Layla und Co.: Nach zwei Jahren Coronapause ist der Schlagermove zurück

Das größte Trashkult-Event der Hansestadt Hamburg kehrte vor zwei Wochen zurück – und wir waren für Euch dabei und zeigen Euch eindrucksvolle Bildimpressionen vom Hamburger Schlagermove 2022 und präsentieren Euch die größten Hits – etwas verspätet, weil der Fotograf und Autor dieser Zielen zwischendurch andere Prioritäten setzen musste (auf Euer Verständnis zählend).

Der Schlagermove ist eine zündende Idee, die funktioniert und funktioniert und funktioniert und funktioniert – und zwar in allen Altersgruppen. Mit 400.000 Besuchern hat der Move in 2022 sogar mehr Besucher angezogen als beim letzten Mal in 2019 („Die größten Hits“ und „Die größten ESC-Hits“ des Jahres hatten wir für Euch dokumentiert), als noch niemand das Wort „Corona“ mit etwas anderem als Bier in Verbindung brachte.

Neben dem Corona-Paradoxon (2021 hätte niemand für möglich gehalten, dass der Schlagermove bei einer Hamburger Inzidenz von über 700 stattfinden darf), waren es vor allem zwei Megatrends, die den Schlagermove 2022 zu einem „Phänomen“ machten.

(1) Die fortschreitende Professionalisierung und Kommerzialisierung

Die Professionalisierung der Veranstaltung lässt sich vor allem daran festmachen, dass die Veranstalter im Voraus und auch im Wording danach versuchen, den durchaus lautstarken Schlagermove-Kritikern gute Argumente entgegenzusetzen.

Um den gut organisierten mauligen Kritikern (siehe Foto) etwas entgegenzusetzen, nehmen die „Reinigungs- und Schutzmaßnahmen für die Anwohner“ in den Pressemitteilungen der Veranstalter sowohl vor als auch nach dem Move breiten Raum ein – nicht ungeschickt formuliert, btw.

Für die Stadt und für St. Pauli ist der Schlagermove allerdings ein merkantiler Segen nach den corona-induzierten Umsatzdürrejahren. Die Kommerzialisierung des Retro-Events kommt darin zum Ausdruck, dass inzwischen zahlreiche Gastronomen nicht nur eigene Wagen an den Start bringen, sondern am Freitag und Samstag des Move-Weekenders ganztägig Schlagerpartys veranstalten, die speziell von auswärtigen Besuchern sehr dankbar angenommen werden.

Der eigentliche Megatrend ist aber ein anderer und das ist die

(2) Ballermannisierung des Schlagermove

In den Anfangsjahren wurde der Schlagermove von Titeln wie „Anita“, „Griechischer Wein“, „Ein Bett im Kornfeld“ oder „Er hat ein knallrotes Gummiboot“ geprägt, die die Playlists der Truck-DJs dominierten.

Diese Zeit ist vorbei. Nicht allein „moderne“ Schlager (Andrea Berg, Vanessa Mai, Michelle und allen voran Helene Fischer) werden viel stärker gespielt, sondern gefühlt jeder dritte Song hat seine Ursprünge auf Mallorca und davon wiederum handelt jeder zweite von einer Puffmutter.

Dieses „20-Zentimeter-10-nackte-Friseusen-Phänomen“ lässt sich exzellent an unserer subjektiv empfundenen Schlagermove-Top-Ten erklären:

10. Tobee: Helikopter 117

Beim letzten Schlagermove habe ich mich sehr über einen Song namens „Mama Laudaaa“ gewundert. So ein Schlicht-Song war in diesem Jahr „Helikopter 117“, den ich nie zuvor gehört hatte, aber nach einigen Stunden auswendig mitsingen konnte – was mutmaßlich die Grundvoraussetzung für einen Ballermann-Song ist. „Mama Laudaaa“ lief auch immer wieder, aber Tobee begegnete uns noch häufiger. Sehr beeindruckt hat mich, wie textsicher Douze Points hier war.

9. Henry Valentino und Uschi: Im Wagen vor mir

Auch relativ neu ist der Trend, dass Schlagerklassiker mit einem Stampfbeat „modernisiert“ werden, was ich persönlich relativ schrecklich finde. Einen Namen hat sich mit dieser Masche vor allem wohl (ein) „DJ Herzbeat“ gemacht. Aber er ist nicht allein verantwortlich, auch von „Ein bisschen Frieden“ war eine Stampfbeat-Version zu hören. Von „Im Wagen vor mir“ gab es beides auf die Ohren, den wunderschönen Klassiker und die verunstaltete Beat-Version.

8. Ikke Hüftgold: Ich schwanke noch

„Unser“ Ikke Hüftgold, den wir bei der „Zeppelin“ Premiere von Ralph Siegel als sehr sympathischen Zeitgenossen kennenlernen durften und der sich bereits wie einige andere um das deutsche Ticket nach Turin beworben hatte, ist gleich zweimal in den Schlagermove-Top-Ten vertreten.

Zu seinem Songtext „Ich überleg‘, mit dem Saufen aufzuhören, aber ich schwanke noch“ sagte mein Freund Jürgen am letzten Freitag bei unserem Stammportugiesen, dass dieser Songtext „an Genialität grenzt“. Na dann.

