Live-Blog: Eurovision Home Concerts (4)

Eic 2019 The Interview Sessions Austria Paenda stellt sich den Fragen von ESC kompakt Chef BennyBenny

Acht Acts aus den letzten drei ESC-Jahrgängen sind heute bei der vierten Folge der von der EBU organisierten Eurovision Home Concerts dabei, darunter aus DACH Paenda (Aufmacherphoto) aus 2019, die gerade an einer wunderbaren ORF-Neuauflage des Charity-Songklassikers „We Are The World“ mitgewirkt hat. Wir bloggen wieder live, seid dabei und diskutiert mit uns.

Es erwarten uns in ihren Wohn-, Speise- oder Schlafzimmern (mit und ohne Zimmerpflanzen):

Eugent Bushpepa (Albanien 2018)

Damir Kedžo (Kroatien 2020)

Elisa (Portugal 2020)

VICTORIA (Bulgarien 2020)

Stefania (Griechenland 2020)

Paenda (Österreich 2019)

KEiiNO (Norwegen 2019)

Ana Soklič (Slowenien 2020)

Speziell KEiiNO, die Sieger des Televotings in Tel Aviv, und Ana Soklič, die bei der #stayhome PrePartyES zu den absoluten Highlights gehörte, versprechen, großes Kino zu werden. Anas Interpretation des R&B-Klassikers „I Put A Spell On You“ war breathtaking.

Ana Soklič drückt „I put a spell on you“ (ab 3:55) sensationell ihren eigenen „Stempel“ auf. 12 Punkte!

Zu sehen sind die Eurovision Home Concerts nachher auf dem offiziellen YouTube-Kanal von eurovision.tv. Manus großartigen Live-Blog aus der letzten Woche könnt Ihr hier nachlesen. Auch das zugehörige Video haben wir dort natürlich verlinkt.

Hejj aus HHH (Hansestadt Hamburg Harvestehude), es grüßt Euch herzlich Blogger Peter. Gerade habe ich noch einmal auf Bitte von Benny unser erstes ESC kompakt Livechat Gewinnspiel auf die Seite gehoben, das wird später noch veröffentlicht, seid gespannt, wenn Ihr Katjes gerne (verzehren) mögt.

Ich grüße speziell an dieser Stelle Eurivisionismus, der – das habe ich gerade in den Kommentaren gelesen – meine Leidenschaft für Zimmerpflanzen teilt. Mal sehen, wie der heute Begrünungsoutput ausfällt.

KEiiNO dürfen anfangen, das Highlight des heutigen LineUps kommt also gleich zu Beginn, Europas Publikumsliebling 2019. Alexandra sitzt in ihrer Wohnküche (unbegrünt), Tom (mit Guitarre) in einem spärlich-rustikal moblierten Allzweckzimmer (mit einer kleinen grünen Topfpflanze), Fred in Tracht outdoor in der norwegischen Natur (ganz viel Grün/Baumbestand). Stimmlich sind alle drei ganz stark, glasklar, es passt jeder Ton und die Accoustic Version ist fantastisch „live“ für das EHC produziert. Großartig! Ein Top-Start.

PAENDA folgt mit „Limits“, ihrem Beitrag aus dem letzten Jahr. Wie witzig, man sieht den Lockdown gut, ihre blaugefärbten Haare wachsen langsam raus. Ihre „Originalfarbe“ ist also schwarz, würde ihr auch gut stehen oder sogar besser als grellblau. PAENDA begleitet sich selbst am Klavier, der Song wirkt so reduziert wie hier vorgetragen sehr gut und weckt schöne Erinnerung, auch wenn PAENDA stimmlich ein, zweimal wackelt. (Übrigens Hydrokultur bis zum Anschlag im Hintergrund. Wie heißen diese Flechtpflanzen nur?)

VICTORIA hat diesmal keine Kerzen am Start sondern eine Lichterkette sowie eine vierköpfige Band mit Frau an der Bratsche. Der Raum ist wie schon bei bei der PrePartyES ganz in braun-beige abgedunkelt und VICTORIA liefert souverän einen der besten (wenn nicht DEN besten) Song des Jahrgangs 2020. Keine Überraschungen hier, aber ein mitreissender Bestseller ganz klar.

