JESC 2020: Online-Voting-Ergebnis, Juryabstimmung und Einschaltquoten im Detail

Bild: Nathalie Guyon

Der Junior Eurovision Song Contest 2020 ist Geschichte und Valentina aus Frankreich (Aufmacherfoto) ist mit „J’imgaine“ die strahlende Siegerin. Das komplette Endergebnis haben wir bereits gestern Abend veröffentlicht. Heute nehmen wir uns die Ergebnisse des Online-Votings und der Juryabstimmung im Detail vor und analysieren diese.

Das Ergebnis des Online-Votings sah folgendermaßen aus:

  1. Frankreich: Valentina – J’imagine (112 Punkte)
  2. Spanien: Soleá – Palante (73 Punkte)
  3. Kasachstan: Karakat Bashanova – Forever (69 Punkte)
  4. Niederlande: Unity – Best Friends (64 Punkte)
  5. Belarus: Arina Pehtereva – Aliens (57 Punkte)
  6. Ukraine: Oleksandr Balabanov – Vidkryvai (Open Up) [54 Punkte]
  7. Serbien: Petar Aničić – Heartbeat (50 Punkte)
  8. Malta: Chanel Monseigneur – Chasing Sunsets (49 Punkte)
  9. Polen: Ala Tracz – I’ll Be Standing (44 Punkte)
    Russland: Sofia Feskova – My New Day (44 Punkte)
  10. Georgien: Sandra Gadelia – You Are Not Alone (42 Punkte)
  11. Deutschland: Susan – Stronger With You (39 Punkte)

Insgesamt sollen 4,5 Millionen Stimmen abgegeben worden sein. Allerdings macht es keinen Sinn, wie einige Fanseiten das tun, die Punkte in totale Stimmen zurückzurechnen, um dann Rückschlüsse darüber zu ziehen, wer mit welchem Abstand vor oder hinter wem lag. Die Abstimmungsregeln der EBU sehen nämlich ganz eindeutig vor, dass die Stimmen gewichtet werden:

„Das Online-Abstimmungssystem für JESC 2020 wird mithilfe einer mathematischen Formel erweitert, das Power Voting abschwächt und sicherstellt, dass ein gültiges Ergebnis erzielt wird, das allen teilnehmenden Ländern gerecht wird.“

Ohne diese „mathematische Formel“ zu kennen, lassen sich aus den vergebenen Punkten also keine zuverlässigen Aussagen über die absolute Stimmenzahl einzelner Länder treffen. Warum das problematisch ist, haben wir gestern auch in unserer „ESC kompakt LIVE Aftershow“ zum Junior ESC besprochen.

Was fällt sonst noch auf? Dass Valentina die haushohe und verdiente Siegerin ist, darüber gibt es wohl keinen Zweifel. Auch das gute Abschneiden von Soleá aus Spanien war zu erwarten. Etwas überraschender sind da die Ergebnisse von Belarus („nur“ Platz 5 obwohl vorher als Mit-Favorit gehandelt) und Serbien (auf Platz 7 erstaunlich stark). Auch am Ende der Tabelle gab es einige Überraschungen, so wurde Polen im Allgemeinen – nicht zuletzt aufgrund der sehr guten Online-Voting-Ergebnisse in den vergangenen Jahren – stärker erwartet, ebenso wie Georgien, das überraschend nur auf dem vorletzten Platz liegt.

Über fehlendes Interesse in Deutschland kann sich der KiKA übrigens nicht beschweren. Wie dwdl vermeldet, hat der erste JESC mit deutscher Beteiligung durchaus ganz annehmbare Einschaltquoten eingefahren. 590.000 Zuschauer sahen zumindest Teile des Contest, im Durchschnitt waren es 370.000. Insgesamt lag der Marktanteil damit zwar nur bei 2,5%, allerdings waren es 15,9% bei den 3- bis 13-Jährigen, bei den 10- bis 13-Jährigen sogar 17,8%.

