In Frankreich gibt es 2021 wieder eine ESC-Vorentscheidung

Erste Probe Bilal Hassani Roi ESC 2019 2
Foto: Thomas Hanses

Vor zwei Tagen haben wir schon darüber berichtete, dass Tom Leeb im kommenden Jahr nicht für Frankreich am Eurovision Song Contest teilnehmen wird. Nun steht auch fest, dass es 2021 wieder eine ESC-Vorentscheidung geben und der ESC-Vertreter Frankreichs damit nicht intern ausgewählt werden wird. Das berichtet der ESC-Fan-Blog wiwibloggs, der mit der französischen Head of Delegation Alexandra Redde-Amiel gesprochen hat.

Allerdings wird es sich dabei nicht um eine Neuauflage des beliebten Vorentscheids „Destination Eurovision“ handeln, über den 2018 Madame Monsieur und 2019 Bilal Hassani ausgewählt wurden. Stattdessen wird aktuell ein neues Format entwickelt, das den Arbeitstitel „Un Eurovision France“ trägt. Im Gegensatz zu „Destination Eurovision“ soll die neue Vorentscheidung nicht extern, sondern vom hauseigenen France TV Studio produziert werden. Das soll den verantwortlichen Sender France 2 in die Lage versetzen, die Show und damit auch den ESC sowohl über andere Formate wie Nachrichtensendungen und die hauseigenen Internetkanäle als auch über die anderen Sender von France Télévisions (France TV) zu promoten.

Wie genau „Un Eurovision France“ aussehen wird, ist allerdings noch nicht klar. Sicher ist bislang nur, dass es eine große Finalshow im Fernsehen geben wird, in der das Publikum über den französischen Vertreter beim ESC 2021 in Rotterdam entscheiden wird. Ob auch eine Jury zum Einsatz kommt, ist bislang noch nicht entschieden worden. Auch wie die Acts für das große Finale ausgewählt werden und welche Schritte davon die Zuschauer zu sehen bekommen bzw. an welchen Stellen sie vielleicht sogar mitentscheiden können, ist bislang noch unklar.

Wegen der Corona-Absage des ESC 2020 wird die Vorentscheidungssaison im kommenden Jahr ganz anders aussehen als normalerweise. Das französische Fernsehen will mit seinem neuen Vorentscheidungsformat „nach vorne schauen und so eine gute Energie in der Eurovisions-Familie entfachen“. Das klingt sehr vielversprechend und sobald es weitere Neuigkeiten zur französischen Vorentscheidung gibt, halten wir Euch hier auf ESC kompakt natürlich auf dem Laufenden.


27 Kommentare

    • Wow klasse. Frankreich zeigt den NDR wie es gehen kann. Nach den Nebeln von Norwegen nun der Sonnenstrahl von Frankreich

  1. Ich hoffe, dass er besser als der Vorgänger wird, welcher mich musikalisch bei weitem nicht so abgeholt hat wie die meisten. Aber schön, dass dadurch die maue Vorentscheidssaison etwas befüllt wird.

  2. Ich fand DE zwar dafür, dass Frankreich 11 Jahre lang keinen richtigen VE veranstaltet hatte, recht ordentlich, aber auch eher überhypt. Da ist wohl einerseits die traditionelle Frankophilie vieler Fans und die Sehnsucht nach einer Art Kontinental-Mello durchgeschlagen.
    Eigentlich hatte man ja für dieses Jahr schon sowas in der Art angekündigt, bevor das Auswahl-Gremium dann unisono nach „The Best in Me“ süchtig geworden ist 😉
    Vielleicht schafft man es ja, durch das neue Konzelpt ein paar größere Namen zu gewinnen, die das ESC-Interesse der Franzosen wieder steigern können.

  3. Sehr schön! Dann können bitte neben meinem Wunsch Indila auch wieder The Divaz und Chimène Badi mitmachen 😃
    Umd Garou muss wieder moderieren!

  4. Im nächsten Jahr muss man einfach für jeden VE mit Song- und Actauswahl dankbar sein. Also wird hier zum Glück ein ESC-Spot frei und man kann einzelne Musiker mit der Auftrittschance aus ihrem Pizzabäckerexil befreien. Denn das oft geäusserte Gerechtigkeitsargument pro 2020er-Nominees finde ich ohnehin ziemlich einseitig und wackelig.

    Idealerweise enthält die Range im VE bitte mehr als mutlose klassisch f(r)anzösische Eurovisionisten-Ware (mein persönlicher Wunsch) und wenigstens 1-2 populäre Personen, mit denen die Einschaltquote vorzeigbar wird – damit sich die Veranstaltung etablieren kann. Die Zitate aus der Presse-VÖ haben für mich eher so einen undefinierbaren, situativen Unterton von Einmalversuch.