7. Marianne Rosenberg: Lieder der Nacht

Nachvollziehbarerweise wurde Mariannes ESC-VE-Klassiker „Er gehört zu mir“ auf den meisten Wagen viel häufiger gespielt als „Lieder der Nacht“, aber als dieser Song bei unserem Absacker auf dem Panton mit den „Astra Biergarten“ nahe den Landungsbrücken (mit megacoolem Türsteher, siehe Foto) gespielt wurde, war es um mich geschehen. Das ist ein All-time-favorite! „Griechischer Wein, Mona Lisa, Tu t’en vas und dann noch Fly Robin Fly…“

6. Helene Fischer: Achterbahn

Hier gilt das, was ich schon bei Marianne schrieb: Selbstverständlich war „Atemlos“ der meistgespielte Schlagermove-Track von Helene und (ich hätte nie gedacht, dass ich das mal aufschreibe) ich kann den Song nicht mehr hören. Aber als eine Clique von Damen in den besten Jahren in der U-Bahn auf dem Weg zum Move u.a. die Zeilen „Dass man die besten Dinge findet, wenn man sie nicht sucht“ aus „Achterbahn“ sehr textsicher durchsang, hat meine Helene-Leidenschaft wieder beflügelt.

5. Josh.: Cordula Grün

Auch „Cordula Grün“ ist ein Heavy-Rotation-Kirmes-Hit und auch gerne am Ballermann genommen, aber anders als der Ikke-Hüftgold/Julian-Sommer/Almklausi-Trash hat „Cordula Grün“ durchaus Hipster-Appeal, wiewohl „Die Draufgänger“ das Original von Josh. doch arg verunstaltet haben. Aber Josh. habe ich heuer sogar häufiger gehört als die ballermanntauglicheren Draufgänger, insofern war ich über das Wiederhören meiner persönliche Songentdeckung beim Schlagermove 2019 hocherfreut.

4. Die Flippers: Wir sagen danke schön – 40 Jahre Die Flippers

Alle reden über „Layla“ aber der eindrucksvolle Siegeszug des Farewellsongs der Flippers „Wir sagen danke schön“ ist weitaus faszinierender. Das Song ist 13 Jahre alt und war nie eine Single, sondern „nur“ ein Dankeschön-Song an die treuen Fans auf einem „40 Jahre Die Flippers“ Best-Of-Album. Und plötzlich ist er größer als er jemals war.

Dieser Titel hat über die Open-Air-Rockfestivals wie „Hurricane“, „Southside“ oder „Rock am Ring“ den Weg auf den Ballermann und den Schlagermove gefunden – und ich frage mich, warum? Wie es zum Dankeschön-Urknall kam, weiß aber nicht mal der ehemalige Bandleader Olaf Malolepski selbst. Und eine Running-Up-That-Hill-Style Tiefenanalyse würde hier den Rahmen sprengen, vielleicht mache ich das nochmal autonom.

3. Vicky Leandros: Ich liebe das Leben

Es war immer erfrischend, wenn sich die Schlagermove-Trucks zwischen all dem Schützenfest-Gestampfe auch einmal wieder dem klassischen deutschen Schlager zuwandten und mit Vickys „Ich liebe das Leben“ sogar einen Song auffallend häufig spielten, der innerhalb des Genres eher zu den etwas anspruchsvolleren gehört. Kein Discobeat, schöne Tempi-Wechsel, eine positive und doch auch reflektierte Botschaft, I like. Und ESC-Bezug hat Vicky selbstverständlich auch und das ist bekanntlich keine Ausnahme auf dem Schlagermove.

2. Julian Sommer: Dicht im Flieger

Weil „Layla“ die Musikbranchen-Schlagzeilen dominiert, ist etwas untergegangen, dass der überaus schnuckelige Julian Sommer (siehe Mallorca-Pic), seines Zeichens ursprünglich Autoverkäufer, mit seinem mega-eingängigen Alkohol-Ermunterungslied „Dicht im Flieger“ ebenfalls die Top Ten der deutschen Charts erreichen konnte.

Es mag an Julians sehr aktivierungsstarker TikTok-Strategie liegen, es ist jedenfalls mein Gefühl, dass der Song vor allem in der Zielgruppe U30 gezündet hat, während „Layla“ breiter aufgestellt war und ist (auch im wahrsten Sinne des Wortes). Auf dem Schlagermove war „Dicht im Flieger“ in zwei von drei Fällen der Titel, der direkt nach „Layla“ erklang. DJs sind halt auch nur Populisten.

1. DJ Robin x Schürze: Layla

„Layla“ ist ein einzigartiges popkulturelles Phänomen und das konnte man auf dem Schlagermove sehr gut beobachten. Noch nie und nirgendwo habe ich erlebt, dass ein Song so oft gespielt wurde und so starke Reaktionen erzeugt – permanent und bis an die Grenze des Erträglichen. Auf dem Schlagermove habe ich verstanden, warum der Titel rechtzeitig zum Schlagermove die offiziellen deutschen Charts anführt, als erster sogenannten „Ballermann-Song“ überhaupt.