Schauen wir uns nun das Ergebnis des Jury-Votings etwas genauer an:

  1. Frankreich: Valentina – J’imagine (88 Punkte)
  2. Kasachstan: Karakat Bashanova – Forever (83 Punkte)
  3. Belarus: Arina Pehtereva – Aliens (73 Punkte)
  4. Georgien: Sandra Gadelia – You Are Not Alone (69 Punkte)
  5. Niederlande: Unity – Best Friends (68 Punkte)
  6. Spanien: Soleá – Palante (60 Punkte)
  7. Ukraine: Oleksandr Balabanov – Vidkryvai (Open Up) [52 Punkte]
  8. Malta: Chanel Monseigneur – Chasing Sunsets (51 Punkte)
  9. Polen: Ala Tracz – I’ll Be Standing (46 Punkte)
  10. Russland: Sofia Feskova – My New Day (44 Punkte)
  11. Serbien: Petar Aničić – Heartbeat (35 Punkte)
  12. Deutschland: Susan – Stronger With You (27 Punkte)

Überraschend sind hier vor allem zwei Ergebnisse, nämlich das vergleichsweise schlechte Abschneiden von Spanien und das der Ukraine. Erstaunlich gut schlagen sich – wie auch im Online-Voting – die im Vorfeld eher übersehenen Mädchen von Unity aus den Niederlanden.

In den Kommentaren wurde noch gewünscht, dass wir das detaillierte Voting der deutschen Jury veröffentlichen. Da sich beim Junior ESC aber anscheinend die jeweiligen Punkte keinem konkreten Jury-Mitglied zuordnen lassen, ist das etwas witzlos. Sonst wäre es zum Beispiel sehr interessant gewesen zu sehen, ob die Kinder anders abgestimmt haben als die erwachsenen Jurymitglieder. Wer sich die Tabelle mit der detaillierten deutschen Wertung trotzdem anschauen möchte, findet diese hier.

Ist Euch noch etwas an den Ergebnissen aufgefallen?


49 Kommentare

  1. Nichts für ungut, aber irgendwie bin ich froh, dass der JESC jetzt rum ist, und man sich vermehrt wieder anderen Themen widmen kann (freue mich schon aufs nächste Round up😊)
    Leider wurde meine Befürchtung bestätigt, nähmlich, dass es für Kinder noch viel härter ist, nach hinten durchgereicht zu werden, als für Erwachsene. Das traurige Gesicht von Susan werde ich so schnell nicht vergessen, Mann, ich hätte sie am liebsten in den Arm genommen (ich weiss, geht nicht, von wegen Abstand).

    • Kann das Mitgefühl verstehen. Hatte ich natürlich auf eine Art auch. Ein Grund für die Auswahl von Susan war aber auch ihre Erfahrenheit in Sachen Musikwettbewerben – nicht vor dem Hintergrund ihrer musikalischen, sondern auch charakterlichen Fähigkeiten… nämlich zu erkennen, dass es da nicht nur Sieger gibt und es letzten Endes nicht an einem selbst liegen muss (und es eh um Geschmäcker geht). Und so war es hier ja auch. Natürlich ist da – wie bei allen – eine Enttäuschung zu sehen gewesen. Wär ja sonst auch wenig glaubwürdig. Ich bin da aber sehr zuversichtlich, dass sie da bei den Kinderredaktionen, ihrer Fanbase und sowieso ihren Friends & Family gut aufgehoben war und ist. Der Blick auf das Gute wird sich durchsetzen und stolz machen können. Logo…

      • Das klingt schon plausibel, klar. Vor dem Wettbewerb sagt man natürlich, dabei sein ist alles, und wenn man nicht vorne landet, ist es auch nicht so schlimm.
        Aber in der Praxis sieht es schon anders aus. Wenn man hautnah miterleben muß, wie man nach hinten durchgereicht wird, kratzt das schon am Selbstwertgefühl. Ist natürlich beim „großen“ ESC nicht anders, klar. Aber Erwachsene stecken so etwas doch noch anders weg, ist natürlich auch eine Typfrage, aber man geht doch schon noch mehr davon aus, dass sie wissen, auf was sie sich einlassen.

        Na ja, wie auch immer: Ich glaube, Susan ist eine starke Persönlichkeit, sie wird drüber hinweg kommen. Und schön, dass sie Freunde und Familie im Rücken hat.

        Alles Gute für sie.🙂

    • Deine Beschreibung bestätigt meine schlimmsten Erwartungen; von daher bin ich froh, es nicht geguckt zu haben und hoffe, wir machen da nächstes Jahr nicht mehr mit.

  2. Ich denke Susan dürfte genug Zuspruch bei ihrem Team gefunden haben.
    Viel härter fand ich dass die jeweiligen Verantwortlichen es vollkommen in Ordnung fanden Sandra und Sofia jeweils alleine auf der Couch zu lassen.
    Sorry, aber das geht nicht.

