Presseschau: So kamen das deutsche Finale, der FreeESC und „Europe Shine A Light“ an

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Bild: NDR/Uwe Ernst

Hinter uns liegt ein intensives ESC-Wochenende und mit ein bisschen Abstand lohnt es sich, heute nochmal zurückzuschauen. Wie haben Beobachter in und außerhalb der ESC-Fanbubble die Shows erlebt, welche sind gut angekommen und welche weniger? Wir haben die spannendsten Artikel in einer kleinen Presseschau zusammengetragen – falls Ihr weitere interessante Beiträge gefunden habt, stellt die Links gerne in die Kommentare.

Der Spiegel: „Das Original zeigt Nerven“ von Felix Bayer

Felix Bayer lässt den FreeESC in seiner Kritik eigentlich außen vor, stellt aber fest, dass der Raab-Wettbewerb im Ersten doch omnipräsent war:

Diese ungewohnte Duellsituation ließ die Eurovisions-Platzhirsche offensichtlich nicht kalt. Immer wieder spielte Moderatorin Barbara Schöneberger an auf möglicherweise gerade (in einer ProSieben-Werbepause?) hinzukommende Zuschauer. In ein von Schöneberger vorgetragenes Medley aus umgetexteten Song-Contest-Klassikern wurde extra ein Abba-Song ohne Eurovisions-Bezug eingebaut, um singen zu können: „The Winner takes it all/ der Raab is standing small/ Wir sind das Original/ der ESC, genial“. Und als in einem Zusammenschnitt historischer Beiträge Raabs „Wadde hadde dudde da“ kam, hieß es im Offkommentar bloß „Wer war er noch mal?“

Überhaupt nicht begeistert zeigt sich der Autor vom Auftritt von Ben Dolic:

Der Sänger jedoch interagierte mit einer Videowand wie ein verunsicherter Powerpoint-Nutzer, beim Versuch, mit der Kamera zu flirten, schaute Dolic doch arg schulbubenhaft, und zu den Tänzerinnen sprang der Funke nicht nur wegen des hygieneregelbedingten Abstands nicht recht über.

Dagegen findet er lobende Worte für Barbara Schönebergers Moderationen:

Nicht nur bei diesem Spar-Witz ist es eben Schönebergers Umgangsweise mit Unangenehmem, darüber Späße zu machen – das tat dieser Show ausgesprochen gut: Mit Selbstironie ging die Moderatorin durch die leeren Sitzreihen, bat das fehlende Publikum um Verzeihung und schlug sich durch zu ESC-Urgestein Peter Urban und dem Ex-Viertplatzierten Michael Schulte, die durch eine Plexiglasscheibe getrennt den Offkommentar besorgten.

Auch „Europe Shine A Light“ findet er im Großen und Ganzen gelungen, hat aber auch einige Kritikpunkte. Im Hinblick auf das Video von „Love Shine A Light“ der diesjährigen Teilnehmer schreibt er:

Ja, das war kitschig. Ja, darin steckte viel Pathos. Aber dass sich das welche erlauben, im Kontext einer Unterhaltungsshow, das gehört eben auch zum typischen ESC-Erlebnis. Und deshalb hatte die Geste auch in diesem Sinne etwas Tröstliches an sich.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

Stern: „Die singende Herrentorte verzaubert den Geister-ESC“ von Ingo Scheel

Ingo Scheel vom Stern geht sowohl mit dem FreeESC als auch mit dem deutschen Finale sehr zurückhaltend ins Gericht. Beide Shows kommentiert er gleichgültig bis wohlwollend. Zwei Aspekte habt er besonders hervor. Da wäre zum einen die Locationfrage, bei der er die Elphi etwas überdimensioniert fand, gespickt mit einem Lob für Ben Dolic:

Ben Dolics Auftritt außer Konkurrenz in der ARD ließ noch einmal davon träumen, was wohl in  Rotterdam für das solide Discostück drin gewesen wäre. Der äußere Rahmen mit der Elphi mag, im wahrsten Sinne des Wortes, Strahlkraft gehabt haben, dennoch: Je größer der Saal, umso auffälliger natürlich auch all die leeeeeren Stuhlreihen. Das hatte man bei ProSieben besser gelöst, wurde die kompakte Kulisse mit klassischem ESC-Flavour abgeschmeckt.