Portugals Vertreterin Elisa sitzt mit kleiner Gitarre (dafür gibt es sicher ein Wort?) auf ihrem Bett. Fengshui-korrekt fehlt jeglicher Wandschmuck. Es gibt wenig zu gucken, wir konzentrieren uns auf Elisas Stimme und ihren Titel „Medo de Sentir“ und das lohnt sich. Kraftvoll-einfühlsam und sehr sympathisch trägt Elisa die Ballade vor.

Es folgt der älteste Originalsong, den wir heute hören werden, denn „Mall“ von Eugent Buschpepa wurde bereits im Dezember 2017 für den ESC 2018 ausgesucht und erreichte eine der besten (die drittbeste) Platzierung in Albaniens ESC Geschichte (Platz 11 im Finale). Eugent besitzt eine der einprägsamsten Stimmen des Jahrgangs 2018 und das transportiert er auch sehr gut bei dieser #stayhome Version, wo Eugent sich selbst an der Electric Guitar begleitet.

Ana Soklič folgt auf Eugent, sie ist eine der herausragenden Überraschungen der PrePartyES gewesen. Sie singt „Voda“ (Wasser) textkompatibel am Ufer einen Sees der von (mutmaßlichen) slowenischen Bergen begrenzt wird. Das ist ein Titel, auf den passt die Formel „grows on you“, wirklich mitreissend, mit viel viel Gefühl, Power und wunderbaren Empathie. Wobei Ana den Titel nicht nur singt sondern auch mit starkem Ausdruck lebt. Wenn es mal wieder Konzerte geben wird, werde ich mir auf jeden Fall einmal eines von Ana ansehen wollen.

Auf Slovenien 2020 folgt Kroatien 2020, wir bleiben also in Osteuropa, mit Damir Kedžo. Das etwas sperrige „Divlji vjetre“ hat keinen Instand Appeal, der sich aufdrängen würde, aber das Video ist toll produziert, seine fünf Backgroundsängerinnen werden in unterschiedlichen Fenstern eingeblendet, optisch ist das ein wunderschönes Feuerwerk.

Stefania darf die erste Runde abschließen – wie alle anderen auch zunächst mit ihrem aktuellen ESC Titel, bei Stefania heisst dieser „Supergirl“. Sie sieht fantastisch aus, in Griechenland haben die Frisörsalons entweder geöffnet und sie hat einen Hairstylsten zum Freund. Und einen Visagisten auch, denn sie ist perfekt geschminkt, eindrucksvoll. Stefania wirkt stimmlich klar mit viel „Spielfreude“, zuweilen hat man den Eindruck, dass sie ob ihrer spürbaren dynamischen Freude eine Viertelnote zu schnell unterwegs. ist.

Runde 2 mit den ESC Klassikern beginnt und Elisa darf zuerst singen. Überraschenderweise hat „Waterloo“ die Abstimmung gewonnen – und nicht „Arcade“ oder „Amar Pelos Dois“. Elisa macht das (wieder auf dem Bett im Schneidersitz) prima, das würden auch Björn und Benny als gelungene Cover-Version durchwinken.

Auch Eugent Bushpepa hat über drei Songs abstimmen lassen. „Truth“ von Chingiz, den Jurygewinner 2019 „Proud“ von Tamara Todevska und – das wurde es dann – „Silent Storm“ von Carl Espen, heute schon ein Klassiker der jüngeren norwegischen ESC Geschichte. Bei „Silent Storm“ liegt die Latte extrem hoch, das Original erreicht Eugent nicht, aber er trägt den Song mit viel Respekt und schön instrumentiert vor, sehr sympathisch.

Jetzt wird´s lustig. KEiiNO bringen Hataris „Hatrið mun sigra“ und nicht „Only Teardrops“, was ebenfalls zur Wahl stand und auf Basis der EHC-Erfahrungen bisher als Siegertitel zu erwarten gewesen wäre. Die Inszenierung ist identisch wie bei Spirit und Bred bringt joik-style die Sprechpassagen. Die Bildregie ist toll, alle drei sind oft gleichzeitig zusammengeschnitten, wirklich gut. 12 Punkte.

