JESC-Update: Das Teilnehmerfeld füllt sich – weitere Details zur Show bekanntgegeben

Quelle: junioreurovision.tv

Seit dem letzten Junior Eurovision-Update auf unserem Blog ist einiges passiert. Daher schauen wir nun auf die Beiträge, die in der letzten Zeit neu hinzugekommen sind – darunter etwa Denislava und Martin für Bulgarien (Aufmacherbild) – sowie auf einige andere Infos rund um die Show am 19. Dezember in Paris, die heute Mittag in einer Pressekonferenz bekanntgegeben wurden. Und damit fangen wir auch an.

Pressekonferenz zum Junior Eurovision Song Contest 2021

Um 14 Uhr fand eine Pressekonferenz von France 2 zum JESC 2021 statt. Dort wurden einige Infos rund um die Show am 19. Dezember bekanntgegeben. Hier ein Überblick über die wichtigsten Punkte:

  • Hintergrund des in diesen Jahr späteren Austragungstermins: Zur Weihnachtszeit habe Paris ein besonders magisches Flair, welches man mit dem JESC in diesem Jahr einfangen möchte
  • Die Hosts des JESC 2021 sind Elodie Gossuin (Spokesperson der letzten zwei Jahre, Jurymitglied der Vorentscheidung Eurovision France 2021), Carla (Teilnehmerin am JESC 2019 für Frankreich mit „Bim Bam Toi“) und Oliver Minne (ehemaliger ESC-Kommentator für Frankreich)
  • Stéphane Berne und Laurence Boccolini kommentieren die Show live auf France 2
  • Interval Acts im Finale: Valentina und Barbara Pravi, die eine besondere Version ihres ESC-Titels „Voilà“ präsentieren wird
  • Der Titelsong „Imagine“ ist in Zusammenarbeit mit UNICEF entstanden und setzt sich für den Schutz der Kinderrechte ein
  • Die Eröffungszeremonie findet am 13. Dezember ab 17 Uhr im Studio Gabriel statt und wird von Charlee Moss moderiert (Tochter von ESC-Gewinnerin Marie Myriam)
  • Es wird ein umfassendes und strikt einzuhaltendes Hygiene- und Sicherheitskonzept vorgelegt (angelehnt an das Konzept für den ESC 2021), um die Eingrenzung des SARS-CoV-2-Virus zu gewährleisten – „nichts werde dem Zufall überlassen“
  • Das Abstimmungsfenster wird ab dem 17. Dezember geöffnet sein
  • Die Postkarten beinhalten eine Choreographie und sollen die Internationalität Frankreichs abbilden

Außerdem hat Enzo, der diesjährige französische Teilnehmer, seinen Song „Tic Tac“ mit Unterstützung von Angelina, Carla und Valentina präsentiert.

Neue Beiträge (letzter Stand: Mittwoch 20:30 Uhr)

Aserbaidschan

Am Mittwochabend kam noch der aserbaidschanische Beitrag „One Of Those Days“ hinzu. Gesungen wird er von Sona Azizova.

Bulgarien

Am heutigen Nachmittag wurde der bulgarischer Song „Voice Of Love“ von Denislava und Martin veröffentlicht. Gegen Ende des Videos gibt es einen Gastauftritt einer Künstlerin, die Euch bekannt vorkommen sollte…

Georgien

Der georgische Titel in diesem Jahr kommt locker, funkig und zeitgemäß daher. Das könnte auch daran liegen, dass der Song von Giga Kukhiandze komponiert wurde, der die georgischen Siegertitel 2008, 2011 und 2018 geschrieben hat. Das bisher schlechteste Ergebnis war für Georgien 2019 Platz 14. Wie weit nach vorne kann es Nikoloz Kajaia mit „Let’s Count The Smiles“ schaffen? Der erst 10-jährige könnte womöglich den bisherigen Fan-Favoriten zur Gefahr werden.

Irland

Erst am heutigen Mittwoch wurde der irische Beitrag veröffentlicht. Für das Land tritt Maiú Levi Lawlor mit dem Song „Saor (Disappear)“ an. Bisher ging es für Irland noch nicht über einen 10. Platz im Jahr 2016 mit Zena Donnelly hinaus; mit dem Pop-Rock von Maiú könnte es in diesem Jahr vielleicht besser laufen. Im Hintergrund ist zudem die Vorjahresteilnehmerin Anna Kearney („Banshee“) zu hören.