Zum anderen greift er die schon vieldiskutierte Schnelldurchlauf-Orgie im Erste auf:

Statler Urban und Waldorf Schulte dürften nochmal scherzen, dann wird der Sieger, die Siegerin gekürt, Stempel drauf und ab. Aber nein, vor den Preis hat die ARD ein weiteres Mal gefühlt stundenlanges Ruft-jetzt-an-Kobern gestellt, das selbst Babs Schönberger irgendwann unangenehm wird. Gut, dass sie sich zwischenzeitlich zur Tagesthemen-Kumpanin Linda Zervakis und sogar Richtung „Wort zum Sonntag“ retten kann, um das Leid ein wenig zu lindern.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

Focus: „‚Frage mich, was Stefan Raab geraucht hat‘ – ARD und ProSieben liefern sich ESC-Kampf“

Dieser Beitrag ist schon vor dem großen Showduell veröffentlicht worden, aber da der Focus so freundlich auf unser Interview mit Thomas Schreiber hingewiesen hat, wollen wir den Artikel in dieser Presseschau noch nachträglich würdigen.

In einem Interview mit dem Portal „ESC kompakt“ sagte ARD-Unterhaltungschef Thomas Schreiber jetzt mit Blick auf Raabs Konkurrenzformat: „An und für sich ist die Idee charmant, nur bei der Wahl des Tages frage ich mich, was er geraucht hat. Dass der 16. Mai ESC-Tag ist, ist ja nix Neues.“

[…]

In diesen scharfen Äußerungen schwingt offensichtlich die Enttäuschung von Schreiber mit, der Raab einst so erfolgreich ins ARD-ESC-Team geholt hatte und mit ihm 2010 den Sieg der deutschen Kandidatin Lena Meyer-Landrut feiern konnte. Auch diesmal wollte Schreiber für eine ESC-Ersatz-Show wieder gemeinsame Sache mit Raab machen, wie er in verschiedenen Interviews berichtet hat.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

Süddeutsche Zeitung: „Ein bisschen Abstand, ein bisschen Freiheit“ von Quentin Lichtblau

Erstmal ist es sehr erfrischend, dass die diesjährige Kritik in der Süddeutschen nicht von Dauernörgler Hans Hoff kommt, bei dem man sich Jahr für Jahr wieder fragt, warum er den ESC und die deutsche Vorentscheidung überhaupt anschaut. Ersatz-Autor Quentin Lichtblau sieht nach dem ersten Eindruck die ARD-Sendung vorne, kann aber mit den Moderationen von Barbara Schöneberger nicht viel anfangen. Das Rahmenprogramm beim FreeESC sieht er allerdings sogar noch kritischer:

Erster Eindruck nach einer Viertelstunde hin- und herzappen: Die ARD hat mit dem Eurovision-Logo einen Authentizitäts-Vorteil und mit Kommentator Peter Urban ein großes Stück Normalität im Angebot. Der sagt aber leider kaum etwas. Dafür versucht Moderatorin Barbara Schöneberger die einigermaßen lieblos ausgeleuchtete und dadurch noch leerer wirkende Elbphilharmonie im Alleingang vollzulabern. Obwohl ihr zu den Künstlern eigentlich so gar nichts einfällt. Besonders nicht zu den weiblichen, bei denen sie grundsätzlich nur deren Äußeres kommentiert.

[…]

Die Pro Sieben-Komiker machen Schönebergers Humor untiefenmäßig ordentlich Konkurrenz: Herbigs klischeeschwule Figur „Mr. Spuck“ steht auf Conchita Wurst, Kroatisch klingt nur nach „Krtschkrschkrsch“ und Bulgaren müssen von ihrer traditionellen Bohnensuppe immer ganz dolle furzen (hihi). Was einen daran erinnert, dass man an den als grandios“ lustig erinnerten TV-Abenden anno 2000 humortechnisch noch ein eher anspruchsloses Kind war.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

ZEIT: „Rote Rosen für den Corona-Crooner“ von Jens Balzer

Jens Balzer hat sich hauptsächlich dem FreeESC gewidmet und nur in den Werbepausen zum deutschen Finale gezappt. Den Auftritt von Ben Dolic hat er allerdings gesehen und spekuliert, dass „Violent Thing“ in Rotterdam auf dem letzten Platz gelandet wäre.