  3. Also mal ehrlich wenn ich bei einem JESC antrete, dann muß ich auch allein Lied für das Kind produzieren, wo zu erkennen ist, das es ein Lied für den JESC ist. Und nicht ein Lied für den ESC mit ner jüngeren Künstlerin. Außerdem war das Lied stinklangweilig. Auch eine etwas jüngere Künstlerin wäre wohl besser gewesen. Jetzt hat man 2 Wettbewerbe wo man junge Künstler verheizen kann.

    • Ist immer so eine Sache mit dem „Auf-einen-Contest-hin-Produzieren“… Auch die alte Frage, wie immens wichtig einem der Erfolg bei einem musikalischen Wettbwerb ist oder sein muss…

      Ich bin weiterhin stolz darauf, dass Deutschland mit der Idee, seinen Beitrag auch von einem jugendlichen Komponisten erstellen zu lassen, angetreten ist. Da DEIN SONG einen ganz anderen qualitativen Ansatz als der JESC verfolgt, ahnte ich, dass auch ein ehem. Kandidat der Show jetzt nicht gleich beim ersten Mal den JESC-Nagel auf den Kopf treffen würde. Aber das ist auch okay. Mag sein, dass der Song aus (Kinder-)Showsicht (auch abhängig von der Inszenierung) für viele langweilig wirkte. Ich fand den Anspruch daran aber dennoch bemerkenswert und auch legitim, ihn auf die JESC-Bühne bringen zu wollen. Der JESC wird so oft dafür kritisiert, dass da Kinder nur wie Marionetten inszeniert werden würden. In der deutschen öffentlichen Meinung kommt dann in Sachen ESC immer auch gleich dieser popkulturkritische Klischeegedanke hinzu.

      Vor diesem Hintergrund fand ich einen (Junior-)Beitrag wie unseren, der noch stärker als andere aus der Juniorenwelt selbst heraus gewachsen ist – und damit ironischerweise sogar dezent-erwachsener wirkte als andere – richtig gut. Mich stimmte er – Platzierung hin oder her – zuversichtlich für das musikalische Potential, das wir haben. Durchaus dadurch auch irgendwann für den ESC…

      • Der JESC hatte in seinen Anfangsjahren auch ähnliche Regeln wie Dein Song, also die Songs mussten von Kinder/ Jugendlichen geschrieben sein. Das wurde dann über die Zeit etwas aufgeweicht und schließlich ganz abgeschafft. So ist das ganze eben (leider) massentauglicher

  4. Schön finde ich, wenn beide Votings den gleichen Beitrag vorne haben. Mich wundert gerade, wieso Serbien auf den vorletzten Platz gelandet ist mit jeweils Platz 7. Malta und Polen sind in beiden Votings eigentlich hinter Petar gelandet. Tja, dass Deutschland in beiden Bereichen letzter wird hab ich nicht vermutet, ich sah Susan locker in der Top10 🙂 Nächstes Jahr kann es nur besser werden.

      • Ich bleibe dabei, dass der JESC vom Konzept exzellent ins Programm des KiKa passt.
        Was natürlich eher kontraproduktiv ist, ist ein Votingsystem bei dem man sich auch durch viel „self-voting“ nach oben katapultieren kann (auch wenn man das dieses Jahr augenscheinlich besser in den Griff bekommen hat), denn die Reichweite des KiKa ist natürlich eine ganz andere als von TVP1 oder France2.
        Außerdem was auch immer man von unserem Song hält, wir sind die einzige Nation dieses Jahr, dessen Song allein von einem Jugendlichen geschrieben wurde und nicht von einem professionellen Komponisten-Team. In den Anfangsjahren war das ja noch Pflicht beim JESC, dann wurde das aufgeweicht und schließlich ganz abgeschafft.

        Die vom NDR verantwortliche Redakteurin für den JESC hat ja im Interview mit dem ESC-Update selbst gesagt, dass man den Aufwand etwas unterschätzt hat. Auch war die Quarantäne und die Verschiebung der Aufnahmen sicherlich auch eher kontraproduktiv, denn laut der gleichen NDR-Dame war eine „aufwendige Inszenierung“ geplant. Ob das Ergebnis von gestern wirklich diese aufwendige Inszenierung war oder ob man aufgrund der Verschiebung auf einen Plan B zurückgreifen musste, bleibt wohl offen. Zumindest wurden in der Doku Szenen gezeigt in welchen man mit echten Tänzer geprobt hat.