Italien

Elisabetta Lizza scheint Fan der ESC-Sieger Måneskin zu sein und das ist durchaus auch an ihrem Song „Specchio (Mirror On The Wall)“ zu hören. Der Song fügt dem JESC-Teilnehmerfeld in diesem Jahr eine ganz eigene Note hinzu. Elisabetta wird also definitiv am 19. Dezember herausstechen. Ob sich ihre Musical- und Wettbewerbserfahrung auszahlen wird und Italien nach dem ESC (und der Fußball-Europameisterschaft) den nächsten Wettbewerb für sich entscheiden kann?

Nordmazedonien

In den JESC-Beiträgen der letzten Jahre ist ein Thema dominant: Der Klimawandel und die damit verbundenen Konsequenzen für die junge Generation. Auch Dajte Muzika machen dies in ihrem Song „Green Forces“ zum Thema, verpacken dies jedoch in einer tanz- und clubtauglichen Nummer. „Green Forces“ kommt locker daher und verbindet ethnische Klänge mit modernem Sound. Wenn die Gruppe das auch in Paris gut auf die Bühne bringt, könnte Nordmazedonien in diesem Jahr weit vorne landen.

Portugal

Eine eher ruhige Nummer kommt in diesem Jahr aus Portugal: „O Rapaz“ heißt der Song des 14-jährigen Simão Oliveira, der als Fado-Nachwuchstalent gesehen werden kann. Sein Song entwickelt eine ganz eigene Atmosphäre und Simão wirkt trotz seines jungen Alters schon sehr routiniert und sicher. Egal wie viele Punkte es für den Portugiesen am Ende geben wird, kann er bereits stolz darauf sein, seinen Fado-Song am 19. Dezember vor einem großen Publikum präsentieren zu können.

Russland

Die Wiederholungstäterin Tanya Mezhentseva hat ihren Song „Mon Ami“ präsentiert, der zeitgenössische Pop-Klänge aufgreift und passend zum JESC in Paris eine französische Catchline enthält. Zwar erfindet der Song die Popmusik nicht neu, könnte jedoch ein ernstzunehmender Titelanwärter im Dezember sein. Nachdem es die letzten drei Jahre für Russland eher mäßig lief, könnte Tanya den dritten Titel für ihr Land in Paris holen.

 

 

Neu veröffentlichte Musikvideos

Deutschland 

Inzwischen ist das Musikvideo für Pauline und ihren Song „Imagine Us“ erschienen, worüber wir am Freitag bereits auf unserem Blog berichteten.

Frankreich

Auch der Franzose Enzo hat sein Musikvideo zu „Tic Tac“ präsentiert, welches vielleicht bereits ein erster Vorgeschmack auf das ist, was er auf der Bühne in Paris abliefern könnte.

Malta

Ike und Kaya treten mit „My Home“ für Malta an. Ihr Musikvideo zeigt ein träumerisches Setting, welches durch viele bunte Farben geprägt ist. Wir dürfen gespannt sein, ob es die Holzschaukel auf die Bühne schaffen oder wie sonst die maltesische Delegation die Performance des Duos dort umsetzen wird.

Spanien

Auch Spaniens Levi Díaz hat zu seinem Song „Reír“ ein Musikvideo veröffentlicht, welches einige graphische Animationen und Elemente enthält, die vielleicht auch in Paris zu sehen sein werden. Insgesamt ist es ein sehr dynamisches Video mit ganz verschiedenen Szenen, die vielleicht erahnen lassen, wie Levi Díaz seinen Song „Reír“ performen wird.

Ukraine

Auch die Ukraine hat, nachdem es bisher nur den Live-Auftritt aus der Vorentscheidung gab, ein Musikvideo zum Song „Vazhil“ von Olena Usenko nachgeliefert.

Vor einigen Tagen wurde zudem bekanntgegeben, dass das französische DJ-Duo Ofenbach die Show am 19. Dezember in Paris eröffnen wird. Ihren Durchbruch erzielten sie mit dem Song „Be Mine„, auch in diesem Jahr gelangen César und Dorian mit „Wasted Love“ und zuletzt „Hurricane“ mit Ella Henderson Charterfolge.

