • Ich hab‘ diese spannende Diskussion hier unten erst jetzt entdeckt. Schön, dass Leon erwähnt wurde, und dazu noch Wind 1985 (was mich immer wieder in Entzückung versetzt 🙂 ).

        Zu den 90ern wollte ich noch anmerken, dass die Jurys durchaus hin und wieder moderne bzw. extravagante Beiträge anerkannten, z.B. „Bandido“, „Le dernier qui a parlé“ oder „Dinle“.

      • @floppy1992:
        Ähm. Es gab in den 90er keine deutschsprachigen Künstler, die erfolgreich waren? Möchtest du das eventuell nochmal überdenken? 🙂
        Mir fallen auf Anhieb mehrere Dutzend ein. Vielleicht ist von denen nicht jeder geeignet gewesen, beim ESC anzutreten. Aber gegeben hat es sie. Aber woher sollst du das auch wissen, wenn du Jahrgang 1992 bist. Ist nicht böse oder wertend gemeint. 🙂

  14. Ich finde ja die Musik im Trailer interessant! Ob das wohl auch schon die Theme-Musik (nennt man doch so, oder?) vom FreeESC an sich ist? Oder zumindest in die richtige Richtung geht? Bei allen anderen Raab-Shows („Schlag den Rabb“ bzw. heute „Schlag den Star“, Bundesvision Song Contest, Wok-WM, Turmspringen etc.) ist/war ja immer eine, an die „TV total“-Musik erinnerte Musik, als Theme Standrat!

  15. Bei Pro7 geht es in erster Linie um Werbeeinnahmen, logo ist ja auch PrivatTV. Daher auch die Taktik, man macht es ganz spannend…Mich langweilt das nur.
    Da es eine Eigenproduktion ist, kann man die Werbespots auch ordentlich dazwischen hauen und daraus eine 3 oder 4-Stundenshow generieren.
    “Das nächste Ergebnis dann nach einer kurzen Unterbrechung”….
    Ich bin da raus.

    • Wer das Ding FreeESC einfach nicht anschauen will, aus welchen Gründen auch immer, soll es bleibenlassen. Punkt!

      Lieber so als dummes Zeug von sich zu geben.

      • Wer den Free ESC nicht anschauen will, soll es in der Tat bleiben lassen. Aber wieso soll er oder sie die Gründe dafür hier nicht posten? Und warum sollen diese Gründe dummes Zeugs sein?

      • Weiß jetzt nicht was dumm ist 🤷‍♂️ aber ok, du wirst es auf jeden Fall wissen 😂😂😂

  16. Von 20:15 Uhr – 00:00 Uhr eine Show für 15 Lieder + Voting? Ok, dann wird wohl die Werbung nach jedem Lied kommen, oder? Sorry, aber Pro Sieben übertreibt es ziemlich mit der Werbung, siehe The Masked Singer.

    • Viele wissen nicht, dass auch Privatsender Vorgaben für Werbeschaltung haben. Nur weil man denkt, die machten wie sie Lust haben Werbung, muss dieses Gefühl nicht der Realität entsprechen.

  17. Die Münder sind toll gemacht und ich bin immer schon Steven-Fan gewesen ^^ Wenn ich jetzt aber sage, die ARD solle ihn bitte für einen zukünftigen deutschen VE als Moderator einkaufen, kriege ich geschimpft 😃 Anyway… Ich bin sehr gespannt, was das gibt.
    Und wenn ich immer die Beschwerde über die Werbung lese: diejenigen, die sich bestimmte Songs als „Pinkelpause“, „Bier-nachfüll-Gelegenheit“ oder „Raucherpause“ ausloben, haben dann immerhin keine Ausrede mehr, sich die schöne Musik nicht in voller Länge anzuhören (außer, sie gucken alle ARD) 😉

  18. Ich würde mir den Free ESC schon gerne Live angucken aber der richtige ESC ist mir wichtiger so werde ich den Free ESC am Sonntag anschauen. Stefan Raab hat viel für den ESC getan ich finde dafür darf er sich zurecht feiern lassen genauso wie Ralph Siegel sich mit seiner Biografie die dieses Jahr erscheint feiern lassen darf. Für mich sind beide Deutsche ESC Legenden

    • Welcher richtige ESC in 2020? Es gibt keinen. Stattdessen eine Sendung, in welcher 41 Lieder niemals adäquat = würdevoll vorgestellt werden können.