        Man wird daraus seine Schlüsse ziehen, habe aber etwas die Befürchtung, dass man nächstes Jahr nicht mehr dabei ist, auch weil der KiKa schon immer eher skeptisch war und die Initiative zur Teilnahme vom NDR ausging. Auch die Tatsache, dass der NDR sparen muss, sind da nicht förderlich.

        Das Rahmenprogramm fand ich allerdings echt sehr gut gelungen und vor allem die Begleitung durch Jess und Ben sehr gelungen, auch Bürger Lars Dietrich hat gute Arbeit geleistet. Schade finde ich nur, dass Susan durch Corona auch nicht die einzigartige (J)ESC-Atmosphäre vor Ort erleben durfte.

        Sollte man sich dazu entscheiden nächstes Jahr nochmal teilzunehmen, sollte man bei der EBU zumindest das Online-Voting im aktuellen Format zur Disposition stellen. Man sollte eine Bestätigung mit einer Handynummer oder eine App einführen mit welcher man die Stimmen zu einem Land zuordnen kann und Self-Voting wieder untersagen.

        Auch wäre vielleicht eine Kooperation vom KiKa mit The Voice Kids und SAT1/ ProSieben für die Kandidatenauswahl eine spannende Idee,

  5. “ 6. Die EBU behält sich das Recht vor, Stimmen zu verwerfen und / oder zu annullieren oder die Abstimmung und / oder den Abstimmungsdienst auszusetzen, wenn Grund zu der Annahme besteht, dass betrügerische Abstimmungen stattgefunden haben oder Stimmen durch Missbrauch, eine Hintertür oder Fehler abgegeben wurden oder wenn es der Ansicht ist, dass versucht wurde, die Abstimmung und / oder den Abstimmungsdienst zu manipulieren. “ – Vielleicht der Grund, warum Polen & Spanien dieses Jahr nicht so stark im Online-Voting waren??? Die Niederlande sind eigentlich auch immer im Online-Voting stark, aber warum nur? Vielleicht, weil sie Gruppen zum JESC schicken???

    • Hab irgendwie den Eindruck, dass die Stimmen für Polen im grossen Teil nicht gezählt wurden. Spanien sollte auch mehr Stimmen kriegen.
      Hab schon Gerüchte gehört, dass Frankreich dafür bezahlt hat, um im online-vouting zu gewinnen. Da kommt noch Playback ins Spiel 😒alles irgendwie merkwürdig…

  6. Letzter Platz ist echt hart, auch wenn natürlich irgendeine Nation leider letzter sein muss! Da reagieren alle unterschiedlich darauf. Eliana Gomez Blanco von Malta, welche im letzten Jahr den letzten Platz belegte, konnte dies, zumindest öffentlich, gut wegstecken. Aber bei Susan stand ihr die Enttäuschung, verständlicherweise, buchstäblich ins Gesicht geschrieben.
    Vielleicht sollte man es lassen beim JESC eine komplette Votingtabelle zu veröffentlichen, sondern nur die ersten 3 bekannt geben? Wäre für die Fans dann nicht so spannend, aber für die Kinder vielleicht besser? Auf der anderen Seite muss man allerdings sagen, dass dies nicht nur bei einem Musikwettbewerb so ist, sondern im Sport, vor allem beim „Wertungssport“ wie Gymnastik oder Eiskunstlauf, gang und gäbe ist, dass dort eine ausführliche Wertungstabelle veröffentlicht wird und auch hier jemand letzter sein muss! Insofern habe ich es gestern schon erwähnt, dass man auch einen Musikwettbewerb wie den JESC in dieser Hinsicht sportlich sehen muss! Das ist ein sehr schwacher Trost, ich weiß!