 

Wir haben außerdem eine Spotify-Playlist zum JESC 2021 erstellt, wo wir nach und nach die veröffentlichten Beiträge hinzufügen werden – am besten also direkt die Playlist speichern und regelmäßig reinschauen und streamen!

Welcher der bisherigen Beiträge ist Euer Favorit für den Junior ESC am 19. Dezember in Paris? Auf welchen der noch ausstehenden Beiträge freut Ihr Euch am meisten? Schreibt uns Eure Meinungen in die Kommentare! 


43 Kommentare

  1. Ich muss ehrlich sagen: Ich bin schon besorgt, angesichts der sich wieder dramatisch zuspitzenden Corona-Lage, dass die Veranstaltung vollkommen in Präsenz stattfinden soll. Immerhin findet sie ja nicht unter freien Himmel statt. Ob die Hygienekonzepte ausreichen? Hoffen wir das Beste.

    In diesem Sinne: Paßt auf Euch auf und bleibt bitte gesund!

  2. Noch ein paar weitere Infos zu den diesjährigen JESC-Hosts:
    Oliver Minne ist in Frankreich ungefähr so etwas wie in Deutschland Kai Pflaume oder Jörg Pilawa. Mit Kai Pflaume liegt er altersmäßig sogar nur zwei Monate auseinander.
    JESC-Host Elodie Gossuin nahm wurde 2001 „Miss Europa“ und ist seitdem aus der französischen Medienbranche nicht mehr wegzudenken. Sie nahm an vielen Show im französischen Fernsehen teil oder moderierte auch selbst welche. Daneben ist sie auch als Radiomoderation aktiv. Aktuell moderiert sie z.B. die Morgenshow beim französischen Radiosender RFM.

    Jetzt aber zu einer sehr interessanten Neuigkeit:
    Artistic Director für den Auftritt des spanischen Songs beim JuniorESC ist dieses Jahr eine Österreicherin, nämlich Marie-Sophie Kreissl!

    Marie-Sophie Kreissl ist auch in Deutschland keine „unbekannte“ (Tänzer sind aber trotzdem meistens unbekannt), denn sie war u.a. Tänzerin bei der „Helene Fischer Show“ und in Österreich bei der sogenannten „Starnacht“. Laut ihrem instagram-Kanal war sie auch bei der ARD Silvestershow im Jahre 2019.
    Daneben ist sie auch noch als Sängerin aktiv.

    Stellt sich nur noch die Frage, wie RTVE auf Marie-Sophie Kreissl kam?
    Ich glaube RTVE auf Marie-Sophie Kreissl aufmerksam geworden, da sie bei den Stand-In Rehearsal des ESC 2018 in Lissabon mitgewirkt hat wie man ebenfalls ihrem instagram-Kanal entnehmen kann.

    Eigentlich wurde vor drei Wochen von RTVE bekannt gegeben, dass die ESC-erfahrene Britin Nicoline Refsing mit ihrer Firma „Rockart Design“, welche auch für den spanischen JESC-Auftritt im Jahre 2019 verantwortlich war, Artistic Director für den diesjährigen Auftritt sein soll, aber diese Zusammenarbeit wurde beendet. Laut ESC Plus wohl wegen vertraglischer Differenzen.
    Seit Nicoline Refsing beim ESC 2014 für die Bühne als Creative Director verantwortlich war hat sie in den folgenden ESC-Jahren für verschiedene Länder die Auftritte beim ESC gestaltet:
    https://rockartdesign.com/gallery/tv-shows/eurovision/

    https://www.escplus.es/marie-sophie-kreissl-sustituye-a-nicoline-refsing-en-la-direccion-artistica-de-espana-para-eurovision-junior/

  3. Eigentlich meide ich den JESC ja wie der Teufel das Weihwasser, aber … Die meißten von Euch wissen ja, dass mich das Wort „Fado“ immer sofort triggert (habe 20 Jahre lang spanische und portugiesische Gitarre gespielt …), und da der portugiesische Teilnehmer Simão Oliveira ja schon 14 Jahre alt ist, dachte ich mir: Hör doch mal rein, Toggie. Ist das Lied nicht viel zu anspruchsvoll für den JESC?

