Replay Rotterdam: Unser Rückblick auf den ESC 2021

Bild: Jordy Brada

Mehr als eine Woche ist der Eurovision Song Contest 2021 jetzt schon Geschichte, wir sind wieder im Alltag angekommen und der Begriff von der Post Eurovision Depression (PED) macht die Runde. Dabei gibt es natürlich noch so viel, was man über den zurückliegenden Contest sagen könnte – und genau das wollen wir in unserer neuen Serie „Replay Rotterdam“ machen.

„Replay Rotterdam“ folgt auf „Talking Tel Aviv“, unsere Rückblicks-Serie aus dem Jahr 2019. Damals haben wir uns einzelne Aspekte gebündelt angeschaut und diese genauer analysiert: Von den Moderator*innen über die Pausenacts bis hin zu Erfolgsfaktoren beim ESC und der Punktevergabe. Jeder Aspekt war und ist denkbar und – so viel kann ich nach aktuellem Planungsstand jetzt schon sagen – in diesem Jahr wird die Themenauswahl noch vielfältiger.

Der Rückblick soll dabei keine Einbahnstraße sein. Viele der Stücke sind als Kommentare angelegt und laden dann entsprechend auch dazu ein, in den Kommentaren unter den Artikeln zu widersprechen, zu diskutieren und unterschiedliche Aspekte abzuwägen. Lebhafte Diskussionen sind hier auf ESC kompakt ja aber sowieso keine Seltenheit, insofern wird das wohl ganz von selbst passieren. Wenn Ihr jetzt schon einen Aspekt im Kopf habt, den wir in der Serie unbedingt aufgreifen sollten, könnt Ihr das auch gleich unter diesem Artikel in die Kommentare schreiben.

Wenn Ihr bis zum Start von „Replay Rotterdam“ im Laufe der kommenden Woche in Erinnerungen schwelgen wollt, findet Ihr hier nochmal alle Folgen von „Talking Tel Aviv“:

(0) Der ESC 2019 im Rückblick
(1) Duncan Laurence, der lachende Dritte
(2) Leider ein berechtigter vorletzter Platz für Deutschland
(3) Dynamisches, emotionales und farbenfrohes Opening des Finals
(4) Braucht’s wirklich vier Moderatoren?
(5) Mehr ist mehr – aber nicht beim Pausenact
(6) Nordmazedoniens erster ESC-Sieg – bei den Juroren
(7) Sind KEiiNO die wahren ESC-Sieger?
(8) Muss man den eigenen Beitrag unterstützen?
(9) Macht’s die neue Punktevergabe spannender – und gerechter?
(10) Peter Urban – die (bereits zu?) langjährige Stimme des ESC
(11) Dana International und die schwulste Kiss Cam der Welt
(12) Interne Auswahl oder Vorentscheidung – was brachte mehr Erfolg?
(13) Von wegen zeitgemäß! DJs haben beim ESC keine Chance
(14) Wieder gewinnt ein minimalistischer Auftritt – ein neuer Trend?
(15) Die letzten Plätze. Oder: Was 2019 beim ESC nicht funktionierte
(16) …und niemand spricht über Russland


50 Kommentare

  1. Ich bin schon sehr gespannt. Bei „Talking Tel Aviv“ war ich ja noch nicht auf dieser Seite, von daher freue ich mich schon auf die Beiträge und darauf darüber zu diskutieren.

  2. Ich habe schon Namensvorschläge fürs nächste Jahr: „Replay Rom“, „Talking Turin“, „Memories of Milan“, „Nachspiel Neapel“, „Post Palermo“, „Flashback Florenz“, „Geschichten aus Genua“, „Best of Bologna“. Alternativ ginge aber auch „Venedig im Regen“ oder „Lost in Verona“.

  3. Außerdem könnte es sein das, die Jurypunkte aus Tschechien bei diesem ESC gestrichen werden, weil eine der Jury keine Tschechische Staatsbürgerin ist. Hier die Finalpunkte aus Tschechien, die dann wegfallen würden:

    12 Punkte 🇵🇹 – Portugal

    10 Punkte 🇫🇷 – Frankreich

    8 Punkte 🇮🇸 – Island

    7 Punkte 🇲🇹 – Malta

    6 Punkte 🇮🇹 – Italien

    5 Punkte 🇨🇭 – Schweiz

    4 Punkte 🇧🇬 – Bulgarien

    3 Punkte 🇧🇪 – Belgien

    2 Punkte 🇷🇺 – Russland

    1 Punkt 🇫🇮 – Finnland

    https://eurovoix.com/2021/05/30/czech-republic-jury-score-may-be-removed/

    • Werden die dann durch statistisch errechnete Werte ersetzt wie in Belarus vor 2 Jahren oder fallen sie einfach weg?