Und das war schon auf dem Schlagermove so, bevor zehn Tage später ein hochkorrekter Stadtrat in Würzburg auf die Idee kam, das Abspielen von „Layla“ auf einem Stadtfest zu unterbinden. Eine bessere Promotion hätte sich Producer Matthias Distel (unser Ikke) nicht wünschen können, mehr Awareness, Airplays und Lobbyarbeit für den Song hätten die Layla-Macher auf den etablierten Ballermann-Multipliator-Kanälen nie bekommen können. Es gibt ohne Ende Solidaritätsbekundungen, der Song läuft „jetzt erst Recht“ überall, wo gefeiert wird, in heavy rotation (auch da, wo er verpönt oder „verboten“ ist) und einzelne Clubs laden inzwischen zu Layla-Partys ein.

Es wird spannend zu beobachten, wie stabil diese Layla-Hysterie anhält. Drei Wochen ist der Titel schon an der Spitze der offiziellen deutschen Charts und es sieht nicht danach aus, als würde sich daran kurzfristig etwas ändern.

Es gibt noch weitere wunderbare Bilder vom Schlagermove und ich entschuldige mich jetzt schon bei allen Fans, die bei dieser Photo-Love-Story mitgemacht haben und deren Bilder ich hier noch nicht veröffentlichen konnte. Aber ich werde das Thema „Ballermannisierung des Schlagermove und der Charts“ noch einmal aufgreifen – und dann gibt es als Garnitur noch mehr Partypics.

Zwei, drei Bilder möchte ich noch hervorheben. Da ist zum einen diese Shirtless Clique aus Schweden (!), die wir nach der Parade auf der Reeperbahn trafen und die keine Berührungsängste zum deutschen Schlager hatte. Über meine Heldin Lena Ph wussten die Jungs allerdings weniger als Douze Points und ich erhofft hatten. „We don’t do Melodifestivalen.“ Gibt es wohl auch unter Schweden.

Und dann waren da noch Marion (ganz links) und Birgit (zweite von links), die wir zu fortgeschrittener Stunde zum „Absacker“ im Astra Biergarten an den St. Pauli Landungsbrücken kennenlernten. Mädels, wenn Ihr das hier lest, es war wunderbar mit Euch auf „old school“ Hits von Udo Jürgens, Jürgen Drews, Marianne Rosenberg und Jürgen Marcus (also alles mit ESC-Bezug) anzustoßen. Seid herzlich gegrüßt. Wir sehen uns 2023, gleicher Ort, gleiche Stelle.

PS: Danke an das east und das Empire Riverside, die uns auch ohne Zimmerkarte an ihre Bars vorgelassen haben.

2. PS: Soooo viele schöne Bilder sind am Schlagermove Weekend entstanden, aber das beste davon ist aus meiner ganz subjektiven Sicht dieses letzte Selfie mit meinem (frei zitiert nach dem U.S. Personality Magazin „People“) „Sexiest Man Alive“ im Jahr 2022 (links) und ich überlasse es Euch zu erkennen, wer das ist.

Bonus: Viele weitere Schlagermove 2022 Bilder findet Ihr hier.


84 Kommentare

    • Schlagermove ist nichts anderes als eine CSD-Mogelpackung. Bunt. Laut. Viel Haut. Pure Selbstdarstellung. Wenig Persönlichkeit.

  1. Bin ich froh dass die Radiosender meines Vertrauens diese akustische Luftverschmutzung namens „Layla“ nicht (Charivari Regensburg) oder nur in der Chartshow (Bayern 3) spielen.

  2. Sehr schöne Bilder, vielen Dank dafür.🙂

    Habe nichts gegen Schlager, im Gegenteil. Allerdings eher die älteren Schlager, die neueren, die irgendwie nur nach Ballermann klingen, finde ich, mit Verlaub, schrechlich („T…, Kartoffelsalat“, „Mama laudaaa“…🤮). Da muss ich schon einiges getrunken haben, um das lustig zu finden. Aber hey, jede/r wie er/sie mag.😉
    Einfach Songs zu verbieten („Layla“), weil man meint, irgendetwas Schlechtes herauszuhören, ist natürlich übers Ziel hinausgeschossen. Vielleicht sollte man doch manche Dinge ein bißchen mit Humor und einem Augenzwinkern betrachten. Finde, das kommt immer mehr abhanden, man sucht regelrecht nach was Anstößigem, um den Zeigefinger zu erheben. Nicht falsch verstehen, ich finde es gut, dass man sensibilisiert wird, Menschen nicht zu diskriminieren, aber man sollte die Ironie auch noch erkennen können. Nichts anderes macht Kabarett ja auch. Man kann ja Songs doof oder auch niveaulos finden, aber einfach verbieten? Finde ich nicht gut. Aber es wurde ja schon erwähnt, das nützt eher den Produzenten als es ihnen schadet. War ja bei Falcos „Jeanny“ damals auch nicht anders.

    P. S. „Im Wagen vor mir“ – was ein herrlicher Schlager, höre ich heute noch gerne.😊

    • @Gaby

      Ich kann mit Schlager wie du vielleicht schon weißt allgemein nichts anfangen, von daher wäre dieses Festival für mich die reinste Folter.