    • Vielleicht können die Franzosen ja auch Ben Dolic einladen. Er hat zur französischen Musikszene sicher einen ebenso starken Bezug wie zur deutschen.

      • Taktest du den Dolic-Spruch nach der Atomuhr in Braunschweig? Im Gegensatz zu dir find ich violent thing klasse. Fände aber Sympathie-, Mitleids- oder so eine Pseudo-Fairnessnominierung in 2021 aber totalen Quatsch.

      • Violent thing fand ich OK; passte bloß leider überhaupt nicht zum Sänger – in diesem Falle gehts mir wie Dir aber tatsächlich auch um die mir absurd erscheinende dauerhaft vorgetragene Forderung, dass die Class of 2020 automatisch die Class von 2021 sein müsse (Ehre und Integrität des CONTESTS etc.). Braunschweig hat eine Atomuhr???

      • Geht um Ehre bruda? Müssen wir Familienrat machen! Für den Underdog (oder die Covid-Leidtragenden) einzutreten, finde ich ja nicht unympathisch. Aber wenn das nur für Jahrgangsmitglieder gelten soll, fehlt mir da der Rundumblick und bedient eher den Drang, die Zeit beim ESC anhalten zu wollen.

        Physikalisch-Technische Bundesanstalt – is‘ wo Apple deine Zeit für Applewatch kauft, bro‘!

      • Die Forderung kommen ja auch stets von den Leuten, die immer jammern, dass unsere Letztplatzierten nicht ständig bei VEs rausgegraben und geehrt werden; ditto die Begeisterung wenn irgendein Altstar bei ’ner VE teilnimmt. Die Zeit bleibt trotz Braunschweig halt für manche stehen.
        LOL wg Applewatch!

      • Tja, stimmt so. Nach der speziellen Relativitätstheorie verläuft die Zeit in – sich zum Ruhesystem – schnell bewegenden Systemen langsamer. Im ESC-Kosmos ist es eben umgekehrt. Aber ich muss jetzt erstmal ein Ranking aller ESC-Medleys erstellen…

      • Du schickst mir dann Deinen Instagram-Link dazu, ja? Bitte, bitte, bitte!

    • +Idealerweise enthält die Range im VE bitte mehr als mutlose klassisch f(r)anzösische Eurovisionisten-Ware+
      Andererseits konnte man den Sender verstehen, nachdem 2019 ein introvertierter Jüngling (siehe Bild oben, wer das Grauen schon wieder verdrängt hat) gewählt wurde, der im Gegensatz zu Finland 2020 nicht mal singen konnte. Denke, es war einfach zu anstrengend da ein ansehlichen Auftritt hinzubekommen, dann nimmt man doch das nächste Mal lieber schwedische Stangenware,
      Nun durch die Abschaffung der Live-Vokals im Backing-Bereich, dürfte das ja nun leichter werden, daher hat man in Frankreich wohl für 2021 wieder Mut gefasst, ein Risiko einzugehen.

      • Ich bin unter 30 und verstehe dein Problem mit Bilal oder den Vocals in diesem Kontext nicht. Ich war auch kein Teilnehmer der Seemone-Selbsthilfgruppe. 😉

        Mein Gedanke zielte darauf ab, dass man DE offensichtlich nicht neu aufsetzen wird und ich nicht ein Set aus Lokalkolorit als frz. Seelentröster für’s Gemüt haben möchte. Die Diskussion um technische Hilfsmittel führen wir sicher noch oft genug an anderer Stelle.

      • Anfangs war ich von Bilal Hassani auch nicht so begeistert. Aber der Auftritt, und die Message, die dahinter stand, hat mich schon beeindruckt. Fand ich gut. Mittlerweile schaue ich mir den Auftritt gerne an, allerdings gibt mir der Song ohne die Performance auch nicht viel🙂

      • Gaby, da wir hier so gerne Competitions machen, könnten wir auch jedes Jahr die beste produktionstechnische Verbesserung eines schlechten Beitrages wählen. Da hätte Frankreich wohl auch 2020 gute Chancen auf den Sieg gehbabt.

  5. Ich möchte am liebsten einen Vorentscheid nur mit Tom Leeb. Drei verschiedene Songs in drei verschiedenen Outfits: Beachwear, Sportswear und Underwear.

  6. Schön, dass es nächste Saison einen weiteren Vorentscheid gibt, aber wie bei uns, ist das Televoting leider auch in Frankreich eine Katastrophe. Habe also 2 Hoffnungen für DE 2021:

    1. Mehr wagen. Weniger jahrzehntealte Stangenware.
    2. Eine andere Punktevergabe.

  7. Ich fand es ohnehin schade, dass Destination Eurovision nicht mehr fortgeführt wurde. Die Qualität war wirklich sehr gut. Ich bin gespannt auf 2021.

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