Jendrik bei der NDR Talkshow: „I Don’t Feel Hate“ gekürzt, in Zeitlupe und teilweise auf Deutsch

Jendrik hat seinen Auftritt in der NDR Talkshow am Freitag mit viel Humor gemeistert. Im Interview mit der ESC-Vorentscheidmoderatorin Barbara Schöneberger stand er sympathisch und kurzweilig Rede und Antwort. Nach einem kurzen Ausschnitt aus dem offiziellen ESC-Video trat der Hamburger auch mit einer Ukulele auf. Wer hier einen Vorgeschmack auf Rotterdam erwartet hatte, wurde aber enttäuscht.

Mit einem aus dem ESC-Video bekannten Hemd bekleidet und bereiten Grinsen im Gesicht wurde der Sänger von Barbara Schöneberger dem Publikum vorgestellt. Und nach einem Interview mit Cornelia Poletto und ihrer Tochter, von der nicht wirklich klar wurde, warum sie auch in der Sendung war, außer vielleicht, weil sie am selben Tag noch eine Abi-Prüfung geschrieben hatte, war unser ESC-Star für Rotterdam auch schon an der Reihe.

Hier gibt es das Interview in voller Länge und die kurze Songpräsentation (ab 15:55 min.). 

Die Fragen von Barbara entsprachen den Erwartungen: Ob Jendrik vor einem Jahr gedacht hätte, jetzt in diesem Hemd und mit goldenen Schuhen in der NDR Talkshow zu sitzen? Die Geschichte zur Entstehung des Videos zu „I Don’t Feel Hate“. Und dass der ESC eine politische Dimension hat (da waren sich Schöneberger und Sigwart einig).

Die allermeisten Infos aus dem Interview hatten für ESC-kompakt-Leser*innen natürlich keinen Neuigkeitswert. Nicht umsonst haben wir „Jendriks Weg zum ESC“ schon in vier Teilen nachgezeichnet:

  1. Die Bewerbung
  2. Das Songwriting Camp
  3. Wie heißt der deutsche Beitrag für den ESC 2021?
  4. Performance ohne Mittelfinger, aber mit persönlicher Blåsemafian

Neu für den Autor war am ehesten noch die Erkenntnis, dass Jendrik gerade für eine Sellerieschaumsuppe einkaufen wollte, als ihm Thomas Schreiber und Alexandra Wolfslast mit der frohen Kunde seiner ESC-Teilnahme auflauerten. Leider war der offizielle Kameramann noch nicht zu Stelle als sie aufeinanderstießen, so dass Schreiber kurzerhand sein Handy zückte, dummerweise aber nur aufnahm, wie er die Nachricht übermittelte, aber nicht die Reaktion von Jendrik filmte. Dieser Moment ist uns und der ESC-Nachwelt für immer genommen.

Und dann war da natürlich noch der Auftritt. Da Jendrik laut Schöneberger genauso schnell sprechen (und singen) würde wie sie selbst, präsentierte er den Refrain des Liedes auf einer Ukulele (das Rotterdam-Original befindet sich gerade zum Bekleben der Rückseite mit Strasssteinen in einer NDR-Werkstatt) auf einer Waschmaschine sitzend seeehr langsam (also quasi in Zeitlupe) und zunächst auf Englisch und später auch noch einmal auf Deutsch. Alle schnellen – und für Teile der Zuschauerschaft möglicherweise verstörenden – Teile fanden nicht statt.

Daraus ließ sich nun mal gar kein Rückschluss auf seinen Auftritt in Rotterdam ziehen. Es zeigt eher, wie musikalisch Jendrik ist. Für den richtigen Auftritt des originalen Songs auf einer großen Bühne müssen wir also noch bis Samstagabend warten: Dann tritt Jendrik bei den Schlager-Champions in Suhl auf.


94 Kommentare

  1. Ein wirklich runder Auftritt von Jendrik bei Babsi! Überhaupt eine coole, sympathische Runde. Ich denke Jendrik hat hier wirklich ein paar Punkte gemacht. Wer seinen Song allen Ernstes mit Oscar-Kiss-Kiss-Bang vergleicht oder als schlechtesten Song in der deutschen ESC Geschichte bezeichnet, der hat wahrscheinlich das Jamie-Lee-Sisters-Anne-Sophie-Debakel verdrängt.

  2. Der Talk war leider ziemlich lahm … Für mein Gefühl langweilig, keine neuen Infos, alles hat man vorher schon mitbekommen, wenn man sich damit beschäftigt hat.

    Da das Interview aber für die Leute war, die ansonsten nichts mit dem ESC am Hut haben, ist es okay.

    Von Barbara Schöneberger hätte ich mir aber irgendwie mehr Enthusiasmus, coolere und spannendere Fragen gewünscht. Die ist schon so lange für den ESC am Werk, ob Vorentscheid- oder Pre-/After Show-Moderation, aber entwickelt (für mein Gefühl) keine Begeisterung für das ganze Event.

    Da finde ich Alina z.B. um Längen besser, süßer und unterhaltsamer… Ach ich vermisse jetzt schon ihre Moderationen bei den ausfallenden Songchecks.

    • Babsis Fragen war schon x-Mal gestellt worden. Irgendwie hat sie auf den ESC keine Lust mehr, dass merkt man. Rat: man sollte aufhören, wenn’s am schönes ist. Ihre ESC-Bilanz der Moderationszeit sehr, sehr mager.
      Jendrik hat sich gut geschlagen!
      Warum 1000x Babsi Becker eingeblendet worden ist, ist mir ein Rätsel.

      • Gut, dass die ESC-Bilanz meistens sehr mau ist, wenn Barbara Schöneberger die VEs moderiert hat, kann sie ja nicht wirklich was.😉
        Aber ich finde auch, dass sie lange genug involviert war. Ich hätte gern auch mal ein anderes Gesicht als Moderatorin.

