Nach der ersten Probe: Destiny verliert die Spitzenposition bei den Buchmachern

Foto: EBU / Thomas Hanses

Die letzte Probe des Sonntags wurde zum Test für die große Favoritin auf Gesamtsieg: Destiny aus Malta präsentierte zum ersten Mal ihren Auftritt zu „Je me casse“ auf der ESC-Bühne in Rotterdam. Der Auftritt erhitzte die Gemüter – und führte am Ende zum Verlust der Spitzenposition bei den Wettanbietern, die sie vor Probenbeginn noch hatte.

Erste Probe Destiny – Je Me Casse

Allein zwischen 20 Uhr und 21:30 Uhr fiel am Sonntagabend die Gewinnwahrscheinlichkeit der Malteserin um 3 Prozentpunkte auf aktuell 17%. Im gleichen Zeitraum stiegen die Chancen von Barbara Pravi aus Frankreich und Gjon’s Tears aus der Schweiz auf Basis der abgeschlossenen Wetten um mehrere Punkte. In der Konsequenz führte das zunächst zu einem Gleichstand zwischen Destiny und der Französin. Dann zog Letztere an der Malteserin vorbei. Damit halten die Buchmacher aktuell Barbara Parvi für die wahrscheinlichste Siegerin des ESC 2021.

Bild: AFP / Joêl Saget

Barbara Pravi aus Frankreich ist die neue Nummer 1 der Buchmacher 

Zu der Wahrheit gehört natürlich, dass bisher weder Gjon’s Tears auf der Bühne in der Ahoy Arena stand noch die Französin. Letztlich kann es ihnen so gehen wie heute Destiny. Bei dem Schweizer werden wir das am Dienstag sehen, bei der Französin am Donnerstag. Dann könnte die Spitze der Wettquoten noch einmal durcheinandergewirbelt werden.

Was hat nun zu diesem Abfall der Wettquoten von Destiny geführt? Die einfachste Antwort: Der Auftritt hat in keinster Weise die Erwartungen erfüllt, die mit dem offiziellen Video erzeugt worden waren. Hier konnte sich Destiny taff und selbstironisch präsentieren. Dazu gab es verschiedene Outfits und schnelle Schnitte.

Destiny – Je Me Casse (offizielles Video)

Auf der Bühne am Montagnachmittag musste sie sich mit einem Outfit, vier Tänzerinnen und einer Ballettstange behaupten. Das ging vor allem beim ersten öffentlich Probendruchlauf schief. Der Auftritt wirkte unausgegoren, die Künstlerin selbst unsicher und unzufrieden. Dazu ging einiges mit dem Outfit schief. Beim ESC kompakt LIVE haben wir das ausführlicher besprochen (im Video ab 1:34:35 Stunden).

ESC kompakt LIVE vom 9. Mai 

Diese Erfahrung zeigt, dass auch eine Inszenierung einer erfahrenen ESC-Choreographin wie Sacha Jean-Baptiste nicht aufgehen kann. Zwar wirkt hier alles – quasi auf dem Papier – wie auf die Sängerin und den Song zugeschnitten. Auf der großen ESC-Bühne verliert sich dann aber doch manche Umsetzungsidee. Hier kann man nur hoffen, dass das Team eine schnelle Lösung findet, damit der Künstlerin und dem Beitrag kein größerer Schaden zugefügt wird.

Während es für Malta, Norwegen (aktuell Rang 11 bei der Wette auf Sieg), Rumänien (16. Platz) und Israel (17. Platz) in den Wettquoten nach der ersten Probe bergab ging, konnten Elena aus Zypern (8. Platz) und Go_A aus der Ukraine (12. Platz) mit ihren Proben überzeugen. Vergleichsweise unbeeindruckt zeigten sich die Buchmacher von Aserbaidschan (18. Platz), Belgien (19. Platz) und Kroatien (21. Platz)

Am Montag stehen die ersten neun Beiträge des zweiten Halbfinale das erste Mal auf der Bühne. Wir begleiten ihre Proben und halten Euch dazu aktuell auf dem Laufenden.


39 Kommentare

  1. Malta lag nicht so weit vorn, wie andere Favoriten und war von den Top Fünf als Erstes dran. Besonders überrascht bin ich nicht, aber das kann sich noch ausnivellieren. Aber gut, ich sag ja schon seit Tagen, dass Malta nicht gewinnen wird

  2. Welche Frau will ernsthaft mit solchen Klamotten Eindruck schinden? Das ist weder witzig, noch sexy noch originell. Es gibt so tolle Kleidung für fülligere Frauen, ein schönes langes Abendkleid, dazu das Diadem in den Haaren, das hätte was hergemacht.

