Montenegro kehrt 2022 zum ESC zurück, Bosnien und Herzegowina nicht dabei

D mol, die montenegrinischen Teilnehmer aus 2019; Foto: Andres Putting

Montenegro wird nach zweijähriger Pause beim Eurovision Song Contest in Turin wieder mit von der Partei sein. Die montenegrinische Sendeanstalt RTGC hat gegenüber der Fanseite ESCToday bestätigt, dass das Balkanland 2022 wieder am ESC teilnehmen wird.

Der Auswahlmodus des Beitrags und ob Montenegro erneut auf die traditionelle Vorentscheidung „Montevizija“ zurückgreifen wird, ist noch nicht bekannt, soll aber in Kürze bekannt gegeben werden.

Montenegro hatte sich 2020 vor allem aus finanziellen Gründen vom ESC zurückgezogen. Mit der Teilnahmegebühr von ca. 130.000€ wollte RTGC lieber fünf neue Autos kaufen, damit seine Mitarbeiter für Berichte sicher durchs das Land reisen konnten.

Montenegro hat als unabhängige Nation zum ersten Mal 2007 am ESC teilgenommen, konnte sich aber bisher nur zweimal für das Finale qualifizieren: 2015 erreichte Knez mit der Balkanballade „Adio“ Platz 13 im Finale, im Jahr zuvor erlangte Sergej Ćetković mit ebenfalls einer Balkanballade („Moj svijet“) Platz 19. Bei der letzten montenegrinischen Teilnahme 2019 schied die A-Cappella-Band „D mol“ im Halbfinale aus. Trotz seiner relativen Erfolglosigkeit hat das Land den ESC jedoch bisher sehr bereichert, unvergessen sind beispielsweise sicherlich die „rappenden Astronauten“ aus 2013.

Schlechte Nachrichten gibt es dagegen aus einem anderen Balkanland: Bosnien und Herzegowina wird nicht am ESC 2022 teilnehmen. Dies bestätigte BHRT ebenfalls gegenüber ESCToday. Die nationale bosnische Sendeanstalt steckt in großen finanziellen Schwierigkeiten und wird aufgrund seiner hohen Schuldenlast von der EBU sanktioniert, weshalb sie nicht am ESC teilnehmen kann. Das bisher letzte Mal hatte Bosnien und Herzegowina 2016 mit dem Beitrag „Ljubav Je“ von Dalal & Deen feat. Ana Rucner und Jala am ESC partizipiert.

Freut Ihr Euch über die Rückkehr von Montenegro? Welcher ist Euer liebster montenegrinischer ESC-Beitrag? Hättet Ihr Bosnien und Herzegowina gerne wieder beim ESC gesehen?


30 Kommentare

  1. Yessss!!! Welcome back, Montenegro!😊😊😊

    Schade, dass Bosnien-Herzegowina nicht zurückkehrt. Ich vermisse sie beim ESC.

  2. Ich freu mich sehr auf Montenegro, dessen Songs meistens eine Bereicherung für den Contest waren. Moj svet, Adio und Inje gehören nach wie vor zu meinen Lieblingssongs aus dem Balkan.
    Als ich die Corona-Zeit genutzt habe und mir per Instagram neue Urlaubsdestinationen gesucht habe, habe ich mich in die Kultur und Landschaft des Crna Gora verliebt. Deshalb freut es mich um so mehr, nächstes Jahr an der montenegrinischen Adria-Küste Urlaub machen zu dürfen (Trips nach Podgorica, Shkodra (ALB) und in die wunderschönen Berge inklusive). 🇲🇪
    Schade, dass Bosnien wieder nicht teilnehmen kann. Das wird wohl auch länger der Fall sein. Eine bosnische Freundin sagte erst zu mir: „Es ist wahrscheinlicher, dass Deutschland drei mal hintereinander gewinnt, als dass der bosnische Sender seine Schulden abbauen kann und Bosnien ohne Hilfe eines Sponsors beim ESC teilnimmt.“
    Schade, ich bin ein großer Fan von Maja Sar, Dino Merlin und dem Beitrag von 2016. 🇧🇦

    • „Lejla“ und „Putnici“ waren meine liebsten Beiträge aus Bosnien-Herzegowina😍

      Und aus Montenegro ganz klar 2009 und 2013. Mir hat die VE 2019 gut gut gefallen. Schade, dass ausgerechnet D-Moll gewonnen hat.☹️

  3. Na mal schauen was sie uns nächstes Jahr präsentieren werden. Was Modernes wäre zu wünschen.
    Mit schlechten Pop-Hymnen und altmodischen Balkanballaden werden sie sicherlich keinen Blumenpott mehr beim ESC gewinnen. Gutes Gelingen!