  3. Jedward (meine ersten ESC Favoriten) haben Jendrik eine Sprachnachricht geschickt. Sie lieben den Song und sie wollen seine Haare stylen. Das freut mich extrem!

  4. Mein Gott.. der junge Mann ist einfach so sympathisch. Er zaubert mir wirklich ein Lächeln ins Gesicht. Ich hab absolute „Lena-vibes“ 😀

    Den Auftritt fand ich auch wunderbar. Das sitzen auf der Waschmaschine.. herrlich!

    Freue mich auf die Zeit mit ihm bis zum ESC!

    • Sorry, aber bei manchen Kommentaren hier frage ich mich ob der Schreiber evtl. bezahlt wird oder mit Jendrik verwandt oder verschwägert ist oder was sonst noch so dahinter stecken könnte

      • Also man kann den deutschen Beitrag und den Künstler auch einfach mal feiern und toll finden hahaha nein, ich werde nicht dafür bezahlt

      • Ja, wirklich verdächtig! Dass Leute unterschiedliche Musik- und Menschen-Geschmäcker haben, das gibt’s ja sonst nirgends!

  5. Erfreulicherweise gab es heute Abend die erste Show von „Let’s Dance!“ und Ilse de Lange hat einen sehr soliden Auftritt hingelegt und bekam Evgeny Vinokurov als Profitanzpartner.

    Jendrike mit ihrem täglichen Bad-Hair-Day und einem Sparflammenauftritt mit Ukulele und Waschmaschine und einem Song, der dieses Jahr beim ESC den letzten Platz belegt.

    • Du machst deinen Namen alle Ehre lieber meckie 😂. Letzter werden wir mit Jendrik definitiv nicht werden . Also ich hab ein bisschen Raab und Lena Vibes und finde Künstler, Song und Inszenierung passen perfekt zusammen . Freu mich echt auf seinen Auftritt morgen . Der ist so authentisch und brennt für den ESC und dessen Idee .

      • Omg! Dass Matty Jendrik als Jendrike bezeichnet, habe ich jetzt erst gelesen. Falls Du das lustig findest, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Bisher hat mich an Dir nur genervt, dass Du Deine Meinung ständig als Tatsache wiederholen musst. Das macht Deine persönliche Meinung übrigens nicht wahrer. Jendrike ist allerdings ganz tiefe Schublade. Ich versuche künftig alles von Dir zu überlesen und zu ignorieren. Schönes Leben noch!

    • Was läuft in deinem Leben eigentlich falsch, das man so einen negativen Blick auf alles hat und jeder Beitrag nur so von negativer Energie glänzt…. schrecklich.

      • Ich habe keinen negativen Blick auf alles, denn ich freue mich immer wieder, wenn es einen Beitrag aus einem anderen Teilnehmerland gibt, der besser ist als wir. Außerdem hoffe ich, daß wir dann endlich Frau Wolfslast als Delegationsleiterin loswerden, denn sie ist nämlich die absolute Fehlbesetzung: unsympathisch, berechnend und hochnäsig! Da wünsche ich mir den süßen Christoph Pellander zurück, der hatte nämlich Ausstrahlung!

      • Matty beginnt seinen Kommentar doch mit dem Wort „erfreulicherweise“. Das klingt für mich ziemlich positiv. 🙂

      • Matty, ob der „süße Christoph Pellander“ (liegt ja im Auge des Betrachters😉) kompetenter ist als Frau Wolfslast, kann man doch gar nicht sagen. Was hast Du denn gegen die Frau Wolfslast? Sie hat Dir doch nichts getan. Gib ihr doch eine Chance.

    • Kommentare, wie die von Matty, sind der beste Beweis dafür, dass es Jendriks Song braucht. Herabwürdigende, polemische Beschreibungen eines Sängers, der genau das tut, was ihm Spaß macht.
      Fürchterlich, einen Menschen mach seinem Äußeren zu beurteilen – oder im Fall von Frau Wolfslast bzw Herrn Pellander die Kompetenz danach, wie „süß“ jemand aussieht.

    • Hm…. Matty, ich kenne Dich ja nicht persönlich, aber es scheint mir, dass Du zu sehr auf Äußerlichkeiten fixiert bist….Ist mir schon öfter aufgefallen…

    • Jendrike ?? Wie tief willst du eigentlich noch sinken ??? Sowas geht garnicht und du solltest mal solangsam jemanden aufsuchen .
      Einfach nur traurig .

    • Wenn man auf deinem Niveau schreiben würde, müsste man nun antworten: Ach Mattina, nimm das doch nicht so ernst, du scheinst es nicht zu verkraften.

      Da wir hier nicht auf deinem Niveau schreiben, schreibe ich es nicht und bitte dich einfach nur, endlich einmal den Respekt gegenüber Songs, Personen, Entscheidungen aufzubringen, die du nicht teilst oder falsch / schlecht findest.

      Danke dafür.

  6. Super sympathischer und authentischer Auftritt im NDR. Ich spüre ganz leichte Lena Vibes. Seine unplugged Version erinnerte an die PK von Lena in Oslo: if you don’t like my accent I’ll sing this song again

  7. letzte 6,5 stunden gab es 1000 likes und 1050 dislikes – was war da denn los. 😀
    zur entspannung guckt ihr mal bei island vorbei – dadi legt auf und covert ESC hits. 🙂

      • Leider haben viele ET-Regulars (internationale Fanseite …) den deutschen Beitrag auch auf dem letzten Platz. Manchmal hilft es, über den patriotischen ESC-Tellerrand hinauszuschauen. 😉 Und um Missverständnisse zu vermeiden: Ich selbst habe zwei der bisher bekannten Beiträge (Norwegen und Zypern) noch hinter Deutschland.

        Aber vielleicht erlebe ich im Mai ja auch eine große Überraschung und Jendrik rockt das Ding. Das würde mich für ihn sehr freuen, weil ich nicht zu der Art Fan gehöre, die immer will oder erwartet, dass jene Beiträge, die mir selbst gefallen, am Ende ganz oben landen. Es ist natürlich schön, wenn das mal passiert (PRT17 <3 <3 <3 …), aber darum geht es für mich beim ESC nicht, zumindest nicht in erster Linie.

