Kommentar: Frankreich beweist, dass Big5-Länder nicht zum Verlieren verdammt sind

Bild: EBU / Andres Putting

Nein, Italien wird vermutlich nie der Maßstab sein, an dem sich Deutschlands Musikindustrie auf dem internationalen Markt messen kann. Das muss es auch nicht. Sanremo ist seit den 1950er Jahren ein Erfolgsprojekt, das es so wohl kein zweites Mal gibt. Aber das heißt nicht, dass sich Deutschland oder andere Big5-Länder darauf ausruhen dürfen, ab und an mal beim ESC ein Erfolgs-Korn zu finden und sich ansonsten mit letzten und vorletzten Plätzen zufrieden zu geben. Zumal Frankreich beweist, dass es einen Weg aus der Krise gibt.

Das Verlesen der Publikumspunkte am Samstagabend beim Finale des Eurovision Song Contest in Rotterdam war eine Bankrotterklärung für Deutschland, Großbritannien, Spanien und den Gastgeber Niederlande. Keiner der vier Beiträge hatte es auch nur in einem der 38 anderen abstimmenden Ländern in die Top 10 der Televoter gebracht.

Dachte man noch bei den „I’m sorry, Germany, zero Points“ für die S!sters in Tel Aviv, dass das eine einmalige Ausnahmeerscheinung ist, so erwischte es nun gleich vier vorab für das Finale qualifizierte Lieder. Geteiltes Leid ist halbes Leid? Ja, sicher. Nur besser wird es für die Millionen enttäuschte Zuschauer*innen in den betroffenen Big5-Ländern dadurch nur auch nicht.

Es überrascht irgendwann nicht mehr, dass viele Briten den ESC nur noch aus blanken Zynismus und/oder volltrunken schauen – und viele Deutsche um zu sehen, wie man emotionale und effektive Musik professionell auf die Bühne bringt (nur um danach wieder von Fernsehgarten und Silbereisen auf den Boden der deutschen Tatsachen geholt zu werden).

Dabei hat Frankreich gezeigt, dass man es auch als Big5-Land schaffen kann, (ganz) vorn mitzuspielen. Das gilt nicht nur für den großartigen Erfolg, den Barbara Pravi beim ESC in Rotterdam einfahren konnte, als sie den zweiten Platz belegte (als Zweite bei den Jurys und als Dritte beim Televoting).

Von 2012 bis 2015 landete die Grande Nation auf den letzten Plätzen. Doch dann setzte ein Umdenken ein, das mit einer internen Auswahl startete und 2016 mit dem 6. und 2017 mit dem 12. Platz belohnt wurde. Die öffentliche Vorauswahl „Destination Eurovision“ brachte anschließend einen 13. und einen 16. Platz hervor. Ob die interne Auswahl von Tom Leeb im letzten Jahr so erfolgreich gewesen wäre, steht in den Sternen. Aber in diesem Jahr spielte das Land, das seinen Beitrag in der neuen Vorentscheidung „Eurovision France, c’est vous qui décidez“ gewählt hatte, sogar um den Sieg mit.

Bild: EBU / Andres Putting

Ja, das war in Deutschland auch der Fall. 2010 im Lena-Jahr und wohlwollend betrachtet anschließend noch 2011 und 2012 – also in den Stefan-Raab-Jahren. Seitdem gilt für Deutschland, wie es die Bild-Zeitung auf den Punkt bringt: „Der Hamburger Jendrik („I don’t feel hate“) setzte mit Platz 25 die deutsche Misserfolgsserie fort, die 2018 einmal unterbrochen wurde, als Michael Schulte überraschend auf Platz vier kam.“

Wollen die Big5 ihre Vorteilsregel beim ESC auch in Zukunft sichern, müssen sie endlich liefern. Das gilt also explizit nicht für Italien und aktuell auch nicht für Frankreich. Aber Großbritannien, Spanien und vor allem Deutschland brauchen neue, andere Ideen. Etwas zu wagen – wie in diesem Jahr mit Jendrik – sollte man vielleicht nicht nur, wenn man sich aufgrund statistischer Ergebnisse in (falscher) Sicherheit wiegt – sondern weil Menschen mit Sachverstand fühlen, dass der Act mit dem Song wirklich eine Chance hat. Womöglich braucht’s dafür einen größeren Neuanfang als nur eine extern ausgelöste Personalie.

Der NDR muss sich diesen Fragen endlich stellen. Wir werden das in den nächsten Tagen und Wochen ganz sicher auf dem Blog machen.


95 Kommentare

  1. Ich bin immer noch so überwältigt von gestern, dass es Italien geschafft hat. Vor allem waren meine Top 3 genau dieselben Top 3 des Endergebnisses 🙂 Und das Televoting erst. So spannend wie schon lange nicht mehr !

    Was haltet ihr eigentlich von diesem Drogenskandal ? Ich halte es für ein wirklich respektloses Gerücht und kann in dem Video nichts erkennen, außer eine Person, die sich extrem freut.

    • Der Drogenskandal ist völliger Quatsch… Schaut man sich das Bildmaterial war er mit der Nase ewig weit vom Tisch entfernt. Sieht man nur schlecht weil der Getränkekühler ihn etwas verdeckt. Alles albern. Sind nur Leute die butthurt sind, dass ihr Favorit verloren hat.

      • War nur etwas Sugar, den Kirko da hingepackt hatte.
        Im Ernst niemand, würde sich ’ne Line beim Getränkekühler machen, verklumpt doch sofort.

    • Wenn ich der Sänger wäre, ich würde gegen den Ersteller des Beitrages Anzeige wegen Rufmord stellen. Unfassbar sowas.

    • Ich hab gelesen, dass da wohl ein Glas runtergefallen ist oder sowas und Damiano sich danach gebückt hat. Die Behauptung grenzt in der Tat an Rufmord!

