In welcher dieser 14 britischen Städte findet der Eurovision Song Contest 2023 statt?

Bild: Instagram @ovohydro

Erst seit vorgestern wissen wir, dass der ESC 2023 aller Voraussicht nach in Großbritannien stattfinden wird (entsprechende Gespräche wurden von der BBC mittlerweile bestätigt). Trotzdem sind in den vergangenen 48 Stunden bereits 14 (!) Interssensbekundungen von britischen Städten eingegangen, die den Wettbewerb im kommenden Jahr austragen wollen. Wir liefern Euch hier einen ersten Überblick.

Vollständigkeitshalber sollte nicht unerwähnt bleiben, dass es in den vergangenen Jahren immer sehr viele Interessensbekundungen im Vorfeld gab. Wie viele Städte sich letztendlich aber offiziell bewerben, also ein so genanntes Bid Book einreichen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Die weiteren Entwicklungen werden wir in den kommenden Wochen natürlich im Blick behalten.

Hier sind also erstmal die aktuellen Bewerbungen (in alphabetischer Reihenfolge und jeweils mit Quelle):

1. Aberdeen (Schottland)

Für Aberdeen machen sich sechs Mitglieder des britischen und des schottischen Parlaments in einem offenen Brief an die BBC stark. Ihrer Meinung nach ist P&J Live mit 15.000 Plätzen eine geeignete Halle für den ESC 2023.

2. Belfast (Nordirland)

In Stadtrat von Belfast gibt es einzelne Abgeordnete, die sich für eine Bewerbung der Stadt um die Austragung des Eurovision Song Contest einsetzen. Ob sie es schaffen, den gesamten Stadtrat hinter sich zu bekommen, wird sich noch zeigen müssen.

3. Birmingham (England)

In und um Birmingham läuft aktuell eine Kampagne der regionalen Medien, den ESC wieder in die Stadt zu holen, nachdem er dort bereits 1998 stattgefunden hat. Mit John O’Shea gibt es auch schon einen Unterstützer im Stadtrat.

4. Brighton (England)

In der LGBTIQ*-Hauptstadt Brighton haben sich die Stadträte bereits für eine ESC-Bewerbung ausgesprochen, nun kommt auch noch Unterstützung vom lokalen Parlamentsabgeordneten Lloyd Russell-Moyle.

5. Cardiff (Wales)

Auch in Cardiff macht sich ein Parlamentsabgeordneter, in diesem Fall Kevin Brennan, für die Austragung in seiner Heimatstadt stark. Er bringt das Principality Stadium ins Spiel, in dem eigentlich Rugby-Spiele ausgetragen werden, das aber ein verschließbares Dach hat und mehr als 70.000 Zuschauer fassen kann.

6. Edinburgh, Schottland

Edinburgh hatten wir bereits früh auf dem Zettel, nun springt auch der lokale Abgeordnete im schottischen Parlament, Miles Briggs, auf den Zug auf. Er stellt heraus, dass Edinburgh den ESC bereits zuvor ausgetragen hat und außerdem eine Partnerstadt von Kiew ist.

7. Glasgow (Schottland)

Glasgow gilt aktuell als wahrscheinlichste Gastgeberstadt für den ESC 2023 und hält sich nun schon eine ganze Weile hartnäckig im Gespräch. Auch wir haben bereits über die Ambitionen der schottischen Stadt berichtet. Unterstützung für diese Bewerbung kommt nun auch von Nicola Sturgeon, der Ersten Ministerin Schottlands. Die Arena OVO Hydro (Aufmacherfoto), die wir bereits aus dem Netflix-ESC-Film „Eurovision Song Contest: The Story of Fire Saga“ kennen, ist den gesamten Mai über frei.

Noch wichtiger: Auch die Frankfurter Neue Presse (FNP) berichtet bereits über diese Option mit Verweis auf äußerst vertrauenswürdige Quellen.

8. Leeds (England)

In Leeds findet 2023 das „Year of Culture“ statt und da würde der ESC natürlich bestens reinpassen. Entsprechend gibt es auch hier Bestrebungen der Stadtpolitiker*innen, den Contest in die Industriestadt zu holen.

9. Liverpool, England

In Liverpool setzt sich die Bürgermeisterin höchstpersönlich für eine ESC-Bewerbung ein. Die Musikhauptstadt hat den Eurovision Song Contest bislang nie ausgetragen, auch diesmal könnte eine Bewerbung an einer passenden Arena scheitern: Die M&S Bank Arena hat lediglich Platz für 11.000 Zuschauer.

10. London, England

Auch in London will Bürgermeister Sadiq Khan höchstpersönlich den ESC in die eigene Stadt holen. Klar, London hat als Hauptstadt und Metropole jegliche notwendige Infrastruktur und vor allem zahlreiche Veranstaltungshallen. Der Trend der letzten Jahre zeigt jedoch deutlich, dass sich der ESC eher von den überfüllten Hauptstädten weg bewegt.