Sein absolutes Highlight des Abends ist der FreeESC-Auftritt von Helge Schneider, der am Ende für Deutschland auf dem 4. Platz landete:

Stattdessen kam Helge Schneider, der vor einigen Tagen schon einmal – offenkundig, um diesen Überraschungseffekt zu verstärken – seinen Corona-bedingten Rückzug von der Bühne erklärt hatte. Und Helge Schneider sang nun – womit wir wieder beim Anfang wären und bei dem großen popmusikalischen Moment, den dieser Abend uns schenkte – ein Lied über die Krise und die Gefühle der Isolation, die uns alle ergriffen haben. Das Lied hieß Forever at home und er sang es zu einer sich langsam, dann aber mächtig emporschwingenden Orchesterbegleitung so sicher und ergreifend und ernst, wie er schon lange nicht mehr gesungen hat.

[…]

Dieser Moment war so groß, weil er am Ende des musikalisch sonst läppischen Reigens so unerwartet ernst und wahrhaftig erschien. Und weil man sich als Zuschauer so plötzlich in der Figur des verschmitzten, genialen, verspielten, aber eben auch so einsamen und verletzlichen Sonderlings Schneider wiederzuerkennen meinte. In dem schrulligen Witz, mit dem er seine Isolation von der restlichen Welt ebenso zu überspielen versuchte wie am Schluss mit der großen Geste des romantischen Crooners, brachte er den ganzen Widerstreit der Gefühle zur Erscheinung, die uns in dieser Krise ergriffen haben, und die wechselnden Bewältigungsstrategien, mit denen wir durch sie zu kommen versuchen: die Suche nach Versteck und Schutz – und der unbändige Wille zum Ausbruch zurück in die Welt.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

BILD: „Welche ESC-Show war besser?“ von Mark Pittelkau und Bernd Peters

BILD ESC FreeESC Screenshot

Bei BILD haben sie keinen klassischen Artikel gemacht, sondern bewerten das deutsche Finale und den FreeESC anhand unterschiedlicher Kategorie. Die Show im Ersten lag am Ende in den Kategorien „Moderation“ (inkl. Kommentierung) und „Quote“ vorne. In Sachen „Bühne“, „Stars“, „Stimmung“ (wegen des eingespielten Applaus‘) und „Überraschung“ sehen die Autoren aber die ProSieben-Show vorne. So kommt dann auch das Fazit zustande:

43 Punkte! Dieser Geister-ESC war von der ARD sicher gut gemeint, funktionierte aber nur bedingt. Schade.

60 Punkte – und der verdiente Sieg! Pro7 legte eine modernere, poppigere Show mit viele Stars hin.

Ein ähnlicher Text ist mit anderer Überschrift auch online erschienen.

Aufrechtgehn.de: „Make a Change and go: das deutsche ESC-Finale 2020“

Aufrechtgehns Text zum ESC-Abend 2020 ist wieder so auf den Punkt, dass man eigentlich kein Zitat herausgreifen kann, es lohnt sich unbedingt die komplette Lektüre. Das ist auch davon unabhängig, ob man in jedem einzelnen Punkt mit der Kritik übereinstimmt. Zwei zentrale Punkte – zu Ben Dolics Auftritt und zu „Eurovision: Europe Shine A Light“ (das in vielen der anderen Kritiken ignoriert wurde) – sollen hier aber trotzdem herausgestellt werden:

Wie der deutsche Beitrag ‘Violent Thing’ von Ben Dolic abgeschnitten hätte, darüber lässt sich nur spekulieren. Nach seinem Live-Auftritt in der Elbphilharmonie kann man allerdings festhalten: für die laut Schönebergerin in den Wettbüros vorhergesagten Top Ten dürfte es wohl nicht gereicht haben. Denn auch, wenn die funkige Uptemponummer aus der Feder des bulgarisch-österreichischen Grand-Prix-Serienkomponisten Boris Milanov, dem Ralph Siegel des neuen Jahrtausends, beim Hören unmittelbar zündete und die in Hamburg erstmalig präsentierte Choreografie durchaus Anlass zur Hoffnung gab: die Text-Bild-Schere wirkte doch zu krass. Da stand ein verschüchtertes, offenbar 15jähriges Milchbübchen mit einem von Mutti selbst gefrästen Kochtopf-Pony, das nach 22 Uhr noch nicht mal in eine Bar oder einen Club rein käme (selbst, wenn eine:r offen hätte), und erzählte mit Falsettstimme etwas von hartem Sex. Sorry, da passte was nicht. Da der NDR gestern Abend die Gelegenheit nicht nutzte, den als Benjamin Dolić in der slowenischen Hauptstadt Ljubljana geborenen Sänger als deutschen Teilnehmer für 2021 zu bestätigen, kann man wohl davon ausgehen, dass der Sender ihn nun fallen lässt wie eine heiße Kartoffel. Darin hat man in Hamburg ja Übung.