  4. Umgekehrt wäre mir lieber offengestanden – BOS war oft originell, während MON bei mir überhaupt nicht hängengeblieben ist.

  5. Na ja, da würde ich mich über ein Comeback von Bosnien und Ungarn eher freuen. Für mich mich hat Montenegro bisher nichts wirklich brauchbares zum ESC geschickt, lediglich die Finalbeiträge 2014 und 2015 waren ganz nett, wobei man solche Balkanballaden schon oft und besser aus anderen Ländern gehört hat. Alles andere war finde ich nichts, auch der von vielen Fans soo hochgelobte Beitrag ist meiner Meinung nach ein nerviges, strukturloses Durcheinander das lediglich durch die weirde Performance mit den Astronautenanzügen im Gedächtnis geblieben ist.

    • Zu Ungarn habe ich mittlerweile ein zwiespältiges Verhältnis. Musikalisch wären sie auf jeden Fall eine Bereicherung für den ESC, aber wenn ich mir vorstelle, sie würden den ESC gewinnen, und wären im kommenden Jahr Veranstalter… bräuchte ich nicht wirklich, solange Urban an der Macht ist.

  6. Neuigkeiten gibt es auch aus Nordmazedonien. Nachdem die Fußballnationalmannschaft mit 0:4 gegen die DFB-Auswahl verlor, wurde heute der Teilnehmer für den JESC bekanntgegeben. Es handelt sich dabei um die Mitwirkenden der Serie Dajte muzika:

    https://eurovoix.com/2021/10/12/%f0%9f%87%b2%f0%9f%87%b0-north-macedonia-dajte-muzika-to-junior-eurovision-2021/

    Das Septett besteht aus drei Mädchen und vier Jungen. Mit welchem Wettbewerbsbeitrag die Formation in Paris antritt, ist noch offen. „Dajte muzika“ ist in Nordmazedonien eine sehr beliebte Kinderserie und auch musikalisch erfolgreich. Bisher wurden 80 Songs präsentiert und zwei Alben veröffentlicht.

    • Matty, da ja ein Septett aus 7 Leuten besteht ist doch jemand aus dieser Gruppe überflüssig. Ob Junge oder Mädel ist ja egal – aber wäre es nicht toll, wenn diese 7. Person mit nach Paris reisen würde, um dort dann live die Punkte der Nord-Mazedonischen Jury zu verkünden. Ich fände das genial.

      Was sagst Du denn zu den 10 Kandidaten aus Kasachstan (6 Jungs und 4 Mädels) ….da sind doch die Chancen relativ groß, dass es ein männlicher Vertreter für Paris wird.

      Übrigens wird das Musikvideo zu unserem deutschen Beitrag erst Anfang November gedreht. Ich habe ganz lieb mit Pauline (oder vielleicht war es auch die Mutti bei Instagram) getextet und danach gefragt. Ich denke (und das ist jetzt reine Spekulatius) – mit der ganzen Nachbearbeitung und dem Schneiden – wird das Video nicht vor Mitte November online gehen.

      So, schönen Abend noch.

  7. Die Künstlerin Lidia Kopania, die für Polen beim ESC 2009 in Moskau mit dem Titel „I Don’t Wanna Leave“ antrat und im Halbfinale ausschied, hat sich mit einem Titel für die Teilnahme am ESC im kommenden Jahr beworben:

    https://eurovoix.com/2021/10/12/lidia-kopania-looking-at-returning-eurovision/

    Lidia hatte sich auch schon für 2018 und 2019 um eine ESC-Teilnahme beworben, wurde allerdings nicht berücksichtigt. Hier noch einmal der Auftritt von 2009:

    https://www.youtube.com/watch?v=WK_aa2N5bu0

    Den Titel „Hold My Breath And Wait“ hat sie als letztes veröffentlicht:

    https://www.youtube.com/watch?v=79MJMpHwwwo

    Mal sehen, ob TVP ihr eine zweite Chance gibt.