    Für mich war nicht der Song ausschlaggebend sondern das Staging! Dieser Wald, war eine tolle Idee, aber leider schlecht umgesetzt. Und auch einige Kameraeinstellungen haben eher eine Studioatmosphäre versprüht (z. B. immer dann wenn die Bühne von oben zu sehen war, weil dies sehr leer aussah). Was eigentlich nicht schlimm ist, wenn man es z.B. so macht wie die Niederlande. Die wollten keine Illusion erzeugen, in so fern geht dies hier in Ordnung, dass man deutlich ein Studio merkt. Aber wenn man schon die Illusion eines Waldes erzeugen möchte, dann ist so eine Kameraeinstellung, meiner Meinung nach, unangebracht. Ich habe es gestern schon mal geschrieben: Stellt euch vor beim Film Titanic, wäre die Kameraeinstellung so gewesen, dass man den Rand von den Wasserbecken, in welchem gedreht wurde, gesehen hätte. Da wäre die ganze Illusion vom sinkenden Schiff auf dem weiten Ozean dahin gewesen! Wenn man schon so eine Kameraeinstellung von oben bei unseren Staging gewählt hat, dann hätte ich es besser gefunden, mehrere so „Bäume“, in unterschiedlicher Größe links und rechts von der Bühne noch hinzustellen. Das hätte, finde ich, dann doch viel besser ausgesehen! So sah das ganze, wie ich oben schon erwähnt habe, irgendwie „leer“ aus!

    Nichtsdestotrotz, bin ich trotzdem dafür, dass Deutschland weiterhin dort teil nimmt! 2021 muss man sich vielleicht mit dem Staging nicht so große Gedanken machen, wie in diesem Jahr, da alle Teilnehmer dann hoffentlich wieder physisch und nicht nur virtuell auf einer Bühne stehen werden.
    Auch wenn der JESC gute Quoten hatte, so frage ich mich trotzdem ob der KiKA der richtige Sendeplatz ist, oder man den JESC nicht lieber an das ZDF abgeben möchte, welche aktuell Sonntag nachmittags, außer es läuft gerade Wintersport, Kinderfilme zeigt. In der letzten Woche z.B. Heidi von 2015. Dieses Wochenende war Wintersport! Alle anderen Nation zeigen den JESC hauptsächlich auch nicht auf einem Kinderkanal! Und wenn doch, dann wird er dort nur zusätzlich gezeigt. So wie es die Hostnation Polen gemacht hat. Dort lief der JESC auf TVP1 und zusätzlich noch auf ihrem Kinderkanal TVPabc. Man muss nämlich auch dazusagen, dass der Klassiker „Weihnachtsmann & Co. KG“ auf SuperRTL gestern bessere Quoten eingefahren hat als der JESC im KiKA!

    Kommen wir zu den anderen Ländern:
    Das Georgien, beim Jury-Voting so gut und beim Online-Voting so schlecht weg kam, ist für mich keine Überraschung! Dieser Song, welchen Georgien gewählt hat, ist ein Jurysong! Für das Publikum vielleicht etwas zu „Ohrwurmuntauglich“, weil nicht so viel Text wiederholt wird. Ebenfalls keine Überraschung war, dass Spanien bei den Jurys in der goldenen Mitte platziert worden ist. Bei diesem Song ist es nämlich genau umgekehrt im Gegensatz zu Georgien! Palante ist eher eine Publikumssong anstatt ein Jurysong.
    Was mich überrascht hat ist das Malta, sowohl von der Jury, als auch vom Publikum noch vor Polen und Russland platztiert wurde. Ich fand Malta war mit Abstand der schwächste Song beim JESC 2020!

  7. Ich bin ja irgendwo froh, dass Georgien weder erster noch letzter wurde. Die arme, wie sie da die ganze Zeit alleine sitzen müsste. Da hätte man sich am liebsten dazu gesetzt.

  8. Worüber diskutiert werden sollte, ist das Jury-Voting von Frankreich. Es wurde im Live-Blog erwähnt und ich dachte es auch sofort: taktisch gevotet. Jetzt wo man nochmal detailliert in Ruhe schauen kann, ist es schon sehr auffällig, dass alle Songs, die vorher schwach eingeschätzt wurden (und von allen anderen Ländern wenig Punkte erhalten haben), bei Frankreichs Jury plötzlich die ganzen hohen Punkte erhalten, während so ziemlich alle Favoriten abgevotet wurden.
    Natürlich kann man jetzt sagen, Geschmack ist verschieden und vielleicht waren das wirklich deren Favoriten, aber ist schon sehr auffällig, dass wirklich alle Favoriten hinten lagen.

    Frankreich hat so eindeutig gewonnen, dass sie solche Spielchen gar nicht nötig gehabt hätten, auch wenn sie vlt. nicht das Jury-Voting gewonnen hätten.
    Von daher bleibt für mich ein Beigeschmack bei diesem Sieg, weil ich Voting-Beeinflussubg zu eigenen Gunsten nicht gutheiße.
    An sich gönne ich Frankreich den Sieg, trotz des Beigeschmacks und dass ich den Song nicht sonderlich mag, da sie die letzten Jahre immer sehr stark waren und es mal verdient haben.

