„Rockstars“ von Malik Harris: Der Spagat zwischen nationalem Erfolg und letztem Platz in Turin (Torniamo a Torino 8)

Foto: EBU / ANDRES PUTTING

Mit lediglich sechs Punkten landete Malik Harris beim ESC 2022 in Turin mit seinem Song „Rockstars“ auf dem letzten Platz – ein weiterer Tiefpunkt in der deutschen ESC-Historie. Aber ein Misserfolg ist „Rockstars“ für den Sänger selbst nicht – ganz im Gegenteil: Mit Platz 8 erreichte er die Top 10 der deutschen Charts, ebenso wie auch im Airplay und den Streamingcharts. Wie lässt sich diese Diskrepanz erklären?

Zunächst schauen wir auf die aktuelle Performance von „Rockstars“. Nach dem letzten Platz hätte es ja durchaus passieren können, dass der Song von den Radiosendern und den Streamingportalen fallen gelassen wird und schnell verschwindet – doch das ist nicht eingetreten. Gut einen Monat nach dem ESC steht „Rockstars“ in den aktuellen deutschen Single-Charts auf Platz 32 (Vorwoche Platz 30). In den Airplay-Charts geht es mit Platz 12 nach Platz 16 in der Vorwoche sogar wieder nach oben. Auch auf Spotify und Apple Music hält sich Malik stabil in den Top 100. Das Resultat: Allein auf Spotify verbucht sein Song schon über 15 Millionen Streams und zählt damit klar zu den meistgestreamten Songs des ESC-Jahrgangs 2022.

Quelle: MTV Germany

Beim ESC in Turin reichte es aber nur für jeweils 2 Punkte aus der Estland, Österreich und der Schweiz. Ein zentrales Problem, nämlich die Schwächen des Auswahlverfahrens, haben wir bereits ausführlich beleuchtet. Die Vorgaben dieses Auswahlverfahrens erfüllt „Rockstars“ damit aber voll und ganz: Der Song entwickelte sich tatsächlich über die Wochen bis zum ESC 2022 zu einem Radio-Hit und konnte diesen Erfolg dann später auch bei den Streaminganbietern erzielen. Für den nationalen Erfolg ist das natürlich ein tolles Zeichen, dass ein deutscher ESC-Titel so gut performt. Zumal es leider kein anderer ESC-Song in diesem Jahr geschafft hat, einen ähnlich großen Erfolg in Deutschland einzufahren. Zwei Wochen nach dem ESC waren alle anderen Titel schon wieder aus den Single-Charts verschwunden, auch im Streaming hielt es nicht viel länger und bei den Radiosendern wurde sehr verhalten auf die ESC-Titel reagiert.

Es bleibt also festzuhalten: „Rockstars“ ist ein Hit und wird auch den Sommer über bei den Radiosendern gespielt und in vielen Playlists zu finden sein – und damit sicherlich auch am Ende des Jahres einer der Titel sein, die das deutsche Musikjahr 2022 geprägt haben. Nur leider hat das kaum Punkte beim ESC in Turin gebracht. Genau mit dieser Analyse müssen sich die Verantwortlichen des NDR nun auseinandersetzen und die richtigen Schlüsse ziehen. Falls wir einen Wunsch für das Jahr 2023 haben, wäre das ein nationaler Erfolg à la Malik Harris und ein ESC-Abschneiden à la Michael Schulte – dann kommt alles zusammen.

Bisher in der Serie „Torniamo a Torino“ erschienen:


