Oscars 2021: And the winner is… Molly Sandén

Das Intro „And the winner is…“ ist bei den Oscars schon seit vielen Jahren verpönt. Stattdessen heißt es „And the Oscar goes to…“! Doch es gibt auch Gewinner der 93. Academy Awards, die keine goldene Trophäe erhalten haben.

Und die Oscars am vergangenen Wochenende haben nicht viele Gewinner hervorgebracht. Die TV-Quoten sind massiv eingebrochen, das Interesse war in vielerlei Beziehung sehr lala, die „Gut gemeint ist auch daneben“-Show bekam wohlwollend lauwarme bis zuweilen vernichtende Kritiken. An dem Vorsatz, alles (auch politisch) richtig zu machen, sind die Oscars 2021 hollywood-style-gnadenlos gescheitert.

Aber es gibt Gewinner – und das sind nicht in erster Linie die ausgezeichneten Filme und Künstler. Ganz vorne dabei ist auch die Melodifestivalen-Ikone Molly Sandén, obwohl sie bekanntlich nicht einmal nominiert war. Wir sagen Euch, warum Molly seit der Oscarnacht zu den hidden champions gehört.

Knapp 30 Millionen Amerikaner haben zugesehen, als „Bohemian Rhapsody“ (ESC-Bezug!!!!) vor zwei Jahren die meisten Oscars des Abends verliehen bekam. Im letzten Jahr (ganz zu Beginn der Pandemie), als „Parasite“ (großes Kino) der Abräumer war, waren es nur noch knapp 24 Mio. Zuschauerinnen und Zuschauer, die eingeschaltet haben. Aber nicht einmal in ihren schlimmsten Träumen haben die Produzenten mit dem Desinteresse in diesem Jahr gerechnet: 10 Millionen Zuschauer markieren die niederschmetterndste Oscar-Quote ever ever ever.

Im Nachgang sind die Gründe schnell gefunden: Kaum jemand kannte die nominierten Filme (schließlich waren die Kinos im abgelaufenen Oscar-Jahr fast durchgängig dicht), viele gute Filme werden zurückgehalten, es fehlte corona-bedingt der Glamour der großen opulenten Show. Aber vor allem war die groß angekündigte Show in einem ausgedienten Bahnhof in L.A. boring, boring, boring. Der weitgehende Verzicht auf Showstopper und auf unterhaltsame Einspieler oder Comedy-Pieces, vor allem aber der übervorsichtige Drang zur sensiblen Bedeutsamkeit und der Wille, allen (wirklich allen) gerecht zu werden, sorgten für Langatmigkeit und Langeweile.

Prägnant und sehr treffend hat das am besten HBOs politischer Kommentator und Comedian Bill Maher in seiner „Real Time with Bill Maher“ zusammengefasst:

Bester Satz von Maher: „Academy nominations used to say ‚Look what great movies we make.‘ Now they say ‚Look what good people we are.'“

(Exkurs: Bill Maher hat sich übrigens auch ganz aktuell und fast schon als visionärer Pionier mit der fatalen Energievernichtung durch Krypto-Währungen befasst.)

Es gäbe noch viel über die gefloppte Oscarshow zu schreiben. Allein schon die Entscheidung, die „Best Actor“-Kategorie bedeutungsstark an den Schluss zu setzen, um dann den verstorbenen Chadwick Boseman doch nicht auszuzeichnen, wäre ein eigenes Stück wert. Alle Hintergründe dazu finden sich hier. 

Der maßgebliche Grund für die schlechte Oscar-Quote aber war: Es fehlten die Einspieler bei den allermeisten Kategorien (wenn man schon die Filme nicht kennt, will man doch zumindest Ausschnitte sehen). Und dazu gehört auch, dass die fünf „Best Song“-Nominierungen in der dreistündigen Show zu sehen und zu hören sind. Die emotionalen Höhepunkte jeder Oscarshow wurden aber stattdessen in die Pre-Show „Into the Spotlight“ (dieser Titel ist übrigens gelogen) verbannt.