11. Manchester, England

Manchester zählte zu den Early Favourites um die Austragung des ESC 2023 außerhalb der Ukraine. Sollte der Wettbewerb nicht in Schottland, sondern in England stattfinden, könnte der nördlichen Hauptsitz der BBC ganz vorne mitspielen.

12. Sheffield, England

In Sheffield haben sich bereits mehrere Stadträte positiv zu einer möglichen Bewerbung der Stadt geäußert und dabei auch die Partnerschaft mit der vom Krieg stark betroffenen ukrainischen Stadt Donezk in den Mittelpunkt gestellt

13. Sunderland, England

Sunderland mag zwar keine sonderlich große Stadt sein, aber wenn es nach Stadtrat Dominic McDonough geht, soll das kein Hinderungsgrund für eine Bewerbung sein. Er erinnert in einem Tweet daran, dass auch die irische 1500-Einwohner-Stadt Millstreet den Wettbewerb ausgerichtet hat. Naja, das waren zwar noch andere Zeiten, aber Sunderland hat ja auch ein paar Einwohner mehr…

14. Wolverhampton, England

In Wolverhampton hat sich die ehemalige Bürgermeisterin positiv im Hinblick auf eine ESC-Bewerbung geäußert, jedoch gleich auch eingeräumt, dass die Stadt den Wettbewerb finanziell nicht stemmen kann. Vielleicht nicht die besten Voraussetzungen.

Was glaubt Ihr, in welcher britischen Stadt wird der ESC 2023 stattfinden? Oder erleben wir gar noch eine Überraschung und am Ende kommt doch ein anderes Land zum Zug? Schreibt uns Eure Prognosen gerne in die Kommentare.


29 Kommentare

  1. Glasgow oder Manchester. Alles andere wäre eine riesen Überraschung. Wobei mir auch das Stadion mit Dach in Cardiff gut gefällt…

  2. Bitte nicht in London. Die Stadt ist schon so gesegnet mit Events, da würde der ESC bestimmt untergehen.
    Ich fände es schön, wenn der ESC in Schottland stattfinden würde. Einfach, weil die Schotten eigentlich nie wirklich den Brexit wollten, also fühlen sie sich eher zu Europa hingezogen, okay, die Entscheidung hatte bestimmt auch wirtschaftliche Gründe. Aber allein die Tatsache macht mir die Schotten irgendwie sympathisch.
    Belfast? Hm… warum nicht? In der Hoffnung, dass die Nordirland-Konflikte nicht wieder aufflammen. Habe mal gelesen, dass die Gefahr wieder steigen könnte (eben wegen dem Brexit). Aber okay, wollen wir mal nicht so schwarzsehen. Wäre doch auch mal eine kreative Idee.🙂

    • @Gaby

      Eine Entscheidung gegen London wäre auch besser für den Geldbeutel. Meine Schwester und ihr Mann waren letztes Jahr für zwei Tage dort um die Darts-WM zu verfolgen und es war verdammt teuer.

      • Na ja, ich denke, dass die Preise kurz vor dem ESC in jeder Gastgeberstadt durch die Decke schießen werden. Aber ich denke auch, dass London als Hauptstadt sowieso schon gesalzene Preise haben wird.

      • Ich habe glücklicherweise noch Freunde aus meiner Studienzeit in London, aber nach England setzte ich erst wieder einen Fuß, wenn die Torys abgewählt sind …

      • War 2012 bei den Olympischen Spielen. Habe für eine Bratwurst (oder was das auch sein sollte, hat nach nix geschmeckt) damals 7 Euro bezahlt 😀
        Dafür ist der Eintritt in die Museen umsonst 😀

      • @TomESC
        Ich war 2012 auch in London und habe schnell gemerkt, dass man am besten niemals hungrig zu in eine Halle rein ist. Im Kopf geblieben ist mir die (sehr übersichtliche) Portion Fish & Chips für 11 Pfund.
        Aber London ist wahrscheinlich niemals günstig und Events wie der ESC oder Olympia bringen dann wohl immer drastische Preise mit sich.

  3. Bin mir zu 99% sicher, dass es Glasgow wird. Arena ist dann frei, gute Fluganbindung und gewisse Ähnlichkeiten mit Rotterdam und Turin als Stadt. Manchester wäre mein Back-up, die können Events und sind das gay capital (Brighton ist dann mehr ein regionales gay capital).

  4. Wolverhampton, Sunderland und Edinburgh haben sich also auch als mögliche Austragungsorte für den ESC ins Spiel gebracht. Wolverhampton ist chancenlos, da der einzige passende Veranstaltungsort, das Molineuxstadion, kein verschließbares Dach hat. Gleiches gilt für das Stadium of Light in Sunderland, das damit ebenfalls wegfällt.

    Edinburgh hat 1972 den ESC ausgerichtet und war 2008 Austragungsort von Eurovision Young Musicians, wobei beides in der altehrwürdigen Usher Hall stattfand. Für den heutigen ESC müßte allerdings eines der vorhandenen Stadien mit einem Dach ausgestattet werden, da es keine Multifunktionshalle wie in Glasgow gibt.