Wie richtig und wichtig die im Angesicht der aktuellen Sparzwänge durchaus mutige Entscheidung des NDR war, einen eigenen deutschen ESC auf die Beine zu stellen, zeigte sich im Vergleich zu dem im Anschluss zeitversetzt ausgestrahlten EBU-Ersatzprogramm Europe shine a Light. Die zweistündige Sendung verzichtete nämlich auf das zentrale, sinngebende Element des Eurovision Song Contest, die Wertung, und zeigte gar die 41 aktuellen Beiträge nur als 30-Sekunden-Schnipsel. So musste sie zwangsläufig zur depressiv stimmenden Nostalgieshow verkommen, die insbesondere durch die gut gemeinten, in ihrer Unablässigkeit jedoch irgendwann tödlich nervenden Durchhalteparolen der nicht zum Zuge gekommenen diesjährigen ESC-Teilnehmer:innen das mentale Trostpflaster auf der Corona-Wunde ständig wieder abriss, statt Ablenkung vom traurigen Anlass zu bieten. Wäre dies gestern Abend die einzige Eurovisionssendung gewesen, ich hätte mich wohl unter Absingen von Peter Nalitchs ‘Lost and forgotten’ vom Balkon gestürzt.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

Frankfurter Allgemeine Zeitung: „Früher war mehr Trickkleid“ von Andrea Diener und Julia Bähr

Einen ersten Rundumschlag wagen die beiden Autorinnen bereits im ersten Absatz, in dem sowohl das deutsche Finale als auch retrospektiv noch das World Wide Wohnzimmer ihr Fett wegbekommen:

In der ARD „Das Original“, wie Barbara Schöneberger in der gähnend leeren Elbphilharmonie nicht müde wurde zu betonen – die Begriffe „gähnend“ und „müde“, die uns eben dazu einfielen, weisen schon in eine gute Richtung, um das Debakel zu beschreiben. In dieser Show sollte aus zehn Finalisten der offiziellen Beiträge ein „Sieger der Herzen“ gekürt werden. Diese Finalisten waren in einer Show namens „World Wide Wohnzimmer“ gekürt worden, in der mehrere männliche Personen aus diesem Internet eine Art überlangen Laberpodcast mit Musikvideos veranstalteten. Corona, so muss man festhalten, tut dem ESC gar nicht gut.

Auch „Europe Shine A Light“ kommt bei das FAZ nicht gut an, der FreeESC dagegen schon besser:

Und auch wenn das alles ein paar Nummern kleiner war als der echte Eurovision Song Contest, nicht ganz so glamourös und viel mehr lustig als rührend: Bestens unterhalten war man an diesem Abend auf Pro Sieben auf jeden Fall.

Und gerade, als der Text gegen Ende eine versöhnlicht Wendung zu nehmen scheint und den „echten“ ESC glorifiziert, leisten sich die Autorinnen einen sachlichen Fehler und behaupten, alle Künstler aus diesem Jahr würden wir im nächsten Jahr – mit neuen Songs – wiedersehen. Schade.

Das wirklich tragische am ARD-Abend aber ist, dass man am Ende ahnt, es mit einem eigentlich wirklich starken Jahrgang zu tun gehabt zu haben, in dem selbst so schöne, solide Beiträge wie der der bulgarischen Sängerin Victoria gnadenlos untergehen. Auch Australien war wieder einmal gar nicht übel, und man möchte diesen ehreneuropäischen Staat zwischen dem Indischen und dem Pazifischen Ozean so gerne einmal gewinnen sehen. Und welche unfassbare Feuer-, Wind- und Trickkleidshow hätte wohl die aserbaidschanische Sängerin Efendi mit ihrem Lied „Cleopatra“ hingelegt? Ja, das wäre unser Song Contest gewesen, schade auch. Ein Trost jedoch bleibt: Alle Teilnehmer bekommen im nächsten Jahr eine neue Chance – mit neuen Songs. Die Redaktion ist sich ziemlich sicher, dass zumindest Island und Russland nicht enttäuschen werden.

Den kompletten Text findet Ihr hier.