35 Kommentare

  1. Na ja, meine Meinung dazu ist eher ambivalent. Natürlich freut es mich für Malik, dass „Rockstars“ so hierzulande so gut ankommt.
    Andererseits fühlt sich der NDR bestätigt, für ihn gibt es wohl keinen Anlass, an der Strategie etwas zu ändern. Sie haben das Ziel erreicht, einen Radiohit zu erschaffen. Der Platz beim ESC ist ihnen also nicht so wichtig.
    Im Gegenteil: Sie scheinen ganz bewußt das Risiko einzugehen, auf dem letzten Platz zu landen. Frau Wolfslast hat ja schon verlauten lassen, dass ihr der letzte Platz eigentlich egal ist. Es ist traurig, denn eigentlich agieren sie gegen die Fans, die es auf Dauer frustrierend finden, immer nach hinten durchgereicht zu werden.
    Vor allem: Eigentlich haben wir alle schon vor dem ESC gewußt, was passieren wird.
    Ich fürchte, es wird sich auch die nächsten Jahre nichts ändern, da man auch ein bißchen Geld in die Hand nehmen muss, um ein tragfähiges Konzept zu erstellen. Dazu ist der NDR offenbar nicht bereit. Hinzu kommt, dass sich niemand der Verantwortlichen wirklich für den ESC begeistert. Sonst würden sie ja ein bißchen Ehrgeiz entwickeln. Aber abgeben möchte der NDR die Verantwortung für den ESC auch nicht. Es hat ja bisher auch kein anderer Sender „hier“ geschrieen. Auch dort wird im Unterhaltungssektor gespart. Ob sich dann viel ändern würde, ist fraglich. Ein Teufelskreis.☹️

    • Eins muss ich aber noch anfügen: Ich denke, für Malik hat sich die Teilnehme trotz der bitteren Niederlage schon gelohnt. Deshalb glaube ich auch nicht, dass er mit allzu viel Bitterkeit zurückblicken wird. Auch schön, dass er nach dem ESC nicht gleich fallengelassen wird. Ist leider auch nicht selbstverständlich Alles Gute weiterhin, Malik.🙂

    • Der SWR Mann hat das ganz klar gesagt, Man versucht in Deutschland einen Hit zu erzeugen – das geht nunmal nur mit Mainstream – damit der Vorentscheid für deutsche Künstler attraktiver wird. Wenn man weiß, dass alleine die Beteiligung am Vorentscheid sich positiv auf das Konto auswirkt, und man nicht als jemand gebrandmarkt wird, der „so einen Scheiß mitmacht“, wie man es bisher das Gefühl hatte, dann kann das nur gut für den ESC sein.
      Die Sender (außer dem BR) haben Wort gehalten, wenn es dich Sache mit EC nicht gegeben hätte, hätten die Meisten hier einen positiveren Eindruck von dem Konzept , denn wie oft kamen in den letzten Jahren Wünsche, dass endlich mal die große Künstler in D. mitmachen würden.
      Ob der NDR den ESC weiter organisieren sollte, ist eine ganz andere Sache, und ich verstehe nicht, warum das immer mit dem Konzept mit den Radiosendern vermischt wird,
      Wenn der NDR nicht dieses neue Konzept gewählt hätte, dann wäre hochstwahrscheinlich EC zum ESC gefahren und hätte meiner Meinung nach vielleicht zehn Plätze besser abgeschnitten, Nur ein besseres Konzept hätte der NDR dann auch nicht gehabt, und nächstes Jahr wäre das gleiche Klagen los gegangen.
      Das Grundproblem ist nach wie vor, dass sich nicht alle deutschen Künstler vom ESC angesprochen fühlen und da muss man ran, egal welcher Sender es macht. Denn nur so kommen automatisch auch ESC-taugliche Lieder in den Vorentscheid und werden dann auch besser abschneiden.

      • Nun, ich denke, in erster Linie kommt es auf die Songs und die visuelle Umsetzung an, denke ich. (Letzteres spielt ja in der Radiolandschaft eine eher untergeordnete Rolle, aber auch der Song sollte im Radio möglichst wenig „anecken“. Deshalb sind Radio und ESC schon einmal völlig andere „Universen“. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel: Michael Schulte. Aber ohne geschickte Umsetzung auf der Bühne, wäre auch „You let me walk alone“ sang- und klanglos untergegangen. Der Bekanntheitsgrad der KünstlerInnen spielt mMn erst einmal eine sekundäre Rolle. Der Michael Schulte oder die Lena waren ja auch nicht bekannt vorher.

        Eskimo Callboy können es von mir aus gerne mal probieren. Sie würden aber wohl nur durch eine Direktnominierung zum Zug kommen. Glaube nicht, dass sie eine VE überstehen würden. Sie haben zwar eine große Fanbase, aber wohl auch genug „Hater“, die eine Teilnahme mit allen Mitteln zu verhindern wissen, und wenn sie notfalls für einen netten, aber deutlich weniger aufregenden Titel anrufen würden.
        Hm… eigentlich bin ich gegen eine Direktnominierung, allein schon deshalb, weil man ja irgendwie „die Katze im Sack“ kauft (wie bei Jendrick.)
        Mein Traum wäre ja immer noch so ein Festival wie z. B. in Spanien, aber daraus wird wohl leider in absehbarer Zeit nicht. Denn es kostet 1. Geld und 2. müsste man JETZT schon mit anfangen. Braucht schon eine lange Vorbereitungszeit.