    • Füllige Frau im langen Abendkleid für Malta?
      Besser nicht, sonst denken alle Chiara versucht’s noch ein viertes Mal. 😉

  3. Ich konnte mit dem Song aus Malta noch nie etwas anfangen. Aber nun sind die Leute enttäuscht, dass der Auftritt nicht so ist wie im Videoclip? Es heißt doch immer noch Song Contest, nicht Video Contest.

  4. Frankreich jetzt auf Platz 1 bei den Bookies?
    Ich weiß nicht, für mich ist der Titel nach wie vor ein heißer Anwärter auf den FFF 2021. Die Bubble sowie die organisierten Fanclubs mögen vielleicht auf den klassischen gallischen Chanson abfahren, bei der breiten Masse sehe ich da wenig Mobilisierungspotential. Der ESC ist die letzten Jahre deutlich jünger geworden, auch von der Zuschauerstruktur her, und ich kann mir schwer vorstellen, dass die Nummer in den sozialen Medien irgendeinen Buzz erzeugen kann.
    Und auch die Juries stimmen – entgegen der landläufigen Darstellung – mittlerweile diverser und moderner ab. Das sind nicht mehr nicht mehr die selben Traditionalisten, die ’83 in München Corinne Hermes an die Spitze gevotet haben,

    • Ich kenne einige junge Leute, denen „Voila“ gefällt und Salvador ist ja noch nicht allzu lange her. Das ist wieder mal so typisch deutsches Schubladendenken… Tatsache ist, daß viele „;modernen“ Beiträge dieses Jahr nicht gerade hochklassig sind, dann bevorzugt man eben mal auch klassisch-zeitlose Kost. Die Sängerin ZAZ ist zudem mit ähnlichen Songs auch schon eine Zeitlang erfolgreich.

      • „Hochklassig“ ist ja zum Glück relativ 😀 Und dass Salvador noch nicht so lange her ist, ist auch eher das Problem für mich: 2 altbackene Gewinnersongs in 5 Jahren? Da fange ich ja sogar schon an, Litauen zu unterstützen…
        ZAZ mag ich aber auch! 🙂

  5. Wenn man die Proben ignoriert, dann schont man Augen und Nerven und wenn man sich dazu noch das Aufmacherbild des Artikels anschaut, ist das auch besser so. Destinys Outfit ist völlig indiskutabel, warum kleidet man die Königin nicht in einen Plus-Size-Jumpsuit, der ihren Körper umschmeichelt:

    https://www.asos.com/de/asos-curve/asos-design-curve-jumpsuit-in-burgunder-mit-kimonoarmeln-und-hosenrock/prd/22781480?clr=burgunderrot&colourwayid=60425560&cid=18828

    Gibt es denn vor Ort keine professionelle Stilberater? Die aus den Modemetropolen wie Paris, Mailand oder London einzufliegen sollte doch möglich sein?

    • Und kostet nur 43,99 Euro!!! Was ein Schnapper! :-))
      Wenn sie das schnell bestellt, klappt das sogar noch mit der Lieferung vor dem ersten Semi.

    • Einfach richtig traurig, dass man in den Kommentaren einer ESC-Fanseite ein zigfach besseres Outfit für eine der großen Favoritinnen abliefert, als es die Delegation selbst tut 😂

      Dieses pinke Fransenteil sieht leider einfach aus, als hätte man Omas weiße Gardinen ausversehen zu lange mit der Buntwäsche gekocht…

  6. Zunächst einmal: Ich sage ja schon seit Monaten, dass Frankreich gewinnen wird. Übrigens: Wenn ich das noch einmal schreibe, dürft Ihr alle mit mir schimpfen. 🙂

    Ich bin jetzt nicht unbedingt ein Experte für weibliche Optik, aber mir gefällt Destinys Outfit. Ich finde auch, dass es gut zu ihr und ihrem Beitrag passt: frech, girly, mit Anklängen an die Swingkultur, ein bisschen schräg, getragen mit einer ist mir doch egal was Ihr denkt-Attitüde. Das ist für eine gerade einmal 18-jährige schon groß und mutig. Bravo! Leider finde ich ihr Lied nach wie vor eher durchschnittlich.