    • Man muss da aber einfach auch realistisch bleiben. Das Video ist gut gemacht und lustig, aber der Song auch echt nervig und chaotisch. Ich gönne Jendrik einen guten Platz, aber da wird er was auf die Live-Bühne zaubern müssen, was über seinen Song komplett hinwegsehen lässt.

  8. Der vorentscheid muss wieder zurück. Ich finde, wenn wir einen schlechten Song aussuchen als Zuschauer, ist es zumindest unsere Schuld. Das ist aber nicht zu verantworten, dass die ESC Jury für uns einen so schlechten Beitrag ausgesucht hat.
    Da fühlt man sich verarscht…das kanns nicht sein

    • Beim deutschen Beitrag könnte von Top 5 bis letzter Platz (fast ohne Punkte) alles drin sein. Die große Frage ist ja, ob die, die ihn klasse finden, wirklich für das Lied anrufen. Und ja, bei den internationalen Fan-Seiten wird der deutsche Beitrag zum größten Teil auf den letzten Plätzen gehandelt.
      Ich finde das Lied toll, weil es in mir gute Laune versprüht, und ich mag den Menschen Jendrik und seine Geschichte. Wäre Sänger und Lied zusammengecastet worden, dann würde die Sache vielleicht anders aussehen. Und gerade hier liegt das große Problem. Die große Mehrheit der Menschen in Europa wird wohl wenig oder nichts über Jendrik und die Entstehung des Liedes und des Videos wissen. Die Inszenierung von Tix macht mich persönlich sprachlos und ich dachte die ganze Zeit, zieh wenigstens die Sonnenbrille ab. Dann habe ich einen Kommentar auf YouTube von einem norwegischen Mädchen gelesen. Anscheinend leidet Tix am Tourette Syndrom und hat die Sonnenbrille immer deshalb auf, damit keiner sein Augenzucken sieht. Und der Name Tix war wohl sein beleidigender Spitzname in der Schule.(Vielleicht stand das alles auch schon in einem Blog-Artikel oder in den Kommentaren, die ich nicht gelesen habe😅) Das alles bewegt mich nicht dazu, für Norwegen anzurufen, aber ich
      bin dem Lied gegenüber schon positiver eingestellt und gebe ihm noch mal eine Chance.

      Beim deutschen Beitrag wird es auf die Inszenierung ankommen und da scheint sich der NDR wohl anscheinend mal vorher Gedanken gemacht zu haben. Mich stimmen Aussagen aus dem Beitrag wie ‚ wir müssen uns noch mehr auf die Kameras einlassen und wann wir im Bild sein werden‘ (frei zitiert), sehr hoffnungsvoll. Diesmal scheint der NDR mal einen Plan zu haben. (Bitte liebes Esc-Team, macht wirklich mal einen Podcast zu den ersten Proben der deutschen Beiträge beim Finale😀.) Ich freue mich auf Lied und Inszenierung, und wenn es einen der hinteren Plätze belegen sollte, dann bin ich auch nicht zutiefst erschüttert oder wütend. Dann ist das Konzept international nicht aufgegangen, aber zumindest hatte ich (hoffentlich) drei vergnügliche Minuten und konnte dem deutschen Beitrag aus innerer Überzeugung die Daumen drücken. Bin halt doch sports- und wettberwerbspatriotisch und freue mich über Punkte für Deutschland. (Drücke bei Sommerolympiaden auch den deutschen Doppeltontauben- Schießern die Daumen. Gibt es vielleicht nicht mehr, war aber lange Zeit im Wettbewerb.) Ich kann aber auch verstehen, wenn man das Lied nicht mag und etwas enttäuscht ist, weil man sich etwas anderes erwartet hat. Und das ist vollkommen ok.

      Oh man, ich sülze aber heute morgen ganz schön rum. Sorry dafür, bin anscheinend noch etwas weinvernebelt. Schönes Wochenende.

  9. Jendrik hätte gestern gerne mehr über den Song und die Stories dahinter gesprochen, aber die Fragen von B.S. waren leider an Banalität kaum zu überbieten. Aber er hat das beste daraus gemacht.

  10. Er war sehr sehr sympathisch, seine Version des Liedes war sehr witzig und lustig. Freu mich auf die 🙈Silbereisenshow🙈(hab ich es geschrieben) um den Auftritt im Ganzen zu sehen. Der Platz is mir in diesem Jahr aber komischerweise schnurz piep egal! 2014,2015,2016,2017,2019 waren für mich schlimme Jahre und dieses Jahr schicken wir jemanden hin der weiß was er will, sehr beruhigend. 👍

  11. Die schöneberger wirkt aber mittlerweile ziemlich ausgelutscht. Seit jahren stellt die tante die selben fragen, egal ob jetzt jendrik oder s!sters oder wer auch immer. Ich würde ihre position lieber heute als morgen durch alina stiegler ersetzen. Und ihr geheucheltes interesse für den esc nervt mich schon länger

    • Die Frau ist mittlerweile nerviger und peinlicher als Heidi Klum. Über ihre Scherze lacht wohl sie nur selbst. Überall den Senf dazugeben….

      • Bin froh dass wohl auch andere der Ansicht bezüglich Barbara Schöneberger sind. Konnte die Frau noch nie leiden, erinnert mich immer an die eine Tante die man nur einmal im Jahr bei Familienfesten sieht und die denkt sie sei besonders laut und lustig und dabei nicht merkt dass der Rest der Verwandtschaft schon längst vor Fremdscham im Boden versunken ist.

      • Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie BS sich so lange im Geschäft gehalten hat – sie hat glaube ich schon 20 Konzepte (wobei die meist auch nicht besonders gut waren) gegen die Wand gefahren. Ein bißchen wie einige Fußballtrainer, die trotz immer wiederkehrenden Misserfolges dann doch wieder nen 3-Jahes-Vertrag bekommen.