      • Auch wenn hier jeder meint (da bist nun nicht du persönlich angesprochen), was an einen ESC-Song wichtig ist, gibt es für jedes Argument ein Gegenargument. Es gab ESC-Sieger ohne jegliche visuelle Umsetzung, welche mit sehr radiotauglichen Liedern etc pp.
        Das Einzige bei dem wir uns wirklich sicher und auch einig sind ist, dass in den drei Minunten ein Funke zu den Zuschauern überspringen muss, damit die sich beim Anrufen an den Titel erinnern.
        Mein Lieblingslied The Rasmus hatten eine große Fanbase, war je ESC-tauglich geschrieben mit mehreren Rückungen und auch die Show hat gepasst.Viel besser als Maeli haben sie aber nicht abgeschnitten. Dafür hat Portugall,mit minimalistischer Umsetzung eines sehr bedächtigen Liedes, viel mehr Anrufer ueberzeugt. Daher mein Kredo, wir müssen mehr deutschle Künstler dür den ESC begeistern, wo ist die Elektroszene oder Indierock und -Pop? Wie oder wer den Titel dann aussucht ist egal, solange einfach keine guten dabei sind, ist es auch irrelevant. EC hätte uns vielleicht einen Mittelfeldplatz gebracht, aber das wäre es dann auch gewesen.
        Daher bin ich offen für Versuche den Vorentscheid für Küsntler attkrativer zu machen, auch wenn das nicht sofort den Erfolg bringt. Deutschland kann sich Aufbauarbeit leisten, schlechter kann es nicht mehr werden.

      • Sorry ESC1975, aber es gab keinen ESC-Sieger mit einer auf das Lied und den Künstler abgestimmten visuellen Umsetzung. Portugal 2017 war visuell meiner Meinung nach sehr genau abgestimmt auf das Lied und besonders Salvador
        Ich sage nicht, dass eine visuelle Umsetzung alleine funktionieren würde, aber ohne die Basis einer gut abgestimmten visuellen Umsetzung des Liedes kannste direkt nach Hause gehen (oder wie wir letzte und vorletzte Plätze sammeln).

      • Sorry. Ich meinte „es gab keinen ESC-Sieger OHNE einer auf das Lied und den Künstler abgestimmten visuellen Umsetzung.“

  2. Ich versuche mich mal kurz zu fassen, denn eigentlich wurde zu dem Thema ja wirklich alles schon gesagt und geschrieben.

    Freut mich, dass Malik Harris damit zumindest kommerziell einen Erfolg landen konnte. Im Idealfall ist das für den ESC als Bühne trotz seines Ergebnisses sogar eine gute Nachricht. Wenn die etablierteren Künstler sehen, dass man selbst nach einem letzten Platz nicht wie eine heiße Kartoffel fallen gelassen wird, schwindet vielleicht auch die Scheu vor einer Teilnahme.
    Und an dieser Stelle muss man tatsächlich auch mal dem NDR danken: Danke, dass ihr auch weiterhin „Rockstars“ spielt (und wenn es womöglich nur aus Trotz ist … schietegal)!

    Was die Aussichten beim ESC betrifft, haben sich aber nun mal auch alle Unkenrufe bewahrheitet und man MUSS ganz klar wiederholen: Es war ein Fehler, von vornherein nur auf Radio-Pop zu setzen. Zumal die 6 VE-Titel leider allesamt auch noch recht banaler Radio-Pop waren und z. B. zu „Space Man“ kein Vergleich.

  3. Sollte es nicht heißen, das Ideal des NDR wären ein ESC-Ergebnis UND ein nationaler Erfolg wie bei Michael Schulte? Der war ja bei NDR2 über ein Jahr in Dauerschleife.

