Italien: Regeln des Nachwuchswettbewerbs „Sanremo Giovani“ veröffentlicht

Foto: RAI

Am Wochenende hat die italienische Sendeanstalt RAI die Regeln für den Nachwuchswettbewerb „Sanremo Giovani“ veröffentlicht. Neu in diesem Jahr ist vor allem eine längere Semifinalphase, die im Herbst im TV ausgestrahlt werden wird, und die Senkung des zulässigen Maximalalters.

Interessierte Nachwuchskünstler und -gruppen können sich vom 1. September bis zum 1. Oktober bewerben. Alle Einreichungen werden von einer Jury („Commissione Musicale“) begutachtet, die eine Vorauswahl für Liveauditions trifft, und schließlich 20 Acts auswählt, die in fünf Semifinals gegeneinander antreten. Die Semifinals werden im RAI-1-Spätabendprogramm innerhalb der Sendung „AmaSanremo“ vom 29. Oktober bis zum 26. November übertragen. Abstimmen dürfen die Commissione Musicale, die Zuschauer zu Haue und eine Fernsehjury. Das Finale, welches am 17. Dezember auf RAI 1 ausgestrahlt wird, erreichen 10 Kandidaten. Von diesen 10 wiederum werden durch Televoting und Commissione-Musicale-Jury 6 Acts gewählt, die innerhalb der Nachwuchskategorie „Nuove Proposte“ beim eigentlichen Festival di Sanremo im März auftreten dürfen. Ihnen schließen sich zwei Kandidaten aus einem weiteren Nachwuchswettbewerb, der „Area Sanremo“, an. Es werden also 8 Acts an der Nachwuchskategorie „Nuove Proposte“ des Sanremo-Festivals teilnehmen.

Neu in diesem Jahr ist auch, dass das Maximalalter der Künstler von 36 auf 33 Jahr abgesenkt wird. Dies führte in Italien zu einigen Diskussionen, insbesondere in Anbetracht der Tatsache, dass Francesco Gabbani und Ermal Metà, die vor allem Dank der Teilnahme an Sanremo Giovanni 2016 den Durchbruch schafften, nach den neuen Regeln zu alt für die Teilnahme gewesen wären.

Francesco Gabbani, Ermal Meta (und Mahmood) bei Sanremo Giovani 2016 – Foto: RAI

Auch von Seiten des italienischen GEMA-Pendants „FIMI“ gab es Kritik, weil die Regeln veröffentlicht wurden, ohne dass die Details über die Rechte an Stücken und Auftritten geklärt worden sind.

Doch es gibt nicht nur kritische, sondern auch viele wohlwollende Stimmen. Vor allem, dass die Nachwuchskünstler durch die Semifinals häufiger im Fernsehen zu sehen sein werden und sich so intensiver einem breiten Publikum präsentieren können, ist positiv hervorzuheben. Auch dass der Nachwuchswettbewerb als Teil des Haupt-Festivals beibehalten wird, ist erfreulich. Zwei Wildcards, die bei den Big teilnehmen dürfen, wie im Jahr von Mahmoods Sieg, haben zwar auch ihren Reiz, allerdings haben so nur zwei aufstrebende Künstler die Möglichkeit, sich während des Hauptfestivals zu präsentieren.

Dass es einen eigenen Nachwuchswettbewerb und keine Wildcards beim Sanremo-Festival geben wird, bedeutet allerdings gleichzeitig, dass höchstwahrscheinlich keiner der Nachwuchskünstler am ESC teilnehmen wird, sofern die RAI keine großen Änderungen beim Auswahlmechanismus des ESC-Acts im Vergleich zu den Vorjahren durchführt.

Das Sanremo-Festival wird in diesem Jahr etwas später als üblich vom 2. bis zum 6. März ausgetragen. Die Regeln für die „Big“-Künstler sind bisher noch nicht veröffentlicht. Sobald es hier Neuigkeiten gibt, informieren wir Euch natürlich sofort.


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