Interview mit Kjetil Mørland: Wir haben beim Schreiben von „Attention“ nicht an den ESC gedacht

Direkt nach dem Sieg von Ulrikke Brandstorp mit dem Song „Attention“ treffen wir Kjetil Mørland auf der Bühne des  Trondheim Spektrum. Spontan erklärt er sich als einer der Autoren des Siegersongs bereit, uns ein paar Fragen zu beantworten.
ESC kompakt: Kjetil, mit dem Sieg von „Attention“ im Norsk Melodi Grand Prix bist Du das dritte Mal beim ESC dabei. Oder habe ich was vergessen?

Kjetil: Es ist mein viertes Mal, glaube ich. Ich habe zwei zweite Plätze und zwei Siege. 

Das ist ziemlich beeindruckend. Herzlichen Glückwunsch! Wir haben schon vor einiger Zeit ein Interview mit Ulrike geführt und sie erzählte uns, dass sie eigentlich bei Christian Ingebrigtsen im Studio eine Session machen wollte und dann nur zufällig auf Dich getroffen ist (alle drei auf Foto unten). Und dass es dann Klick machte und ihr Euch entschieden haben, einen Song gemeinsam zu machen. 

Kjetil: Christian und ich wollten eine Session machen und etwas für A1 schreiben, seine Boyband. Christian hatte uns zufälligerweise doppelt gebucht und dann fragte er Ulrikke: Warum schreiben wir nicht etwas für Dich mit Kjetil? Ich hatte ja schon vorher Songs für den Melodi Grand Prix geschrieben. Das war ein glücklicher Zufall. 

Wie kamt Ihr auf das Thema des Liedes, also die Frage, warum sich jemand verändert oder verstellt, wenn er/sie in jemanden verschossen ist, nur um seine/ihre „Attention“ zu bekommen?

Kjetil: Das kam aus Ulikke selbst, ihrem persönlichen Leben. Sie sagt selbst, dass sie mit Haut und Haaren dabei ist, wenn sie sich für etwas entscheidet. Dummerweise funktioniert das nicht immer mit der Liebe. Dadurch neigt sie vielleicht etwas zu stark dazu, zu viel zu wollen, wenn sie verliebt ist.

Christian Ingebrigtsen, Ulrikke Brandstorp und Kjetil-Mørland (v.l.n.r.) nach dem Sieg beim Norsk Melodi Grand Prix

Als Ihr den Song geschrieben habt, hattest Du da sofort das Eurovision-Gefühl? 

Kjetil: Darüber haben wir gar nicht nachgedacht. Es war eine großartige Session. Wir hatten Spaß und es gab good vibes. Wir wollten einfach einen guten Song schreiben, der zu ihr passt.

Und warst Du auch involviert als sie bei einem der Halbfinale des Norsk Melodi Grand Prix den Song zum ersten Mal vorgestellt hat? 

Kjetil: Ja, ich war im Publikum.

Und wie es das so für Dich, jetzt wieder beim ESC-Zirkus dabei zu sein?

Kjetil: Ich liebe es. Ich liebe es, Musik zu schreiben. Und wenn man dann sieht, wie diese Musik in so einer großen Arena zum Leben erweckt wird, das ist einfach umwerfend.

Was sind Deine Erwartung für Rotterdam? Ich gehe davon aus, dass Du dabei bist und Dich darauf freust?

Kjetil: Ich kann es nicht erwarten. Ich bin jetzt schon ganz aufgeregt.

Was wird das Beste am ESC in Rotterdam für Dich sein, jetzt wo Du nicht selbst auf der Bühne stehst? 

Kjetil: Mich einfach zurücklehnen und das alles genießen zu können. Ein bisschen Champagner trinken und eine gute Zeit an dem Abend haben. Und natürlich die Energie in der Arena spüren. Beim letzten Mal in Wien war ich natürlich etwas angespannt, weil ich auf die Bühne gehen musste. Aber dieses Mal kann ich ruhig atmen und es genießen.

Hast Du Empfehlungen für Ulrikke, was sie machen und was sie lieber lassen sollte, so aus Deinen Erfahrungen in Wien.