Ooooooooh, Ana Soklič bringt „Suus„. Wow wow wow, großes Kino. „Rapsodia“ wäre auch toll gewesen, aber „Suus“ weckt so schöne Erinnerungen an Baku und Ana macht das auf Augenhöhe mit Rona Nishliu. Anja ist für mich DIE Entdeckung des ESC 2020, diesen Clip werde ich mir heute Nacht noch ein paar Mal ansehen.

Wir hören einen deutschen ESC Beitrag von Stefania (ich hatte aus Versehen erst Estefania geschrieben) und zwar Michael Schultes YLMWA. (Dima Bilans „Believe“ stand außerdem zur Wahl.) Hier bin ich vorbelastet, ich verbinde „You let me walk alone“ sehr stark mit Michael und kann mich deshalb mit einem Cover nicht so gut und gerne anfreunden. Was mir wieder gefällt bei Stefania, das ist die Freude und Energie, mit der Stefania performt. Und sie gewinnt heute optisch den Tag, soviel ist unstrittig.

Damir Kedžo singt die xte Home-Concert-Adaption von „Euphoria„, das ist jetzt nicht so spannend. Die Alterative „Molitva“ wäre zwar auch nicht originell gewesen, aber für Damir doch passender. Wieder ist das Beste an diesem Gig der Split Screen mit seiner vierköpfigen Band und seinen fünf Backgroundmädels. Das ist stark und Damir macht das selbstverständlich solide und mit kraftvoller Stimme. Trotzdem, die EHC leben auch davon, dass wir weniger strapazierte Titel neu entdecken können, wie Ana das bei „Suus“ brilliant vorgemacht hat.

Es geht überraschungsfrei weiter. VICTORIA hat „Arcade“ und „Beautiful Mess“ zur Wahl gestellt und „Arcade“ haben sich ihre Fans gewünscht. Sie macht das stark inszeniert in einer freigeräumten Produktionshalle oder einem weiträumigen Parkhaus, ganz in blaugrau getaucht mit Orchester. Die Inszenierung ist schön, die Frau an der Bratsche einmal mehr ein origineller Akzent. Der Clip lebt von der besonderen unter die Haut gehenden Stimme von VICTORIA. Man hätte sich nur einen weniger vielgespielten Song gewünscht. Habe ich diesbezüglich schon Ana gelobt?

PAENDA bringt nach VICTORIA „Love Injected„, der Titel passt super zu ihrer Stimme und sie bringt die intensive und kantige Coolness des Songs super rüber. Sie sitzt diesmal nicht am Klavier, sondern haut die Song stehend mit ganz viel Gestik und Power raus. Das ist nicht schlechter als das Original Aminita – und das soll was heißen. Respekt! Gut, dass hier das alternativ vorgeschlagene „Calm after the storm“ die Auswahl nicht gewonnen hat.

Im Abspann berichten dann alle Musiker über ihre aktuellen Projekte und von PAENDA erfahren wir, dass sie direkt HEUTE ihren neuen Song „Best of it“ veröffentlicht hat. Um ihre tolle Aminata-Interpretation zusätzlich zu würdigen, stellen wir den Titel dann auch hier gleich vor:

PAENDA „Best of it“

Es hat wieder viel Spaß gemacht mit Euch, ich würde mich schon auf EHC5 am nächsten Freitag, dann mit – Achtung Douze Points – Tom Leeb.

Heute waren meine drei Highlights:

  1. Ana – keine Frage
  2. KEiiNO (Hatari – mehr geht nicht)
  3. Eugent – nicht allein die Performance sondern seine intelligenten An- und Abmoderationen hatten Substanz, Empathie und waren inspirierend

Bleibt gesund, Ihr Lieben!


119 Kommentare

  1. Ich fand es wirklich super! Eugent ist großartig, Keiinos Version von Hatrid mun sigra war toll und Ana aus Slowenien ist echt eine Entdeckung. Paenda hat auch super gesungen.

  2. Stehe auf diese Home-Concerts. Irre, was diese Künstler*innen unverfälscht, „raw“ liefern. Danke vielmals. Ana Sokli´c eine Entdeckung, Viktoria sowieso, Keiino fantastisch, Paenda und Eugent berührend, Damir und Stefania tadellos.

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