Aber eben weil die Oscars so „terribly wrong“ (USA Today) und zähflüssig ausfielen, konnten einzelne Rohdiamanten strahlen. Advantage Molly! Molly Sandén hat ihren „Husavik“-Liveauftritt für die Pre-Show in Husavik aufgezeichnet – und ein atmosphärisch dichter, musikalisch brillanter und optisch glaubwürdig emotionaler Clip aus einer anderen (ESC-) Welt ist dabei herausgekommen:

Passender kann man die Botschaften von „Husavik“ nicht transportieren. Über 2 Mio. Views hat der Clip auf YouTube bereits eingesammelt. Molly ist jetzt selbst überwältigt von der Reaktion, die ihr Auftritt ausgelöst hat und hat in der Folge ein dreiteiliges „Making-Of“ auf ihrem YT-Channel veröffentlicht:

Sehr intelligent ist an Mollys Auftritt auch, dass der Oscar-Auftritt sich elegant und gefühlvoll von dem eher trashigen Netflix-Film absetzt und kaum noch an den Film erinnert. Stattdessen rücken emotionale Folklore, Mollys starke Stimme, die individuelle Alleinstellung der Ballade und Island als Absenderland in den Vordergrund. So dürften Island als Reiseziel im Allgemeinen und Husavik im Besonderen ebenfalls zu den großen ungekrönten Gewinnern der Oscars 2021 gehören:

Die Oscar-Community und maßgebliche Kritiker sind sich einig: „Husavik“ war eines der unterschätzten Highlights der Oscarnacht. Oscar-Reporter-Ikone Jenelle Riley von Variety hat sich sogar dazu hinreißen lassen, dass „Husavik“ vor allen anderen den „Best Song“-Award hätte bekommen müssen (bei 11:47).

Für Molly war allein die Nominierung des Songs der große internationale Durchbruch. Leider ist eine ihrer ersten Schlussfolgerungen, dass sie beim Melodifestivalen NICHT den Sanna-Nielsen-Weg gehen wird. Sie will sich dem Wettbewerb kein weiteres Mal stellen, das hat sie bereits angekündigt.

Immerhin, als Intervall Act wäre sie gerne dabei, sagt Molly. Und diejenigen, die auf Molly irgendwann beim deutschen Finale gehofft haben, können sich jetzt auf Blümchen konzentrieren.

PS: Den Best-Song-Oscar bekommen hat übrigens „Fight For You“ aus dem vielfach prämierten „Judas and the Black Messiah“. Es dürfte nicht übertrieben sein, dass der Film den gefälligen Soulgroover von H.E.R. mit nach oben gezogen hat.


45 Kommentare

    • Wurde schon in einem anderen Thread erwähnt und ich empfehle heute Abend um 20 Uhr 15 in dr ARD den Tatort aus Münster!

      • Danke dir für deinen freundlichen überaus freundlichen Kommentar auf meinen überflüssigen Hinweis – I just feel sorry!

      • Auch das hast du schon in einem anderen Thread erwähnt. Tatort ist außerdem öde. Und zwar grundsätzlich. Und wo ist der ESC-Bezug?

  1. Das oben verlinkte Video zeigt leoider nur die ersten 2 Minuten. Hier ist der vollständige Auftritt zu sehen:

    • inga, das wollte ich auch gerade posten – aber Du warst einfach schneller. Ich finde es eine Frechheit, dass das „offizielle“ Video von den Oscars auf deren Youtube Kanal auf 2 Minuten (von 3,22 Minuten) gekürzt wurde. Das passt aber alles ins Gesamtbild zur peinlichen Oscar-Show dieses Jahr.

  2. Als negativen Höhepunkt dieser Oscars empfand ich die Gedenk-MAZ, bei der zu eher unpassender Musik die Bilder teils so schnell aneinander geschnitten wurden, dass man die Namen kaum lesen konnte. Das war den Verstorbenen definitiv nicht würdig.
    Ansonsten versucht man die Show ja schon seit einigen Jahren kompakter und attraktiver zu gestalten sowie generell zu downsizen (Malmö ’13 lässt grüßen), auf große Begeisterung ist das alles aber bisher nicht gestoßen. Nachdem man diesmal mit konsequenter Nüchternheit auf die Nase gefallen ist, wird man, um das auszuwetzen, nächstes Jahr wahrscheinlich einen Show-Overkill erleben.