  8. Schön dass Montenegro wieder dabei ist. Von dort gab es eigentlich immer entweder schöne Balladen wie 2014, 2015 und 2018 oder irgendwas total schräges wie natürlich die Astonauten oder auch der Typ mit dem langen Zopf. Auf jeden Fall immer eine Bereicherung.
    Und vergesst mir bitte nicht Rambo Amadeus 😆

    • Dieser Langzopf-Antisänger-Untalent war eeeecht eine mega schräge Nummer. Damals haben wir zu acht den ESC gemeinsam verfolgt. Wir kamen aus dem Lachen kaum noch raus.

  9. sehr schön,daß montenegro wieder dabei ist! 🥳
    ja manche lieder,gar sieger (z.b. 2008 oder 2011) werden schnell wieder vergessen – igranka aber nicht – perfekte symbiose aus rap und dubstep – ESC-kult!
    anbei das klanglich bessere video.

  10. Politisch und wirtschaftlich geht es dem kleinen Vielvölkerstaat Bosnien & Herzegowina gar nicht gut. Wir im restlichen Europa bekommen das kaum mit. Ui ui ui …

  11. Schön dass Montenegro wieder mit im Boot ist. 😀 Bislang hat das Land zwei Lieder (Igranka und Adio) und einen NF-Beitrag (Andrea 2005) in meiner Playlist, außerdem den SRB & MNE-Beitrag von 2005, der ja aus Montenegro kam.

    Dass BiH weiter fehlt ist für mich ein ganz großer Verlust. Die haben über die Jahre so viele ESC-Perlen geliefert.

      • 2004 ❤ zählt in meinen Statistiken allerdings zu Serbien, meinem ESC-Lieblingsland, auch wenn ich ‚Loco loco‘ ganz schrecklich fand …

      • Ach so, No Name kamen aus Montenegro und Zeljko aus Serbien… wenn ich mich nicht irre.😉

  12. Also dass D-Mol eine A-Cappella-Band war ist mir neu. Die haben schließlich ja auch nur den Text gesungen und keine Instrumente 😅

    Und CZ plant seinen Vorentscheid bereits für Dezember!

  13. Ja, willkommen zurück, Montenegro! 🙂 Da freue ich mich doch sehr darüber, mMn. hat der schwarze Berg schon einige gute Lieder hervorgebracht. 2014 und 2015 gehören für mich leider nicht dazu („Adio“ ist noch ganz gut, aber „Moj Svijet“ ist echt lasch), dafür aber „The Real Thing“ aus 2016 und mein Gewinner des Jahres 2007, „Ajde Kroci“. Was würde ich nur dafür geben, dass wir mehr von solchen Liedern beim ESC hören…

  14. Ja Montenegro hat schon immer mal überrascht. Zum Beispiel mit Slavko Kalevzik und seinem subtil ironischen Space. Leider entsprachen seine gesanglichen Qualität nicht dem subtil ironischen Lied das er sang. So das er leider im Semi kleben blieb. Bin gespannt mit welchem Knaller uns Montenegro dann überraschen wird.

  15. Montenegro ist immer für eine Überraschung gut, was für die recht überschaubare Musikszene erstaunlich ist. Oft waren die Beiträge mehr als fragwürdig, doch sind sie sich immer treu geblieben. Anders als z.B. San Marino, das sich mit seinem Sugar Daddy-Komplex SängerInnen mit mehr Geld als Verstand aufgekauft hat, mit nur ähnlich mäßigem Erfolg. Gefallen haben mir Duckface Knez mit „Adio“ und der Slavkopter mit „Space“, aber unerreicht bleiben die Astronautenrapper mit ihrer kreischenden Borg-Königin. Pfui, Juries!

    Wirklich schade um Bosnien & Herzegovina. Erst kürzlich hörte ich mir beim Eurovision Legends-Podcast die Geschichte zur ersten ESC-Teilnahme 1993 an und auch wenn ich kein Riesenfan des bosnischen Liedguts bin, so haben sie doch ab und zu wunderschöne Beiträge entsendet, „Korake ti znam“ und „Love In Rewind“ lösen bei mir noch heute Gänsehaut aus.

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