Kein passender Song – Damir Kedžo verzichtet auf Teilnahme an kroatischer Vorentscheidung Dora 2021

Der ESC 2021 hat einen erheblichen Eye-Candy-Verlust zu verzeichnen: Damir Kedžo (Aufmacherbild) hat sich laut dem IN Magazin nun definitiv dafür entschieden, 2021 nicht wieder an der kroatischen Vorentscheidung teilzunehmen und damit seine Chancen auf eine ESC-Teilnahme im Mai in Rotterdam aufgegeben. Der Grund hierfür sei, dass er keinen passenden Song habe, um am Wettbewerb teilzunehmen.

Konkret sagte er demnach dem Heft: „Der einzige Grund, weswegen ich mich bei der Dora beworben hatte, war, dass ich einen Song gehört hatte, an den ich zu 100 Prozent glaubte und von dem ich meinte, dass er ein großartiger Vertreter Kroatiens beim Eurovision Song Contest sein würde.“ In diesem Jahr habe er nicht einen solchen Titel, an den er so sehr glauben und mit dem er sich auf der Bühne stehen sehen würde.

Bereits Ende Juni hatte das kroatische Fernsehen HRT bekanntgegeben, 2021 nicht automatisch wieder auf Damir zu setzen. Aus seinem damals veröffentlichten Instagram-Post klang ein bisschen Enttäuschung darüber heraus. Er ließ damals aber offen, ob er sich erneut bei der Dora bewerben würde.

Der Sender HRT hatte die Dora nach einer siebenjährigen Pause erst 2019 wieder reaktiviert. Damir Kedžo trat dort im Februar als einer von 16 Beiträgen an und setzte sich ausgesprochen knapp durch: Er bekam genauso viele Punkte wie Mia Negovetić. Da er aber beim Publikum vorne lag und sie bei der Jury, wurde ihm der Sieg zugesprochen. Beim ESC-Barometer lag er mit dem Song auf Platz 32 von 41. Während die meisten ESC-kompakt-Leser davon ausgegangen waren, dass Damir mit der offiziellen Version des Titels im ESC-Halbfinale hängengeblieben wäre, ist sich der Autor sicher, dass der Remix auf der Tanzfläche des EuroClubs hervorragend funktioniert hätte.

Damir Kedžo – Divlji vjetre (Remix)

Mit der Entscheidung, zunächst nicht erneut bei der Dora anzutreten, hat der Kroate mehr Zeit für andere Projekte – und für seinen Hund (Video unten). Er tut es außerdem Ben Dolic und dem Finnen Aksel Kankaanranta gleich, die ebenfalls gerade erst bekanntgaben, nicht erneut beim nationalen Vorentscheid antreten zu wollen oder aus dem entsprechenden Auswahlverfahren freiwillig ausgeschieden zu sein.

Während die skandinavischen Länder und u.a. Deutschland, Finnland und Kroatien nicht wieder auf die selben Künstler*innen setzen wie 2020, stehen jede Menge andere Acts bereits als erneute Vertreter ihres Landes für den ESC fest. Die Dora 2021 wird am 13. Februar in Opatija ausgetragen.


13 Kommentare

  1. Hut ab! Ich finde es gut, wenn Damir nur mit einem Song antreten möchte, zu dem er 100% stehen kann.
    Nur so kann man ihn ja glaubwürdig rüberbrigen, meiner Meinung nach.
    Trotzdem schade, ich mag seine Stimme und auch seinen diesjährigen ESC-Song sehr gerne.

  2. Was soll das für eine Ausrede sein, kein gutes Lied zu haben. Bis zur Dora 2021 ist schließlich noch viel Zeit. Es gibt sooo viele Songwriters, die ein Lied für ihn hätten schreiben können. Meine Vermutung ist, dass Herr Damir Kedžo sich wie eine „beleidigte Leberwurst“ zurückzieht.
    Das hat was von Gesichtsverlust, vorsichtig gesagt.

  3. Ich finde natürlich, dass der Song den Künstler selbst überzeugen muss, denn nur so kann der Künstler, meine ich zumindest, den Song „ehrlich“ vortragen und an die Zuschauer „übermitteln“. Deswegen ist es so gesehen die richtige Entscheidung von ihm und das glaube ich ihm auch! Also ich denke nicht, dass dies nur ein Vorwand ist, weil er entäuscht über die Nicht-Direktnominierung für 2021 war!

    Auch wenn dies nichts mit diesem Artikel zu tun hat noch kurz was zum JESC:
    Es wurde mittlerweile von „eurovision.de“ ein Programmplan, mit allen Sendungen zum Thema JESC in der nächsten Woche, veröffentlicht: https://www.eurovision.de/news/Junior-ESC-2020-Sendetermine-im-TV-und-Livestreams,fernsehtermine114.html

  4. Ich glaube, dass bei Ben, Aksel und Damir zwar Songs eingereicht hatten, diese aber als zu schwach bewertet wurden.
    Damit sie nicht so schlecht dastehen durften sie dann selbst ihren Nicht antritt bekanntgeben.

    Aber an den diesen Beispielen zeigt sich ein Problem, das wir 2021 erleben werden.
    Und zwar von den Ländern, die ihre Teilnehmer aus 2020 bereits erneut bestätigt haben.
    Denn es ist alles andere als einfach, erneut einen guten Song zu produzieren, der bestenfalls ESC- Siegchancen hat.
    Ich kann mir vorstellen, dass erfahrene Gruppen wie Little Big, Dadi oder Go_A ähnlich starke Songs produzieren können/ werden, aber bei anderen unerfahrenen Künstlern erwarte ich maximal Füllmaterial (z.B. Stefania, Ana Soklic, Montaigne)
    Das könnten viele bereuen, sich so früh festgelegt zu haben.

    • „aber bei anderen unerfahrenen Künstlern erwarte ich maximal Füllmaterial“
      Klar ist Erfahrung immer etwas wert, aber ich finde es sehr gewagt, das Potenzial eines Songs nur aufgrund der Erfahrung der Künstler*innen festzumachen 😉 Warum sollen Stefania, Ana und Montaigne nicht auch einen (erneuten) starken Beitrag schreiben können, zumal in Zusammenarbeit mit Produzent*innen? Da jetzt sogar schon „maximal“ was zum Füllen, also im besten Fall, zu erwarten, erscheint mir sehr negativ eingestellt 🙂

      • OK, „maximal“ ist hier der falsche Begriff, ich lass mich natürlich gerne überraschen, habe aber eine gedämpfte Erwartungshaltung bei den unerfahrenen Künstlern.
        Vieles lässt sich natürlich auch mit guten Produzenten/Komponisten ausgleichen.
        Und natürlich weiß man nicht genau, wie viel Geld seitens der Delegationen dafür ausgegeben wird.
        Aber auch die haben erschwerte Bedingungen, wenn sie die Songs für einen Sänger und dessen bevorzugten Stil schreiben müssen.

  5. Der smarte und gutausehende Damir Kedžo wird zwar nächstes Jahr leider auf seine Teilnahme am Dora verzichten; um die Enttäuschten wieder aufzumuntern, hat er einen neuen Song veröffentlicht und der Titel ist „Sjeti se“ (sich erinnern):

    https://www.youtube.com/watch?v=6vr0QnfBI4I

    Der Song gefällt mir ganz gut und – um ehrlich zu sein – ich wäre im Video gerne die Frau gewesen!

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