Melodifestivalen 2022 Quickcheck Vorrunde 1: Zu stark für Shirleys Angels

Foto: Janne Danielsson, SVT

Shirley Clamp – von den Kollegen von QX gern eingeschwedischt in Kerstin Klammer – ist zurück im Mello und dürfte es doch sehr schwer haben. Denn die Herren der Schöpfung haben nicht auf der faulen Haut gelegen und sich der „unschuldigen Liebe“ (so der Songtitel von Robin Bengtsson) hingegeben. In der Mischung haben wir hier einen guten Auftakt, der für die folgenden Vorrunden aber noch Luft nach oben lässt.

Einminütige Ausschnitte von allen sieben Songs sind hier zu finden. Flo und Douze Points bewerten die Snippets nach dem ersten Hören mit bis zu 5 Sternen. Wie gefallen Euch die Songs? Kommentiert gern unter diesem Beitrag.

1. Bananas  – Malou Prytz  
Text und Melodie: Alice Gernandt, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt, Joy Deb, Linnea Deb

Flo: Bananas scheint eine geeigete Eröffnungsnummer für das diesjährige Melodifestivalen zu sein. Gleichzeitig ist es musikalisch eine andere Richtung als Malous bisherigen Mello-Nummern „I Do Me“ und „Ballerina“. Ob mir „Bananas“ jedoch besser gefallen wird, steht auf einem anderen Blatt. Viel wird von der Inszenierung abhängen, ob Malou es schafft, eine gute Stimmung zu kreieren, dann könnte es im Wettbewerb für sie noch weitergehen. 3 von 5 Punkten

Douze Points: Nimmt Shania Twain am Melodifestivalen teil? Die Strophe klingt in jedem Fall so, als ob da eine B-Seite aus den Nuller-Jahren reanimiert worden wäre. Zum Refrain kommen dann ein paar zeitgenössische Whoo-hoo’s dazu. Naja, im Grund muss ein Lied über Bananas so klingen. Aber mich bringt das gerade noch nicht in Stimmung. 2 von 5 Punkten

2. Som du vill – THEOZ
Text und Melodie: Tobias Lundgren, Axel Schylström, Tim Larsson, Elize Ryd, Jimmy „Joker“ Thörnfeldt

Flo: Theoz liefert eine Radionummer aus dem Bilderbuch und wird in den nächsten Wochen sicherlich im schwedischen Radio gespielt werden. Dafür könnten auch die bekannten Autorinnen und Autoren hinter der Nummer verantwortlich sein. Mit über 2 Millionen Followern alleine auf TikTok könnten ihm viele Stimmen aus dem jüngeren Segment sicher sein, der gewohnte Popsound könnte aber auch Älteren gut gefallen. 3 von 5 Punkten

Douze Points: Also, stimmlich ist das schon mal keine Erleuchtung. Und von der Instrumentierung und dem Aufbau des Songs zum Refrain hin werden Erinnerungen an Axel Schylströms Mello-Beitrag „När ingen ser“ wach. Der Refrain ist vergleichsweise erwartbar, hat aber Schwung. Dazu noch Landessprache. Das reicht für 3 von 5 Punkten

3. Let there be Angels - Shirley Clamp   
Text und Melodie: Mats Tärnfors, Pelle Nylén, Shirley Clamp, Jakob Skarin

Flo: Mit „Let There Be Angels“ scheint Shirley Clamp eine gefühlvolle Ballade mit in die Avicii Arena zu bringen und wird dies sicherlich auch stimmlich hervorragend meistern. Jedoch gab es ähnliche Nummern in den vergangenen Jahren, die allesamt nicht wirklich gut abgeschnitten haben. So sehe ich auch für Shirley eher geringe Chancen auf ein Weiterkommen, ihr Song wird die erste Vorrunde jedoch bereichern. 2,5 von 5 Punkten

Douze Points: Sehr klassisch und auch etwas schlicht. Aber es ist Shirley. Und da geht natürlich kaum etwas drüber. Das Lied tut nicht weh und Shirleys Stimme bewegt, auch wenn man ihr anhört, dass sie etwas gereift ist. Erstmal nicht verkehrt. 3 von 5 Punkten.