      • Hätte Tobbe Ek besser mal den Mund gehalten und sich gefragt, warum Schweden erstmals seit 2013 im Finale auf der rechten Seite der Punktetafel gelandet ist!

  2. Der britische Beitrag war ja vom Song her allein, gar nicht mal so schlecht. Aber was wurde dieses Lied lustlos vorgetragen. Ich bin dafür das nicht ein einziger Regionalssender hier in Deutschland die Verantwortung hat, sondern die gesamte ARD. Deutschland hat ja selbst auch bewiesen, das man als Big 5 Land erfolgreich abschneiden kann. Besondes natürlich in den Raab-Jahren kamen gute Ergebnisse heraus. Besonders gut natürlich auch 2018. Danach dachte ich, das jetzt vielleicht mal etwas bekanntere Leute für Deutschland beim ESC starten wollen. Und wurde 2019 absolut enttäuscht von der Musikauswahl in der VE. Deshalb wurde der Vorentscheid gekippt und es kam die interne Nominierung. Jetzt hat auch das auch nicht geklappt. Wie Ben im letzten Jahr abgeschnitten hätte, wissen wir nicht. Ob er viel besser abgeschnitten hätte als Jendrik, weiß ich nicht. Der NDR sollte die Verantwortung abgeben. Es ist Zeit.

    • Ben hätte keine 0 Punkte kassiert, aber das Staging beim dem Ersatz ESC da hat schon wieder jegliche Chancen auf eine Top 10 Platzierung vernichtet. MACHT ENDLICH MAL GUTES STAGING, NDR. Mit gutem Staging hätte man die S!sters tatsächlich retten können!
      Jendrik war aufgrund des Liedes aber halt einfach verloren.

    • Bekanntere KünstlerInnen allein bringen noch lange keinen Erfolg. Einen Jan Delay möchte ich nicht beim ESC erleben, und würde wohl auch keinen Erfolg haben.😉

      Es ist mir vollkommen wurscht, wie bekannt die Künstler sind, wenn das Gesamtkonzept stimmt. Auch relativ unbekannten Acts kann man Erfolg haben, sogar nachhaltig, auch nach dem ESC kann man noch was von ihnen hören (Lena, Michael Schulte).

      Vielleicht sollte man sich ernsthaft mal ein dauerhaftes Konzept überlegen, und wenn das nicht gelingt, die Zuschauer mitzunehmen, dann ruhig mal ein Jahr aussetzen. Einfach um sich die Zeit zu nehmen, sich wirklich etwas zu überlegen, wo man die Bevölkerung mit ins Boot holt. Das gelingt offensichtlich in Deutschland nicht mit einer Direktnominierung, das haben wir ja jetzt erlebt.

  3. Das mit dem Drogenskandal hat sich als Chimäre (Trugbild) entpuppt und die ESC-Sieger haben sich ganz klar von Drogen distanziert!

    • Italien und Frankreich haben ja dieses ja wirklich was typisch französisches und was typisch italienisches geschickt…
      Ob wir im nächsten Jahr etwas typisch deutsches schicken sollen… Ich bin mir da nicht sicher
      Bei Spanien bin ich halt so langsam richtig enttäuscht. Spanische Musik ist eine der beliebtesten WELTWEIT (Rosaliá macht es vor wie es geht) und sie kriegen es einfach nicht hin beim Esc etwas halbwegs gutes zu schicken.
      Wie es jetzt weitergeht muss? Vorallem wenn Wir dann im nächsten Jahr noch mehr außergewöhnliche Songs haben werden. Ich weiß es nicht

  4. Wie oft wurde das nach einem schlechten Ergebniss gesprochen. Es interessiert die Verantwortlichen nicht. Schade.

  5. Italien fand ich klasse (meine Nr. 1) und Frankreich fand ich bezaubernd (auch meine Nr. 1). Was Ihr und der Rest der ESC Fans an der Schweiz und Gjon’s Tears gutfindet werde ich nicht verstehen (vielleicht muss man dafür Musik studiert haben). Diese männlichen hochgepitchten Stimmen verursachen bei mir Unbehagen.

  6. Thomas Schreiber ist ja schon weg und deshalb nicht mehr für den ESC verantwortlich. Als nächstes sollte Frau Wolfslast als Delegationsleiterin abgelöst werden und Frau Schöneberger sollte sich nur noch auf das konzentrieren, was sie am besten kann: „Fünf gegen Jauch“ und „Denn sie wissen nicht, was passiert“ auf RTL sowie die NDR Talk Show moderieren. Für die ESC-Pre- und -Aftershow sollte jemand anderes diese Aufgabe übernehmen. Als letzten Schritt Peter Urban durch Michael Schulte als neuen ESC-Kommentator ersetzen.

    • Die Wolfslast hat sich mit ihrem Statement, dass das Staging ja so toll gewesen sei, total für irgendwelche Jobs in der Medien- und Eventbranche diqualifiziert.

    • Ich bin ja nun weiß Gott kein Schulte-Fan, aber als Kommentator würde ich ihn sofort nehmen! Ich finde, er hat das immer ganz gut gemacht!

      • Nein, nein und nochmal nein! Die sind besser vor der Kamera zu gebrauchen als in einer Kabine, wie das bei Peter Urban ist. Alina gehört für mich eher in Formate wie „Live nach Neun“!

  7. Danke für diesen Kommentar. Es muss zurück auf 0. Ein neues Team muss her. Bzw eine Person, die mit Herzblut dabei ist und die Teilnahme in die Hand nimmt.

  8. Deutschland muss endlich neue Maßstäbe setzten. Wir müssen uns trauen auch mal was ganz anderes zu zeigen. Ich habe das Gefühl, dass Deutschland in der Musikszene stehen geblieben ist. Wir könnten auch irgendwen dahin stellen.

    Wir schicken jedes Jahr immer nur Pop Musik dahin.

