Österreich: Slomo macht seine Bewerbung mit „UPAMET“ für den ESC 2023 öffentlich

Bild: Instagram @slomo_sounds

Nein, wir steigen jetzt nicht in die Berichterstattung über die Fußballweltmeisterschaft ein, aber wenn ein Künstler, über den wir berichten, in der jüngeren Vergangenheit ein Foto mit einem Trikot von Mainz 05 gepostet hat, müssen wir das an dieser Stelle natürlich verwenden. Wie auch immer: Slomo (Aufmacherfoto mit seinen Tour-Errungenschaften) ist ein Rapper und Sänger aus Österreich und hat sich dort auch für den Eurovision Song Contest im kommenden Jahr beworben. Wenn er nicht schon allein des Namens wegen im Jahr nach Chanel prädestiniert gewesen wäre für den ESC…

Nun hat Slomo selbst auf Instagram öffentlich gemacht hat, dass er mit seinem Lied „UPAMET“ zwar zu den 15 Acts gehörte, die ihren Beitrag intern präsentiert haben, aber mittlerweile nicht mehr im Rennen um die ESC-Teilnahme ist. Zu hören sind in dem Reel auch die erste Strophe sowie der erste Refrain seines potenziellen ESC-Beitrags. Eines kann man auf jeden Fall sagen: Im österreichischen Auswahlverfahren muss sich wirklich Hit an Hit reihen, wenn ein modernes und eingängiges Lied mit persönlichem Text und Bezug zum aktuellen Zeitgeschehen bereits in der ersten Wertungsrunde aussortiert wird.

Slomo erklärt in den Video auch den Hintergrund seines Songs: Der deutsche und kroatische Text beschäftigt sich mit seiner Kindheit, der Flucht seiner Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien und den Schwierigkeiten bei der Ankunft in Österreich. Auch das Live-Video aus dem Bewerbungsprozess soll Insidern zufolge überzeugend gewesen sein und „UPAMET“ sich in der zweiten Strophe sogar noch steigern.

Den Nerv der 25-köpfigen Jury (sowie der OGAE-Fanclubs?) hat Slomo damit aber offenbar leider nicht getroffen bzw. scheint es im Auswahlverfahren des ORF Lieder zu geben, die die österreichischen und internationalen Expert*innen für ESC-geeigneter halten. Wir dürfen also gespannt sein, welche das sind und ob es 2023 für Österreich endlich wieder bergauf geht im Wettbewerb. Alle neuen Entwicklungen erfahrt Ihr wie immer hier auf ESC kompakt.

Übrigens: Um den österreichischen Auswahlprozess geht es auch in der aktuellen Podcast-Folge von „Merci Chérie“. Die Kollegen Marco und Alkis hatten ORF-Programmdirektorin Stefanie Groiss-Horowitz zu Gast. Hier könnt Ihr reinhören.

Wie gefällt Euch „UPAMET“ von Slomo und hättet Ihr den Song gerne als österreichischen Beitrag in Liverpool gesehen? Schreibt uns Eure Meinung gerne in die Kommentare.


41 Kommentare

  1. Spannender Beitrag, aber gleichzeitig extrem schwierig einzuschätzen. Damit hätten die Österreicher auf jeden Fall etwas riskiert.

  2. Sehr cool, kenne ihn bereits aus dem österreichischen Podcast euerer Kollegen von Merci Cherie, da wollten die beiden Hosts Marko und Alkis ihn in einer Folge von Anfang des Jahres schon dazu bewegen sich mal für Österreich zu bewerben, er war sich damals aber glaube noch unsicher ob selbst einen eigenen Song einreichen möchte – das scheint jetzt Geschichte zu sein. Klingt modern, mir gefällt‘s (wie auch einige seiner anderen Tracks) und es wäre wieder etwas deutschsprachiges gewesen, daher schade aber schön zu lesen dass er‘s versucht hat.

  3. Sehr viel Autotune aber cool; zweifellos interessanter als das, was unsere Nachbarn die letzten Jahre geschickt haben. Schade.