4. Moving Like That – Omar Rudberg
Text und Melodie: Omar Rudberg, Gustav Blomberg, Amanda Kongshaug, Kristin Marie

Flo: Omar liefert erwartbare Latino-Beats, kriegt das aber hitverdächtiger hin als Alvaro Estrella im Vorjahr oder Mendez. Der Spotify-affine Sound wird sicher gerade beim jüngeren Publikum für Stimmen sorgen. Der Refrain ist sehr einprägsam und geht ins Ohr. Für den ESC dürfte die Nummer allerdings etwas zu dünn sein. 2,5 von 5 Punkten

Douze Points: Willkommen in den 20er Jahren (dieses Jahrhunderts). Der Song klingt so radiofreundlich, dass ich mir gut vorstellen kann, dass ihn die deutsche Jury direkt in unseren Vorentscheid durchgewunken hätte. Omar hat sich seit seinem letzten Mello-Auftritt deutlich weiter entwickelt und ist natürlich jetzt viel populärer. Das könnte seine Chancen zusätzlich verbessern, es zumindest ins Semifinale zu schaffen. 3,5 von 5 Punkten

5. Hallabaloo – Danne Stråhed 
Text und Melodie: Danne Stråhed, Fredrik Andersson, Erik Stenhammar

Flo: Danne Stråhed liefert eine eher folklorisch-traditionelle Nummer, die ebenso zum Melodifestivalen gehört wie der skandinavische Europop (à la Charlotte Perrelli). Ich bezweifle jedoch, dass Danne damit ernsthafte Chancen im Starterfeld haben wird, die musikalische Note nehme ich jedoch gerne mit. 2 von 5 Punkten

Douze Points: Ha-Ha-Hallabaloo. Dass es so etwas noch gibt. Und dass das dann auch beim Melodifestivalen dabei sein darf, ist einfach zu schön. Eigentlich schrecklich aus der Zeit gefallen. Aber in Zeiten der Nachhaltigkeit womöglich genau die richtige Antwort auf die aktuellen Herausforderungen? Naja, nicht so lustig wie „Dans och håll-igång“ seinerzeit. Aber eine schöne Ergänzung. 2 von 5 Punkten

6. Hold Me Closer – Cornelia Jakobs 
Text und Melodie: Isa Molin, David Zandén, Cornelia Jakobsdotter

Flo: Schön, dass es in der ersten Vorrunde auch ein paar neue Gesichter gibt, Cornelia Jakobs ist eine davon. „Hold Me Closer“ klingt vielversprechend, mir gefällt ihre Stimmfarbe. Gut möglich, dass der Song sich über drei Minuten noch weiter aufbaut und zu einem großen Finale kommt. Sollte das auf der Bühne gut rüberkommen, könnte Cornelia sich noch unter die Top 4 mischen – die Konkurrenz macht es ihr als Newcomerin aber schwer. 3,5 von 5 Punkten

Douze Points: Krass, der erste Beitrag, bei dem ich überrascht war, dass der Snippet schon vorbei war. Eine tolle Stimme – vor allem in der Strophe; im Refrain ist sie mir stellenweise zu speziell. Der Song ist eigentlich eine klassische ESC-Ballade, allerdings mit einem artsy Twist. Ich sehe schon die große Bühnenbeleuchtung zum Refrain vor mir und hoffe gleichzeitig, dass sie sich etwas ausgedacht haben, was der Künstlerin eher gerecht wird. Das könnte am Samstag überraschen. 4 von 5 Punkten

7. Innocent Love  – Robin Bengtsson  
Text und Melodie: David Lindgren Zacharias, Victor Sjöström, Victor Crone, Viktor Broberg, Sebastian Atas

Flo: Natürlich gilt Robin Bengtsson als der Favorit des ersten Halbfinals – zumindest auf dem Papier. „Innocent Love“ erinnert mich an irgendeinen Song, ich komme jedoch nicht drauf… es klingt in jedem Fall sehr vertraut und gleichzeitig löst es positive Emotionen aus. Die Überraschung der Vorrunde ist es nicht, das Weiterkommen dürfte aber sicher sein. 3,5 von 5 Punkten

Douze Points: Naja, das ist ja wohl sowas von für das Mello-Finale gegossen. 80er-Jahre-Vibes, uplifting und (leider) die Stimme von Robin Bengtsson, die mir ja immer etwas auf die Nerven geht. Die Position an der letzten Stelle der ersten Vorrunde ist vollkommen gerechtfertigt. Da will ich auch nicht so sein. 4 von 5 Punkten

Prognose Douze Points
Finale: Robin Bengtsson, Theoz
Semifinale: Omar Rudberg, Cornelia Jakobs

Prognose Flo
Finale: Robin Bengtsson, Omar Rudberg
Semifinale: Theoz, Malou Prytz

Wir begleiten für Euch das Melodifestivalen 2022 mit einer umfangreichen Berichterstattung. Hier findet Ihr alle Infos zum Wettbewerb und den Shows. Für alle Vorrunden, das Semifinale und das Finale bieten wir darüber hinaus je einen Live-Chat oder einen Live-Blog an.