    Michael schulte war eine Ausnahme ganz klar. Doch es wird Zeit, das der NDR sein Posten vielleicht mal an rtl oder pro sieben abgibt. Sender die junge Menschen anziehen.

    • Bei RTL habe ich nur Angst, dass dann ein Kandidat der DSDS Resterampe benutzt wird. Aber RTL weiß halt wirklich wie gutes Staging geht.

      • RTL hat schon echt gute Sänger raus gebracht siehe doch Pietro l., Luca h., Beatrice e., wincent weiß, Annemarie e, Sarah l.,

      • RTL und Pro Sieben sind aber keine Mitglieder von der EBU. Denn nur Sender die Mitglieder bei der EBU sind können beim ESC mitmachen. Ich wäre ja dafür das ARD und ZDF sich die Zuständigkeit beim ESC im Wechsel teilen. Oder das jedes Jahr ein anderer Sender bei der ARD turnusmäßig für den ESC zuständig ist.

    • Frankreich hat aus den katastrophalen Reaktionen auf den für 2020 ausgewählten Beitrag gelernt. Schon das Konzept des NDR, man suche eine Jury, die den internationalen Mainstream-Geschmack hat, dann wird das schon was, ist völlig verfehlt. Den europäischen Mainstream-Geschmack gibt es nicht und das Ergebnis eines solchen Verfahrens kann nur nichtssagend sein. Wann lernt endlich Deutschland aus den Erfahrungen? Es ist eine ziemliche Respektlosigkeit, Europa Jahr für Jahr eine solche Resterampe vorzusetzen und hinterher noch beleidigt zu sein, wenn man ein verdientes Ergebnis einfährt.

    • RTL halte ich für eine ganz schlechte Idee. Die haben doch eher Schlager und stromlinienformige Popmusik zutage gebracht. Und ob junge Menschen RTL schauen, wage ich zu bezweifeln…

      Ich sehe das große Problem zu einem in den deutschen Radiostationen, die immer die gleiche Grütze in Dauerschleife senden. Und wenn ich mir hier im Blog durchlese, welche Vorschläge da kommen, muss ich mich sehr wundern. Ob es jetzt Sarah Connor, Mark Forster und wie sie alle heißen, bis hin zu Helene Fischer sind: die sind doch genau das Gleiche, nur in bekannt. (was international beileibe keine Rolle spielen wird) Ich habe mal ein Interview mit der Band Leoniden gesehen, da erzählte der Sänger, dass die Plattenfirma ihm empfohlen hat, deutsch zu singen. Meine Antwort darauf war eine Gegenfrage: Haben die Lack gesoffen?
      Zum anderen ist er deutsche Musikmarkt so aufgestellt, dass es nicht wirklich erforderlich ist, auch im nicht deutschsprachigen Raum erfolgreich zu sein.

      Vielmehr sollten wir doch mal schauen, welche deutschen Acts im Ausland funktionieren. Und da ist z.B. in der elektronischen Musik (Bands wie Hatari gibt es hier sehr viele), aber auch in allen anderen Genres sicher etwas zu finden, nur eben nicht mit generischer Popmusik.

      Die Verantwortung brauchen die nicht abzugeben, die sollen, verdammt noch mal ihre Hausaufgaben in den Musikredaktionen machen, dafür werden die nämlich bezahlt! Und darunter verstehe ich nicht, dass die großen Labels denen die Musik auf den Tisch legen, sondern die lieben Redakteure nach der Pandemie den Popo hochkriegen, und mal auf die Festivals gehen Vielleicht werden die dann mal erleuchtet!

  9. Wahre Worte, insbesondere sollten die Veramtwortlichen einmal Abstand vom eigenen persönlichen Geschmack zu nehmen. Und nur die Liste potenzieller Erfolgsfaktoren abzuhaken, die der Song erfüllen sollte, ist dann auch zu kurz gedacht. Es geht dann doch um Authentizität, Natürlichkeit und Emotionalität oder Leudenschaft. Ich finde das Frankreich das dieses Jahr eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat – und wir 2018.

    • Wenn es nur um „Authentizität, Natürlichkeit und Emotionalität oder Leidenschaft“ ginge, wäre Jendrik dieses Jahr weit oben dabei gewesen. (Und einige andere wie z.B. Benny Cristo, die Dänen oder TIX auch.)
      Aber es braucht halt auch einen Song, der den äußerst diversen „europäischen Musikgeschmack“ anspricht. Das fehlte dann. Da brauchts dann stimmige Konzepte…

  10. Deutschland geht in meinen Augen einfach viel zu verkopft an die Sache heran (Ich sage nur „Concept Song). In den vergangenen Jahren sollte es nach dem Willen des NDR bewusst glattgebügelte, unbedingt englischsprachige Massenware sein. Nach den bekannten Ergebnissen lautete das Konzept 2021 eben „Wir machen dieses Jahr mal ganz was anderes“ und heraus kam ein mit dem Holzhammer auf fröhlich getrimmter, (bewusst?) amateurhaft inszenierter, musikalisch eher einfach gestrickter Song mit unsubtil aufgetragener „Ich-mach-euch-gute-Laune-ob-ihr-wollt-oder-nicht“-Message, dessen Chancenlosigkeit eigentlich von Anfang an feststand, den man sich aber mitsamt dem Interpreten in einer Mischung aus nationaler Solidarität und Galgenhumor schön geredet hat.
    Was es für Deutschland beim ESC lange nicht gegeben hat, und in meinen Augen dringend wieder geben müsste sind Experimentierfreude und erfahrene, kreative und eigenständige Interpreten und Komponisten, die man einfach mal machen lässt. Ein Blick in die diesjährigen Top10 lohnt sich da als Orientierung. So viel Qualität und stilistische wie sprachliche Diversität gab es lange nicht, und außer Griechenland und vielleicht Malta, die trotzdem gut waren, passt da kaum was in das vermeintlich ESC-Raster – hätte man beim NDR (oder auch beim deutschen Publikum, das leider auch allzu oft auf Konsens-Musik steht) Zitti i Buoni, Discotheque oder Shum ausgewählt? Ich wage es zu bezweifeln. Und das ist in meinen Augen der Punkt, der sich ändern muss, wenn wir beim ESC wieder erfolgreich sein wollen.