  4. Ich behaupte Mal Michael hatte mehr Plan vom ESC wie Malik und ist ganz anders an die Inszenierung ran gegangen. Auch hatte Michael Leute um sich rum die sich mit Songwriting auskennen und ihm halfen den Song optimal umzusetzen. Malik hatte offenbar zu wenig gute Berater oder wollte stur sein Ding durchziehen. Ich bin überzeugt das man hätte mehr als 6 Punkte rausholen können. Aber jetzt muss mal gut sein mit dem Thema. Wir können nur hoffen das der NDR dadurch lernt

  5. Es ist für Malik natürlich schön, dass er in Charts und Radio erfolgreich ist, aber für mich geht es beim ESC lediglich um den ESC. Alles andere interessiert mich nicht, weil der ESC kein Radioformat ist.

    Nach wie vor gilt: Thema verfehlt! Wenn ich im Leistungskurs Bio zum Thema Genetik eine exzellente Analyse von Kants „Kritik der reinen Vernunft“ abgeliefert hätte, hätte das meine Bionote ja auch nicht nach oben getrieben. 6! Setzen!

  6. Ich mag Rockstars noch immer, freue mich wenn es im Radio läuft und ja ich bin auch immer noch enttäuscht von der Jury Wertung – aber andererseits, die allein sollte ja schon zeigen dass das nächstes Jahr nicht einfach wieder so weiter gehen kann. Da steht wieder eine Null. Zum dritten Mal in Folge…
    Ich hoffe wirklich inständig dass der NDR für nächstes Jahr mit mehr Motivation an den Contest rangeht und es nächstes Jahr wirklich mal versucht mit einem tollen Gesamtpaket zu punkten – sowohl bei Jurys, als auch den Zuschauern. Dass das nicht leicht wird, okay, aber sie wollen die Verantwortung ja nicht abgeben also sollen sie immerhin mal versuchen wirklich zu liefern, denn so kann das doch nicht weitergehen.

  7. „Wie lässt sich diese Diskrepanz erklären“

    Genau diese Diskrepanz wurde von den NDR-Verantwortlichen doch fokussiert. Entweder der kommerzielle Erfolg war Wolfslast und co. wichtiger, oder man hat den ESC schlichtweg nicht verstanden. Ich persönlich glaube es ist eine Kombination aus beiden Punkten. Vermutlich kommt noch hinzu, dass man mit allen Mitteln verhindern möchte den ESC austragen zu müssen.

    • Na ja, sie könnten die Ausrichtung ja ablehnen, aber die Blöße wollten sie sich wahrscheinlich auch nicht geben, Deutschland ist schließlich eins der reichsten Länder Europas.😉
      Aber zwischen Platz 1 und Platz 26 gibt es ja auch noch einiges dazwischen. Auch, wenn man es jetzt nicht auf einen Sieg anlegt, auf Dauer die Bottom 5 anzupeilen, ist ja auch irgendwie frustrierend.

  8. Der NDR wollte einfach einen „If I Were Sorry“ 2.0. Habe die letzten Jahre keinen anderen ESC-Song so oft im Radio gehört wie den. Ist ja schön und gut dass Rockstars erfolgreich ist (für einen ESC-Beitrag, ansonsten ist an den Platzierungen gar nichts erfolgreich). Aber der ESC ist nach wie vor ein Wettbewerb den man im Idealfall gewinnen will. Klar, die Künstler haben sicherlich auch andere Ziele vor Augen (Bekanntheit erlangen, Fans gewinnen und und und) aber für den NDR darf nicht der nationale Erfolg der wichtigste Erfolgsfaktor sein sondern das Abschneiden auf der ESC-Bühne. Um heimische Radiohits zu finden gibt es The Voice, DSDS, Supertalent oder was auch immer.

  9. Zu unseren Vorentscheid mit dem Radiosongs habe ich ja schon genug Kommentare abgegeben, aber hier nochmal in der Kurzfassung:
    Am Anfang fand ich es toll die ARD-Popwellen miteinzubeziehen, da ich dachte, dass der NDR aus 2013, wo man ja ebenfalls diese Radiosender miteinbezogen hat, gelernt hat, aber als dann die Vorentscheidsongs veröffentlicht wurden ist die Euphorie bei mir dann schon wieder verflogen!

    Interessant wäre, ob ein bereits bekannter (weltweiter) Künstler (z.B. Dua Lipa) mit einem Radiosong beim ESC, im Gegensatz zu einem Newcomer, (mehr) Erfolg haben könnte, da diese dann ja schon eine große Fanbase haben welche dann weniger für den Song anrufen, sondern dann mehr für die Künstlerin!