  3. Na ja. Die in eine neonfarbige zeltplane eingepackte molly sanden, begleitet vom kelly-family gedächtnisschor, fand ich jetzt nicht sooo prickelnd…

  4. Ich war nie ein Fan der Oscars, habe es mir aber vor zwei Jahren angeschaut. Das hat mir aber schon gereicht. Eine Show, bei der sog. „Stars“ (die sich ihrer Irrelevanz für die Menschheit meist nicht bewusst sind) mit den immer gleichen Kleidern und Anzügen Schau laufen und denken, mit ihrer Oscar-Rede hätten sie vor der UN gesprochen und sie retten nun die Welt…
    Auf die Oscars kann ich gern verzichten. Ein neuer Award wäre mal nicht schlecht.
    Das Positive dieses Jahr war, dass Molly dabei war und es so viele afroamerikanische und asiatisch-stämmige Preisträger gab…
    Eine maue Ausbeute für die so „großen“ Oscars…

    • Wahrscheinlich bist Du für die Allgemeinheit noch irrelevanter. 😉 Das ist nun mal ein Teil der Kultur. In anderen Ländern ist der Kult noch größer, wie z.B. in Südkorea.

    • Da ist ein Link zum Klicken.

      In Kürze:
      Wer hat „Bohemian Rhapsody gesungen? Freddie Mercury.
      Wer hat „Mr. Mercury“ gesungen? Die Hamburger Goldkehlchen.
      Wo wollten sie damit hin? Zum ESC.

      😉

  5. Ich hoffe, dass Husavik als Interval Act beim ESC die verdiente Aufmerksamkeit bekommt – und das vor einem 200 mio Publikum.

  6. Eine Oscar-Verleihung habe ich mir noch nie angeschaut. Aber wenn das so eine zähe Geschichte ist wie damals in Deutschland die Echo-Verleihung, habe ich wohl auch nie was verpaßt.😉

    • Ich muss jetzt auch ein bißchen Kritik an solchen Preisen wie der Oscar-Verleihung loswerden (rein subjektives Empfinden: Solche Veranstaltungen dienen meiner Meinung nach doch ziemlich der Selbstbeweihräucherung. Ich meine, klar Schauspieler-/innen, Sänger-/innen etc. bringen der Menschheit viel Freude, verdienen aber auch ihr Geld damit.Und ich kann mir auch vorstellen, dass sie nicht zu diesen Berufen „geprügelt“ werden, sondern das Privileg haben, etwas zu tun, was sie wirklich gerne machen. Deshalb, finde ich, werden durch solche Preise, wie z. B. den Oscar, den Grammy oder auch den Deutschen Fernsehpreis diese Berufsgruppen zu sehr hochgepusht, meiner Meinung nach. Ähnliches gilt übrigens auch für Fußballer, die fast schon unverschämt viel Geld verdienen.
      Ich vergleiche dieses mal mit anderen Berufen, die wirklich essentiel sind, wie z. B. Krankenschwestern-/pfleger, oder Menschen, die in der Altenpflege oder Pädagogik arbeiten. Sie haben während der Corona-Pandemie mal einen Applaus erhalten, das war’s auch schon.
      Sorry, vielleicht hinkt der Vergleich, und auf jeden Fall ist Unterhaltung (gerade in der heutigen Zeit) immens wichtig. Aber ich habe mir schon vor Corona gedacht: Irgendwie stimmen die Relationen nicht.
      Sorry für die Ansprache, aber so etwas treibt mich einfach um. Kann sich ja auch jeder für so Preise interessieren, kein Problem, so war das nicht gemeint. Wollte ich nur mal loswerden.🙂