  12. Der deutsche Beitrag hat eine like-dislike rate, die auf dem Level von den sisters ist.
    Was hat die so tolle professionelle esc Jury für einen Beitrag ausgesucht??
    Frechheit. Dafür wurde intern nominiert??? Für sowas??

    • Hier muss man aber sagen auf einen wesentlich höheren Level. Das Video hat nach 2 Tagen jetzt schon mehr Likes als das Live-Video von den Sisters, obwohl das schon 2 Jahre drin ist.

      • Nun gut, über „Sister“ brauchen wir uns wohl nicht zu unterhalten. Daß dieses Nichts an Lied auch eine ebensolche Reaktion bekommt, lag wohl auf der Hand,

    • Um die Diskussion um Likes und Dislikes vielleicht in die richtige Richtung zu schieben:
      Das Musikvideo der S!sters hat ein Like/Dislikerate von 86 zu 14.während der Liveauftritt bei ich glaube 57 zu 43 steht.
      Wollen wir uns da nichr eher fragen wie die Jendriks Performance aussehen wird?

      • Ich finde die Like/Dislike-Verhältnisse nicht aussagekräftig. Könnte es nicht hilfreicher sein, zu vergleichen, wie oft etwas überhaupt gesehen wurde? Ich gucke auch viel, bewerte aber sehr, sehr vieles überhaupt nicht. Besonders wenn es belanglos oder einfach nicht bewegend ist,

        Erst wenn, zumindest bei mir der „Emotionspegel“ positiv ausschlägt, drücke ich auch mal den Like button.

        Und Dislike zu drücken ist für mich eher nur die Form von schlechtem Benehmen. Das ist doch wie anonymes „haten“ ohne Worte.

        Völlig zu recht gibt es z.B. hier im Blog nur einen „Gefällt mir“ Button unter Beiträgen. Der grissgrämig-negative Aspekt wird garnicht abgefragt. Finde auch völlig richtig so.

    • Das Musikvideo der S!sters wurde leider erst kurz vor dem Finale veröffentlicht, es fand auch hier recht positiven Anklang, geriet dann aber nach dem ESC-Auftritt wieder in Vergessenheit. Es ist ein Jammer, dass es nicht früher veröffentlicht wurde, dann wäre jetzt vielleicht nicht dieses immer wieder hämisch zitierte „Sorry, zero Points“ das Einzige, was manche von diesem Titel in Erinnerung haben (bzw. hätte es diesen Ausspruch vielleicht auch nie gegeben).

      • Bei den S!sters ist promotiontechnisch leider einiges schief gelaufen, was aber nicht den S!sters anzukreiden ist. Ich fand zwar den Song auch nicht besonders spektakulär, hatte eine andere Favoritin. Aber mit der Inszenierung von der VE (oder auch vom Video) wäre sicher noch etwas zu retten gewesen.

        Dieses „Sorry, zero Points“ fand ich übrigens auch sehr demütigend. Der Moderatorin war es auch sichtlich unangenehm.

      • Deswegen fände ich es besser, wenn man wieder, wie in den Jahren zuvor, beim Vorlesen mit dem Beitrag beginnt, der im Televoting die geringste Punktzahl bekommen hat. Am Anfang rechnet man mit einer niedrigen Punktzahl, da fällt es nicht so auf. Die Häme über John Lundviks Gesichtsausdruck bei der Verkündung seiner Punktzahl hätte es dann übrigens auch nicht geben können.

  13. Manchmal habe ich das Gefühl, dass unsere Babsi denkt, sie müsse sich nicht mehr auf Gespräche vorbereiten. Das hätte interessanter sein können. Dann heißt es jetzt für mich, heute Abend diesen Silbereisen aufzuzeichnen, um die 11,81 Punkte komplett zu verstehen. Ich erwarte nicht weniger, als einen mitreißenden Auftritt. Zeig es allen, die jetzt noch zweifeln, lieber Jendrik!

  14. Ich fand selten eine*n deutsche*n Vertreter*in so sympathisch wie Jendrik! Macht mir absolute Freude. Das wird richtig schön bunt und lebensfroh in Rotterdam, da bin ich mir sicher.
    Ich tanze übrigens auch schon zur reinen Audio mit, wenn die Bläser abgehen, und das mir als „Performance-Mensch“ 😀 Das wird auf der Bühne bestimmt die komplette Strahlkraft zeigen ^^

  15. Leute müsst ihr diesen Gender-Quatsch bis zur Lächerlichkeit ausreizen? Jendrik ist doch ein Mann? Also gibt es da eigentlich gar nix zum gendern. Er ist der deutsche Vertreter. Und kein Vertreter*in und hasse nicht gesehen. So schwer übrigens Vertreterinnen und Vertreter auszuschreiben?

    • In dem Fall ist das Gendern aber richtig, weil er ja über alle deutsche Acts schrieb und da waren sowohl weibliche als auch männliche Acts dabei. Nur über Jendrik hat er nicht geschrieben.
      Schwer auszuschreiben ist das übrigens nicht. Es ist aber auch nicht schwer, das * zu benutzen.

    • Einfache Antwort: Ja, muss ich 😀
      „Vertreterinnen und Vertreter“ wird in Bezug auf deutsche Acts sachlich wohl stimmen (jedenfalls fällt mir niemand aus dem dritten Geschlecht ein), aber bei Israel zum Beispiel haben wir ja Dana International und dann würde ich definitiv das Sternchen benutzen, weil es alle Gruppen einfach gleichermaßen bedient.
      Und nein, ich bin weder trans noch weiblich und ich verstehe auch, dass diese „Gruppen“ ganz andere Sorgen haben, aber ich stelle sprachliche Logik und Vollständigkeit hier über Ästhetik (btw finde ich das Sternchen schön). Und im wissenschaftlichen Kontext schreibe ich erst recht schon beruflich so, da gewöhnt man sich das einfach an 🙂

    • Ich find sowas auch immer schwer lesbar – witzigerweise posten nur Männer zu dem Thema hier – was sagen die Ladies?
      Noch schlimmer find ich den Versuch in den USA, „Latinx“ statt „Latino“ zu etablieren; es lässt sich auf Spanisch nicht einmal aussprechen.

