Grand Prix sur le Main 2019: Gerechtigkeit für Mei Finegold

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Von links nach rechts: Bernd Ochs, Tim Frühling und Stefan Leidner

Am vergangenen Freitag fand bereits zum 7. Mal das Frankfurter ESC-Event „Grand Prix sur le Main“ statt. Alljährlich organisiert die Regionalgruppe der beiden deutschen ESC-Fanclubs EC Germany und OGAE Germany äußerst liebevoll diesen feinen, aber gar nicht mal so kleinen Wettbewerb – und das mit prominenter Unterstützung: Denn während Bernd Ochs, der im November auch wieder das Kölner Fanclubtreffen moderieren wird, und Stefan Leidner gewohnt sympathisch und gut gelaunt durch den Abend führten, wurden die Beiträge von keinem Geringeren als Tim Frühling angesagt. Der HR3-Moderator hat als Krankheitsvertretung für Peter Urban 2009 bereits den echten ESC kommentiert und überzeugt auch im Frankfurter Switchboard Jahr für Jahr mit persönlichen, fundierten, bissigen und überraschenden Kommentaren zu den jeweiligen Beiträgen, denen es nie an Wertschätzung für die jeweiligen Song und Künstler fehlt.

0EEAA14A-A511-47D1-8F0E-79AE19BF2F0FDas System des Abends ist schnell erklärt: Zwei Monate vor dem „Grand Prix sur le Main“ werden den Teilnehmern des Frankfurter ESC-Stammtischs Länder oder Ländergruppen zugelost. Die Songpaten suchen sich dann aus ihrem jeweiligen Land einen ESC-Beitrag vergangener Jahre aus, der bislang noch nicht am GPSLM teilgenommen hat. Diese ausgewählten Beiträge werden dann am vierten Freitag im Oktober im Frankfurter Switchboard gezeigt. Anschließend dürfen alle Songpaten Punkte im ESC-Stil vergeben; die Wertungen der übrigen Gäste werden zu einem Zuschauervoting zusammengefasst. Wer am Ende die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

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Den ganz besonderen Reiz dieses Fanwettbewerbs macht zum einen aus, dass er eben live stattfindet und nicht wie viele Contests ausschließlich online, zum anderen ist aber auch die große Vielfalt der Beiträge bemerkenswert: Ganz alte Lieder treten gegen Songs aus dem aktuellen Jahrgang an; Letztplatzierte und Nicht-Qualifikanten messen sich mit Siegertiteln. Eines eint aber alle Teilnehmer: Sie wollen den Bembel mit nach Hause nehmen, der an den Sieger verliehen wird.

3BE0B090-0C12-491F-B54E-81D107EDF42BAm Freitag stand gegen 24 Uhr nach einem spannenden Voting fest: Gewonnen hat in diesem Jahr tatsächlich ein Beitrag, der sich international nicht für das Finale qualifizieren konnte. Mei Finegold aus Israel stand am Ende mit ihrem Lied „Same Heart“ an der Spitze der Wertungstabelle und wurde ihrem (Fan-)Favoriten-Status, den sie 2014 in Kopenhagen inne hatte, so nachträglich doch noch gerecht. Der Bembel ging damit an Meis Songpaten und GPSLM-Debütanten Simon Himmelstoß. Auf Platz 2 landete Markus Marxkors, der mit „She Got Me“ von Luca Hänni den Schweizer Beitrag des diesjährigen ESC eingereicht hatte. Die Top 3 wurden komplettiert von Mit-Gastgeber Bernd Ochs, der mit Belgiens „Me And My Guitar“ von Tom Dice aus dem Jahr 2010 einen Punkt Vorsprung auf Platz 4 hatte. Erwähnt werden muss außerdem der Barbara-Dex-Award für das von Michael Behr eingereichte „Bem Bom“ von Doce (Portugal 1982).

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Von links nach rechts: Bernd Ochs, Michael Behr, Markus Marxkors, Simon Himmelstoß und Stefan Leidner.

Und hier ist das komplette Endergebnis des 7. Grand Prix sur le Main:

  1. Israel 2014: Mei Finegold – Same Heart (158 Punkte)
  2. Schweiz 2019: Luca Hänni – She Got Me (150 Punkte)
  3. Belgien 2010: Tom Dice – Me And My Guitar (126 Punkte)
  4. Deutschland 2012: Roman Lob – Standing Still (125 Punkte)
  5. Schweden 1991: Carola – Fångad av en stormvind (123 Punkte)
  6. Niederlande 2014: The Common Linnets – Calm After The Storm (109 Punkte)
  7. Kroatien 1998: Danijela – Neka mi ne svane (94 Punkte)
  8. Malta 1998: Chiara – The One That I Love (82 Punkte)
  9. Frankreich 2019: Bilal Hassani – Roi (79 Punkte)
  10. Portugal 1982: Doce – Bem Bom (74 Punkte)
  11. Bulgarien 2017: Kristian Kostov – Beautiful Mess (74 Punkte)
  12. Großbritannien 1975: The Shadows – Let Me Be The One (64 Punkte)
  13. San Marino 2013: Valentina Monetta – Crisalide (Vola) (63 Punkte)
  14. Irland 1994: Paul Harrington & Charlie McGettigan – Rock’n’Roll Kids (63 Punkte)
  15. Estland 2011: Getter Jaani – Rockefeller Street (60 Punkte)
  16. Ungarn 2017: Joci Pápai – Origo (56 Punkte)
  17. Island 1994: Sigga – Nætur (53 Punkte)
  18. Spanien 1979: Betty Missiego – Su canción (50 Punkte)
  19. Aserbaidschan 2009: AySel & Arash – Always (47 Punkte)
  20. Österreich 2000: The Rounder Girls – All To You (43 Punkte)
  21. Norwegen 1998: Lars A. Fredriksen – Alltid Sommar (36 Punkte)
  22. Montenegro 2014: Sergej Ćetković – Moj Svet (35 Punkte)
  23. Dänemark 1985: Hot Eyes – Sku’ du spørg’ fra no’en? (27 Punkte)
  24. Italien 1977: Mia Martini – Liberà (19 Punkte)
  25. Griechenland 1997: Marianna Zorba – Horepse (18 Punkte)
  26. Finnland 1969: Jarkko & Laura – Kuin silloin ennen (16 Punkte)

7AE2D5D3-2E43-4975-A057-07F52DE00E62Es war mal wieder ein gut besuchter, kurzweiliger und lustiger Abend im Frankfurter Switchboard mit vielen netten Menschen und einem vielseitigen und spannenden Contest. Wir sehen uns im nächsten Jahr am 24. Oktober 2020!

Wer immer über die neuesten Aktivitäten der Frankfurter ECG&OGAE-Regionalgruppe informiert sein möchte, kann hier der entsprechenden Facebook-Gruppe beitreten.



12 Kommentare

  1. Was ist denn mit Russland passiert (nicht in der Liste, aber auf dem Foto)? Zurückgezogen? Disqualifiziert? Skandal um den Vertrag?

  2. Nein Polonium war es nicht, sondern nur eine Magen-Darmgrippe, die mich leider dazu zwang meine Teilnahmen mit einem Lied aus Russland kurzfristig abzusagen. Was mir sehr leid getan hat, da es immer viel Spaß gemacht hat mitzumachen. So ist das Leben.

    Vielen Dank für den Artikel so konnte ich wenigsten im nachhinein einwenig über die Beiträge der anderen erfahren, den die bleiben bis zum Abend ja geheim.

    Ansonsten lese ich hier sehr gerne die Artikel! 🙂

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