  4. Okay, sagt bitte nicht, ich hätte es nicht versucht. Tapfer habe ich mich durch den Artikel und die Videos gekämpft, aber es hat nichts genützt: Diese Euro-Mini-Playback-Show ist einfach nichts für mich. Ein Song schrecklicher als der andere, und diese aufgemotzten hochtrainierten Strahle-Kids mag ich nicht anschauen.

    • Also Playback singen die bei ihren Songs nicht! Lediglich bei dem sogenannten Common-Song (wo alle Teilnehmer zusammen singen) wird Playback gesungen!

  5. Aus Armenien gibt es inzwischen auch Neuigkeiten. Malena Fox (was für eine Überraschung) wird ihr Land vertreten dürfen, nachdem man die Teilnahme letztes Jahr kurz vor Schluss zurückgezogen hat.
    Ich hoffe, die Zuschauer voten auch wirklich für ihren Song und ihren Auftritt und nicht nur für den Namen unter Berücksichtigung der Geschichte aus dem vergangenen Jahr

  6. Der diesjährige JESC-Titelsong bzw. Common Song „Imagine“ ist ja in Zusammenarbeit mit UNICEF entstanden. Dies ist aber nicht die erste Zusammenarbeit. Bereits beim JuniorESC 2010 hat man mit UNICEF zusammen gearbeitet. Beim damaligen Common Song (A Day without War) trugen die JESC-Teilnehmer jeweils einen Schaal von UNICEF und außerdem wurde während des Songs auch noch die Flagge von UNICEF geschwenkt.
    In den letzten Jahren ist es beim JuniorESC Standrat geworden, dass der Slogan auch der Titel des Common-Songs ist. Dies war 2010 noch nicht so. Der Slogan damals war nicht „A Day without War“ sondern „Feel the Magic“. Auch stand der Slogan damals noch nicht so sehr im Mittelpunkt wie es heute beim JESC der Fall ist.

    Zusammen mit den JESC-Teilnehmern hat der belarussische Künstler Dmitry Koldun (war 2019 in der Jury der belarussischen Vorentscheidung) den Common-Song gesungen. Der JESC 2010 fand in der Minsk Arena (aktuell undenkbar) statt. Nicht wundern: Auch hinter der Bühne, welche vom Schweden Ulf Mårtensson entworfen wurde, saß damals ein Publikum so dass es damals ein 360° Publikum gab. Die Bühne gab dies damals her, da sie sehr „offen“ war. Als der JESC 2018 wieder in der Minsk Arena stattfand hat man auf so ein 360° Publikum verzichtet.

  7. Ich mag den JESC sehr gerne und kann die Kritik einiger hier nicht nachvollziehen. Natürlich ist die Junior-Variante nicht mit ihrer großen erwachsenen ESC-Schwester zu vergleichen, aber trotzdem hat sich die ehemals kleine Kinder-Show in den letzten Jahren ganz schön raus gemacht. Es ist doch eine schöne Idee auch jüngeren Talenten, die eine spätere Musikkarriere anstreben, durch diesen Wettbewerb eine Chance und eine Stimme zu geben. Selbstverständlich müssen die Jugendlichen das auch selber ohne Druck wollen. Aber ich denke, das dass bei den meisten Teilnehmern Voraussetzung und der Fall sein wird.

    Jetzt zum diesjährigen Jahrgang: (Meine pers. Top 19 folgt zu einem späteren Zeitpunkt)
    Mein Eindruck in diesem Jahr ist, das wir eine gute Auswahl an modernen Songs und herausragenden Stimmen haben. Besonders gespannt darf man auf Armenien sein, die ja bekanntlich gerne den großen Schlussauftritt geben. Russland, Polen, Nord-Mazedonien, Albanien und Italien stechen mit wirklich sehr guten Beiträgen heraus. Und auch Deutschland hat diesmal bessere Chancen auf eine akzeptable Platzierung. Ich bin schon sehr gespannt auf die Live-Performances.
    Schwarz sehe ich persönlich leider für die Songs aus Portugal, Bulgarien, Serbien, Irland und Malta. Aber man wird sehen.