      • Jetzt muß ich doch nochmal kurz was ergänzen: Natürlich ist mir klar, dass Künstler es gerade im Moment auch sehr schwer haben. Und auch Schwierigkeiten haben, Geld zu verdienen. Mir geht es auch eher ums Generelle, solche Preise gab es ja auch schon vor Corona. Ich wollte einfach mal die Relation gegenüberstellen, das heißt nicht, dass die Berufsgruppen, wie Künstler, Regisseure, etc. nicht auch wichtig sind, im Gegenteil. 🙂

      • Meistens geht es bei solchen Preisen ja ohnehin nicht um Kunst, sondern um Unterhaltung. (Ihr dürft jetzt gerne über mich herfallen, aber ich finde nach wie vor, dass es z. B. zwischen Aribert Reimann und Dieter Bohlen einen Qualitätsunterschied gibt …) Mich interessieren nur Auszeichnungen wie der Nobelpreis für Literatur, der Turner Prize, der Pritzker-Preis, der Bachmannpreis etc. 🙂

      • @Gaby:
        Ja, der Vergleich hinkt etwas. Denn auch an einem Film- oder Serienset arbeiten Menschen, die soviel verdienen wie eine Krankenschwester oder ein Altenpfleger. Teilweise sicher sogar niedriger. Auch diese Menschen werden bei Filmpreisen gewürdigt. Ohne Zuarbeiter bei Licht, Ton, Maske (und den zig anderen Gewerken) würde so ein Film (eine Serie) nicht entstehen können. Es geht also bei den Preisen nicht nur um Schauspiel-Stars. Die stehen aber nunmal im Rampenlicht, klar. Es ist ein Geben und Nehmen. Mit einem teuren Star vermarktet sich ein Film besser. Je mehr Menschen aufgrund dieses Stars den Film sehen, desto mehr sind auch die mehr als 100 Menschen, die an solchen Produktionen beteiligt sind, wieder im Anschluss beschäftigt.

        In Relationen darf man solche Gagen bzw. Gehälter eh nicht setzen. Dass grad Fußballer irre viel verdienen ist ja unbestritten. Aber auch bei den größten Vereinen mit den teuersten Stars arbeiten einige 100 Menschen zu normalen Gehältern auf der Geschäftsstelle etc.
        Da wäre ein Vergleich wirklich komplett irre, das ist klar.

      • Wie gesagt, Unterhaltung ist auch wichtig. Ich schaue mir auch gerne mal wieder einen schönen Film im Kino an, wenn es denn mal wieder geht.
        Aber im NORMAL-Fall (betone ich extra, da mir schon klar ist, dass momentan kein Geld eingespielt wird) bringt ein Film, wenn er wirklich gut ist, genug Geld in die Kasse, so dass man solche Preise gar nicht nötig hat. Nun, jeder wie er mag. Ist ja auch nur meine Meinung.
        Aber vielleicht bin ich auch nicht so das Glamour-Girl, dass bei jedem Promi vor Ehrfurcht zerfließt.😉

      • @Andi
        Natürlich, Du hast Recht. Hinter den Kulissen arbeiten auch viele Menschen mit niedrigeren Gehältern, Tontechnikern etc. Aber von diesen Menschen sieht man ja bei diesen Auszeichnungen auch nicht viel. Oder sie fallen nicht groß auf, weil der Fokus halt doch auf den großen Stars liegt.

      • Die meisten Preise sind Promotionpreise. Das heisst, dass damit ein Produkt auf dem Markt häufiger gekauft wird. Das gilt besonders für den Oscar. Der wurde von den damaligen Hollywood-Studios erstellt, um die Sichtbarkeit der Filme zu erhöhen. Das ist heutzutage immer noch der Grund hitner den Preisen. Also die Einnahmen des Filmes, der ausgezeichnet wird, zu erhöhen. Der Oscar selber hat übrigens schon seit Jahrzehnten ein „Glaubwürdigkeits“problem. Es gibt gewisse Kriterien, die ein Film haben sollte, um ausgezeichnet zu werden. Es spielt da auch jede Menge Filmpolitik da mit rein.

      • @Gaby:
        Zumindest werden sie mitabgebildet durch Preise. Aber natürlich steht dann bei der Nominierung bzw. Preisverleihung auch nur stellvertretend jemand für das Gewerk vorne. Aber es ist besser als nichts.