ESC kompakt LIVE – Die Aftershow 2020

Auch wir haben den vergangenen Samstag gestern schon im YouTube-Livestream Revue passieren lassen. Das komplette Video könnt Ihr weiterhin anschauen.

Wie bewertet Ihr die drei Shows vom vergangenen Samstag mit zwei Tagen Abstand?


19 Kommentare

  1. Wenn der Schreiber so einen guten Draht zu Raab hat, warum holt er ihn nicht komplett zur ARD und lässt ihn den Vorentscheid zukünftig organisieren?

    • Um Gottes Willen – bloss nicht!!! Aber es wird auch keine VE`s mehr geben auf absehbare Zeit, was auch ganz ok ist. Lieber mehr Zeit nehmen für gründliche Kandidatensuche + Songauswahl. Und das alles bitte OHNE Raab.

    • Das fände ich auch gut.
      Bei Raabs Shows hatte man zumindest das Gefühl, dass sich die Sänger/ Bands nicht schämten, beim ESC- Vorentscheid mitgemacht zu haben.
      Sonst will ja bloß niemand damit in Verbindung gebracht werden.

  2. Nix dagegen. Nur sollte dann das musikalische Angebot auch sehr gut sein. Samstag war bei der Raab Kopie fast nix aussergewöhnliches dabei. Viel 08/15 Brei. Meiner Meinung nach hatte nur Stefanie Heinzmann einen sehr guten Act. Als Spaßbeitrag hätte man auch Helge Schneider nehmen können. Mit Abstrichen noch Max und Mike Singer. Aber ein Siegerlied war bei weitem nicht dabei.

    • Wäre Mike Singer mit dem Song beim ESC angetreten, wäre Kasachstan schon im Halbfinale ausgeschieden. Gesanglich war das sehr durchwachsen.

  3. „Das wirklich tragische am ARD-Abend aber ist, dass man am Ende ahnt, es mit einem eigentlich wirklich starken Jahrgang zu tun gehabt zu haben“ – oh-kaaaaay … ich finde, es war der schwächste Jahrgang seit Menschengedenken, noch schwächer als 2017 und 2019 zusammen. Aber was weiß ich schon. Ansonsten sehr unterhaltsame Presseschau, die meiner Meinung nach eine Sache etwas außen vor lässt: Es ist gut, dass es all diese Alternativprogramme überhaupt erst mal GAB. So ganz ohne wäre es noch schlimmer gewesen. Man hat versucht, das beste daraus zu machen, das hätte gern etwas mehr wertgeschätzt werden dürfen. Überdies fehlt mir die lobende Erwähnung für das nächtliche Senden des 2010er ESCs (auch dieser an sich schwache Jahrgang war stärker als 2020!)

  4. Wisst ihr schon wie es mit einer Teilnahme von Andorra,Luxemburg, Bosnien, Türkei, Montenegro, Monaco, Marokko und der Slowakei aussieht für 2021 ???

    Könnt ihr nicht mal darüber berichten. Es wäre echt spannend.

    Oder auch wie Irland es sieht, dass sie seit Jahren nicht mehr im Finale standen und seit Jahren nicht mehr gewonnen haben.

    • Fände ich auch interessant🙂.
      Aber bei Luxemburg habe ich die Hoffnung schon aufgegeben. Sind sie überhaupt noch in der EBU?
      Auf Liechtenstein warten wir ja auch schon seit Jahren vergebens.
      Die Türkei wird aus politischen Gründen weiterhin fernbleiben, fürchte ich.☹️.
      Am schmerzlichsten vermisse ich Bosnien-Herzegowina.
      (Off topic, sorry).

  5. Mein Highlight wurde überhaupt nicht erwähnt: Die Ausstrahlung des ESC-2010-Finals! 🙈
    Nochmal vielen Dank für den Live-Blog, Benny.

    Bezugnehmend zur Presseschau: Ein Hoch auf euch, Aufrechtgehn und die anderen ‚Fanmedien‘! Eure Rückschau war die fundierteste. 🙂

  6. Es hieß ja, dass der ESC 2021 so groß wie nie zuvor zurückkommt. Kann man das auch auf die Teilnehmerzahl beziehen? Vielleicht peilt die EBU durch das Einladen von Kasachstan (das schon seit Jahren anklopft und beim Junior ESC sehr erfolgreich ist (einmal 6/20, einmal 2/19)) die 44 Teilnehmer-Marke an oder man will alte Teilnehmer reaktivieren (Türkei, Slowakei, Luxemburg,…).
    Was meint ihr zu dieser These? Interpretiere ich Jan Olas Satz in seinem Statement im März zu viel hinein…?