  8. Sorry, aber ich finde den Ausdruck
    Wiederholungstäterin fürchterlich unpassend, insbesondere, wenn es um ein Kind / eine junge Frau geht.

  9. Gut, dass Maléna Fox dieses Jahr wieder nominiert wurde Armenien beim JuniorESC zu vertreten nachdem dies im letzten Jahr leider nichts wurde!
    Mich würde allerdings noch interessieren wie AMPTV auf Maléna aufmerksam wurde bzw. was sie bisher musikalisch so gemacht hat? Dies wurde weder letztes Jahr noch dieses Jahr bekannt gegeben.
    Von „The Voice Kids“, wo viele JESC-Teilnehmer herkommen, kann Maléna Fox schon mal nicht sein, denn in Armenien gab es „The Voice Kids“ nie.

  10. Austragungsdatum:
    Nun ja, das weihnachtliche Paris ist sicher sehr schön, aber ich vermute eher, dass man sich entweder im Vorweihnachtsprogramm eine bessere Quote erhofft oder man darauf spekuliert hat, dass die vierte Welle bis dahin abgeflaut ist.

    Aserbaidschan:
    War nicht eigentlich ein Rock-Song angekündigt?
    Ich sehe hier ein ähnliches Problem wie bei Polen: Tolle Sängerin mit toller Stimme singt einen nur mäßig tollen Song (wobei ich „One of Those Days“ „Somebody“ noch deutlich vorziehen würde), sogar noch möglicherweise aus Mello-Restbeständen (Maria Broberg („Stay“, „Empires“) und Hampus Eurenius als Songwriter; AZ hat sich in der Vergangenheit ja gern mal an diesem Pool bedient). Dieses Paket wird wohl die bisher eher mäßige Azeri-JESC-Bilanz genau so fortsetzten.

    Bulgarien:
    Stimmlich finde ich die beiden von den diesjährigen Nicht-Solo-Künstlern klar die stärksten, aber auch hier hapert wieder der Song; man glaubt direkt in den ersten Noten schon Vasils Hang zum Kitsch rauszuhören und dann auch noch „Tralalalala“ im Refrain?
    Wenn man das jetzt auch noch überzuckert inszeniert, tropft wahrscheinlich der Schmalz aus dem Fernseher, aber man könnte womöglich die Kasachstan-Voter der letzten beiden Jahre abgreifen. An alte Erfolge wird man aber nie und nimmer anschließen können.

    Georgien:
    Nikoloz ist definitiv eine Rampensau, das kann man sagen. Der Song reiht sich nahtlos den etwas jazzigen Sound der georgischen Beiträge seit 2016 ein; mein Fall war das nie so richtig, wirklich schlecht fand ich aber auch keinen der Songs. Ich denke, für ganz vorne fehlt es „Let’s Count the Smiles“ ein wenig an Instant Appeal, aber ein solides Ergebnis im vorderen Mittelfeld wird es sicher werden.

    Irland:
    Der Song kommt mindestens 15 Jahre zu spät; erinnert ein bisschen an „Et Cetera“ von 2009 (der deutlich stärker, aber selbst damals schon nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit war). Maiús Stimme passt finde ich auch überhaupt nicht zu so einem eher rockigen Sound, wobei der Song natürlich in dem Segment im Vergeich mit der Ukraine und Italien überhaupt nicht standhalten kann. Mich erinnert das total an die Disney-Musik aus der Zeit von „Hanna Montana“ und „High School Musical“, nur eine Nummer schwächer. Es tut mir ja wirklich Leid für Irland, dass sie fast jedes Jahr beim JESC so eine Klatsche kriegen, aber ich fürchte, wir haben hier einen heißen Anwärter auf den letzten Platz.

    Italien:
    Und damit kommen wir direkt zum heißen Anwärter auf den ersten Platz 😉
    Am Anfang mit nur Drums und Gitarren hört man natürlich die geistige Vaterschaft von „Zitti e Buoni“ stark raus, ansonsten ist das ein richtig starkes Paket. Elisabetta wirkt für meinen Geschmack im Video aber noch etwas zu zurückhaltend, in Paris darf sie gerne noch ein wenig rotziger auftreten. Aber auch so halte die TOP 3 für quasi gesetzt. Zwar könnte sich Italien ein bisschen mit dem stilistisch sehr ähnlichen Song aus der Ukraine ins Gehege kommen, aber ich denke, dass dann Italien mit dem deutlich eingängigeren Refrain bei der breiten Masse die Nase vorn hätte.