  7. Heute habe ich glaub ich einen „Kritik“- oder „Konfro“-Tag 😀 Muss das ausnutzen… Spaß beiseite, aber ich finde die Oscars könnten schon ein bisschen mehr Inszenierung drumherum vertragen – würde da @Peters „boring“ teilen ^^ Letztendlich ist es aber wie beim ESC, die einen wollen mehr, die anderen weniger, ich will Show-technisch eben lieber mehr xD Bin halt auch ein Show-Kind irgendwie. Bühne ist Bühne, Scheinwerfer ist Scheinwerfer, Magie ist Magie 😀

  8. Vielen Dank, lieber Peter, für den Beitrag! Woher Du allerdings weißt „Kaum jemand kannte die nominierten Filme“, frage ich mich doch. Bekanntlich veröffentlichten Netflix und Co. keine Streamingzahlen. Da in diesem Jahr viel mehr „Fernsehfilme“ dabei waren, denke ich, dass die Nominierten diesmal häufiger gesehen wurden als die Filme in den vergangenen Jahren.

  9. OFF-TOPIC und BREAKING NEWS

    Moderation und Sängerin Sarah Dawn Finer ist heute stolze Mutter geworden! Sie brachte einen Jungen zur Welt und er heißt Benji! Herzlichen Glückwunsch!

  10. Es mag interessant sein in die Welt von Peter einzudringen, aber so viel nichtssagender Vorlauf in dem Artikel (habe durchaus auch lobende Rezensionen über den Oskar gelesen) um dann nur mit viel Gerede über (natürlich) ein Melo-Teilnehmerin um eine seltsame und nicht mal begründete Schlagzeile zu machen. Das Gefühl schwingt da schon mit, weil die Gute nicht gewonnen hat, muss die Oskar-Show dieses Jahr schlecnt gewesen sein.

    Man hätte die vielen Zeilen auch zusammen fassen können:
    Eine schwedische Sängerin durfte im US-TV auftreten, weil das Lied für den Oskar nominiert war. Der Auftritt war gut gemacht, der Oskar ging aber an das zugegeben bessere Lied aus einem anderen Film.

  11. Oscar-Shows schaue ich mir so gut wie nie an.. da stimme ich Michi zu. Aaaber es gibt Ausnahmen, z.B. Joaquín Phoenix. Er lässt keine Gelegenheit aus, um über Missstände unserer Gesellschaft zu sprechen. Seine emotionale, unter Tränen gehaltene Dankesrede letztes Jahr ist legendär.. wie bedauerlich, dass diese in den deutschen Medien keinerlei Beachtung fand. Viel wichtiger war wohl, was für Kleidung, Schmuck und Frisur der/die eine oder andere SchauspielerIn getragen hat😒.
    Es müsse einen Kampf geben, so Joaquín, gegen den Glauben, „dass eine Nation, ein Volk, eine Rasse, ein Geschlecht oder eine Spezies das Recht hat, eine andere ungestraft zu beherrschen, zu kontrollieren, zu benutzen oder auszubeuten“.
    Nach der Show, noch im Anzug gekleidet, ist Joaquín zu einer Mahnwache für Schweine gegangen und nicht wie alle anderen zur Aftershow-Party… gefeiert hat er übrigens mit einem veganen Burger.
    Ein englisches Sprichwort lautet: „Only talk the talk if you can walk the walk.“ Auf gut Deutsch: Reden können viele, es dann aber wirklich durchziehen, tun die wenigsten. Nicht so Joaquín Phoenix, er ist halt ein Ehrenmann❤️

  12. Dieser Artikel trägt nicht wirklich dazu bei, dass ich mich nun in irgendeiner Weise für Molly interessieren könnte. Ganz im Gegenteil.
    Es ist mir einfach in letzter Zeit zu viel unkritische Lobhudelei.