    • Mit der Rückkehr von Ungarn (und Montenegro???) 2021 rechne ich übrigens fest. Eine bosnische Freundin hat mir erzählt, dass der Sender nun eigentlich genug Geld gespart haben müsste und eine Teilnahme nächstes Jahr möglich sein müsste, wenn die finanziellen Corona-Auswirkungen nicht zu stark sind.

      • Es ging bei Bosnien & Herzegowina nicht um Geldmangeln an sich, sondern das bosn.-herzegow. TV hat einige Jahre die Teilnahmegebühren nicht im vollen Umfang bezahlt, darum die Teilnahmesperre. So war es in einigen Bloggs im Netz zu lesen.
        Darum hat der zuständige TV-Sender Ralph Siegels Vorschlag abgelehnt, die VE zu bezahlen, weil das Balkanland gesperrt war.

  7. Für mich war das deutsche esc-final komplett unfair. Man wollte offensichtlich einen up-tempo sieger und hat diese beiträge auch mit den startnummern, den kommentaren von waldorf und statler und der unsäglichen moderation von b.schöneberger klar bevorzugt. Vor allem wie gjon abgekanzelt wurde, hat mir naturgemäss komplett die laune verdorben.
    Ich hab dann auf pro7 gezappt. Ich fand, dort waren ein paar super-songs dabei. Mir haben der astronaut(hätte auch engelbert humperdinck gewesen sein können) und natürlich stefi heinzmann(all you need ist love läuft bei uns im radio rauf und runter) sehr gut gefallen. Was mir nicht so gefallen hat, war der witz-charakter der man dem wettbewerb gegeben hat. Vor allem die bekannte stimme des off-kommentars, die einspielfilmchen und das doch eigenartige voting-system(der vater von vanessa, die mutter von sara, etc.)

  8. Danke für diese umfangreiche Presseschau. Quentin Lichtblau und aufrechtgehn sprechen mir am ehesten aus der Seele, es ist aber auch interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Shows aufgenommen wurden – und dass überhaupt so umfangreich darüber berichtet wurde. Ist doch toll.

  9. Ich persönlich fand die Pro7 Sendung überraschend gut, bis vielleicht auf diesen Gätjen, den ich an sich nicht so dolle finde. Es war halt eine Musikvoting-Sendung. Sowas finde ich perse ja eh nicht schlecht. Nur ‚das Europäische‘ an der Sendung war etwas zu schwer zu finden und wurde vom Veranstalter auch nicht sonderlich herausgestellt. Kritikpunkte:

    -Einspieler-Filmchen waren zwar teilweise witzig, waren aber alle Konservenmaterial mit zum Teil dürftiger Qualität.

    -natürlich diese Einzel-Votings. Die Idee war echt eine ganz Schlechte gewesen.

    -die Idee mit ‚Mond‘ usw bzw überhaupt die massive Cross-Promotion von und für andere Formate, die dort stattfand ist für meinen Geschmack ‚too much‘ gewesen.

    -auch die Grafiken, die in der Sendung Gebrauch fanden, waren ziemlich dürftig. Hätten schicker sein können bzw müssen.

    Und natürlich, dass ein Anruf sagenhafte 50 Cent kostete, hat mich richtig geärgert. 15 Cent ist das Maximale was man bei sowas verlangen kann. Alles andere werte ich als versuchte Abzocke. Daher habe ich am Voting nicht teilnehmen können.
    Es hatte mich sogar auch geärgert, dass dort beim Televoting völlig veraltete Benzinautos verlost wurden. Elektroauto(s) je plus Home-Ladestation, DAS hätte ich weitaus besser gefunden…angerufen hätte ich aber trotzdem nicht (s.o.)…:-)

    Fazit: Sendung insgesamt besser als gedacht, da Songs und Performances eine gutze Qualität hatten, aber man hätte es stylisher und auch ansonsten besser machen können. Es ist noch ganz gut viel Luft nach oben.

    Die Quoten der Sendung schreien ja nach einer erneuten Austragung im nächsten Jahr. Da bin ich gespannt, ob man auch im nächsten Jahr zeitgleich zum europaweiten ESC-Finale antreten wird. Das glaube ich irgendwie nicht…Tippe auf ’ne Woche davor‘, wenn es denn nochmal versucht wird.

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