      • Es geht ja darum, alle Geschlechter zu sehen. Und damit sind Männer in etwa zu gleichen Teilen betroffen wie Frauen.
        Und ja, es ist schwer lesbar. Aber ich glaub, Lesbarkeit ist in dem Kontext nun wirklich das kleinste Problem.

  16. Bei vielen hier im Bubble, national und international, würde es in den Top 5 sein wenn es aus Russland Ukraine Schweden etc kommen würde…

  17. Ich finde es sehr amüsant, dass viele, die Jendriks Botschaft abfeiern, sich hier an Barbara Schöneberger abarbeiten. Die „Tante“ und was da sonst noch so alles kam. Ist das der Respekt, von dem hier immer alle reden? Das ist doch ziemlich heuchlerisch, was hier einige machen. Respekt hat man auch den Leuten entgegenzubringen, die man nicht mag. Schreibt einfach sachlich und konstruktiv, warum ihr Barbara nicht mögt – das kann man ja inhaltlich besprechen. Aber nicht mit solchen Begriffen wie hier teilweise geschehe. Das ist nicht im Sinne von Jendriks Botschaft.

  18. Vielleicht könnten zwei Jurys (Experten / Fans) 5 oder 6 Acts für eine Vorentscheidshow 2022 auswählen. Dann entscheiden später die Zuschauer. Somit wären alle involviert. Allerdings wären die 5 nicht gewählten Acts wieder vorbelastet. Das wäre schade.
    Nein, ich mag das Lied von Jendrik nicht. Mich nervt es leider. Ist aber auch Geschmacksache. Letzter Platz wird es glaub ich nicht, aber auch keine Top Ten Platzierung. Ich freu mich trotzdem auf den ESC und wünsche Jendrik alles Gute!

    • Hatten wir doch auch schon und die Zuschauer und internationale Jury wählen die S!sters. Genau genommen ist die ARD einfach generell die falsche Plattform.

      • Aber da durften Fans und Experten nicht die Acts für den Vorentscheid wählen. Die wurden doch gesetzt vom NDR?! Oder? Das war ein Disaster meiner Meinung nach.

      • In den Saisons 2018 und 2019 wurden die VE-Acts von den Jurys ausgewählt. Auch die Sisters, obwohl die erst später in den Prozess eingestiegen sind (das ist hier sicher auch noch irgendwo nachzulesen, aber ich bin jetzt grade zu faul, den Link rauszusuchen). Es gab da mehrere Songs noch ohne Interpreten, die „getestet“ wurden und für die dann erst entsprechende Künstler gesucht wurden. Die Kombis wurden dann aber wieder den Jurys vorgelegt und erst dann in die VE gewählt.

      • Ich meine doch, das die vorher vom Panel und internationalen Jury ausgewählt wurden. Beim Schulte bin ich mir ganz sicher…. S!sters wurden aber glaub ich als „Konzeptsong“ nachgeschoben.

      • Achso. Das wusste ich nicht. Ja, vielleicht muss Stefan Raab wieder mitmischen.

      • 2018 und 2019 wurden sowohl die Interpreten auch schon von den zwei Juries bestimmt, die Songs wurden vorab auch schon von ihnen bewertet, mit welchem Song jeder Interpret in der Sendung auftrat, blieb aber letztlich ihm selbst überlassen. „Sister“ ist in so fern ein Sonderfall gewesen, als dass er tatsächlich nachgerutscht ist, er allerdings trotzdem von beiden Juries vorab bewertet und für gut genug befunden wurde, um ihn in die Sendung zu nehmen.

        Und ganz ehrlich, hätte Stefan Raab Jendrik entdeckt, würde er jetzt wieder als der ESC-Messias schlechthin gefeiert werden und es würde gesagt, dass der NDR einen solchen Beitrag NIEMALS hinbekommen hätte.

      • Aber so ein toller Beitrag ist das ja von Jendrik auch nicht… Aber ist ja Geschmacksache.

      • Juries und Panel dienen für meine Begriffe nur als besserer Kugelfang und sind nicht mehr als Potemkin’sche Dörfer und teurer Unfug. Sofern man oben nur Murks reinpackt, kann unten auch nur noch Murks rauskommen. Rumpolieren ist da auch keine Lösung mehr.

        Erste Sichtung und Vorauswahl aus den Bewerbungen wurde meines Wissens stets zur Chefsache erklärt, optional mit Hilfestellung vom HoD. Wenn sich hier der Bock selber zum Gärtner macht, bleiben für die Juries eh nur noch ein paar Stengel über.
        Mal ganz abgesehen davon, dass auf verbrannter und ausgelaugter Erde ohnehin nicht viel gedeihen kann. Auch dafür zeichnet allein der Gärtner verantwortlich.

      • Stimmt – wär Jendrik ein Raab-Schützling gäbs überall Jubelarien ohne Ende. Und die Raabianer würden jede Kritik im Keim ersticken😛

  19. Genau das dachte ich gerade auch: Wäre Jendrik eine Entdeckung von Raab gewesen, wären die Reaktionen weitaus sanfter ausgefallen.
    Was mich im Zusammenhang mit „Likes“ und „Dislikes“ stört: Man kann doch gar nicht sagen, aus welchen einzelnen Ländern die Reaktionen kommen, oder? Weiter oben wurden die aktuellen Zahlen mit denen der Sisters vor 2 Jahren verglichen. Ich bin jedoch fast sicher, dass mindestens 80% der Dislikes von Deutschen kommt. Wenn mich recht erinnere, hatte selbst Salvador Sobral nach Veröffentlichung seines Songs ohne Ende schlechte Reaktionen.