    • Auch von mir hier Zustimmung, wobei ich Discoteque schon für sehr deutschkompatibel halte – selbst die Choreographie hat im humorvollen Ansatz was gemein …

  11. Habe mir die Finalzusammenfassung von Eurovision.de auf Youtube gegeben. Jendrik kam in der knappen halben Stunde gefühlt nicht mal eine Minute vor. Das sagt dann alles.

    • Das sind 26 Acts. €a kann man nicht auf jeden Rücksicht nehmen. Island wurde auch nicht gezeigt und hat trotzdem eine. Gute Platzierung

  12. Ich gebe zu, dass ich keine Expertise habe und ich würde mich auch nie in irgendeine Jury selber wählen. Das mal zu Anfang.

    Ansonsten kann ich deine Worte wirklich unterschreiben. Es sollte ein Neuanfang her, aber bitte nicht nur NDR intern. Warum holt man sich nicht die Expertise von anderen, zum Beispiel von euch und den anderen Fan-Seiten? Es müssten mal alle Karten auf den Tisch gelegt werden und jede Seite kann konstruktiv und offen sagen, was in den letzten Jahren nicht gut gelaufen ist. Und dann kann man ein zukunftsorientiertes Konzept erstellen. Dann darf man in den ersten zwei Jahren aber keine Wunderdinge erwarten, sondern sollte auf den langjährigen Erfolg schielen.

    Für mich bedeutet das auf jeden Fall, dass man einen Vorentscheid braucht und diesen dann aber auch bewirbt und ‚gute‘ und vielfältige Musik darin hat. Vielleicht trauen sich dann in den ersten Jahren keine etablierten Künstler:innen dorthin, aber auch mit noch nicht bekannten Acts kann es gute Musik geben. Für mich wäre es toll, wenn die Acts den Song selbst schreiben würden und nicht mehr die Formel ‚wir suchen eine Stimme, dann ein Lied und schauen, welches Lied zu welcher Stimme passt‘ angewandt wird. (Daher war mir auch Jendrik so sympathisch.)

    Hoffe, ihr kommt gut nach Hause!

    • Jendrik hat seinen Song selbst geschrieben und das hat nicht funktioniert.

      Mir ist es egal ob die Acts den Song selbst schreiben oder nicht. 2010-2012 wurden die Songs auch nicht selbstgeschrieben und die Ergebnisse waren richtig gut.

      Mir persönlich ist es wichtig, dass der Song stark ist. Ob dieser nun vom Act selbstgeschrieben oder von anderen Leuten geschrieben worden ist, ist mir dabei sowas von egal. Hauptsache der Song ist stark.

    • Finde dieses „Song unbedingt selber schreiben ist besser“ ist eine fehlgeleitete Idee. Dadurch wird Musik nicht grundlegend besser. Es gibt viele talentierte Songschreiber und Produzenten die keine guten Sänger sind. Und weltklasse Sänger, die einfach nicht gut um Song schreiben oder produzieren sind.

      Das sind zwei grundlegend unterschiedliche Talente und Fähigkeiten und nicht jeder kann beides. Manche sind eben bessere Performer als Musiker/Texter/Produzenten und das hat seine Daseinsberechtigung. Solche Menschen kann man nicht einfach ignorieren.

      • Hhm, da hast du Recht und ich schärfe mal, was ich meinte. Meine Kritik geht vor allem an diese sogenannte Erfolgsfomel. Stimme ‚matchen‘ mit Lied. Das ist mir zu kopflastig und oft ohne Emotionen. Es ist etwas anderes, wenn man für einen Künstler ein Lied schreibt. Dann kennt man diesen und hat beim Schreiben auch den Künstler, seine Ausstrahlung etc im Kopf.
        Also, ich ziehe mein Statement von ein Lied muss von einem Künstler selbst geschrieben sein zurück. Entweder selbst geschrieben oder für einen Künstler geschrieben oder zumindest auf das Künstler-Gesamtpaket passend.
        Ach herrje, ich brauche nach Schlafentzug und leichtem Kater erst einmal frische Luft. Vielleicht kann in dann nachher besser ausdrücken, was ich eigentlich meine. Gehe jetzt spazieren:)

      • Aber es gibt eben nunmal auch genügend attraktive Acts, die ihr Material ausschließlich selbst verfassen. Meines Erachtens ist die Zeit von typischen Autorenteams, die für Künstler schreiben vorbei. Die Top 5 von Rotterdam sprechen Bände !

  13. Finde ich einen guten Beitrag. Vielleicht sind auch einfach 100 Leute als Querschnitt zu wenig um einen erfolgreichen Song zu finden, ich weiß es nicht.

    In der Schweiz funktioniert das Verfahren aber auch.

    Frankreich macht seit 2016 sehr sehr vieles richtig. Wenn nur nicht beim ARD viele wählen würden, die einfach keine Ahnung vom Contest haben. Ich erinnere nur an die Sisters. Ich verstehe bis heute nicht, wie die die 12 Punkte vom Publikum erhalten haben. Von den ESC Fan Begeisterten sicherlich nur in einem sehr sehr geringen Anteil wie auch die Experten Jury gezeigt hat.

    Was der Vorentscheid 2019 allerdings auch gezeigt hat, es gibt Potential. Sehr sehr viel Potential. Dass dann einer der belanglosesten Songs den Vorentscheid gewonnen hat, ist einfach …..

    Ich bin weiterhin der Meinung die interne Auswahl ist der richtige Weg. Die Prozesse müssen definitiv angepasst werden und man darf sich bei der Auswahl nicht auf ein Kriterium (letztes Jahr Song) (dieses Jahr Performance), wie es scheinbar laut verschiedenen Beiträgen und Aussagen der Fall ist, festlegen, sondern muss alle Punkte in die Paketfindung mit einfließen lassen.