    Wo ich gerade bei Dua Lipa bin, da diese aus UK kommt, was haltet ihr denn von Mimi Webb als Vertreterin von UK im nächsten Jahr? Auch bei ihrer Karriere hat TikTok nachgeholfen, wobei man hier sagen muss, dass Mimi Webb im Gegensatz zu Sam Ryder bereits vor ihrer Bekanntheit auf TikTok einen Plattenvertrag mit Epic Records (Sony) hatte.

    • Ich meine gehört oder gelesen zu haben das Dua Lipa ursprünglich aus dem Kosovo stammt uns wenn sie mal beim ESC mitmachen würde dann würde sie für den Kosovo antreten. Bin ja schon gespannt ob man da wirklich was erwarten kann sollte der Kosovo mal dabei sein können

      • @Thilo mit Bobby

        Solange der Kosov nicht von allen Ländern anerkannt wird wird er beim ESC nicht dabei sein, ergo keine Teilnahme von Dua Lipa.

      • @ESC1994 da hast du natürlich Recht. In erster Linie blockiert ja Serbien. Kosovo ist für Serbien ja immer noch eine abtrünnige Provinz

      • @ESC1994
        Es muss nur in die EBU aufgenommen werden, Da zählen andere Dinge, wie eine eigenständige öffentiche Sendeanstalt. Das kann durchaus passieren. Übrigens hat Griechenland die ganze Zeit Nordmazedonien nicht anerkannt, was zwar zu einem Namensstreit beim ESC geführt hat, aber nicht zu Ausschluss.

  10. Ich finde es nicht so schlimm, wenn man sich einen radiotauglichen ESC-Song wünscht. Es muss ja nicht heißen, dass ein radiotauglicher Song nicht auch beim ESC gut abschneiden kann. Dafür gibt es ja jede Menge Beispiele. In diesem Fall hat es eben nicht geklappt (wie so oft für Deutschland). Beim nächsten Mal kann es ganz anders aussehen. Ich finde das andere Extrem, dass man mit einem Song gewinnt, der im Radio gar keine Chance hat, auch nicht gut. Kein Mensch außerhalb der Bubble kennt Jamal zum Beispiel, und schon gar nicht ihren Gewinnersong. Das ist ja auch schade drum.

  11. Wenn ein radiotauglicher Song „gewünscht“ ist, dann muss er wirklich TOP sein um beim ESC zu bestehen! Ich nehme als Beispiel mal Olivia Rodrigo, welche übrigens erst vor rund einer Woche beim „Stadtpark Open Air“ in Hamburg aufgetreten ist. Wie würden die Songs „Good 4 U“ und „Driver’s License“ beim ESC -mit einem unbekannten Künstler bzw Newcomer- wohl abschneiden? „Good 4 U“ könnte Erfolg haben, bei „Driver’s License“ bin ich mir nicht so sicher, obwohl letzterer Olivia Rodrigo ja erst so richtig bekannt gemacht hat. Zuvor kannten sie ja nur die jüngeren aus der Disney Channel Serie „Bizaardvark“.

  12. Was man hier immer mit „dem großen Namen“ hat verwundert schon sehr. Als ob das automatisch zu ESC-kompatibler Qualität führt, das ist wohl an grenzenloser Naivität nicht zu überbieten.

    Dass der NDR seine Inkompetenz und sein Desinteresse am ESC weiter zur Schau stellen wird, sollte allen Beteiligten klar sein.

    Und dass dieses Langweilerlied in D in den Charts ist, spricht Bände: Der ESC ist aus deutscher Sicht unheilbar krank und nicht zu retten.

    Mein Rezept für die nächsten Jahre: einfach auf Fast Forward drücken oder eine Pinkelpause einlegen, wenn der deutsche Beitrag kommt. Das spart Lebenszeit😉.

    • Gerade hierzulande stehen große Namen zwar nicht zwingend für Qualität, doch zumindest könnten sie in der Allgemeinheit eine neue Begeisterung entfachen. Wenigstens kurz-, bei einem guten Ergebnis aber sogar langfristig.
      Denn seien wir mal ehrlich: Mit Jendrik sind wir letztes Jahr nun wirklich in der Talsohle der Bedeutungslosigkeit angekommen. Dagegen waren Leon, Bianca Shomburg und all die anderen aus den düsteren 90ern ja regelrechte Berühmtheiten.
      Und dass die Einschaltquote leidet, wenn man ja um Jahr um Jahr nur Nobodys hinschickt oder zur Wahl stellt, liegt in der Natur.