  19. Lasst es mal gut sein, es ist ein Angebot unter vielen, nicht mehr und nicht weniger.
    Gut, dass es noch Vielfalt in diesem krisenerschütterten Europa gibt . Keines der gerade „massenhaft“ in Erscheinung tretenden europäischen Alternativprogrammen ersetzt den Live-ESC. Nicht einmal das Ersatzprogramm der EBU kann den Spirit ersetzen, der eine einzigartige Fangemeinschaft hervorgebracht hat.
    .
    Raab’s Free-ESC mag für so manchen unter uns ein Remembererlebnis auslösen. Ich kann dem nicht soviel abgewinnen, aber Konkurrenz belebt das Geschäft. Nicht vergessen, die Show ist bestenfalls in den DACH-Ländern von Interesse. Der europäische Gedanke ist nur Mittel zum monitären Zweck.
    .
    Noch habe ich die Hoffnung, dass uns der verbindende Schöpfungsgedanke dieser einzigartigen europäischen Musikshow nicht auch in den folgenden Jahren verloren geht. Ich freue mich auf Rotterdam 2021, hoffentlich.

    • Ich muss dir zu 100% Recht geben. Der ESC ist als solcher einfach einzigartig, und kein noch so gut gemeintes Alternativ Programm kann dem gerecht werden. Heute wären wir nach Rotterdam gefahren 😢- ich kann diese Live Erlebnisse nicht in Worte fassen, vielleicht am ehesten als Parallel Universum, wo man vereint mit anderen Fans eine wunderbare Woche verbringt und mit all seinen Favoriten mitfiebert. In der Musik untertauchen und erst nach dem Finale wieder an die Oberfläche kommen – da komm ich jedesmal aus dem Schwärmen nicht mehr raus, ich liebe es😍 Da Momentan so ziemlich alle Konstanten ins Trudeln geraten und die Zukunft ungewisser ist denn je, hoffe ich auch auf ein happy end 2021 in Rotterdam, und ich hoffe dass letztlich Corona stirbt und nicht die Hoffnung😇 ESC Show must go on…

      • Das glaube ich Dir sehr gerne, dass es live ein ganz besonderes Erlebnis ist🙂. Das spüre ich sogar, wenn ich die älteren ESCs mir anschaue, und freue mich für alle, die live dabei sein können.
        Vielleicht schaffe ich es irgendwann auch mal, live dabei zu sein, vorausgesetzt man kann mit dem Zug hinfahren😀.

  20. Sich in Deutschland selbst als „Retter“ zu bezeichnen kommt (aus gutem Grund) nicht an und schürt Diskussionen. Nicht umsonst hat Douze Points dies auch hier provokativ aufs Schild gehoben und zum Titel gemacht. Als „Retter“ dürfen einen immer nur andere bezeichnen.(Ich tue es persönlich in punkto Raab retroperspektiv. Muss kein anderer teilen.)

    Bin mir aber sicher, dass die Wahl dieser Bezeichnung eher eine von ProSieben ist, weil sie ihre Fälle ob der revidierten ARD-Planung etwas wegschwimmen sehen. (Raab hätte es wahrscheinlich taktisch nicht so gemacht). ProSieben weiß, dass sie die Fanszene nun mit dem Potemkinschen ESC-Anschein der ARD weniger catchen können, was auch egal ist, weil sie viel zu klein ist (siehe auch Quoten vergangener Formate). Da lohnt es sich eher, auf die potentielle Raab-Zuseherschaft, die die „große Show mit großen Worten“ gewohnt sind, abzuzielen, was vollkommen okay ist.

    Aus meiner Sicht unstrittig ist, dass Raab den ESC in Deutschland mehrfach aus der Lethargie geholfen hat (seine Anteile sind bekannt). Und er hätte es (mit Herrn Schreiber, und diesmal auch europaweit) ein weiteres Mal gemacht, wenn die EBU das Raab-Schreiber-Liveschalten-ESC-Konzept angenommen hätte. Haben sie aber nicht. Sie wollten die Hilfe nicht. Und Raab wollte dann zumindest für den DACH-Markt eine ESC-Rettung hinbekommen – und zwar an den naheliegendsten aller Termine für eine Veranstaltung, die man zum damaligen Zeitpunkt ersatzlos gestrichen hatte: dem Finalsamstag. (Man ersetzt doch nicht eine Veranstaltung, auf deren Termin sich alle eingestellt haben, an einen anderen Termin… Kann die Säuerlichkeiten mancher Leute über die Terminwahl nicht verstehen. Dass die EBU und der NDR – angepiekst von Raab – dann doch noch nachgelegt haben, ist dann halt so.)