    Und ja, natürlich dürfen und sollen die Blogger entscheiden, was sie so posten und worüber sie ausführlich berichten und selbstverständlich auch, wen sie toll finden. Fan von etwas oder jemandem zu sein ist natürlich auch ne schöne Sache. Bin ich ja auch.

    Aber mir wird es hier jetzt einen Tick zuviel des Guten. Vielleicht liegt das daran, dass ich Molly Sandén nicht kenne. Es wäre der Sache vielleicht dienlicher gewesen, nicht jede Winzigkeit zu einem Elefanten aufzublasen. Ich hab jetzt das Gefühl, dass Molly die beste und schönste Sängerin der Welt ist, die überdies nun weltweit Erfolge erringt oder erringen wird. Und da nicht alles davon im Einklang mit den leicht recherchierbaren Fakten ist (einiges ist ja eh subjektiv), verliere ich nun das Interesse komplett und es verkommt zu einer einzigen Witznummer.

    Ich befürchte, es kommen noch mehr feuchte Molly Sandén-Beiträge. Vermutlich gibt es schon Spekulationen, dass sie 2022 Deutschland vertritt. Um ihren einzigen deutschen Hardcore-Fan zu befriedigen.

  13. Das hat jetzt nichts mit dem Oscar zu tun (Matty schimpft mich gleich), aber man muss es erwähnen:
    Heute vor 35 Jahren fand ein toller ESC im wunderschönen Bergen/ Norwegen statt. Österreich und Deutschland waren mit Perlen im musikalischen Sinne vertreten. Die Schweiz landete auf Rang 2. Gewonnen hat die junge Sandra Kim. Jetzt wäre sie im besten Alter für eine Teilnahme. Vielleicht sehen wir sie ja noch einmal für Belgien.

    • Oh ja, wie habe ich mich da geärgert. Den Siegersong kann ich bis heute nicht leiden. Die Stimme ist mir leider unerträglich. Da hat mir die Schweiz (und auch Deutschland) viel besser gefallen.

      • Ich mag das Siegerlied. Finde es okay. Die Schweiz war mir zu altbacken, aber natürlich stark vorgetragen. Ingrid Peters ist klasse und ihr Lied ist nach wie vor meine Deutsche Nummer 1. Ich war damals so enttäuscht, dass Österreich so abschmierte.

      • Jugoslawien ’86 und Österreich ’86 mag ich auch immer noch gerne.🙂

      • Sehr löblich. Bei mir in den Top 5.

        Ich oute mich mal. Die meisten Fans hassen Schweden. Ich liebe es 🙂.

      • SWE86 = letzter Platz mit 1/12. (bis vor einigen Monaten sogar noch 0/12 …)

    • 1986 – toller Jahrgang! Leider etwas in Vergessenheit geraten. Aus dem Jahr mag ich sehr viele Songs. Eigentlich wurden hier schon alle Perlen erwähnt: Jugoslawien, Luxemburg (ich brauchte aber eine Weile dafür), Schweiz, Schweden (der einzige Skandi-Schlager, den ich akzeptiere!), Deutschland, Österreich als Sieger. Ich füge mal noch frech Türkei und Spanien hinzu, beides absolut fantastische Lieder, beide wohl einer der besten Titel der jeweiligen Länder. Belgien habe ich lange Zeit gehasst, mittlerweile finde ich andere Gewinner schlimmer. Ist bei mir auf Rang 18 von 20 in 1986, also schon etwas geklettert.

      • Und wenn wieder 35 Jahren vergangen sind ist Belgien Deine Nummer 1 😀. Endlich jemand der Schweden auch zu schätzen weiß. Und bitte nicht Gastgeber Norwegen vergessen. Ein toller Act als Titelverteidiger.

      • @Cali:
        Achja, „Halley“. Ganz vergessen. Das ist wirklich ein Highlight in der türkischen ESC-Geschichte. Ich mag aber 1975 („Seninle bir dakika“) noch lieber.

    • Ich mag Schweden gerade die letzten Jahre nicht, aber 1986 ist eine Perle, Andi! Du bist nicht alleine. Und auch bei uns in beiden Juries kam das auf Platz 5 und 4, glaube ich. 🙂

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