      • Ich denke das sie einfach wegfallen, zu 100% weiß ich das aber nicht. Außerdem würde das ja nichts am Endergebnis ändern, denn die Top 10 z.B. würde sich Plätze mäßig überhaupt nicht ändern. Also warum sollten sie die Wertung durch statistisch errechnete Werte ersetzen. Aber wie gesagt/geschrieben weiß ich es nicht sicher.

  4. Ich hätte auch Themenvorschläge:

    => Die Pleite der Songwriting-Camps: Fast nur selbstgeschriebene Songs an der Spitze, vor allem im Televote

    => Triumph der Bands: Maneskin, Go-A, Dadi, Blind Channel und The Roop: Sind die erfolgreichen Bands ein neuer Trend?

    • Mit einem ESC-Sieg ist der Zenit eigentlich bereits erreicht. Von daher sehe ich da keinen Trend oder höchstens wieder einen abfallenden. Oder erinnert sich jemand an ein wirklich erfolgreiches gemischtes Duo nach dem aserbaidschanischen Sieg? Danach kam eigentlich nur noch der zweite Platz der Common Linnets und im Jahr danach ein 7. und 8. Platz.

      • Diese Gesangsduos sind für mich keine Bands, ich dachte mehr an die Siebziger, als beginnend mit ABBA viele weitere Bands erfolgreich waren

      • Gegenfrage: Wie viele gemischte Duos gab es seit 2011? Mir fallen da nicht so viele ein: Common Linnets, Ben & Tan und sonst?

      • 2012: Greta Salome & Jonsi
        2013: Esma & Lozano, Elitsa Todorova & Stoyan Yankoulov, Nodi Tatishvili and Sophie Gelovani
        2014: The Common Linnets, Paula Seling & Ovi, Donatan & Cleo
        2015: (Uzari & Maimuna), (Maraaya), Anita Simoncini & Michele Perniola, Marta Jandová & Václav Noid Bárta, Elina Born & Stig Rästa, Mørland & Debrah Scarlett, Monika Linkytė & Vaidas Baumila
        2016: –
        2017: (Norma John), Valentina Monetta & Jimmie Wilson, Koit Toome & Laura, Naviband, Ilinca ft. Alex Florea
        2018: (Zibbz), (Madame Monsieur), Amaia & Alfred
        2019: (Zala Kralj & Gašper Šantl)
        2020: Ben & Tan
        2021: –

        Bemerkenswert sind die vielen Duos direkt nach dem Common Linnets Jahr. Da wurde wohl ein Trend gerochen, der sich letztendlich dann aber doch nicht in einem Sieg manifestiert hat.

        ( ) = Duo aus Hauptsänger und Instrumentalist

      • Sind doch mehr, als ich in meiner Erinnerung hatte. Da waren aber auch einige vergessenswerte Sachen dabei.
        Meinst du wir sehen nächstes Jahr eine ähnliche „Flut“ an Rockbands?

      • Nicht unbedingt mehr Rockbands aber – hoffentlich – mehr mutige Beiträge wie sie dieses Jahr die Top Ten dominiert haben.

  5. Ah je, es müsste (wieder) über Peter Urban gesprochen werden.
    Hab mit aber gerade Douze Points Beitrag von vor 2 Jahren durchgelesen. Der könnte – ergänzt um ein paar aktuelle Beispiele – genauso wieder veröffentlicht werden. Da hat sich leider nichts zum Positiven entwickelt – eher im Gegenteil… :/

  6. Am besten war als Peter Urban bei einer Anmoderation ( weiß nicht mehr welches Land) er plötzlich ( rascheln im Hintergrund ) sagte…oh jetzt habe ich den Zettel verloren… und zuerst nichts wusste was er sagen sollte…wirkte doch etwas wenig professionell. Zudem müsste ihm ja nach den Halbfinalen schon etwas einfallen. Dort sagt er ja grundsätzlich das Selbe wie im Finale zu den Titeln.