      • Für mich wäre dieses Festival auch nichts, aber ich fühle mich auf so großen Festivals sowieso reichlich verloren. Aber ich finde, Schlager ist nicht gleich Schlager. Die meisten Schlager von heute haben doch einen argen „Ballermann-Touch“. Das gefällt mir, wie oben erwähnt, auch nicht.
        Aber in den 70er, 80er oder auch noch in den 90er Jahren gab es wunderschöne „Schlager“, mit tollen hintergründigen Texten, z. B. von Reinhard Mey (war eigentlich kein richtiger Schlager, meiner Meinung nach) oder von Juliane Werding. Ich finde, der Begriff „Schlager“ wird mittlerweile sehr abwertend benutzt, was wohl auch daran liegt, dass vieles heutzutage wirklich viel nach Ballermann klingt. Aber nun, wem’s gefällt…😉

      • @Gaby

        Ne sorry, aber ich werde in diesem Leben definitiv kein Fan dieser Musikrchtung mehr.

    • „P. S. „Im Wagen vor mir“ – was ein herrlicher Schlager, höre ich heute noch gerne“

      Ich glaube nicht alle wissen das. Aber der Sänger, Komponist und Texter von „im Wagen vor mir“ heißt mit Künstlernamen Henry Valentino und tatsächlich Hans Blum. Und genau dieser Hans Blum ist auch der Komponist von Ingrid Peters‘ „über die Brücke geh’n“, mit dem sie 1986 in Bergen beim Grand Prix Eurovision de la chanson angetreten ist.

    • („T…, Kartoffelsalat“, „Mama laudaaa“…🤮). Da muss ich schon einiges getrunken haben, um das lustig zu finden. Korrigiere mich: So viel kann ich gar nicht trinken. Dann bin ich so betrunken, dass ich schon eingeschlafen bin.😉

      • @Gaby

        Ich persönlich finde wenn man erst Alkohol braucht um „Spaß“ zu haben hat man finde ich schon ein Problem.

        Bitte nicht falsch verstehen, mir klingen halt nur die Worte von der Suchtberatung nach die einmal an meiner Schule war.

        Ich trinke jedenfalls nur ab und an etwas Wein zum Essen oder 1-2 Gläschen Sekt, härtere Sachen nur selten. War bisher noch nie wirklich betrunken.

      • @ESC1994

        Trinke ja auch wenig Alkohol, wollte nur damit sagen, dass ich obige Titel im nüchternen Zustand kaum ertragen kann. War also eher im übertragenen Sinne gemeint…

      • Ich brauch keinen Alkohol, um Spaß zu haben. Ich brauch aber auch keinen Spaß, um Alkohol zu haben.

      • @Gaby

        Sorry, hab dich wohl falsch verstanden. Mein Gehirn wird allmählich zu brei bei der ekligen Hitze hier, als jemand der in einer Dachgeschosswohung lebt hat man bei solchen Wetter echt die A-Karte gezogen. 🙁

      • @ESC1994

        Kein Problem, kann ich nachfühlen, da ich die Hitze auch nicht vertragen kann. Am besten viel Wasser trinken (oder lauwarmer Tee, ernsthaft), damit man nicht kollabiert.

    • „Im Wagen vor mir“ fällt textlich doch in dieselbe Kategorie wie „Layla“ – ist bloß eine andere Spielart von widerwärtigem Chauvinismus.

      • Tja, man muss echt aufpassen, was man schreibt. Sobald man sagt, dass man ein bestimmtes Lied gut findet, gerät man direkt in Verruf…

      • Nö, es sei dir unbenommen, zu mögen, was du magst. Ich halte die ganze Diskussion rund um „Layla“ auch für ein klassisches Sommerloch-Thema. Mit Zensur ist niemandem geholfen – damit, dass man Kacke eben als „Kacke“ bezeichnet und darauf hinweist, vielleicht noch. Trotzdem kann man aber ja niemandem vorschreiben, was er/sie gut zu finden hat.

      • @Nils

        Und schon sind wir wieder auf einem Nenner. Jede/r darf Songs doof, niveaulos etc. finden. Genauso wie jede/r auch sich von Songs mitsingt, die eher einfach gestrickt sind. Schön, dass die Geschmäcker verschieden sind. Solange man den anderen „leben läßt“ – ist doch alles gut.🙂

  3. Ich gebe es offen und ehrlich zu:

    Ich gehöre zu denjenigen (m/w/d), die in den 80er, 90er und 2000er Jahren Schlager offiziell abgelehnt haben, aber HEIMLICH bei sich zu Hause im Zimmer (Elternhaus) und später im Studentenwohnheim Schlagermusik gehört und bis zum Anschlag aufgedreht haben.

    Wolfgang Petry mit „Wahnsinn warum schickst du mich in die Hölle … Hölle, Hölle, Hölle, Hölle“ ! 😀

  4. Allerdings eher die älteren Schlager, die neueren, die irgendwie nur nach Ballermann klingen,

    Ja, das ist der Punkt.
    Was war Schlager?
    Was ist Schlager?