    Nordmazedonien:
    Hier bin ich unschlüssig: Der Beat ist richtig stark, das visuelle Konzept des Acts gefällt mir auch richtig gut, mit dem Song an sich werde ich aber einfach nicht warm; irgendwie wirkt das alles total düster, und zwar nicht „gut“ dramatisch-düster (wie „Moj Dom“ oder „Doma“) sondern einfach nur trostlos.
    Musikalisch tritt der Song die ganze Zeit auf der Stelle, es wird gefühlt immer auf den selben vier Noten herumgesungen und im (ansosnsten auch nicht besonders starken) Refrain klingen die Stimmen zusammen und in Kombination mit dem Chor einfach nicht schön; da könnte man vielleicht mit stärkerem Harmoniegesang noch was retten. Wenn da nicht noch ein Hammer-Staging kommt, bleibt leider nur sehr viel verschenktes Potential übrig.

    Portugal:
    Der Song an sich ist ja eigentlich ganz hübsch und Simão ist, wie er ist (Schiebermütze, Hosenträger und Fado sind sein Ding). Eigentlich ist das ein Fortschritt zu 2019, wo man das arme Mädel ohne nenneswerte Inszenierung mit einem Song, der Null zu ihr gepasst hat, auf der Bühne am langen Arm hat verhungern lassen. Ich glaube aber einfach nicht, dass man mit dieser Musik beim JESC irgendwas reißen kann, noch dazu, weil die ganze Anmutung des Acts nun wirklich überhaupt nichts Kindliches mehr hat. Dabei bin ich wirklich der Letzte, der bei dieser Veranstaltung nur bunt-harmlose Kindermusik, mit der auch Zweijährige noch was anfangen können, haben will, aber den Kandidaten in Szene setzten wie einen Achtzigjährigen, wie irgendwer schon sehr treffen geschrieben hat, muss jetzt auch nicht sein.
    Eine sehr geringe Chance sehe ich aber, dass das ein Schock-Juryfavorit werden könnte.

    Russland:
    Für Tanya ist das im Vergleich zu ihrem lahmen Duett von 2019 eine extreme Steigerung. Vom Revamp hätte ich mir eigentlich noch ein bisschen mehr Pepp erhofft, aber der Song sollte Russland auch so wieder auf die Erfolgsspur zurückführen, auch wenn er sich bei mir nach ein paar Mal Hören schon ein bisschen verbraucht hat, aber darauf kommt es ja nicht an.

    Spanien hat sich mMn durch den Revamp leider verschlechtert, gerade im Refrain wirkt der Song jetzt irgendwie billig und flach, mit den TOP 5 könnte es diesmal eng werden. Aber dafür ist mir aufgefallen, dass Levi einem alten Klassenkameraden von mir wie aus dem Gesicht geschnitten ist 😀 .
    Bei Malta finde ich den Rap-Part jetzt deutlich aufgeräumter und stärker, den Gesangspart allerdings noch viel schlimmer und besonders authentisch wirkt der ganze Act auf mich jetzt immer noch nicht.

    Persönliches Ranking:

    1. Ukraine
    2. Italien
    3. Albanien
    4. Niederlande
    5. Russland
    6. Nordmazedonien
    7. Frankreich
    8. Aserbaidschan
    9. Georgien
    10. Spanien
    11. Deutschland
    12. Polen
    13. Portugal
    14. Malta
    15. Bulgarien
    16. Irland
    17. Serbien

    • Ich finde den weihnachtlichen Sendeplatz für den JuniorESC eigentlich ganz gut! Könnten sie von mir aus jedes Jahr so machen sofern dies organisatorisch möglich ist. Wobei man sagen muss, dass der JESC ansonsten ja auch immer so um den ersten Advent herum stattfand. Aber so kurz vor Weihnachten wie in diesem Jahr hat das halt noch einen ganz besonderen Charme und ich glaube, dass der Song von Bulgarien dies vielleicht sogar nützt, da dieser -vor allem der Anfang vom Refrain- sehr weihnachtlich klingt.