    • Das war bei dem Robbenbaby auf der Eisscholle … Bulgarien.

      Ich fand diesen ‚Fehler‘ eigentlich sehr sympathisch.

      • Stimmt, das fand ich jetzt auch nicht so schlimm. Da gibt es Dinge, die mich mehr stören, z. B. die recht persönlichen Wertungen.

      • Ich fand es auch sympathisch. Und auch charmant gelöst. Solche Fehler sind doch menschlich. Wie kann ihm denn bitte ernsthaft sowas vorhalten?

        Ich war selbst lange Jahre Stadionsprecher und Radiomoderator. Und sowas passiert halt. Grad in einer Live-Situation.

        Aber die, die ihn dafür kritisieren, sind vermutlich in ihren Berufen immer höchst professionell, haben jahrelange Erfahrung als Sprecher und haben noch nie Infos vergessen oder einen Notizzettel verbummelt. Glückwünsche gehen raus an euch, ihr seid perfekt.

    • Für mich definitiv Fluch. Das ist bei einigen Acts sehr unangenehm aufgefallen, wie z.B. Slowenien oder Nordmazedonien. Ich hoffe ja noch, dass es eine Ausnahme bleiben wird.

  7. Ich weiß jetzt nicht, ob das hierhin passt oder eher ein Off-Topic ist.

    Eine Betrachtung der Radio AirPlays der 2021er Acts im Anschluss des diesjährigen ESCs wäre schön.

    Habe den Siegertitel bisher nirgendwo gehört, obwohl er auf den Streamingplattformen international sehr gut ankommt und sogar in den Charts einsteigen ist.

    • Ich glaube, Zitti e buoni ist kein radiofreundlicher Song. Selbst in Italien war er kein Radio-Hit.

      Ein grosser Radio-Erfolg für Maneskin war ihre melodische Ballade Torna a casa (2018 – übrigens: 110.000.000 Aufrufe auf Youtube schon vor dem ESC)

      • …auch Chosen (2017), ihr erster Song (eher funky-rock), war sehr erfolgreich im Radio… und Morirò da re (2018) auch….

      • Da hast recht. Ich dachte wenigstens, dass die Radiosender sich für diesen Song etwas erwärmen, da er in den Streams ziemlich erfolgreich ist.
        Das Zitti e Buoni kein typischer Radiosong ist, liegt auf der Hand.

  8. Es folgt mein persönliches Replay Rotterdam:

    1. San Marino ist eindeutig der FFF 2021. Hätte ich so nicht erwartet.
    2. Litauen leider überhaupt nicht auf der Siegerstraße. Ich glaubte die gelben Interpreten gewinnen zumindest Semi 1.
    3. Für mich sehr überraschend, beide Rocksongs landen weit vorne. Jetzt kam also Rock beim ESC an.
    4. Malta im Semi beim Publikum ganz vorne und im Finale weit hinten. Ich kanns mir nicht erklären.
    5. Ich als „Fan“ von Peter Urban sage, so schwach war er noch nie.
    6. 4 Länder mit 0 Punkten beim Televoting- hätte ich nicht für möglich gehalten.
    7. Anfangs fand ich das neue Wertungsreglement nicht gut. Inzwischen hat es sich als sehr spannend erwiesen.
    8. Die deutsche Jury hat Zypern viele Punkte gegeben.
    9. Die musikalische Untermalung der Postkarten erinnert mich an 1997.
    10. Die Holländer haben eine sehr gute Show produziert.
    11. Ich freue mich auf Italien und neue Gesichter/Interpreten.
    12. P.s. Für mich die sympathischste Teilnehmerin Natalia. Tolle Ausstrahlung und cool reagiert mit der Mikro- Panne.

    • Ich hätte auch noch ein Thema. Zu viel Backdrop oder wieviel Technik braucht die Liveperformance? Ich fand den Backdrop teilweise gut eingesetzt aber teilweise auch echt übertrieben, brauche ich nicht wirklich so was wie beim Auftritt der Griechin, dass man das Gefühl hat ein MTV Video zu sehen und nicht das (Halb)Finale des ESC

      • @Benjamin Hertlein

        Schade, dann muss ich die Näel wohl wieder einräumen. 😉

        Ach ja, eine Idee für die Reihe habe ich noch. Unter den besten fünf waren ja vier in Landessprache, vielleicht könntet ihr das ja auch in einem Artikel unterbringen??