      • Was mache ich eigentlich, wenn Frankreich nicht gewinnt? Kann ich mich dann überhaupt noch hier blicken lassen? 😉

    • Nö, ich schimpfe nicht, hast ja recht.😉

      Ja okay, Destinys Outfit ist mir etwas zu pink, aber das ist ja Geschmackssache. Auf den Bildern sah das komplette Bühnenbild (also auch der Hintergrund) nicht stimmig aus.

  7. Sasha Jean Baptiste hat so einiges vermurkst, unter anderem Armenien 2017, Zypern 2019, Bulgarien 2018 hätte auch besser sein können. Die Liste ist sehr lang..

    Zwei gelungene Umsetzungen waren Fuego, Euphoria und She got me, aber das wars dann auch.

    Destiny sehe ich mittlerweile am unteren Ende der Top10, wenn überhaupt.

    Chameleon 2019 war eine bessere Show aus Malta (und mE auch ein besserer Song).

    Dennoch wünsche ich viel Erfolg, auch wenn der Song überhaupt nicht meins ist.

  8. Israel steht seit 3 Tagen unverändert auf Platz 17. Für Kroatien ging es einen Platz rauf auf 20. Allerdings sind die Unterschiede auf den hinteren Plätzen kaum die Rede wert.

  9. @ ESCFan2009

    Ich beurteile eben Musik nicht nach „altbacken“ und „zeitgemäß“, sondern nur nach der Qualität.

    Litauen wäre mir als Sieger sogar noch lieber als Frankreich. Mit Ukraine brauche ich Dir ja nicht zu kommen….

  10. Wenn ich die Reaktionen in Internet sehe, dann denke ich, daß jetzt erst recht Destiny gewinnen wird. Ich kenne mich nicht so aus mit dem Esc, aber bei so einem Fall sind die Musterreaktionen schon bekannt. Mal sehen

    • Du meinst die Reaktion auf gefallene Wettquoten nach der 1. Probe, die vielleicht ein paar Tausend Leute verfolgen, hätte irgendeine Relevanz?
      Im Vergleich zu Millionen Zuseher, die Destiny im Halbfinale zum ersten Mal erleben werden, geht das komplett unter.

      Die Quotenbewegungen bis zum Finale haben sehr häufig die richtige Tendenz.
      Wenn Malta den Abwärtstrend wieder umkehren will, dann sollten sie Staging und vor allem Kostüm verändern.

      • Interessant. In der Tat frage ich mich, wer überhaupt im Finale (oder Halbfinale) abstimmt. Spielt die ESC-Fangemeinde wirklich eine Rolle beim Voting? Oder es sind eher die „neuen“ – und unvoreingenommenen – Zuschauer, die das Rennen entscheiden? Keine Ahnung.

        PS: ich gehe davon aus, dass Staging und Kostüm verändert werden. Wenn man sich die mittlerweile vielen ESC Videos anschaut, ist sie immer fein und elegant gekleidet.

  11. Ich habe nun echt Sorgen, dass Frankreich für die Performance das Video umsetzt. Also „Schattenmänner“ umkreisen ständig Barbara und lenken unnötig vom Chanson und Madame ab.
    Hoffentlich setzen sie den VE- Auftritt 1 zu 1 um.

    • Alleine die Vorstellung daran, dass Frankreich so blöd sein und die unfassbar starke Inszenierung über den Haufen werfen könnte, dafür müsste man eigentlich Strafpunkte einführen….

    • Lustig. Ich wollte gerade @Mariposa antworten, dass ich sogar noch einen Schritt auf Frankreich mache, wenn sie das Video umsetzen und Barbara vor einem eleganten Backdrop von 4 tanzenden „Schatten“ umkreist wird. Nur 3 Minuten hinter einem Mikrofonständer stehen hingegen… aber komm, jeder soll seine Vorlieben haben und behalten! 😃

  12. Malta weiß ganz genau, was sie machen und das ist nicht das, was gestern passierte. Wir sprechen uns bei der 2.Probe wieder.

  13. Passend zu diesem grauenhaften Outfit übersetzt mir Google „Je me casse“ mit „Ich breche“…

    Destiny tut mir richtig Leid, das ist in der Form komplett verschenktes Potenzial.