      • Das ist nur bedingt richtig. Es kommt auch drauf an was man aus den Nobodys macht, Lena, Max Mutzke, Roman Lob waren auch Nobodys

      • Ja, aber selbst dann darf man es nicht überreizen. Das Casting 2012 hatte z. B. schon deutlich schlechtere Einschaltquoten als 2011 und 2010. Kann daher sogar gut nachvollziehen, dass der NDR trotz des 8. Platzes für Roman Lob im Folgejahr auf einen klassischen Vorentscheid umschwenkte. Günstiger in der Produktion und mit Cascada und den Söhnen Mannheims zumindest auf dem Papier auch attraktiver.

  13. Gerade das Line Up des SWR3 New Pop Festivals in Baden Baden angesehen und ich bin echt mega positiv überrascht, dass sie dieses Jahr sowohl Malik Harris, als auch Sam Ryder als Hauptacts dabei haben. Find ich gerade deshalb erstaunlich, da SWR3 den ESC gerade bei Ihren großen Events immer eher ignoriert hat.

  14. Ich verstehe wirklich nicht warum hier einige immer gegen Mainstream-Musik wettern. Fakt ist, es gibt gute Mainstream-Musik die berührt oder mitreißt und es gibt langweilige die mehr als Hintergrundbeschallung dient. „Rockstars“ von Malik Harris gehört wohl augenscheinlich und gemäß dem Endergebnis beim ESC, wohl eher zur zweiten Kategorie. Das muss aber nicht heißen, das alles was Mainstream ist, auch schlecht ist. Oder wie erklärt sich ansonsten die jährliche Begeisterung und Erfolgsquote für sämtliche skandinavischen Vorentscheide, in welchen hauptsächlich (aber natürlich nicht nur) Mainstream-Pop angeboten wird?
    Wenn man allein nur bedenkt wer beim ESC alles mit guten Mainstreamsongs erfolgreich war wie Lena, Loreen, Eleni Foureira, Kristian Kostov, Poli Genova, Sam Ryder usw.
    Und auch in Deutschland hat es einige gute Ansätze gegeben, die international gut ankamen und beim ESC zumindest nicht Letzter geworden wären. Ich sage nur: Aly Ryan und Ben Dolic. Es war halt nur Pech das sie nicht fahren durften oder konnten.
    Mein Fazit: Mainstreamsongs können gut ankommen, wenn sie die Leute in irgendeiner Form ansprechen. Und wenn die deutschen ESC-Verantwortlichen unbedingt bei Radio-Pop bleiben wollen, dann sollten sie sich mal anstrengen mehr solcher Songs zu finden die die Leute national, aber vor allem auch international abholen.

    • Das sehe ich absolut genau so. Und würde ergänzen: Den skandinavischen VE’s merkt man eben vor allem auch die begeisterte und begeisternde Haltung an, die hinter den Kulissen herrscht. Die schwedischen VE-Songs sind auch z.T. oberöde, werden aber eben stets mit viel Power und Professionalität auf die Bühne gebracht. Man braucht eben ein Team, das mit Leidenschaft und Freude bei der Sache ist, denn das vermittelt sich auch in den Performances. (Und bringt manchmal selbst mittelmäßige Songs zum Strahlen) 🙂

  15. Positiv: Habe gestern beim Shoppen in einem Textilgeschäft im Hintergrund Malik’s Rockstar gehört
    Negativ: Mein türkischer Kollege findet den letzten Platz gerechtfertigt. War ihm zu schwerfällig und altmodisch.

  16. Nach dem ESC ist vor dem ESC und aus diesem Grund hat in Norwegen ab heute die Bewerbungsphase für den nationalen Vorentscheid Norsk Melodi Grand Prix begonnen:

    https://eurovoix.com/2022/06/21/melodi-grand-prix-2023-submissions/

    Bewerbungsschluß ist der 18. September 2022. Außedem veröffentlichte der für den ESC zuständige YLE die offiziellen Regeln für das UMK 2023:

    https://eurovoix.com/2022/06/20/finland-umk-2023-rules-released/

    Bewerbungsschluß ist der 3. November 2022.

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