    Ich als Ausländer habe ich alles spät kennengelernt. Aber: Früher war Schlager einfach ein deutsches Wort für Popmusik auf Deutsch. Oder? Bei manchen altern Schlager kann ich zumindest keine formelle Aehnlichkeiten finden.
    Heute drückt das Wort „Schlager“ schon eine bestimmte (deutsche?) Form von Popmusik: Deutscher Text, eingängige Melodie, elektro-Stampf-Rhythmus (und das ist was ich richtig hasse).

    Sonst kann ich gut verstehen, wenn die Leuten mit dieser Art Popmusik Spass haben wollen. Ich habe nichts dagegen! 🙂 In dieser Hinsicht finde ich aber Karneval viel, viel, viel (ad libitum) besser (was Musik, Text, Kultur – Traditiionen, usw angeht).

      • Ja, ich weiss… 🙂
        Ich gehöre definitiv zur Bläck Fööss-Fraktion. Ich verehre sie förmlich… 🙂
        En unsrem Veedel ich für mich einfach ein Meilenstein.
        Aber ich könnte Hunderte von Fööss-Liedern zitieren….
        Bloss, bei der Trockenheit, die im Moment ganz Italien plagt… kommt mir eher dieses Lied im Sinne (die waren schon um Jahrzehnte im Voraus, was die Klima-Frage angeht… 😉 )

      • @ italojeck:

        „En unsrem Veedel ich für mich einfach ein Meilenstein.“

        Das ist in der Tat ein wunderschönes Lied. Als ich diesen Song zum ersten Mal gehört habe, habe ich zwar kein Wort verstanden, aber die Melodie ergreift einen förmlich.

        PS: ich wünsche Euch in Italien, dass die Hitzekatastrophe schnell wieder vorbei ist und es anfängt zu regnen. Mein erster Italienurlaub mit meinen Eltern – da war ich sieben Jahre – war in Bibione. Als ich vor einigen Tagen in der deutschen Tagesschau gehört habe, dass die Landschaft um Bibione in Flammen aufging, dann macht mich das traurig und sehr nachdenklich.

        Zum Schluss noch eines, aber da erwarte ich definitiv keine Äußerung dazu:
        Mario Draghi muss Ministerpräsident in Italien bleiben.

        PS: Zu allem anderen brauchst du dich auch nicht äußern, wenn du nicht willst. 😀

      • Klar, Timo. Bei Draghi bin ich völlig bei dir!

        Es ist einfach eine Katastrophe. In Italien wie in Frankreich /(Le Pen), wie in den USA (Trump)…

        Das Phänomen ist sehr kompliziert… man weiss nicht, wie man aus dieser Populismus-Welle rauskommen kann. Ist es eher eine soziale (wirtschaftliche) oder eine kulturelle Frage? Oder beides? Keine Ahnung. Aber einfach ist es nicht.

  5. Hatte die letzten Wochen bei meinem Asientrip mehr mit “Schlangenmove” als mit Schlagermove zu tun aber gönne den PartyPeople jeglicher Zugehörigkeit ihre Spaßmusik. Ist nicht meins und das wird sich auch nicht (mehr) ändern.

    Wir haben eh schon beschlossen in diesem Jahr die Wiesn nur tagsüber zu besuchen also wird mir der Text von Layla & Co auch nicht jeden Abend entgegen gegrölt… 😉

    Hatten in Rangun mal wieder “gutes” Internet sodass ich den wirklich tollen Artikel über die einzigartige Kate Bush lesen konnte. Da wurden beim lesen Erinnerungen wach.
    DANKE verspätete dafür.

    Jetzt lese ich erst mal alle anderen Beiträge und hoffe das die (meine 🥲) Nacht Pauline” noch bei Euch im Rennen ist drücke dem glücklichen Paten meine Daumen.

  6. Vermutlich habe ich es wirklich als Letzter mitbekommen, aber: „Layla“ soll wohl am Sonntag auch im Fernsehgarten aufgeführt werden. Zuvor gab es anscheinend eine Diskussion, in der der sexistische Text gegen Andrea Kiewels Rollenbilder von anno Tobak aufgewogen wurde. Letzten Endes wird das Lied wohl unzensiert zu hören sein.

    Nicht, dass ich diesen musikalischen Dreck jetzt plötzlich mögen würde – aber wenn er dafür sorgt, dass sonntagvormittags im ZDF das Wort „Puffmama“ fällt, ist mir zumindest das nicht ganz unsympathisch … 😁

    https://www.tz.de/tv/fans-regen-sich-ueber-sexistische-witze-zdf-fernsehgarten-tv-kann-layla-auch-unzensiert-zr-91671972.html
    https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/layla-wird-im-zdf-fernsehgarten-wohl-mit-original-text-zu-hoeren-sein-18183120.html

  7. Ist nicht so meine Musik(veranstaltung), ich mag aber diese positiven, lustvoll bebilderten „Wir waren dabei“-Berichte von @Peter dazu.

  8. jede epoche/jahrzehnt hat seine musik,so auch beim schlager – früher waren die texte auch schon schlüpfrig (und die melodien erheblich besser) und keinen hat es gestört.
    das ist unterhaltungsmusik und diese will halt unterhalten und wer nach mallorca zum feiern fliegt,der will halt unterhalten werden.
    kenne weder ballermann noch den schlagermove aber ich denke die leute dort wollen einfach nur eine gute zeit haben.
    wir leben auch in DJ-zeiten,wo jeder sich bemüßigt fühlt ein original mit bumm-bumm-sound zu verunstalten aber ich habe damit kein problem.
    anbei der einzig wahre schlagergott.🥳😇

      • na,3 videos reichen doch eigentlich – einen habe ich aber noch.🥳
        hammertext!