19 Kommentare

  1. Also ich bin ja bekanntlich ein Mainstream-Liebhaber, aber dieses erste Halbfinale ist selbst für das Mello extrem Schwach. Man kann nur hoffen das es ab der zweiten Runde besser wird.

    Ich würde so abstimmen:

    Finale:
    01 Shirley Clamp (Eine angenehm warme und mutmachende Ballade)
    02 Omar Rudberg (Fröhlicher moderner Up-Tempo Song)

    Zweite Chance:
    03 Cornelia Jakobs (Schöne Stimme, mehr kann ich bisher aber noch nicht sagen.
    04 Robin Bengtsson (Besser als 2020, aber kann nicht an 2016 und seinen Siegersong 2017 anknüpfen)

    Ausscheiden sollten:
    05 Theoz (Ganz okay, doch auf englisch würde es besser klingen)
    06 Malou Prytz (Der Song passt nicht zu ihr, ich hatte Besseres erwartet)
    07 Danne Stråhed (Typisch schwedisches Füllmaterial, was wohl lustig sein soll)

  2. Also mit Abstand meine Nummer 1 ist Cornelia Jakobs. Die Sängerin klingt sehr vielversprechend. Bin auf die 3 min gespannt. Das einzige Lied wo ich glaube, Schweden kann weit vorne landen. Und Malou Prytz gefällt mir gut. Alle anderen langweilen mich.

  3. Insgesamt ein vielversprechender Auftakt fürs Mello, sehr starkes Deltävling. Ich würde sagen, der Finalplatz für Robin ist ziemlich sicher, genau wie das Ausscheiden von Shirley und Danne. Bei den anderen vier traue ich mir aber ohne den Auftritt gesehen zu haben gar keine Einschätzung zu, wobei Omar aufgrund seiner Fanbase sicher Vorteile beim Voting hat. Freue mich schon sehr auf Samstag!

  4. moin!
    ich habe mir jetzt alle schnipsel mindestens dreimal gegeben und komme zu keinem brauchbaren ergebnis!
    alle 7 songs sind m.e. nicht geeignet,basierend auf den 60 sekunden,im finale eine gewichtige rolle zu spielen – ich vergebe 0-1/10 durch die bank – wenn die schweden so niveauarm weitermachen,fange ich noch an,den gewiss auch nicht starken NGP innig zu lieben.
    besonders peinlich ist die blutarme bengtsson nummer 0/10 – was will der beim melo mit dem werk? – der bananensong verfängt auch nicht wirklich 0,5/10 – einzig „hold me closer“ 1/10 scheint ein wenig potenzial zu haben.
    meinen die schweden das jetzt wirklich ernst?
    wer wählt sowas im vorfeld bitte schön aus?
    es ist auch nichts von einem musikalischen umbruch hin zu mehr vielfalt zu spüren.
    wenn ich überlege,was für gute nummern in estland bzw. litauen bereits ausgeschieden sind bzw. diesem schicksal noch folgen werden,ja da wird echt der hund in der pfanne verrückt.
    kann nur besser werden,liebe schweden – viel besser!
    immerhin entlastet mich das ein wenig am samstag wenn so viel gleichzeitig passiert.🤠

  5. Mäh.
    Alle Songs mal durchgehört.
    Bis auf Cornelia Jakobs (hier auch eher die Stimme) hat mich nichts beiendruckt.
    Für mich war noch kein SSC-tauglicher SOng dabei.

    • Fühle ich. „I Do Me“ und vor allem „Ballerina“ haben mir echt gut gefallen, aber von „Bananas“ bin ich im ersten Moment doch sehr enttäuscht. 🙁

  6. Alles mal wieder „very nice“, was ja bekanntlich die kleine Schwester von „shice“ ist, wobei das Schniplet von Robin Bengtsson das mit Abstand schlechteste ist . kein Wunder, Victor Crone ist mitverantwortlich.