  20. Es ist sicher davon auszugehen dass die Mehrheit der Dislikes aus Deutschland kommt da es viele gibt die es total geil finden den eigenen Beitrag niederzumachen…

  21. Mit ihren ständigen Projektionen und Unterstellungen (wäre es Russland, wäre es Raab etc. …) zeigen sich hier viele Jendrik-Unterstützer nicht von ihrer besten Seite. Ich frage mich tatsächlich, was Jendrik selbst von solch einem Benehmen hält, weil er mir doch ein guter Kerl zu sein scheint, für den es kein Problem ist, wenn jemand sein Lied nicht so dolle findet. Wen dem so ist, muss man ja nicht gleich dunkle Motive haben oder unehrlich sein … Da sind hier echt einige Komiker unterwegs.

    • Eben, danke.
      Ich möchte halt einfach nur einen Song gut oder nicht gut finden, ohne Vergleiche mit anderen Songs aus anderen Ländern von anderen Komponisten.

      Diese ganzen Heranziehungen „wäre es Russland/Schweden“, „wäre es von Raab“ zeigt halt auch nur, wie wenig diese Menschen von Differenzierung verstehen.

      Ich finde halt einfach nur das Lied blöd. Jendrik war mir gestern in der Talkshow sympathisch und sicher hat er auch ’ne gute Bühnenausstrahlung. Aber deswegen muss mir doch noch lange nicht sein Lied gefallen.
      Raab hingegen ist mir tatsächlich sympathisch, aber das heißt nicht, dass mir jedes Lied von ihm gefällt oder jede Show.

    • Da du mich quasi persönlich ansprichst:
      Es ging mir keinesfalls darum, Kritik irgendwie abzuwehren oder nicht zu akzeptieren (im Übrigen finde ich „I Don’t Feel Hate“ rein musikalisch selbst nicht besonders prall). Du und auch andere haben vorbildlich gezeigt, wie das geht: Man äußert sie, begründet sie und bleibt dabei sachlich. Wunderbar!
      Die verbalen Entgleisungen einiger anderer berühren mich da eigentlich auch weniger, was mich aber zunehmend nervt, ist die offensichtliche Doppelmoral, die hier (und auch anderswo) einige an den Tag legen: Wenn es um andere Länder geht, wird sich völlig unvoreingenommen mit allen Kandidaten beschäftigt, egal ob sie einen Castingshow-Hintergund haben, bisher überhaupt irgendwas veröffentlicht haben usw. Gerne darf es dann auch individuell und schräg werden
      Wenn es jetzt aber um den deutschen Vertreter geht, wird kein gutes Haar an nichts und niemandem gelassen, oft noch gepaart mit unkonstruktiven, mäßig pointierten Anti-NDR-Rants (siehe Kowalski oben), die häufig von wenig Sachkenntnis zeugen und im schlimmsten Fall auch noch Verschwörungstheorien verbreiten; also frei nach dem Motto: „Die anderen Länder dürfen sich gern gepflegt zum Deppen machen, aber wir haben gefälligst einen guten Beitrag (sprich: der MIR gefällt) zu schicken!“.
      Außerdem wird sich jahrelang über 08/15-Mainstreamsongs, farblose Interpretinnen und die Serien-Songschreiber-Mafia (über die in anderen Ländern dann auch gern mal gnädig hinweggesehen wird, aber wehe Barker und Milanov schreiben was für Deutschland) mokiert und ein „echter Künstler“ mit eigenen Ideen, der polarisiert sowie „Ecken und Kanten“ hat, gefordert, und kaum haben wird das mal, wird sich dann genau darüber wieder beschwert (einige haben da tatsächlich diffrenzieren können (Hut ab!), viele andere leider nicht).
      In diese Kategorie gehören für mich auch die immer wieder auftauchenden Rufe nach Stefan Raab.
      Erstmal: Ja, Stefan Raab hat Großes geleistet, sowohl für die deutsche Fernsehunterhaltung als auch Deutschland beim ESC. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass (besonders in bezug auf die Jahre 2010-12, auf die meistens angespielt wird) es mitnichten eine One-Man-Show war. Ohne die Leute hinter ihm wäre das alles nicht möglich gewesen, besonders hervorzuheben Wolfgang Dahlheimer als „Musikdirektor“, von dem z.B. das Lena-Arrangement von „Satellite“ stammte. Außerdem hat sich Raab 2012 schon komplett aus der Organisation des VEs zurückgezogen und seine Präsenz auf die Beurteilungs-Jury in der Show begrenzt (an seiner Stelle verantwortlich war damals Thomas D. von Fanta 4). Außerdem war Brainpool noch bis 2017 stark in die VEs involviert, inklusive Kandidatenauswahl und Gestaltung der einzelnen Auftritte. Man könnte also auch sagen, dass sich Raab rechtzeitig aus der Affäre gezogen hat und die Leute, die drei Jahre lang ein gutes Händchen bewiesen haben, danach das Glück verlassen hat. Offen bleibt auch die Frage, was Raab denn nun genau anders machen soll, als es jetzt ist, und wie. Ich bleibe da bei meiner Meinung: Hätte Jendrik in irgendeiner Weise den Raab-Stempel (und sei es auch nur, dass er ihn bei TikTok entdeckt und an den NDR weitergeleitet hätte), würde seine Beurteilung gerade von Leuten mit prinzipieller NDR-Schreiber-Antipathie doch etwas anders ausfallen.
      Ich weiß schon, bei dir bin ich mit diesem Roman eigentlich an der völlig falschen Adresse, aber es musste einfach mal raus. Ich verspreche, ich fasse mich in Zukunft wider kürzer 🙂

      • Ich wünsche mir auch immer einen eigenständigen Künstler mit Ecken und Kanten. Und ja, vermutlich haben wir den dieses Jahr. Aber deswegen muss es mir doch nicht gefallen.