    • Aber dann müsste man Allen die Chance geben, sich zu bewerben. Eine Deadline und eine Adresse, wo man seinen Beitrag hinschicken kann. Und das sollte dann auch vernünftig kommuniziert werden. Natürlich ist es viel Arbeit, aber somit hat man auch eine größere Chance, dass man etwas Neus entdeckt. Dann kann man es meiner Ansicht auch unter Verschluss halten, wer sich dort beworben hat, um „die Künstler und Künstlerinnen zu schützen“.
      Damals bei Lena habe ich mit 20 anderen Freunden den ESC gesehen. In den letzten Jahren saß ich dann immer mit einer Freundin alleine vor dem Fernseher und wurde von meinen anderen Freunden müde belächelt, dass ich mir so einen Mist anschaue. Ein deutscher Beitrag sollte auch in Deutschland bekannt sein und Emotionen wecken, damit man wieder Lust hat, den ESC zu sehen. Und da führt für mich kein Weg an einem gut gemachten Vorentscheid vorbei. Vielleicht ja auch eine Kombination aus beiden: eine interne Auswahl von drei Songs und das Publikum kann dann in einer Sendung abstimmen. Zeitgleich stellt man das Lied auch im Internet zur Abstimmung. Dann könnte man auch sehen, wie es bei der internationalen Bubble ankommt.
      Ach, ich weiß auch nicht….

  14. Vielen Dank für diesen Kommentar. Sehr treffend formuliert.
    Das Konzept der Franzosen (Jury und Televote, mit leichtem Übergewicht zum Televote) hatten wir in den vergangenen Jahren aber auch schon.
    Bei den Franzosen hat es geklappt, weil es genügend kreative junge Künstler gab, die ihr meistens ureigenes Lied eingereicht haben und France Television eine glückliche Hand bei der Auswahl hatte.
    Klar war kein zweites Chanson der Klasse „Voilá“ dabei, aber ein halbes Dutzend hätte zumindest ähnlich gute Ergebnisse geholt wie die französischen Beiträge von 2016-2019.
    Also…was tun? Ja, ich finde auch, dass der NDR den Staffelstab an einen anderen Sender weiter gibt. Vielleicht ein Sender, der bisher noch nie dran war, wie der WDR. In meinen Augen kann egal was für ein Konzept sich welcher Sender auch immer entscheidet nur funktionieren, wenn die jungen erfolgreichen Künstler in unserem Land (Joris, AMK, Max Giesinger, Mark Forster, Glasperlenspiel, Lotte, LEA, Zoe Wess und wieso nicht nochmal Max Mutzke, um jetzt nur mal eine kleine Auswahl zu nennen) ihre ESC-Phobie überwinden und ihre Kreativität in die Wagschale werfen unser Land beim ESC zu repräsentieren. Sicher, fast alle Genannten funktionieren möglicherweise auch nur auf dem deutschen Markt oder maximal DACH plus NL, aber es kann bei der Suche nach dem richtigen Song nur besser werden.

    • Und was sollen die von dir genannten da reißen? Ich wage doch sehr zu bezweifeln, dass bei denen ein anderes Ergebnis herauskäme. Der erfolg im einengen Lande interessiert auf der internationalen Bühne keinen Mensch. Außerdem machen die alle die gleiche Art von generischer Popmusik. Und wenn du das mal mit der Top 10 von gestern vergleichst, kannst du erkennen, dass niemand der von dir genannten auch nur annähernd in diesen Bereich gekommen wären!
      Die Künstler selbst wissen das am allerbesten und das ist der Grund, warum die das nicht machen!

  15. Leute macht’s wie ich, schreibt Deutschland ab und erfreut euch an die anderen tollen Lieder. Der NDR schafft es einfach nicht. Wenn unser Kinderlied das Beste sein soll, sagt das doch alles über die Vorauswahl.

  16. Irgendetwas muss sich ändern , denn so geht es ja nicht weiter das zweitemal 0 Punkte im Televoting geht garnicht .
    Es muss auch ein Vorentscheid her mit vernünftigen Song ( denn wären die Ouoten auch besser ). Die letzten Teilnehmer würden sich doch einen Vorentscheid stellen also ran an die und was ordentliches schneidern . Zeit genug ist ja jetzt .

    Vielleicht auch mal ein jährlicher Wechsel zwischen dem NDR und dem ZDF würde ich auch gut finden und wurde hier ja auch schon erwähnt.

  17. Für Frankreich freut es mich. Wobei ich überrascht war das ein so klassischer Titel so punkten kann. Ihr Auftritt war sehr gut und die Künstlerin sympathisch.

  18. Zitat aus dem Artikel:
    „…Wollen die Big5 ihre Vorteilsregel beim ESC auch in Zukunft sichern, müssen sie endlich liefern. Das gilt also explizit nicht für Italien und aktuell auch nicht für Frankreich. Aber Großbritannien, Spanien und vor allem Deutschland brauchen neue, andere Ideen. Etwas zu wagen – wie in diesem Jahr mit Jendrik – sollte man vielleicht nicht nur, wenn man sich aufgrund statistischer Ergebnisse in (falscher) Sicherheit wiegt – sondern weil Menschen mit Sachverstand fühlen, dass der Act mit dem Song wirklich eine Chance hat…“

    Jetzt stehen die restlichen Big 5 (Deutschland, Großbritannien und Spanien) vom DP an dem Pranger. Er steht wie ein meisterlicher Oberlehrer vor den drei genannten mit großen Zeigefinger, so nach dem Kindermotto „Du, du, du, so geht das aber nicht!“

    • Ich nenne Fakten und ziehe meine Schlussfolgerung. Andere mögen dabei zu anderen Ergebnissen kommen.