      • Und macht ihr das alles hier schriftlich auf dem Blog oder wird es auch auf Youtube von euch zu den Themen Diskussionen zwischen euch Bloggern geben. Vielleicht als Themenabschluss immer eine Fazitrunde von euch. Das fänd ich cool.

  9. Das NDR-Chaos wäre auch nen Artikel wert, aber das habt ihr ja eigentlich schon ausführlich genug thematisiert.

  10. Ich schließ mich allem an, was hier geschrieben wurde, und hab auch noch zwei:

    Handgeklöppelte Startreihenfolge: Was war da los in diesem Jahr?

    und:

    Unsere Spannung, eure Demütigung – müssen die Punkte wirklich auf diese Weise bekannt gegeben werden?

    • Den letzten Punkt halte ich auch für diskussionswürdig. Vielleicht könnte man das zukünftig etwas diskreter lösen.
      Auf der einen Seite ist es okay, dass alle Teilnehmer auf diese Weise gewürdigt werden, auf der anderen Seite wird man bei „Nullrunden“ (oder auch ganz niedrigen Punktzahlen) sehr schnell dem Spott der Zuschauer ausgesetzt.

      • Das gilt natürlich auch für Songs, die in der Jurywertung ganz gut dabei waren, und auf einmal im Televoting abgeschmiert sind, wie z. B. Malta. Da wurde natürlich dann auch noch das Gesicht von Destiny gezeigt, die verständlicherweise enttäuscht war.
        Hm… also ich weiß nicht, irgendwie fand ich die Punktevergabe vor 2016 besser.

  11. Worüber noch geschrieben werden kann:
    – vier Länder in den Top Fünf in Landessprache
    – keine typische Eurovisionsballade (vielleicht abgesehen von Frankreich) und Uptemponummer weit vorne. Haben die ESC-Klischees langsam ausgedient?
    – Warum muss die Votingphase immer länger werden? (45 Minuten)
    – Wofür braucht es vier Moderatoren/-innen?
    – Sind die Jurys zu konservativ in ihrem Voting? (sowohl Italien, Ukraine und Finnland haben beim Voting vom Televoting profitiert)
    – die Semiausscheider, die bei mindestens einer Votinginstanz ins Finale gekommen wären (Kroatien, Rumänien, Dänemark)
    – Schweden in einer ESC Krise?
    – Könnte sich UK zurückziehen und warum kriegen sie es nicht auf die Reihe gute Beiträge einzureichen?
    – Coronafazit: Sowohl im inneren Zirkel als auch beim Publikum

    Ich hab jetzt extra mal die deutsche Brille etwas abgenommen, da das sowieso besprochen wird

    • „keine typische Eurovisionsballade (vielleicht abgesehen von Frankreich) und Uptemponummer weit vorne. Haben die ESC-Klischees langsam ausgedient?“

      Was zur Hölle war dann bitte „10 Years“, wenn nicht DER klassische ESC-Klischeebeitrag. 😉

  12. Dieses Jahr lagen Lieder in Landessprache vorne. Klasse! Und es gewann ein Rocksong. Und die Poplieder waren nicht erfolgreich. Es wundert mich aber, dass viele Fans jetzt einen neuen Trend erwarten. So wird es nicht sein. Jedes Jahr ist anders. Es ist sogar sehr wahrscheinlich das 2022 wieder englischsprachige Lieder vorne dominieren. Man kann davon ausgehen, dass einige Länder 2022 auf rockige Lieder setzen- und wie 2007 (nach Lordi) werden sie abschmieren. Es kommt immer anders als man denkt.

    • Ja denk ich auch. Die Rocknummern aber auch Shum haben meiner Meinung nach einfach auch von der aktuellen Situation bzw. Lage profitiert, nämlich dass sie einem das Gefühl von Livemusik am besten vermitteln konnten, und Livemusik haben wir im letzten Jahr ja alle vermisst. Bei den Rocknummern fühlte man sich einfach an Festivals oder Openairkonzerte erinnert und bei Shum ans Durchtanzen in den Clubs. Wenn jetzt immer mehr Normalität einkehrt werden im nächsten Jahr Rocknummern von diesem Gefühl nicht mehr so profitieren können

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