        Und du kannst da gern bei deiner Meinung bleiben bzgl. etwaigem Raab-Stempel. Aber du sprichst damit Leuten auch das eigenständige Denken ab. Mir ist doch vollkommen egal, wie Jendriks Song gelabelt ist, wer da alles dran gearbeitet hat: er gefällt mir einfach aus rein musikalischen Gründen nicht. Und das wäre auch noch so, wenn sich jetzt Raab äußern würde, dass er den Song super findet.
        Immer diese Verallgemeinerungen… Auch nicht im Sinne von Jendriks Botschaft.

      • Vielen Dank für die detaillierte Antwort. Eigentlich hatte ich gar nicht an Dich gedacht, aber vielleicht habe ich Deine ‚verwerflichen‘ ( … 😉 …) Kommentare auch verpasst. Du hast ja vollkommen Recht, die unfairen Attacken gibt es auf beiden Seiten, und ganz gleich, auf welcher Seite jemand steht, der/die sich so verhält … das hinterlässt niemals einen guten Eindruck. Und prinzipiell ist Leidenschaft ja auch was schönes, man sollte sich davon nur nicht zu Unfairness, Verschwörungstheorien, zweierlei Maß oder unangemessener Sprache hinreißen lassen. Ich denke, dass wir uns in diesem Punkt, der für mich der allerwichtigste ist, vollkommen einig sind. 🙂

      • @floppy Hooo..immer ruhig, Brauner! Leider muss ich dich schwer enttäuschen. Trotz fleißig eingesammelter Minuspunkte werde ich deine Kommentare weiterhin zu den lesenswertesten zählen. Bedaure also zutiefst.

        Bedauernswert ist ferner, von dir mutmaßlich in die schamlose Liste der Raab-Apologeten eingereiht zu werden. Das hat durchaus beleidigenden Charakter;-) Von mir wirst du sicher niemals einen Ruf nach diesem profilierungssüchtigen Unsympath vernehmen. Von daher unterschreibe ich deine Ausführungen über ihn, würde mich persönlich jedoch viel drastischer über ihn auslassen. Die unqualifiziertesten Äußerungen über den ESC, die mir bekannt sind, stammen durchweg von ihm. Und die aus einer Zeit, in der viele Entscheider wie benebelt an seinen Lippen hingen.

        Bedauerlich ist dito, dass deine Attestation für fehlende Sach-und (schlimmer noch:) Fachkenntnisse auch hier den falschen Adressaufkleber trägt. Rothenbaumchaussee 132 in HH wäre allerdings zu pauschal, denn dort arbeiten überaus fähige Leute, nur leider nicht zu Diensten des ESC. Der am häufigsten genannte Grund hierfür: Schreiber gilt als überaus schwierig.

        Das er z. B. mit C. Pellander die Bewerbungen vorgesiebt hat, ist ein offenes Geheimnis. Und weder hat es mit steilen Thesen noch mit wie auch immer gearteten Verschwörungstheorien zu tun, dass der Unterhaltungschef nicht nur den Genrerahmen vorgibt, was in welcher Form für D an den Start gehen darf, resp. überhaupt zur Wahl stehen darf. Verhielt sich unter Meier-Beer schon so, nur das der seinerzeit den ESC in D und insbesondere das NF wieder zur Attraktion gemacht hat, während Schreiber vermittelst seiner obstinaten Haltungen und fataler Fehleinschätzungen alles wieder systematisch abgewirtschaftet hat (und das obwohl Fortuna noch ihr Füllhorn 2010 über ihn ausschüttete, eine Steilvorlage par excellence).

        Und genau diese Umstände unterscheiden ihn von uns beiden, denn ich bin mir sicher, dass es ebenso DIR wie MIR ziemlich schnuppe ist, ob der entsandte Act den eigenen Geschmacksknospen genehm ist, weil die Ziele ganz andere sind und a priori auch sein müssen. Wie weit man sich diesen angenähert hat, wird vom scoreboard später lediglich noch bestätigt.
        Hätte ein Thomas Schreiber das je verinnerlicht, hätte er qua Amt irgendwann einmal die Schleusen geöffnet; statt der Nation sein Schlaftabletten-lineup mit Santiano und 3 Tenören zwangszuverordnen. Nicht unwahrscheinlich, dass man eine Netta, eine Conchita, Hatari, Lordi, Zdob si Zdub oder einen Gabbani in deutscher Version auf der Bühne hätte erleben dürfen.
        War aber nicht wegen ist nicht.
        Ernsthafte Zweifel bestehen auch, ob man eine Jamala oder ein Salvador Sobral hierzulande jemals zu Gesicht und Gehör bekommen hätte (was ich im Einzelnen von der Auflistung halte ist s. o. verzichtbar).
        Bei Måns Zelmerlöw ist es sogar unstreitig, über ‚Heroes‘ wurde bei jeder Gelegenheit, in aller Öffentlich- und Peinlichkeit der Stab gebrochen und ganz und gar unstreitig ist, dass einer vielfältigen deutschen Künstlerlandschaft das Potential für all solche Acts innewohnt.

        Doch leider mangelt es nicht nur an der Bereitschaft zum Auslösen von Initialzündungen und Aufbruchstimmungen in der Szene, weit gefehlt, die generelle Erkenntnis, dass ein derartiger Prozess vonnöten wäre, um den ESC hierzulande mal auf das Level und Niveau zu hieven, welches ihm gebührt, ist überhaupt nicht vorhanden. Das die Dinge so sind wie sie sind, ist keine Frage von widrigen Umständen, wie gern und oft suggeriert – es ist bewirkt worden. Durch Fehlentscheidungen und Untätigkeit, dazu gesellt sich diese unerträgliche Anmaßung und Dünkelhaftigkeit, die jede Kritik im Keim ersticken will.
        En détail zeitigen solche Eigenschaften auch solche fürchterlichen Inszenierungen, wie vorhin gerade eindrucksvoll bei der Silbereisenshow demonstriert. Das wird dem jungen Irrwisch trotz seines Herzblutes und Engagement noch nicht mal zur Schadensbegrenzung gereichen. Dieser Support ist einfach nur ein Armutszeugnis.