    Schade, man hatte schon Schwedensülze mit der Moderne z.B. bei Benjamin Ingrosso , vielversprechend kombiniert, jetzt fällt man in die Routine zurück, irgendwann wird man so im Semi scheitern.

  7. Na ja, klingt alles irgendwie … erwartungsgemäß.😉

    P. S. Sorry, wenn ich heute etwas motzig rüberkomme, habe mir meine Lieblingsjacke ruiniert. Meine Laune ist dementsprechend im Keller.☹️

    Aber hey, sind alles nur materielle Dinge.😀

  8. 1. Robin Bengtsson – Innocent Love (9/10)
    2. Theoz – Som du vill (9/10)

    3. Omar Rudberg – Moving Like That (7/10)
    4. Malou Prytz – Bananas (7/10)

    5. Cornelia Jakobs – Hold Me Closer (6/10)
    6. Shirley Clamp – Let There Be Angels (6/10)
    7. Danne Strahed – Hallabaloo (6/10)

    Prognose:
    Finale: Robin Bengtsson, Omar Rudberg
    AC: Malou Prytz, Theoz

  9. Die Songs sind ja alle bis auf 1 Min Schnipsel geblockt und anderweitig unveröffentlicht. Haushoher Favorit im ersten Halbfinale ist meiner Meinung nach Omar Rudberg, wenn er denn Live den Song fehlerfrei in hoher Qualität rüberingen kann. Da bin ich mir unsicher. Ansonsten alles wie üblich in den Melodifestivalen Halbfinales recht dürftige Ware.

  10. Dieses Semi ist einfach furchtbar. Mit gutem Willen vergebe ich maximal 5/10 Punkten und zwar an Shirley Clamp . Aber nur weil ich Fan von Ihr bin .Cornelia geht auch noch so gerade .

    Wo ist Dotter?

    1.Shirley Clamp 5/10
    2. Cornelia Jacobs 5/10

    3. Omar 4/10
    4. Malou Prydz 3,5 /10

    5. Robin Bengtsson 3 /10

    6. Theoz 1/10
    7. Danne Starhed 0/10

  11. SVT hat heute auf dem Instagramkonto des Melodifestivalen bekanntgegeben, daß die Vorrundenshows Eins bis Drei in der AVICII-Arena stattfinden. Die vierte Vorrundenshow, die Ehrenrunde und das Finale werden in der Friends-Arena ausgetragen.

  12. Uff, die Auswahl wird auch von Jahr zu Jahr schwächer. Robin Bengtsson bringt das Replikat von Coldplays „Higher Power“ und damit seinen bisher schwächsten Mellosong mit. Malou Prytz ebenso mit dieser Nummer, die klingt als hätten da sechs Produzenten mit verschiedenen Geschmäckern herumgedoktert. Cornelia Jacobs hat nen soliden Song, diese Stimmfarbe geht mir aber inzwischen auch auf dem Senkel. Theoz Song klang zumindest nach etwas, das ich privat hören würde und Omars Song könnte in voller Länge auch gut funktionieren…

  13. Ich finde das auch eine recht dürftige Auswahl; Originalität oder zumindest wirklich fesselnder Mainstream im Jahr 1 nach Christer völlige Fehlanzeige.
    Einzig „Hold me Closer“ hätte ich jetzt gerne komplett gehört, Hoffentlich kriegt sie neben dem Unvermeidlichen auf Nummer 7 den zweiten Finalplatz.
    Malou ist, wenn sie es nicht live völlig vergurkt wie die „One Touch“-Dame im letzten Jahr, im SF, dann wohl noch Omar. Bei Theoz kündigt sich live eventuell eine Vollkatastrophe an, so dünn, wie der in der Studio-Version klingt.

  14. Zitat Douze Points: „Die Position an der letzten Stelle der ersten Vorrunde ist vollkommen gerechtfertigt“

    ???

    Dieses Zitat bestätigt mich in meiner Ansicht, dass alles andere als Auslosen Quatsch ist. Und ja, es dürfen auch ruhig mal drei Balladen oder drei schnellere Titel hintereinander kommen, Benidorm war trotzdem toll!

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