  14. Naja, es war ja erst die 1. Probe. Ich hoffe, dass noch was an der Inszenierung geändert wird. Destiny wird aber ins Finale kommen, und dort gut abschneiden. An einen Sieg habe ich auch vorher schon nicht geglaubt. Das liegt aber eher daran, dass es dieses Jahr viele Uptempo-Songs gibt. Sie werden sich gegenseitig die Stimmen wegnehmen.

    Ja, ich hoffe sehr auf eine gute Probe von Barbara, sie hat auch für mich die besten Siegchancen.🙂

  15. Destiny sollte unbedingt an die Zuschauer denken und alle ihre Mängel kaschieren. Auf keinen Fall grelle Farben tragen, die sind schlanken Menschen vorbehalten. Stattdessen irgendwas in hellem Schwarz, mittlerem Schwarz, dunklem Schwarz oder schwarzem Schwarz. Gerne etwas vorteilhaftes wie einen dunklen Sack. Oder vielleicht eine schicke Burka. Dann klappt’s auch wieder mit den Wettquoten.

  16. Ich war ja auch nie so ein riesiger Malta-Fan, aber das ist für mich total typisch, dass da bei den hohen Erwartungen die Wetten erstmal runtergehen.

    Finde das Rennen um den Sieg aber auch noch sehr offen. Würde mich nicht wundern, wenn Island oder Litauen doch noch das Rennen machen. Für die Bubble vielleicht nicht mehr fresh und originell genug, aber bei der breiten Masse kann das sicher noch ziehen, vor allem wenn die Alternativen Frankreich oder Italien sind, die vielleicht mehr polarisieren?

  17. Ich kann mir weder Malta noch Frankreich als Siegerin vorstellen. Dann doch eher die Schweiz. Finnland würde ich als Überraschungssieger auch nicht abschreiben. Irgendwie ist für mich aber gar kein Song dabei, der sich wirklich einen Sieg beim ESC verdient hätte.

    • Finnland wäre natürlich cool, aber daran glaube ich irgendwie nicht. Die Schweiz fände ich auch gut, aber der Act ist doch sehr ähnlich dem Sieger 2019. Meistens siegen nicht zwei Songs ähnlicher Machart hintereinander.
      Ich tippe eher auf Frankreich oder alternativ Litauen.🙂

  18. Ich gebe zurzeit nicht sehr viel auf die Quoten. Frankreich ist in den letzten Jahren seit 2016 immer bei den Buchmachern teilweise deutlich überbewertet gewesen. 2016 war Frankreich bei den Odds ebenfalls in den Top 3. Ganz schlimm war 2019. Dort lag Bilal während der Proben auf Platz 3 bei den Buchmachern. Wo er am Ende gelandet ist, dürfte bekannt sein. Daher.

    Zudem ist es meistens so, dass der Fave bei den Buchmachern erst einmal fällt, weil die Erwartungen teilweise viel zu hoch sind. Das war damals bei Netta auch so gewesen. Bei Duncan glaube ich ebenfalls. Und wie es am Ende ausgegangen ist, ist ebenfalls bekannt.

    Daher bleibe ich entspannt.

    Das letzte Mal stand Frankreich glaub ich 2011 auf Platz 1 bei den Buchmachern. Auch das Ende ist bekannt.

    Ich kann mir immer noch nicht vorstellen, dass Barbara bei den Zuschauern so gut abschneiden wird, dass es für einen Sieg reicht. Genau das gleiche denke ich auch bei Gjon. In sämtlichen Sondervotings aus dem letzten Jahr, konnte er seinen Favestatus nicht gerecht werden und hat sich teilweise eher außerhalb der Top 5 platziert.

    • Sorry, aber zwischen den Beiträgen von Amaury und Barbara Pravi liegen musikalisch Welten. Diese Popoperanummer war Kitsch pur, „Voilá“ dagegen ist zeitlose Klasse.

  19. Mit einem so großen Hype kann man ja fast nur verlieren… Das würde bis jetzt aber meinen Tipp unterstreichen, dass Frankreich oder die Schweiz gewinnt. Ich denke solange uns Gjon aber morgen nicht überrascht, wird das ein klarer Sieg für Frankreich. Gjon könnte stimmlich an den hohen Tönen wackeln und wenn Frankreich an der Performance des VEs festhält wird man schon sowohl Jury als auch das Publikum – zwischen all den UpTempo Nummern – überzeugen.

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