    • Okay, klingt schon ein bißchen selbstverliebt, wobei ich da schon die Ironie erkenne. Klar hat ohne ihn das Leben keinen Sinn, also für ihn (dann gäbe es den Herrn ja gar nicht😀)
      Mir fällt auch auf: Früher konnten die allermeisten wirklich singen, seis Katja Ebstein, Mary Roos, Jürgen Marcus, auch Tony Marshall, obwohl ich den gar nicht mag. Muss man ihnen lassen, sie mussten ja auch mehr live in der ZDF-Hitparade singen.
      Aber Du hast recht, viele Leute wollen einfach unterhalten werden, und wenn’s ihnen Freude macht… es ist doch auch okay, sich mal von den Problemen der Welt abzulenken.

    • Aus dem selben Grund wird der Artikel angeklickt. 🙂 Das Durchschnittsalter der Schlagermove-Besucher ist vor Corona gestiegen. Wenn dort also jetzt mehr Ballermann-Mucke gespielt wird, passt es für Peter wieder und zukünftige Bilderreihen sind gesichert.

      • @Jorge – auffällig ist bei den Pics wie auch beim Gang durch die Stadt, dass fast alle nicht-Südländer U35 glattrasiert sind – scheint tatsächlich wieder zu kommen.

      • Hello again, 4porcelli. 🙂

        Genau genommen sehen wir ja nur die Frontseite. … Aber wenn das so ist, macht sich die Bestellung meines neuen Trimmers ja bald bezahlt.

      • Bestellt woooow – ist das ein Exclusiv-Modell?

      • Kann eben nicht jeder auf das zurückgelassene Teil des letzten Hausgastes zurückgreifen. 😉

        Funfact: Faktencheck im ehemals blauen Kontaktforum hat ergeben – die Quote unbehaart/rasiert ist für die Altersgruppen U30 und 30-50 stabil um 35-37%, sinkt bei älteren auf 15%. Also eher ein soziokulturelles, kein Alterskohorten-Phänomen.

      • LOL… gibt’s da auch nen Ethno-Breakdown= Könnte mir denken, die unbehaart/rasiert Quote liegt bei Brudas Ü18 bei 0,75%. Maximal.

      • Kein Problem, ist aber auch bei der Gruppe Latino/Südländer/Araber nicht viel anders verteilt – jedenfalls in HH. Keine Ahnung, wie das in Köln-Kalk ist. Recherche nach Schlager- oder Musikvorlieben gibt der Romeo nicht her. Ich schlage vor, du gegencheckst das mal bei Parship. 😉

      • Ich finde es sehr traurig, wie Du Typen kommodofizierst. Und für Schlager haben wir doch den Block hier!

      • Wie war dein Eingangsstatement nochmal? 😉

        Ich möchte mich an dieser Stelle nicht zu „Schlager“ äussern und berufe mich auf Erinnerungslücken bezüglich meiner letzten Party.

      • LOL – bitch (klingt wie ein toller Ballermann-„Hit“)!

      • Dann schreibst du nen Song über mich? „bitch“ darf als Leadzeile in den Songtext als b****, was die gröhlende Menge dann ergänzt, aber als Titel verprellt das die Kundschaft.

      • Wie wär’s mit b*tch? Das könnte dann auch butch bedeuten, was Du ja bestimmt bist.

      • Könnte dann ja als Duett mit Kristina Ott gemacht werde.

      • Autsch – der tat weh!

        Und Duette bitte nur, wenn auch glaubwürdig eine Beziehung vermarktet werden kann. Gehört zum kleinen einmaleins des Schlagermarketings!

      • Hast Du bitte ein Re-Ranking dieses 1×1?Das wäre hilfreich.

    • @Cali: Also, mein Lieblingsbild ist das mit Daryl (auf den niemand eingeht – erstaunlicherweise) und dann kommt schon das Late-Nite-Selfie mit Birgit und Marion. Und Daryl ist definitiv kein „Hüpfer“ und Birgit und Marion sind etwa auf Augenhöhe mein Jahrgang.

  9. Nein, Nein, Nein, das ist defintiv not my kind of music.. Bei Schlager läufts mir kalt den Rücken runter vor Schreck. 95% der Lieder kann man ja nur mit mind. 1.5 Promille ertragen. Aber scheint ein gutes Fest gewesen zu sein, den Bildern nach. Gibt es hier öfters Artikel zu solchen Musikfesten? Ich würde doch gerne etwas Ähnliches zu Wacken sehen, da wär ich eher zuhause 😀

    • Oh ja, mag ich auch gerne. 😊
      Habe halt grundsätzlich gegen keine Musikrichtung etwas (außer gegen Blasmusik). Kommt halt immer auf die Songs, gibt schöne und schreckliche Lieder überall.