    Noch kurz zu Deutschland: Ich glaube Susan steckt das schon ganz gut weg. Natürlich ist sie enttäuscht gewesen, aber das liegt mit Sicherheit zum Teil auch daran, dass in dem Glückwunsch Video kurz vor der Show ihr hundert Mal erzählt wurde, wie mega ihr Song ist. Damit steigen automatisch die Erwartungen. Sorry, ich fand ihn Durchschnitt, nicht mega. Und wie wir alle wissen, dass für Durchschnitt meist keiner votet.
    Ich hoffe, dass sie das nicht persönlich sieht, denn sie kann da nichts für. Sie hat ne gute Stimme, kann gut singen und hat eine sympathische Ausstrahlung. Dass sie keinen tollen Song bekommen hat, ist ja nicht ihre Schuld.

  9. Auch wenn Polen dieses Mal das Onlinevoting nicht gewonnen hat, bin ich immer noch dafür, dass es abgeschafft wird. Die kleinen Länder Malta und Georgien haben dort nach wie vor keine Chance, wie man dieses Jahr wieder gesehen hat.

    • Beim JESC 2017 in Tiflis gab es auch schon Online-Voting und Georgien ist haarscharf am Sieg vorbei geschrammt. Soviel dazu…

  10. Habe mir im Internet einzelne Ausschnitte angeschaut. Ganz ehrlich?? Ich konnte bisher ohne den JESC sehr gut leben und werde es auch in Zukunft tun.

  11. Warum besuchen Leute ESC Seiten, wenn sie mit der Veranstaltung nichts am Hut haben? Vor allem, warum geben sie dann solche Kommentare ab?

    Susan war schon richtig, der Song nur am Anfang etwas holprig. Aber das Staging und die Kameraführung waren m.E. misslungen. Dabei war genug Zeit. Verstehe das wer will.
    Ansonsten habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Kinder und die Verantwortlichen den Junior ESC ernster nehmen als die Teilnehmer des „erwachsenen ESC“. Vielleicht war das auch nur Corona-bedingt.

  12. In der russischen JESC-Jury waren drei der Mitglieder ehemalige ESC-Teilnehmer, und zwar Philip Kirkorov (1995), Yulia Savicheva (2004) und die eine Hälfte des Duos Tatu, Lena Katina (2003):

    https://eurovoix.com/2020/11/30/russia-philip-kirkorov-yulia-savicheva-lena-katina-were-on-the-junior-eurovision-jury/

    Die französische Delegationsleiterin Alexandra Redde-Amiel gab in einem Interview mit der Zeitung 20 minutes bekannt, daß das französische Fernsehen ganz scharf darauf ist, denn Wettbewerb 2021 auszurichten:

    https://eurovoix.com/2020/11/30/france-france-televisions-is-keen-to-host-junior-eurovision-2021/

    Alors, on y va mesdames et messieurs!

    • Das ganze muss natürlich, wie im verlinkten Artikel bereits erwähnt, noch mit den verantwortlichen Personen der EBU besprochen werden, aber im Grunde kann man zu 90% davon ausgehen, dass, wenn France Televisions schon möchte, der JESC 2021 in Frankreich stattfindet! Auch wieder ein Nachbarland 😉

  13. Ich will eine Anmerkung von Stefanohh weiter oben aufgreifen: Ist bei den hier abgebildeten Jury-Ergebnissen nicht ein Fehler passiert? Als Fan des serbischen Beitrags (ich kann immer noch überhaupt nicht nachvollziehen, warum nicht alle von diesem Ohrwurmsong und vom Auftritt begeistert sind, aber so geht’s mir beim ESC ja auch ständig) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nach dem Jury-Voting an vorletzter Stelle lag. Kann es sein, dass die beiden Ziffern vertauscht wurden, also nicht 53, sondern 35 Punkte? Gestern hattet ihr 85 als Endpunktzahl angegeben, 85 minus 50 wären ja genau 35.

    In diesem Thread wurde die französische Jury-Wertung kritisiert – ich dagegen dachte gestern: Endlich mal eine vernünftige Wertung! Fallen denn nicht auch beim ESC die französischen Wertungen bisweilen sympathisch aus der Reihe?