    • Italien und Großbritannien haben die Performances versaut. Die Lieder sind gut, die Musikvideos auch. Man hätte sich daran orientieren sollen!

    • Ich stimme Nilsilaus in sofern zu, dass die Big5-Regelung nicht mit irgendeinem Mindestmaß an Qualität legitimiert ist, sondern ausschließlich durch die Größe der jeweiligen TV-Märkte. Daraus sowas wie eine Lieferpflicht zu konstruieren, hat mMn mehr mit Moral als mit Fakten zu tun.

  19. Der NDR müsste sich einfach einen Ruck geben und wieder die Zusammenarbeit mit Pro7 suchen. Das war damals nicht nur wegen Raab erfolgreich, sondern weil man junge Leute in einen Vorentscheid involvieren konnte.

    Im Idealfall könnte man doch auch den BuViSoCo wiederbeleben und den Sieger zum ESC schicken. Das wäre als Vorentscheid doch auch international extrem beliebt.

    • …ich fürchte nur: wenn klar gewesen wäre, dass der Siegeract des BuViSoCo zum ESC geschickt wird, hätten die meisten Acts (wie Seed & Co.) überhaupt nicht erst teilgenommen. 🙂

      • Müssen ja nicht die Kaliber Seed & Co sein. Aber wenn dann zB Hamburg einen Jendrik schickt, kann immer noch eine Oxa für Berlin dagegenhalten

    • Meiner Erinnerung nach war die Kooperation durch Pro7 beendet worden, da sich die Vorentscheide aus Quotensicht einfach nicht gerechnet haben. Und bei den rückläufigen TV-Quoten der meisten Castingformate (Ausnahme ist vielleicht Masked Singer) wird Pro 7 auch weiterhin kein gesteigertes Interesse haben, TV-Zeit zu versenden, die mit Joko, Klaas und Heide deutlich erfolgreicher gefüllt werden kann.

  20. Man sollte sich von der Idee lösen, Musik FÜR den Wettbewerb zu suchen. Einen auf Erfolg getrimmten Beitrag findet man in diesem Jahr in den Top 5 nicht. In den Top 10 sind das nur Malta und Griechenland. Stattdessen müsste man Musik suchen, die in Deutschland relevant ist und zunächst einmal außerhalb des Wettbewerbs funktionieren kann. Mit der Unterstützung im eigenen Land kann sich auch der Schub international ergeben. Und wenn nicht, dann hat der Teilnehmer wenigstens einen Hit. Beispiel Texas Lightning. Heute wäre das wohl Deutschrap.
    Auch wenn das persönlich nicht mein Geschmack ist, baut ein solcher Beitrag auch Berührungsängste anderer Künstler ab.

  21. WDR, bitte – bildet ja quasi drei verschiedene Länder ab mit Westfalen, Ruhrpott und Rheinland. Dadurch entfältt die provinzielle Denke, die einige Dritte (gerade der NDR mit MoinMoin-Geplärre und Fixierung auf HH) haben.

  22. Bei Mißerfolg wird beim Fußball zuerst der Trainer und ggf. dann der Vorstand ausgetauscht.

    Würde mich auch nicht sonderlich anstrengen, wenn ich jedes Jahr für das Finale der Champions League gesetz wäre.

    Raus aus der Bequemlichkeit und rein mit den BIG 5 in die Semis. Bonus nur für den Sieger des Vorjahres.

    Ich wünsche mir hier etwas mehr Fußball.

    • Mehr Fussball in Form von steinreichen Oligarchen, die sich eine Teilnahme erkaufen und diese mit aberwitzigen Star-Einkäufen aufmotzen, bis Geld irgendwann eben doch Tore schießt?
      Da darf San Marino für mich gern das Ende der Fahnenstange sein …

      Und nebenbeibemerkt: wäre es zur Superleague gekommen, glaube ich nicht, dass sich die dort gesetzten Clubs dann nicht mehr „sonderlich“ angestrengt hätten. Wie man am Samstag wieder gesehen hat, kann man sich auch als Direktqualifikant noch gut blamieren.

  23. Lustige Kommentare hier, und doch wird alles an der Beamtenmentalität des NDR-Apparates scheitern und zerschellern, an den jahrelang eingeschliffenen Abhängigkeiten in einem Senderverbund, in dem man Qualität und Zeitgeist mit der Lupe suchen muss, und in dem es wichtiger zu sein scheint, auf Altbekanntes und Altbackenes zurückgreifen zu müssen.

    Glaubt im Ernst hier auch nur irgendjemand, dass den NDR das Ergebnis interessiert?
    Man wird weiter vollkommen beratungsresistent nur auf die Berater hören, die man kennt, die man mag, die an das „German Engineering“ glauben, also der wirklich fehlgeleiteten Vorstellung, dass man Musik am Reißbrett nach vorgegebenen Kriterien entwerfen und damit auch noch Erfolg haben kann.

    Ich wage sogar die Mutmaßung, dass die ominösen 11,82 Durchschnittspunkte nichts weiter als der lame Versuch ist, die Verantwortung bewußt mal wieder abschieben zu können. Trotz aller hektisch am Samstag geäußerten Sätze, die das Ergebnis einordnen sollen. Leider wurde dadurch nur offentlichlich, dass aus Äpfeln und Birnen nicht unbedingt ein prickelnder Cocktail werden kann.

    Mein Fazit: Der deutsche Beitrag war von Anfang an eine Fehlgeburt und geboren aus dem Mißverständnis, dass man Musik wie ein Ingenieurs- oder Innovationsprojekt managen kann.
    Verdient Vorletzter, wie vorhergesagt.

    Wird sich etwas ändern? Nein, wird es nicht, da die Verantwortlichen, die es offensichtlich beim NDR nicht zu geben scheint angesichts der Tauchstation auf die man spätestens 2019 abgetaucht ist, einfach nichts mehr zu sagen haben. Es wird weiter im Apparat Fernsehen gemacht, nicht mehr, nicht weniger.