      • Das stimmt. Es gibt auch 5 Schlager, die ich wirklich gerne mag. Allerdings sind 4 davon aus Skandinavien. Eigentlich fällt mir nur ein deutscher Schlager ein, den ich gerne mag, und dann noch das eine oder andere Frühwerk von Rosenstolz, das ich auch i. O. finde.
        Meist ist es mir zu umständlich, diese Ausnahmen zu erwähnen, und ich sage nur: „Schlager? Nö!“

      • @togravus ceterum

        Klar, alles Geschmacksache. Aber was mich manchmal nervt, damit meine ich nicht Dich und auch nicht ESC1994, ist, dass man sich ja fast rechtfertigen muss, wenn man Schlager nicht gleich grundsätzlich ganz furchtbar findet. Ist übrigens im „wahren“ Leben oft auch so.
        Denn auch da gibt es ja die unterschiedlichsten Strömungen, klingt ja Gott sei Dank nicht alles nach Ballermann. Solche Leute wie der Mickie Krause oder (noch schlimmer) dieser Andreas Gabalier finde ich auch schrecklich. Und das meine ich ernst.

      • @ Gaby:

        “ dieser Andreas Gabalier finde ich auch schrecklich. “

        Denn finde ich jetzt auch schrecklich. Aber bei ihm bin ich mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich ihn aufgrund seiner Musik schrecklich finde oder wegen seiner politischen Einstellung.

        Er steht ja selber dazu, dass er ein konservativer Österreicher sei. Aber bei ihm werde ich das Gefühl nicht los – und das ist jetzt einfach nur ein Gefühl, dass sich bei mir entwickelte, wenn man ihm in irgendwelchen Interviews mal beim Reden zuhört – dass er nicht einfach nur ein mittiger Konservativer ist, sondern ein stramm rechter konservativer und der FPÖ in Österreich durchaus gute Seiten abgewinnen könnte.

      • @togravusceterum

        Tja… und da sind wir wieder bei der Frage: Was ist Schlager?

        Ich weiss jetzt nicht, welches Rosenstolz-Lied du genau meinst, aber für mich waren Rosenstolz einfach wunderbare Popmusik (die auch ab und zu eine Rock-Version vertragen hätte) auf Deutsch.
        Willkommen finde ich einfach fantastisch!!! Und das hat eher mit Rock als mit Schlager zu tun (wenn überhaupt, von der Attitüde her)

      • @Timo1986

        Bezüglich Andreas Gabalier: Ich finde beides schrecklich: Die Musik und seine Einstellung.

      • also blasmusik kann auch sehr reizvoll sein – nicht nur bei labrassbanda,wobei die ja nur covern,dies aber außergewöhnlich gut.
        hier mal echte volksmusik. (der gesang setzt erst bei 1:45 ein)
        südtirol und überhaupt österreich ist immer eine reise wert.

      • na,jetzt habe ich mich selbst hinter die fichte geführt – ich meinte natürlich nicht labrassbanda, sondern die überragenden brass against.
        anbei kostprobe wenn auch andere baustelle.
        kennt sicher der ein oder andere hier bereits.
        🎷📯🎺

  10. @ Gaby, niemand muss ich für seinen Geschmack rechtfertigen. Ich habe eine gute Freundin, die ein großer Schlagerfan ist. Ich habe sogar mal mit einem Schalke-Fan in einer WG gewohnt, und Schalke geht für einen VfL-Fan wie mich eigentlich überhaupt nicht. Wir sind dann trotzdem Freunde geworden.

    @ Italojeck, ja, „Willkommen“ ist klasse. Ich habe ja auch nicht behauptet, dass alles von Rosenstolz Schlager ist, aber das Album „Die Schlampen sind müde“, mit dem sie groß rausgekommen sind, war schon ziemlich schlageresk.

    • Schlageresk… oder 80er-Jahre-Pop?
      Der Punkt bleibt: bei Rosenstolz fehlt das Stampf-Stampf-Elektro-Beat, das sonst den „modernen“ Schlager ausmacht.
      Und der alte Schlager war einfach Popmusik (oder sogar Chanson) mit deutschem Text.
      Ich glaube, man sollte diese zwei Bedeutungen von Schlager schon unterscheiden. Sogar im Duden. Laengst faellig. 😀

      Die Frage ist aber: Wer war der Initiator von dieser Schlager-Art ballermanscher Praegung?

      • Für mich ist Schlager einfach gestrickte Unterhaltunsmusik in deutscher Sprache, die meist schlichte Texte hat, die sich um Herz und Herzschmerz drehen. Den oben erwähnten Reinhard Mey habe ich z. B. niemals unter Schlager verbucht.