    • Gut, dass der komplette JESC 2020 auf YouTube verfügbar ist! Gerade nachgeschaut und es stimmt tatsächlich das Serbien nach dem Juryvoting mit 35 Punkten auf dem 11. Platz und somit vorletzter waren!
      Leider gibt es auf der offiziellen JESC-Homepage keine Tabelle wo man das Jury-Voting komplett einsehen kann (nur Online-Voting sowie die Juryvotes der einzelnen Länder), aber beim JESC 2020 Video auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=XVjDr88nnrQ) einfach zu der Zeit 01:44:11 gehen. Dort ist das Ende des Juryvotings und man sieht somit die Punktetabelle wie sie nach dem Juryvoting ausgesehen hat.

      Ob das bei der französischen Jury Absicht war für die schwachen Songs zu voten, kann man echt nicht sagen. Ich glaube wirklich, dass dies einfach dem Geschmack der Jury entsprach! Letztes Jahr gaben sie vor allem den favorisierten Songs, wo die meisten dann letztendlich auch weit vorne landeten, die Punkte! Also ich glaube, dies war keine Absicht von der französischen Jury und hatte außerdem auch keine Auswirkung auf das Gesamtergebnis!

    • Zypern hat 2014 mit Sofia Patsalides auch die Künstlerin ausgewählt, die ursprünglich für den JESC 2013 gedacht war. Von daher würde ich davon ausgehen…

  14. Da ich aus Versehen wieder einmal jemandem geantwortet habe, statt einen eigenen Kommentar zu schreiben, hier nochmal:

    Ich bleibe dabei, dass der JESC vom Konzept exzellent ins Programm des KiKa passt.
    Was natürlich eher kontraproduktiv ist, ist ein Votingsystem bei dem man sich auch durch viel „self-voting“ nach oben katapultieren kann (auch wenn man das dieses Jahr augenscheinlich besser in den Griff bekommen hat), denn die Reichweite des KiKa ist natürlich eine ganz andere als von TVP1 oder France2.
    Außerdem was auch immer man von unserem Song hält, wir sind die einzige Nation dieses Jahr, dessen Song allein von einem Jugendlichen geschrieben wurde und nicht von einem professionellen Komponisten-Team. In den Anfangsjahren war das ja noch Pflicht beim JESC, dann wurde das aufgeweicht und schließlich ganz abgeschafft.

    Die vom NDR verantwortliche Redakteurin für den JESC hat ja im Interview mit dem ESC-Update selbst gesagt, dass man den Aufwand etwas unterschätzt hat. Auch war die Quarantäne und die Verschiebung der Aufnahmen sicherlich auch eher kontraproduktiv, denn laut der gleichen NDR-Dame war eine „aufwendige Inszenierung“ geplant. Ob das Ergebnis von gestern wirklich diese aufwendige Inszenierung war oder ob man aufgrund der Verschiebung auf einen Plan B zurückgreifen musste, bleibt wohl offen. Zumindest wurden in der Doku Szenen gezeigt in welchen man mit echten Tänzer geprobt hat.

    Man wird daraus seine Schlüsse ziehen, habe aber etwas die Befürchtung, dass man nächstes Jahr nicht mehr dabei ist, auch weil der KiKa schon immer eher skeptisch war und die Initiative zur Teilnahme vom NDR ausging. Auch die Tatsache, dass der NDR sparen muss, sind da nicht förderlich.

    Das Rahmenprogramm fand ich allerdings echt sehr gut gelungen und vor allem die Begleitung durch Jess und Ben sehr gelungen, auch Bürger Lars Dietrich hat gute Arbeit geleistet. Schade finde ich nur, dass Susan durch Corona auch nicht die einzigartige (J)ESC-Atmosphäre vor Ort erleben durfte.

    Sollte man sich dazu entscheiden nächstes Jahr nochmal teilzunehmen, sollte man bei der EBU zumindest das Online-Voting im aktuellen Format zur Disposition stellen. Man sollte eine Bestätigung mit einer Handynummer oder eine App einführen mit welcher man die Stimmen zu einem Land zuordnen kann und Self-Voting wieder untersagen.

    Auch wäre vielleicht eine Kooperation vom KiKa mit The Voice Kids und SAT1/ ProSieben für die Kandidatenauswahl eine spannende Idee,

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