    • Letztlich fällt (noch) die gesamte deutschsprachige Rap-Pop Szene aus, weil es – zumindest bei den Männern – ohne nicht geht. Aber es wäre mal interessant, wenn wirklich einer zum ESC fahren würde, ob man dann doch die Augen zudrückt und einfach wieder alles über die Playback Spur einspielt und der Sänger eben nur leise dazu singt.

  4. SLOMO ist ja kein Unbekannter, um seine Live-Qualitäten muss man sich keine Sorgen machen. Es ist erstmal toll, dass er zum ESC fahren möchte, ich glaube, er war schon letztes Jahr dabei. Vielleicht erschien der Song der Jury zu risky oder es gibt wirklich so viele chancenreichere Songs. Seine Reaktion klingt ein bisschen beleidigt, das finde ich nicht so cool.

  5. OMG das ist besser als alles was in Deutschland so veröffentlicht wurde. Ich hab fast Gänsehaut bekommen. Entweder die Österreicher haben wirklich noch Megasongs am Start oder ihnen ist nicht zu helfen. Kann dem bitte einer sagen das er es in Deutdchland versuchen möge. Bitte

  6. Was soll ich sagen?
    Mit diesem Thema hätte er mich inhaltlich ja sowieso gehabt, da sitzen die Worte und „sprechen zu mir“, auch aufgrund meines eigenen Backgrounds. Aber auch musikalisch find ich es im Ansatz ganz spannend. Ich könnte mir gut vorstellen, dass sowas auch ziehen kann, denn jedes Gesamtpaket entscheidet am Ende und der ESC braucht Mut. Gerade auch jetzt, wo die Semis nur noch vom Televoting entschieden werden.

    Ich befürchte, dass der ORF sich dagegen entschieden hat, weil sie um jeden Fall kein Risiko mehr eingehen möchten und wieder ins Finale möchten. Ich hoffe aber, dass der letztendliche Beitrag für 2023 nicht zu 0815-mainstreamig wird.

    Nun gut, Slomo hab ich jetzt zumindest auf dem Radar und werde auf den Song mal achten, wenn er rauskommt.

  7. Gefällt mir gut, was man da hören konnte und die Geschichte zu dem Lied spricht mich auch an. Schade, dass Österreich das aussortiert hat. Entweder müssen da wirklich die Bangersongs schlechthin sein oder in der Auswahljurys sitzen so „Experten“ wie zuletzt beim NDR.
    Mag nicht einer, der Instagram hat (ich habs nicht), ihn mal anschreiben und fragen, ob er nicht Lust hat, sich mit dem Song für Deutschland zu bewerben? Noch hätte er ja ein paar Tage Zeit.

  8. Der Refrain ist sehr auffallend und eingehend. Die Strophe ist aber sehr simpel, genuschelt und nicht mal für Deutsche leicht zu verstehen. Für Slomo auch recht hoch, da wird er sich live sehr konzentrieren müssen, was nicht ideal für eine Performance ist. Auch aus meiner Sicht eher ein Beitrag, der riskant ist. Der ORF will diesmal wohl sicher wieder mal ins Finale. Aber was mich besorgt: Die Vorauswahl ist offenbar vor Bekanntgabe der Regeländerung zum Voting im Semifinale erfolgt. Und die Konsequenz daraus ist gerade für Österreich ohne Block-Voting Freunde massiv…

  9. Tja, man bleibt wirklich ratlos zurück. Ich kann mir die Entscheidung nur so erklären, dass Wien, Innsbruck, Graz oder Klagenfurt einfach keinen Bock (mehr) haben 2024 den ESC auszutragen.

    Das Leben im sozialen Brennpunkt wurde n.m.M. hart und ehrlich irgendwo zwischen Hip-Hop-Beats und ansatzweise so etwas wie klassischen Streicher-Arrengements gepackt. Ich war von den paar Takte Musik ergriffen und habe es trotzdem genossen. 😪

  10. So, jetzt konnte ich endlich auch mal reinhören. Wäre ein sehr interessanter Beitrag gewesen und u. U. weit oben auf meiner Liste gelandet. Auch der Text scheint zugleich relevant und qualitativ gut zu sein. Schade!