Kjetil: Dass sie es auch genießt. Sie soll nicht vergessen, dass alles aufzunehmen und zu verarbeiten. Es kann leicht passieren, dass man von der Situation „aufgefressen“ wird und dann keinen Spaß hat. Ich glaube, dass man das auch in den Kameras sieht, ob man das wirklich die gesamte ESC-Idee aufgenommen hat. Das ist mein wichtigster Tipp.

Dann wünschen wir Dir, Ulrikke und dem Team viel Erfolg. Habt eine tolle Zeit in Rotterdam und vielen Dank für das Gespräch. 


14 Kommentare

  1. Kann es sein, dass mørland jetzt zum zweiten mal beim esc dabei ist(monster like me+attention)und vier mal beim MHGP?
    Das dieser song nicht extra für den esc gemacht wurde, glaub ich nicht.
    Was ist eigentlich aus debrah scarlett geworden?

  2. Wem will er was vormachen? Als ob der Song nicht für den ESC konzipiert wurde… Pff.

    Der Erfolg des Songs steht und fällt mit Ulrikke selbst. Wenn sie da so verbissen guckt, ihr ganzes Erscheinungsbild so streng ist wie beim VE, wird das nix mit ’ner guten Platzierung. Sie hat einfach keine freundliche, schöne Ausstrahlung gehabt beim Singen. Bleibt das so, kommt sie nichtmal ins Finale.

    • Sicherer Finalkandidat, dafür werden die Juries schon sorgen. Denn die große Stärke von „Attention“ sind Ulrikkes clean vocals. Da sitzt jeder Ton. Ich rieche ernsthaft eine Tamara Todevska Situation, je nachdem was noch an Stimmen im Angebot ist ^^
      Und sie guckt eher verzweifelt als fröhlich, weil sie doch den Mann ansingt „what do you want me to do?“. Da muss sich das Publikum auch mal drauf einlassen. Das ist so herrlich dramatisch! 😃😍

      • Finde wie ESCFan2009 auch, dass Ulrikkes Gestik und Mimik gut passen. (die Stimme ist ohnehin die beste im gesamten Feld)
        Denn wenn sie „What do you want me to do?“ vorträgt, dann muss dass doch verzweifelt rüberkommen, nicht fröhlich.

        Bei Tamara Todevska war das in der Tat ähnlich.
        Die konnte „Proud“ ja auch nicht strahlend tanzend vortragen, sondern nur mit der selbstbewussten Ernsthaftigkeit, die sie überzeugend rübergebracht hat.

  3. Ich drücke fest die Daumen!!! An einem Sieg glaube ich zwar nicht so recht, aber eine TOP-10-Platzierung im Finale sollte, locker drin sein, wenn der Auftritt stimmig ist.

    P. S.: „Monsters like me“ liebe ich heute noch, einer der besten norwegischen Beiträge ever!

  4. Dass er zwar viermal beim MGP dabei war, allerdings mit 5 Songs von denen es einer nicht in die Top-4 geschafft hat, hat er wohl beim Erzählen seiner Erfolge wohl verdrängt. Also so ungetrübt ist seine Bilanz dann doch nicht.

    Auch wenn ich persönlich finde, dass „En livred man“ sein bester Beitrag war.

  5. Morland hätte schon 2018 mit Rebecca gewinnen müssen, stattdessen gab es das überflüssige Rybak- Comeback. Für mich ein guter Songschreiber, er darf gerne noch öfter dabei sein.

    Ich finde auch, daß bei „Attention“ Ulrikkes Gesichtsausdruck genau richtig ist. Soll sie etwa lächeln ? Das würde nicht passen….

  6. Wie Andi auch schon schrieb, die Aussage in der Headline ist natürlich pure Heuchelei von Morland. Wofür sprechen denn wohl seine mehrfachen Bewerbungen? „En livred man“ konnte man das Problem auch anhören.

    Essenz aus so einem Interview bleibt für mich: Wer wie er in der Blase steckt, hat die Kopfschere schon zu fest implementiert. Was dann btw. meiner Meinung nach auch auf fannahe Panels oder Juroren passt.

Schreibe eine Antwort zu Trakol Antwort abbrechen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.