      Ukraine sehe ich eher auf einen hinteren Platz, da dieser Song, genauso wie der von Portugal, eher zum ESC passt und nicht zu der Juniorausgabe. Das ist auch das, was ich immer wieder sage: Man darf die Songs des JESC nicht mit denen vom ESC vergleichen. Es ist in den letzten Jahren aufgefallen, dass man JuniorESC vor allem Songs welche sehr eingängig sind und wo sich Wörter oft wiederholen die besten Plätze erreichen.

      Zu Italien noch kurz:
      Die scheinen, wie bei ihren letzten Teilnahmen 2019 und 2018, wieder mit dem Kinderchor Piccolo Coro dell’Antoniano zusammen gearbeitet zu haben, wenn man sich die Songwriter so ansieht. Diese sind nämlich auf der Homepage des Kindermusikfestivals Zecchino d’Oro gelistet, welcher vom Piccolo Coro dell’Antoniano veranstaltet wird.
      Zum Songwriter-Team des diesjährigen Songs gehört wieder Franco Fasano dazu. Er gehörte bereits zum Songwriter-Team des italienischen Songs beim JuniorESC 2019 und 2018.

  11. NEUIGKEITEN ZUM JESC:
    Es ist durchgesickert das Armeniens Malena Fox mit einer Ethno-Dance-Nummer namens „Qami Qami“ beim diesjährigen JESC antreten wird. Sehr vielversprechend!

    • Kleine Korrektur: Es handelt sich bei „Qami Qami“ nicht um einen Ethno-Pop-Song sondern um eine moderne Dance-Nummer! Ist aber genauso genial!

  12. Jetzt ist es soweit: Armenien hat seinen diesjährigen Beitrag für den JESC veröffentlich.
    Maléna Fox singt die wunderschöne Elektro-Pop-Nummer „Qami Qami“.
    Liebe Leute dieser Song ist Outstanding!!! Sowohl beim Junior ESC, als auch beim Erwachsenen ESC wäre das ein Anwärter auf den Gesamtsieg. Unglaublich!

    • Also wenn die Ukraine hier schon gemeinhin als „viel zu erwachsen“ verschrien ist, dann gilt das doch für diesen Song erst recht. Der könnte ja 1 zu 1 auf dem nächsten Ariana-Grande-Album sein.

    • Malena Fox ist ja schon 14! In 2 Jahren kann sie dann schon beim ESC mit machen. Gebe ihr beste Chancen auf den 1. Platz beim JESC. Wer soll sie schlagen? Polen, Frankreich und Italien vielleicht? Ich denke eher nicht. Bleibt noch Nord-Mazedonien als Kandidat. Aber ich kann es mir nicht vorstellen!

      • Olena Usenko ist auch 14 😉
        Ich bin eigentlich auch kein Freund davon, entscheiden zu wollen, was kindgerecht ist und was nicht (wenn es danach geht, wären nämlich alle JESC-Sieger seit 2012 mit Ausnahme von Valentina und vielleicht Destiny eigentlich „zu erwachsen“); ein Gesamtpaket funktioniert halt bei Jury und/oder Publikum oder eben nicht, und da haben in der Vergangheit eben kindlichere alsauch reifere Beiträge funktioniert.
        Der einzige erkennbare Tendenz ist, dass Balladen (aus beiden Kategorien) beim Publikum eher schlechter abschneiden als lebendigere Songs.
        Ich habe gegen Maléna auch gar nichts; sie hat eine Wahnsinns-Ausstrahlung, die sie locker vier Jahre älter wirken lässt als sie ist, mich würde es nicht wundern, wenn wir sie tatsächlich in ein paar Jahren beim ESC sehen. Ich finde nur, wenn man generell die Kategorie „zu erwaschsen für den JESC“ aufmacht, sollte man diese Maßstäbe dann auch an alle Beiträge anlegen.

    • Matty sollte für Georgien an den Start gehen – oder zumindest als Juror – dann kommt zu 100 % ein Junge zum JESC (ist nur ein kleiner Spaß am Rande – und auch ganz lieb gemeint) – Du bist doch unser Knuddelbär ♥

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