    Ach ja, und wenn wir schon dabei sind. Nach Herrn S. wird es jetzt endlich mal Zeit, für Frau S. und Herrn U. sich eine andere Beschäftigung während der ESC-Wochen zu suchen. Eine Pre-Show, in der man sich gefühlt 45 min über das Kleid mehr Gedanken macht als über Musik, sowie ein Kommentator, der belangloses Zeug redet, das brauchen wir alles nicht mehr.

    In diesem Sinne, 2022 wird spannend. Den deutschen Beitrag lassen wir mal bewußt außen vor.

    PS. Wer jetzt nach meinen eigenen Vorschlägen fragt, die gibt es, sollten bekannt sein, aber nicht hier in diesem Forum und nicht „not for free“.

  24. Das Hauptproblem Deutschlands ist meiner Meinung nach, dass die Verantwortlichen nach Erfolg und Anerkennung streben und dabei den Künstler und ihre Verantwortung für ebendiesen aus den Augen verlieren. Wer nicht abliefert, wird fallengelassen wie eine heiße Kartoffel: Ann Sophie, Jamie-Lee etc. Am heftigsten: Ben Dolic. Weder er noch sein Song waren 2020 mein Fall, aber er hätte meiner Meinung nach ohne größere Diskussionen das Ticket für 2021 bekommen müssen!!! Genauso wie viele andere Länder an ihren 2020-Künstlern festgehalten haben – von Island über die Ukraine und Malta bis hin zu San Marino. So geht respekt- und verantwortungsvolle Künstlerbetreuung!

    Und solange das die Verantwortlichen von ARD/NDR nicht kapieren, bekommt und verdient Deutschland keinen erfolgreichen ESC-Beitrag.

    • @Lady Madonna: Ich kann Dir bei fast allem zustimmen. Allerdings möchte ich lieber nicht wissen, wie manche Fans bei einer Wiedernominierung von Ben Dolic reagiert hätten und wie oft sein Auftritt beim NDR-ESC vor einem Jahr angeführt worden wäre. Auch da hätte es geheißen „Der NDR kann’s halt nicht“ (aber ja, respekt- und verantwortungsvolle Künstlerbetreuung kann er scheint’s wirklich nicht).

      @cars10 (eins weiter oben): Ich gebe Dir recht, dass es ein Missverständnis ist, „dass man Musik wie ein Ingenieurs- oder Innovationsprojekt managen kann“.

      • Meine Logik ist halt: Behandle Deine Künstler respektvoll, schütze sie vor Anfeindungen, stehe unabhängig vom Endergebnis zu 100% zu ihnen und du wirst auf lange Sicht dafür belohnt werden – mit Talenten, die sich bei der aktuellen Sachlage vermutlich eher nicht für den ESC bewerben würden…

    • Ich bin wiederum froh, daß Ben Dolic nicht angetreten ist. Sein Auftritt beim Free ESC war auch nicht der Brüller.

      Und Tom Leeb statt Barbara Pravi – no merci ! In manchen Fällen war es in der Tat besser, andere Künstler zu wählen (Finnland wäre mit Aksel niemals auf Platz 6 gelandet).

  25. Fernsehgarten okej, aber Silbereisen lasse ich nicht gelten. Wer einmal eine der Samstagabend-Feste mit ihm gesehen hat weiß, wie professionell und mit wieviel Aufwand und Liebe zum Detail dort jeder Auftritt (egal ob Schlager oder nicht) inszeniert wird. Ich würde mich freuen, wenn der NDR wieder an den MDR rückübergibt. Dort wird sich tatsächlich noch Gedanken gemacht.

  26. Dieser ESC hat noch einmal deutlich gezeigt, dass Stangenware, die immergleiche nordeuropäische ESC-Intensivtäter zusammengeklöppelt haben, nur noch im Mittelfeld landet. Mutige, polarisierende, herausstechende Songs konnten überzeugen. Ich wünsche mir, dass man, wenn man Songwriting-Camps durchführen will, für diese eben nicht die einlädt, deren Namen immer wieder unter den unverkennbar gleich klingenden Songs auftauchen. Dass Jendrik so hoch das deutsche Finale gewonnen hat, liegt bestimmt auch darin begründet, dass die restliche Auswahl wohl eher farblos wirkte. Mainstream sollte so weit es geht aus dem Auswahlprozess rausgehalten werden.

    • Absolute Zustimmung !

      Bei den Big 5 funktioniert nunmal Mainstream nicht. Langsam müßten es alle gemerkt haben….

  27. Lieber Douze, Du weißt, dass ich oft nicht Deiner Meinung bin, aber diesen Kommentar unterschreibe ich Wort für Wort.

    Es gibt für mich aus den letzten Jahren nur eine logische Schlussfolgerung: Der NDR sollte nach 25 Jahren im Amt die Verantwortung abgeben oder zumindest nicht mehr allein übernehmen. Ich will keinen Urban (seit Jahren schon!) und auch keine Babsi mehr, und ich will auch nicht jedes Jahr aufs neue wieder vorgeführt bekommen, wie lieblos der NDR mit der Marke ESC umgeht. Michael Schulte war ein Glückstreffer, darüberhinaus war außerhalb der Zusammenarbeiten mit Raab in den letzten Jahren wenig Vorzeigbares. Es kann doch nicht sooo schwer sein, was zu finden, das professionell ist, für den ESC brennt und wie aus einem Guss ist, oder doch?

    Zweimal null Punkte im Televoting und marginale Jurypunkte sind absolut inakzeptabel. Da gibts auch nix zu diskutieren, und das lag nicht nur daran, dass ein großer Teil der Beiträge in diesem Jahr so stark war. Das stärkste Finale seit 2014.