        Sei froh um jeden, der entschlossen ist, diese Missstände anzuprangern, egal ob laut oder leise, sondern gerade so, wie ihm der Schnabel gewachsen ist.

  22. Ich find auch das Jendrik ein guter Kerl ist, aber ich mag den Song eben nicht. Ich finds billig. Ich mochte eben die Beiträge von Stefan Raab immer. Von Wadde hadde du de da, über Lena und bis Roman Lob. Und ob Stefan Raab oder der NDR sich was auf die Fahne schreiben, ist mir herzlich egal. Aber du hast recht, nur weil Jendrik oder sein Song nicht jedermanns*jederfrau Sache ist, muss man ihn nicht unnötig dissen. Ich freu mich auf den ESC und darum geht’s doch.

    • Die Beiträge von Stefan Raab…Von Wadde hadde du de da (ja der war wirklich musikalisch etwas ganz Großes und eigentlich wundert es mich, dass Stefan für den Text nicht schon längst den Literatur-Nobelpreis bekommen hat), über Lena (dessen Beiträge Stefan nicht geschrieben hat, seine Beiträge sind in beiden Vorauswahlen durchgefallen – zu recht) und bis Roman Lob (auch der war nicht vom Stefan sondern vom großen Jamie Cullum).
      Aber besonders im Hinblick auf „Wadde hadde du de da“ dann „I Don’t Feel Hate“ als musikalisch billig zu bezeichnen ist schon harter Tobak.

  23. Für mich dieses Jahr, das ich gar nicht einschätzen kann, wie das am Ende abschneiden wird. In den letzten Jahren war es ja immer mehr oder weniger eindeutig. Das die S!sters nicht viel reißen werden war absehbar, ebenfalls ne ordentliche Platzierung für Schulte. Auch die Klatschen für Levina, Jamie Lee und Ann Sophie roch man Meilenweit gegen den Wind. Hier aber nun bin ich total ratlos wie das wohl ankommen wird.

    • Ich denke man kann auch nicht nach der Bubble gehen, diese macht beim ESC Finale einen verschwindend geringen Anteil aus. Hop oder Top ich denke nichts dazwischen, aber auch wenn wir abkacken was solls wir haben mal was riskiert in meinen Augen.

    • Da gebe ich dir vollkommen recht. Hier kann fast alles dabei herauskommen und ich könnte überhaupt keinen Tipp abgeben. Nach dem Live-Auftritt heute Abend kann ich es vielleicht besser beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich in meiner ersten Begeisterung gestern Morgen den Clip in eine Freunde-WhatsApp-Gruppe geschickt habe. Das sind alles Leute, die sich den ESC am Finaltag anschauen, sich davor aber keine Minute damit beschäftigen. Es herrschte höfliche Schweigsamkeit in der Gruppe😔

  24. Das Interview von Barbara mit Jendrik war gleichermaßen sympathisch wie kurzweilig. Meine Nicht-ESC-erfahrende Verwandtschaft, die das gesehen hat. ist von Jendrik und dem Song sehr angetan. („Der Song ist fetzig. Putzen, tanzen, spülen, Staub saugen, alles geht dann viel besser.“)
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    Klar, es gab in der NDR Talkshow nicht viel Neues, aber Jendrik ist erfrischend echt. Das macht das Interview vor allem sehenswert.
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    Ein Thema tauchte – natürlich – nicht auf, und das ist die geschickte Nutzung von TikTok durch Jendrik. Ich habe mich bekanntlich sehr geärgert, dass meine diesbezügliche Frage bei der NDR PK von der Redaktion unerfreulicherweise ignoriert wurde. Denn es ist spannend, was gerade mit „Arcade“ passiert und Jendrik hätte sicher dazu viel sagen können.

    Stattdessen gab es rauf und runter schlichte und redundante Trivalfragen. Aber TikTok war kein Thema. Dabei geht „Arcade“ gerade bei TikTok durch die Decke und wurde dadurch zum ersten ESC-Song in den US-Charts seit 1996. TikTok ist ein faszinierendes und einzigartiges Kulturphänomen und durch den „Arcade“ Höhenflug und Jendrik spätestens beim ESC angekommen. Schade, dass die Eurovision.de Redaktion eine Frage darüber nicht zugelassen hat.

    • Der Song „Arcade“ hat durch die Verwendung einiger TikTok-Nutzer in ihren Clips einen neuen Aufschwung erhalten. Ein ähnliches Phänomen fällt mir grad ein (auch wenns nicht 1 zu 1 vergleichbar ist) mit ESC-Melodien, die Jahre später in der Werbung zum Einsatz kamen (z.B. Belinda-Freinstrumpfhose wurde begleitet mit der Melodie von „Puppet on an string“ von Sandie Shaw – sogar erst viele Jahre nach dem ESC-Erfolg; oder der Song von Sebastian Tellier „Devine“ (Frankreich 2008), der ebenfalls ca 2 Jahre nach dem ESC für ein Werbeprodukt verwendet wurde).

      Durch die Neuverwendung bei TikTok konnte „Arcade“ wieder in die Charts einsteigen – es wär insofern schon interessant gewesen zu erfahren wie Jendrik das jetzt so sieht wo er doch TikTok sehr fleissig am nutzen ist.

  25. Was mir noch Kopfzerbrechen macht, wie verteilen sich die Punkte zwischen Litauen, Russland, Island und Deutschland. Auch wenn die Lieder unterschiedlich sind, fischen sie um die gleichen Voter. Bleibt wer auf der Strecke? Kommen alle 4 gut an? Vielleicht kommt sogar noch ein „Spassbeitrag“ dazu. Spannende Zeiten stehen an.

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