    Nach den grauenhaften „Wohnzimmer“-Erfahrungen vom Samstag, schwand mein Vertrauen in die ARD für eine stimmige Samstagabendunterhaltung. Dass da irgendein „deutscher ESC-Sieger“ gewählt wird, ist in der Tat in der gegebenen Situation noch das bestmögliche EBU-konforme Ersatzprogramm, für mich aber relativ irrelevant, da kein echter Wettbewerbscharakter von Livemusik besteht. Das finde ich hingegen beim FreeESC – sogar egal, wer da antritt. Deshalb bei mir: FreeESC first, ESC-Ersatzprogramm second (nämlich on tape). Deshalb wird man auch nicht weniger ESC-Fan…

  21. Ich bin noch etwas unentschieden, aber es hätte schon eine gewisse Ironie, wenn ausgerechnet der „ESC-Retter“ sich nun ein Stück weit als ESC-Totengräber entpuppen sollte. 😉

  22. Raab und ESC Retter? Er hat jedenfalls Schwung in die Deutsche ESC- Szene reingebracht. Und großen Anteil am Sieg 2010.
    Aber nicht unerwähnt bleiben sollen seine negativen Eigenschaften. Bleiben wir beim Sieg 2010. Nur einen Tag nach Lenas Sieg hat Raab praktisch im Alleingang bestimmt, dass Lena 2011 wieder antritt. Das war nicht in Ordnung und dadurch hat man Talenten die Chance genommen, 2011 teilzunehmen. 2004 war der Hype um Max hierzulande riesengroßen und man glaubte schon an einen Sieg. Raab war dann wegen Platz 8 sehr enttäuscht und wollte nix mehr mit dem ESC zu tun haben. Die Ukraine siegte damals und er ließ es zu, dass in Deutschland die Stimmung aufkam, beim ESC schieben sich die Ostländer Punkte zu und Deutschland kann nie gewinnen. Diese negative Stimmung hat sich nun hier etabliert.
    Raab ist ein tüchtiger Geschäftsmann. 2012 beim Vorentscheid lobte er die Errungenschaft, weil man sofort für die Teilnehmer anrufen konnte und erstmals sofort immer sah, wer in Führung lag. Diese Errungenschaft spielte nur mehr Kohle in die Kassen ein.

  23. „Und haben wir womöglich eine Interpretation vergessen?“
    Das will ich meinen. Ausgeprägter Narzissmus. Kaum anzunehmen, dass Raab abgesehen von Schotter jemals eine andere Triebfeder für irgendein Handeln hatte.

  24. Einige Kommentare lesen sich wirklich als würde man euch etwas wegnehmen. Am Laufenden Band wird die ARD Kritisiert was im Bezug mit dem ESC zu tun hat. Ebenso die EBU. Dann kommt Raab und sein Haussender mit dieser Show um die Ecke und schon wird sich darüber Ausgekotzt. Sollte man sich in diesen Zeiten nicht einfach Freuen das so viel geboten wird nach der ESC absage? Scheinbar ja nicht.

    Wer die Raab Musikshows kennt weiß das er sowas mit Herzblut macht. Zum Thema Geldgeilheit und Profitgier sei nur der Bundesvision Song Contest Erwähnt. Quotenmäßig immer nicht wirklich gut aber Raab hat jährlich dank seinen anderen großen Raab Events diese Musikshow die er mit Herzblut machte durchgewunken bekommen.

    Man sollte vielleicht einfach mal warten welche Künstler antreten und die Sendung abwarten bevor man sie schon komplett in der Luft zerreist. Aber das macht man hier ja gerne. Deutscher ESC Beitrag vor Bekanntgabe schon komplett zerissen, das Alternativprogramm der ARD erst mal komplett zerrissen… Schon traurig wie Pessimistisch und auch abwertend es in dieser Hinsicht manchmal abgeht hier.

  25. „Besondere Höhepunkte versprechen Live-Auftritte einiger dieser zehn Finalisten auf der Bühne der Elbphilharmonie. Zudem singt Ben Dolic, der eigentlich in diesem Jahr beim ESC in Rotterdam für Deutschland aufgetreten wäre, seinen Song „Violent Thing“. Sein Auftritt orientiert sich so nah wie möglich an der Inszenierung, wie sie im ESC-Finale in Rotterdam hätte aussehen sollen.“

    Aufgrund dieser beiden Sätze auf Eurovision.de schaue ich mir auf jeden Fall die Sendung in der ARD an. Es wird sicher kein Feuerwerk auf der Bühne geben, keine Holo-Wände oder großes Show-Tamtam (geschweige denn ein Publikum), aber ein paar der Künstler kommen wenigstens ins Fernsehen und können ihre Songs unverblümt und pur auf die Bühne bringen. Da wird sich dann die Spreu vom Weizen trennen und wir können sehen, wer auch ohne großartige Bühneninszenierung die Nase vorn hat. Ich find es zumindest mal was anderes… solange es nur bei diesem Jahr bleibt.