  5. Schottland, Schottland und nochmal Schottland !

    Welche Stadt in Schottland ist mir dann egal. Glasgow oder Edingborough scheinen ja die Voraussetzungen für einen ESC-Austragungsort mitzubringen.

    Ich kann mich da nur nochmal wiederholen. Ich persönlich gönne allen Brexit-Befürworter in England, und Wales, allen voran Boris Johnson, das kleine aber wirksame Konjunkturpaket ESC 2023 nicht. Schottland hingegen wollte nie aus der EU heraus.

    PS: Glückwunsch an Benny und das ESC kompakt Team. Wenn man in einer überregionalen Tageszeitung wie der Frankfurter Neuen Presse (FNP) als seriöse Bezugsquelle namentlich genannt wird, dann wäre zumindest ich – sofern ich denn journalistisch tätig wäre – wirklich stolz. 🙂

  6. Liverpool wäre fantastisch, das muss ich letztendlich auch sagen, nachdem ich dort selbst eine Weile gelebt habe. Die Stadt hat sich in den vergangenen Jahrzehnten gemacht und befindet sich im Wandel von einer Industrieruine zu einer jugendlichen, aufstrebenden, kunst- und musikaffinen Stadt. Für den ESC wäre der Standort sicherlich eine Bereicherung und andersherum genauso, die Menschen dort sind offen und international. Für mich hat Liverpool als Musik- und Kulturzentrum da mehr zu bieten als z.B. Manchester, aber das ist auch meine persönliche bias, die da natürlich mit drin steckt.

  7. Eine Vergabe nach Schottland erscheint mir politisch gesehen ambivalent. Man wird dem nach Unabhängigkeit strebenden Schottland nicht noch ein europäisches Event überlassen, das Lust auf europäische Einheit macht.
    Allerdings ist das Verhältnis zwischen der gegenwärtigen Regierung und der BBC derzeit äußerst schlecht. Da kann es gut sein, dass die BBC einen schottischen Gastgeber bevorzugt, obwohl z.B. Manchester über die idealen infrastrukturellen Voraussetzungen verfügt.
    Ansonsten scheint Boris Johnson derzeit weiterhin wenig Akzeptanz und Autorität im eigenen Land auszusenden. Vor kurzen noch als Premier für den ESC in der Ukraine eingetreten, schon bewirbt sich dessen ungeachtet Hinz und Kunz im eigenen Lande für den Wettbewerb.

  8. Mein erster ESC ’98 war in Birmingham, mein 25. ESC wieder dort wäre irgendwie toll 🙂

    Realistischer ist aber wohl Manchester, wurde vor dem diesjährigen Finale auch schon häufiger genannt, glaube ich

  9. Die wirklich harten Fakten und Finanzen der Ausrichtung warten wir erstmal ab.

    Rein stimmungstechnisch bin ich persönlich eigentlich total indifferent: In London wüsste ich wenigstens, in welche Hotels es auf keinen Fall geht! Schade, dass es nicht im Angebot ist, denn meteorologisch gesehen, wäre mir Gibraltar ganz recht – oder wird BBC-Programm dort nicht ausgestrahlt? Die spanischen Fans machen den Laden voll und der Anflug auf den Flughafen sorgt für ordentlich Thrill unter den Passagieren!

    Cardiff kann ich persönlich nichts abgewinnen, habe da nur die klischeehaften Assoziationen, die müssen ja nicht zutreffen. Nach dem Theater um die Nordirland-EU-Klausel, wäre der ESC in Belfast ein ziemlich sinnfreier Seiltanz, scheidet mMn komplett aus.

    Von mir aus können wir gerne so viele Schotten wie möglich zu EU-Bürgern machen. Wenn die Halle in Glasgow schon geblockt wurde und da die Rangers und Celtic Fanfreundschaften zu Hamburger Clubs unterhalten, fände ich das auch ganz sympathisch. 🙂

  10. Da lohnt sich doch wieder der Blick in die ESC-Historie:

    1960 London
    1963 London
    1968 London
    1972 Edinburgh
    1974 Brighton
    1977 London
    1982 Harrogate
    1998 Birmingham

    Also London war nun wirklich mehr als genug dran und hat ja auch genug andere Events. Harrogate wäre zum runden Jubiläum natürlich nett und ein gutes Omen, aber wo liegt das nochmal?
    DA ich auch eher dafür bin, neue Städte auf die ESC-Europakarte zu bringen, hoffe ich am ehesten auf die popkulturell relevanteren Orte Glasgow (Lulu, Scott Fitzgerald, Belle & Sebastian), Liverpool (Beatles, OMD, Lightning Seeds), oder Sheffield (Pulp, Human League, Arctic Monkeys, Tony Christie), aber meinetwegen auch Madchester (Daz Sampson:).

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