      • Schlager ist lediglich das deutsche Wort für Hit. Ich gebe Dir insofern Recht, als dass es heute im engeren Sinn Unterhaltungsmusik bezeichnet, die weitgehender auf neuere und fremdländische Einflüsse, v.a. aus dem Bereich der Jazzmusik, verzichtet. Sprache hingegen dient für mich nicht als Kriterium zur Bestimmung. Engelbert Humperndinck ist, seinen Grand-Prix-Titel mal ausgenommen, ein astreiner Schlagersänger, und wäre es auch gewesen, hätte er zeitlebens jedes seiner Stücke auf Latein oder Griechisch interpretiert.
        Linda Hesse z.B. tritt hierzulande in den „einschlägigen“ Formaten auf. Würde sie ihre Musik in englischer Sprache veröffentlichen, fiele sie in die Soft-Pop-Kategorie zusammen mit Selena Gomez, Olivia Rodrigo, Britney Spears u.a.
        Bei Reinhard May, denke ich, gelten lediglich die bekannten, im Radio gespielten Lieder als Schlager. Ein Großteil seines Repertoires, welches politisch und gesellschaftskritisch ist, fungiert fast schon als Antithese dazu.
        Im Falle von Rosenstolz ist die stilistische Bandbreite (was viele vermutlich überraschte) relativ groß. Vom Klischeeschlager über Electronic hin zu Deutschrock (natürlich mit einer gehörigen Prise Pop). Womöglich mit ein Grund, warum ich mich für diese Gruppe nie habe erwärmen können.😉

      • @italojeck:

        Viele Deutsche (m/w/d) haben ein gespaltenes Verhältnis zum Schlager, aber gleichzeitig kein Problem damit Fan des französischen Chansons, der US-Country Musik oder einer italienischen Pop-Ballade zu sein.

        Ein gutes Beispiel finde ich hierfür von Loretta Goggi mit ihrer traumhaft schönen Ballade „maledetta primavera“. Eines meiner Italo-Lieblingssongs. Von ihr gesungen wird es als Italo-Pop-Ballade wahrgenommen, würde es aber beispielsweise eine Andrea Berg singen – von der ich persönlich jetzt doch eher peinlich unangenehm berührt bin – dann wäre es wahrscheinlich in den Augen vieler Leute der größte Kitsch ever.

        Im Grunde genommen sind wir Deutsche (m/w/d) was Schlager betrifft leicht zufrieden zu stellen. Gib ihm / ihr Schlager-Musik und nenne es einfach mal anders und schon ist die Musik-Welt wieder in Ordnung. 🙂

        https://youtu.be/0tdp4nrEBAg

      • Liebe toogravusceterum und CC, vielen Dank für die Definitionen und Eingrenzungen.
        Was mir noch fehlt ist sozusagen die geschichtliche Dimension. Der Begriff hat sich mMn mit der Zeit geändert.
        Wäre ein gutes Thema für ESC-Kompakt…🧐

      • @Timo1986

        „Viele Deutsche (m/w/d) haben ein gespaltenes Verhältnis zu Schlager…. Na ja, habe mal gelesen, dass Schlagermusik zur Zeiten der Nationalsozialisten für Propagandazwecke mißbraucht wurde, mir fällt da jetzt ad hoc Zara Leander oder Lale Andersen (Lilly Marlen) ein. Deshalb ist wohl der Begriff „Schlager“ schon negativ besetzt.
        Aber stimmt schon: DEN Schlager gibt es wohl nicht, er wird einfach synonym für deutschsprachige Unterhaltungsmusik benutzt.

        P. S. Ich mag sowohl Chansons, Countrymusic, als auch Italo-Pop. (Kommt natürlich auf die Songs an.😉

  11. Der Text von Layla wär mir eigentlich schnurzpiepegal – würden nicht auf Social Media jetzt alle möglichen Junge-Union-Nasen und sonstigen konservativen Quälgeister so demonstrativ mit dem Song hausieren gehen – waren das nicht die Gleichen, die sich so maßlos darüber aufgeregt haben, dass im Text eines (Satire-)Song in „Extra 3“ die Oma als „Umweltsau“ bezeichnet wurde? Komischerweise hat da niemand gesagt: „Hey, macht euch mal locker, nur Spaß!“, da war’s plötzlich heiliger Ernst.
    Gibt da wohl unterschiedliche Maßstäbe…

  12. @Timo

    Maledetta primavera hat kitschige Momente und bleibt trotzdem ein gutes Lied (schon besser als ein Guilty Pleasure, wuerde ich sagen).
    Ich hoere das Lied sehr gerne ab und zu am Strand (bei mir laeuft eine Art Oldie-Sender), aber es gibt viele italienische Canzoni die ich besser finde

  13. Morgen Abend gibt es in der ARD die große Show „Das große Schlagercomeback.2022“ mit Moderator Florian Silbereisen und zu Gast sind u. a. die ESC-Gewinnerin von 1982, Nicole und die ESC-Gewinnerin von 1972, Vicky Leandros:

    https://www.daserste.de/unterhaltung/musik/die-feste-mit-florian-silbereisen/sendung/das-grosse-schlagercomeback-2022-100.html

    Außerdem ist auch Helene Fischer, die 2014 Punktesprecherin für Deutschland beim ESC in Kopenhagen gewesen ist, nach ihrer Babypause wieder auf der Bühne.

  14. Mal ganz ehrlich: Mit diesen ganzen Ballermannschlagern kann man mich jagen. Aber deshalb würde ich sie nicht verbieten müssen. Und finde diese Hysterie um Layla total übertrieben. Und Zensur darf es in einer Demokratie nicht geben. Die jenigen das nicht hören wollen, können ja weghören. Damit macht man für einen Song nur Werbung, wenn man ihn auf Festen sogar verbietet. Sagt mal gehts noch? In welchem Land leben wir eigentlich.

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