    • Sehe ich auch so. Das heißt ja nicht, dass ich Stefan Raabs Sendung abwerte, ist bestimmt auch ganz interessant, und an einem anderen Datum hätte ich sie mir bestimmt auch live angeschaut.
      Aber ich möchte einfach auch auf diese Weise das Engagement der ARD honorieren, sie versuchen halt ein Rahmenprogramm zu bieten, wie es eben unter diesen Bedingungen möglich ist.🙂

      • @Gaby, sehe ich wirklich ganz genau so; als ESC-Fan kann man gar nicht anderst, als in der konkreten Situation (also ARD und ProSieben senden ihr Format zur gleichen Zeit) zur ARD zu halten und Pro Sieben die kalte Schulter zu zeigen.

  26. wird wohl eine Ansammlung von C- bis Z-Promis werden, irgendwo zwischen peinlich und oberpeinlich. Schade nur, dass sich Conchita dafür hergegeben hat. Aber da hat wohl der Zaster gelockt.

  27. @An alle Raab-Hater: Man muss seinen Humor nicht mögen. Aber man sollte zumindest anerkennen, das, wenn immer Stefan Raab mit involviert war, es immer die besten Ergebnisse in den letzten 20 Jahren gegeben hat. Ich finde die Äusserung von Harbich und Co. für nen ziemlichen Unsinn. Als wäre es besser, wenn in Deutschland vom ESC keiner Notiz nehmen würde. Raab hat mit seinen Künstlern immer mindestens Top 10 erreicht und das ist nun wahrlich nicht selbstverständlich. Schade ist das Raab nicht ständig für den ESC in Deutschland zuständig ist. Dann würde vieles besser laufen.

    • Raabs Leistungen in Ehren, aber eine Garantie für dauerhaften Erfolg ist auch Herr Raab nicht.
      Herr Siegel hatte auch seine Erfolge und in den 80ern nicht weniger für den ESC geleistet, wie ich finde. Aber er hat halt irgendwann den Zahn der Zeit verpaßt, und jetzt erinnern sich die meisten, vor allem jüngere Zuschauer, nur an seine Misserfolge. Sehr schade, aber auf der anderen Seite habe ich ihn immer für seine Standhaftigkeit bewundert.🙂
      Ich kann schon nachvollziehen, dass Stefan Raab die Notbremse gezogen hat.

      • Er muss ja keine weiteren Songs produzieren, aber er könnte die wichtige Arbeit im Hintergrund machen, Konzepte erarbeiten usw. Das meine ich. Das was in diesem Jahr beim NDR bezüglich ESC gelaufen ist, bis auf den Glücksgriff mit Ben, war doch lächerlich. So ne Katastrofe wie diese Präsentation auf One, hätte es mit Raab nie gegeben, da bin ich mir sicher.

  28. Schade die Show wäre bestimmt der knaller aber eine Person ist dabei finde ich unpassend meine Tochter hat richtig Angst vor conshita
    Somit fällt die Show bei mir leider aus

      • Ireen Sheer war gerade im ZDF bei Volle Kanne und auf dem Weg nach Köln. Ich wette, dass sie in der Pro7 Sendung für Großbritannien antritt

    • Ach Gott, wenn Deine Tochter so leicht verschreckt ist, ist sie wohl ein Pflegefall – sorry für Euch, müsst Ihr durch. Enjoy the rest of your life.

    • @Denis hatten meine Töchter auch als sie klein waren, vergeht mit der Zeit, mach dir nichts aus Kommentaren von Leuten, die sich mit kleinen Mädchen nicht auskennen, habe heute noch Albträume von Belfigor, irgendso eine bekloppte Fernsehserie mit einem Gespenst, solche Trauma können ein Leben lang bleiben, darum gibt es den Jugendschutz, passt bloss nicht in manches selbstgemachtes Weltbild kinderloser Erwachsener

      • Was nicht in das Weltbild dieses Erwachsenen – und seines (nicht imaginären) Kindes – passt: Xenophobie, Homophobie, Bigotterie.

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