    Ein Wort noch zu den vier Tele-Nullern: Leid tut es mir da allein für Jeangu Macroy, der hätte wirklich mehr verdient gehabt. Bei Blas hab ich damit gerechnet, da stimmte leider gar nichts. Bei James war die Performance leider wohl insgesamt zu blass, was echt schade ist, denn er ist sympathisch und der Song nicht schlecht. Mach uns den Teigen!

    Und Jendrik? Dazu ist eigentlich alles gesagt, nur noch nicht überall und von allen.

    Auf jeden Fall muss was passieren, es kann nicht sein, dass der ESC für die verantwortliche Sendeanstalt nur mehr eine lästige Pflichterfüllung ist. Dabei sieht man immer wieder in den Songchecks bzw Reaktionen, mit wieviel Herzblut da viele (nicht alle!) dabei sind – es gibt also auch im NDR Leute, die noch dafür brennen! Lasst diesen Leuten mehr Spielraum! Es kann doch nicht sein, dass als Ziel Platz 20 ausgegeben wird!

  28. Habe von Bekannten gehört: In anderen Ländern wäre Jendriks Song wahrscheinlich gar nicht erst in die Endauswahl für den ESC gekommen, da wird vorselektiert. Gibt es irgendwo eine Liste, wer in der internationalen Jury in der deutschen ESC-Auswahl saß? Die deutschen ESC-Fan-Jury ließ sich wahrscheinlich so blenden, wie damals bei Aly Ryan (deren Song zwar besser ist als Sister, aber mit der Performance wie beim Vorentscheid wäre es auch nicht gut gelaufen). Fühle mich von Herrn Schreiber belogen. Er hätte wenigstens noch einmal vor die Kamera treten können und was sagen können. Von wegen 11,82… Da müssen die anderen Acts aber katastrophal gewesen sein. Vielleicht daher ein Grund, warum sich fast keiner dazu bekennt, teilgenommen zu haben. Hätten die doch wenigstens Oxa mit El Diablo genommen. Können wir nicht mal Kirkorov fragen, ob er was für Deutschland machen will.

  29. Außerdem fand ich es blöd, dass Marvin Dietmann bei Zypern im Greenroom saß, obwohl er Spaniens „Staging“ verbockt hatte und Sascha Babtiste saß bei der Schweiz, obwohl sie auch Albaniens Perfomance verbrochen hat. Da erkennt man wohl, wer am Ende am meisten Geld von wem gekriegt hat. Warum man immer die gleichen Nasen ans Staging lässt, so toll waren die ja auch nicht immer? Es gibt genug kreative Leute auf der Welt.

  30. Peter Urban hatte auch Schwierigkeiten, was war denn da vor dem bulgarischen Auftritt mit ihm los? Und wieder so viele Fehler im Kommentar!

  31. Das sich in Deutschland einiges ändern muss ist uns allen klar… Und wie einige hier schreiben braucht es einen neu Anfang… So in meinen Augen muss es beim VE anfangen und ich bin der Meinung man sollte sich ein Beispiel an Schweden, Norwegen oder Dänemark nehmen… Der VE sollte so aufgebaut sein das es 2 Halbfinale gibt mit je 10 Teilnehmer (Ex Teilnehmer von der DSDS, The Voice usw, oder Indy Bands, bekannte Stars).. Ins Finale kommen dann je 5 Teilnehmer pro Halbfinale…

    Wichtig für so eine VE ist das die Teilnehmer ordentlich promotet werden… daher sollten die Teilnehmer im Dezember einer breiten Masse vorgestellt werden… Vielleicht mit Hilfe der Bild Zeitung oder anderen Medien Möglichkeiten gibt es da genug….

    Was haltet ihr von meiner Idee? Oder sollten wir als ESC Fans eine Petition starten um auf uns aufmerksam
    Zu machen?

  32. Deine Idee ist sehr gut. Wichtig ist das man abwechslungsreiche und wettbewerbsfähige Lieder findet. Im Grunde hätte auch diese interne Wahl funktionieren können. Aber man hat offensichtlich nicht auf die Qualität der Songs geachtet.

  33. frankreich wird seinen diesjährigen erfolg aber nicht wiederholen,wenn die nächstes jahr wieder einen chanson schicken – das hat jetzt ganz aus der zeit gefallen einmal gefunzt und das war es dann auch.
    wenn ich den ESC von gestern reflektiere dann waren für mich 3 sachen wirklich überraschend.
    1.platz 3 von frankreich im televoting!
    2.das überraschend schlechte abschneiden der ukraine bei den jurys.
    3.die absage an zu offensichtlichen diversityacts – hier besonders beim televoting.

    spanien und UK haben musik zum vergessen geschickt und die quittung bekommen.
    holland wollte auf jeden fall vermeiden mit dem sieg auch nur irgendetwas zu tun zu haben. 😀
    ich würde die vier 0er jetzt nicht überbewerten,weil spanien und UK mit ihren internen auswahlen eigentlich immer auf die schnute fliegen.
    in internationalen foren ist zu lesen,daß ein großteil der britischen musikscene einen großen bogen um den ESC macht.
    meine meinung ist aber auch,wenn alle teilnehmenden länder,außer der titelverteidiger durch die semis müßten,sich automatisch mehr musikalische qualität bei den sogenannten big5 einstellen würde.

    • Hurt wollten teilnehmen, James Blunt auch. Paloma Faith war auch mal gewillt, Die Frau die Sax gesungen hat, auch. Es lag aber immer an BBC.

  34. Nun, ‚Frankreich‘ hat sich einfach des größten und international bekanntesten Klischees bedient, indem es ein unverholenes Piaf-Plagiat (optisch, wie kompositorisch, „Padam… Padam…“, allerdings nicht stimmlich!) in Rennen schickte. Leider hat Deutschland kaum international bekannte Stars, an denen man sich beim ESC schadlos halten könnte … es sei denn Olivia Jones träte als Marlene Dietrich Kopie an, das könnte in der Tat Spaß und einen vorderen Platz bedeuten.

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