  11. Also ich kann da gewisse Bedenken des Auswahlgremiums schon verstehen:
    Hip-Hop ist beim ESC nach wie vor eine schwierige Angelegenheit, der Refrain wirkt beim ersten Hören mit dem harten Drop schon recht sperrig, generell sind solche Quasi-Instrumental-Refrains auch bei Live-Performances häufig schwierig interessant umzusetzen und dazu kommt noch die Sprachbarriere. Da hätte es wohl eines wirklich sehr kreativen Stagings bedurft, um die Message rüberzubringen.
    Man kennt jetzt natürlich auch seine Konkuzrrenz (noch) nicht. Ich könnte mir vorstellen, dass man nach dem Pia-Maria-Debakel für ’23 in erster Linie eine starke Live-Stimme sucht, die auch entsprechend glänzen kann und da passt Slomo dann vielleicht nicht so ganz ins Raster.

    Abgesehen davon finde ich den Ausschnitt aber gar nicht so übel. Klingt jedenfalls wesentlich inspirierter vieles andere aus dem Bereich. Daas wäre eine extrem mutige Wahl und auch ein Lackmustest geworden, ob so etwas beim ESC funktionieren kann. Wäre Österreich damit gefloppt, hätten wir es in Zukunft gar nicht mehr versuchen brauchen.

    • der Refrain wirkt beim ersten Hören mit dem harten Drop schon recht sperrig

      das ist ein guter Punkt.
      Trotzdem finde ich es viel besser als viele Songs, die in den letzen Jahren beim ESC oben gelandet sind.

  12. Wir wissen nicht, wie viele Songs da aussortiert wurden. Üblicherweise hat man beim ORF drei oder vier Songs in die letzte Runde gewählt. Vielleicht sind es in diesem Jahr ein paar mehr. Wenn er es knapp nicht geschafft hat, ist es ja nicht so schlecht für ihn.

  13. Außerdem wurde vor ein paar Minuten der Ukrainische Song beim JESC (inkl. Musikvideo) auf dem offiziellen Youtube-Kanal des Junior ESC hochgeladen.

    Das heißt, liebes ESC Kompakt-Team, ihr könnt nun eine Übersicht aller JESC-Beiträge in diesem Jahr veröffentlichen.

  14. Soll er es doch in Deutschland versuchen , klingt doch ganz gut. Aberw er weiß was die Österreicher jetzt wieder genommen haben , die letzten Sachen waren ja nicht so der burner 😉

  15. Slomo hat schon ausgeschlossen, für Deutschland anzutreten. Wäre auch irgendwie eigenartig. Ich hoffe, er versucht es im nächsten Jahr wieder. Er ist zweifelsfrei ein sehr talentierter Künstler, der etwas zu sagen hat. Ich mag einige seiner Songs, manche sind auch eher Pop als Hip Hop. Beim ESC funktioniert vielleicht eine Fusion aus beidem.

  16. Die Kombination aus Deutsch und Kroatisch hätte mir sehr gut gefallen, da beide Sprachen in Österreich Amtssprachen sind. Ich würde mich sehr freuen, wenn wir mal einen slowenischen Beitrag aus Kärnten schicken würden.

  17. Naja. Ein bisschen Yugo, ein bisschen Stromae, ein bisschen weichgespült. Aber den kroatischen Teil mag ich – und sympathisch wirkt der Junge ja durchaus auch ein bisschen.

  18. Schade, dass Österreich nicht mutig genug war ihn zu wählen (obwohl ich mich hier auch gerne eines besseren belehren lassen, noch kennen wir den tatsächlich teilnehmenden Beitrag ja noch nicht). Der Song hat eine große Stärke: Authentizität. Und bekommt in dem Ausschnitt die Balance zwischen Sperrigkeit und Eingängigkeit sehr gut hin.

  19. Nee sorry, das meint ihr doch nicht ernst, dass das geil sein soll. Typischer Asi-Deutschrap, typische Stimme, typisch langweiliger Sound, genau das hat beim ESC absolut nichts verloren. Links rein und rechts wieder raus. Will nicht mal abstreiten, dass das in den Charts was reißen würde – nur sagt das heutzutage absolut nichts mehr aus, wo jeder zweite Song aus den Charts dieses Genre bedient. Das kann Österreich ja wohl wesentlich besser.

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